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Full text of "Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts"

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Biographisch - Bibliographisches 

Quellen-Lexikon 

der 

Musiker und Musikgelehrten 

der 

chrlstliclieii Zeitrechnung 

bis zur 

Mitte des neunzehnten Jahrhunderts 



von 



Rob. Eitner. 

7. Band. 

Milleville, Francesco — Pluvier. 



Leipzig, 

Breitkopf & Haertel. 
1902. 



MAY 6 1938 






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MilleTÜle, Francesco, Ferra- 
rese, sein Geburtsort. Der Sohn 
des Alessandro; da letzterer erst 
um 1573 oder 1575 in Ferrara 
lebte, so kann Francesco auch erst 
in diesen Jahren geboren sein und 
nicht 1565 wie Fetis schreibt; sein 
Todesjahr ist unbekannt. Fetis 
lässt ihn zuerst im Dienste des 
Königs von Polen, dann in Kaiser 
Rudolph's IL stehen; 1614 ging 
er nach Rom, wurde Kapellmeister 
an der Kathedrale zu Yolterra, 
später in Chioggia. Die Avenigen 
Druckwerke von ihm geben da- 
gegen ganz andere Stellungen an 
und zwar war er 1622 Kapell- 
meister u. Organist an S. Giorgio 
zu Ferrara und 1627 Organist an 
S. Benedetto in Siena. Wie er 
sich 1617 auf den Concerti nennt, 
ist mir unbekannt. Von seinen 
Werken ist nachweisbar: 

1617. Concerti a 1, 2, 3 e 4 voci, 
con il Bc. Lib. 1, op. 2. ristamp. Yen. 
1617 G. Yincenti. Stb. V 4^. 23 Nrn., 
die letzte eine Fantasia alla francese für 
Instramente. [Proske. 

1622. Sacre gern nie legale nell'oro 
della musioa a voce sola. Dal MilleviUe 
Ferrarese Maestro di cap., et Org. in S. 
Giorgio di Ferrara, xsuouani. comp. . . 
op. 10 . . . Yen. 1622 Ales. Yincenti. 
2 Stb. (C. oder T. und Bc.) fol. 25 Gesge. 
[B. Br. 

1627. n 5. lib. dein Motetti a 2, 3, 
4 & 5 voci del ... Ferrarese, Organista 
del Rev. P. Abbate Testa in Santo Bene- 

Rob. Eitner's QueUen-Lexüon. Bd. 7. 



detto di Siena . . . Op. 17. Yen. 1627 
Yincenti. Stb.? 40. 20 Mot. [B. B:Bc. 
In Oslavan's Flores verni 1628 einige 
Gesänge, gez. mit del Milleville. Die 
Motetten in Calvi's Samlwk. 1624 Nr. 22 
u. 38 (Eitner 1) sind wahrscheinlich auch 
von ihm, doch könueu dieselben auch Bar- 
naba M. angehören. (Siehe Barnaba M., 
der vielfach mit Franc, verwechselt wird.) 

MilleTÜle, Lucas des, 1664 
bis 1675 Hot'organist an der Hof- 
kapelle im Haag (Bouwst. 2, 164). 

3IilleYille, Perissone de, um 

1519 päpstl. Sänger in Rom (Yier- 
telj. 3, 257). 

Jlillico, Grioseifo, ein Kastrat 
und berühmter Sänger, geb. um 
1730 oder 39 zu Terhzzi (Neapel), 
Tod unbekannt. Um 1774 sang 
er in Wien und Gluck, wie Schulz 
sprachen sich mit gröfstem Lobe 
aus. Yon hier ging er nach Lon- 
don, dann nach Berlin und kehrte 
gegen 1780 nach Italien zurück, 
wo er in Neapel bei Hofe als 
Sänger angestellt wurde (Gerber 
1. 2. Fetis). Auch als Komponist 
war er thätig^, bekannt sind an 
Opern : 

Ipermnestra, Dramma in 3 atti. Ms. P. 
[Paris Nat. C. P. 

La pieta d'amore, dramma in 2 atti. 
(Napoli c. 1782.) NapoU, Porcelü. P. 
fol. 160 S. [Musikfr. Wien. Brüssel 
Cons. Neapel Turch. C. P. Bologna: 
Napoli, L. Marescalchi. br. Mus. Mai- 
land Cons. Padua Ant. 

Angelica e Modoro, Cantata a 4 voci, Soli, 
Coro ed orch. P. [Musikfr. Wien. C. P. 



Millico. 



Miltoa. 



A 3. sett of 6 Cauzouets with an acc. 
for the Pedal or snial Harp, Fortep. or 
Harps. London (1787) Longman & Bro- 
derip. qu4ö. [Hofb. Wien. br. Mns. 

— 6 Canzoncine con Pfte. Zurigo, 
Neghelli. [Dresd. br. Mus: Napoli 1793 
und die in Zürich. 

— Ms. 14450 in K., B. B., Canzonette 
a Sopr. e Ceuibalo. C. P., fraglich ob 
Druck oder Ms. 

6 Anette italiane con parole allemande 
per l'Arpa, o pfte. 3 pt. Bonn, qufol. 
[br. Mus. 

4 Canzonen. Lond. 1819. [br. Mus. 

6 Songs with an acc. for the grcat or 
small Harp. Lond. quS''. [br. Mus. 

2 Sonatinas for the harps. Lond. fol. 
[br. Mus. 

Musical Trifles; a collection of Sona- 
tine for the härpsich. Lond. qu4^. 
[br. Mus. 

Notturni fatti per Posilippo „Se volete", 
a 2 Sopr. 2 V. e B. [Einsiedeln. 

Mss. in Mailand Cuns : 3 Ariette p. Sopr. 
con arpa obl. — Nove Barcarole p. Sopr. 
c. arpa e B. — 2 Barcarole (ebenso). — 
Scale e Solfeggi per Sopr. col 13. d'accomp. 

4 Duettini für 2 Sopr. Ms. [Ber- 
Un K. H. 

30 Canzoni p. Canto, c. arpa e pfte. 
[Padua Ant. 

Inno dol Petrarca S. Giuseppe, a 2 v. 
c. orch. [Padua Ant. 

Aria: Ho sparse taute lagrinie con 
Cembalo. Ms. 17531. [Ifufb. Wien. 

Ms. 345, br. Mus., Sanilbd. von Arien, 
Duetten u. Kantaten. Ms. 231 Aria witli 
Glioms aus Achille iu Sciro „Se un cor 
aunodi". 

In B. Proske-M: Duett, Marsch 4hdg., 
1 Divertimento per Comb. 

Mss. Bologna, Kat. 3, 277: 1. Canzo- 
nette a Sopr. solo c. pfte. 10 Bll. 2. 10 
Canzonette a voce sola di Sopr. col pfte. 
16 Bll. (lufol. 

In John Corri's A select collection, 
1788, 3. Bd. Gesge. pag. 3, 10-17. 

Fetis führt noch an Opern an : La Ze- 
liada 1787. Nonna per fare dormire i 
Bambini, Nap. 1792. 

31illiii, Aiil)iii- Louis, geb. 19. 
Juli 1759 zu Paris, gest. 14. Aug. 
1818 ebd., ist bekannt unter dem 
Namen Miliin de Grandmaison^ 
trat als Schriftsteller auf u. Avurde 
Konservator am Kabinet der An- 
tiken in der Bibl. national. 

Er schrieb einen Dictionnaire „des 



Beaux-Arts", Paris 180G Crapelet, 3 vol. 
8", welcher aber nur eine Uebersetzung 
von Sulzer's Theorie der schönen Künste 
ist, mit Hinzufügung einer Anzahl neuer 
Artikel. Ein Exemplar in B. Brüssel 
(Fetis). 

3rillioiii, siehe Milioiii, Pietro. 
Millot, l'Abbe, bekannt durch: 
Histoire litteraire des troubadours, cont. 
leurs \aes, les extraits de leurs pieces, et 
plusieurs particularites sur les moeurs, 
les usages, et l'histoire du 12. et du 13. 
siecles. (Par l'Abbe Millot, d'apres les 
mss. de M. de Ste-Palave.) Paris 1774 
Durand. 3 voll. 12^'. [Brüssel. 

3IilIot, Nicolas, war Kapell- 
meister König Henri III. von Frank- 
reich, gewann im Konkurs zuEvreux 
1575 den 4. Preis, doch wird er 
dort nur Kgl. Kapellsäuger und 
nicht Kapollmeister genannt, wo- 
nach Fotis' Angabe zu verbessern 
sein wird. Fotis begeht noch einen 
zweiten Fehler, indem er glaubt, 
dass die mit Nicolas in Samlwken. 
bezeichneten Gesänge von Millot 
sind, während üombert oft nur 
mit Nicolas benannt wird. 

In Samlwken. von Le Roy et Ballard 
ist er mit 22 Chansons zu 4 u. 5 Stim. 
vertreten (Eitner 1). Ferner in Le Roy 
et P>allard's 8. liv. chans. 1559 und im 
9. liv. je 1 Chans. 

Milo, . . . ein Benediktiner des 
9. Jhs. zu St. Amand in Belgien, 
wird als Musiker bez. (Tritliemius 
1, 12P>. Fabricius 3, 77). 

Milt, Stcphanus van, ein 

Priester, wurde am 3. Juli 1G99 
zum Sangmeister an St. Walburge 
zu Audenarde ernannt, f 1719. 
Straeten 1, 48 teilt einen einst. 
Gesang mit „Godt weest ghenae- 
digh", den er Milt zuschreibt, der 
aber entschieden aus einer weit 
früheren Zeit herrührt und das 
Datum 1717 sich nur auf die Kopie 
beziehen kann (Andenarde 15). 

Miltoii, John, geb. 1563, der 
Vater des bekannten Dichters, 
stammte aus einer katholischen 



Milton. 



Minguet. 



Familie zu Stanton in Oxfordshire, 
trat später zur anglikanischen 
Kirche über, wurde enterbt, ging 
nach London in ein Kaufmanns- 
geschäft, betrieb Musik als Dilet- 
tant und soll Gesänge zu 40, 
ja bis 80 Stimmen geschrieben 
haben. Man glaubt, dass er Sänger 
an der Christ -Church in Oxford 
war. Er starb im März 1647 und 
wurde in der St. Gileskirche, 
Cripplegate begraben (Grove. Ark- 
wright. Davey 217). 

Von seinen Kompositionen findet man 
in der Chiist- Church zu Oxford im Ms. 
1 Antiphone zu 4 Stim. und 5 Fancies 
zu 5 und 6 Stim. Im hr. Mus. in einer 
Cantus-Stim. ein Gesg., im Ms. 226 und 
227 in Bumey's Kopien 2 Mot. zu 5 Stim. 
„If that a siuner's sighes" und ,,0, had 
I wings". Im Ms. Thom. Myriell's G Gesge. 
(29372—77). In Morley's Triumphs of 
Oriana 160i ein Madr. zu 4 St., auch in 
neuer Ausg. erschienen; im 4 st. Psalmen- 
buch von Eavenscroft 1621 einige Sätze. 
Im Samlwk. Synopsis 1680 unter A. ß. 
verz. ein dreist. Gesg. In Leighton's The 
teares or Lamentacions 1614 vier Sätze. 
Im Ms. 1940 des E. C of Mus. „Thou god 
of might", 4 Stb. In Hofh. Wien, Ms. 
19287 mit deutschem Text in Part. In 
"W. Gawler's Divine harmony 1 Gesg. — 
In neuen Ausg. '3 Gesge. (Eitner 2; die 
Daten sind falsch) und in Charl. Smitli's 
Ancient Psalmody 1843 ein Gesg. Ark- 
wright in Old English edition Nr. 22 sechs 
Anthems aus Leigthon und Myriell mit 
Biographie. 

]^IilTO, . . . Sopranist 1484/85 an 
St. Peter zu Rom (Viertel]. 3, 238). 

Mimnernms, Pseudonym für 
Priiitz, Wolfg. Kasp. 

Minarti, GrioTauiü, bekannt 
durch ein 

Benedicimus 5 voc. veröffentlicht durch 
Mai-tiui und Choren (Eitner 2). 

Minde, Franeiscus de, ein 

Brabanter und Discantist in der 
Dänischen Kapelle Friedrich III. 
um 1657; ging 1660 nach Schwe- 
den, dann nach Hamburg, Lübeck 
und starb schliefslich in Hamburg. 
Seine Stimme bildete sich später 



zum Tenor aus (Mattheson 1, 225. 
Max Seiffert druckt die Tollstäu- 
dige Mitteilung im 2. Jahrg. der 
1. M. G. Seite 122 ab). 

Miuei, Lorenzo, ein Komponist 
des 17. Jhs. ist bekannt durch 

Cantate a voce sola con 4 Viel, e 2 
Violette: Sonno di Vidone. — Lagrime 
di Marte per le vitfcorie di Leopolde. — 
n Catone Uticense. — Capriccio poetico. 
— Ms. in qufol. 228 EU. [besafö 1888 
der Antiquar Rosenthal. 

Bliuelli, P. Angelo Gabriele, 

ein Franziskaner zu Bologna. Er 
gab heraus: 

Eistretto delle regele piü essenziali 
della musica; Bologna 1748. 4*^. 82 S. 
Die erste Ausg. soll von 1730 sein: Bo- 
logna, stamp. Yolpe (nach Fetis). Die 
Ausg. von 1748 besitzen die Musikfr. in 
Wien und Glasgow. In Sassi's La ricrea- 
zione 1730 einige Canzoni. Im HaUeluja 
von Postler u. Zimmer 1880, 1. 2. eine 
Melodie mitgeteilt aus Eistretto delle regele. 

Minelli, Pietro Maria, lebte 
am Ende des 17. und Anfange des 
18. Jhs., war in Bologna geb., wo 
er auch wohnte und j 1712 im 
Januar. 

Im Liceo mus. zu Bologna im Ms: 
„Cantemus Domino, compositione a 4 et 
a 8 voci, offerta all'Acad. Filarmonica di 
Bologna." 1 Bl. in P. ; eine Kopie von 
Busi, ebd. 1684 wurde er zum Mitgliede 
obiger Akademie ernannt und in den 
Jahren 1695, 1699, 1704 und 1709 zum 
Vorsitzenden gewählt. 

Miliers (Myners), Joliii, um 
1612 Musiker beim Prinzen Hein- 
rich von England mit 40 ^ Ge- 
halt, wurde am 27/3 1615 auf 
Wartegeld als Gentleman an der 
Kgl. Kapelle angenommen und trat 
am 4/6 an Sampson's Stelle, f am 
2/7 1615 (Rimbault). 

MiiigliiiiO dal Violoncello, siehe 
Grabrielli, Domenico. 

Minguet, Paolo, spanischer Mu- 
siker an der Kapelle Philipp Y. 
und Karl IH., gab nach Soriano 

Fuertes heraus: 

1. Eeglas, y advertencias geuerales . . . 
Madrid 1752—54 Joaq. Ibarra. 2. Quader- 

1* 



Miuirari. 



Minoja, Ambrogio. 



nillo nuevo, que en ocho Laminas finas . . . 
Madrid (1774?) Mao. Martinsgrave (Fetis 
giebt die ausführlichen Titel). 

Miuirari, Viiiceiizo, ein Kom- 
ponist aus der ersten Hälfte des 
18. Jhs., der durch das 

Ms. L 172 der B. B. mit einem Dixit 
a 4 voc. c. Tronibone, Oboe e Tromba da 
caccia, concertato. Ao. 1732. P. be- 
kannt ist. 

Miiiiscalelii , (iui»lielmo, aus 

Venedi.c;, ein Augustinermönch und 
um 1622 Kapeiinieister an S. Ste- 
fano zu Venedig (Titel), gab heraus: 

J! Salmo Miseicro mei Dens concertato 
ä 3 voci coa Sinfonie per l'espositione del 
Sanct. Sacraniento ... Et in fine doi 
Motetti a 2 voci di . . . Yen. 1622 Bart. 
Magni. 4 Stb. 4". 22 Gesge. [B. B. 

Arie di G. M. Hb. 1. per cantarsi nella 
sjiinetta, chitarrono, e siniiie istroniento. 
Con riutavolatura i)er la chitarra alla 
spagnola. Novam. coniposte . . Von. 1625 
Ales. Vincenti. 1 vol. 4». 40 S. 20 
Gesge. mit Begltg. [Venedig Marco. 

— noiianiento ristaniii. Ib. 1627. In- 
halt derselbe. [Bologna. 

Arie di . . . lib. 2. (wie oben). Ib. 1627. 
1 vol. 4". 40 S., 20 Gesge. [Bologna. 
Venedig Marco. 

Arie di . . . lib. 3 (wie oben). Ib. 1630. 
1 vol. 40. 40 S. 20 Gesge. [Bologna. 

In Carlo Milanuzzi's Scherzi 1624, 
4. Buch die Gesänge: Se uasce in cielo 
und Mentre vivo. Dort ist or auch als 
Venetianer bez. 

Minne, Clirctien; um 1673 
findet man ihn in den Reclinungen 
der Kgl. Kapelle zu Brüssel als 
„Lieutenant de chapoUe royale". 
1685 ist er wieder vcrz., doch ohne 
die Bez. Lieutenant (Straeten 2, 
129. 5, 145). 

Josse Minne war in derselben 
Zeit ebendort lustrumeutist (ib. 5, 
146). 

Minoja, Ambrogio, geb. 21. Okt. 
1752 zu Ospitaletto bei Lodi, gest. 
zu Mailand 3. Aug. 1825. Stu- 
dierte Musik unter Sala, wurde Ac- 
compagneur (Cembalist) am Scala- 
theater in Mailand (1789 nach 
Cambiasi 115), schrieb seit 1787 



Opern, 1795 war er am Theater 
zu Parma Cembalist (nach einem 
Textbuche, in dem die Orchester- 
mitglieder verz. sind), w^irde später 
Kapellmeister am Scalatheater und 
als das Konservatorium 1807 da- 
selbst errichtet wurde, ernannte 
man ihn zum Censor, später zum 
Direktor desselben (Fotis. Lpz. 
Ztg. 27, 697). Von seinen Kom- 
positionen lassen sich nachweisen: 

De Brofuudis (Salmo 129) tradotto da 
Saverio Mattei o musicato a 3 voci con 
piccola orchcstra. Milano, l'autore. Part. 
[Dresd. Mus. Mailand Cous. Musikfr. 
Wien. 

Gloria in D. — 2 Credo in C u. G. 
2 voll, im Ms. qufol. [Einsiedeln. 

Stabat mater 3 voc. c Sinfonia. Ms. 
P. [Einsiodeln. 

Canone 4 voc. c. istrom. (1818). Ms. 
14490 in B. B. 

II solo pario e felice, Sahno, P. Ms. 
928. [Dresd. Mus. 

Recit. et Ai-ia ,,Ombra cora Emirena". 
Ms. P. [Einsiodeln. Ebendoii in Nr. 
421, 14 eine Arie 3. 4. und 2 Sinfonien 
in P. u. a. 

Terzette „Smarrito in rea foresta, 
2 Sopr. e B. con orch. Ms. P. [Mai- 
land Cons. Ebendort eine Cantata bos- 
careccio „Taccuini nuovi" per Sopr. con 
(Quartette. Ms. P. 

Ms. T140 u. T172 in ß. B: ein Chor 
und ,, Schiri bizzo'' 3 voci. 

Solfeggi per Sopr. solo e per 2 Sopr. 
c. B. Ms. [Mailand Cons. B. B:Ms. 169 
in K: 45 Solfeg. 

— G. W. Teschner gab die Solfeg. 1844 
bei Klemm in Lpz. heraus. 

8 Sinfonie per orch. Ms. in Stb. [Mai- 
land Cons. 

6 Quartetti (für Streichinstr.). Ms, 
Stb. [ib. 

6 Duetti per 2 V. Ms. [ib. 

Ms. 637 des br. Mus., 1 Bd. Instiii- 
mentalmusik für Pfte. u. V., auch für 
Orchester (Add. Mss. 21464. qu4"). In 
Ms. 638, Quai-tette f. Pfte. 2 V. u. Tel. 
(2 V. fehlt). 

Sonata in Si bem. per Cembalo e V. 
Ms. [Mailand Cons. 

Lettera sopra il canto del maestro 
A. M. Milano 1812 Mussi. 8». [Brüssel. 

— Ueber den Gesang von . . . Send- 
schreiben an B. Asioli. Lpz., Breitk. <& H. 
[B. B. Musikfr. Wien. Brässel Cons. 



Minoja, Anastasio. 



Mira, Pietro. 



Minoja, Anastasio, scheint am 
Ende des 18. u. im Anfange des 
19. Jhs. gelebt zu haben, doch 
fehlt jede Nachricht über ihn. Be- 
kannt ist: 

Aüleitung zur vollstäudigen Ausbildung 
im Gesänge, Lpz., M. Rulil. 8". VI. u. 
100 S. [B. M. 

Siniphonie 1781. Ms. P. [Darmst. 

Minoret, . . . um 1(584 Kapell- 
meister an St. Germain l'Auxerrois 
(Biogr. nat. beige 6, 300). Im 
Conservatoire zu Paris Motets pour 
la chapelle du Roi. 

Minoret, Guillaume, gest. um 

1717 zu Paris, Musikdirektor an 
St.-Yictor und einer der vier Ka- 
pelhueister Kg. Louis XIV. Von 
seinen Kompositionen haben sich 
im Ms. erhalten: 

Missa pro tempore nativitatis (1694) 
Part. — Venite exultemus, Chor mit 
Orch. [Paris Nat. 

Minozzi, Marcello, war um 

1638 Kapeilmeister am Dome zu 
Carpi (Titel) und gab heraus: 

Opera 1. e lib. 1. di Salmi musicali a 
3, 4, e 5 voci, con Siufonia et in fiue 
Una Letania della B. V. di . . . Ven. 1638 
Aless. Vincenti. 5 Stb. 40. 14 Psalm. 
1 Magnif. 1 Litanei. Die Dedic. sagt 
noch, dass er ein Schüler Galeazzo Sab- 
batini's war. [B. Br. Bologna. 

Ms. in Upsala in Tabulaturpart. 1. 
Cantate domino, 2 C. 2 V. Bc. 2. Con- 
gi-atulamini 2 C. 2 V. Fag. Bc. — Im 
Samhvk. 1642 eine 3stim. Motette mit 
Bc. (Eituer 1). 

Minucci, Domenico, in der 

Mitte des 17. Jhs. Kapellmeister 
a/d. Kathedrale zu Asolo di Tre- 
viso (Lombardei). Gab heraus: 

II 1. lib. de Salmi a 5. Da coucer- 
tarsi con 3 voci, e 2 V. di ... Ven. 1659 
Franc. Magni. 6 Stb. 4«. 7 Ps., 1 Magnif. 
[B. Br. 

11 2. lib. de Sabui a 5. in fuga con 
una Messa da morto, & altre compositioni 
del medesimo geuere fugato, e veloce di 
... Ib. 1662. 6 Stb. 40. 6 Ps., 1 Mag- 
nif., 1 Credo und 1 Requiem. [B. Br. 

Ms. W49 Nr. 652 der B. B. ein Mag- 
nif. 5 voc. aus 1662 in P. 



Minuets et Rigadoons 

with Basses for the Year 1736 to which 

is added y Minuets and French Dances, 
as they were perforra'd at the Ball at 
Court upon His Majesty's Birth-Day. The 
tunes proper for y German Flute or Vio- 
lin and severall in compass of the English 
Flute. Stich, quS». 11 Piecen 1—7 ano- 
nym, 8 u. 9 von Handel, 10 von Lampe, 
11 von Stephens. [Berlin Th. 

Mion , Jean - Jac(i[iies - Henri, 

wurde um 1743 Musiklehrer des 
Knabenchores der Kgl. Kapelle zu 
Paris und bei der Marquise von 
Pompadour, nach der Dedic. zur 
Oper ,,L'annee galante''. Im Etat 
von 1765 fehlt er, wird daher vor 
diesem Jahre gestorben sein, denn 
1761 ist er noch verz. (Fetis). Er 
schrieb die Opern: 

Nitetis, tragedie lyrique en 5 actes et 
un prologue , musique de . . . paroles de 
la Serre, representee 14/4 1T41. Ms. P. 
[Paris l'opera. Paris Nat. C. P. Darm- 
stadt. 

— Gravee p. de Gland. Paris 1741 
chez l'auteur. [br. Mus. 

L'annee galante, Opera-ballet en 4 actes 
et un prologue, paroles de Roy, repr. a 
Versailles 13 u. 20. Febr. 1747 und zu 
Paris am lJ/4; im Stich auf Befehl Sr. 
Maj. Part. [Paris l'opera. Paris Nat. 
C. P. Darmstadt. 

Te Deum (Chor u. Orch.) Ms. P. [C. P. 

Slir y Llusa, ... ein spanischer 
Komponist der 2ten Hälfte des 
17. Jhs., der Kapellmeister zu Ma- 
drid war und zahlreiche Kirchen- 
musik schrieb (Pougin). 

Mira, Leandro, ein Italiener 
des 16. Jhs., der nur durch einige 
Madrigale bekannt ist und zwar in 

alten Samlwk. 9 Gesäuge (Eitner 1), 
ferner in Mad. Casulana's 2. lib. Madr. 
4 V. 1570: Tra verdi frondi. Im Lauten- 
buche von Rüde arrangierte Gesge. Li 
P. Vinci's 1. lib. de Madr. a 6 voci 1583 
am Ende 3 Madrigale. 

Mira, Pietro, neapolitano di 
Monte Scaglioso, städtischer Mu- 
siker in Lucca vom 26/12 1725 
bis 1733, mit 2, 45 sc. monatl. 
(Nerici 210). 



Mirabella. 



6 



Miseroca. 



Miral)ella, Yinceiizo, ein si- 

cilianischer Patrizier, Mitglied der 
Akademien zu Neapel und Rom, 
f 1624 zu Modica, soll nach Ger- 
ber 1 um 1606 eine Samlg. Ma- 
drigale und Schriften über Musik 
herausgegeben haben. 

Miraglies, Lodorico, Altist an 
der Hotkapelle in Wien mit 750 
Gld. jährl. von 1715 bis 16. Juli 
1726 (Köchel 1). 

Mirelibra, siehe Criicroult, 
Rudolpli. 

Mirer, Waltbcr, 

schrieb 1B72 in (jemeinsdiaft mit den 
Stiftsgeistlichen im Kloster zu Engelberg 
i/d. Schweiz ein geistliches Drama der 
Auferstehungsfeier mit Gesang, die Noten- 
köpfe in sog. Hufeisenform (deutsche 
Choraluote) [Codex I 4/25 in Engelberg], 
In demselben Codex befinden sich auch 
deutsche geistliche Lieder mit Melodien 
und Gesänge zu 2—4 Stim., die noch 
besonders als im Jahre 1372 gesungene 
bezeichnet werden (Schubiger 2, 28. 30. 
32). 

Mirheo, Maestro Giorgio, ein 

flamländischer Musiker (nach Strae- 
ten 6, 350), der um 1550 in Pe- 
rugia angestellt war. 

Miroglio Taino, Violinist und 
Besitzer des „Bureau d'abonnement 
musical" zu Paris, bez. sich nur 
mit einem M. als Yornamen, wel- 
ches nach französischer Gewohn- 
heit stets Monsieur heilst. 

Die Nationalbibl. zu Paris besitzt von 
ihm „Sonates a V. e ß. op. 1. Paris 
chez l'auteur." 

Miroglio, Pierre -Jean, auch 
nur mit Miroglio le cadet gez., der 
Sohn des vorigeu, geb. gegen 1750 
zu Paris, Schüler seines Täters, 
ist bekannt durch: 

6 Simphonies ä gl-, orch. oe. 10. Paiis. 
Stb. fol. [br.Mus. 

Sonates p. le V. oe. 1. Paris, l'au- 
teur. [Paris Nat. 

dito, oe. 2. [ibid. 

Sonates a 2 V. oe. 4, ib. [Paris Nat. 

Sestetto (in C) p. 2 V. Ya. B. e 2 
Corui. Ms. Stb. [Brüssel Cous, 



In Maupetit's Menuets auch eins von 
Miroglio , ohne Angabe ob Vater oder 
Sohn. 

Miroir. Es lebten im 18. Jh. 
drei Brüder als Musiker zu Paris: 
Miroir Vcilne war ein berühmter 
Orgelspieler und an der Kirche 
St.-Germain des Pres angestellt, 
sowie Organist an St.-Benoit, St.- 
Honore und St. -Louis en l'Isle 
(1785). Gerber 1 nennt schon das 
Jahr 1777. — Miroir cadet, war 
ein Klavierspieler, sowie der jüngste 
Bruder der noch den Beinamen 
„Paventelly" führte. Einer der 
beiden letzten war auch Organist 
an St.-Aure u. bei den Cordelliers 
(Franziskanern) Pougin-Fetis. 

Mirus, Adam Erclmaiiii, geb. 
zu Adorf im Voigtlande am 26. 
Nov. 1656 und gest. 3. Juni 1727 
zu Zittau, wo er seit 1684 Kon- 
rektor am Gymnasium war. Er 
schrieb : 

Kurtze Fragen aus der Musica sacra, 
worinnen denen Liebhabern bey Lesung 
der biblischen Historien, eine sonder- 
bahre Nachricht gegeben wird, von Mag. 
. . . Görlitz 1707 Eohrbach. 32». 9 EU. 
180 S. [B. B. B. Wagener. Brüssel. 
Musikfr. Wien. B. Lpz. 

, Mrus, Grabriel, war von 1590 
bis 1592 Organist a/d. Stadtkirche 
zu Torgau (Taubert, 1, 16. 33. — 
2, 17). 

Miscia, Antonio, wird von 
Cerreto in seiner pratica musica 
p. 157 als Virtuose auf der Viola, 
Guitarre mit 7 Saiten und dem 
Accordo mit 11 Saiten bez. 

Miscellany (The musical), siehe 
Watts, ein Samlwk. 

Misenus, wie ihn Gerber 2 und 
Fetis verz., ist Georg Dietrich aus 
Meifsen. 

Miseroca, Bastiano, aus Ka- 
venna, war um 1609 Organist und 
Kapellmeister am Kollegium von 
S. Paolo zu Massa Lombarda (bei 
Ferrara) und ist bekannt durch 



Misier. 

Messa, Motetti, et Letanie della B. V. 
da cantarsi a 8 voci, cou uno auertimento 
nella parte coutiuuata per i'organo di . . . 
Lib 1 Ven. 1609 Amadiuo. 9 Stb. 40. 
11 Nrn. [Bologna: A. T. B. 1. C. A. T. 
B 2. Bc, fehlt C 1. Rom Cecilia. 

' 1 pietosi affetti di . . . a 1, 2, 3 & 4 
voci, con le Letanie della B. V. a G, cou 
la parte grave per l'organo. Lib. 3. Ven. 
1618 G. Vincenti. 5 Stb. 4",28Gesge. Der 
Komponist bekleidete noch dieselbe obige 
SteUung. [Proske. Bologna, mit Abdr. 
der Dedic. 

Ein „In nouime Jesu-', 2 Sopr. und 
Orgel in "Witt's Fliegende BU. Jahrg. 5, 
4. Beilage. 

In alten Samlwken. 4 Motetten unter 
Sebast. Miserocca (Eitner 1). 

Misior, Cesar di, Bassist an 
der Hofkapelle in München, wird 
am 8/6 1585 aufgenommen mit 
375 Gld. Gehalt und ist 1588 zum 
letzten Male genannt (Kreisarch.). 
Miskiewicz, Matthias, von 1639 
bis 1668 Dirigent des Roratisten- 
KoUegiums zu Krakau. Sowinski 
nennt das Jahr 1680 als Grenze 
seiner Thätigkeit, da aber Lukas- 
zewicz schon 1668 an seine Stelle 
trat, so ist dies ein Irrtum (Haberl, 
Jahrb. 1890, 79). 

Misliweezek (in franz. Drucken 
Mysliweczek geschrieben), Joseph, 
genannt „^7 Boemo", oder ,,Vemi- 
tarud\ geb. 9. März 1737 in 
einem Dorfe bei Prag, gest. 4. Febr. 
1781 zu Eom. Studierte in Prag 
Philosophie, kehrte in die Heimat 
zurück und nach des Vaters Tode 
wandte er sich ganz der Musik 
zu, ging nach Prag, wurde Violi- 
nist an einem Kirchenchore, stu- 
dierte unter Habermann Kontra- 
punkt und wurde Schüler Seegert's 
im Orgelspiele. Um 1760 trat er 
mit einer Sinfonie öffentlich auf, 
ging 1763 nach Venedig, studierte 
bei Pescetti Opemkomposition u. 
schrieb für Parma im folgenden 
Jahre seine erste Oper „II Bellero- 
fonte'', die ihn mit einem Schlage 



Misliweezek. 

zum gesuchten Opernkomponisten 
machte. Er erhielt vielfache Auf- 
träge von Neapel, Venedig, Rom, 
Mailand u. a. Städten. 1772 be- 
fand er sich in Wien, wo ihn 
ßumey traf und hörte (2, 271). 
1773 berief man ihn nach Mün- 
chen, wo er die Erifile kompo- 
nierte, 1777 kam die Oper Ezio 
zur Aufführung, der Mozart bei- 
wohnte. Durch eine galante Krank- 
heit ans Zimmer gefesselt, seufzte 
er im Spitale nach einem Besuche 
des jungen Mozart's, der auch nicht 
auf sich warten liefs (Jahn 2, 56). 
In demselben Jahre wurde auch 
sein Oratorium „Abramo ed Isacco" 
aufgeführt, welches fälschlich öfter 
Jos. Haydn zugeschrieben wird 
(Pohl 4, 71). 1778 war er wieder 
in Italien, in Pavia, Neapel, zuletzt 
in Rom, wo er sein Leben be- 
schloss (Magazin 1781, 259. Schü- 
ling. Fetis). Von seinen Werken 
sind nachweisbar an 

Oeistlichen Gesängen : 

Giuseppe riconosciuto del Metastasio 
... Ms. P. [Padua Ant. 

Isacco, figura del redentore, Oratono 
in 2 parti. V. Ms. [B. M. Proske, Bd. 12. 

La morte di Giesü. Oratorio in 2 paiU 
Ms. P. [Proske. 

II Tobia, Oratorio a .0 voci (Libretto 
Padova 1769). Ms. P. [Proske. Padua 

Letanie 4 voc. c. istroni. Ms. 16 Stb. 

[ß. M. 

An O/JC/v«, Ancn und Duette: 
Antigona. Dramma seria in 3 atti da 

rappres. nel reggio teatro di Toriuo 1773 

u. 74. P. im Autogi-. 2 voll. Ms. 16420. 

[Hofb. Wien. 

Armida, opera in 3 atti, 1780. Ms. 

P. [C. P. 

Artaserse, opera, 1774. [Neapel Turch. 

Atide. Dramma in 3 atti, rappres. . . 
di Padova 1774. P. AutogT. 16418. 
[Hofb Wien. 

Bellerofonte, Dramma seria, in mus. 
3 atti. Ms. P. 3 voll, qufol. [Dresd. 
Mus. C. P. mit 1773 gez. 

Calliroe, opera, 1778. [Neapel Turch. 

n Demetrio, Drama in musica, Pavia 



Misliweczek. 



8 



Misonne. 



1773, in 2 atti. Autogr. 2 voU. P. 159 
Bll. [B. B. Neapel Turch. von 1779. 

Demofooüte. Op. seria in 3 atti scritta 
in Napoli il di 20/1 1775. P. Autogr. 
2 voll. Ms. 16 421. [Hof b. Wien. Ve- 
nedig Marco. Neapel Turch. 

Ezio. Op. seria in 3 atti scritta in 
Napoli neU'teatro reale il di 30/5 1775. 
P. Autogr. 2 voll. Ms. 16419. [Hofb. 
"Wien. Neapel Turch. 

L'Ipermnestra. Dranima seria in 3 atti, 
1769. P. Ms. 17796. [Hofb. Wien. 

II Medonte, Roma nel teatro di Argen- 
tina 1780, Musica de Sigr. . . 3 voll, in 
kl. qufol. Ms., besafs einst Dr. 0. Lindner 
in Berlin. 

Montezunia, opera in 3 atti. Florenz 

1771. Ms. P. [Musikfr. Wien. 

Olim piade, opera, Neapel 1778. [Neapel 
Turch. 

Komolo ed Ersilia, op. heroica, Neapel 
1773. Autogr. des 2. Aktes. [Musikfr. 
Wien. Neapel Turch. in Kopie 3 Akte. 

II Tamerlano. Dramma seria in 3 atti, 

1772. ^P. Ms. 17 797. [Hofb. Wien. 
C. P. 

Son gueriero e sono, per Ten. c. ström. 
Ms. 124 in ß. B. — In Ms. 119 u. 128 
neun Arien für Sopr. und Tenor in P. 
— Ms. 181 E felice la mia sorte, a 2 
Sopr. c. ström. — Ms. 14520, Ah! che 
fugir, per il Sopr. c. ström. P. — Ms. 
14521 u. 22, 10 Arien in P. von 1773 
und 74 unter Myslevezeck. 

In Berün K. H. im Ms. 1 Sinfonia in 
C. in Stb. und 1 Arie in Nr. 139, 25. 

Rondo ä Sopr. c. ström. — Se pietu 
da voci non trovo, per Sopr. c. orch. 
Mss. P. qufol. [Dresd. Mus. 

5 Arien mit Orchester, Ms. P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Arie im Samlwk. 2622, Ms. [B. Brüssel. 

3 Arien für Sopr. u. Ten. mit Instr. 
Ms. P. [Bologna. 

11 Arien und 1 Scene mit Duett aus 
den Opern Artaserse, Callii'oe u. Romolo 
ed Ersilia. Ferner 1 Ouvertüre, 2 Sin- 
fonien f. Orch. in Stb. 6 Quintetti per 
2 V. 2 Violen u. Vcl. 12 Quartetti u. 
2 Quartetti, alle im Ms. in Stb. [Mai- 
land Cons. 

4 Arien mit Recit. P. Ms. [Darmst. 
2 voU. Arien. [C. P.] — 2 Arien in 

Einsiedeln. 

Arie im Journal 5. 

Arien und Duette im Samhvk. Ms, 346. 
[br. Mus. 

Lascia che un baccio, p. 2 Sopr. & 
Ten. con ström. Ms. P. [B. M. 



1 Duetto per 2 Sopr. 1767. Ms. P. 
[Musikfr. Wien. 

Au Instrumentcdlcoinpositwnen : 

VI. Sinfonie a quattro, cioe 2 V. Va. 
Vcl. 2 Corni e 2 Ob. ad lib. Norimbg. 
Haffner Nr. 119. Stb. fol. [Einsiedeln. 

6 Ouvertüren in Stb. f. Orch. [R. C. 
of Mus. 1.586. 

Sinfonia ä Clavicemb. 2 V. 2 Ob. 2 
Corni, Va. e B. Gd. 4 Sätze mit Menuett. 
Der Autor kann nur irrtümlich mit Carlo 
M. gez. sein. 9 Stb. im Ms. in B. Wol- 
fenb. — Ebend. mit Giuseppe M. gez: 
2 Sinfonie a 2 Corni, 2 Ob. 2 V. Va. e 
B. Ed. u. 15d. mit je 3 Sätzen. Ebend. 
im Dnick: Sinfonia (zur Oper Ezio für 
Neapel) da orcliestra c. Oboe e Corni 
obblig. Fii'onze da Ranieri del Vivo. 8 
Stb. qufol. 

2 Sinfonien in Dd. u. Bd. P. u. Stb. 
Ms. [Darmst. 

Sinfonia Fd. 4/4. Ms. 14527. P. 
[B.B. B.Zw. 

1 Sinfonie in Schwerin F. Siehe Ano- 
nymi 1, S. 58. 8 Stb. Ms. 

2 Concerte f. Klavier mit Orch. [C P. 

Concerto p. Vcl. — per V. con acc. 
— 6 Divertimenti a V. c. orch. in P. 
oder Stb. im Ms. [Musikfr. Wien. 

6 Orchestra Trios for 2 V. & a Vcl. 
London, Welcker. 3 Stb. [B. Wagener. 

6 Trios p. 2 V. et Basse, op. 4. 
Paris. [Paris Nat. 

6 Trios p. 2 V. et Vcl. op. 1. Paris, 
Chevardiere. Stb. [Brüss. Cons. 

2 Sonaten für Klav. Ms. 14530 in 
Kaps. [B. B. 

Sonata per Comb. Autogr. in B. B., 
Graso. 

6 Sonate per il Cemb. Ms. 35 Bll. 
[B.M. 

Ein Brief in Bd. 7, Pat. Martini's 
Samlg. in Bologna, Kat. 1, 150. 

Mison (Misson), Luis, ein spa- 
nischer Fiötenvirtuose , geb. zu 
Barcelona, gest. 13. Febr. 1766 
zu Madrid, trat 1748 in die Hof- 
kapelle in Madrid; 1756 betrug 
sein Gebalt 2250 frcs. 

Er schrieb mehrere Opern, „Zarzuelas" 
und „Tonadillas" (Pougin). Im Liceo zu 
Bologna Kat. 3, 285 Ms. Samlwk. Arien, 
Nr. 4 Bl. 15. 



Misonne (Etzarsonne), T incenzo. 

In der Capella sistina zu Rom im 
Codex 13 befinden sich: Missa De beata 
virg., 4 voc. — Cod. 26: Missa Gracieuse 



Missae. 



Mitscha, Franz Adam. 



plaisant und Missa Que nay je marion, 
4 voc. — 1 Regina coeli und 1 Salve, 

4 voc. Beide Codices wurden zwischen 
1513- 1549 hergesteUt. 

Missae, anonym. 

M. super Repleatiu' 5 voc. 16. Jh. 
Ms. in B. Joach. 

In B. M. eine grofse Anzahl anonyme 
Messen, siehe den gedr. Kat. 

Im Domkapitel zu Verona ein Perga- 
ment Codex mit M., nur einmal ist Ver- 
bonnet mit einem Sanctus als Komponist 
verzeichnet. 

In B. Br., Kat. S. 320, 18 Messen. 

Tu B. Emsiedeln, zahlreiche Messen. 
Ebenso in B. Berlin und den meisten 
anderen gröfseren Bibliotheken. 

Siehe auch unter Messe. 

Missel, Johann Thomas, um 

1756 Kantor zu Windsheim, gab 
nach Gerber 1 in obigem Jahre 

„Drey aus verschiedenen Galauterie- 
piecen bestehende Klavierparthien" in 
Nürnberg bei Haffner heraus. 

Misserius, Cesare, war 1579 
päpstl. Sänger (nach einem Doku- 
ment). Ein Sänger Ceseri (sie?) 
di Missere, wird auch in Cristof. 
Malvezzi's Intermedii et Concerto 
1591 genannt (siehe Vogel 1, S. 
385) und ist sicherlich derselbe. 

Missery, siehe Suremain. 

Missino, GriOTanui Lorenzo, 
aus Malfetta, wo er auch zur Zeit 
der Herausgabe folgenden Werkes 
lebte : 

Tii'si doglioso. 1. lib. di Madrigali a 

5 voci di . . . Nuouam. comp. . . ded. Prin- 
cipe de Malfetta. Yen. 1615 Vincenti. 
5 Stb. 40. 22 Madr. Er bez. dieselben 
als sein 2tes Werk. [Bologna, fehlt T. 
Oxford Ch. Ch. kompl. 

Missio, R. D. Oirolamo, 1642 

Organist in Udine, 

gab eine Messe und Psalmen zu 5 
Stim. in Pietro Gamberi's Messe e Salmi 
von 1642 heraus. 

Glisson, siehe 3Iison. 

Mitfortl, William, ein eng- 
lischer Schriftsteller, gab heraus: 

An inquiiy into the luinciples of har- 
mony in langiiage, and the mechanism of 
verse. London 1804. 8". (Fetis giebt 
die Jalireszahl 1774.) Enthält die Yer- 



gleichung z'naschen Poesie und Musik. 
[Glasgow. Leo Liepm. besafs auch ein Ex. 
von 1804. 

Mithou, siehe Daniel, Jean, 
und Champion, Thomas. 
Mitis, Agostino de, 

ist in Dom. Montenegro's 1. lib. delle 
Yillanelle a 3 voci 1590 mit dem Ge- 
sänge: Lieva quel vell'ahime, 3 voci ver- 
treten. 

Mitnerus, Joannes, ein deut- 
scher Komponist aus der ersten 
Hälfte des 16. Jhs., ist im 

Ms. B 1270 der B. Dresd. Nr. 56 mit 
dem Tonsatze: Quaerite Dominum 6 voc. 
verireteu. 

Mitoii (Mithou), Maitre, siehe 
Daniel, Jean und Champion, 
Thomas. 

Bütscha, Antonio, bekannt durch 

eine 

Cantata, Nel giorno natalizio del Sig. 
Ad. Conte di Questenberg. Ms. P. 
[Musikfr. "\Yien.] — Ebendort „Operosa 
terni colossi moles." P. 1735. — Ein 
Concertino in F. für Klavier und Instr. 
in Stb. ohne Yornamen, fraglich ob von 
obigem. 

Mitscha , Francesco , ein 

Kammerdiener und Musikdirektor 
zu Jaromerzitz in Mähren (Brunn) 
nach dem Ms. 18145 in der Hofb. 

Wien : 

Abgesungene Betrachtungen über et- 
welche GeheijuQÜssen, des buttern Leyden 
und Sterbens Jesu Khristi ... 11/4 1727. 
P. qufol. Ferner 

L'origine di Jaromeriz in Moravia. 
Dramma in 2 atti fatto produrre ä per- 
petua memoria di detta cittii . . . 1730. 
Text in Italien, und böhm. Sprache. Mit 
Intermezzi. P. 92 Bll. kl. qufol. Ms. 
17952. 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
von ihm: 

Belleza e Decoro, Componimento per 
musica. Ms. P. 1729. 

Ulitscha, Franz Adam, geb. 
11. Jan. 1746 zu Jaromerzitz 
(Mähreu), gest. 19. März 1811 zu 
Graz in Steiermark als Gubernial- 
sekretär. Er zeichnete sich als 
Komponist aus, komponierte 1790 
die Operette von Bretzner: 



Mittag. 



10 



Mizler. 



Adrast und Isidore, ferner 12 Sin- 
fonien, 11 Orchester-Nocturns und aller- 
lei Gesangswerke, von denen vieles bei 
Traeg in "Wien im Ms. zu haben war 
(Gerber 2. Fetis). Jedenfalls ein Nach- 
komme des Francesco. 

Mittag, Johann Ofottfried, geb. 
zu Leipzig, war um 1756 Musik- 
direktor zu Uelzen und ist bekannt 
durch die Abhandig. 

„Historische Abhandig. von der Er- 
findung, Gebrauch, Kujist und Voll- 
kommenheit der Orgeln . . . Lüneburg 
1756. 4". 15 S. [B. B. B. Lpz. Musikfr. 
Wien. An letzterem Ex. folgen noch 
Texte zu 2 Kirchenkantaten, die bei der 
Einweihung der neuen Orgel zu Uelzen 
aufgeführt wurden und deren Komposition 
wohl ebenfalls von Mittag herrüliren mag, 
aber bisher unbekannt sind. 

Mittantier (Mitantier), ein fran- 
zösischer Chansons-Komponist aus 
der ersten Hälfte des 16. Jhs., 
von dem sich 

in Samlwk. von Attaingnaut und Mo- 
derne 22 zwei- und 4stini. Chansons be- 
finden (Eitner 1). In Fezandat's 1. liv, 
de PsaJmes et Cantiques 1556 fol. 1 : 
Pere de nous 4 voc. — In ß. M. Ms. 255 
eine Chans, in Orgeltab. — In Publikation 
Bd. 23 zwei Chans, iu Part.: Par tort 
parier nauras 4 voc. Tel eu mesdit, 
4 voc. Nr. 41/42. 

Mittermeier, . . . um 1772 Or- 
ganist a/d. Kathedrale in Wien 
(Burney 2, 177). 

Mitzier, siehe Mizler. 

Mixte, Nicolo le, 

schrieb 2 Opern, gedichtet von Minelli : 

1. La forza vinta dall'onore, Venezia 1703. 

2. II trofeo dell'iunocenza, Venez. 1704 
(Galvani). 

Miziezes (Micieres, Micieces), 
Don Tomas, seit 1650 Domkapell- 
meister zu Toledo. 

Die B. M- besitzt in Ms. 163 eine 
Villancico a 4 de Comun: Veugan todas 
las flores, 8 Stroph. 7 Stb. 

Mizler (Mitzier) von Kolof, 
Lorenz Christoph, geb. 25. Juli 
1711 zu Heidenheim (Württem- 
berg) nach dem Inscriptionsbuche 
der Lpz. Universität, gest. im März 



1778 zu Warschau (Forkel 4, 104). 
Besuchte in Ansbach die Schule 
und von 1731 den 30. April die 
Universität zu Leipzig; er wurde 
Schüler Seb. Bach's. Am 30. Juni 
1734 disputierte er öffentlich um 
die Magisterwürde, ging dann nach 
Wittenberg und 1736 zurück nach 
Leipzig, Avo er sich an der Uni- 
versität habilitierte und Vorlesungen 
über Mathematik, Philosphie und 
Musik hielt und die Monatsschrift 
„Neu eröffnete Musik-Bibliothek" 
herausgab. Er beteiligte sich darin 
eifrig an den Streitfragen seiner 
Zeit und geriet dabei mit Mattheson 
in arge Feindschaft. Mit Hilfe des 
Grafen Giacomo de Lucchesini und 
des Kapellmeisters Bümler grün- 
dete er 1738 eine korrespondierende 
Societät der musikalischen Wissen- 
schaft und wurde deren Sekretär 
und Hauptleitcr. Die tlieoretischon 
Fragen und Antworten bildeten 
den Hauptgegenstand und fanden 
sowohl in seiner „Musik-Bibliothek" 
wie auch in Adlung's mus. Ge- 
lahrtheit Aufnahme. Seine Kom- 
positionsversuche sind herzlich 
schwach und fanden nur eine 
ironische Besprechung, die er aber 
für ernstliches Lob hielt, wie 
Gerber 1 berichtet. 1743 (Gerber 
sagt 1745) ging er nach Polen 
in den Dienst des Grafen 
Malachowski zu Konskie, 1747 
nach Warschau, erhielt von Erfurt 
aus das Doktordiplom der Arznei- 
kunde, wurde geadelt, geh. Hofrat, 
Leibmedikus und Historiograph. 
In Leipzig muss er auch eine 
Buchhandlung errichtet haben, denn 
er verlegte von 1739 ab seine 
Werke selbst und schreibt „zu 
finden in Mizler's Buchladen". 
Gerber stellt es dar, als wenn 
er erst in Warschau eine Buch- 
druckerei und Buchhandel errichtete. 



Mizler. 



11 



Mockwitz, 



(A. d. B. — MatthesoQ 1, 228 
u. 420. Adlung 2, 4. Ein Verz. 
seiner Druckwerke in seiner 
Musik-Bibl. 2. Bd. p. 157. Scheibe, 
krit. Music. 2. Aufl. p. 1032). 
Von seinen Werken sind nach- 
weisbar : 

Dissertatio quod musica ars sit pars 
eruditiouis philosophicae . . . Lips. 1734 
Georg Schnibes. 4*'. [Dresd. Brüssel. 
B. Lpz. 

— Editio 2. cum praefatione nova. 
Lips. et Wittenberg 1736. 40. [Dresd. 
B. B. Florenz. B. Hbg. Brüssel. B. 
Lpz. 

Schon in der 1. Ausg. bez. er sich als 
Magister der Philosophie. 

Lusus ingenii de presenti hello . . . ope 
tonorum musicoiiim illustr. Wittebg. 1735 
Schlouiach. (Siehe Spitta, Bach 2, 503). 
[B. B. B.Lpz. 

. . . Neu eröffnete Musikalische Bib- 
liothek oder gründliche Nachricht nebst 
unpartheyischem Urtheil von musikalischen 
Schriften ujid Büchern. 1. Bd — Lpz. 
1739 Selbstverlag, in Commission bey 
Brauns Erben, kl. S'^. 

— 1. Theil. Neuer Titel. Lpz. 1736. 
8 Bll. 64 S. 

— 2. Th. 1737. 78 S. — 3. Th. 1737, 
78 S. 4. Th. 1738, 88 S. 5. u. 6. Thl. 
1738, 76 u. 101 S. 

— 2. Bd. Lpz. 1743 im Mizlerischen 
Verlage. 

1. u. 2. Th. 1740. 5 BU. 296 S. 

3. Th. 1742. 176 S. 4. Th. 1743. 124 S. 
Reg. u. 36 Tafeln. 

— 3. Bd. 1.-4. Th. 

1. u. 2. Thl. 1746. 5 Bll. 170 S. 
u. 171—373. 3. Th. 1747 bis p. 604. 

4. Th. 1752 bis p. 778, Eeg. und 57 
Tafeln. 

— 4. Bd. Lpz. 1754. 1. Th. 182 S. 
4 Tai (Schluss). [B. B. B.Joach. B. 
Wagener. Kopenhag. Basel 3 Bde. 
Dresd. 2 Bde. B. Hbg. 2 Bde. Upsala. 
Musikfr. Wien 4 Bde. Dresd. 4 Bde. 
Brüssel 3 Bde. Einsiedeln. Amst. B. 
Leipzig. 

Musikalischer Staarstecher, in welchem 
rechtschaffener Musikverständigen Fehler 
bescheiden angemerket, eingebildeter u. 
selbst gewachsener sogenannten Com- 
pouisten-Thorheiten aber lächerlich ge- 
machet werden. Als ein Anhang ist des 
Herrn Riva., damals des Herzogs von 
Modena, Residenten zu London, Nachricht 
vor die Componisten u. Sänger beigefüget 



und aus dem Italienischen ins Deutsche 
übersetzet. Leipzig (1739) im Graffischen 
Hause, auf Kosten des Verfassers. 4". 
[Dresd. Mus. B. B. Dresd. B. Wagener. 
Musikfr. Wien. Binissel. B. Lpz. 

Anfangsgründe des General-Basses nach 
mathematischer Lehr- Art abgehandelt, und 
vermittelst einer hierzii erfundenen Ma- 
schine auf das deutlichste vorgetragen 
von... Lpz. (1739) Selbstverlag. 8». 
[B. B. Musikfr. Wien. Brüssel. Dresd. 
B. Lpz. 

1740 erschienen 3 Samlg. auserlesene 
moralische Oden. Lpz. bei Mizler (An- 
zeige). Marpurg bespricht sie in den 
krit. Briefen 1, 162. 

Gespräch von der Musik, zwischen 
einem Organisten imd Adjuvanten, darinnen 
nicht nur von verschiedeneu Missbräucheu, 
so bey der Musik eingerissen, gehandelt, 
sondern eines und das andere beym Clavier- 
und Orgel-Spielen angemerket wird ... an 
das Licht gestellet von einem, der von 
Jugend auf Christlich Vnterrichtet, und 
öffentlich die Wahrheit an den Tag ge- 
geben. In IV. Unterredungen. Erfurdt 

1742 J. D. Jungnicol. 4". (Vorrede von 
Lorenz Mizler gez.) [B. B. B. Wagener. 
Brüssel. Einsiedeln. 

Contrapunktlehi-e in Frag und Antwort. 
1742. [Proske. 

Er gab auch Fux' Gradus ad Parnassum 
deutsch heraus. Lpz. 1742 Mizler. 4°. 
(siehe Fux). 

Ein Brief von 1736 in M. f. M. 22, 51. 

2 Sendschreiben an Mizler von Chr. 
Gottl. Schröter 1738 und J. G. Doernor 

1743 siehe dori. 

Mocchi, . . . 

In der Proske - Mettenleiterschen Bibl. 
zu Eegensburg befindet sich eine Messe 
zu 5 Stim. mit Orchester in Stb. Oh M. 
dem 18. oder 19. Jh. angehört, ist mir 
unbekannt. 

Mocke, Johann Baptist. 

Die B. M. besitzt von ihm den Gesang 
für Sopr. und Bass mit 2 V. u. Orgel in 
5 Stb. im Ms: Kombt all herzu ihr. 

Mocker, ... ein Musiklehrer und 
erster Klarinettist am Theater- 
orchester in Lyon, gab von 1790 
ab allerlei Piecen für Klarinette, 
Fagott \\. a. Instrumente heraus 
(F6tis). 

Mockwitz, . . . Organist in Erfurt, 
geb. 1696, gest. 1721 (Leipz. Ztg. 
30, 346). 



Moctvvitz, Friedrich. 



12 



Moderue. 



Moekwitz, Friedrich, vorteil- 
liaft bekannt durch seine vorzüg- 
lichen Klavierarrangements klas- 
sischer Meisterwerke. Czerny's Ar- 
rangements derselben Werke waren 
durch ihre Ueberladung unspiel- 
bar. M. verstand es, aus den Par- 
tituren das Wichtigste auszuziehen 
und in praktischer Weise auf dem 
Klaviere wiederzugeben. Er war 
1773 in Lauterbach bei Stolpen 
in Sachsen geboren, Sohn eines 
Predigers, gest. im Dez. 1849 zu 
Dresden, studierte Jura, wandte 
sich aber ganz der Musik zu, liefs 
sich in Dresden nieder und er- 
teilte Musikunterricht. An eigenen 
Kompositionen erschienen vor 1829 
zwölf Walzer für Pfte. bei Breit- 
kopf & Haertel und nach 1829 ebd. 
3 Potpourri aus Opern. In den 
Autogr. Grasn. in B. ß. eine 4hdge. 
Mazurka. Mehr ist nicht bekannt. 
Seine Arrangements klassischer 
Werke sollen von 1809 ab er- 
schienen sein (Schilling und die 
Verlagskataloge). 

Mocqu^, Antoino, siehe Monqu6. 

Modole, ... ein um 1770 in 
Florenz lebender Violinvirtuose, 
dessen Burney in seinen Reise- 
büchern rühmend erwähnt. 

Modeiiesi, unter dieser Bezeich- 
nung besitzt die 

Bibl. Dresden Mus. im Ms. Uli eine 
„Sonata da Cimbalo" in qufol. 

Moderne, Jacques, de Pin- 
guento, alias dicti Grand Jaques. 
Ob der Beiname Pinguento seine 
Gebiirtsstadt bezeichnet, ist frag- 
lich. Eitter verz. nur ein Pin- 
guente in Istrien, möglich dass 
seine Familie daher stammte. Er 
lebte im Anfange des 16. Jhs. in 
Lyon und soll nach Fetis Kapell- 
meister an der Kirche Notre-Dame 
du Confort gewesen sein, errich- 
tete gegen 1532 eine Notendrucke- 



rei nebst Verlag daselbst und gab 

eine grofse Anzahl Musikwerke 

heraus, sowohl Samlwke. als Samlg. 

einzelner Autoren. Nach Gessner 

war er auch Komponist und gab 

Chansons und Motetten heraus, 

doch ist davon nichts bekannt. 

Von seinen Samlwk. sind bekannt 

(siehe Eitner 1): 

1532 a. Liier decem Missarum a prae- 
claris niusicis. Chorb. in fol.; gegen die 
2. Ausg. von 1540 ist fol. 44 eine Messe 
,,Ces faclieiilx setz" mit Guill. Prevost 
gez. und von Layolle sind 2 Messen und 
d anonyme Mot. darin. [Bologna (fehlt 
im Eitner 1). 

— Ausg. 1540, siehe Eitner 1, 1540 c. 
[llofb.Wien. Florenz B. n. Cap. sistiua. 

1532b. Primus lib. c. 4 voc. Motetti 
del f iore. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb. 
AYien. Rom Cecilia. Bjüssel: A. 

1.532 c. 2. lib. c. 4 voc. 4 Stb. [B. B. 
B. M. ohne Di-uckfirma und Jahr. B. 
Haberl mit Druckfii-ma. Brüssel. Korn, 
Cecilia von 1533? 

1532d. 2. lib. c. 5 voc. 4 Stb. [B. B. 
B. M. Hofb. Wien. Glasgow. Rom Ce- 
cilia. Brüssel: A. (das 1. Buch der5stim. 
Motetten ist unbekannt). 

1538a. 3. lib. Mottetomm ad 5 et 
6 voc. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb. 
Wien. Rom Cecilia. br. Mus: Sup. A. 
Brüssel: A. 

— a. Ausg. von 1542. [B. M. 
15381. m. n. Le Parangon des chan- 

sons. 1. 2. 3. livro. [Jjüneburg. B. M. 
Doublette. Hofb. Wien. br. Mus : liv. 1—9. 

— Vom 2. Buch in B. M. eine Ausg. 
von 1540. Alle in 1 vol. Stirn, gegenüber. 

— Vom 3. Buch ebendort eine Ausg. 
von 1543. 

— 1538o. 4. livro. [Lüneburg. B. M. 

— Ausgabe von 1539. [Hofb. AVien. 
B. M. br. Mus. 

— 1538 p. 5. livre. [B. M. Hofb. 
Wien. br. Mus. 

1539 b. 3. lib. cum 4 voc. Motteti 
del fiore. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb. 
Wien. 

1539 c. 4. lib. c. 4 voc. Motteti.. 
4 Stb. [B. M. Hofb. Wien. 

1539d. 4. lib. Mottetomm ad 5 et 
6 voc. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb. 
Wien. Bmssel: A. 

1539 r. Le Parangon des chans. 4. liv. 
16 chans. h 3 part. 1 Buch. Forts, des 
obigen. [B. M. Lüneburg. Hofb. Wien, 
br. Mus. 



Moderne. 



13 



Mölich. 



1540c. Liber decem Missarum, siehe 

1532 a. 

1540o. Le Paransjoa des chansous. 
6. Uv. 1 Buch. [B. M. br. Mus. 

1540 p. Le Parang. 7. Uv. [ebd. 

1541 e. f. Le Parang. 8. u. 9. liv. [ebd. 

1542 Quintus üb. Mottetonim ad 5 
et 6, et 7 voc. 4 Stb. [B. M. Hofb. 
Wien. Brüssel: A. 

1543 k. Le Parangon des chansons, 
10. liv. 1 Buch. [B. M. 

1543. Le Parangon ... 11. Uv. cont. 
29 Chans. 1 Buch. Enth. Berchem, Bou- 
teiller, Certon, Cheurier, Claudin, P. Colin, 
Courtoys. CrecquiUon, Fiuot, Godard, Gosse, 
Jannequin, Svmon de Lanier, Lupi, Mail- 
lard, Mittantier, G. de la MoeuUe, Mor- 
nable, S. Ronce, Sandriu, Yassal, P. de 
YilUers u. A. Yver. [Brüssel, fehlt im 
Eituer 1. ^ . , 

1546. Harmonidos, Ariston. Tncolon, 
Ogdoameron, in quo habentur Liturgiae, 
vel Missae tres. Chorb. fol. [B. Kgsbg. 
B. M. und KöUi mit 1548 gez. (später erst 
geändert). 

Näheres über die Samlwk. in Eituer 1. 

Die Stadtb. Augsburg besitzt noch den 
Superius zu dem sonst nicht bekannteu 
Samhvk. ohne Jahreszahl: Le difficile des 
Chansons. 2. Uv. cont. 26 Chans, nou- 
ueUes a 4 pts. en 4 Uv. . . Imprim. 
nouuell. a Lyon. kl. qu40. 26 Nrn. 
(siehe Kat. Nr. 87 der Inhalt). 

Modiana il Pellegriiio, Orazio, 

bez. sicli als Akademiker der „Filo- 
meui" zu Casalmaggiore (Cremona) 
und gab als erstes Werk heraus: 

Primitie di sacri concerti a voce sola 
con il B. per souar l'organo, Clavicembalo, 
Chitarrone, ö altra sorte di stromenti. Di 
D. . . . Yen. 1623 Ales. Yincenti. 1 vol. 
fol. 16 Bog. mit 21 lat. Gesgen. [B. Br. 

3IO(lo facile 

di souare il Sistro detto il Timpano. 
Ms. in 12». 6 Bll. [Bologna, Kat. 1, 338. 

Modo facile per instniire i principiäuti 
a saper ben leggere con fondamento le 
clUavi della musica; concerneute tutte le 
difficoltu che vi possono accadere: Aggion- 
tovi anche il modo di sonai- trasportato. 
Per opera di D. N. N. Borna 1694 Gio. 
Giac. Komarek Boemo alla Foutana di 
Trevi. fol. 20 S. [Bologna, Kat. 1, 236. 

Modo pratico per suonare il basso, sopra 
il Cembalo ed organo. Ms. qufol. 30 BU. 
[Bologna, Kat. 1, 283. 

Modo i sia regola per acconipagnare il 
basso cont. per la Yiola da Gamba. Ms. 
qufol. [Bologna. 



Modiiloriim 4 et 5 voc, siehe 
Arl)illius, Jacobus. Andere Sam- 
melwerke mit ähnlicher Bezeich- 
nung, siehe Eitner 1 p. 958. 

Moeck, Christian, geb. 1737 
im Oktober (20.?), war 1771 zwei- 
ter Fagottist an der Hofkapelle in 
Ansbach-Bayreuth des Fürsten Ale- 
xander von Brandenburg. 1782 
wurde er noch Stadt- und Stifts- 
organist. Er starb den 11. April 
1818 (Privatnachricht aus Ans- 
bach aus den Akten). 

Er ist der Yerfasser einer Choral- 
melodie, die sich im Bairischen Gesgb. 
von 1820 befindet. Zahn Nr. 2815 b, 
siehe auch Bd. 5, 457. Moeck erfreute 
sich in Ansbach eines gewissen Ansehens 
und wird noch heute als tüchtiger Orgel- 
spieler gemhmt. 

Mölilmann, Konrad, am 2. Mai 

1661 zum Organisten an der Niko- 
laikirche zu Hamburg gewählt, 
1702 mit 600 M pensioniert und 
gest. im Juli 1706 (Ratsakten). 

Mölicli (Malich), Micliael, im 
Fürstenau 1, 39 fälschlich Möhlich 
geschrieben. Er diente schon vor 
1587 als Instrumentist u. Citharist 
an der Hofkapelle in Dresden und 
wird nach den Akten des sächs. 
Staatsarchivs am 26. Juli 1594 
von seinem Urlaub zurückerwartet. 
1599 ist er auf der Taufe in Tor- 
gau beim Administrator Friedrich 
Wilhelm. Er erhält mehrfach Geld- 
geschenke, so 1587 und 1588. Am 
16/11 1612 verheiratet er sich. 
Fürstenau bez. ihn 1606 als 2ten 
Organisten. 

Sein Sohn Gabriel Mölich wird 
1619 als Instrumentist an der Ka- 
pelle genannt und erhält 1620 zu 
einer Reise nach Italien 400 Cronen 
(s. Staatsarch.). Von ihm kennt 
man den Druck: 

Geistliche Madrigal mit 4 u. 5 St. auff 
vbliche ItaUanische art. Lpz. 1619 Lor. 
Kober-Grossens. 20 Nrn. fol. [Kopen- 
hag. B. Lpz. 



Moll. 



14 



Möller, Joh. Gottfr. 



— Dieselben in Part, von moderner 
Hd. Ms. 14550. B. B. 

Möll (Moll), Franz, scheint mehr 

dem 19. Jh. anzugehören. Die Bibl. 

in Dresden besitzt von ihm: 

4 Tantum ergo für Landchöre zu 4 
Singstimmen und Orchester, op. 1. Inns- 
bruck, J. A. Most. fol. Stb. 

2 Lieder zum Gottesdienst, für Solo 
und Chor, op. 2. Ibid. 

In der Musica Ecclesiastica von Ign. 
Mitterer, Eegensburg, Pustet, befindet sich 
in der 3. Lfg. ein Panis augelicus von 
F. Moll. 

Möller, . . . Violoncellist an der 
fürstl. Esterhazyschen Kapelle, gab 
am 22. Juni 1790 in Zittau ein 
wenig besuchtes Konzert (Viertel]. 
5, 588). 

Möller, Christian, wird 1703 
„seeliger gewesener hochfürstlich 
Hessen-Casselscher Hof- u. Stadt- 
Organist" genannt (Titel). Er gab 
heraus: 

Da\'ids Kleinod, 150 Psalmen (u. a. Ge- 
sänge) in 2stim. Paititur. 1. Thl. Franckf. 
u. Cassel 1703 J. G. Striegel. 2. Thl. ib. 
1703 in 40. [B. K. B. Hbg. in 2 yoll. 
br. Mus. 

Die B. Wemig. besitzt noch ein Ge- 
sangb. von 1716, wozu er die Vorrede 
schrieb, gez. mit C Möller, Hoff und 
Stadtorganist und jedenfalls auch die ein-" 
stimmigen Gesänge sammelte, betitelt: 
Neu-vermelirt-verbessertes- und hiebevor 
noch nie also eingerichtetes Gesang-Buch 
in welchem sowohl die Psalmen Davids 
nach frantzösischcr Melodie durch D. Ambr. 
Lobwasser . . . auch H. .Joach. Neandri . . . 
Cassel 1716 Henrich Harmes, gr. 12". 
169 S. 

Möller (Moller), Johann, wurde 
am Ende des 16. Jhs. Stadt- und 
Hof- Organist in Darmstadt und 
lässt sich bis in die Mitte des 17. 
in gleicher Stellung verfolgen (M. 
f. M. 32, 5 ff. und Titel). Man 
kennt von ihm: 

Ein new Quodlibet zu unterthänigen 
Ehren . . . dem Fürsten Philipen, Land- 
grafen zu Hessen . . . mit 4 Stim. durch 
Joh. Mollerum . . . Fraucf. a/M. 1610 
Wolfg. Richter. 4 Stb. 4«. [B, G. Darmst: 
C. br.Mus: T. 

Neuwe Paduanen vnnd darauff ge- 



hörige Galliarden, von 5 Stim. sampt 
einem newen Quodlibet auff allerley In- 
strum. . . Ib. 1610. 5 Stb. 40. 20 Nrn. 
[B. G., feWt 5 a. B. B: T. Darmst: C. 

Newe teutsche Muteten mit 5, 6, 7 
und 8 Stim. Darmst. 1611 Hoffmann. 
[B.Kassel: B. br.Mus: T. 

Andere noch mehr Newe Paduanen, 
vnd darauff gehörige Galliai'den mit 5. 
Stim., sampt eins von 3. Stim. auff aller- 
ley Instr. füglich zugebrauchen . . . Darmb- 
statt 1612 B. Hoffmann. 5 Stb. 4». 18 
Nrn. [B. G., fehlt 5a. Darmst: C. 

Ms. B. Darmst. Das heilige Vatter Unser 
in die Music gebracht vndt mit 6 Stim. 
componirt von Johann Möller 1652. Stb. 

In B. L. Ms. Es wolt gut Jäger jagen, 
Quotlib. 4 voc. von Joh. MoUerus. 

Möller, J . . . C . . ., lebte am 
Ende des 18. Jhs. Näheres un- 
bekannt. Von seinen Komposi- 
tionen sind nachweisbar: 

Die Erscheinung und Junker Fritz in 
Musik gesetzt von . . . Speier, Dossier 
(Nr. 12). [ß.M: Cemb., Flöte und Vcl. 
in 40. 

6 Quartettes. London, J. Betz. 4 Stb. 
mit J. C. Moller gez. [B. M. 

Progressiv lessons for the harps. op. 6. 
London, qufol. mit J. C. Moller gez. [br. 
Mus. 

A compleat book of in.struction for the 
pfte. op. 6, London. qu4''. [br. Mus. 

6 Sonatas for the Fortepiano, V. and 
Vcl. Lond. fol. [br. Mus. 

12 Variation pour le Clavecin. Lips. 
1798. [B. Lpz. 

In Bossler's Samlwk. ist er in Nr. 6 
u. 9 mit Kompositionen vertreten. Die 
Lpz. Ztg. 7, 506 beurteilt sein op. 4. 

In Mss. besitzt die B. Darmst. 

1. Sonata per il Cembalo solo con V., 
Fl. trav. obl. e Vcl. Stb. 

2. Sonata per il Cemb. solo c. Fl. trav., 
V. e Vcl. mit 1777 gez. Stb. 

3. nur mit J. MöUer gez: Concerto 5. 
per il Cemb. concertato, 2 V. e Vcl. Stb. 

Von einem Möller im Ms. B 1086 Nr. 5 
in B. Dresden 2 Klavierstücke. 

Möller, Johann Gottfried, ein 

Schüler KitteFs, studierte am Ende 
des 18. Jhs. an der Leipziger Uni- 
versität Theologie und gab schon da- 
mals Kompositionen heraus. Später 
wurde er Pfarrer zu Schwabhausen 
und Petriroda wie der Gothaische 
Nationalanzeiger berichtet. Wahr- 



Möller, Karl. 



15 



Moers. 



scheinlich war er vordem Musik- 
lehrer am Seminar zu Gotha, wie 
man auf op. 12 liest. Gerber 2 
führt mehrere Werke von ihm an. 
Bekannt sind mir: 

Gesäuge für 4 Männerstimmen, op. 12. 
Gotha, MüUer. [B. B. 

VII trioniäXsige Clioralvorspiele für die 
Orgel. Schicht gewidmet. Lpz., Breit- 
kopf & Haertel. qni°. 15 S. [B. Wa- 
gener. 

Vierhändige Sonate f. Pfte. op. 7. 
Gotha, Angermeyer & Co. qufol. 31 S., 
dedic. dem Geueralsnperiutendent Dr. K. 
G. Bretschueider. [Gotha. 

16 Variations p. le Clav, ou Fortep. 
Lpz., C. F. Lehmann, qiifol. [Dresd. Mus. 

KmJohanii Ludwig Möller wurde 
am 1. Juni 1656 als Yiolinist an 
der Hofkapelle in Daiinstadt mit 
10 Gld. monatl. angestellt (M. f. M. 
32, 35). 

Möller, Karl, nach Spitta's 
Bach 1, 507, war er der Nach- 
folger Christian's in dessen Aemter 
in Kassel und wahrscheinlich dessen 
Sohn. Sein Gehalt betrug 1709 nur 
140 Gld. nebst Naturalien, wurde 
aber um 1719 auf 200 Thl. jährl. 
erhöht. 

Mönch von Edmonsbiiry. 

In der Cotton-Bibl., brit. Mus. (Burney 
5, 389. 392) befindet sich ein Tractat: 
„Cogiiita Modulatione secundum viam octo 
Troporum et secundum usum et consuetu- 
dinem fidei Cathoiicae". Schrift um 132ö. 
Coussemater Script. I. Anonymus IV. 

Mönch (Münch) von Salzburg, 

ein Liederdichter und Komponist. 

Eine Hds. aus dem 14. Jh. in der 
Stiftsbibl. von St. Gallen enthält ein 
Benedicite, verdeutscht. Siehe den Ab- 
druck desselben in Schubiger's Spicilegien 
S. 104 und 127. Auch Schubiger 2, 30. 
In der Mondseer Hds. (Codex Lunaecen- 
sis), bekannt unter der Bez. Spörrs Lieder- 
buch, 14. Jh., in der Hofb. Wien, sind 
die ersten 31 geistlichen Lieder gröfsten- 
teils von ihm. Erschien in einem Neu- 
drucke. 

Möngal, ein Irländer, trat ins 
Kloster zu St. Galleu und wurde 
Vorsteher der Klosterschule. Er 
lebte im 10. Jh. und soU nach 



Schubiger 2, 2 auch im Musik- 
fache bewandert gewesen sein. 

Moerenhout, U..., um 1772 
Organist bei den Dominikanern zu 
Brüssel, nach einer Subscriptions- 
liste. 

Möring, Joachim, Organist an 
der Jakobikirche zu Hamburg von 
1629 bis zu seinem Tode 1631 
(Ratsakten). 

Ein späterer Moering^ ohne Vor- 
namen, dirigierte um 1763 in 
Hamburg an der Jakobikirche die 
Kirchenmusik; sonst ist er als 
Sänger bekannt (Sittard 1, 40). 

Moering, Johann Peter, um 

1700 zu Hildburghausen geb., 
wurde um 1757 als Violinist an 
der Hofkapelle zu Zerbst angestellt. 
Es ist nicht erwiesen, ob er der- 
selbe ist, der um 1765 Musik- 
direktor zu Oehringen in Württem- 
berg war. Fetis erwähnt Instru- 
mentalkompositionen im Ms., die 
er aber nicht näher bezeichnet 
(Marpurg 3, 130). 

Möring, Michael, geb. 11. Okt. 
1677 zu Hildburghauseu, Todes- 
datum unbekannt, studierte 1698 
in Jena Theologie, trat 1704 als 
Bassist in die herzogl. Kapeile zu 
Hildburghausen und wurde 1710 
Pagen-Informator. 1712 erhielt er 
die Pfarre zu Seidenstadt, wo er 
am 10. Nov. ordiniert Avurde, nahm 
aber schon 1713 seinen Abschied, 
da sie seiner Musikliebe keine 
Nahrung bot, übernahm das er- 
ledigte Kautorat zu Hildburghausen 
und 1720 das zu Koburg. Gerber 
2 erwähnt Kirchenkompositionen, 
die im Ms. bekannt waren. 

Moers, Marc, ein Organist und 
Orgelbauer zu Lierre in Belgien, 
lebte im Anfange des 16. Jhs. und 
wird in einer Rechnung im Archiv 
zu Lille (Nr. F. 195) erwähnt 
(Fetis). 



Moerschel. 



16 



Moser. 



Moerschel, Dr. E..., lebte in 
der 2. Hälfte des 18. Jhs. und ist 
in einem Samlbde. Lieder [B. Dres- 
den Ms. B. 91 OJ mit Zeitgenossen 
als Liederkomponist vertreten. 
Gerber 1 erwähnt ihn auch. In 
Bossler's Samlwk. 11 befindet sich 
eine Komposition unter Moerschel, 
die ihm wohl angehört. 

Mörsper^er, Hieronymus, um 

1689 „dess Innern Rats burger und 
Organist zu Neuenmarkt'' (ßaiern), 
bietet seinen Sohn dem Kurf. von 
Baiern als Discantist u. Musicus 
an (Kreisarch. in Miinclien). 

Moesch, P. Beda, geb. 1741 
zu Fricken im Aargau, gest. 1 . Dez. 
1802 im Kloster Muri (Schweiz), 
in welches er 1759 eintrat, dort 
36 Jahre Kapelhnoister war und 
viele Kirchen kompositionon zu 4 
St, u. kl. Orchester hinterliefs 
(Kornmüller 1, 434). 

Mösclil, Clirysant, geb. um 
1745 zu Neuburg in Baiern (Ober- 
pfalz), trat in den Frauziskaner- 
orden ein, machte einen Kursus 
bei Kammerloher durch und ver- 
sah darauf im Kloster zu Ingol- 
stadt den Musikdienst als Sänger, 
Organist und Komponist. Er lebte 
daselbst noch 1812 und hinterliefs 
Kompositionen für die Kirche, 
auch wurde gegen 1780 ein Work 
für Klavier in Berlin gestochen: 

Unterhaltung beyni Ciavier (Metten- 
leiter 2, 167. Fetis). 

Moser, Karl, geb. 24. Januar 
1774 zu Berlin, gest. 27. Januar 
1851 ebd. Bildete sich zum Vio- 
linisten bei Böttcher aus und trat 
bereits am 24/4 1784 als Virtuose 
auf. Auf Empfehlung des Königs 
Friedrich Wilhelm IL kam er 1788 
an die Kapelle des Markgrafen 
von Schweclt, kehrte nach dem 
Tode desselben nach Berlin zurück, 
wurde in die Vorbereitungsklasse 



der Kgl. Kapelle aufgenommen u. 
bildete sich unter C. Haack's Lei- 
tung noch weiter aus. Am 1/1 
1792 wurde er als Kgl. Kammer- 
musikus angestellt. Einer Liebes- 
geschichte mit einer hochgestellten 
Dame wegen musste er Berlin 
1796 verlassen und ging nach 
Hamburg, lernte Rode und Viotti 
kennen u. bildete sich nach ihnen, 
trat darauf eine Konzertreise an, 
die er bis London ausdehnte und 
wurde dort von Salomon für seine 
Konzerte engagiert, doch verliefs 
er wegen eines neuen Liebesver- 
hältnisses London sehr bald, kehrte 
nach dem Tode des Königs von 
Preufsen (1797) nach Berlin zu- 
rück und erhielt seine frühere 
Stellung wieder. 1806 — 1811 lobte 
er in Petersburg und wurde nach 
der Befreiung des Vaterlandes vom 
Feinde bei der Neuorganisierung 
der Kapelle zum Konzertmeister 
befördert, errichtete 1813 üifent- 
liche Streichquartett-Aufführungen, 
worin er hauptsächlich Werke des 
Dreigestirns Haydn, Mozart, Beet- 
hoven, die fast unbekannt waren, 
aufführte; 1816 fügt er diesen 
Konzerten noch Sinfonien und 
Ouvertüren hinzu und legte somit 
den Grund zu den späteren Sin- 
fonie-Konzerten der Kgl. Kapelle 
zum Besten ihres Waisenfonds; 
1825 wurde er Musikdirektor, oi'ster 
Konzertmeister und Leiter der In- 
strumentalklasse der Kgl. Kapelle. 
1842 feierte er sein 50jähriges 
Dienstjubiläum, erhielt den Titel 
eines Kapellmeisters und wurde 
pensioniert, behielt aber die Leitung 
der Instrumeutalklasse bei (Lede- 
bur. Rh. Ztg. 1, 260). Als Kom- 
ponist leistete er nichts Hervor- 
ragendes. Ledebur giebt ein Verz. 
von Gesangs- und Instruraental- 
kompositionen. Nachweisbar sind: 



Mösl. 



17 



Moiet. 



Die Gastfreundschaft oder Der Chorist 
in der E<iuipage. Vaudeville in 1 Akt. 
Ms. 14559. P. [B.B. 

Hymne zu 4 Stirn, u. Orch. Ms. P. 
[Brüssel Cons. 

Festgesang zur Feier des 10. Augast 
comp, und dem Grofshzg. von Mecl^lbg.- 
Schwerin gewidmet. Ms. P. [Schwerin F. 

Festgesaug zur Feier des Nameutages 
Ludwigs X. 1823. P. [Darmst. 

3 Lieder im Ms. von 1843. [Berlin 
K. H. 

2 iiLSsische Nationalgesge. für Pfte. 
arrang. mit deutschem Text. Ms. 14560 
in K. [B. B. 

Concei-tante f. Oboe, 2 Hörner, V. mit 
2 \. A. Vcl. u. Triangel. Ms. Stb. [Briis- 
sel Cons. 

Polonaise militaire p. le Pfte. in D. 
op. 3. Lpz., Kühnel. [B. B. 

Ballmusik, aufgef. auf den Kgl. Hof- 
bälleu. Berhn 1815 Schlesinger. [B. B. 

Pas de deux und Pas de trois zu Be- 
lisar (von Donizetti). Autogr. P. [B. B. 

Ein Brief vom 23/10 1844 in B. B., 
Autogr. Grasn. 

Mösl, M . . . 

6 Aufzüge für 3 uud 4 Trompeten, 
Pauken und Orgelsolo, Posaunen ad lib. 
Augsbg., Audr. Böhm. Kl.-A. [B.M.J 
Der Verleger A. Böhm gehört his 18. bis 
19. Jh. 

Moessamis, siehe Massenus. 

Mösserer, Mathias, um 1655 
Praeceptor uud Tenorist in Krems- 
müuster (Huemer 29). 

Moeth, Egidius und Franz, 

im Dienste der Hofkapelle in Mün- 
chen, haben auf Kosten des Her- 
zogs bei ihrem Vater Egid M. die 
Viola bastarda erlernt. 10/5 1024 
(Kreisarchiv). 

Ein Aegidius Mo'et ist im Samlwk. 
1624 b mit 2 Mot. vertreten uud kann 
wohl der obige sein (Eituer 1). Beide 
Motetten in Part, in Hofb. Wien, Ms. 
19 423. 

MocuUe, G. de la, siehe La 
Moeiille. 

MÖAving, J. . . H. .., Lebens- 
zeit unbekannt, gab heraus: 

Liederbuch für deutsche Laudlcute. 
Lpz. [B. Lpz. 

Moifliii (Moflin), Jan, Kapellan 
und Sänger an der kleinen Messe 

Eob. Eitiior's Quellon-Lexüoii. Bd. 7. 



d. Hofkapelle Philipp II. von Spanien 
um 1562. 1585 wurde er Almou- 
sier der Kapelle und erhielt für 
seine langen Dienste die Praebende 
in der Abtei St.-Winoc (Nieder- 
lande). Straeten 8, 41. 111. 115. 

Mog'aYero, Antonio, aus Fran- 
cavilla (Neapel, bei Capo d'Otranto), 
lebte am Ende des 16. Jhs. und 
ist bekannt durch: 

Canzonette aUa napolit. di . . . Lib. 1. 
a 3, et 4 voci . . Venet. 1591 G. Vin- 
ceuti. 3 Stb. 4». 24 Gesge. [Hofb. 
Wien. 

... II 1. lib. delle Canzonette a 4 voci 
. . . Yen. 1596 Amadino. 4 Stb. 4^. 21 
Gesge. [Hofb. Wien: C. A. 

... II 3. lib. de Madrigali a 5 voci in- 
titolato Vezzi ainorosi, con un Dialogo a 
8. Nouam. . . Yen. 1598 ib. 5 Stb. 4P. 
20 Gesge. [Crespano: T. 

Ln Samlwk. 1598 b ein Madrigal (Eit- 
ner 1). 

Möge, Johannes ßudolplius, 

Vitriensis-Gallus (Vitry?), ist als 
musices Informator am 7/6 1715 
a/d. Univers, zu Leyden einge- 
zeichnet (Bouwst. 3, 4). 

Molirhardt, Peter, 

um 1725 erschien von ihm Sonate a 
2 V. 2 Viele, Fag. e Cent. (Walther). 

Mohrheim , Friedrich Chri- 
stian. Gerber 1 und Adlung S. 
711 nennen ihn Morheim u. Ad- 
lung giebt ihm fiilschlich die Vor- 
namen Christian Samuel. Breit- 
kopf 's Verz. schreibt wie Gerber 1. 
Er war 1718 zu Neumark in Thü- 
ringen geb., wo sein Vater Kantor 
war uud starb 1780 zu Dauzig; 
er bekleidete daselbst einen Ka- 
pellmeisterposten (Titel). Man kennt 
von ihm: 

Solo per il Cembalo. Danzig, Momber. 
6 Seit. [B. Wagener. 

In Breitkopf 's Verz. werden 1761 2 
Sonaten u. 7 Praeludieu für Orgel über 
geistliche Lieder in Hds. angezeigt. 

Moiet (Moisl), Eftidi, wird 1605 
als Trompeter und Instrumentist 
mit 200 Gld. a/d. Hofkapelle in 

2 



Moine. 



18 



Molin, Bastien du. 



München augestellt. 1635 beträgt 
sein Gehalt 300 Gld. (Kreisarch.). 

Moine, siehe Lemoine, Le 
Moisne, Le Moyiie. 

3Ioito , (jriovanui Battista, 
Draudius zeigt von ihm an: Ma- 
drigal! a 6 voci. Anversa 1(300. 4^. 

Mojon, Benedetto, geb. um 
1770 zu Genua, gest. im Juni 
1849 zu Paris. Studierte zu Mont- 
pellier Medizin und liefs sich als 
Arzt in Paris nieder. Er gab 

heraus: 

Memoria suirutiliti'i della musica, si 
nello stato di salute, come in quello di 
nialattia. Genua 1802. 8" (nach Fetis). 

— französisch: Memoire siu- l'utilite 
de la niusique . . . traduit du la secoude 
edition italienne, avec notes, par C. D. 
Muggetti. Pai-is 1803 Foin-nier. 8". 
[Biüssel. 

Memoire sur les effets de la castiation 
dans le corp humain. Montpellier 1803. 
8". [Glasgow. 

Fetis citicrt 3 Ausgaben und eine 
italienische, Milane 1822 I'irotta. 12«. 
55 S. [Bologna. 

Mol, C. Crerard, stand 1571 
im Dienste des Herzogs Alba in 
Brüssel als Passist und erhielt die 
Summe von 1638 Placas. Er 
nahm Ende Juni seinen Abschied 
(Viertelj. 9, 397). S. 398 wird er 
in den Akten bei Nennung seines 
Nachfolger's Dalldux „Sir Xerart 
Mole" genannt. 

Ein Ranlequin de Mol ist im 
Leipziger Chorbuche des 15. Jhs. 
(Universit.-Bibl.) mit der Motette: 
Ave decus virginum, 4 voc. fol. 
161 V. vertreten. 

Moldeiüt, Joaeliim von, ein 
Däne, zu Glückstadt geb., blies 
als Dilettant die Flöte, griff 
Quantz an, wegen Gebrauchs der 
Zunge beim Flöteblasen u. nahm 
einen Discours in seine Sonaten 
auf, den dann Marpurg nebst 
Quantz' Verteidigung in 1, 68, 3, 
544. 4, 91 und 153 abdruckte. 
Neuerdings wieder abgedruckt in 



Deutsche Miisikerztg. Berlin 1875 
Nr. 2 ff. Die Sonaten sind be- 
titelt: 

V) Sonate da flaute traverso e B. c. con 
un discorso sopra la maniera di sonar il 
fl. trav. Hambg. alla spese dell'Autore 
(1753). fol. 3 BlI. 24 S. [B. Wagener. 
Dresd. Mus. 

Dritter neuester und letzter Discours 
über 6 Sonaten (Hbg. 1753 s. nom.). 
[B. B. Brüssel Cons. 

Siehe auch Gerber 1. 

Moles, Peter de le, siehe Le 
Molcs. 
Molet, Jan, 

im Samlwk. 1556p. eine Chanson zu 
4 Stirn. (Eitner 1). 

Molette, siehe La Molette. 

Molier (Mollier, Moliöre), Louis 
de, um 1642 Hofjuuker (oder 
Stallmeister) der Gräfin von Sois- 
sons, später Musiker bei der Kam- 
mermusik des Königs und beauf- 
tragt die Balletmusik zu schreiben. 

Im 6. Bd. der Samlg. PhUidor's [C. F.] 
ein ,. Ballet du temps dance 1654". Fetis 
sucht nachzuweisen, dass er sich auch 
unter den Tänzern befand. In B. Brässel, 
fds. Fetis 238G: Les chansons pour dancer 
de L. Mollier. Paris 1G40 Hob. Ballard. 

3Ioliii, Erik, bekannt durch 
den Druck: 

Circulus virtutum porpetuus. Üf de 
wojiderbaarlyke order van"t heel-all open- 
geleid in't volkmaakt general' cimbal . . . 
opgestelt van ... Anist. 1748 M. D. N. 
ßidstrup. 4". [Brüssel. 

Moliu, siehe Aegidius ä Mo- 

lendino. 

Moliu (Mouliu, du Mulin), Ba- 
stien du, diente bis zum 22. Juli 
1572 in der Kapelle des Herzogs 
Alba in Brüssel als Altist. Vor 
dem (1551) begleitete er Marie 
von Ungarn nach Spanien u. ging 
nach ihrem Tode nach den Nieder- 
landen, wo er in die Kapelle Mar- 
gareta's von Parma trat und von 
da in Herzog Alba's Kapelle. Sein 
weiterer Verbleib ist unbekannt 
(Viertel]'. 9, 397. 398. 401. Strae- 
ten 7, 431). Siehe auch Moidin. 



Molin, Jacques du. 



19 



Molinaro, Simone. 



3roliD (Molins), Jaoqnes du, 
um 15S6 Säuger a/d. Hofkapelle 
Philipp II. von Spanien (Straeten, 
8, 116, der ihn S. 168 im Jahre 
1593 wieder anführt). Im Straeten 
2, 10 ist noch ein Jacques du 
Molliii verz., der 1618 Sänger u. 
Kapellan an der Kgl. Kapelle zu 
Brüssel war. Yielleicht ist er der- 
selbe. 

Moliii, Jean du, Fetis setzt 
noch einen zweiten Vornamen 
Remi hinzu, den aber kein Druck 
trägt, auch das von Fetis ange- 
führte Dokument über seine Stel- 
lung nennt ihn nur J. du Molin. 
Er war ein Belgier und Organist 
an der Kirche St.-Jean zu Mecheln, 
wo er sich noch 1528 befand. 

Von seinen Kompositionen», deren 
Druck in die Jahre 1534 — 1542 fallen, 
kennt man nur 4 Gesänge in alten Saml- 
■wL, darunter eine Missa 4 voc. und 3 
Motetten zu 4 und .5 Stim. (Eitner 1 
unter Dumoün). 

Molina, Bartolome de, ein 

spanischer Franziskaner, gab her- 
aus: 

Arte de Canto llano Lux videntis 
dicha. Valladolid löOü en casa de Diego 
de Gumiel. 4». goth. 12 BU. [br. Mus. 

Molina, Pedro de, Contraltist 
um 1556 in der Kapelle Karl V. 
(Straeten 7, 361). 

Moliuaer, J . . ., das br. Mus. 
besitzt von ihm: 

6 easy Sonatas for the pfte. with a 
Violiu. London c. 1800. fol, fehlt die 
A'iulinstimme. 

3Iolinari, Oratio, um 1708 So- 
pranist an S. Marco in Venedig 
mit 100 Duk. Gehalt (Caffi 2, 44). 

Molinari (Mollinari), Pietro, ein 
Kanzelredner aus Murano (im Ve- 
nedigschen), schrieb Opern, die in 
Venedig aufgeführt wurden und 
zwar 

16Ü0 ,,L'Ipsicratea", 1664 „La Bar- 
harie del Caso" und nach Caffi noch 1692 
„La Teuere travestita". In B. Kassel 
fol. 34 eine „Cantata ä voce sola" im Ms. 



Molinaro, Simone, aus Genua, 
er war der Neffe und Schüler des 
Gio. Batt. dalla Gostena. Im Druck 
von 1599, den er dem Fürsten von 
Piombino widmet, erklärt er, dass 
er demselben schon längere Zeit 
diene. Gez. ist die Dedic. in Genua, 
1599. Doch in demselben Jahre 
bekleidete er bereits den Kapell- 
meisterposten am Dome zu Genua, 
den er noch im Jahre 1613 inne- 
hatte (siehe Gesualdo 1613). Mehr 
ist aus den Drucken nicht zu er- 
sehen. Von seinen Kompositionen 
ist heute noch nachweisbar: 

. . . Motectorum quinis, et Missae denis 
vocibus Lib. 1. Yen. 1.597 J. Vincentius. 
5 Stb. 4". 1 Messe (Nasce la pena mia 
ä 10) und 11 Motet. [Bologna. 

Concerti ecclesiastici a 2 et a 4 voci 
neUi quali si contiene Messa, Motetti, & 
Magaificat in tutti li otto tuoni. Con la 
sua partitura per l'org. Di . . . Ven. 1605 
Amadino. Stb. ? 4". 70 Concerti, dar- 
unter 1 Messe u. 8 Maguif. a 2 v. und 
26 Concerti a 4 v. [B. A : C. B. 

II 2. lib. de Motetti ä 8 voc. Milano 
1601. [br.Mus: T2. 

... II 3. lib. de Motetti ;\ 5 v., cou il 
Bc. Venet. 1609 Aless. Rauerij. 6 Stb. 
4*^. Enthält 4 Motett. von seinem Lehrer 
Gostena^ 1 von Leonardo Levanto und 1 
von O. Batt. Slrata. [Bologna. 

Concerti a 1 e 2 voci di . . . con la 
partitura per l'orgauo. Milano 1612 The- 
rede S. Tini et Lomazzo. 3 Stb. 4°. 
21 Gesge., davon 2 von Gmcomo Antonio 
Peisano. 3 von Gio. Batt. Aicardo. [Proske, 
fehlt Org. 

II 1. lib. di Canzouette ä 3 e ä 4 voci 
di . . . Yen. 1595 Gardano. 3 Stb. (?) 
40. 21 Gesge. [Kassel: A.B. Bologna: B. 

... H 1. lib. de Madrigali ;i 5 voci . . . 
Milano 1599 l'herede di Simon Tini, & 
Franc. Besozzi. 5 Stb. 4°. 22 Madr., 
davon 3 von Gostena, seinem Onkel. 
[Hof b. Wien: C. B. Bologna. 

Intavolatura di liuto . . . lib. 1. Nel 
fjuale si coutengono Saltarelli, Pa.ss'e mezi, 
Gagliarde e Fantasie. Yen. 1599 Ama- 
dino. 25 Fantasien von Gostena. [Bibl. 
naz. in Florenz. Chilesotti in Lauten- 
spieler 14 Piecen abgedi'uckt. 

Fatiche spirituali di . . . lib. 1. a 6 voci. 
Yen. 1610 Amadino. 7 Stb. 4», ein 
Samlwk. von ihm herausgegeben mit den 

2* 



Moline. 



20 



Molino, Francesco. 



Autoren Ant. Bicci, Andr. Gabrieli 6, G. 
de Macque 2, L. Marenzio, Ria. del Mel, 
S. Molinaro 4, Fil. de Monte, Oraz. Vecchi 
5. Die Texte sind zum Teil durch ita- 
lienische ersetzt. [B. A. B. M. br. Mus : 
6 a. B. D. 9-2. 

— Fatiche . . . lib. 2., a 6 voci. ib. 
IGIO. 7 Stb. 40. Autoren: A. GabrieU 3, 
Gostena, Leon. Levanto, Macque 2, Ma- 
renzio 7, Monte 4, G. Mar. Nauino, Aless. 
Striggio, Or. Vecchi. [B. M. br. Mus: 6a. 

Beschreibung in M. f. M. 11, 210. 
Vogel 2, Samlwk. 1610, 2. 3. 

Er gab 1613 sechs Bücher Madrigale 
des Gcsualdo, Prinz von Venosa heraus, 
siehe Gesualdo. 

In alten Samlwk. 21 Gesge. und 1 Se- 
stina in Gostena's 2. lib. Ganz. 4 v. 1589. 

In neuen Ausg. 10 Motett. zu 5 Stirn, 
in Commer's Musica sacra Bd. 15 (Eitner 
2 Nachtrg.). 

In Mss. B. B., T 168 Madr. in P. 

7 Motett. 5 voc. B. L. 

2 Motett. in B. Br. 

Missa super Nigra sum 8 voc. Kyrie 
u. Gloria. Nr. 2^ Ms. Mus. q78a— f. 
6 Stb. fehlen 6. 7. vox. [B. Danzig. 

2 Madrigali in Cambridge FW. 

Mss. in B. A. 2 Mot., 2 Madrig., siehe 
Kat. 

Im br. Mus. Ms. 238, Part, von Im- 
myns, 4 Gesge. zu 3 u. 5 Stirn. 

Moline, Pierre- Louis, ^^eb. zu 
Montpellier in der Mitte des 18. 
Jlis., gest. 1821 zu Paris. Zuerst 
Advocat am Parlament und wäh- 
rend der Revolution Sekretär des 
Convents. Er schrieb viele Text- 
bücher zu Opern, Fetis sagt ,,fort 
modiocres", auch die Broschüre: 

Dialogue entro Lulli, Kameau et Urphoe, 
dans les champs Elisees, par M. M***. 
Amst. et Paris 1774 Stoupe. 8^. [Brüssel. 

— deiitsch vou Fr. Just Riedel in 
.,Ueber die Musik des Ritters Chr. von 
Gluck" als 3. Gespräch. [Brü.ssel 3963. 

In B. Brüssel auch mehrere Textbücher 
unter Nr. 2578. 2582. 2679. 

Molinct (Mollinet, Molunet), Je- 
haii (Johannes), Sänger in der Ka- 
pelle Kaiser Karl V. von 1509 bis 
1514 (Straeten 7, 268 ff.). Ein 
Molinet wird auch in Cretin's 
Ueploration, Vers 277, erwähnt. 
Er war Chronist und Dichter und 
soll 1507 zu Valenciennes gestorben 



sein, kann also nicht der obige 
sein, obgleich ihn Cretin einen 
Gramatiker, Musiker und Redner 
nennt (M. f. M. 11, 49). 

Der Gesang im Petrucci 1503 a „Tartara 
mon cor" 4 voc. mit Molinet gez. könnte 
von dem erstereu, wie zweiten sein (siehe 
auch Fetis und Eitner 1). — Ms. in B. 
Casanat. in Rom (Uv. 208) ein Samlwk. 
Chansons, danmter auch obiger, Ms. des 
15. Jhs. — In der Compere'schen Motette 
„Omnium bonorum plena", 4 voc, wird 
ein Moliuet neben Okeghem, De pres u. a. 
genannt (Texte abgedruckt in Viertel]. 1, 
473. 490). 

In B. M. Ms. 88, 7 ein Salve regina 
super „0 werde mout", 5 voc. in 4 Tlen. 

Molino, Alessaiidro, war von 

1783 — 85 Supernumerario bei der 
1. Violine an der Hofkapelle zu 
Turin (Ricordi 1891, 457). 

Molino, Antonio. In den 

Dedic. wird er 1568 und 69 als 
ein Mann in hohem Alter stehend 
bezeichnet. In 1569 redet ihn 
Madalena Casulano mit „Magnifico 
Messer" an. Von seinen Werken 
sind bekannt 

1 dilettevoli Madrigali a 4 voci di . . . 
Lib. 1. Ven. 1568 Claudio da Correggio. 
4 Stb. qu4». 28 Madr. [Vcncd. Marco: 
C. T. B. 

... I] 2. lib. de Madr. a 4 voci, con 
uno dialogo a 8, nouamente da lui com- 
posti, «& ])er Ant. Gardano stampati & dati 
in luce. Lib. 2. Ven. 1569 Gard. 4 Stb. 
qu40. 20 Madr. [Vened. Marco : C. T. B. 

Molino, Francesco, geb. gegen 
1775 zu Florenz, gest. um 1847 
zu Paris. Trat als Guitarrist auf 
und liefs sich um 1820 in Paris 
nieder, unternahm auch öfter Kon- 
zertreisen, besonders nach Spanien. 
Fotis verz. eine Anzahl Instrumen- 
talkompositionen, sowohl Soli für 
die GuitaiTe, als Ensemblepiecen 
mit anderen Instrumenten. Be- 
kannt sind 

3 Trios pour Flute, V. et Guit. oe. 4. 
Lps., Br. & H. [B. B. 

2 gr. Trio concert. p. Fl. ou V., Va. 
et Giüt. oe. 45, ib. [B. B. 

NouveUe methode coraplette pourguitare 



Molino, Lodovico. 



21 



Molitor. Sebastian. 



ou lyre. Pai'is, Gambaro. 1 vol. m fol. 
118 S. [besafs L. Liepm. und Jos. Baer 
iii Augsburg. 

Molino, Lodovico, Musikdirek- 
tor des Orchesters am Theater zu 
Turin, gab 1803 Airs varies p. 
Guit. avec acc. de V., Paris chez 
Pellet heraus (Gerber 2). Wasie- 
lewsky 1, 3. Ausg. S. 157 schreibt: 
geb. zu Fossauo, wurde 1798 der 
Nachfolger seines Lehrers Pugnani 
als erster Yiolinist an obigem 
Theater. Er war auch Meister 
auf der Harfe und liefs sich auf 
beiden Instrumenten 1809 in Paris 
hören. Im Alter von 84 Jahren 
starb er. Kegli nennt ihn nicht 
unter den Schülern Pugnani's. 

In Mailand Cons. befinden sich 1. Trio 
in La per V. Va. e Cbitarra, in Stb. 

2. Duo concertant pour deux Yiolons. 
Op. 13 Nr. 2. Paris. 

Molino, Valentino, 1784 Brat- 
schist an der Theaterkapelle zu 
Turin mit 150 Lire Gehalt (Ri- 
cordi 1891, 456 ff.). 

Molitor, Alexius, bekannt durch 
eine 

Missa pro defunctis in P. Ms. 72 Bll. 
in qufol. [Berlin Kircheninstit. 

Molitor, Pater Fidel, geb. 13. 
Juni 1627 zu Wyl (Schweiz), st. 

3. Okt. 1685. Trat 1645 ins Kloster 
zu Wettingen, war dort von 1645 
bis 67 Kantor, später Kapellmeister, 
dann Prior u. Beichtvater in Feld- 
bach und Magdenau, wo er starb. 
Er gab heraus: 

Praegustus Musicus seu Cantiones ad 
voce sola et ad lib. binis aut ternis in- 
strum. Constautia 1659 Joau. Geng. fol. 
23 Gesge. [Proske: 2 V. 2 Yiole, Yio- 
loue et Org. Upsala: Pai"s cantans. 2 V. 
Org. Paris Nat. Einsiedeln : Vcl. u. Fag. 

Cantiones sacrae a voce sola, una c. 
2 instruni. Oeniponti 1664. fol. [br. Mus: 
Pai-s cantans, V 1. Org. 

Mensi musicalis quam apparatu piarum 
cantionum 4 voc. & 2 V. . ., cum 2. choro 
& 3 instrum. ad decorem ... op. 3. 
Oenipontus 1668. fol. [br. Mus: A. T. B. 
conc. 

(Korumüller 1, 226. Schubiger 2, 44.) 



Molitor, Greorg, aus Gablonz 
(Böhmisch Leipa), war 1586 Kan- 
tor am Kollegium zu Lobkowicz 
(Rgbz. Prag) nach den Titeln seiner 
Drucke. Im Drucke von 1585 ist 
das Amt nicht verz. Er gab heraus : 

Carmen musicuüi nuptiis honostiss. . . 
\iri Dn. Chr. Piniberi et . . Mai'garetae 
Rosenthal . . 5 voc. . . Francof. 1585 
A. Eichorn. 5 Stbll. qu4P. Admiranda 
dei. [B. Zw. 

Votum nuptiis ... Jo. Vene. Popelii . . 
:\ Lobkowicz . . et Johannae ... (5 voc). 
Pragae 1586, 8. Febr. Mich. Peterie. 5 
Stbll. qu4'^. Qui capit uxorem in 2 Teil. 
[B. L. 

Epithalamiou in honor. nuptiar. . Dn. 
Vict. Henrici . . et Annae Hungerin . . 
Pragae 1586 Nigrinus. 6 Stbll. qu4<'. 
Surge propera amica 6 voc. in 2 Teil. 
[B. L. B. Grimma im Ms. XLIX u. L 
Nr. 143. Teu. 2 fehlt. 

Molitor, Ingenuin, ein Fran- 
ziskaner und Organist im Klo.ster 
zu Bozen in Tirol, geb. zu Habach 
im 17. Jh., gab nach Gerber 2 und 
Fetis 

6 Can Zonen f. 2 V. Va. u. Gambe 
heraus. Ferner 12 Motetti a 2 Sopr. 2 V. 
e B. Augsburg 1668. 4", und Fasciculus 
musicalis, Innsbruck 1668, 4^. 

Molitor, Johann, Musikus am 
kurf. Hofe in München; um 1604 
erhält er eine „Gnadung" von 
30 Gld. (Kreisarch.). 

In B. Zw. Ms. 10 Nr. 360 „Jubilate 
Deo omuis terra" 5 voc. Ms. 4, 17 „Te 
aetemum patrem" 4 voc. Der letztere 
Tonsatz ist jedenfalls von einem fmheren 
gleichnamigen Autor, da die Hds. schon 
vor 1550 angefertigi: ist. Bei dem 1. Ton- 
satz dagegen könnte mau obigen Hof- 
musikus als Komponisten schon gelten 
lassen, da das Ms. aus derselben oben 
angegebenen Zeit stammt. 

Molitor, Sebastian, soll nach 
Schilling in Lüttich geboren, ein 
tüchtiger Guitarrist gewesen sein 
und sich von 1800 bis etwa 1820 
in Wien aufgehalten haben. Fetis 
verz. von ihm 5 Hefte Sonaten f. 
Guitane allein, oder mit Fl. oder 
Y. und Bratsche und 1 Heft Lie- 
der für 3 Stimmen. Wenn mich 



Molitor, Simon. 



22 



MoUe. 



nicht alles trü^t, so hiefs der Kom- 
ponist nicht Sehastian, sondern 

Simon Molitor und hat sich 
Fctis von Schilling verfüliren lassen. 
Mir liegen eine grofse Anzahl 
Wiener Dracke vor, die alle den 
Vornamen S. und zum Teil den 
ausgeschriebeneu Namen Simon 
tragen. Fetis verz. zwar auch 
einen Simon nach der Allg. Lpz, 
Musikzeitung, doch schrieb der um 
1838 u. 1839 literarische Artikel. 
Obiger Simon ist auch im Bossler 
Nr. 13 verti'eten, gehört also noch 
zum Teil dem 18. Jh. an. Manche 
seiner Kompositionen werden aber 
noch im Leipziger Kataloge von 
Whistling im Jahre 1829 angezeigt. 
Ich verz. nun, was mir von Simon 
bekannt ist. Biographisches ist 
unbekannt, nur so viel scheint 
sicher zu sein, dass er in Wien 
lebte: 

Israeliten durch das rote Meer, für 
4 Stirn, und Orch. Stb. [Musikfr. Wien. 

Arie aus dem Lustspiele: Der verliebte 
Verführer. Wien 18U5 J. B. Wallishauser. 
TO.-A. qufol. 4 S. [Hofb. Wien. Mu- 
sikfr. Wien. 

Die folgenden Gesangswerke liegen auf 
der Bibl. der Musikfr. in Wien: 

Siegeslieder f. 3 Stini. Erziierzog Karl 
gew. — An die Göttin Musik. — Der 
schöne Traum, Fantasie f. Ten. u. Klav. 
— Am Scheideabeud 18:29. — Der blinde 
bettelnde Kriegsmann. — Geisternähe. — 
Die Köhlerstochter. 

Die ilofb. in Wien besitzt von Simon 
M. 10 Gesänge mit Klav. oder mehreren 
lustr., auch Chöre. Dabei ein Druck von 
1805 aus „der verliebte Verfühi-er". Ms. 
16430. Ferner 

Der Mann für uns. f. 2 T. u. 2 B. 
mit Fortep. P. Autogr. 1625t). 

Eundgesang f. Mst. P. Autogr. 16593. 

Lebensmüde, Lied mit Klav. 18671. 

Menuette und Tänze f. Orch. in Stb. 
10920. 18502. 

Ms. 19239—19244 allerlei musikhisto- 
rische, biogr. und bil)liogr. Arbeiten über 
österr. Musik und Musiker, resp. Wiener. 
(Die literarischen Arbeiten werden dem 
jüngeren Simon angehören.) 

Nachträglich verz. ich noch, was mir 



an Gilitarrepiecen bekannt ist, die Fetis 
und Schilling dem Sebastian zuschreiben, 
während die Dracke nur ein S. als Vor- 
namen sclireiben : 

Grande Sonate p. Giüt. et V. concer- 
tants. oe. 3. Vienne, Magasin. [B. B., 
V. fehlt. 

Gr. Sonate f. die Guit. allein, mit einer 
historischen Abhandig. op. 7. Wien, 
Artaria & Co. fol. 27 S. mit Porträt. 
[B. B. B. M. 

Serenade f. Guitarre mit Anweisung. 
[Proske-Mettenl. 

Sonaten, Märsche, Rondos u. a. für 
Guit. allein, auch einige mit V. [Musikfr. 
Wien. 

In Schnyder von Wartensee's Lebens- 
erinnerungen S. 51 wird auch ein Molitor 
envähnt, der um 1800 Organist und Kom- 
ponist im Kloster zu Luzern war. 

Molitor, Fat. Valentin, Stifts- 
genosse und Musikdirektor im 
Kloster St. Gallen (Schweiz) im 
17. Jh. Von seinen Werken sind 
in der Bibl. St. Gallen 's vorhanden: 

Odae genethliacae ad Christi cunas, 1, 
2, 3, 5 voc. c. 2 V. Kempten 1668 Dreer. 
fol. 10 Stl). 15 Gesge. [auch in Ein- 
siedeln und Paris Nat. 

— Fetis verz. noch eine 2. Ausg. in 
Ulm 1670. fol. 

Missa una cum 3 Motetis in solemni 
translatione SS. MM. Sergii, Bacchi, Hya- 
cintiii et Erasmi, ab 8 vocibus et 7 in- 
strum. St.-Gallen 1681. [auch in Ein- 
siedeln. 

Epinceon (?) Marianum pro solemnis 
niocibus festis B. V. Mariae a 5 vocum 
concertus c. 2 V. St. Galli 1683. 4». 18 
Motett. [Einsiedeln, fehlt in St. Gallen. 

Directorium seu cautus et responsoria 
in Processi onibus ordin. per annum . . . 
Juxta Ritiiale et Missale romauum. Pro 
uniform. Heiveto -Benedictinae. Libri 2. 
St. Gallen 1692. quS". [auch in Ein- 
siedeln. 

In der kath. Kirche in Dresden unter 
Molitor 3 Vesperae im Ms. — In L^psala 
im Ms. 3 Arien mit geistl. lat. Texten für 
2 Cantus, 2 V. oder 2 Violen mit Bc. in 4". 

Moll, Franz, siehe Moll. 

Moll, TIioiu«as, wird am 12. Mai 
1662 an Stelle Noakes als Kgl. 
Musikus in London angestellt (Nagel 
1, 52). 

Molle, Henry, ein englischer 
Musiker des 17. Jhs.; man glaubt, 



Moller, Daniel. 



23 



MoUo. 



dass er derselbe sei, der an der 
Universität zu Cambridge als Be- 
amter angestellt war. 

Im Ms. 98 des br. Mus., Bd. 1, 2 be- 
findet sich ein Abend -Service in Kopie. 
Im Peterhouse Part-books ia Cambridge 2 
Evening Service, 1 Te Deum und Litauia 
mit lateinischem Texte und ein englisches 
Anthem und Litanei. 

Moller, Daniel, bez. sich als 
„Cant. Rochl." im 17. Jh. Unter 
„Rochl/' kann man Rochlack bei 
Königsberg, Rochlitz bei Leipzig 
und Rochlow in Böhmen verstehen. 
Er ist nur durch den Gesang: 

,,Ey du frommer vnd getreuer Knecht," 
8 voc. in Ms. Z 40, 9 Stb. Nr. 12 in 
B.B. bekannt. 

Moller, Joachim, siehe Biirck, 
Joach. ä. 

Moller, Joannes, ein Philologe, 
geb. um 1661 in Flensburg, gest. 
26. Okt. 1725 ebd. Studierte zu 
Kiel, Jena und Leipzig, wurde 
1685 zu Flensburg am Schul- 
kolleginm angestellt und 1701 da- 
selbst als Rektor. Sein Werk: 

Cimbria litterata seu historia scriptonim 
ducatis utriusque Slewicencis et Holsatici, 
quibus Lubecenses et Hamburgenses 
accensentur. Kopenhag. 1744, 3 voll, in 
fol. enthält auch wertvolle Nachrichten 
über Musiker und Musikschriftsteller. 
Vorhanden in allen gröfseren öffentl. 
Bibhotheken. 

Moller, Johann, in Darmstadt, 
siehe Möller. 

Moller, Richard, um 1608 
Musikus am braunschweigischen 
Hofe zu Wolfenbüttel, verheiratet 
sich mit Hedwig Gasten 1608. 
Hochzeitsgesg. von Thom. Man- 
cinus. 

Mollerus, Jacobus, de Kempit, 
ein Komponist des 16. — 17. Jhs., 

ist im 

Ms. 100, 6 Stb. fol. von 1626, in B. 
Br. Nr. 29 mit einer Missa super Spun- 
tavan gia, 6 voc. vei-treten. 

MoUet, Jacques, ein französi- 
scher Musiker des 17. Jhs., der 
nach Fetis in dem mir unbekannten 



Samlwk. von Ala: Pratum rausi- 
cum, Antverp. 1634 mit 8 Motetten 
zu 2, 3 und 4 Stim. vertreten 
sein soll. 

aiollier, Louis, siehe Molier. 

Mollin, siehe Aegidius a Mo- 
lendino. 

3Iollin, Jacques du, siehe Molin. 

Mollinet, siehe Molinet. 

Mollis, OiOTanni de, 1480—83 
Magister biscantaudi, d. h. Direktor 
des Säugerchores am Dome zu 
Mailand mit monatl. 4 fl. Gehalt 
(Muoni 26). 

Monitor, Thomas, war bis 1633 
Kantoreiknabe a/d. Hofkapelle in 
München, mutiert zu der Zeit und 
richtet an den Kurfürsten die Ein- 
gabe ihn zum Musiker ausbilden 
zu lassen (Kreisarchiv). 

MoUo, Tranquillo, zeitweise 
auch in Compagnie, war am Ende 
des 18. Jhs. Musikverleger in 
Wien, dessen Geschäft 1801/02 
an Artaria überging, doch ist er 
auch wieder auf Drucken bis 
1808 gez. 

Er veranstaltete das groise Samlwk. 
über den Text „In r^uesta tomba oscura", 
dem Füi-sten Lobkowitz am 1. Juli 1808 
dediciert. In qufol. 207 S. mit 63 Kom- 
positionen über obigen Text, teils Arien 
mit Pfte. -Begleitung, teils mit Orchester 
und zwar von Ädamer, Giuseppe; Beet- 
hoven, L. van; Bevilacqua, Matteo: Bui-g- 
müller; Carpani, Giüs. de, 2; Czerni, Carlo; 
Dalberg, Frederico di; Danzi, Franz; 
Dobhelhof, Carlo di; Eberl, Ant. ; Eppinger, 
Heinr.; Förster, Alois; Galatina, Duca di 
S. P.; Gelineck, Abt.; Gyrowetz, A.; 
Hockel, Jacob, 2; Hoff mann, H. A.; 
Kozeluch, Leop, ; Kraft, Nicolaus ; Lichten- 
thal,Pietro; Liverati, Giov.; Mozai-t,Amad., 
figlio; Paer, Ferd., 2; Pavesi, Steff.; Ra- 
dicati, Fei.; Righiui, Yinc; Rohan, Prinz 
Vittore di ; Roesler, . . . Rzewuski , Graf 
Wenzesl., 2; Sahen, Ant., 2; Schacht, 
Theod.; Seidel, F. L.; Sterkel, Abt., 3; 
Terziani, Pietro; Todi, Gins.; Tomaschecki 
Wenzel; Vanhall, Joh.; Weber, Dion.; 
Weigl, Jos.; Zelter, Karl; Zeuner, Karl; 
ZingareUi, Nie; Zinicq (oder Zineck), 



Molnar. 



24 



Molter, Johann Melchior. 



Baron von, 2. [B. B. B. M. Musikfr. 
Wien. 

A. Eühnel in Lpz. gab einen teilweisen 
Nachdruck heraus. [B. Kgsbg. Samlwk. 
483. 

Molnar, Johann, ein evange- 
lischer Prediger zu Pest, geb. in 
Ungarn, gest. 28. Nov. 1819 zu 
Pest, verfasste eine Schrift 

„üeber die Kirchen -Singchöre, deren 
Nothwendigkeit, Begründung, Einrichtung, 
Vervollkommnung; ein Woii zu seiner 
Zeit, von Joh. Nie. Foricel mit einigen 
nothwendigen Abänderungen , Zusätzen 
und Vorrede herausgegeben. Pesth 1818 
Trattner. gr. 8". 35 S. Dieselbe wurde 
zuerst im 9. Jahrg. des neuen Hannover- 
schen Magazins S. 1437 ohne Forkel's Zu- 
sätze abgedruckt [Hofb. Wien. 

Molnory, J... B..., war Con- 
trabassist an der Hofkapelle Louis 
XIV. zu Paris (Castil-Blaze 146/147). 

Molter, Johann Markus. 

Die Universitiits-Bibl. in Rostock be- 
sitzt von ihm 1 Concorto pastorale für 
2 V. Va u. Bc. Ms. in Stb. und 2 Con- 
certi für Ob. concert., 2 V. Va. Vcl. oder 
Cembalo. Ms. Stb. Die letzteren sind 
zweifelhaft ob von obigem. 

Molter, Johann Melchior, muss 
läncore Zeit am Badonschen Hofe 
angestellt gewesen sein. Die ein- 
zige Nachricht die ich fand, giebt 
Marpurg 3, 46, resp. Gerber 2, 
Spalte 656 in der Biographie 
Hertel's, wo es heifst : der Kapell- 
meister Molter, Avurde 1733 von 
Durlach nach Eisenach als Direktor 
der Kirchenmusik verschrieben. In 
Durlach residierte einst der Ba- 
densche Hof. In Karlsruhe be- 
finden sich heute noch auf der 
Grofsherzogl. Bibliothek im Ms. 
folgende Kompositionen : 

Ms. Nr. 439. Drama per musica auf 
des Marggraf ens u. Landes-Piintzeu Ihren 
Geburtstag. Part. 3 Bogen. „Schertzt 
u. lacht, vergnügte Sinnen," ä 5. 

Nr. 426—433, 440, 14 Cantaten in 
Part, auf deutsche und italienische Texte 
für eine Solost. und kl. Orch. 

434 u. 442 eine Arie u. 1 Duett auf 
ital. Text. 

517—685. 169 Symphonien in Part. u. 



Stirn, in wechselnder Besetzung, als: 2 V. 
Violetta, 2 Ob. Comb., oder dazu noch 2 
Clarini, Basson u. Comb., auch 2 Corni, 
2 Ob. 2 V. Viola, Vcl. u. Cemb. Die 
3 sätzige Form wiegt vor, ebenso der 
Wechsel der Tonart. Nr. 560—62 haben 
volles Orchester, doch nirgends die Clari- 
nette. 

Ms. 7 Stb.: 12 Concerte f. 2 V. Va. 
Vcl. Violone, 2 Ob. 

Ms. 299—359 : 61 Concerti a 5, meist 
in Part, und Stb., teils für Kla%ner mit 
Streichinstr., teils für Oboe, Flöte, Clari- 
netto (bei Nr. 302, 304, 334 u. 337), 
Clarino. Nr. 317 eine Sinfonie concertante 
für Clarino, 2. Cor. 2 Ob u. Basson in 
5 Sätzen, andere unter 328-333. Nr. 318 
ist für ein concertirendes Vcl. Nr. 324, 325 
u. 27 für Ilorn, Nr. 344—353 für Vio- 
line. Die meisten Konzerte haben 3 Sätze 
mit wechselnder Tonaii, andere wieder 
vier und mehr Sätze. Einige im Auto- 
graph. 

Ms. Nr. 360—383, 22 Concertmi a 3. 
in Part. u. Stim., für 2 Fl. u. Vcl. in 2 
Sätzen, für Dessus Viole, V. Violetta, 
Vcl., Viol. di riuforza u. B. 3 Sätze; für 
Fl. trav., Soprane di Viola da Gamba, 
Viola da G.amba u. Cemb., 3 Sätze; Nr. 
368—372 für Soprane di Viola da Gamba ; 
Nr. 371 für 2 Hörner, 2 FI. u. Vcl. Nr. 
380—382 f. Cembalo. 

Ms. Nr. 384—397, 14 Ouvertüren in 
Part. u. St., teils für Streich-, teils für 
Blasinstr. zu 4 — 5 Sätzen, zum Teil be- 
nannt mit Namen von Tänzen. Die Ton- 
art bleibt oft die gleiche. 

Nr. 444. Quartett für 2 Clarini u. 2 
Corni. Part. 

Nr. 445. 3 Quart, f. 4 Flöten u. B. 
Part. 

Nr. 446—450. Menuette u. Märsche 
zu 4 — 5 Stim. in Part. 

Nr. 451—516, 66 Sonaten für 2 Stim. 
(Flöte u. Cemb.); 3 Stim. Viol. Cemb., 
B.; Cemb. u. Viol.; 2 Fl. u. B.; 2 V. 
u. B.; für Harfe, Viol. u. Cemb.; 2 V. 
Viola u. Bc; Ob. V. Alto, Bc; 2 V. 
Viola, 2 Ob. Fag. Cemb. Nr. 478 eine 
Sonata possa zu 2 Clarini, Timpano, 
2 Ob. Fag. 2 V. Violetta u. Bc. (6 Sätze). 
Nr. 508 Sonata für 2 Cornu, 2 Chalumeau 
u. Fag. Nr. 515 im Canon geschrieben. 
Die Sonaten enthalten 2, 3 bis 6 Sätze in 
gleicher oder wechselnder Tonart. 

Ms. Nr. 398—425, 28 Duetti, ohne 
Bass, für 2 Flöten in Part. 443, 5 Choral- 
figurationen (für Orgel?) 

Eine Passion im Ms. Part. [Sonders- 
hausen, 



Molther, Philipp Heinrich. 



25 



Momiguy. 



2 Sinfonien in Bd. u. Dd. Ms. Stb. 
[Darm.st. 

1. Sinfonia :\ 4: 2 V. Alto Viola e Bc. 
Bd. Ms. Stb. [Schwerin F. 

Im Druck kann ich nur ein Werk verz. : 

Exercizio studioso, cont. 6 Sonate a 
V. solo e Cemb., op. 1. Anist, fol. [br. 
Mus. 

Moltlior, Philipp Heinrich, 

Liedei-dichter imd Prediger der 
Brüdergemeinde, geb. 28/12 1714 
zu Imsheim b. Buchsweiler i/EIs., 
gest. 9/9 1780 zu Bedford. Er 
führte ein sehr bewegtes Leben, 
welches ihn nach Frankreich und 
Irland verschlug. Seine geistlichen 
Lieder für die Brüdergemeinde, 
die mehrfach gedruckt sind, fanden 
eine weite Verbreitung. Von 
seinen Leistungen als Komponist 
geben uns die Kantaten und Ge- 
legenheitsgesänge Kunde, die sich 
im Archiv zu Herrnhut befinden 
(10 Stück). (A. d. B.) 

Moltner, Balthasar, ein Schul- 
kollege zu Schleusingen am An- 
fange des 17. Jhs. 

"Walther verz. von ihm eine Motette 
für G Stimmen auf den Tod der Frau 
Lattermannin zu Eisfeld. Coburg 1614. 4". 

Molu, Pierre, siehe Moillli, 
16. Jh. 
Molunct, siehe Molinet. 
Molza (Molsa), Tarquinia, aus 

Modena, eine Harfenistin von 1583 
bis 1586 am Hofe zu Modena an- 
gestellt. Sie war die Geliebte 
Jaches Wert's (Valdrighi 12, 52). 
In G. Leon. Primavera's I frutti 1573 
ein Gedicht von ihr. Sie wird dort Tanj. 
Molsa da Modena genannt. 

Mombelli, Domenico, geb. 17. 
Febr. 1751 zu Villanova (Vercelli), 
gest. 15. März 1835 zu Bologna. 
Ein Tenorist und Komponist, be- 
kleidete 1775 den Organistenposten 
zu Crescentino und komponierte 
die Oper Didone, kehrte darauf 
in seine Geburtsstadt zurück und 
bildete sich zum Tenoristen aus. 



1779 trat er in Parma, dann in 
Bologna, Rom und Neapel auf. 
Anfang 1800 sang er in Madrid 
und ging dann nach Wien. Noch 
1812 trat er in Rom mit seinen 
zwei Töchtern auf u. wurde dann 
vom Könige von Sardinien als 
erster Sänger angestellt (Fetis. Die 
ersten Daten auch in Masseangeli's 
Autographen-Samig.). Von seinen 
Kompositionen sind bekannt: 

La morte, e la deposizione della croce 
di Gesii Cristo. Azione sacra, in 2 parti, 
ä Soli, core ed orch. 1788 in AVien auf- 
gef. Ms. P. [Musikfr. Wien. 

Mentre un soave oblio, Scena e Cava- 
tina per Ten. con orcli. Ms. P. [Bologna. 

Clie chiedi, che brami, Duettino in sol 
a Sopr. e Ten. con orch. Ms. P. [Bo- 
logna. 

6 Ariette italiaue con acc. di Cembalo 
Arpa messe in musica dal Sigr. . . . 
Vienna, Artaria & Co. qiifol. [B. Kgsbg. 
Dresd. 

Rondo „Tu mi sprezzi". Napoli, L. 
Marescalchi. P. [Eiusiedeln. Mailand 
Cons. 

Ana. 15 BU. im Autogr. [B. B., L. 

Rec. e Duetto. P. Autogr. [Musikfr. 
Wien. 

Arie und Canzonette. 10 Canzouette, 
2 Duettini e 1 Canonc. [Musikfr. Wien. 

Sinfonia dell'opera Demetrio e Polibio 
im Autogr. P. [Mailand Cous. 

Momia^ny, Jerome-Joscph de, 

geb. 20. Jan. 1762 in Philippeville 
(Belgien, Prov. Namur), gest. zu 
Paris im Juli 1838 (Geburtsreg. 
in Gregoir's Panth. 3, 127/128). 
Mit 12 Jahren wurde er bereits 
Organist zu St.-Omer, dann zu St- 
Colombe, 1785 zu Lyon, flüchtete 
während der Revolution nach der 
Schweiz, ging 1800 nach Paris, 
errichtete eine Musikhandlung, in 
der er auch seine eigenen Werke 
herausgab. Später soll er nach 
Tours gegangen sein, da er aber 
in Paris starb, so muss doch dies 
sein letzter Aufenthaltsort gewesen 
sein (Fetis sehr ausführlich, ohne 
Geburts- und Todesdatum). An 



Momigny. 



26 



Monari, demente. 



Bologna. 



Kompositionen scheint er nur 
Weniges geschaffen zu haben, seine 
Hauptbestrebungen konzen tigerten 
sich auf die theoretische Seite der 
Musik. Auch darüber berichtet Fetis 
Ausfülirliches. Nachweisbar sind: 

Cours complet d'harmonie et de com- 
position, d'apres une theorie neuve et 
generale de la musique, basee sur des 
principes incontestables . . . Paris 1S0() 
chez l'auteur. 8". 3 voll. |B. B. B.M. 
Brüssel. br.Mus. Musikfr.Wien. Stadtb. 
Verdun. 

Expose succinet du seul sy.steme mu- 
sioal f|ui seit vraiinout fondö et coniplot 
... Paris (1808) Momigny. 8". 70 S. 
2 Taf. [B. B. B. M. Biüssel. 

La soule vraie theorie de la musique 
... Paris (1821) chez l'autheur. ful. 
[Bi-üssel. br. Mus. 

— La sola e vera teorica della nm- 
sica . . . Versione dal francose di E. M. 
E. Santerre. Bologna 1823 Ciju-iani e Co. 
4". 13() S. 84 Taf. Musikbeilag-, [IJrüssel. 
Musikfr. Wien. 

Auf eine Obsorvatioas sur la seule 
vraie theorie von AI. J. Morel, Paris 
1822, antwortet M. mit: 

Reponse aux observations de M. Morel 
. . . (Paris) de Hocfjuet. 8". 1 Bogen. 
[Brüssel. 

Encyclopodio methodique. Musique, 
publice iiar MM. Framoiy et Ginguenö 
(et de Momigny) Tome 1. 1791. T. 2. 
1818. 2 voll. 40. [Brüssel 3110. 

Fctis verz. an Kompositionen Kantaten, 
Quartette, Sonaten, Trios und eine Kla- 
vierschule, 11 Werke. 

Bekannt sind mir: 2 Romanzen im 
Einzeldruck. Paris [br. Mus.] u. ein Trio 
f. Pfte. V. u. B. op. 40. Paris, l'auteur. 
[Leo Liepm. 

MoiiiTS 1 turn'd [ Fabulist: | or, | 

Vulcan's Wedding. | An Opera: | After the 
Manner of tlio j Beggars Opera, | As it is 
Perform 'd at the | Theatre-ßoyal in Lin- 
coLns-Inn Fields. | With the Musick pre- 
fix'd to each Song. || London: | Printed for 
J. Watts. 1729. I 8». 79 pp. Text mit 
den Melodien. [Antiquar. Mai 1871. 

Moiiaca. Ricardus a, ein Kar- 
raeliterraönch , geb. zu Piazza, 
Schüler von Pietro Vinci, lebte in 
Sicilien u. war durch seine vielen 
Kompositionen einst weit bekannt 
(Gerber 2). 



Monaco, Bartolomeo, päpst- 
licher Sänger und 1707 Kapell- 
meister (Haberl, Kat. 69). 

Monachus, Samuel, bekannt 
d urch : 

Meletcmata sou oblectamenta musicalia 
theolog., medice, histor. concepta. Elbing 
1649. [B.Hbg. 

Moiiamy, siehe Crucc, Joan. 
— siehe Flanncl, Aegid. 

Monari , ßartolomeo , auch 
Monari di Bologna^ Fotis sagt: 
genannt il Monarini; geb. zu Bo- 
logna, ein Schüler Ag. Filipuzzi's. 
1(570 erhielt er den Organisten- 
dienst an S. Petronio in Bologna 
u. nach dem Tode Filipuzzi's den 
Kapellmeisterposten an S. Giovanni 
in Monte. 1688 wurde seine Oper 
Catone il Giovano in Bologna auf- 
geführt. 

Bekannt sind bis jetzt der Gesang Scoi'rea 
con pio superbo in Silvani's Samhvk. 
Melpomene von lü85 und 3 Sonaten für 
Orgel im Samlwk. 1700 Nr. 9. 10. 11 
unter dem Namen: Monari di Bologna. 
(Eitner 1. Im FW. Museum zu Cam- 
bridge wird Kat. 240 der Titel dieses Saml- 
wkes. angezeigt mit: XVII Sonate da or- 
gano cimbalo del Sig. Ziani, Pollaroli, 
P>assani e altri famosi autorij. Amst, 
Roger.) In Bologna im Autogi-. vom 14/7 
1707 ein Laudate pueri a % voci c. V. 
P. und in einer Kopie von Busi 70 S. 
(siehe Kat. 2, Bologna S. 27.5). — In 
Ilofb. AVien ein Miserere ti 4 voci con- 
cert. c. VV. e Rip. P. Autogr. 14 Bll. 
kl. 4". 190.50. Nur mit Monari gez., da- 
her fraglich, \velch(;m M. es angehört. — 
In Modena 1 Cantata par voce sola c. 
Bc. in den 28 Bden. Cautate. 

Im Ritter Nr. 23 eine Sonate im Neu- 
druck. 

Monari, demente, aus Bo- 
logna. Gerber 1 u. Fotis berichten 
gegen die mir vorliegenden Nach- 
richten. Sie sagen: geb. im Her- 
zogtum Modena und Anfang des 
18. Jhs. Kapellmeister a/d. Kathe- 
drale zu Reggio. Wogegen ihn 
das Ms., ein Oratorium von 1692: 
Compositore des Herzogs von 
Braunschweig Anton Ulrich nennt 



Monari, Clemente. 



27 



Mondonville, Jean-Joseph. 



und seinem Namen den Geburts- 
ort Bologna hinzufügt. Ebenso 
bez. ihn das Textbuch „Ballet der 
vier Jahreszeiten". Braunschweig 
bei Zilliger 1692. Bei den Opern: 
Gl'amori innocenti in 3 atti 1692, 
II Muzio Cevola in 3 atti 1692, 
La Libussa 1692, ist nur sein 
Name als Autor genannt (Chry- 
sander 1, 209). Allacci in seinem 
Opernverz. nennt ihn einen Ka- 
pellmeister a/d. Kathedrale zu Mai- 
land. Yon seinen Kompositionen 
sind bekannt (von obigen Opern 
ist scheinbar nichts mehr vor- 
handen) : 

I Bd. Arien im Ms. in Sondershausen. 

II fasto depresso uell'umiltä esaltata. 
Oratorio, Modena 1692. Ms. P. in Mo- 
dena (mit obiger Bez. als Komponist in 
Braunschweig). 

Mss. in B.B. 14570, Samlbd. P. mit 
3 Dixit Dnus. 5 voc. 2 V. 2 Violette 
et Org. — 3 Confitebor 3 v. et instrum. 
— 1 Nisi Dnus. 1 Magnific. 4 voc. 2 V. 
Bc. — 1 Missa 7 voc. 5 Instrum. et 
Bc, hier fehlt der Vorname, könnte da- 
her auch von Bartolomeo sein. 

— Ms. 136 Sorgea dal sen di Teti, Can- 
tata per Sopr. col Bc. 

Pougin berichtet, dass sein Oratorium 
La puritä trionfaate del sospetto 1711 zu 
Modena aufgeführt 'mirde. 

Moiiariiii, siehe Monari, Bartol. 

Monats - Früchte , siehe Rud. 
Werckmeister. 

Monchin, Miguel, ein Spanier, 
Zeit unbekannt. 

Die B. M. besitzt im Ms. P. Lamen- 
tatio 8 voc. c. org. 

Moneo, . . . war einer der 
Komponisten, die zu. Monteverdi's 
Arianne die Intermezzi schrieben. 
Die Arianne wurde am 28. Mai 
1608 zu Mantua 
(Viertel]. 3, 350). 

Moncriff, de, lebte im 18. Jh. 
und ist bekannt durch 

eine Chanson: Le mortel le plus mit 
Melodie im Arnaud (Baculard d'). 

Montlontlone , siehe Ferrari, 
Jac. Fil. und Ferrari, Girolamo. 



aufgeführt 



Mondonyille , Jean - Josepli 
Cassanea de, geb. den 24. Dez. 
1711 zu Narbonne (Pougin bezeich- 
net nach neueren Erforschungen 
in Narbonne den 25. Dez. 1711, 
obgleich Fotis ausdrücklich den 
25. als Taufdatum verzeichnet) ge- 
storb. den 8. Oktob. 1772 (nach 
Forkel 5, 301 und Pougin) in 
seinem Landhause Belleville bei 
Paris. Bildete sich zum Violin- 
virtuosen aus und reiste, wurde 
in Lille 1. Violinist, ging 1737 
nach Paris und spielte im Concert 
spirituel, wo man ihn als 1. Vio- 
linisten anstellte; später erhielt er 
auch in der Privatkapelle des 
Königs einen Platz und wurde 
1745 zum Surintendanten der Ka- 
pelle in Versailles ernannt. 1755 
wählte man ihn zum Direktor des 
Concert spirituel. 1758 zog ersieh 
mit einer Pension von 1000 Frs. 
zurück. Durch die Heirat einer 
reichen Frau, geb. Mondonville, 
1747, lebte er in guten Verhält- 
nissen, soll aber sehr geizig ge- 
wesen sein. (Fotis nach Beffara. 
Biogr. in Revue et Gazette musi- 
cale de Paris von Pougin 1860. 
M. L. Gilbert: J.-J. Cassanea de 
Mondonville, composit . . . Nar- 
bonne 1856 Caillard 8o. 38 S. 
— Sein erstes Auftreten als Kom- 
ponist wurde sehr günstig beur- 
teilt. Siebe Brenet, Les Concerts 
en France 1900 p. 197 ff.) M. 
schrieb nach Clement 9 Opern, 
doch hat sich keine die besondere 
Gunst des Publikums erworben. 
Er schrieb auch mehrere Ora- 
torien und andere geistliche Musik. 
Nachweisen kann ich von seinen 
Werken : 

12 Motetten im Ms. P. 1. Bonum est. 
2. Cantate Dno. 3. CoeH enarrant 1740. 
4. De profuudis 1748. r\ Dnus. reguavit. 
6. In exitu. 7. Jubilate. 8. Lauda Jeni- 
salem 1742. 9. Laudate Dmnum. 1756. 



Mondonville, Jean-Joseph. 



28 



Moneta, Giuseppe. 



10. Magnus Dnus. 11. Nisi Dnus. 1743. 
12. Venite exultemus 1750. [Bibl. der 
Tuilerien. — C. P. Nr. 2. 3. 5. 6. 10 in 
Kopie. 

Isbc, pastorale heroique en 5 actes et 
un prologue (10/4 1742). Paiis, Mme 
Boivin, grav. par Hue. F. fol. [Paris 
Topera. Brässel. B. "Wagen er. Paris 
Nat. C. P. Darmst. 

Le Carnaval du Paniasse , Ballet 
heroique en 3 act. et 1 prol. (23/9 1749). 
Paris, l'auteur. P. fol. [Paris Topera. 
Dresd. Mus. Paris Nat. br. Mus. C P. 

Amasis... 1749 Ms.? [C. P. 

Titon et l'Aurore. pastorale heroique 
en 3 actes et un prolog. (9/1 1753) oe. 8. 
Paris, Boiviu. P. fol. 205 S. [Paris 
l'opera. R. C. of. Mus. 1 Duett u. Chor 
in Ms. 1939. Hofb. Wien P. Karlsruhe. 
B. Wagener. ß. M. Dresd. Mus. B.B. 
Paris Nat. Berlin K.H. C. P. Darmst. 

Daphnis et A Icimadure, pastorale langue- 
docienne en 3 act. et 1 prol. (4/11 1754) 
oe. 9. Paris, chez l'auteur. P. fol. 
[Paris l'opera. B. B, Paris Nat. Brüssel 
und im Cons. br. Mus. Berlin K. H. 
P. F. Darmst. 

Les festes de Paphos, Ballet hcroiquo 
en 3 act. (9/5 1758) oe. 10. Paiis chez 
l'auteur. Grave par le Sr. Huc. P. fol. 
242 S. [Paris l'opera P. im Ms. Hofb. 
Wien im Druck. B. B. Paiis Nat. 
Berlin K.H. C. P. Darmst. Biiissel 
Cons. br. Mus. 

Privilege du Roy, mis en mu.sique. 
s. 1. in fol. (ein Gesang mit Orch.) [Paris 
Areenal. br. Mus. 

Trios, oeuv. 2. Paris [Paris Nat. 

Souates (6) pour le V. avec la Bc. 
Liv. 1. Grave p. L. Hue. Paris 1733. 
Boivin. Part. fol. 25 S. [B. B. B. 
Wagener. Paiis Nat. 

Pieces de clavecin en Senates, avec 
acc. de Violon, dediees . . . par M. Mon- 
donville. Oe. 3. Paris et Lille, chez 
l'auteur, au concert de Lille en Flandre. 
fol. 37 S. [C. P. B. B. B. Wagener. 
Paris Nat. Musikfr. Wien. br. Mus. Ms. 
14590 B.B. 

— Six Sonatas or Lessons for the 
Harpsich. which may be Accomp. with 
a Violin or germ. Flute. London, Walsh. 
P. 51 S. [ß. Wagener. br. Mus. 

Les sons harmouiques. Senates (6) 
a Violon seul avec la ßc. Op. 4. Paris 
chez l'auteur (1735). M^e ßoivin. 4 S. 
Vonvort. 41 S. Musit. [B. Wagener. 
Dresd. Mus. Paris Nat. br. Mus. 

Pieces de clavecin avec voix ou violon, 
dediees . . . maitre de musique de la 



chapolle du Roy. Oe. 5. Paris, l'auteur, 
rue des Vieux-Augustins. gr. fol. 19 S. 
[C. P. B. Wagener. Paris Nat. br. Mus. 

Ms. Dresd. Mus : 6 Sonate per il Cem- 
balo con un Violine, qufol. 

In Maupetit's Menuets kommt auch 
ein Mondonville mit einem Menuett vor. 

Im Alard, 5. Serie eine Sonate aus 
op. 4. 2 Sonaten f. Viol. (Eitner 2 
Nachtrag.) 

MondonYÜlo . . . Le jeime, ordi- 
naire du musique du Roi, nennt 
er sich in op. 1. Jedenfalls der 
Sohn des Cassanea de M., geb. um 
1748 zu Paris, bildete sich zum 
Violinisten aus, ging aber später 
zur Oboe über und trat als Kou- 
zertist auf; er st. um 1808 zu 
Paris (Fetis). Ich kenne von ihm: 

Six Senates U Violon seul et Bc. op. 1. 
Versailles, chez l'auteur. [B. Wagener. 
Paris Nat. 

— im br. Mus. wird der Druck: 
6 Sonatas or Lessons for the harps. with 
a V. or germ. flute. London, fol. mit 
Mondonville jr. bez., doch glaube ich, dass 
dies eine Verwechselung mit der englischen 
Ausgabe von op. 3 vom Vater Mondon- 
ville ist. — Gerber 1 leinte ihn 1767 in 
Deutschland als Violinisten kennen. 

Mondrik, . . . lebte als Musiker 
in Paris und gab 1792 „Air varie 
pour la flute'' in Paris heraus 
(Gerber 2). 

Monelli, Francesco, lebte um 
17. Jh. im Dienste des Herzogs 
von Piaccnza und wird von Fetis 
das Werk angeführt : 

Ercole neU' Erimanto per un' balletto 
fatto in Piacenza dal Seren. Sig. Duca 
il camevale dell'anno 1651. luvenzione 
e poesia drammatica del Cav. B. M. 
(Bernardo Morando). Piacenza 1651 Baz- 
zacchi. 4", doch ist ihm nur das Text- 
buch bekannt. 

Monet, siehe Monnet, Jean. 

Moneta, G^iovanni, Sänger a/d. 
Kapelle Philipp des Schonen um 
1505 bis etwa 1514 (Straeten 1, 
162. 170). 

Moneta Giuseppe, nennt sich 
Maestro di Toscana corte in Firenze 
(Florenz). In dem 2. unten verz. 



Mooetarius. 



29 



Monferrato. 



Werke: Maestro onorario della R. 
Corte d'Eti'uria. Nach Fetis war er 
1761 zu Florenz geb. und trat in 
den Jahren 1784—1791 als Opern- 
komponist auf. Fetis verz. deren 
sechs. Bekannt ist nur: 

Due Notturni a voce sola col acc. di 
Chitarra fi-ancese. Poesia di Fr. Gianni 
(s. 1. et a.) qu4P. 5 S. [B. Wagener. 
B. ßasev'i's. 

Sei ottave del canto XIX della Gerusa- 
lemme Laberata di Torq. Tasso, a Sopr. 
solo c. V . . . Ms. qufol. P. 25 S. [Bo- 
logna. B. Basevi's. 

Messe di Requiem ii 4 voci c. ström. 
P. 349 S. qufol. Ms. 16 647. [Hofb. 
Wien. 

Miserere h 3 voci con Violette ed org. 
P. 73 S. qufol. Ms. 16 648. [Hofb. 
Wien. 

Monetarius, Stephanus, aus 

Kremnitz, lebte als Musiklehrer 
in Wien im Anfange des 16. Jhs. 
Er gab das theoretische Werk 
heraus : 

Epithome utriusque musices practicae . . . 
recenter in florentissima Cracovia ad emo- 
lumentum plerisque harmonicae virtutis 
tjTonibus, quam exactissime contextum . . . 
Cracouie per Florianum ünglerum, s. a. 
[Prag Y H 69 Nr. 1.] Obige Nach- 
richten nach Ambros 3 , 155 , doch 
scheint der Verfasser nach dem Wort- 
laute des Titels das Buch für Krakau 
geschi'ieben , also auch dort gelebt zu 
haben. 

Moneyo, Joannes de, 1394 
unter dem Gegenpapste Sänger an 
der Kapelle (Viertelj. 3, 213). 

Monferrato (Montferrato), Padre 

Natale, Schüler von Kovetta, trat 

am 22. Febr. 1639 als Sänger in 

die Kapelle S. Marco zu Venedig 

mit 60 Duk. Gehalt ein, wurde am 

20. Jan. 1647 Yicekapellm. und den 

30, Apr. 1676 Kapellmeister ebd. 

mit 400 Duk. Gehalt, f im April 

1685 (Caffi 1, 56. 294). Von seinen 

Kompositionen sind nachweisbar: 

Salmi concertati a 5. 6 & 8 voci, con 
Viol. & senza, di . . . Op. 1. Ven. 1647 
Gardano. 11 Stb. 40, mit 2 V. u. Org. 
[B. Br. 



Salmi a 8 voci, a 2 chori con Ii due 
Tenoii che concertano uno per choro. Di . . . 
Op. 2. Ven. 1653 Franc. Magni. 9 Stb. 
40. 15 Ps., 1 Magnif. [B. B. B. Br. Ce- 
senaB. com: Gl. A2. Org. 

Motetti concertati ä 2, e 3 voci di . . . 
Lib. 1. Op.3. Ven. 1655 Fr. Magiü. 4 Stb. 
40. 20 Nrn. [B. Br. Bologna fehlt Basso, 
im Kat. 2, 464 die Dedic. 

— Ven. 1660 Fr. Magni detto Gardano. 
4 Stb. 40. 20 Nm. [Bologna. 

— An versa 1668 Plialesio. [Amst: Basso. 
Motetti a voce sola di . . . Lib. 1. Op. 4. 

Ven. 1655 Ales. Vmcenti. 2 Stb. qu40. 21 
Gesge. [B. Br. Bologna, br. Mus., Parte 
da sonar. 

Motetti a voce sola di . . . Lib. 3. Op. 6. 
Ven. 1666 Cam. Bortoli. Paii. qu40. 245 BU. 
[Bologna. 

Motetti concertati a 2 e 3 voci di . . . 
Ven. 1669 Franc. Magni (ohne opus). 4 
Stb. 4''. 21 Gesge., 1. Fideles properate — 
21. Alma redemptons mater. [Bologna, 
Kat. 2, 465 Regist. 

Salmi concertati a 3, 4, 5, 6. 7 & 8 
voci c. instrom. & senza, di . . . Lib. 2. 
Op. 8. Ven. 1671 Magni detto Gardano. 
12 Stb. dabei Org. 2 V. 1 Viola 1. coro. 
[Bologna. 

Salmi brevi a 8 voci a due cori. Di . . . 
Op. 9. Bologna 1675 Monti. 9 Stb. 4», mit 
Org. [Bologna. 

Salmi concertati a 2 voci c. V. et senza 
Op. 11 di . . . Ven. 1676 Sala. 6 Stb. mit 
2 V. u. Viola ad. lib. 9 Gsge. [B. Frkft. 
Bologna. C. P. 

Missae ad usum cappellanira 4, & 5 
vocibus concinendae . . . Op. 13 . . Ven. 
1677 Jos. Sala. 5 Stb. 4». 6 Mess. [Bo- 
logna. C. P. Paris Nat. Brüssel fehlt 5a. 

Salmi concertati a 3, et 4 voci c. V. et 
senza, di . . . Op. 16 . . Ven. 1678 G. Sala. 
8 Stb. mit Org. 2 V. u. Viola ad lib. 
[Bologna. 

Autiphonae uuica voce decantandae, . . . 
Op. 17 . . Ven. 1678 J. Sala. 2 Stb. qu40. 
zu 63 imd 120 S. [Bologna. Paris Nat. 
C. P. 

Mottetti a 2, e 3 voci. Di . . . lib. 3, 
op. 18. Ven. 1681 Gius. Sala. 4 Stb. 
4". [Bologna. Paris Nat. 

Missae et Magnificat . . . op. 19. Ve- 
netia 1681. [Paris Nat. 

In alten Samhvk. von Mar. Silvani: 
Sacri concerti 1668 der Gesang Dulce sit 
vobis 2 V. c. Bc. — In desselben Nuova 
raccolta di Motetti a voce sola 1670: 
Exaltabo te Dens. 

Mss. in B. B. 14610 iu K. Magiiif. 
8 voc. c. org. P. — Ms. 25 Salve reg. 



Mongaultier. 



30 



Monn, 



3 V. Bc. 1655. P. — Ms. T 154 ein Chor 
in P. 

In B. K. fol. 54. Beatus vir 3 v. c. 
stroni. Coufitebor tibi 3 v. c. ström. — 
1 Caotate a 1 v. 

In Dresd. Mus. Ms. A 463, 2 Magnif . 

4 voc. P. 

Mongaultier, de. In der Hofb. 
Darmstadts der Druck; 

Le reveil de Venus. Cantate ä voix 
seule avec Symphonie. Paris. P. 

Mongeiiot, . . . 

In Laborde's Essai Bd. 3 eine Chanson 
(Eitner 2 Nachtrge.). Der Kat. des Con- 
seiT. zu Pai'is verz. Duos fraugais avec 
orch. und Un recueil d'airs von einem 
Mongenot, doch muss dies ein jüngerer 
Komponist sein. 

Moiiger, William, ein Englän- 
der am Ende des 18. Jhs., von 
dem bekannt sind: 

Six Anthems, consisting of four col- 
lects, the twenty third Püaim and Gloria 
Patri . . . Printed for the Author: Ewell. 
fol. [hr. Mus. 

Mongez, Antoine, geb. um 1747 
zu Lyon, gest. 30. Juli 1825 zu 
Paris. Trat in den Orden Genovefa, 
erhielt darauf einen Administrator- 
posten im Finanzministerium zu 
Paris und wurde später in die 
Klasse des Instituts der alten Lite- 
ratur aufgenommen, verlor aber 
nach 2 Jahren 1816 obige Stellung. 

Er veröffentlichte in den Anciens Me- 
moires de l'Institut national, classe de 
litterature et beaux-aiis t. 3, 1801 und 
tom 4, 1803 zwei Artikel, welche die 
Musik aber nur nebenbei behandelt. Liepra. 
besafs 1888 eine: Memoire sur des cygnes 
qui chautent. Paris 1783. 8". 39 S. 

Mongi, Angelo, bekannt durch: 

Abhandlung über den figuriiten Con- 
trapunct. Herausgegeben von B. Asioli 
(übersetzt von C. F.Michaelis). Lpz. (181 6). 
8». [br. Mus. 

jülouich, . . . Musikdirektor in 
Brandenburg a/H., gest. 1809 (nach 
dem Matrikelbuch der Univ. Frank- 
furt a/0.). 

Moniglia, OioTaimi Andrea, 
geb. zu Florenz, ein Operukompo- 
nist, von dem 106 7 zu Dresden 
„II Teseo'' und zu Düsseldorf „Gio- 



casta" 1696 aufgeführt wurde (Ger- 
ber 2). 

Moiiin, Marguerite, eine Lau- 
tenspielerin, Schülerin von Bethune 
le cadet um 1664. besafs das Lau- 
teubuch Ym 2660 in quer 4^ der 
Bibl. JSTat. zu Paris. 

Monini, Giovanni, 

in Pietro Vinci's 2. lib. Madr. 6 v. 
1579: Vinci che con la musa, p. 25. Auch 
in Aufl. von 1583. 

Moniot von Paris, ein Trouba- 
dour und Komponist des 13. Jhs., ist 

im Ms. zu MontpelUer mit einer Mo- 
tette zu 2 Stim. vertreten, abgedr. im 
Coussemaker 5, Nr. XXXII u. 32, siehe 
auch S. 196. 

Moniot, Jean, Troubadour des 
13. Jhs., geb. zu Arras, ein Zeit- 
genosse Ludwig des Heiligen. 

Im Ms. 7222 (aucien fonds) der Natio- 
nalbibl. zu Paris befinden sich 14 Chan- 
sons mit Melodien (Fetis). 

Moniot, Pierre, von Arras, 
Troubadour und Komponist des 

13. Jbs. 

Im Ms. zu Montpellier eine 2st. Motette 
(dieselbe auch in Paris, Ms. 184). Cousse- 
maker 5, 196. Abdr. der Motette ebd. 
Nr. XXXI und 31. 

Monissart, Jan, Kapellmeister 
an der päpstl. Kapelle von 1479 
bis zu seinem Tode am 12. Aug. 
1491. (Straeten YI, 425.) Er besafs 
auch den Bischofsitz zu Tournai. 
Der Kapellmeistertitel war zu der 
Zeit nur ein Ehrenamt. 

Monja, Carlo, ein Komponist 
der 2ten Hälfte des 18. Jhs., von 
dem vorhanden sind ein 

Gloria in excelsis a 3 voci ed organo. 
Ms. P. qufol., ein Salve regina a Canto 
solo con quartetti und Tantum ergo 3 voc. 
c. orch. [Einsiedeln. 

Monn, Matthias Johann (resp. 
Georg). Ich glaube dass dies der- 
selbe Komponist wie MaWiaeus 
Georg 2Iann ist; sowohl die Lebens- 
zeit, wie die Stellung als Organist 
an St. Carl in Wien, Lehrer von 
Albrechtsberger und die Bez. G. 



Moun. 



31 



Moniiet. 



M. Monn auf einem Aiitogr. von 
1741 sprechen dafür. Letzere Bez. 
findet sich auch auf Ms. 14631 
der B. B., aber ausgeschrieben in 
Georg Matthieu Monn, dann wie- 
der Mathieu George Monn auf Six 
Quatuors Oeuvi'. posth., Vienne. Da 
diese Quartette die Lpz. Ztg. im 
Jahre 1808 bespricht, so kann er 
erst kurz vor diesem Jahre ge- 
storben sein. Dies würde wieder 
der Identität mit Mann widerspre- 
chen, denn dessen Tod wird schon 
im Jahre 1751 verz. Die Verwir- 
rung beginnt schon mit Gerber 2, 
der ihn Matth. Gio. Monn nennt, 
statt Matthias Georg, aber einen M. 
G. Mann nicht kennt. Die Lpz. Ztg. 
10, 433 u. 442 bringt einige Lebens- 
nachrichten über ihn, die sich mit 
Mann decken (siehe Mann). Schil- 
ling macht schon darauf aufmerk- 
sam, dass der M. G. Mann und Monn 
eine Person sind und teilt einige 
Charakterzüge von ihm mit. Unter 
dem Kamen Monn lassen sich fol- 
gende Kompositionen nachweisen : 

In der Bibl. der Musikfr. Wien: 

Missa 4 V, c. orch. P. — 2 Motetti für 
Solo, Chor und Ürch. P. 

Im Klosterneuburg: Messe in Bd. u. 2 
Motetten. 

Mit Georg Matthieu Monn ist gez. 

Ms. 14631 der ß. B. 14 Sonate per 
Cembalo. — 14632, Praeludia, Fughe per 
Cemb. — 14629 in K. Diveiidmento a 2 
Yiole c. B. 3 Stb. — 14630 m K. 11 Con- 
certi per il Clavic. c. V., Viole, Fl. e Bc. 
Stb. — 14633, 2 Capricci und Die Mühle 
f. Clav. 

Mit Mathieu George Monn gez. sind 

Six Quatuors pour 2 V. A. et Vcl. Op. 
posth. Yienne, Bureau des arts. Liv. 1. 2. 
4 Stb. [B. Wageuer. 

Nur mit Sigr. Monn gez.: 

Sinfouia a 4tro a V. 1. 2. Va. obl. con 
fondamento del ... Ms. in Stb. [Brüssel 
Cons. 2279. 

Im Kat. der Hofb. Wien schreibt Ant. 
Schmid: Georg Mathias Monn, geb. 1720, 
gest. 17.51 (?). Zuletzt Organist a/d. Karls- 
kirche zu Wien, Lehrer Albrechtsberger's. 

Die Hof bibl. besitzt: 



Cum saneto Spiritus, Fuga 4 voc. P. 
Ms. 16678. 

2 Missae in Cm. et Bd. a 4 voci con 
ripieni c. orch. composta 1741. Dazu noch 
ein Credo. Stb. kl. fol. 17314 15. 

Symphonia in Dd. P. Autogr. kl. fol. 
Ms. 18334. 

2 Trios f. 2 V. u. B. P. Ms. 18795. 

Generalbass-Beisp. 8 Bll. oufol. Ms. 
19101. 

Unter Georg Monn besitzen die Musikfr. 
i]i Wien: 

1. 2 Partite per V. A. e B. in Stb. 
2. Fuga in A. in P. 3. Quatiiors op. posth. 
4. Concertino fugato a 7 mit der Jahres- 
zahl 1742. 

Die übrigen Werke siehe unter Mann. 

Monuet (Monet), Jean, geb. zu 
Condrieux bei Lyon, gest. um 
1785 zu Paris. Wurde bei einem 
Onkel erzogen, der ihn aber sehr 
vernachlässigte, ging dann nach 
Paris und erhielt eine Stellung bei 
der Herzogin de Berrj. Seit dem 
20. Jiiü 1719 lebte er ohne Stel- 
lung und führte ein imordentliches 
Leben. 1743 erhielt er das Privi- 
legium der Opera -comique, 1745 
war er Direktor des Theaters zu 
Lyon, 1748 Direktor des Theaters 
franvais in London, 1752 — 1758 
wieder der Opera-comique zu Paris, 
eine Zeit, in der die Opera-comi- 
que ihre glänzendste Periode feierte. 
Von da ab verschwand er von der 
Bildfläche. Er selbst gab über sein 
Leben schon früh eine Biographie 
heraus : 

Supplement au Roman Comique. ou 
Memoires pour servir ä la vie de Jean 
Monnet. Paris 1722 (sie?) 2 voll. 12», 
mit Part. Liepm. besafe 1888 ein Exem- 
plar- mit Londres s. a. 2 voll. gez. Auf 
dem Titelbl. giebt er sich auch obige Titel 
zu Pans und Lyon, das Buch kann daher 
kurz vor 1748 oder sogar nach 1748 er- 
schienen sein, sobald es in London heraus- 
kam (Fetis). Sonst ist nur von ihm eine 

Anthologie franroise , ou Chausous 
choisies depuis le 13. siecle jusqu'ä prä- 
sent bekannt (Precedees d'un memoire 
historique sur la chanson par Meunier de 
Querion), s. 1. 1765. 3 Bde. in gr. 8° zu 
318 (64 Yorw.), 317, 320 und 110 S., nur 



Monnickendani. 



32 



Monsigny. 



Melod. u. Text, mit dem Poiir. des Autors. 
[B. M. B.Lpz. Musikfr. Wien. Hofb. 
Wien. Brüssel. Glasgow. 

Ein 4. Bd. ist betitelt: Chansons joyeuses, 
mises au jonr par un ane-ouynie, ouissime. 
Nouvello c'dition ... Paris 1765. 8"^. 
[Brüssel. 

Moiiiiickciidam, Simon van, 

Organist um 1432 an der Lieb- 
frauen -Bruderschaft zu Herzogen- 
busch (Bouwst. 2, 211). 

Monnois oder Monnoie ge- 
schrieben, ein zweifelhafter Name. 

Die B. Rostock besitzt von ihm die 
Arietten 1. L'innocence a Sopr. 2 V. 2 Ob. 
2 Cor. Va. B. 2. Ah! quol tracas quel 
embaras f. Sopr. V. B. o. Par los attraits 
de res|H)iaiice f. Sopr. 2 V. B. Mss. in 
Stb. und die Duette. 4. Ma tendresse poui- 
ma bergere f. 2 Sopr. 2 V. Va. Vcl. 5. 
Un instant, il m'attend f. Sopr. u. B. c. 
2 V. Va. Bc. 6. Ah! Eichard, ah! mon 
eher ami! f. S. u. B. c. Fl. trav. 2 V. 
Va. Fag. Vcl. Cembalo, 2 Cor. Ms. in Stb. 
Nr. 1 u. 2 aueli in Part. 

Monochord. 

Ein altdeutsches Ms. auf 3 Seiten, ent- 
hält die Erklänmg des Monochords. Cod. 
Lii)s. Paul, Nr. 14Ü3. [IJniveisit.-Bibl. in 
Lpz. Siehe Becker 1, M3 und 2, 140. 

Monopoli, siehe Insnnguine. 

Monpas, siehe Mcudc. 

Monro, Oeorge, Organist an 
St. Peter in Cornhill und Klavier- 
spieler an Goodman's-fields Theater 
um 1729. Er st. gegen 1731. 

Eiuige Gesänge von ihm befinden sich 
in dem Samlwk. 17S1: Musical Miscellany 
(liawkius 5, 179). Brown fügt dem nocli 
hinzu, dass er sich zuerst um den Orga- 
nistenposten au S. Georg, TTanover Square 
in London bewarb, den aber Kosingrave 
erhielt. Im br. Mus. 18 Einzeldnicke von 
allerlei Gesängen. In Longman's CoUec- 
tion of Catches, 6 voll. 16 Gesge. (Eat. 
Königsbg. verz.). In einer Samlg. Einzel- 
drucke des E. C. of Mus. 1373 einige Songs. 

Monro, Henry, geb. zu Lincoln 
1774, st. nach 1824. Chorschüier 
an der Kathedrale zu Lincoln, 
Schüler von Dussek und Corn, 
wurde 1796 Organist an St. An- 



drews, Newcastle. Er komponierte 
Gesänge, Sonaten und andere Kla- 
vierpiecen (Brown. Grove). 



Mons, Thomas, ein Engländer 
des 16. — 17. Jhs., ist bekannt durch 
Tänze für 5 Instrumente, die sich 
in FüUsack's Samlwk. 1607 c (2 Nrn.) 
befinden (Eitner 1). 

Monserrjite (Moutserrate), An- 
dres de, geb. in Catalonien Ende 
des 16. Jhs. und bekleidete 1614 
die Stellung eines Kaplans a/d. 
Kirche St. Martin zu Valencia 
(Titel). Er gab die Abhandlung 
heraus: 

Arte breve, y compendiosa, de las di- 
ficultades que se ofrecen en la musica 
practica del canto llano. Dirigida a la pu- 
rissima Virgen Maria ... En Valencia 
1614 Pedro Patricio Mey. 4». 124 S. 
[Brüssel 5953. C. P. llofb. Wien. br. 
Mus. B. Brüssel 5273 noch einmal hds. 
von Penio. In B. M. im Ms: El ave, la 
planta 12 voc., nur 4 Stim. vom 2. Chore 
vorlianden. 

Monsigny (auch nur M*** gez.), 
Pierre -Alexandre, Opernkompo- 
nist, geb. 17. Okt. 1729 zu Fau- 
quemberg, eine Burg in Pas -de- 
Calais, nahe bei St.-Omer, gest. 
am 14. (15.?) Jan. 1817 zu Paris. 
In der Jugend betrieb er eifrig 
Violinspiel, ohne sich zum Musiker 
auszubilden, vielmehr übernahm 
er 1719 eine Anstellung in der 
geistlichen Rechnuugskammer zu 
Paris und wurde nach einiger Zeit 
Haushofmeister des Herzogs von 
Orleans (Maitre de hOtel), wo man 
ihn auch als Maitre de musique 
gebrauchte. Nach Jahn 2, 205 
muss dies in die Zeit fallen, wo 
er sich bereits einen Namen als 
Opernkomponist erworben hatte, 
denn der Baron von Grimm über- 
schüttet 1767 in seinen Schriften 
seinen vollen Spott über diese 
Stellung. Im Jahre 1758 wurde 
sein Kompositionstalent durch An- 
hörung einer Oper von Pergolese 
dermafsen erweckt, dass er sich 
eine kurze Zeit unter Gianotti's 
Leitung mit den Grundbegriffen 



Monsigny. 



33 



Monsigny. 



der Komposition vertraut zu machen 
suchte ; doch schon nach 5 Monaten 
Studien brachte er die Oper „Les 
aveux indiscrets" auf die Bühne, 
die 1759 im Theater de la Foire 
St. Laurent zur Aufführung ge- 
langte und einen grofsen Erfolg 
erzielte. 1760 und 1761 brachte 
dieselbe Bühne 3 Opern von ihm. 
Seit 1762 wurden seine Opern in 
der Comedie italienne aufgeführt 
mit immer steigendem Erfolge, 
der sich bald bis aufs Ausland 
erstreckte. Yom Jahre 1777 ab 
schrieb er keine Oper mehr, in der 
Voraussetzung, dass es nun bergab 
gehen könne. Als Administrator 
der Domänen des Herzogs von 
Orleans und Generaliuspektor der 
Kanalbauten, nebst den Zinsen 
seines ersparten Kapitals hatte 
er reichlich zu leben, doch die 
Kevoliition nahm ihm alles und er 
wäre in bittere Not geraten, hätte 
ihm nicht die Opera comique eine 
Pension von jährlich 2400 fr. aus- 
gesetzt. Als Picinni 1800 starb, 
kam er in dessen Stelle als Studien- 
inspektor am Konservatorium, fühlte 
sich aber der Stellung nicht ge- 
wachsen u. legte sie 1802 wieder 
nieder. 1813 wählte ihn die Aka- 
demie an Gretry's Stelle zum 
Mitgliede. Jahn beurteilt seine 
Leistungen: M.'s Musik zeichnet 
sich durch grofsen Reichtum leicht 
ansprechende Melodien aus, und 
ein entschiedenes Talent für den 
Ausdruck des Gefühls liefsen den 
Mangel einer tüchtigen Schule 
übersehen. Viele seiner Opern 
hatten deshalb auch einen glänzen- 
den Erfolg, von denen einige, wie 
Le Deserteur einen weitverbreiteten 
Ruhm erlangten. 

Biographien erschienen 1. Notice hi- 
storique sur la vie et les ouvrages de 
Monsigny, Paris 1818 F. Didot. 4« (von 

Rob. Eitnor's Quellen-LexLkon. Bd. 7. 



Quatreniere de Quincy). 14 S., gelesen 
am 3/10 1818 in der Acadeiuie des beaux- 
ai-ts de rinstitut. [Brüssel] 2. Eloge 
de M. von M. Hedoin. Paris 18'J0. 8". 
3. Eloge histori(|ue de P. A. Mens. . . 
Arras 1819 von M. Alexandre. Ferner 
im Fetis. In der Wiener Musikzeitung 
1, 46. 

Von seinen Oi)ern sind heute noch 
nochweisbar (sie erschienen fast durchweg 
anonym, manche mit M*** gez.): 

Aliue, Peine de Golconde, Ballet heroi- 
que en 3 actes. Ms. P. 15/4 176(3 in 
der greisen Oper aufgef. [Paris I'opera.] 
1/10 1823 wurden Bruchstücke vermischt 
mit Kompositionen von Berten in 2 Akten 
aufgeführt. Ms. P. [ib. 

— im Druck: Paris, Herissant. P. 
320 S. aufgef. 15/4 1766. [Hofb. Wien. 
C. P. Paris Nat. Darmst. Brüssel Cons. 

Les Aveux indiscrets. Intcrmede en 
1 act. Eepr. 7. Febr. 1759. Pait 
Paris, Mouthulay. fol. [B. ß. 

— Paris, Chevardiere. P. 99 S. fol. 
[Hofb. Wien. Bi-üssel Cons. C.P. Paris 
Nat. Schwerin F. 

La belle Arseue. Comedie feerie en 
4 act. (6/11 1773). Paris, Des-Lauriers. 
Part. fol. 109 S. u. Stb. [B. B. B.Lpz. 
Dresd. Mus. Hofb. AVien: adresses ordin. 
Komponist mit M*** gez. Brüssel Cons: 
chez Houbaut, ein 2tes Exemplar: chez 
Bailleux. C. P. Darmst. br. Mus. ein 
Terzett. 

— Paris, Bailleux. P. [Paris Nat. 
Le Cadi dupe. Op. bouf. en 1 act. 

Part. Paris 1761. Grave P. E. Charpen- 
tier. De la Chevardiere. fol. 53 S. (en 
mus. par Mr.***). [B. B. B. M. Schwe- 
rin F. ohne Autor. Hofb. Wien. Dresd. 
Mus. nebst Kl.-A. C. P. Paris Nat. 
Brüssel Cons. 

Le Deserteur, Drame en 3 act. (ohne 
Namen) 6/3 1769. Grave MUe. Vendome 
et le S. Moria. Paris, Claude Herissant. 
P. 276 S. [B. M. Dresd. Mus. Hofb. 
Wien. br.Mus. Brüssel Cons. Blusikfr. 
Wien. B. Rostock, mit beiliegendem 
Dialog. 

— Ausg. Paris, Bailleux. 267 S. P. 
[B. B. auch im Ms. u. Kl.-A. BerlinK.H. 
Bologna. Wolfeub. Mailand Cons. Brüs- 
sel. C. P. Darmst. 

— Ausg. Paris, Des-Lauriers. fol. P. 
[B. B. Paris Nat. 

— Im Ms. B. Joach. München Oper. 

— Ausg. London, Johnston . . . Long- 
man . . . qufol. [br. Mus. 

— Neue vollst. Ausg. im Kl.-A. von 
Kleinmichel, mit Dialog. Lpz., Senff. 

3 



Mousigay. 



34 



Mont'Albano. 



Le Fancon, op. -com. en 1 act. 1771. 
[Paris Nat. C. P. Dannst. 

Felix ou l'enfant trouve, Comed. en 
3 act. 24/11 1777 (o. Namen). Paris, 
BaiUeux. Grav. Maiguan. P. [B. M. Paris 
Nat. C. P. Brüssel Cons. 

— Paris, Le Duc 1781. P. u. Stb. 
[B. B. Bi-üssel. Darnist. 

L'isle sonante, op. - com. en 3 a. (4/1 
1768) Paris, Herissant. P. [Brüssel Cons. 
Paris Nat. C. P. B. B. Darmst. 

5 Arien und 2 Duette aus der Oper 
Liicile im Druck. [B. Rostock. 

Le maitre en droit, op. -bouf, en 2 a. 
(0. Namen) (13/2 1760). Paris, Le Huö. 
fol. P. [Brüssel Cons. B.B. CP. Paris 
Nat. Berlin K.H. br. Mus: Ausg. in 
Nouv. theut. de la fuire. Bd. 5. 1763. 
80. Hofb. Wien, Ms. 17893. 

On ne s'aviso jamais do tout, Op. 
bouffon en 1 act. Mus. par Mons. *** 
Eepr. ü Versailles, 2. Dec. 1761. Paris 
Bailleux. fol. [B.B. Wolfenb. Hofb. 
Wien. C. P. br. Mus. in Operetten- 
Samlg. Bd. 2. fol. 

— Paris 1761 Le Sr. Hue graveur. 
[B. M. Brüssel Cons. Dresd.Mus. Paris 
Nat. Schwerin F. Darmst. 

Rose et Colas, Com. en 1 act. (8/3 
1764) (o. Namen). Paris, Herissant. P. 
154 S. [B. M. Briissel Cons. Hofb. 
Wien. Schwerin F. Dannst. 

— Paris, Bailleux 1764. P. [Dresd. 
Mus. C. P. 

— Paris 1764 Des Lauriers. P. [Dresd. 
Mus. Brüssel. Paris Nat. München 
Oper im Ms. P. B.B. Ms. 14650a. 

— Röschen und Colas im Kl. - Ausz. 
Berlin, Rellsiab. 38 S. [B. Wagener. 

Le Roy et le fermier. Comedie en 3 
actes (o. Autor), repr. 22/11 1762. Paris, 
Herissant. P. fol. 187 S. [B. B. B. Lpz. 
Brüssel Cons. Hofb. Wien. Paris Nat. 
Dresd. Mus. im Ms. P. br. Mus. Schwe- 
rin F. Darmst. 

— Paris, Des Lauriers. P. [B. M. 
C. P. 



Einiges in Lieder u. Gesänge, Kopen- 
hag., Sonuichsen. [B. B. 

Gesänge in Joh. Andre's 6. Samlwk. 

In J. J. Hummel's 3. Samlwk. — 1 
Romauce im Choron (Eitner 2). 

In John Corri's A select collection 
1788, Bd. 2 pag. 39. 43. 14. 42. In Bd. 
3, pag. 52. 

Ein Brief vom 9/2 1809 nebst Porir. 
Autogr. B. B. Grasn. 

Zahlreich sind die einzelnen Arien aus 
seinen Opern, die sich im Ms. u. Einzel- 



drucken befinden und auf allen gröfseren 
Bibl. vertreten sind. 

Das Liceo zu Bologna besitzt im Druck 
eine Part, zu salutaris hostia für 4stim. 
Chor mit Pfte. 2 Bll., s. 1. 

Monstreul, Joannes, von 1458 
bis 1493 päpstl. Sänger (Haberl 
1, 228). 

Mont, du, siehe Diimont (Henri). 

Mout, Joannes, Leodiensis dioc. 
(Liege). Tenorist vom 4. Aug. 1539 
bis 1552 an der päpstl. Kapelle zu 
Rom (Viertel]. 3, 268). Straeten 
6, 376. 406. 407 nennt ihn auch 
Giovan di Monte. Im üebrigen 
viel Ungenaues. 

Montag'nana, Rinaldo da, siehe 
Rinaldo da M. 

Montagnat, ... ein Arzt, geb. 
zu Amberieux in le Bugey im 
18. Jh., kam jung nach Paris und 
gab über die menschliche Stimme 
mehrere Abhandlungen heraus. 
Fetis verz. ohne Fundort 

1. Quaestio physiologica, au vox hu- 
mana a fidibus sonoris plectro pneumatico 
motis oriatur. Paris 1744. 4". — 2. als 
Verteidigung gegen Angriffe: Lettre <ä 
M. l'abbe Defontaines, en reponse a la 
critique de M. Burion du sentiment de 
M. Ferrein sur la fonnation de la voix. 
Paris 1745. 12<^. 3. Eclaircissement en 
forme de lettres ä M. Bertin, au sujet . . . 
Paris 1746 David. 12". 

Montaii^ne, s. Dcmaii^ne, Noe. 

Montaigne, Graultier (Walterus) 
de, Leodiensis, ist am 16. Nov. 
1674 als Musicus in der Univers, 
zu Leyden verzeichnet (Bouwst. 3, 
2). Er soll ein Schäferspiel: ,,Das 
Paradies der Schäfer" komponiert 
haben. 

Mont'Albano, Bartolomeo, aus 
Bologna gebürtig, Minoriter und 
um 1629 Kapellmeister an S. Fran- 
cesco in Palermo (Titel). Man 
kennt von ihm: 

Motetti di F... Ad 1. 2. 3. 4. & 8. 
voci, con il partimento per l'orgauo, et 
una Messa a 4. Op. 2. Palermo 1629 
Maringo. 5 Stb. fol. [Bologna. 

Motetti di ... Ad 1. 2. 3. 4. & 8. voci 



Montali. 



35 



Montanus, Irenius. 



(wie obeu). Op. 3. Ib. 1629. 5 Stb. 
fol. [Bolo^'ua. Beide opera am 12. April 
1629 iu Palermo uuterz. Von beiden (V) 
eine moderne Part. ebd. 466 Seiten. 

Sinfonie ad 1 e 2 V. a 2 e Trombone 
c. il partimento per Torgano. Palermo 
1629 G. B. Maringo. Wasielewski 2, 38 
u. 42 Urteil u. Nr. 14 Abdruck eines 
Satzes. [Bologna. 

Montali, Francesco, lebte im 
18. Jh. 

In B. Karlsruhe Nr. 686 ein Concerto 
di Flauto trav. c. Fl. 2 V. e B. 

Montalva, Don Grarzia, ein 

Chitaronne-Yirtuose am Hofe zu 
Florenz an der Wende des 16. Jhs. 
(Yiertelj. 5, 420). 

MontalTUS (Monte Calvo, Mona- 
taltus, de Monte alto), Franciscus, 
ein Spanier, von 1545—46 Sänger 
am St. Peter in Rom und vom 
30. Jan. 1547 — 1555 in der six- 
tinischen Kapelle (Viertel]. 3, 274 
u. Reg.; wird noch 1579 genannt). 

Montan Kcrton, siehe Berton. 

Montanari, Francesco, nicht 
Antonio wie Hawkins, Gerber 2 
und Fürstenau 2 b, 86 ihn nennen. 
Ein berühmter Violinist aus Padua 
geb. und seit 1717 bis zu seinem 
Tode 1730 am St. Peter in Rom 
als Violinist angestellt. Wasie- 
lewski 1, 3. Aufl. S. 103 bezeich- 
net seine Arbeiten als unbedeutend, 
giebt aber sonst nichts Weiteres 
an. Die Musikfr. in Wien besitzen 
von ihm 

6 Sonate a V. e Vcl. op. 1. 

Divertimento per Flauto e Pfte. op. 16. 

Montanari, Grermintano, ein 

Astronom u. Mathematiker zu Padua, 
geb. um 1632 zu Modena, gest. 13. 
Okt. 1697 zu Padua. Gab heraus: 

La tromba parlante ; discorso accademico 
sopra gli effetti della tromba da parlar 
da lontano, con altre considerazioni sopra 
la natura del suouo e dell'echo. Guastalla 
1678. 4« (nach Fetis). 

Montanaro, Antonio, nur be- 
kannt durch zwei Werke im Be- 
sitze der Musikfr. in Wien 



1. 8 Concerti per 2 V. et acc. 

2. Sonata per Vcl. e B. Stb. 
Montanaro (Montanari) , Oio- 

vanni Battista, ein Komponist 
des 16. Jhs., 

ist im Samlwk. 1562 b mit einem 3stim. 
Madrigal vertreten (Eitner 1); in Soriano's 
2. lib. Madrig. 1.592 mit dem 5stim. Madrig. 
Come diro und im hds. Samlwk. Contra- 
puuto 2 mit 8 Sätzen. Haberl fand im 
Archive des S. Giov. Laterano zu Rom 
einige Kompositionen, die er für seine 
ßibl. kopierte. Nach, der Dedication So- 
riano's zum 2. Buche des 5stim. Madrig. 
von 1592 bez. er denselben als seinen 
verstorbeneu Lehrer. 

Montanos, Francisco de, ein 

spanischer Ecclesiastiker zu Valla- 
dolid, gab heraus: 

Arte de luusica theorica y pratica de 
. . . racionero en la iglesio mayor de Val- 
ladolid. Valladolid 1592 Cordova. 40. 
[B. B. Brüssel 5330. br. Mus. 

Arte de canto llano. Salamanca 1610. 
4" (Fundort unbekannt). 

— . . . con entonacioues comunes de 
coro y altar . . . Nuevamente corregido . . 
por S. TiOpez de Velasco. Madrid 1648 
40. [br. Mus. 

— . , . par Don Joseph de Torres 
Madrid 1712 Mouille. [Leo Liepm. 

— vermehrt von D. Joseph de Torres 
Madrid 1728 Miguel de Rezola. kl. 4", 
267 S. [Bologna, br. Mus. 

— corregido y cumendado por Seb 
Lopez de Velasco. Zaragoza 1756 Moreno 
40. [Brüssel 5953. 

— nuevam. corr. por J. de Torres. 
Madrid 1784. 40. [br. Mus. 

Im Cerone Nr. 7 ein Canon 0. Text 
mit Francesco de Montane gez. 

Montant . . . gab vor 1783 zu 
Paris opus 1 heraus, 6 Trios für 
Guitarre, Violine und Bass (An- 
zeige). 

Montanus et Neubcrus, Ver- 
leger und Drucker in Nürnberg, 
siehe Berg und Neuser. Die 
Bd. 1 S. 456 erwähnte Motette aus 
15541: Christus resurgens befindet 
sich auch im Ms. 8, 22 der B. Br. 

Montanus, Irenius, Fetis hält 
den Namen für pseudonym. In der 
Bibl. Berlin u. in Dresden befindet 
sich eine Abhandlung von ihm: 

3* 



Montanas, Philii^pus. 



36 



Monte, Philippe do. 



Historische Nachricht von den (ilocken, 
oder allerhand curieuse Anmerkungen vom 
Ursprung, Materie, Nutzen, (jebrauch und 
Missbrauch der Glocken. Chemnitz 1726 
Stöfsel. 80. 136 S. Augeheftet eine 
ähnliche Abhandlung von Johann Gott- 
fried Hauch; Glockenspieler an der Kirche 
St, Peter in Fieiberg. 

Moiitjiims, Pliilippus, 1571 
Bassist an der Kathedrale zu 
Mecheln (Straeten 1, 3). 

Moiitariii, . . . 

kommt im Sandwk. Airs 1710b mit 
5 Airs vor und in Eallard's Meslanges 
1727. 

JIoHtbuissoii, Victor de, Ave- 
nioucnsis (aus Avignon). 

Lautenstücke im Besardus 1603, im 
Denss 1594, im Ms. B 1030 der B. Dresden 
Nr. 10 eine Courante. 

Mont<lor2;e , Antoine Gautbicr 
de, s. Oauthier de Moiitdor^e. 

Monte (Munde), Ae^ld de, Altist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
12 Gld. monatl. vom 1. Dez. 1564 
bis 1566 (Köche! 1). 

Monte Calvo, siehe Montalviis. 

Monte, Christophorus de, Ton- 
setzer um 1100 geboren in Feltra 
in Italien (Ambros 3, 472). 

Im Ms. Cod. 37 zu Bologna die Mo- 
tetten: Plaudc decus niundi 4 voc. Do- 
minicus a dono 4 voc. 

Monte, Cola Nardo di, s. Cola. 

Monte, Frauciscus de, Altist 
an der päpstl. Kapelle; wird den 
2. Sept. 1547 genannt (Viertelj. 3, 
274); auch in der erzbischöfl. Ka- 
pelle zu Salzburg diente ein Sänger 
gleichen Namens als Tenorist (Pere- 
grinus 59). 

Monte, Joaehlmus de, ist durch 
10 Gesänge bekannt, die sich 

in den 6 Chorbüchern der B. Leyden, 
bez. mit A — E, befinden. Es sind 

A solis ortus cai'd. E 377. 

Angelus domini. A 135. 

Aurea luce et decore. E 71. 

Ave maris Stella. E 382. 

Benedictus dnus. A 160. 

Christe qui lux. E 379. 

Christus resurgens. A 141. 

Dennis pudici. E 381. 



Elisabet. E280. 
Surge Petre. A 177. 

Monte, Joannes de, tritt im 
Sept. 1447 als päpstl. Sänger mit 
8 Gld. Gehalt ein, erscheint dann 
wieder in den Rechnungen im Dez. 
1450—1458. Er ist der Lehrer 
des Bartolomeo Ramis (Viertelj. 
1, 408. 3, 225—227). 

Monte, Fra Jos6 do Espii'ito- 
Santo. Ein Geistlicher des 18. Jhs. 
und Mönch des Ordens Terceira, 
Vikar zu Lissabon u. Chordirektor 
im Kloster de Nossa Senhora de 
Jesus. Er gab heraus: 

Viudicias do Tritono com luiin breve 
exame theorico-critico das legitimas, soli- 
das, e verdadeiras regras do Canto eccles. 
... Lisbao 1791 Ferreira. 4«. VIII, 
92 S. (Vasconcellos, Leo Liepm. 1900, 
Kat. 144). 

.Monte, Lanibertus, ist im 

Chorbuche 3 des Stiftskapitels zu Aachen 
p. 59 mit einem Magnificat 6 voc, p. 191 
mit Magnum triumphum 5 voc. und p. 193 
mit Descendi in hoiium meum 5 voc. ver- 
treten. Dieselben sind 1579 geschrieben. 

4 geistl. Gesge. in neuen Ausg. (Eituer 2 
Nachtrge.). 

Monte, Lodovico, aus Bologna, 
siehe Milioni, Pictro: Vero e 
facil modo. 

iMonte, Philippe (Filippo) de, 
Fotis unter Phili])pe de Mons, wie 
er in keinem alten Drucke zu 
finden ist. In den Registern der 
Hofkapelle zu Wien ist er Phi- 
lippus de Monte geschrieben. Ein 
Belgier, ob in Mons oder Mecheln 
geb., ist noch nicht festgestellt. 
Fotis und Straeten streiten sich 
darum. Maldeghem im Tresor, 
Jahrg. 10, 1874 überschreibt eine 
Messe von ihm mit Philippus van 
den Berghen, ob aus eigener Er- 
findung oder nach Vorschrift des 
Originals, sagt er nicht. Auf 
seinem Porträt, welches Straeten 
5, 80 reproduziert, liest man „aeta- 
tis suae 73 anno 1594", er war 
demnach 1521 geboren. Am 1. Mai 



Monte, Philippe de. 



37 



Monte, Philippe de. 



1568 wird er zweiter Ksl. Kapell- 
meister neben Yaet mit 30 Gld. 
monatl. Gehalt und 1577 erster 
Kapellmeister, f 4. Juli 1603 zu 
Prag (Köchel 1, 105. 195. 285). 
Nach Coussemaker 6, 13 war er 
auch Schatzmeister und Kanonikus 
am Dome zu Cambrai, wohnte aber 
nur vorübergehend dort. In den 
Messen von 1587 nennt er sich 
„Philippus de Monte, ecclesiae Me- 
tropolitanae Cameracensis Canoni- 
cus et Thesaurus et sacratissimi 
Rudolph! IL Imperator, Chorus 
praefectus". Bestätigt demnach 
alle oben angeführten Aerater. 
1592 widmet ihm Tib. Massaino 
sein Lib. 1. Cantiones 4 voc. und 
nennt ihn „Philippe de Monte 
Canonico et Thesauris Camera- 
censi (Cambrai) necnon S. C. 
M(ajestatis) Musicae praefecto". In 
der Dedic. selbst bez. er ihn als 
einen „8enex venerande" und dann 
mit „Tu enim quantumvis senili 
aetate". Als er starb war er 
82 Jahr alt. Straeten 5, 80 druckt 
das Lobgedicht auf ihn von Elisa- 
beth Westen ab. Er rauss sich 
oft in Italien aufgehalten haben, 
denn er war den italienischen 
Musikverlegern wohl bekannt und 
unterzeichnet mehrere Dedic. in 
Venedig, auch bedient er sich da- 
bei öfter der italienischen Sprache. 
Ein Urteil über seine Komposi- 
tionen gebe ich in der AUgem. 
deutsch, ßiogr. Von seinen Werken 
lassen sich heute noch nachweisen 
(geordnet in geistliche und welt- 
liche Kompositionen): 

Missa ad modulnm: Benedicta es 6 
voc. . . . Am Ende: Autv. 1579 Chr. 
Plantiuus. Chorb. fol. 26 Bll. [B. Kgsbg. 
Hofb. Wien. 

Lib. 1. Missaruni. Antverp. 1587 Chr. 
Plantiuus. Chorb. in fol. 7 Mess. [B. M. 

Missa sex vocum ad tonum Peregrinuni 
facta ä . . . Codex 4 fol. Chorb. 29 Bll. 
Ms. [Brieg. 



Missa super Mon cueur lere conimande, 
5 voc. Ms. in Freiberg S. B. Joach. Part. 
Berlin Kircheninstit. in P. 

. . . Sacranim cantiouum , c. 6 & 12 
vocib. quae vulgo Motecta . . . Lib. 1. 
Yen. 1585 Gard. 6 Stb. qu4". 29 Bll. 
[B. K. B. D. 

. . . Sacrarum cantionum c. 6 voc. quae 
vulgo Motecta . . . Lib. 2. Yen. 1587 
Ang. Gard. 6 Stb. qu40. 28 Bll. Dedic. 
in Prag unterz. [Modena: A. B. 5 a et 6 a. 

B. D. B. K. br. Mus. fehlt 6a. Köln: 

C. 2 A. T. B. 

Sacrarum cantionum c. 5 vocibus quae 
vulgo Motetta nuncupantur. Lib. 1. Yen. 
1572 Scotus. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. 
[Hofb. Wien. 

Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 2. 
Yen. 1573 Scotus. 5 Stb. qu40. [B. M. 

Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 3. 
Yen. 1574 Scotus. 5 Stb. qu40. 28 Nrn. 
[Hofb. Wien. B. M. 

Sacranim cantionum c. 5 voc. Lib. 4. 
Yen. 1575 figl. di Ant. Gard. 5 Stb. qu40. 
[B. M. B. B. B. D. 

. . . Sacrarum cantionum cum 5 vocib. 
quae vulgo Motetta nuncupantur, Lib. 5. 
Yen. 1579 haered. H. Scoti. 5 Stb. 4". 
[Bologna. B. M. B. L. Modena: A. 5a. 

Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 6. 
Yen. 1584 Gardanus. 5 Stb. qu40. 28 
Nrn. [B. D. 

Sacranim cantionum c. 5 voc. Lib. 7. 
Yen. 1600 Gard. 5 Stb. 4». 29 Nrn. 
[Proske, auch in hds. Part. 

Sacranim cantionum c. 4 voc. . . Lib. 1. 
Yen. 1596 Gardanus. 4 Stb. qu4o. 29 
Nrn. [Hofb. Wien: B. 

... II 1. lib. de Madr. spirituali a 
6 voci . . . Yen. 1583 Gard. 6 Stb. qii40. 
29 Madr. In Wien gez. [B. A. B. D. 
Yerona S. f : T. 

... II 2. lib. de Madr. spirituali a 6 
& 7 voci . . . Yen. 1589 Gard. 6 Stb. 
qu4''. 22 Madr. In Yenedig gez. [B. M. 
Florenz B. n. br. Mus: 6a. 

... II 1. lib. de Madr. spirituali a 5 
voci . . . Yen. 1581 Gardano. 5 Stb. 
qu40. 30 Madr. In Wien gez. [B. A. 
B. D. 

Eccellenze di Maria Yergine descritte 
daireccell. Sig. Oratio Guarguante Med. 
Fis. Esposte in Musica dal ... A 5 voci. 
Yen. 1593 Gard. 5 Stb. qu4''. 42 Nrn. 
[Yen. Marco: B. 

Chansons, Ödes et Sonets de Pierre 
Ronsard ä 5. 6. 7 pts. mis en musique 
par . . . Liv. 2. (Liv. 1 von Castro.) 
Lovain et Anvers 1575 Phalese et Beilere. 
5 Stb. qu4o. [B. K. B. B: Superius. 



Monte, Philippe de. 



38 



Monte, Philippe de. 



B. M. fehlt 5 a. Upsala: a Paris 1575: 
A. T. B. 5 a. 

La fiammetta Canzone di ... insieuie 
altre Cauzoni et Madrigali vagliissiini a 
7 voci, con uu Echo ii 8 . . . Lib. 1. 
Ven. 1599 Gaidano. Dedic. in Venedig 
gez. 7 Stb. 40. 30 Gosge. [ß.A: fehlt 
5a. B. D. B.Fikft: C. 5a. 6a. B.K: 

C. B. Florenz B. n. fehlt B. Bologna: 6a. 
Musica sopra il pa.stor fido di . . . Oue 

si contengono Canzoni, & Madrigali vaghiss. 
. . . Lib. 2. a 7 voci. Ven. 1600 Gard. 
7 Stb. 40. 29 Gesge. [B. A. fehlt 5 a. 
Proske: 6 a. Oxford Ch. Ch. kompl. 

II 1. lib. de' Madrigali a 6 voci di . . . 
ristamp. Lib. 1. Ven. ]569 Claudio da 
Corregio. 6 Stb. riu4". 25 Gesge. [Hofb. 
Wien fehl. C. 6 a. Venedig Marco 5 Stb. 
Verona S. f : C. T. B. 

— . . . Madr. 6 v. Von. 1570 Scotto. 
6 Stb. 4". [B. B:C. br. Mus:A. Flo- 
renz B. n. fehl. C. T. 

— ... 1. lib. Madr. G v. rist. Scotto. 
1574. 6 Stb. 40. [Bologna: A. Modeua 
fehlt 6a. Verona S. f : 6 Stb. Born Ce- 
cilia fehlt C br. Mus. fehlt 6 a. 

— Scotto 1582. 6 Stb. 4». [B. B: 
C. A. B. B. D. B. Köln: C. B. B. M. 
Hofb. AVien : C br. Mus. Modena. Bo- 
logna feiil. T. 6 a. Von. Marco fehl. C. A. 
Neapel CoGs: fehl. T. B. 

— Ang. Gardano rist. 1592. 6 Stb. 
[Rom Cecilia fehl. C. A. 

— l'herede di Girol. Scotto rist. 1573 
(Vogel glaubt, dass es 1594 erschien, da 
aber Scotto im Sept. 1573 starb, so liegt 
kein Grund vor an 1573 zu zweifeln). 
6 Stb. [Rom Ceciha fehlt C 

. . . n 2. lib. delli Madr. ä 6 voci, di 
nuouo da lui composti . . . Ven. 1569 
Scotto. Dedic. in Wien 1569 gez. 6 Stb. 
4". 29 Madr. [B. M. Mailnnd Cons: C. 
Rom Cecil. Bologna, br. Mus: fehlt 6a. 
Hofb. Wien. 

— 1571 ib. [br. Mus: 5a. 

— ristamp. Scotto's Erben 1576. 6 Stb. 
40. [B. B. Rom Cecil. felüt T. Bologna: 

A. br. Mus: C 

— rist. ib. 1582. 6 Stb. 4°. [B. D. 

B. Köln: C B. Bologna: C. A. B. Mo- 
dena. Mantua A. G: 5 a. Vened. Marco 
fehlt C. A. Florenz B. L: 5a. br. Mus. 
Glasgow. 

... II 3. lib. de Madr. a 6 voci . . . 
Lib. 3. Ven. 1576 Ang. Gardano. 6 Stb. 
qu40. 29 Madr. [Vened. Marco. Rom 
Cecil. fehl. C. A. Paris Nat: A. Modena. 

C. P. 

— ristamp. ib. 1585. 6 Stb. [B. D. 
B. M. Bologna fehlt 6 a. 



... II 4. lib. de Madr. a 6 voci. Ven. 
1580 Ang. Gard. 6 Stb. fiu40. 20 Gesge. 
[B.B:T. B. D. B. M. Bologna: B. 
Florenz B. n. fehl. T. 6 a. Rom Cecil. 
fehl. C. A. Paris Nat: A. br.MusiC. 

— ristamp. ib. 1589. [Florenz B. n. 

— ristamp. ib. 1592. [Bologna fehlt 6 a. 
... II 5. lib. de Madr. a 6 voci . . . 

Ven. 1584 Ang. Gard. 6 Stb. qu40. 28 
Gesge. [Bologna, br. Mus : C. T. B. 

— rist. ib. 1585. [br. Mus: A. 5a. 
... II 6. lib. de Madr. ä 6 voci. Ven. 

ib. 1591. Dedic. in Venedig 25/5 1591 
gez. 6 Stb. qu4". 29 Gesge. [Bologna: 
A. T. 5 a. 

... II 7. lib. de Madi-. ä 6 voci. Ven. 
1591 ib. 6 Stb. (iu4o. 29 Gesge. Dedic. 
in Venedig 1.5/10 91 gez. [B. B: B. 

... II 8. lib. de Madr. 11 6 v. Ven. 
1594 ib. Dedic. in Venedig 1/1 94 gez. 
6 Stb. qu4<'. 29 Gesge. [Bologna: B. 

La Ruzina Canzone di Filippo de Monte, 
insieme un'altro di Cipriano de Rore, et 
altri Madrigali de diuersi famos, autori a 
6 voce. Ven. 1591 Gardano. 6 Stb. 4» 
(.siehe Eitner 1, 1.591 b). [Kassel. Proske 
fehlt T. 6 a. B. A. Modena fehlt T. br. 
Mus: C. 

Madrigali a 5 voci de ... Lib. 1. 
Roma 1554 per Valerie & Luysi Dorici 
fratelli. 5 Stb. qu4". 26 Gesge. [Rom 
CeciUa: T. A. B. 

— Ven. 1560 Scotto. [Florenz B. L: A. 

— Ven. 1570 ib. [Bologna: C A. 5a. 
Florenz B. L: C. br. Mus. T. 

— Vineg. 1576 ib. [Belog, br. Mus : 
C. A. 

— ib. L580. 5 Stb. 40. [B. D. B.M. 
Hofb. Wien fehlt 5 a. Belog. Neapel 
Cons. Lincoln Ch. L. kompl., T. def. 

. . . H 2. lib. de Madrig. a 5 voc. . . 
Ven. 1567 Gardano. 5 Stb. qu40. 31 
Madr. Dedic. in Venedig 3/3 67 gez. 
[Bologna: T, 

— Ven. 1570 Scotto. 5 Stb. 4«. [Be- 
log: C. A. 5a. Rom Cecil: B. br. Mus: 
C. T. B. 

— Ven. 1576 ib. rist. [Bologna. 

— ib. rist. 1580. [B. D. B. M. Hofb. 
Wien: fehlt 5a. Bologna. Modena: B. 

i Neapel Cons. Lincoln Ch. L. br. Mus : C. 

— ib. rist. 1598. [Florenz fehlt B. 
... II 3. lib. delli Madr., a 5 voci, con 

uno a 7 nel fiue. Ven. 1570 Scotto. 5 
Stb. 4". 20 Madr. [Belog. Verona S. 
f: T. Rom Cecil: A. B. br. Mus: A. 
T. 5 a. 

— rist. ib. 1573. [Bologna: B. 5a. 
Florenz B. L: C. br. Mus: B. 

— rist. ib. 1578. [Bologna. 



Monte, Philippe de. 



39 



Monte, Philippe de. 



— rist. ib. 1581. 5 Stb. 4P. [B. D. 
B. M. Hofb. Wien fehlt 5 a. Bologna. 
Modena: B. Neapel Cons. br. Mns: C. 

... II 4. lib. delli Madr. ii 5 voei . . . 
Vineg. 1571 Scotto. 5 Stb. 4". 32 Madr. 
[Hofb. Wien. Florenz B. L : C. br. 
Mus: A. 

— rist. ib. 1576. [Bologna. Bolog. 
Petronio. 

— rist. ib. 1581. [B.D. B.M. Hofb. 
Wien: C A. T. B. Bolog: C Modena: 

B. Neapel Cons. 

Madrigali di ... a 5 voc. Lib. 5. Ven. 

1574 Gardano. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. 
Dedic. in Wien gez. [B. B:T. B.D. 
B.M. Bolog. Modena. Paris Nat: A. 

— rist. ib. 1592. [Amst: B. Bolog. 
fehlt B. 

. . . n 6. lib. delli Madr. a 5 voci. Ven. 

1575 Gardano. 5 Stb. qu4«. 29 Nrn. 
Dedic. in Prag gez. [Hofb. Wien : C. 
Florenz B. n: C A. T. 5a. CR 5 Stb. 

— rist. ib. 1588. [Hofb. Wien: T. B. 
5 a. Bologna, br. Mus. 

... U 7, lib. delli Madr. ä 5 voci . . . 
Ven. 1578 Gard. 5 Stb. qu40. 24 Madr. 
Dedic. in Wien gez. [Hofb. Wien. Mo- 
dena: A. 

— rist. 1583 ib. [B.D. B.M. Proske: 
T. Belog, fehlt 5a. Florenz B. n: C. T. 
5 a. Brüssel: B. 5a. Paris Nat: A. br. 
Mus: C. A. T. 

. . . L'ottavo lib. delli Madrig., a 5 voci 
. . . Vineg. 1580 Scotto. 5 Stb. 40. 29 
Madr. [B.D. B.M. B. Kgsbg: C. 
Brüssel fehlt A. Hofb. Wien. B. K. 
Modena. Bolog: C. A. Vened. Marco 
fehlt A. Neapel Cons. 

— rist. 1586, ib. [Bologna. 

. . . H 9. lib. de Madr. a 5 v. Vineg. 
1580 Scotto. 5 Stb. 4^. 29 Gesge. DecUc. 
in Prag gez. [B. D. B. M. B. K. Hofb. 
Wien. B. Kgsbg : C. Bolog. Modena. 
Neapel Cons. br. Mus. fehlt A. 

... n 10. lib. deUi Madr., a 5 voci 
. . . Vineg. 1581 Scotto. 5 Stb. 4°. 28 
Madr. dedic. in Wien. [B. D. B. M. B. 
Kgsbg: C. Bolog. fehlt A. Florenz B. 
R: A. 5 a mit falschem Titelbl. Hofb. 
Wien. Rom Cecil. Rom Casanat: C- B. 
5 a. Modena: B. Neapel Cons. br. Mus, 

C. P. 

. . . L'vndecimo lib. delli Madr. ä 5 v. 
. . . Ven. 1586 Gard. 5 Stb. qu40. 28 
Nrn. Dedic. in Prag gez. [B. B : B. 
B.D. Bologna fehlt 5a. 

... II 12. lib. delli Madr. ä 5 v. . . . 
Ven. 1587 Gard. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. 
Dedic. in Prag gez. [B. D. Hofb. Wien: 
T. B. 5 a. 



... II 13. üb. delli Madr. ä 5 v. . . . 
ib. 1588. 5 Stb. qu40. 26 Nrn. [B. A. 
B. B: B. B.D. Hofb. Wien: T. B. 5 a. 
Modena. Bolog: fehlt 5a. 

... II 14. lib. delli Madr. ä 5 v. . . . 
ib. 1590. 5 Stb. qu4o. 29 Nrn. Dedic. 
in Wien gez. [Hofb. Wien: T. B. 5a. 
Modena fehlt B. br. Mus : 5 a. 

II 15. lib. de Madr. a 5 v. di . . . 
Ven. 1592 Gai-d. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. 
In Venedig unterz. [B. B : B. Bolog. 
br. Mus. fehlt A. 

II 16. lib. de Madr. a 5 v. di . . . ib. 
1593. 5 Stb. qix4". 29 Nrn. Dedic. in 
Venedig gez. [B. B. Bologna. 

... II 17. lib. delli Madr. ä 5 v. . . . 
ib. 1595. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In 
Venedig dedic. [B. B : B. Bologna. Flo- 
renz B. n: A. 

. . . H 18. üb. de Madr. a 5 v. . . . ib. 

1597. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In Vened. 
dedic. [B.B: B. 

... II 19. lib. delli Madr. ä 5 v. . . ib. 

1598. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In Prag- 
dedic. [B. B:B. Bologna fehlt 5 a. 

... II 1. üb. de Madr, a 4 voci . . . 
Ven. 1562 Ant. Gard. 4 Stb. qu40. 31 
Madr. Dedic. in Neapel gez. [Verona 
S. f. Florenz B. L: T. 

— rist. 1586 Scotto. 4 Stb. 4«. [Hofb. 
Wien. 

... II 2. Üb. delli Madi'., a 4 v. . . . 
Vineg. 1569 Scotto. 4 Stb. 4". 31 Nrn. 
In Neapel dedic. [Bologna: C. br.Mus:T. 

— rist. 1585 Scotto. [Hofb. Wien. 
Bologna. 

11 3. lib. de Madr. ;\ 4 v. di . . . ristamp. 
Ven. 1585 Scotto, 4 Stb. 4^. 29 Nrn. 
dabei eine von cle la Oostena, p. 31. 
[Hofb. Wien. Bolog. Florenz B. n: C. 
A. B. Neapel Cons: C. T. B. 

... II 4. lib. de Madr. a 4 v. Ven. 

1581 Gardano. 4 Stb. qu40. 21 Madr. 
Dedic. in Wien. [B.M. Bolog. Ven. 
Marco: C. T. B. Brüssel: C. T. B. Paris 
Nat: A. C P. 4 Stb. 

— rist. ib. 1588. [Wolfenb. Bolog. 
Neapel Cons: C T. B. 

... II 1. lib. de Madr. a 3 voci. Ven. 

1582 Gardano. 3 Stb. qu4*>. 29 Madr. 
[B. B. Bolog. 

84 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 
1). Ferner in Stef. Felis Lib. 3 Motett. 
1591 p. 19: Ave virgo gratiosa 5 voc. — 
In desselben 6. lib. de Madrig. 1591 p. 7 : 
AI discioglier d'un groppo. — In Scotto's 
2. lib. de Madr. 1567: Si dolcemente e 
anior. Donna da bei vostr' occhi. — In 
G. B. Mosto's 1. üb. fiore deUa Ghirlanda 
1577: Caro pegno del oielo. Amor m'ac- 



Monte, Philippe de. 



40 



Monte, Philippe de. 



cende. — In Vincenti's Musica de div. 
autori 1584: Crudel aspro dolore 8 v. — 
In Yonge's Musica transalpina 1588: 1. 
Per diviua bellezza 4 v. 2. In quel parte 
del ciel 5 v. 3. Per divina bellezza 2. p. 
— In P. Bozi's Giardinetto 1588: Caro 
dolce niio 3 v. — In Ang. Gardano's 
Dialoghi music. 1590, 5 Gesge. zu 7, 8 
u. 10 Stim. — In Aniadino's Florindo 
1593 : Poi che piu volte 5 v. — In Pha- 
lese's Paradiso löOii: Tu nii piagasti a 



morte 5 voc. 



In Phalese's Ghirlanda 



1601: S'io ti segno. fii mi dicesti. — 
In Ang. Gardauo's I diporti 1601 fünf 
Gesänge mit II Verno überschi'ieben. — 
In Orfeo Vecchi's Scelta de Madr. 1604: 
Che fai alma (Tu es gloi'ia). Tall'hor tace 
2. p. — In Moliuaro's Faticho spirit. Lib. 
1. 1610: Se giainai teui])0 (0 beate Lau- 
renti) und im 2. Buch 1610: 4 Motetten 
mit Italien. Text. — In La Hele's Messen- 
Samlwk. 1577 eine 6stim. Messe. 

In neuen Ausg. 17 Gesge. (Eitner 2). 

Manuscripte : 

In B.B: 

Ms. Z15. Chorbuch, 16. Jh. Fol. 66. 
Missa 6 voc. sup. Nasce la pena mia. 
Schluss fehlt. 

— Z25. Chorbuch, 16. Jh. Fol. 30 
Missa: Anchor che col partire 4 v. — 
Fol. 166. Missa 6 voc. (Disc. d. d eis d 
f e). 

Ms. 14, 670. Part, neuerer Ild. Missa 
5 voc. (Cant. 1 : d. g d. e f e d c b a). 

— Z27. Part, von 1624. Enth. 31 
Motetten zu 5—8 Stim. auf S. 273 ff. 
313 ff. 337 ff. 371 ff. 440 ff. 

— Z28. Part, von 1599. S. 123: 
Laudate Dnum. 3 voc. 

— W34, 359—60 in Part. Beati qui 
habitant 5 v. Nou turbetur cor vestruni 
5 voc. 

12612. Ad te levavi 5 v. 1583. P. 

L821. Madrigale 6 v. del libro 9. P. 

— Z32. Lautenbuch des 16. Jhs. S. 
146: Priucipio deUa Battaglia. 

In B. Breslau (siehe Kat.) 9 Messen 
und 6 Motetten. 

In B. Zw. (s. Kat.) 1 Messe u. 2 Mot. 

786 in B. Prosle, Motetten, Tenor 
fehlt (8 Stb.) 

In B. A: 6 Canz., 1 Magnif. und 1 
Messe, s. Kat. 

B. Danxi'u : Missa sup. Nasce la pena 
mia, 6 voc. Nr. 7 im Ms. Mus. qS9 
a— f. 6 Stb. qu40. Ebd. Nr. 9 Missa sup. 
Cum Sit omnipotens 6 voc. — Nr. 41, 
Tulenmt Duum. 6 voc. c. 2. p. 

In B. M. 4 Missae 1. super Aspice 



Dne. 6 voc. 2. sup. Benedicta es 6 et 
8 voc. 3. sup. Si ambulavero 6 v. 4. 
sup. Ad te levavi 5 v. in Chorb. — 4 Mo- 
tett. und 1 Litania 7 voc. in Part. — 5 
Motett. in Talnüatur. — 1 Madrigal. 

In Proske 774. 786. 813 u. 879 aller- 
lei Gesge. 

In B. L. 5 Mot. 5—7 voc. (siehe Kat.). 

In Hofb. Wien, Ms. 15606 in Part. 2 
Missae: sup. Ad te levavi, 5 voc. Si 
ambulavero, 6 voc. Die 1. Messe auch 
Ms. 18486. 

— 15946. Chorb. Hofb. Wien: 
Missa sup. Mon coeur le recominauda, 

5 voc, fo. 94. 

Missa sup. Nasce la pena mia, 6 voc. 
fol. 119. 

Missa s. n. (Disc. a. a a a c. h a g a 
a g.) 6 voc. fol. 144. 

— 15948, ib. Chorbuch: 

Missa s. n. 6 voc. dieselbe wie vor- 
her, fo. 1. 

Missa sup. Quando lieta speray 5 v. 
fo. 23. 

Missa sup. Ultimi miei sospiri, 6 voc. 
fo. 48. 

Missa s. n. 6 voc. (Disc. Pause d f f 
g g b c d f c). fo. 149. 

Missa pro defunctis 5 voc. fo. 206. 

— 15 951, ib. Chorb. des 16. Jhs: 
Missa s. n, (Disc. d. d e fis g. f e d c 

h a h. c d.). fo. 1. 

Missa sup. Cum tu omnipotens, 6 voc. 
fol. 28. 

Missa sup. Cara la vita mia, 5 voc. 
fo. 91. 

Mis.sa s. n. 8 voc. fo. 183. 

— 16194, ib. Chorb. 16. Jhs. Missa 
sup. Nasce la pena mia 6 voc. fo. 33 
(wie Ms. 15945). Missa 8 voc. (Di.sc. g 
h a a h c d c h a h) fo. 75. 

Ambraser Samlg. in Uofb. Wien, Chorb., 
16. Jh. Missa de Sancta Trinitate 4 voc. 
Nr. 4. 

— 16693 ib. Chorb. Asperges me 5 
voc. fo. 33. 

— 19189 ib. Chorb. Nr. 34: Domine 
Jhesu Christe, 5 voc. 

Ms. Codex in der Salvatorkapelle der 
Kirche S. Maria auf dem Capitol in Rom 
enth. 4 Messen (u. 1 von Lassus). Com- 
mer, Mus. sacr. Bd. 24 druckt eine da- 
von ab. 

Bologna (Kat. 2, 169), P. eines geistl. 
Satzes. Kat. 2, 466: Stella quain vide- 
rant, 7 voc. P. 

In 1881 des R. C. of Mus. 3 Madr. in 
Stb. Ein anderes in 1940 und 1943. 2 
Madr. u. 1 Mot. in Lautentab. in 1964. 

Im br. Mus. Ms. 238 P. von 2 Madrig. 



Monte, Eyckaert de. 



41 



Monteclair. 



Monte, Ryckaert de, Lautenist 
am Hofe Ks. Karl V. um 1530 
(nach Straeten). 

Monte, Tilinianns de, tritt im 
Mai 1471 als päpstl. Sänger ein 
und ist bis 1475 zu verfolgen. 
1473 ist sein Name Worst ge- 
schrieben (Viertelj. 3, 230 ff.). 

Monteacuto, Martin us de, 1522 
päpstl. Sänger (Viertel]. 3, 259). 

MontecalYo, Ricardo de, 1475 
bis 76 päpstl. Sänger mit 6 Gld. 
Gehalt (Viertelj. 3, 231). 

Monteeeneri, D. Benedetto, 

Vikar an S. Michele in Boco im 
Anfange des 17. Jhs., nur bekannt 
durch ein 

Coucerto a voce sola in Adr. Banchieri's 
3. lib. di nuovi pensieri ecclesiastici 1613, 
Bl. 30. 

Monteclair, Michel Pignolet 

de, geb. um 1666 zu Chaumont 
en ßassigny, gest. im Sept. 1737 
in seinem Landhanse bei St. Denis. 
Knabensänger an der Kathedrale 
zu Langres, wo er auch seine 
Studien machte. Nachdem er an 
verschiedenen Kirchen der Provinz 
Dienste geleistet hatte, engagierte 
ihn der Prinz von Vaudemont als 
Musikmeister und nahm ihn als 
Begleiter mit nach Italien. 1700 
lebte er in Paris und wurde 1707 
im Orchester der grofsen Oper als 
Contrabassist angestellt. Am 1. 
Juli 1737 wurde er pensioniert 
(Fetis). Er war ein tüchtiger Kom- 
ponist und hat theoretische und 
praktische Werke hinterlassen. An 
Opern sind bekannt: 

Les festes de l'ete, Opera -ballet en 
3 actes et un prologue, repres. 12/6 1716. 
Paris, Chr. Ballard. Part. fol. [Upsala. 
Paris l'opera. C. P. Brüssel. Paris Nat. 
in 2. Ausg. br. Mus. 

Jephte, ti'agedie lyrique (tiree de l'ecri- 
ture sainte) eu 5 actes et un prologue, 
repres. 28'2 1732 (et remise lT33j. Paris, 
Boivin. P. fol. [Brüssel. C. P. Brüssel 
Cons. Paris Nat. Dresd, Mus. 



— 2. edit. [Paris l'opera. Paris Nat. 

■ — 3. edit. augmentce, ib. Part. 232 S. 
[B. Wagener. Paris Nat. br. Mus. 

2 Motets im Ms. Paris Nat. 

Cantates fran(,-aises et italiennes. Liv. 
1—3. Paris 1709 — 1717. [Paris Nat. 
Paris Arsenal. B. Hbg. Liv. 1-2. C. P. 

Cantates a 1 et ä 2 voix et avec Sin- 
fonie ... 2. liv. Paris, grav. par Du 
Plessis. fol. 7 Cant. [br. Mus. C. P. 

4 Cantates im Ms. P. 1. Le depit. 
2. Le Triomphe. 3. La Badine. 4. La 
niort de Didon. [Fundort fehlt. 

Brunetes anciens et modernes appro- 
priees ä la flute trav. av. uue basse d acc. 

1. recueil cont. 12 suittes, qui peuvent 
aussy se jouer sur la Flute a bec, sur le 
V., Hautb. et autres iustrument. Paris. 
4". [Rostock. C.P. 

Serenade, ou Concert, divise en 3 suites 
de pieces pour les V., Fl. et Haut-bois 
composees d'airs de fanfares, d'aires ten- 
dres, et d'aires cbampestres, propres a 
danser, par . . . Pai'is 1697 Chrstph. 
Ballard. 3 Stb. qul». [Ilofb. Wien : 
Dessus 1. 2. Paris Nat. kompl. 

6 Coucerts pour 2 Flütes seules. Paris. 
[C. P. Paris Nat. 

Methode pour apprendre la musique, 
avec plusieurs le^^ons ä une et deux voix 
divisees en 4 classes. Paris 1700. 4*^. 
[Paris Nat. Bibl. der Stadt Rennes. 

Fetis sagt: es giebt eine 2. Ausg. von 
1737. 

Noxivelle methode pour appi'endre la 
musique pai' des demonstrations faciles, 
suivies d'un grand nombre de lecous ä 1 
et ä 2 voix, avec des tables qui facilitent 
Fhabitude des transpositions , dediee ä 
M. Couperin. Paris 1709 l'auteur. 4". 
64 S. [B. B: Paris chez Foucault. fol. 
B. Wagener. Dresd. Brüssel. Glasgow. 
Paris Nat. Paris Mazariu. Stadtb. Amiens. 
Stadtb. Rennes. Stadtb. Ronen. Bologna. 

Eine 2. Ausg. soll nach Fetis 1736 er- 
schienen sein. 

Methode facile pour apprendre a jouer 
le "Violon avec un abrege des Principes 
de musique necessaires pour cet Instru- 
ment. Paris (1711) Foucault. kl. qu4'^. 
25 S. [B. Wagener. Paris Nat. 

Nach Fetis erschien eine 2. Ausg. 
Paris 1736. 

Principes de musique. Divisez en 4 
parties. Paris 1736. fol. (vielleicht ist 
dies die von Fetis vorher erwähnte 

2. Ausg.). [B. B. ohne Jahr. Glasgow. 
Stadtb. Besanyon. br. Mus. s. a. 

Eine Chanson in neuer Ausg. (Eitner 2 
Nachträge). 



Monteiro. 



42 



Montemayor, Cristoforo. 



Monteiro, Joao Meiides, geb. 
zu Evora in Portugal im 16. Jh. 
Studierte unter Manuel Mendes. 
Die zerstörte Bibl. zu Lissabon be- 
safs einige seiner Kompositionen 
im Ms. (Vasconcellos). 

Moiitella, GrioYanni Domenico, 

aus Neapel geb. Im Drucke von 
1594 nennt er sich einen Laute- 
nisten der Kgl. Kapelle zu Neapel, 
auch Romano Micheli führt ihn 
in seiner Musica vaga als Mitglied 
der Kgl. Kapelle an. Florimo 1, 69 
bez. ihn als Organisten, Harfenisten 
und Lautenisten. Da das Werk 
1602 sein Schwanengesang genannt 
wird, so muss er wohl 1601 oder 
1602 gestorben sein. Seine ^Yerke 
erschienen noch bis 1612, Vogel 
giebt zwar hie und da einen Aus- 
zug aus den Dedic, doch ist bei 
der Unterschrift nie der Name des 
Schreibers genannt. Bei Nr. 9 von 
1604 (Vogel 1, 498) heifst es aber 
„me« Madrigali ä 4 voci'' und 
dies kann doch nur der Autor 
selbst schreiben, dagegen müssen 
den Dedic. zufolge die Werke von 
1607 ab von anderen herausgegeben 
worden sein, wie auch der Titel 
zum 2. Buch 4stim. Madrigali aus- 
sagt. Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

Lamentationes et alia ad officium heb- 
dom. sanctae 4 voc. Napoli 1602 Jo. Jac. 
Carlinus. 4 Stb. 40. 16 Nrn. [Cap. 
Later. 

Moteetorum 5 voc. Hb. 1. Napoli 1603 
Vitalis. 5 Stb. fol. [Florenz B. n. 

Psalmi ad completorium octo et qua- 
tuor voc. Napoli (s. a.) SubtUis. [Flo- 
renz B. n: B. 

1. lib. de Madrigali a 5 voci di . . . 
Napolitauo. Napoli 1594 (1595?) stam- 
pata dello Stigliola ä Porta regale. 5 Stb. 
40. 23 Nm. In der Dedic, gez. Napoli 
28/6 94, teilt er mit, dass dies sein erstes 
AVerk sei. [Modena. Bologna: C. 

2. lib. de Madrig. a 5 voci di . . . 
Ven. appr. G. Vincenti. Dedic. mit 16 9 
1596 gez. 5 Stb. 4». 21 Nrn. [Modena. 



3. lib. de Madrig. a 5 voci di . . . Nap. 
1G02 G. Jac. Carlino. 5 Stb. 4». 21 
Madr. [Florenz B. n: C. B. oa. 

4. lib. de Madr. a 5 v. di ... Nap. 

1602 ib. 5 Stb. 4». 21 Madr. [Florenz 
B. n. A. T. B. 5 a. Neapel Cons : C A. B. 5 a. 

5. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Nap. 

1603 Ant. Face. 5 Stb. 4". 21 Madr. 
[Florenz B. n: A. T. B. 5a. 

6. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Napoli 

1603 Jo. Felix Paduan' incidit. 5 Stb. 4». 
21 Madr. [Florenz B. n: C. A. B. 5 a. 
Neapel Cons: C. T. 5a. 

7. lib. de Madr. a 5 v. di . . , Napoli 
1605 G. B. Sottile. 5 Stb. 4P. 21 Madr. 
[Florenz B. n: A. T. 5 a. Neapel B. n: A. 
br. Mus. 

8. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Napoli 
1607 Sottile, per Scipione Bonino. 5 Stb. 
40. 21 Nrn. [Hofb. Wien. B.K:C. A. 
T. B. Neapel Cons: A. T. B. 

1. lib. de 'Madrig. a 4 voci di . . . Nap. 

1604 Sottile. 4 Stb. 4«. 21 Madr. [Flo- 
renz B. n: B. Neapel Cons: C. A. 

2. lib. de Madr. a 4 voci di . . . Rac- 
colti e dati in luce per Gio. Fr. Benna. 
Nap. 1607 stampa di Sottile. per Scip. 
Bonino. 4 Stb. 4". 21 Madr. [Bologna: 
B. Neapel B. n: A. br. Mus: T. 

3. lib. di Villanelle a 4, et Arie ä 2 
voci. Di . . . Nap. 1613 Gargano & 
Nucci. . . P. Paolo Riccio libr. 4 Stb. 4". 
21 Madi-. [Florenz B. n: T. defect. 

4. lib. di VillaneUo a 4 v. di . . . Nap. 
1612 Carlino. 4 Stb. 4". 21 Madr. 
[Florenz B. u: T. B. 

Siehe auch Montelli, Mico. 

Montelli, . . . Die Bibl. der 
Musikfr. in Wien besitzt: 

3 Terzetti per Fl. Va. Vcl. — 3 Trios 
per Fl. Clarinette et Alto. Er lebte viel- 
leicht noch im 18. Jh. 

Montelli, Mico. 

In Ancina's Tempio armonico von 1599 
die Madrigale: Deh tram' in pace. — Ri- 
fondi ä Talma mia. — S'al tiio felice 
sguai-do. — Vergine Maria. — Aprimi 
'1 petto. — Vergin donna del ciel 3 voci. 
— In Arascione's Nuove Laudi ariose 
1600 p. 34 ein Ge.sg. zu 4 Stirn. Der 
Kat. Bologna 2, 350 u. im Reg. klammert 
den Namen Domenico MonteUa ein, dem- 
nach mixsste er derselbe wie der vorher- 
gehende Giovanni Domenico MonteUa sein. 

Montemayor, Cristoforo. In 

Ancina's Tempio armonico von 
1599 befinden sich die Gesänge: 
Sorgi dal sonno c. 2. p. — Donna 



Montemayor, Francisco. 



43 



Monteverdi, Claudio. 



gloriosa 3 voc. und in Arascione's 
Nuove Laudi ariose 1600 auf pag. 4, 
17, 22 u. 29 vier Gesge. zu 4 Stirn. 

Montemayor, P. Fr. Francisco, 

ein Spanier des 17. Jhs. Ein Re- 
quiem 8 voc. im Eslava (Eituer 1). 
3Ionte-3I6r, Jorge de, geb. um 
1520. Micbaud erwähnt seiner um 
1552 in Portugal lebend, gest. zu 
Turin den 26. Febr. 1561. Yas- 
concellos widmet ihm einen länge- 
ren Artikel und feiert ihn als be- 
deutenden Musiker, ohne ein Werk 
von ihm namhaft machen zu können. 



Montenclos, 



bekannt durch: 



Eobert le Bossu, ou trois soeurs. Yaude- 
ville en 1 acte par la Citoyenne . . . Repres. 
sur le theatre Montansier-Vaiietes, le 22. 
Pluviuse au 7 (1. Febr. 1799). Paiis chez 
l'auteur an 7. 8*^. Nur Textb. in Schwe- 
rin F. 

Monte Negro, Domenico, gab 

das Samlwk. heraus: 

II 1. lib. deUe YiUanelle a 3 voci di . . . 
E altri Auttori Nouamente composte . . . 
Yen. 1590 Yincenti. 3 Stb. 8». 27 Ge- 
sänge von Gasp. Locatelli, MetaUo 19, Ag. 
de Mitis, Dom. Montenegro 2, Giorg. 
Montenegro, Gio. de Piccoli, Oratio San- 
guigno 2 (siehe das Reg. bei Yogel 1, 500). 
[Hofb. ^'ien. Rom Cecilia: B. 

Montenegro, Oiorgio, 

in obigem Samlwk. von Monte Negro 
der Gesang: Fuggimi pur 3 voc. 

Monte dell'Olmo, Girolamo da, 
siehe Grirolamo. 

Monte regali, s. Eustachius. 

Monteriso, Criuseffo, Sopranist 
an der Hof kapeile in Wien mit 
700, dann 1400 Gld. Gehalt vom 
1. Okt. 1716 bis 1. April 1749; 
wird Pension., ist aber von 1756 
bis 1769 wieder als Sänger ver- 
zeichnet (Köchel 1). 

Monterotundo, Hannibal de, 
1545—1551 Sänger am St. Peter 
in Rom (Yiertelj. 3, 277). 

Montesano, Alfonso, da Maida, 
sein Geburtsort im Neapolitanischen. 
Er gab heraus: 

Madrigali a 5 voci di Don. . . Lib. 1. 



Napoli 1622 Ottav. Beltrano. 5 Stb. 40. 
21 Madr., dabei 3 von Franc. Oemino. 
[Bologna: C. T. B. 

Montesardo (Monte Sardo, Monti- 
sarduus, Monsardus), (xirolamo del, 

war um 1608 Kapellmeister an der 
Kathedrale zu Fano (römische Pro- 
vinz). 1612 lebte er in Neapel, 
nach der Dedic. und gab heraus: 

Ecclesiastici Concentus; Yna. 2. 3. 4. 
5, & 8. vocibus canendi. Cum Basso ad 
Organum. Opera 8. Yen. 1608 Ang. Gar- 
danus. 5 Stb. 40. 22 Gesänge. [B. Br. 
fehlt Bc] Obiges Amt und Namenvaiian- 
ten nach dem Titel. 

Amphiteatmm angelicum divinaium can- 
tionum 1. 2. 3.-8. voc. Op. 12. Yen. 
1612 Yincentius. [B. M: B. 

In alten Samlwk. 4 Motet. (Eitner 1). 

I lieti giorni di Napoli concertini ita- 
liani in aria spagnuola ä 2, e 3 voci con 
le lettere dell'Alfabeto per la Chitarra 
Madrigal etti, et Arie gi-avi passaggiate ä uua, 
e due voci per cantare alla Tiorba, Graue- 
cimbalo, Arpa doppia, & altri Istrum. Di 
. . . Op. 11. NapoH 1612 Gargano & Nucci. 
Ad instanza di P. P. Riccio. Dedic. gez. 
in Neapel am 1/3 1611. Er ging also 
nicht nur nach Neapel, um den Druck 
zu leiten, sondern muss daselbst gelebt 
haben. 1 vol. in 4». 40 S. 19 Gesge., 
dabei ein Franc. Lamharcli. [Glasgow. 

Fetis nennt ihn einen Guitarristen, der 
zu Florenz geb. und auch dort lebte (sie?) 
und herausgab: Nuova inventione d'inta- 
volatura per sonare i balletti sopra la 
chitarra spagnuola, seuza numeri e note. 
Firenze 1606. 4°. Die B. der Musikfr. 
in Wien besitzt ein Exemplai-, doch ist 
der Autor Montessardo., Oirolamo^ ge- 
zeichnet. 

In B. Br. im Ms. ein Puer qui natus 
est nobis, s. Kat. 

Montevenuti, Carlo, geb. zu 
Faenza; um 1727 wurde er Kapell- 
meister an der Kathedrale zu Ro- 
vigo, wo er auch um 1737 starb. 
Fetis zeigt von ihm an: 

Sonate da chiesa a piü stiiiraenti. Bo- 
logna. Eine andere Ausgabe erschien bei 
Roger in Amsterdam. 

Montererdi (in alten Drucken 
fast durchweg Monteverde), Clau- 
dio, geb. im Mai 1567 zu Cre- 
mona, getauft am 15. Mai, gest. 
29. Nov. 1643 zu Venedig. Schii- 



Monteverdi, Claudio. 



44 



Monteverdi, Claudio. 



1er des Marc'Ant. Ingegnieri. Mit 
16 Jahren trat er bereits als Kom- 
ponist auf. Er war auch ein treff- 
licher Violaspieler. Kurz vor 1590 
hielt er sich einige Zeit in Mai- 
land auf, wo er besonders durch 
sein Yiolaspiel Bewunderung er- 
regte. In demselben Jahre tritt 
er in den Dienst des Herzogs von 
Mantua, anfänglich mutmafslich als 
Violaspieler und Sänger und erst 
1602 als Kapeilmeister. Schon 
vor 1595 hatte er sich mit der 
Sängerin Claudia Cattaneo ver- 
heiratet, doch schon 1007 starb 
sie. Nach dem Tode des Herzogs 
Vincenz vorliefs er 1612 Mantua 
und ging zu seinem Vater in Cre- 
mona, erst am 19. Aug. 1613 
wurde er zum Kapellmeister an 
S. Marco in Venedig gewählt mit 
einem Gehalte von 300 Dukaten, 
der 1616 auf 400 erhöht wurde.*) 
Erst im Jahre 1632 trat er in den 
Priesterstand. Eine ausführliche 
mit Dokumenten reich versehene 
Biographie von Dr. E. Vogel be- 
findet sich in der Viertel]. 3. Jhrg. 
S. 315, dort findet man auch die 
von anderen heriührenden Biogr. 
verz. Ferner: Daviri, Notizie biogr. 
di Cl. M. Mondovi 1885. — Liud- 
ner 2, 33 u. 36. — Briefe in La 
Mara 1, 51. — Im Caffi 1, 56. 
215. 2, 135. 169. 225. — Florimo 
1, 115. — G. Eoberti Biogr. in 
Ricordi's Gazzetta mus. 1890, 566 
(M. f. M. 23, 18). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar 
(im Vogel chronologisch mitgeteilt 
S. 407 u. S. 416 die Texte alpha- 
betisch geordnet; hier nach dem 
Inhalte geordnet in geistliche und 
weltliche Gesänge): 

Sanctissimae Virgini Missa senis voci- 
bus ac Vesperae pluribus decantandae 
cum nonmülis sacris concentibus . . . 

*) 1 Dukaten etwa 3,35 M. 



Paul V. dedic. Yen. 1610 Ämadinus. 8 
Stb. 4". B. gen. in fol. 1 Messe u. a. 
[B. Br. Rom Casan: T. Bologna. 

Messa a 4 voci, et Salmi a una, duo, 
tre, quattro, cinque, sei, sette & otto voci, 
concertati, e parte da cappella, & con le 
Letanie della B. V. . . Yen. 1650 Aless. 
Vincenti. 9 Stb. 4». Dudic. vom Ver- 
leger, 1 Messe u. a. [B. Br. Rom Casan. 
Bologna fehlen AI. C2. 

Selva morale et spirituale di . . . Ven. 
1641 B. Magni. 10 Stb. dabei 2 Y. u. 
Bc. in 4". 1 Messe, Messeuteile, Mo- 
tetten, Psabnen, Hymnen, Magnif., Salve 
regina, ineistens begleitet mit V. Viola 
u. Posaunen. [B. Br. Bologna. MusikCr, 
Wien. Brässel ohne C2. VI. Bl. 

Madrigali spirituali a 4 voci, posti in 
musica da . . . Brescia 1583 Vinc. Sabbio, 
ad instanza di Pietro Bozzola, bbr. in 
Cremona. 4 Stb. 4". 21 Gesge. [Bo- 
logna: B. 

Aquilino Coppini legte unter M.'s Ma- 
drigale lateinischen Text unter und gab 
sie unter dem Titel heraus: 

Musica tolta da i Madrigali di Cl. M., 
d'altri autori a 5 iV G voci, e fatta 
spirituale da A. C. Accadeniico Inquieto 
. . . Milane 1Ü07 Ag. Tradate. 7 Stb. 4». 
24 Gesge., von Monte Verde 11, Adr. 
Banchieri, Andr. Gabrieli 2, Rugg. Gio- 
vanelli 6, L. Marenzio, G. M. Nanino, 
Orat. Vecchi 2. [Mailand Ambr. Bologna. 
Die Partito von lull in Cremona B. gov. 

— Das 2. Euch enthält: Montev. 8, 
G. P. Cima 2, G. Croce, G. P. Flaccomio 
2, Rugg. Giovanolli 4, L. Marenzio, Cl. 
Merulo, Flam. Trcsti. [Maild. Ainbr. 6 
Stb. 4». 

— Das 3. Buch: della Musica di Cl. 
M. a 5 voci . . . 1609 ib., enth. 20 Gesge. 
nur von Cl. M. [Maild. Ambr. 6 Stb. 
Gent. U. B: Basso. 

In Manuscripten: 

B. B. Ms. 58, Missa: In illo tempore 
6 V. P. — 13 Motett., 1 Magnif., 1 So- 
nata sopra Sancta Maria f. Ge.sg. u. Instr. 
aus 1610. — Ms. 89, Confitebor, 5 voc, 
Magnif ic, 4 voc. aus 1644. — Ms. T7 u. 
39"geisti. Gesge. in P. — 14570 Samlbd. 
Part. Nr. 10, Resurrexit de sepulcro, 
Concerto ä 8: 2 C. A. 2 T. B. 2 V. Bc. 
4 Bll. — AV103 Nr. 1705: Crucifixus 
4 V. P. 

Ms. in Upsala in Tabulatui-part. 1. 
Confitebor tibi, C. 5 V. Org. 2. Pascha 
celebranda 5 v. 2 V. 3. Resurrexit et 
sepulchro, 7 v. 4 Viele, Bc. 4. Beatus 
vir 6 voc, 2 Y. Bc. in 40. 

In B. Br. 2 Motett. im Ms. 



Moüteverdi, Claudio. 



45 



Monteverdi, Claudio. 



Ms. in Kremsmünster L. Bd. 4 p. 205: 
Litauea 6 voc c. org. 

Ms. Cap. sistina, Cod. 107, Missa in 
honorem B. M. V. 

Ms. Proske, 28 Gesge. im Ms. 967 u. 974. 

Ms. B. Kassel fol. öl u. 57: Laudate 
pueri 6 voc. — Presso ua fiume 7 voc. 



L'Orfeo, favola in musica da . . . ra- 
presentata in Mantova l'auuo 1607. . . 
Yen. 1609 Amadino. fol. 100 S. [B. B. 
Rom Cecilia. Modeua. Genua üuiv.- 
Bibl. 

— 1615 ib., rist. fol. 52 Bll. [B. Br. 
Brüssel. London Buckingh. Palast. Ox- 
ford Bodleian. Brüssel Cons. in Kopie. P. 

— Neue Ausg. im 10. Bde. der Publi- 
kation. — Eine Kopie nach 1615 in B. B., 
W80. 

Combattiniento di Taucredi e Clorinda, 
Ms. AVSO Nr. 960, B. B. 

Ballo deiringrate von Rinuccini 1608. 
Textb. Florenz B. n. Die Musik in Ma- 
drigale guerrieri 1638 erhalten. 

Arianna von Einuecini 1608. Nur das 
Lamento d'Arianna erhalten im Samhvk: 
Ilmaggio fiorito, Orvieto 1623 ohne Autor 
(Vogel 851. 415). Ex. in Bologna. Ferner 
legte M, später einen lat. Text unter und 
nahm es in die Selva morale 1641 auf. 
Im 6. üb. de'Madr. 1614 befindet sich 
ein Teil des Lamento in 5stim. Bear- 
beitung. Ein Textbuch, Ven. 1640, in 
Bologna. 

— Lamento d'Ariana del ... Et con 
due lettere amorose in genere rapresen- 
tatiuo. Ven. 1623 Magni. 1 vol. 4». 
29 S. [Gent U. B. 

— Der vollständige Lamento in der 
Originalnotierung, 85 Verse, ist hds. in 
Florenz B. n. (Vogel 352). Ms. W49 
Nr. 664 in B. B. eine Kopie. 

L"incoronazione di Poppea. Opera di 
Buseuella in 3 atti e prologo. Ms. 439 
P. in Ven. Marco, 1642 komponiert. Ein 
Satz daraus in M. f. M. 33 Beilage zu 4/5. 

Die in der Hofb. zu Wien befindliche 
Oper: 11 ritorno d'ülisse kann nicht mit 
Sicherheit M. zugeschrieben werden. Ms. 
18763 (Vogel 404). 

Verloren gegangene Opern: 1. Madda- 
lena, ein geistl. Schauspiel, gedichtet von 
Andreini, komp. von Muz. Effrem, Salom. 
Rossi, Ales. Guivizzani u. M. 4 Bll. in 
Bologna, s. Kat. 3, 7. 2. La fiuta pazza 
Licori , 1627. 3. Intermezzi und der 
Tomeo für Parma 1628. 4. I cinrpie 
fratelli, Souetti di Giulio Strozzi. Textb. 
in Florenz B. n. von 1628. 5. Proserpina 
rapita von Strozzi, 1630 aufgef. 6. L'Adone 



1639. 7. Nozze d'Enea con Laviuia 1641. 
8. II ritorno d'Ulisse in patria 1041. Nr. 
6 u. 7 die Textb. in der Marcus-Bibl. 



Madrigali a 5 voci di . . . Cremonese, 
discepolo del Sig. Marc'Ant. Ingigueri. 
Nouamente . . . Lib. 1. Ven. 1587 Ang. 
Gardano. 5 Stb. (iu40. 21 Madr. [B.D. 

— II 1. Hb. de . . . rist. Yen. 1607 
Ales. Eaverii. 5 Stb. 4P. 21 Nra. [B.B: 
C. B. Bologna. 

— rist. Ven. 1621 B. Magni. [Proske 
fehlt B. Modena. Rom Casan: C. B. 5 a. 
Oxford. 

II 2. lib. de Madr. a 5 voci (wie beim 
1. Buche). Ven. 1590 Gard. Dedic. in 
Cremona gez. 5 Stb. ([w-i'^. 21 Madr. 
[Hofb. Wien: T. B. 5a. br.Mus: 5a. 

— rist. Ven. 1607 Raverii. [B. B: C 
B. Bologna. Rom Casan: C. B. 5a. 
Lincoln Ch. L. br. Mus. kompl. 

— Ausg. von 1609 in einem Kat. von 
Rev. G. Goddard. Loud. 1878. S. 8. 

— rist. B. Magni 1621. [Proske fehlt 
B. Bolog: T. Oxford Ch. Ch. 

II 3. lib. de Madr. a 5 voci . . . Ven. 
1592 Amadino. 5 Stb. 4«. 20 Madr. 
[Bologna. 

— rist. ib. 1594. [Wolfenb: T. Bo- 
logna. 

— rist. ib. 1600. [Bologna. 

— rist. ib. 1604. [B. K. Bolog: C. 
T. 5a. br.Mus: B. 

— rist. ib. 1607. [B.B: C. B. Rom 
Casan: C. B. 5a. 

— rist. ib. 1611. [Bologna. 

— Di Cl. M. . . Con ii Bc. per il 
Clauicembano , Cittharoue (?) ed altro si- 
mile istroni. Anversa 1615 P. Phalesio. 
6 Stb. qu40. [ß. D. f. Bc. AVolfenb. f. 

A. 5a. Gent: Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb. 

— rist. B. Magni 1621. 5 Stb. 4». 
|B. Hbg. Proske f. B. Modeua. Bolog: 
T. br.Mus: 5a. Oxford 5 Stb. 

II 4. lib. de Madr. a 5 voci di . . . 
Ven. 1603 Amadino. 5 Stb. 4". 20 Nrn. 
[Ferrara B. com. 

— rist. ib. 1605. [B. B : B. Florenz 

B. R: 5a. 

— rist. ib. 1607. [B.B: C. B. 

— rist. ib. 1011. [Rom Casan: C. B. 
5 a. Lincoln Ch. L. 

— rist. ib. 1615. [Bologna. 

— Con il Bc. per il Clauicembano, 
Citharone, ed altro simile istrom. Anversa 
1615 Phalesio. 6 Stb. fiu40. [Wolfenb: 

C. T. B. Brüssel f. 5 a. Bc. R. C. of 
Mus. f. 5 a. Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb. 

— rist. 1622 B. Magni. 5 Stb. 4». 
[Proske f. B. Bolog: T. Oxford Ch. Ch. 



Monteverdi; Claudio. 



46 



Monteverdi, Claudio. 



— Phalesio, c. Bc. 1644, wie 1615. 
6 Stb. qu40. [Brüssel: C. 5a. Bc. 

II 5. lib. de Madrigali a 5 voci di . , . 
Col Bc. per il Clauicembano Chitarrone 
ed altro simile istrom. fatto particolar- 
mente per li sei Ultimi, & per li altii a 
beneplacito . . . Ven. 1605 Amadino. 6 
Stb. 40. 19 Nrn. [B. A. f. C. B. ß:B. 
B. K. Belog: Bc. Ferrara B. com. f. 
Bc. Mailand B. A: Bc. Verona S. f. 
br. Mus : Bc. 

— rist. Amadino 1606. [Mailand B. A: 

A. T. B. Korn Casau : C. B. 5 a. 

— rist. ib. 1608. [B.B: C B. Brüs- 
sel. Bolog: f. Bc. 

— rist. ib. 1610. [Bolog: A. Bc. 

— rist. ib. 1611. [Bolog: C T. ß. 

— rist. ib. 1613. [G.P. 

— rist. ib. 1615 col Bc. [Biiissel f. 
5 a. Bologna. Verona S. f: A. T. br. 
Mus: C. 

— Anversa 1615 Phalesio. 6 Stb. 
qu4o. [Wolfenb: C T. B. B. D. f. Bc. 
Gent U. B: Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb. 

— B. Magai 1620. [B. B : A. Bc. ß. 
Hbg. Proske: Bc. Bologna. Ferrara 

B. c: Bc. Modena. Oxford Ch. Ch. 

H 6. üb. de Madr. a 5 voci con uno 
Dialogo a 7, con il suo Bc. . . . Ven. 
1614 Amadino. 6 Stb. 4«. 18 Madr., 
die letzten 4 „concertato". [Bologna. 
Biiissel f. 5 a. 

— rist. ib. 1615. [Bologna. 

— rist. B. Magni 1620. [B. B: A. Bc. 
B. Hbg. Proske f. B. Bologna. Rom 
Casan : C. B. 5 a. Ferrara B. c : Bc. br. 
Mus. Oxford Ch. Ch. Paris Nat. 

— rist. Anversa 1639 Phalesio. 6 Stb. 
qu4*'. [Amst: 5 a. 

Concerto 7. lib. de Madr. AI. 2. 3. 4. 
et 6 voci, con altri generi de Canti, di 
. . . Ven. 1619 B. Magni. 6 Stb. 40. 39 
Gesge. beginnt mit einer Symphonia. [B. 
Hbg. Bologna. Florenz. Ferrara B. c: 
Bc. Verona S. f: C. A. T. 

— ib. 1622. [Bologna: B. Vened. 
Marco: B. Verona S. f: C. B. 

— ib. 1623. [B.B: A. Bc. Bolog: T. 
Vened. Marco: C. T. 5a. Bc. Verona S. 
f' 5 a. Bc. 

' — ib. 1628. [Proske f. B. Brüssel. 
C.P: A. 5a. Bolog: C. B. Vened. 
Marco: A. Bc. Oxford Ch. Ch. 

— ib. 1641. [B. Br. B. B. Bolog. 
Maild. Ambros: f. T. 

Madrigali guerrieri, et amorosi con al- 
cuni opuscoli in genere rappresentatiuo, 
che saranno per breui Episodij irä i canti 
senza gesto. Ldb. 8. di . . . Ven. 1638 
Ales. Vincenti. 9 Stb. 4». 29 Nrn. 



[B. Br. B.Hbg. B. B. f. Bc. Upsala: 
f. Bc. Bologna. Vened. Marco f. Bc. 

Madrigali e Canzonette a 2, e 3, voci, 
del ... Lib. 9. Ven. 1651 Ales. Vin- 
centi. Dedic. vom Verleger. 4 Stb. 4''. 
35 Gesge. [B. Br. Bolog. Vened. Marco : 
T. ß. 

Canzonette a 3 voci di . , . Lib. 1. 
Ven. 1584 Vincenzi et Amadino. Dedic. 
in Cremona mit Monte Verde unterz. 3 
Stb. 8». 21 Gesge. [B. M. Bolog: C. 
br. Mus : B. 

Scherzi musicali a 3 voci di raccolti 
da Giulio Cesare Monteverde suo fratello, 
et nouamente . . . Con la Dichiaratione di 
ima Lettera, che si ritrova stampato nel 
5. Libro de suoi Madrigali . . . Ven. 1607 
Amadino. 1 vol. fol. 40 S. 18 Gesge., 
dabei 2 vom Herausgeber. [Bologna. 

— rist. ib. 1609. [B. B. Bologna. 
Rom Cecilia. Venedig Museo civ. 

— rist. ib. 1615, 3. irapressione. fol. 
38 S. [Oxford Ch. Ch. Rom cap. Julia. 

— rist. ib. 3. impress. (?) [C. P., einst 
B. Borghese. 

— B. Magni. 1628. [br. Mus. 
Scherzi musicali cioe Arie, & Madrigali 

in Stil recitatiuo, con una Ciaccona A 1. 
& 2. voci, del ... Raccolti da B. Magni. 
Ven. 16.32 Magni. 10 Gesge. 1 vol. in 
40. 52 S. [Bibl. Bolin in Breslau. 

Dedications - Abdrucke obiger Werke 
teilt Vogel 1 und der Kat. 2 vmd 3 der 
B. Bologna mit. Vogel 1 giebt auch in 
Anmerkungen diejenigen Gesänge an, die 
sich oft mit and. Text in alten Samlwk. 
finden. 

42 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 
1). Ferner 1 Litania a 6 voci in Lor. 
Calvi 3. — In G. B. Bonometti's Par- 
nassus 1615 eine Motette zu 2 Stim. u. 
Bc. — In Fr. Sammaruco's Sacri affetti 
1625 : Ego dormio a Sopr. e B: — 4 Mo- 
tetten in Giul. Ces. Bianchi's Motett. 
lib. 1, 1620. — In P. Lappi's Coucerti 
sacri 1623 ein 3 stim. Gesg. nach dem 
Madrig. „Vaga su spina ascosa". — Ecce 
sacrum paratum in PhU. Fr. Böddecker's 
Sacra Partitura 1651 p. 34. — In Magni- 
Gardano's Motetti a voce sola 1645: Ve- 
nite videte. — In Gasp. Casati's Raccolta 
di Motett. 1651 eine Mot. — In G. B. 
Camarella's Madrig. 1633 zwei Nrn. — 
In Am. Franzoni's In nuovi fioretti 1607 
eine Nr. — In C. Milanuzzi's Quarte 
Scherzi 1624 \ier Gesge. — In Ant. 
Morsolir.o's 1. lib. Canzonette 1594 vier 
Gesge. — In Phalese's II HeUcone 1616: 
Lumi mei, cari lumi. — In Rocchiani's 
U maggio fiorito 1623 aus dem Lamento: 



Monteverdi, Francesco. 



47 



Montgaultier. 



Lasciatemi morire. — In Andi-eini's Mu- 
siche per la Maddalena 1617 der Prolog 
und ein Eitornello f. Instr. ä 5 von M. 
— In G. B. Ala's Lusciuia 1633 ein 
Tonsatz. 

Mss. in B. B. W 85 Nr. 980/981: 2 
Madr. 5 v. in P. ; in Ms. 14 690 dieselben. 

Ms. B. M. 3 Madr. .5 voc. in P. 

In Modena 1 Cautata per voce sola c. 
Bc. in den 28 Bden. Cantate. 

Tq Brüssel 2289. Samhvk. Madr. in P. 

1 Mad. im Ms. 238 des br. Mus. in P. 

22 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 1) 
exclusive der Oper Orieo, siebe dort. — 
Ferner: Straccianü piu' il core, 5 voci. 
Mil., Eicordi. 

Von der Abhaudliujg Seconda pratica 
oder Melodia, overo seconda pratica mu- 
sicale ist nicbts erbalten. 1633 beschäf- 
tigte er sich eingehend mit ikr (Vogel 
394). 

Ein Brief im Facs. vom 26/2 1621 aus 
Venedig (Bertolotti 79). 

Dr. Vogel besitzt die meisten Werke 
M.'s in eigener bds. Partitur. 

Jlonteyerdi, Fraucesco, Solm 
des Claudio, geb. 1600 zu Mantua, 
studierte in Padua und Bologna 
Jura, doch zog ihn die Musik mehr 
an als die Wissenschaft. Schon 
1615 erhielt er von den Proku- 
ratoren zu Venedig am 20. April 
eine Belohnung für geleistete 
Dienste als Sänger bei Festlich- 
keiten am S. Marco von 12 Buk. 
(Caffi 2, 35). 1619 trat er in den 
Orden der Padri Carmelitani Scalzi 
riformati zu Mailand (Yiertelj. 3, 
373). 162] sang er zu Venedig in 
der Marcuskirche ein Solo seines 
Vaters bei der Trauerfeierlichkeit 
zu Ehren des Grofsherzogs Cosi- 
mo n. von Toscana (1. c. 377). 
Später wurde er nach Caffi am 
1. Juli 1623 am S. Marco als 
Sänger angestellt (1. c. 378). 

Als Komponist ist er nur vertreten 
durch 2 Gesäuge in C. Milanuzzi"s Quarto 
Scherzi 1624: Ahi che morir mi seuto uud 
Ama pur Ninfa gradita für 1 Stirn, und 
GuitaiTe. 

Monteverdi , Giidio Cesare, 

Bruder des Claudio, geb. 1573 zu 
Cremona, bildete sich zum Musiker 



aus und kam an den Hof zu Man- 
tua ( Viertel]. 3, 317 ff. siehe Reg.). 
Von seinen Kompositionen sind 
bekannt: 

Affetti Musici Lib. 1. di . . . Ne quali 
si contengono Motetti h una, 2, 3, 4 & 
6 voci. Col modo per concertarli ueU' 
Basso per l'organo . . . Ven. 1620 B. 
Magni. Dedic. Francesco Gonzaga. 7 Stb. 
40. 25 Gesge. mit lat. Texte. [B. Frkft., 
Reg. im Kat. 

1607 gab er die Scherzi musicali 
Claudio's mit einer Vorrede heraus, ab- 
gediTickt im Vogel 1, .515, daiin zwei 
3stim. Gesge. von ihm 1. Deh chi tace, 
il bei pensiero S. 31. 2. Dispiegate guance 
amate. ^ In Am. Frauconi's I nuovi fio- 
retti 1607: Occhi nidi d'amore 3 voc. c. Bc. 

Vogel in Viertel]'. 3, 350 erwähnt 4 
Intermezzi, von denen das 4. von obigem 
komponiert ist. Musik verloren. 

Monteze, Camillo, ein franzö- 
sischer Musiker des 18. Jhs., gab 
heraus : 

6 Sonates pour le Clave(;'in ou forte 
piano. Grave p. Mad. Oger. Paris, Le 
Duo. fol. (Nach dem Magazin 1781.) 
[B. B. 

Ferner werden Bearbeitungen aus 
Gluck's Armide für Klavier, V. u. Fl. an- 
gezeigt. 

Moiitfaiieoii, Bernhard de, ein 

gelehrter Benediktiner, geb. 17. 
Jan. 1655 im Schlosse de Soulage 
in Languedoc, gest. 21. Dez. 1741 
zu Paris. In seinen Werken fin- 
den sich auch Nachrichten über 
die alte Notation und Instrumente 
(Näheres im Fetis und Forkel's 
Literatur p. 471). 

Montferini, . . . 

machte sich 1782 durch 6 Partien füi' 
Clarinetten, Oboen, Hürner und Fagott 
im Ms. bekannt (Gerber 1). 

Montferrato, Natale, siehe Mon- 
ferrato. 

Montfort, Corneille de, siehe 
Brockland. 

Montgaultier, . . . unbekannter 
Komponist, von dem die National- 
bibl. zu Paris 3 Werke besitzt; 

La puissauce de Bacchus, cantatille. 
Paris. — Le reveil de Venus, cantatille. 



Montgeroult. 



48 



Monti, Henrico de. 



Paris. — Les adieux h la melancolie, 
cantatille. Paris. 

Montgeroult, Madame Helene 
de Nei'Yode, Comtesse de Char- 
nay^ geb. 2. März 1764 zu Lyon, 
gest. 20. Mai 1836 zu Florenz. 
Schülerin von Hulmandel und 
Dussek. Kam 1786 nach Paris 
und zeichnete sich als Pianistin 
aus. Während der Eevolution lebte 
sie in Berlin und gab dort 1796 
Sonaten heraus, kehrte aber später 
wieder nach Paris zurück. 18.35 
verlebte sie den Winter in Florenz 
und beendigte dort ihr Leben 
(Fctis). Derselbe verz. 6 Werke 
Klavierpiecen und 1 Gesangswerk 

nebst dem Schul -Werke: 

Cours complet pour renseignement du 
forte-piauo , conduisant progressivement 
des Premiers eleineiits aux plus gi'andes 
difficultes. Paris, .lanet et Cotelle. 3 voll, 
in fol. [ein Ex. besals einst Leo Liepm. 

Sonates de clavecin . . 1800, im Be- 
sitze des Conserv. zu Paris. 

Monthau,Sylvaiii de, Orchester- 
direktor zu Strafsburg um 1803, 
gab nach Gerber 3 Sonaten f. Pfte. 
zu Paris heraus. 

Monthly Mask, siehe Masqiie 
und die Nachträge: 

The Monthly Mask 

of Vocal niusic, or, the newest songs 
made for the theatres & other occasions 
for the year 170.3. Part. Loud. 1703. 
fol. [R. C. of Mus. fehlt der Dezember. 

Monthhf Mask (The). The whole vo- 
lume compleat the M. M., cout. aU the 
choicest songs bj' the best masters. Made 
for the play-houses, publick consorts . . . 
for the year 1704. London, fol. Von 
1720 — 22 erschienen 10 folgende Nrn. 
[Glasgow. E. C. of Mus. von 1704—1722. 

In der Privatbibl. des Sir John Stainer 
in Oxford (Kat. 1891 gedr.) befindet sich 
Seite 54 ein ähnlich betiteltes Samlwk: 
Monthhj Masque (The); or, an Enteiiain- 
ment of Musick. Consisting of four cele- 
brated songs, set for the V. Fl. and 
Hai-psich., by the best Masters. Dublin 
c. 17.Ö6 Mainwaring. 20 Nm. fol. 

Monti, Alessandro, Lebenszeit 
unbekannt. 



Die Bibl. der Kgl. Musikalien - Samlg. 
in Dresden be.sitzt von ih)n im Ms. 480 
eine Aria a Soprane con strum. P. qufol. 

Monti, Antonio, da Prato, Or- 
ganist am Dome zu Mailand 139.5, 
am 10. Juni angestellt. Erhielt 
jährl. 48 Gld., sp. 50 Gld. und ist 
noch bis 1416 erwähnt (Muoni 24). 

Monti, Gabriele, Sänger am 
Hofe zu Modena um 1598 (Vai- 
drighi 12, 18). 

Monti, Oaetano, geb. zu Fusig- 
nano bei Ferrara gegen 1740; er 
war der Bruder des Dichters Vin- 
cenzo i\Ionti und starb zu Neapel 
um 1816. Florimo 4 verzeichnet 
ihn 1758 als Sänger am Theater 
nuovo zu Neapel und als Kom- 
ponist der Opern: 

1. 11 Cicisbeo discacciato, Commedia, 
Napoli 1777 und 2. La Fuga, Com. ib. 
1777. 3. II Molaforbici 1782. 4. Lo 
Studente 1783. .5. Le donne vendicate 
1796, sämtlich Komedien im Theat. nuovo 
gegeben. Dann im Teatro del fondo zu 
Neapel: 6. 11 Geloso sincerato, Farsa 1779 
im Herbst und 7. La donna fedele, Com- 
media, 1784, 1. Sept. Nachweisbar sind 
von ihm noch: 

La Contadina accorta. Intermezzo ä 
5 voci. Part. 2 Bde. iiufol. [Dresd. Mus. 
Ms. 487. 

Le donne vendicate, opera, Ms. P. 
[Neapel Turch. 

Ms. 359 im br. Mus: Arien und Duette 
in P. 

Monti, Henrico de, geb. gegen 
1758 zu Padua, bildete sich zum 
Musiker aus, ging nach Wien, Prag 
und liefs sich später in Edinburgh 
und dann in Glasgow in Schott- 
land als Musiklehrer nieder, wo er 
noch 1830 lebte. Er gab heraus: 

The Self-taught Musician ; a treatise on 
music. Edinburgh 1796. 8''. [Glasgow] 
und als Gegner von Logier's Methode (wie 
Fetis sagt): Strictures on Mr. Logier's 
svsteni of musical educatiou. By H. de 
Monti. Glasgow 1817 W. Turnbiül & 
C. J. A. de Monti. 8". [Brüssel 6314. 
Glasgow. 

Im br. Mus. befinden sich auch Werke 
eines H. de Monti, doch gehört dieser der 
Mitte des 19. Jhs. an. 



Monti, Noferi. 



49 



Montii, J . . . M 



Monti, Noferi, scheint ein Buch- 
händler gewesen zu sein, der 1657 
zu Florenz lebte und folgendes 
"Werk drucken liefs: 

Scelta di laude spirituali, raccolte de 
piü divote e virtuose persone. Di nuovo 
stampate, e ricorrette coa l'aggiuuta della 
3. parte. Ad instanza di Noferi Monti. 
Firenze 1657 G. F. Barbetti. 120. [Brüs- 
sel 1325. 

Monti, Pandolfo, aus Modena, 
Sänger am Hofe daselbst um 1600, 
geht 1601 nach Polen (Yaldrighi 
12, 19. 60). 

Monticelli, Angelo, ein Sopra- 
nist, geb. gegen 1715 zu Mailand, 
gest. in Dresden um 1764. Er 
sang zu Neapel, Wien und Lon- 
don.*) Genaueres wissen wir nur 
über seine Stellung in Wien; 
Köchel 1 Terz, ihn vom 1. Jan. 
1733—1740, wo er abging, aber 
1741 wieder eintrat und bis 1760 
zu verfolgen ist, Fetis Angaben 
sind von wenig Wert. Er lässt 
ihn zuletzt in Dresden an der 
Oper debütieren, durch Hasse heran- 
gezogen. Wie ich sehe, hat sich 
Fetis durch Fürstenau 1, 141 ver- 
führen lassen, der einen Angelo 
Maria Monticelli von 1750 — 1765 f 
verz. Da aber der obige M. in 
Wien zur Zeit angestellt war, so 
ist die Angabe Fürstenau's ent- 
weder falsch, oder bezieht sich auf 
einen anderen Sänger, der Angelo 
Maria hiefs. 

Von Angelo besitzt das br. Mus. im 
Ms. 345 einen Samlbd. von Arien, Duetten 
und Kantaten, der einige Kompositionen 
von M. enthält. 

Montiffni, siehe Valette. 
Montillot, Maiiot de, ein um 

1786 zu Paris lebender Musiker, 



*) Biirney 4, 559 setzt das Jahr 1739 
an, doch muss es vor 1733 oder nach 1740 
gewesen sein, da er während diesen Jahren 
in "Wien angestellt war, doch könnte man 
auch auf einen Urlaub schliefsen. 

Kob. Eitners Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



von dem 6 Sinfonien im Stich er- 
schienen (Fetis). 

Montniolin, ... ein Pariser 
Musiker, der 1797 verschiedene 
Kompositionen veröffentlichte (Ger- 
ber 2). 

Montoija, Pietro, aus Spanien, 
1594 päpstl. Sänger in Rom (Strae- 
ten 6, 455). 

Monton, Pierre, war Säuger 
an der Hofkapelle Louis XII. 
(f 1515), wie Fetis im Artikel Di- 
vitis nach einem Dokument mitteilt. 

Montorio (Montoro), Antonio, 
lebte vielleicht in Neapel, denn 
die Bibl. des Conservatorio Tur- 
chiüi besitzt von ihm: 

Nuraa, a 2 Canti con piü strumenti. 
Ms. in P. — Im Conservat. zu Mailand 
unter Auf. Montoro: 7 Sinfonie per 2 V. 
2 Ob. e B. Stb. im Ms. — 6 Pastoraü 
per 2 V. e B. Stb. Ms. — Inno: Che 
^iva Fernando, per 2 Sopr. c. 2 Corni, 
2 Clarinet. e Fag. — Nach allen An- 
zeichen lebte er an der "Wende des 18. 
Jhs. bis ins 19. hinein, 

Montout, ... ein Pariser Kom- 
ponist, der 1783 sechs Trios f. 
Güitarre, V. u. B. als oeuvre 1 
herausgab (Gerber 1). 



Montreuil 



Im Laborde 



eine Chanson (Eitner 2 Nachträge). 
Vielleicht derselbe, der 1458 bis 
1460 unter Jo. Moiitreul als päpstl. 
Sänger mit monatl. 8 Gld. verz. 
ist, dann wieder von 1470—1493 
unter Montreul (Viertel]'. 3, 228 
bis 246). 

Montserrate, Andr., siehe Mon- 
serrate. 

Montü, J . . . M . . ., gab am 
Ende des 18. Jhs. heraus: 

Six Ariettes avec Tacc. de Güitarre 
(poesies de Metastasio) . . . liv. 1. Hbg., 
J. A. Boehme. qufol. [Schwei'in F. 

Ein A. Montii, der sich Mitglied 
der Akademie Philharmonie zu 
Bologna nennt, gab heraus: 

Numeration harmonique, ou echeUe 
d'arithmetique, pour servir ä l'explication 
des lois de l'hai'monie ; par . . . Paris 



Montuoli. 



50 



Monza, Carlo. 



(1802) Colnot, impr. de Luran. 4». 32 S. 
[Brüssel. Bologna. 

Der Katalog 1, 283 von Bologna schreibt : 
Die Bibl. des Liceo besitzt im Ms. eine 
Autifona, gez. mit 28. Sett. 1784, zur Auf- 
nahme in die Akademie philh. geschrieben. 
Dieser Moutu war zu Chieri in Piemont 
geb. und Schüler Stanislao Mattei. 

Montuoli, Coriolaiio. Die Bibl. 
des Liceo miis. in Bologna besitzt 
von ihm eine 

Cantate (ohne Titelbl.) auf den Text: 
Scorgo l'arco di un fulgido ciglio, Poesia 
di Gio. Ag. Polineri, in einem Samlwk. 
(Kat. 3, 202). — In der Kgl. Bibl. zu 
Brüssel, im Ms. 2430, einem Samlwk. 
italienischer Kantaten, wird er ein Bo- 
logneser genannt und einige Kantaten von 
ihm mitgeteilt. 

Montuoli, FederiRO Francesco, 

gest. zu Neapel 1724. Er schrieb 
mehrere Bücher für die Brüder- 
schaft der hlg. Cäcilia (Nerici 164). 
Montuoli, Oiuscppc, in Lucca 
1GÜ7 geb., mit 18 Jahren (also 
1685) wurde er Kapellmeister am 
Dome zu Lucca. Er war ein 
Schüler des Bera. Roncaglia (nach 
einem Ms. Martiniano, mitgeteilt 
im Kat. 2 S. 467 von Bologna). 
Nerici 163 dagegen sagt, dass er 
erst am 2. Okt. 1692 zum Kapell- 
meister gewählt wurde, am 2. Juli 
1717 zum Organisten an S. Mar- 
tino, 1720 in Bologna sein Ora- 
torium: Le passione convinte auf- 
führte und am 13. Nov. 1739 zu 
Lucca starb. Von seinen Werken 
sind bekannt: 

1. Lettioni per notteggiare ä voce sola 
con il suo Bc. del . . . Maestro di Capp. 
della Seren. Republic. di Lucca. Lucca 
1702 B. Gregoi-i. 1 vol. kl. qu40. 144 S. 
[B. B. B. Wagener. Bologna, br. Mus. 

Der Verleger sagt in einer Bemerkg., 
dass dies die ersten esercizj di niusica 
des M. sind. 

2. Bologna (Liceo mus.) besitzt noch 
einen Bd. von 128 S. ohne Titelbl., Mo- 
tetten für 1 Stimme u. Bc. enthaltend, 
10 für Sopr. und 2 füi' Bass, in 80, eben- 
dort erschienen. 

Im br. Mus., Ms. 363, 364, 365 drei 
Kantaten für Sopr. u. Bc. 



Montvallon, Andre Barrigue de, 
siehe Barrig'ue de M. 

Monville, de, ein Musiker des 
18. Jhs., ist bekannt durch 

Les amours de village ou Lisette et 
Colin, Scene pastoralle, avec acc. de harpe, 
V., Quinte et Clavecin. Part, im Stich. 
Befindet sich in der Bibl. der Oper zu 
Paris (Pougin. Lajarte zeigt es nicht an). 

Monvoisin, Sire Piere, diente 
in der Kapelle des Herzogs Alba 
in Brüssel 1572/73 und erhielt 
für 369 Tage 3555 Placas an Ge- 
halt (Viertelj. 9, 398. 402). 

Monza, Cavaliero Carlo, geb. 
um 1740 zu Mailand, gest. im 
August 1801 ebd. Schüler Fioroni's, 
wurde um 1787 Kapollm. am Dome 
zu Mailand (Fctis. Muoni 33). In 
allen Fächern der Komposition ver- 
suchte er seine Feder. Nachw^eisen 
lassen sich heute noch an Opern: 

Attilio regolo, Opera iu 3 atti. Ms. P. 
[B. M., 1777 für München komponiert, 
deren Aufführung aber durch den am 
3. Dez. erfolgten Tod des Kurf. vereitelt 
wurde. 

Achille in Sciro, Milano 1760. Ms. P. 
[Neaiiel Turch. 

Adriano in Siria 1796. Ms. P. [Ne- 
apel Turch. 

Cleopatra, opera in 3 atti. P. Ms. [C. P. 

II Demetriü. Dramma c. orch. in 3 atti. 
P. Ms. 3 voll, qufol. [Bologna. 

Ifigenia, op. in 3 atti. P. Ms. (C. P. 

Sesostri. Milano 17(30. Ms. P. [Ne- 
apel Turch. 

Temistocle, opera, Ms. P. [Neapel Turch. 

Im Jouinal d'Ariettes Italien. 1779 
bis 82. [br. Mus. 

Mss. in B. B. 14719 in K. Scherza il 
uocchier, Aria per Sopr. c. V. e B. P. — 
Ms. 119, 128, 2 Arien in P. — Ms. 136 
Non temer bell idol, Cantata per Sopr. c. 
ström. P. 

Ms. 468 in Dresd. Mus. Recit. e Rondo 
u Sopr. c. ström. P. 4« und 3 Ai'ien ä 
Sopr. und ä Tenore c. ström. P. 

Ms. 307 in Wolfenb. 1 Aria c. orch: 
Involarmi il mio tesoro. 

Ms. Miisf'kfr. Wien: 3 Duette aus Opern. 
P. — Ms. br. Mus. 346 Arien u. Duette. 

Einlagen zu Galuppi's Oper „11 Vil- 
lano" (siehe Galuppi). [Hofb. Wien Ms. 
18073. 

Mss. iu Mailand Cunserv. Recit. ed 



Monza, Carlo Antonio. 



51 



Moore, Thomas I. 



Aria: Deh! cessate, funesti pensieri, a 
Sopr. c. ß. 

Ms. Brüssel 2626 Duetti. 

Im Conscrv. %u Paris eine Samlg. 
Kirchenmusik und eine Samlg. Sceuen, 
Arien, Duette, Terzette u. a. 

Sei Quartett! per 2 V. Viola e Vcl. 
op. 2. London, .1. Bland. 4 Stb. [B. 
Wagener. br. Mus. 

Sei Trio concertanti per 2 V. e Vcl. 
obl. op. 1. London, J. Bland. 3 Stb. 
[ß. AVageuer. Musikfr. Wien. br. Mus. 

Hier ist er mit Kgl. Kapellm. zu Mai- 
land bez. 

Mss. in B. M: 5 Sonate a 2 V, e B. 
und 2 Trios a 2 V. o B. in Stb. 

Mss. in B.B. Ms. 14721: Sonata — 
Notturno a 3. P. — Ms. 14722, 2 Sonate 
ä Cembalo. — Ms. 14720 Pastorale per 
organo. 

Mss. in Malland Cons: 11 Sinfonie 
per orch. in Stb. 

Ms. in Darinst. 1 Sinfönia in Dd. Ms. 
Stb. 

Monza, Carlo Antonio, geb. 
zu Mailand, um 1735 Kanonikus 
und Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Yercelli (Sardinien), wo 
er um 1739 starb. Fotis fühi-t von 
ihm den Druck an : Pieces modernes 
pour le clavecin, Turin. 

Monza, Gaetano, scheint noch 
dem 18. Jh. anzugehören. 

Das Cons. zu Mailand besitzt von ihm 
im Ms. 1. Canzonetüi „Non mi dir" per 
2 Sopr. col B. 2. Trio per 2 V. e B. 
Stb. 3. Sonata in C per Mandolino c. B. 

Von einem Monxa ohne Vornamen 
finden sichln einem hds. Samlwke: Airs 
in P. einige Nrn. [R. C. of Mus. 1891. 

Monza, Luigi, ein Theorbist, 
erhielt ein Patent am 22/9 ICSI 
(Bertülotti 112). 

Monzani, Teobaldo, geb. um 
1762 im Modenaschen, gest. 14. 
Juli 1839 zu London, 77 Jahr alt; 
bildete sich zum Flötisten aus und 
trat 1784 in London als Virtuose 
auf (Pohl 2, 372), wurde am Or- 
chester der italienischen Oper und 
an Salomon's Konzerten angestellt. 
Er gründete um 1800 ein Musik- 
magazin u. eine Fabrik für Flöten, 



die sich eines guten Eufes er- 
freuten. Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

III Trio for 2 Flutes or Flute, V. & 
Vcl. op. 9. London, G. Walcker. 3 Stb. 
[B. Wagener. br. Mus. 

3 Duetts for 2 germ. flutes, op. 10. 
London. 2 Stb. fol. [br. Mus. 

Das br. Mus. besitzt von ihm noch 
25 ähnliche Werke wie die obigen im 
Druck uud erwarb neuerdings A selection 
of 12 Psalms and Hymns . . . to which is 
prefixed a priut . . the drawiug & engra- 
ving by . . . Eigaud and Gardiaer . . . 
(Lond. 1793) to be had of M-" Monzani. 
qufol. 

Ln R. C. of Mus. in einem Samlwke. 
Quartette, Ms. 1557, zwei Quartette f. 
2 V. Va. u. Vcl. 

Monzini (Monzino) Uiacomo, 
Lebenszeit unbekannt. 

Die Kgl. Musikalieu-Samlg. in Dresden 
besitzt im Ms. 239 ein Kyrie e Gloria ä 
4 voc. c. ström, in P. mit Monzini gez., 
(auch in Dresd. kath. Kirche) und die 
Musikfr. in Wien unter vollem Namen, 
aber Monzino geschrieben, eine Metodo 
per Chitarra o Lira, op. 18. Milano. 

Moor, de, Altist an der Kgl. 
Kapelle in Brüssel von 1763—1773 
(Straeten 5, 183). 

Moor, Ferdinando de, ist im 
Kataloge von St. Walburge zu Au- 
denard mit Kompositionen um 
1752 verz. (Straeten 1, 226). 

Moore, James, wurde gegen 
1716 Sänger an der Kgl. Kapelle 
in London. 1727 fehlt er in den 
Listen (Viertel j. 8, 516). 

Moore, Thomas I., ein schot- 
tischer Musiklehrer zu Glasgow, der 
am 22. Nov. 1756 im Hutcheson's 
Hospital als Musiklehrer angestellt 
wurde. Er gab 1787 die Stelle 
auf nnd starb 1792 zu Glasgow 
(Stephen). Man kennt von ihm: 

The Psalm - singer's delightful pocket 
companion. With a plaiu & easy intro- 
duction to musick. Glasgow 1756. 12^. 
[Glasgow. 

— Glasgow (1758). 4". [br. Mus. 

The Psalm Singer's. Complet tutor & 
divine Companion. 2. edit. London for 
the author. 2 voll. Enth. Komposit. von 

4* 



Moore, Thomas II. 



52 



Moorehead, John. 



J. Bishop, J. Blow, J. Chesham, J. Church, 
Jerem. Clark, G. Gibbs, Haendel, F. Hicks, 
P . . . D . . ., H. Purcell, Rojner, Sheeles, 
W. Tansur und M. Wise. [br. Mus. 

Browne zeigt noch eine Ausg. von 1762 
und Tlie Yocal Concert 1761 an. Letz- 
teres besitzt ohne Titelbl. das br. Mus. 

The Meriy musician ; or a eure for the 
spieen. 2. ed. London 1730. 4 voll. 
12^. [Glasgow] ist jedenfalls von einem 
älteren T. Moore. 

In einem 8amlwk: Enghsh Songs. Lon- 
don. Kl.-A. 1 vol. in fol. 20 Gesänge 
aus Opern, ist Nr. 9 mit Thomas Moore 
gez., die wahi'scheiulich obigem Autor an- 
gehört. [B. .Joach. Nr. .574. 

Moore, Thomas II., der be- 
kannte Dichter, geb. 28. Mai 1779 
zu Dublin, gest. 25. Febr. 1852 
zu Sloperton Cottage bei Devizes. 
Ausfülirliciie Biograpliien findet 
man im Grove, in der englischen 
AUg. Biographie und in jedem 
lexikalischen Werke. Er hatte 
aber nur eine obertlächliche Musik- 
Vorbildung. Die Melodien zu den 
irischen Volksweisen sind zum Teil 
ungenau, zum Teil verdorben. Die 
Texte derselben dichtete er um. 

Seine „Irish Melodies'' erschienen in 
10 Heften von 1807—1834, vorhanden 
in allen gröfseren Bibliotheken. Die 
Bibl. in Glasgow besitzt eine Ausg. ohne 
Jahr: A selection of Irish melodies. Lond. 
5 voll, in fol. 

Die B. M. eine Ausgabe: Irish Melodies 
with Sj'mphonies & acc. by Sir John 
Stevenson, Mus. Dr. and characteristic 
words by Tli. Moore. New ed., edited by 
J. W. Glover Esq. Dublin (1859) J. DuiU. 
Mit Moore's Portr. 4 BU. 33 S. [auch 
in B. Wagener. br. Mus. B. B. dieselbe 
Ausgabe und • A selection of Irish M . . . 
London, J. Power. 2 voU. fol. B.ß: Irish 
M. Lond. 18.57 Lougman. 1 vol. gr. 8°. 

National Airs; v& other sougs, now first 
coUected. London 1S58 Longman; fiir 
1 Singst, mit Pfte. [B. B. 

Im br. Mus. Ms. 628 im Autogr. eine 
Samlg. National-Melodien, arrangiert von 
Sir H. R. Bishop. — Ferner besitzt sie 
Ausg. und Bearbeitungen von Balte, Rim- 
bault, Bishop, Gare, Macfarren, Glover, 
Römer, Montgomery u. Shrivall im Di-uck. 

Die folgenden "Werke sind sehr zweifel- 
haft, welchem Thomas M. sie angehören: 
Es sind: 



For thee alone, a Bailad. London, 
Gramer, Addison & Beale. [B. M. 

Lefs take this world, ib. [B. M. 

A coUection of the vocal music of . . . 
Lond. fol. [br. Mus. 

The songs of . . . the music & words 
complete. Lond. (1859). 8". [br. Mus. 

A set of glees, written & comp, by . . . 
Lond. fol. [Glasgow. 

Im br. Mus. aufserdem 151 Einzel- 
drucke und Samlg. von Sougs, Ballads 
u. a. in alten und neuen Ausg. 

Notes from the letters of . . . to bis 
music publisher, James Power, with an 
introductoiy letter from Thomas Groft on 
Croker Esq. New York 1854. 8. [Glas- 
gow. 

Moore, IVilliam, ein blinder 
Harfner im Orchester der Kgl. Ka- 
pelle zu London 1515 mit 18 ^ 
Gehalt angestellt. 1516 ist er 
nicht mehr verz. (Nagel 1, 12. 13.) 
Der von Burney (5, 4 um 1550 
erwähnte ist wohl William More, 
ein Sänger der Kgl. Kapelle. 

Moorecocke(Moorcock), Robert, 
ein Kleriker an der Hofkapelle in 
London, wurde im Februar 1561 
Clerke of the Cheque und starb 
den 15. Juni 1581 (Rimbault). 

In John Baldwin's hds. Samlg. befinden 
sich einige Motetten von ihm. 

3Ioorehea(l, F . . ., schrieb am 
Ende des 18. Jhs. für die Lon- 
doner Bühne. Bekannt ist nur: 

The Naval PiUar. The overture, songs, 
glees & dauces in the new populär enter- 
taiument of . . . (by T. Dibdin). London 
c. 1799. fol. Grove schreibt es fälsch- 
lich John M. zu. [br. Mus. 

Moorehead, John, in Irland 
geboren, ging nach London, wurde 
Mitglied an Sadler's Wells Theater, 
1798 im Orchester des Covent 
Garden angestellt und starb 1804 
irrsinnig zu Deal (Brown. Stephen. 
Grove). Er schrieb Mehreres fürs 
Theater: 

Family Quarreis, a comic opera, von 
Braham. Einige Gesge. von M. [br. Mus. 
R. C. of Mus. 

Harleriuin Habeas, The favorite Over- 
ture (u. einige Gesge.). Kl.-A. Lond. fol. 
[br. Mus. 



Moque. 



53 



Moraies, Cristobal. 



Tlie Perouse. Ovei-ture in the grande 
pantomime drania of . . . or, The desolate 
Island. London (1801). fol. [br. Mus. 

Speed the plough. The favorite dauce 
introduced in the coniedv called . . . Kl.-A. 
London 1799. fol. [br. Mus. 

The Yolcano. Overture with the luove- 
ments descriptive of the Volcanic Eruption, 
in . . . London, fol. [br. Mus. 

Mit Thom. Attwood komponier-te er die 
Singspiele: 11 Bondocani und Dominion 
of FancY. London 1800 und 1801. P. im 
K. C. of Mus. Ebendort noch The Cabinet 
1802 gemeinsam mit Brahani, Davy und 
Eeeve. 

Im br. Mus. noch 9 Einzeldnicke um 
1790 geschrieben, Songs und Balladen 
umfassend. 

Moqne, siehe Moucque. 

Mor, ... Im Reichard 1780, 
278 wird er als Violinist au der 
Hofkapelle in Kassel angeführt. 

Morabin, ... gab heraus: 

Dialogue sur la musique des anciens. 
Paris 17:35. [Musikfr. ■\Yien. 

Moradelli, siehe Mai*a(lelli,G.B. 

Moraes, Joäo, de Silva, geb. 
27. Dez. 1689 zu Lissabon, wurde 
1727 Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Lissabon und bekleidete 
das Amt noch 1747. Er war ein 
fruchtbarer Komponist und besafs 
die zerstörte Bibl. zu Lissabon 
einst 61 meist geistliche Werke 
im Ms., die Yasconcellos genau 
verz. 

Morago, Esteväo Lopes, in 
der Mitte des 18. Jhs. Kapell- 
meister an der Kathedrale zu Vi- 
zeu in Portugal und ein guter 
Komponist, wie Yasconcellos sagt. 

Moraies , Cristobal (Christo- 
phorus, auch mit Moraies Büspa- 
lensis oder Hispani, auch nur 
Clericus Hispalensis genannt), geb. 
2. Jan. 1512 zu Sevilla, gest. 14. 
Juni 1553 zu Malaga? Ein Priester. 
Vom 1. Sept. 1535 — 1540 päpstl. 
Sänger in Rom (Viertel]. 3, 261 ff.). 
Von 1544 — 1545 soll er Kapell- 
meister an der Kathedrale zu To- 
ledo gewesen sein, doch fehlen 



die Dokumente darüber. Nach 
Bermudo dagegen war er um 1550 
Kapellmeister des Herzogs von 
Arcos. In den Akten des Kapitels 
der Kathedrale zu Malaga ist M. 
am 27,11 1551 als Säuger verz. 
und wird ihm zur selben Zeit die 
Kapellmeisterstelle anvertraut nebst 
einer Praebende. 1552 besucht 
er seinen Heimatsort, möglich dass 
er dort gestorben ist, denn man 
erfährt aus den Akten zu Malaga 
nur seinen Tod durch die Wahl 
seines Nachfolgers. 

(Pedrell, Hispaniae schola rausic. Bd. 1. 
Barcelona 1894 Ambros 3, 570. Haw- 
kins 3, 8ß sein Porträt. Der von Strae- 
ten 7, 105 angeführte Cristoval de Mo- 
raies ist ein älterer und die Bemerkung, 
dass Christoph von Rom aus ad. Hof 
Philipp des Schönen ging, kann sich auch 
nicht auf obigen beziehen, da Philipp 
schon 1506 starb. In einem Dnicke 
wird er mit dem Titel eines ,,Portionarii" 
bez., welches nach Du Cange's Glossar 
ein Amt ist, das aus einer halben Prae- 
bende an einer Kathedrale besteht und 
zur Vertretung des Kanonikus dient). 
Moraies' Kompositionen gehören zum 
Besten was die Zeit geleistet hat. Es 
herrscht ein Wohlklang und dabei eine 
Einfachheit und Innigkeit darin, die den 
Zuhörer vollkommen gefangen nimmt. 
Von seinen Werken sind nachweisbar: 

. . . Missannn : Liber 1 , am Ende 
(ßomae) per Valer. Doricum et Ludovi- 
cum fratres 1544. Chorb. in fol. [B. B. 
B. M. S. Pietro in Rom. Cap. Lat. ohne 
Titel. Modena im Dome. FeiTara. 

Enthält die Messen 1. sup. de beata 
Virgina 4 v. 2. Aspice Dne. 4 v. 3. 
Vulnerasti cor meum 4 v. 4. Ave maris 
Stella 5 v. 5. Quaeramus cum pastoribus 
5 V. 6. L'homme arme 5 v. 7. Mille 
regretz 6 v. 8. Si bona suscepimus 6 v. 
— In Samlwken. ei-schienen schon 1540 
und 1542 Messen auf deren Titeln sein 
Name allein genannt wird (s. Eitner 1). 

— gleicher Titel. Lugduni 1545 Mo- 
derne. Chorb. in fol. 150 Ell. [B. M. 
B. Kgsbg. und Hofb. Wien von 1546. 
Ebenso in B. Eostock. 

— Missae c. 4 voc. Lib. 1. Ven. 1563 
Scotus. 4 Stb. nur die obigen 4 ersten 
Messen. [Celle. 

— Missarum quinque cum 4 vocib. 2. 



Morales, Cristobal. 



54 



Morales, Cristobal. 



Liber. 4 vocuni. Yen. 1544 Ant. Gar- 
damis. 4 Stb. qu40. Enth. die obigen 
3 vierst. Messen uud eine von Fiuot und 
P. Certon. [Bologna. Cap. Lat. 

— Lib. 2. Missarum (juinque c. 4 v. 
Yen. 1544 Scotus. 4 Stb. [Verona S. f : 
A. T. B. 

. . . Missanim Lib. 2. Ani Ende : Iin- 
pressuni Rome per Val. Doricum et Lu- 
dovicuni fr. 1544. Chorb. in gr. fol. 
1.38 Bll. [B.M. Bologna. Cap. sistina. 

Enth. die Messen 1. super l\i es vas 
electiones. 2. Benedicta es celorum. 3. 
Ave Maria. 4. Gaudo Barbara. 5. L'homme 
arme 4 vocib. G. Do beata virgine. 7. 
Quem dicunt homines. 8. Pro defunctis 
5 voc. 

— gleicher Titel: Lugduni 1551 (1552) 
Moderaus. Chorb, in fol. 138 Bll. [Hofb. 
Wien. B. Kgsbg. Eom cap. lat. Nr. 40 
und im St. Peter mit 1552 gez. 

Quinque Missarum Harmonia cum 5 
vocib. quanim nomina subsequuntur. Mo- 
ralis Hi.spaiii. Lomme Arme. C^ueiainus 
cum pastoribus. De beata virgine. 
Joannis Luppi. Surrexit pastor bouus. 
Ycui sponsa Christi. Recens in lucem 
aodita, ac denuo . . . recognita. Yen. 15G5 
Scotus. 5 Stb. qu4". [br. Mus: A. 

Missae quatuor, cum 4 voc. Yen. 
1580 Ales. Gardanus. 4 Stb. 4P. 4 
Messen, Die 3. aus lib. 1 u. die 4. aus 
lib. 2 von 1544 entnommen. [B. M, 

Die Stiftsbibl. in Einsiedeln zeigt einen 
Drack an: „Asperges nie a 10 voc. oder 
Missarum liber ad initum. Ptuis 1568. 8". 

... Et reliqvorvm Musica, vocum qua- 
tuor, cujus ])ars est, aequaii voce, reliqua 
impari decantanda. Modo in lucem emissa. 
Yen. 1543 Scotus. 4 Stb. qul". 25 Gesg. 
— Der Cantus abweichend : ... et mul- 
torum eximiae artis vironim musica cum 
vocibus quatuor, vulgo Motecta . . . [B.M. 
B.B. Bologna: B. 

— ... et multorum (wie der Cautus 
von 1543). Yen. 1546 Gardanus. 4 Stb. 
qu40. 9 Mot. fehlen, dafür sind neu 
hinzugetreten fol. 18, 20, 24, 33, 36. 
[B. M. B. Kgsbg. B. B: A. T. Bologna. 
Hofb. Wien. Kgl. baiersche Regierung 
von Mittelfranken: Bassus. 

Lameutationi di Morales a 4, a 5 et 
a 6 voci . . . Yen. 1564 Ant. Gardano. 
5 Stb. qu40. [B. M. Bologna fehlt B, 
Upsala. 

Magnificat M. Hisp. alioruraque au- 
thorum. Lib. 1. Yen. 1542 Scotus. 4 Stb. 
qu4<'. Derselbe Lihalt wie das Samlwk. 
1544 b (Eitner 1) von fol. 1 bis fol. 23, 
womit Scotto abschliofst. Enth. 5 Magn. 



von Morales, 2 von Jachet, 1 von Loyset 
Pieton, 1 von Richafoi-t, 1 von Tugdual 
und 1 Incertus. [B.Jena. Bologna. 

Magnificat Moralis Ispaui cum 4 vocib, 
Lib. 1. Yen. 1545 Gardane. 4 Stb. qu40. 
8 Magnif. [B. M. B. B. Bologna. 

— Ib. 1559. 4 Stb. qu4". [br. Mus. 

A. defekt. 

— Yen. 1563 Rampazetto. [br.Mus: T. 
Magnificat omnitouum cum 4 voc. 

Yen. 1562 Gardanus. Chorb. in fol. Enth. 
16 von Morales, 2 von Carpentras, 1 
Jachet und 1 Richafort. [Cai). Lat. Nr. 
45. Cap. si.stina. Bologna. Brüssel. 

Magnificat 4 vocum. Yen. 1583 Gar- 
danus. 4 Stb. 4". [B. KiCantift. 

Magnif. M. Ilispan. 4 vocib. Yen, 1614 

B. Magni. 4 Stb. 4". [Bologna. 



Ms. 24, B. A. Chorb. in fol. von 1602 
ein Magnificat 4 voc. 

M.SS. B.B. 14 740 Missa sup. Thomme 
arme 5 voc. P. ohne Text. — L175 
Lamontabatur 5 voc. P. In Ms. 294 
zu 6 Stirn. P. — L176, Magnific. aninia 
mea, 4 v. P. — L321, Magnif. del 3. 
toni 3 V. P. — L294, Yeni Domine 6 v. 
P. — Wl Nr. 103: Lamentabor 5 voc, 
zweimal. 

Ms. B, Br. 2 Motetten (s. Kat.). 

Ms. Breslau Kircheninst. 2 Missae sup. 
de Beata Virg. u. A'ulnerasti 4 voc. 1 
Magnif. 4 voc, in P., Bd, 157. 

In Dresd. Mus. Ms. Da 2 a 16 Magni- 
ficat k 4 von 2 — 6 Stim. von Zelenka 
kopiert. 112 S. — Ms. A47 Nr, 3 Kyrie 
und Gloria 4 v. P. 

Ms. 840. 916. 931: 5 Gesge. [Proske. 

Mss. B.M: Missae sup. Aspice Dne. 

4 v. Ave maris Stella .5 v. De beata 
virg. 4 v, L'homme arme 5 v. Mille 
regrets 6 v. Quaoramus cum pastor. 5 v. 

j P. u. im Chorbuch Si bona suscepimus 
6 V. Yulncrasti cor 4 v. Pro defunctis 

5 voc, sämilich in Part. 

— Asperges 4 v. Lamentab. 5 voc, P. 

— Magnif. 4 voc. P. — 3 Sicut erat 
in princ. 6 voc. P. 

Ms. Rostock (Kat. unter Messen) 1 
Messe Nr. 12. 

2 Tonsätze in Contrapunto, Ms. B.B. 

In Hofb. Wien, Ms. 15604, sacnini 
convivium. Christus resurgens 5 voc. 
Part. — Ms. 15943, Magnificat 4 voc. 
Chorb. — Ms. 16237, Christus resurgens 
5 voc. P. — Ms. 18467, Lamentabatur 
Jacob, 5 voc. — 19426 Chorb. 1 Magnif. 
4 voc. 

Mss. Cap. sistina, Cod. 17, Missa Tris- 
tezas me matan triste di me 5 v, — M. 



Morales, Cristobal. 



55 



Moralt. 



Mille regi'etz 6 voc. — Cod. 19, Missa 
de B. M. Virg. 5 v. — Cod. 32, Missa 
Benedicta es 4 v. — Cod. l'A, Missa Si 
bona suscepimus ö v. — Cod. 13, 17, 19, 
21, 61, 64 u. 198 Motetten, Hymnen, La- 
nientat. , Mag-nif. (siehe them. Kat. von 
Haberl). 

Ms. Bologna: Intlina domine aurem 
4 V. aus 1541. — Lamentatio, fehlt B. 

Ms. Dom zu Maihind, Cod. des 16. Jh. 
mit Missae, 1 Magnifie. 

Ms. Leiden Chorb. C2: Missa de do- 
mina. 

37 Gesge. in Samhvk. (Eitner 1). Feraer 

3 Mot. in Gombeifs Musiea 4 voc. lib. 1. 
1541 (s. a.). -- In Ant. Gardane's Lib. 4. 
Missanim 1544 die Me.sse Ave raails, 

4 Teuori. — In Scotto's 1. lib. de'Motetti 
a 5 V- 1549 ein Morales. — In Merulo's 
Nachdruck der Motectarum diviuitatis 
lib. 1, 5 V. 1569 nur 5 a in Bologna vor- 
handen. — In Archadelt's 4. lib. Madr. 
1539 ff. Ditemi o si. — In Vincenti's 
Nuova spogiia 1593: Quando lieta sperai 

5 voc. — In Sotto's Missae 4 voc. s. a. 
(1541) die Messe: De beata Virginis. — 
Im Valderravaua 1547 ein Tonsatz. — 
In Paolucci 2, 232 ein Sicut erat in prin- 
cipio, Canon in Subdiatessaron 6 voc, ist 
ein anderer Satz als der im Martini und 
Choron, siehe Eitner 2. 

In neuen Ausg. 16 Nrn. (Eitner 2), 
ferner in Phil. PedreU's Hispaniae schola 
musiea sacra, Barcelona 1894 Pujol y Co. 
fol. (siehe M. f. M. 27, 28) und in Am- 
bros 5, 595: Sancte Antoni c. 2. p. 4 voc. 
(1541). In Smith's Musiea antiqua p. 110: 
Ditemi o si, o no senza timore, 4 voc. 

Morales, CristOTal de: 

Discursos sobre a perfei(,'ao do diathe- 
saron e louvores do numero quaternario, 
em que eile se contem, con um encomio 
sobre o papel que mando imprimir o 
Serenissimo Rei D. Joäo IV, em defesa 
da moderna musiea, e reposta sobra os 
dois breves negros de . . . Lisboa, por 
Ant. Craesbeck 1662. 40 (Straeten 8, 
230). Im br. Mus. mit A'arianten: sobre 
OS tres breves negros de . . . 1662 J. A. 
Frouvo. 4*^. Jedenfalls ein anderer als 
der Spanier Morales. 

Morales, Francisco de, Ka- 
pellan und Säuger an der Kapelle 
der Königin Isabella zu Sevilla um 
1490 (Straeten VII, 104). Pedrell 
zeigt im Vorwort I, XVIII seiner 
Hispaniae schola musiea einen 
Knabensänger Christophe de Mo- 



rales an, der zur selben Zeit (1490) 
in der Hofkapelle zu Sevilla diente. 
Auch einen Francisco de Morales, 
aber nicht als Kaplau, sondern als 
fourrier de chapelle. Wahrschein- 
lich ist Straeten's Angabe wie so 
oft ungenau. 

Morales, Ildepüonso, ein Spa- 
nier, stand im Dienste der Kgl. 
Kapelle zu Brüssel , nach dem 
verloren gegangenen 1. Bl. des 
Ms. 3 der B. M. (siehe Kat. von 
Maier). 

Moralt, eine Musikerfamilie von 
fünf Brüdern, die an der Mün- 
chener Hofkapelle nach 1778 an- 
gestellt waren, nur der Jüngste, ein 
Violaspieler, vielleicht W(ilhelm?), 
ging nach London und trat ins 
philharmonische Orchester ein, wo 
er bis 1842 verz. ist. Die anderen 
Brüder hiefsen Joseph (1775 geb., 
wird 1/5 1800 Konzertmeister), 
Pküi'pj) (Violoncellist 1780 bis f 
18/3 1847), Geor(j (Bratschist 1781 
bis 1818). Grove erwähnt noch 
einen Jalrjb^ w^as dann der sechste 
Moralt wäre, Zwillingsbruder des 
Philipp's, ein Instrumentist in der 
Kapelle, den die Akten des Kreis- 
archivs in München 1800 erwäh- 
nen, als er eine Gehaltszulage er- 
hielt. Der Bedeutendste war 

Johann Baptist Moralt^ geb. 
1777 (?), denn er starb den 7. Okt. 
1825, 48 (?) Jahr alt in München 
(Nekrolog in der Lpz. Ztg. 28, 42). 
Er war Violinist zuerst a/d. Mann- 
heimer Hofkapelle, dann von 1 778 (?) 
bis zu seinem Tode in München. 
Die Gebrüder M. hatten einen Ruf 
als vortreffliche Quartettspieler. Die 
obigen Daten sind sämtlich sehr 
fraglich und bedürfen sehr der 
Nachhilfe. An Kompositionen sind 
von letzterem bekannt: 

Deutsche Messe für 4 Stimmen mit 
Orgel, im Autograph. [B. M. 



Morambert. 



56 



Morandi, Pietro. 



Sinfonie ä gr. orch. (ohne Clarinetten). 
Lpz., Br. & Haertel. 13 Stb. fol. [B. B. 
Musikfr. Wien. 

Le^ons methodique pour Je Violen avec 
acc. d'un 2. V. Mayence, Schott, 2. partie. 
2 Stb. fol. [B. B. 

Wahrscheinlich ist das Lied im Musi- 
kal. Jugendfieuud 1. Heft. München 1814 
bei Sidler Nr. 51 auch von ihm. [B. Kgsbg. 

2 Sinfonien für grofses Orch. Esd. u. 
Gd., eine in Bonn, die andere in Lpz. 
erschienen. Stb. [Darmst. 

Ueber Joscpli Moralt berichtet 
die Niederrh. Ztg. 3, 384: geb. 5. 
Aug. 1775 zu Schwetzingen bei 
Mannheim, wird 1786 Kammer- 
musikus, Violoncellist, am 1/5 1800 
Konzertmeister in München, 1827 
Musikdirektor, starb 14. Nov. 1855. 

Morambert, Aiitoine -Jacques 
Labbet, Abbe de, geb. um 1721 
zu Paris, soll nach Fotis in Paris 
Musiklehrer gewesen sein; der Bei- 
name Lubbot bei Fotis ist falsch. 
Er gab anonym heraus: 

Sentiment d'un harmnniphilo, sur diffe- 
rens ouvrage de musiquo. .Ämst. (175G) 
et a Paris, Jombert etc. 8". 84 S. Text 
und 8 Seit. Musik. [Dresden. 

Die Bibl. nationale zu Paris besitzt 
unter Morambert 1. Domine qui habitabit, 
avec orch. Ms. P. 2. Le triomphe de 
l'amour, cantatille, gravee. Paris s. a. 

Moran, Antonio de, um 1666 
Sopranist (Kastrat) a/d. Hofkapelle 
in Dresden mit 800 Echthr. Gehalt. 
Wird 1680 in den Akten nicht 
mehr genannt (Fürstenau 1, 92). 

Morancl, Pierre de, ein Dichter, 
geb. um 1701 zu Arles, gest. 26. 
Juli 1757 zu Paris (Fetis Näheres). 
Er liefs sich mit Eousseau in einen 
Federkrieg ein und gab heraus: 

Justification de la jnusique frauyoise, 
contre la quereile qui lui a ete faite par 
un AUemand et un AUobroge. Adressee 
par elle-nieme au coin de la reine le jour 
qu'avec Titon et l'Aurore eile s'est remise 
en possession de son theatre (anonym). 
La Haye 1754. 8". [B. B. Brüssel. 
Brüssel Cons. br. Mus. Bologna. 

Morandi, (xiovanni, geb. 12. 
Mai 1774 zu Pergola (römische 



Provinz bei Urbino), gest. 23. Febr. 
1836*1 zu Senigallia (Sinigaglia), 
Sohn des Pietro, verheiratet mit 
der Sängerin Rosa Morandi. Zuerst 
Organist (wo?), dann Nachfolger 
seines Vaters als Kapellmeister zu 
Senigallia (Masseangeli's Autogr.). 
In dessen Autographen-Samlg., Phil- 
harmonie zu Bologna, ein Brief 
von 1834 nebst einem Autogr. 
seiner Frau (f 1824). 

Ich kenne nur 1. Sonate per gli organi 
moderni, oj). 2. Milane, Kicordi. 2. 11 
Santo natale, pastorale per gli organi mo- 
derni, ib. 'A. Grau Sonata pastorale in F 
per oi'gano, Ms. 4. 3 Rondeaux ]30ur le 
Pfte. Turin, Roycend. [Mailand Cons. 
Nr. 1 auch in Brüssel. 

Im Besitze des Herrn Giov. Morandi 
in Sinigaglia: Musioa per organo, Sonate 
etc. 2 voll. Milane, Eicordi. 

Ein Arrangement f. Pfte. von G. Simon 
Mayr's Adela,sia ed Aleramo. Milano, 
Ricordi. [B. Bologna Kat. 3, 317.] Ueber 
seine Frau siehe den Catalogo der Autogr. 
Masseangeli's. 

Morandi, Pietro, geb. zu Bo- 
logna um 1739, gest. 8. Dez. 1815 
zu Ancona, Schüler vom Pat. Mar- 
tini, wurde darauf Kapellmeister 
zu Pergola, dann zu Senigallia; 
seit 1764 Mitglied der Philharmonie 
zu Bologna. 

Er schrieb für die Kirche und fürs 
Theater die Opern: (Jli Usurpatori delusi 
lind L'Inglese stravagante. Zuletzt wurde 
er Kapellmeister in Ancona (Fetis. Masse- 
angeli's Autogr.). Das Liceo mus. zu Bo- 
logna besitzt von ihm teils im Autogr., 
teils in Kopien: Egredimini et videte, In- 
troito ä 4 voci col oig. — Kyrie 4 voc. 
con ström. — Dixit 4 voc. c. ström. — 
Beatus vir 4 v. c. ström. — Heros ui- 
tenti desujjer, Alto solo c. V. — Magni- 
ficat 4 voc. c. Strom. — Ecce nunc ä C. 
e A. c. V. composte l'anno 1763. Ferner: 
Alla gioventü dilettante XII Duetti di . . . 
Bologuese Accademico Filarm., e Maestro 
di cappella di Pergola. Innocente Ales- 
sandri incise in Venetia. Part. ([ufol. 
20 S. 



*) Der Kat. 3, 246 von Bologna schreibt 
statt 1836 nach Ricordi's Gazzetta musi- 
cale, 24. Jhg. Nr. 12 S. 94: 1856. 



Morandi, Victoria Amadeo. 



57 



MorateUi. 



In der Accademia filarm. zu Bologna 
eine Antifona a 4 parti, Autogr. von 1764. 
Im Kataloge der Autogr. Masseangeli's 
werden noch eine Anzahl Kompositionen 
angefühi-t. 

12 Duetti . . . Venez. [C. P. 

Morandi, Victoria Ainadeo, 

wird 1714 vom Markgrafen von 
Bayreuth als Musiker dem Kur- 
fürsten von Sachsen empfohlen (s. 
Staatsarchiv). 

Morang-e, A. . . de, Orchester- 
direktor am Theater des Jeunes 
Eleves zu Paris um 1800, schrieb 
die Operetten: 

Les quiproquo nocturnes, in 1 Akt 
1799. — Les petits Auvergnats, in 1 Akt 
und die Melodramen: La bataille de 
Dunes u. l'enfant prodigue, deren Ouver- 
türe in Paris bei Mme. Duhan erschien 
(Fetis). Pougin führt noch einige Ope- 
retten u. Melodramas an uud sagt ferner, 
dass er um 1805 Orchesterdirektor am 
Theater de la Gaite war, aber 1806 das 
Amt schon nicht mehr besafs. 

Moranus, siehe Moravius, Aug. 

Morari. Man kennt bis jetzt 
vier Musiker dieses Namens, weifs 
aber nicht ob sie Brüder oder 
Verwandte waren, obgleich sie alle 
vier zu gleicher Zeit dem Kur- 
fürsten von Baiern als Violinisten 
dienten. Antonio war auch Kom- 
ponist und aus dem Titel des ge- 
druckten Werkes erfährt man, dass 
er aus Bergamo stammte, von den 
anderen kennt man nur die Thätig- 
keit in München. In alphabetischer 
Ordnung nach den Akten mitge- 
teilt waren es 

Achilusen {?) J/., wird nur 1577 
als Geiger angeführt mit einem 
Gehalt von 180 Gld. und einem 
Geschenk von 30 Gld. (Sandberger 
3, 96). 

Annibale Jf., in den Akten ge- 
wöhnlich nur mit Hanival Oeigcr 
angeführt; er tritt 1568 mit 144 
Gld. Gehalt, später mit 180 ein u. 
stirbt Ende 1595. Er hatte sich 
1000 Gld. erspart, die ihm 1578 zu 



einem Besuche in Italien aus- 
gezahlt wurden, doch scheint er 
denselben erst 1579 angetreten zu 
haben, denn es werden ihm noch- 
mals zur Reise 30 Gld. gezahlt. 
Den 20/7 1589 wird er wieder 
beurlaubt und tritt erst Ende 1590 
wieder ein (Sandberger 3 u. Haberl 
Jahrb. 1896, 25). 

Antonio Jf., in den Akten nur 
Anthony Geiger gez., erst 1577 
mit vollem Namen, tritt im Jahre 
1568 in die Münchener Kapelle 
mit 180 Gld. Gehalt ein. Er war 
aus Bergamo gebürtig. Sein Ge- 
halt steigerte sich bis 962 Gld. u. 
bekleidete er die Direktorstelle 
über die Instruraentisteu. Im ersten 
Quartal des Jahres 1597 stirbt er. 
Er war ein sparsamer Mann von 
dem die Akten mehrfach auf Zinsen 
angelegte Gelder verzeichnen (Sand- 
berger 3 und Haberl Jahrb. 1896, 
24 ff.). Er gab heraus: 

II 1. IIb. de Madrigali a 4 voci di 
Antonio Morari da Bergamo. Capo della 
musica instrumentale del Seren. Sig. Duca 
di Bauera (?) . . . Ven. 1587 Gardano. 4 
Stb. qu4". 21 Madr. [B. D. Bologna. 
Verona S. f : C A. B. 

2 Magnificat 5 et 6 voc. Chorb. Ms. 
[B. M.] — Ebd. 2 Motetten in Tabulatur- 
partitur. 

Falsibordoni 8 tonorum, 4 voc. Ms. 
Chorb. [B. M. 

In alten Samlwk. 5 Gesge. (Eitner 1). 
In neuer Ausg. 1 Motette (Eitner 2). 

Giovanni Battista 31., in den 
Akten meist nur Joan Babtista 
Geiger, auch nur Babtista Geiger 
genannt, tritt 1568 mit 180 (}ld. 
Gehalt in die Kapelle und stirbt 
nach Pfingsten 1577 (ib.). 

Moratelli, Sebastiano, Altist 
a/d. Hofkapelle in Wien von 1691 
bis 94 (Köchel 1). Von hier ging 
er als Kapellmeister an den Düssel- 
dorfer Hof unter Kurfürst Johann 
Wilhelm, mit dem er bereits seit 
dem Jahre 1687 in brieflicher 



Moratelli. 



58 



More. 



Verbindung stand (im Besitze des 
Archivs zu Düsseldorf) und eine 
in Wien komponierte Oper „Di- 
done" übersandte, die 1688 zur 
Hochzeitsfeier Karl PhiJipp's in 
Düsseldorf aufgeführt wurde. Der 
Textdichter war G. M. Rapparini. 
Doch schon ein Jahr vorher wurde 
zu Heidelberg zur Feier der Hoch- 
zeit Peter II. von Portugal mit 
der pfälzischen Prinzessin Maria 
Sophia Elisabeth eine Oper Mora- 
telli's „La gemma Ceraunia" (das 
Kleinod Ceraunia von Ulissipone 
jetzo genannt Lisbano) von Nic.Minati 
aufgeführt. Walter 49 glaubt, dass 
Moratelli zur Zeit am Heidelberger 
Hofe lebte. Das Textbuch zur 
Oper Didone bez. Moratelli als 
„Kammermusikus S. M. des Kaisers, 
Ehrenkaplan der Erzherzogin Maria 
Anna von Oesterreich und Kapell- 
meister des Kui-fürsten. Walter 
S. 59 berichtet, dass sich der Kur- 
fürst Karl Philipp 1687 mit dem 
am Hofe zu Heidelberg befind- 
lichen Komponisten in Verbindung 
setzte und ihn als Kapellmeister 
nach Düsseldorf berief. Wie sich 
dies mit den Angaben Köchel's 
verbinden lässt, bedarf noch ge- 
nauerer Untersuchung; dass M. 
schon vor 1691 in kaiserl. Diensten 
stand, beweist das Textbuch von 
1687. Wahrscheinlich stand M. in 
gleichem Verhcältnis zum Düssel- 
dorfer Hofe wie Gilles Heine (M. 
f. M. 28, 89 ff.). Walter führt 
noch die Opern M.'s an: Erminia 
ne boschi und Erminia al campo, 
1687 und 1688 in Düsseldorf auf- 
geführt. 1695 wird die Oper „H 
fabro pittore" von ihm in Düssel- 
dorf gegeben. Wilderer wurde 
sein Nachfolger. Die Düsseldorfer 
Akten, die Walter benützt, geben 
in betreff der Hofkapelle äufserst 
dürftige Nachrichten. 



Morato, Joiio Vaz Barradas 
Muito-Päo e, geb. 30. April 1689 
zu Portalegre in Portugal. Er war 
Musiklehrer im Kollegium dos reis 
da casa de Braganza und Chor- 
direktor an St. Nicolai zu Lissa- 
bon, wo er noch 1747 lebte. Vas- 
concellos führt ein theoretisches 
Werk im Ms. und zwei Drucke 
an, betitelt: 

Flores musicaes colhidas no jardim da 
nielhor Li<,-5o de varios Authores. Arte 
pratica de canto de orgäo . . . Lisboa Occi- 
dental 1735 na officina da Musica. G Bll. 
113 Seit, in 4". [Vascoiicellos und Leo 
Licpm. Nr. 144. Vasconcellos führt noch 
eine Ausgabe Texte von 1738 an. 

Breve resunio de Cantochäo com as 
regras inais principaes, e a forma qne 
deve guardar, o Director do Coro i)ara 
.sustentai' firme na corda chamada Coral, 
e Organista quando o acompanha . . . 
Ibid. 1735. 59 S. in 4". [br. Mus. und 
Licpm. 144. 

Moravia, siehe Hicronymus. 
Maravius (Moranus) Augustinus, 

Bassist an der Hofkapelle in Wien 
mit 21 Gld. monatl. vom 1. Dez. 
1564 bis t 11. August 1568 
(Köchel 1). 

Morawecz, Wenzel, ein böh- 
mischer Organist und Komponist, 

von dessen Arbeit sich auf dem Kirchen- 
chore zu Rauduitz 1786 noch 9 Messen 
und 4 Litaneyen befanden (Dlabacz). 

Morawctz, Johann; Gerber 2 
vermutet, dass er um 1799 m 
Wien lebte, weil in Traeg's Musik- 
verz. (Wien 1799) 3 Sinfonien, 1 
Concertino, 8 Notturni ä Fl. d'a- 
more, Fl. trav, 2 Viele, 2 Corni 
e V., 1 Sestetto a 2 V. Ob. Fl. 
Alto e Vcl. und Harmonie Musik 
befinden. Um 1809 war er Or- 
chesterdirektor des Theaters zu 
Pest. 

More, . . . (Davey nennt ihn 
William More), ein englischer 
Komponist des 16. Jhs., von dem 
sich 

im Ms. 100 des br. Mus. der Gesang 



Moreau, Gilet. 



59 



Morel, 



,,Ad Domiuuüi cum tribiüarer" befindet. 
Ebenso im Ms. 7578 Harleian, Ms. Add. 
30480-4 ein Anthem, Ms. 31226: Levavi 
ooulos (nach. Davey). 

Moreau (Moureau) (xilet, Sänger 
am Hofe Philipp des Schönen, als 
er 1501 zu Zeeland residierte, 
ebenso auch noch 1505, dann be- 
fand er sich im Dienste Ks. Karl V. 
bis 1514 (Straeten 7, 108. 162). 

Moreau, Henri, geb. zu Lüt- 
tich den 15. Juli 1728, gest. ebd. 
den 3. Nov. 1803. War um 1755 
Kapellmeister zu Lüttich und 
Lehrer am Kollegium St. Paul. 
Fetis bez. ihn als einen der aus- 
gezeichnetsten Musiker Belgiens. 
Aufser einigen Weihnachtsgesängen 
ist er nur durch seine theoretischen 
Arbeiten bekannt. Nachweisbar 
ist: 

L'harmonie mise en pratique avec 
un tableau de tous las accords, la 
niethode de s'en servir, et des regles uti- 
les ä ceux qui etudient la composition ou 
racconipagnenient. Liege 1783 J. G. M, 
Loxhay. S». 128 S. 15 Taf. [Brüssel. 
Glasgow. 

Nouveaux priucipes d'barmonie, selon 
le Systeme d'Autoiue Ximenes, precedes 
d'observations sur la theorie de Rameaii, 
et suivis de remarques sur plusieurs dis- 
sonances, ainsi qua des regles pour la 
composition de la musique a 2, 3, 4 par- 
ties et plus. [Ms. im Besitze des Kano- 
nikus de Vroye zu Lüttich. 

Moreau, JejinAndr^, geb. den 
13. Mai 1768 zu Paris, gest. 
gegen 1828 ebd. Knabensänger 
an der Kathedrale zu Amiens, 
wurde Kapellmeister zu Bethune, 
dann Organist zu Peronne, kam 
während der Revolution nach 
Paris und wurde nach einem 
wechselvollen Leben später an der 
Bibliothek des Konservatoriums 
angestellt, doch ereilte ihn bald 
darauf der Tod. 

Fetis führt von ihm allerlei Klavier- 
Tageslitaratur an, auch zwei Samlg. Eo- 
manzan. Im Ms. hiuterlieis er Streich- 
quintetts und Quartetts. — In Mailand 



Cons: Nouveau choix da cantiques de 
St. Sulpice pour une ou deux voix av. 
acc. d'orgue ou de pfte. op. 35. Paris, 
Carli. 

Moreau, Jean-Baptiste, geb. 
zu Angers um 1656, gest. zu 
Paris den 24. Aug. 1733. Knaben- 
sänger an der Kirche zu Angers, 
wurde dann Kapellmeister zu 
Langres bei Dijon, ging darauf 
nach Paris und erhielt durch den 
Dauphin eine Anstellung in der 
Kgl. Kapelle. Fetis verz. mehrere 
Werke für die Bühne, Kantaten, 
Chansons und einige geistliche 
Werke. Bekannt sind : 

Athalie, tragedie, choeurs. Paris 1690 
Ballard. [C P. 

Choeurs de la tragedie d'Esther. Paris 
1(J89 Ballard. [B. B. C. P. br. Mus. 

Iiitennedes de la tragedie d'Esther. 
ib. 1689. [Paris Arsenal. 

— Ausg. ib. 1696. [Paris Nat. C. P. 
besafs auch Leo Liepm. 

Cantiques, chantes devant le roy . . . 
Paris 1695 Chr. Ballard. [C. P. Kat. 
Liepm. 

Wahrscheinlich ist die Cantatille. 
„Zaire". Paris. P. nur mit Moreau gez. 
auch von ihm. [Darmst. 

In der Neuausgabe Racine's 1873 sind 
die Cantiques von M. und La Lande ab- 
gedruckt (siehe Katalog Brüssel Cons. 
Nr. 532 Anmkg. 

Moreau, NicoLis, Kapellan und 
Bassist Ende des 16. Jhs., beteiligte 
sich am Concurse zu Evreux (M. 
f. M. 22, 206). 

Moreau, Simon, ein Komponist 
des 16. Jhs., 

der in Samlwken. um 1555 mit 8 Mo- 
tetten vertreten ist (Eitner 1). In einem 
hds. Samlwk. der B. Kassel in 5 Stb. 
(Mus. 4, 91) befinden sich unter Nr. 25: 
Expurgate vetus fermentum 6 voc. und 
Nr. 35 zwei Gesänge. Ferner 1 Tonsatz 
in Gallus Dressler's Practica modoram 
1561. — In der B. B., T 141 einige Ge- 
sänge in P. — Ein Tu es Petrus 5 voc. 
Ms. Chorb. 2, 147 in Aachen. — Expur- 
gate vetus fermentum im Ms. B. Br. 

Morde, siehe La Morde. 

Morel, . . . bekannt durch : 

Les Tuilleries, Cantate ä voix seule 



Morel, 



60 



Morellati. 



(mit B. u. V.). Paris 1717 i'auteur et le 
Foucault. fol. 10 S. |B. M. 

Vielleicht sind von demselben folgende 
■Kompositionen: 

ler livre de pieces de Viele. Paris 
1709 I'auteur. [Paris Nat. 

Einige Airs im Samlwk. Airs 1710b. 

Morel, . . . Kanonikus zu Mont- 
pellier in der Mitte des 18. Jhs., 
gab heraus: 

Nouvelle theorie pliysique de la voix 
par M. Morel. Paris 1746 Prault pere. 
12». 32 S. [Bnissel (siehe Fetis). 

Morel, Alexandre - Jean, geb. 
26. März 1776 zu Loisey (Meuse), 
gest. 31. Okt. 1825 zu Paris. Trat 
in die polytechnische Schule, wurde 
Chef einer Brigade, dann Prof. der 
Mathematik an der Artillerieschule 
der Garde, dabei ein Musiklieb- 
haher, der sich mit Akustik be- 
schäftigte. Man kennt von ihm 

Principe acoustique nouveau et uni- 
versel de la theorie musicale, ou musique 
expliquee, par . . . Paris 1816 Bachelier. 
8°. Vm u. 506 S. 12 Taf. Kapitel- 
anzeige im Becker 2, 52. [B. B. B. M. 
B. Lpz. Hofb.Wien. Brüssel. Glasgow. 
Musikfr. Wien. 

Systeme acousti(iue nouveau et uni- 
versel de la theorie musicale ou musique 
expliquee, par , . . Paris 1824 Fain. 8^. 
28 S. Ein Auszug aus dem Dictionnaire 
de 'decouvertes. [Hof b. Wien. 

Observations sur la seule vraie theorie 
de la musique de M. de Momigny. Paris 
1822 Bachelier. 8». 72 S. [Brüssel. 
Brüssel Cons. Glasgow. 

M. schrieb auch einige Aiükel über 
Musik füi' den Moniteur. 

Das Conservatoire zu Paris besitzt unter 
dem Namen Morel folgende Kompositionen, 
ob im Ünick oder Ms. sagt der Kat. nicht : 

1. Le sommeil cantatüle a V. seul. 

2. La traduction du Te Deum. 

3. Un recueil de pieces de Viele. 

Morel, Clement, nur bekannt 
durch 

21 Gesänge, meistens Chansons zu 
4 Stim. in alten Samlwk., zum Teil ohne 
Vornamen, die von 1539 — 1554 erschienen. 
Ich habe zwei davon in Partitur gesetzt. 
Sie sind geschickt gearbeitet, zeigen einen 
durchgebildeten Musiker, doch stehen sie 
gegen andere im Ausdrucke zurück (Eit- 



ner 1 getrennt in diejenigen mit und ohne 
Vornamen). 

Ferner befinden sich in Bosco's Samlwk. 
lib. 1, 1554 eine Motette und in Mss. ein 
Tota pulchra es, 4 voc. Ms. Chorbuch 2 
in fol. in Glashütte, jetzt in Dresden. — 
In Ms. 940 B. Proske 1 Gesg. — In Ms. 
B. Bi". das bekannte Tota pulchra es. — 
Im Ms. 22, 6 Stb. des 16. .Ths., im br. 
Mus. enthält „Bon jour, bou au"', fol. 2. 
In Ms. 224 die P. zu Vivons joyeusement 
4 voc. — Dame de beaulte 4 voc. in Neu- 
ausgabe, Publikation Bd. 23. 

Morel (Morrel), Magister Jean, 
war von c. 1561 bis 1572 Bassist 
an der Hofknpolle Philipp IL von 
Spanion und erliielt 1562 die Prae- 
benden zu B6thune und Hesdin in 
den Niederlanden (Straeten 1, 246. 
8, 41. 4.3). 

Morel, Jenin, Sänger in der 
Kapelle Ks. Karl V. von 1518 bis 
1521 (Straeten 7, 295). 

Morel, Nielas, geb. zu Eouen 
in der Mitte des 16. Jhs., war 
Chordirektor an der Kathedrale zu 
Ronen. 

Er l)eteiligte sich 1584 am Concourse 
zu Evreux und gewann mit der Chanson 
„Je poi-te en mon bouquet" und 1586 mit 
„D'oü vicnt belle" Preise (Fetis). 

Morel, Pieter, um 1596 Sang- 
meister an St. Walpurge in Aude- 
narde (Audenarde 15). 

Morel, MUe. Virginie, Pianistin 
„de S. A. R. Mad. la Duchesse de 
Berry" im 18. Jh.? Man kennt 

von ihr: 

Sonate pour Piano avec acc. de Viel., 
comp. . . op. 1. Paris, I'auteur & H. Le- 
moin. 2 Stb. fol. [B. B. 

Morel de Voleine, L . . ., be- 
kannt durch: 

Messe en musique. Roanne (s. a.) Im- 
primerie de Ferlay. 8^. 3 BU. 34 S. 
[B. M. 

Morell, David und Johann, 

dienten um 1605 bis c. 1625 an 
der Hofkapelle in Stuttgart als 
Musici (Sittard 2, 34). 

Morellati, Paolo, aus Vi- 
cenza, Schüler von Martini im 



Morellet. 



61 



Moret-de-Lescer. 



18. Jh., wurde am 1. Sept. 1763 
in die Akademie filarmouica zu 
Bologna aufgenommen. Im Auto- 
graphen-Katalog von Succi (Belog. 
1888) wird gesagt, dass er die 
Pianoforte-Mechanik vervollkomm- 
nete. Dort auch ein Brief von 
1765. In den Lettera von 1780 
wird er bez. mit „celebre Maestro 
di Musica vicentino". 

In einem Ms. der Bibl. Bologna ist er 
mit sogenannten Fugen vertreten, und 
zwar 1. Et in saecula. 2. Chine eleison. 
3. Cum sancto spiritu. 

Lettera scritta dal sig. . ., intorno aU' 
eccellente cembalo a martelli da lui costruito 
(Sta nell'Antologia di Eoma, num. XLI, 
aprile 1780 pag. 324). [Bologna. 

Im Liceo zu Bologna im Aiitogr. 1 Qualis 
est delecta nostra, Graduale a C. ed A. c. 
istrom. 1762. P. — Nisi Dnus. 3 v. c. 
istrom. 1762, P. — Nunc dimittis 4 v. 
c. Strom. 1763, P. — Cliirie 4 v. c. ström. 
1762. — Gloria 4 voc. c. ström., 1763 
aufgeführt. 1 vol. von 100 ßU. 

Morellet, Andre, geb. 7. März 
1727 zu Lyon, gest. 12. Jan. 1819 
zu Paris. Besitzer einer Papier- 
handlung, lebte aber später in 
Paris den Wissenschaften und 
wurde Mitglied der Akademie 
franyaise. Er schrieb 

De l'expressiou en niusique, für den 

Mercure 1771 Nov. p. 113 und in den 

Arcliives litteraires, Bd. 6, 145. Er war 
auch ein eifriger Piccinist (Fetis). 

Morelli, Beriiardino, ein Kom- 
ponist des 16. Jhs., bekannt durch 

Motetta 5 voc. Ven. 1598 Ainadinus. 
[B. Lpz. (?) Haberl inkomplet. 

2 Motetten in neuen Ausg. (Eitner 2). 

In B. Schmid's Orgelbuck 1607 eine 
Mot. in Tabulatur. In ß. Dresden Ms. 
B 1249 a, 1 ein Domine salvum fac regem, 
Part. 

Morelli, Oiaeomo, Bibliothekar 
am St. Marcus zu Venedig, geb. 
14. April 1745 ebd., gest. 5. Mai 
1819. Er gab heraus: 

Aristidis Oratio adversus Leptinem, 
Libanii declamatio pro Socrate, Aristoxeni 
rhythmicorum elemeutorum fragmenta, ex 
bibliotheca Veneta D. Marci nunc primum 



edita, cum annotationibus, graece et latine. 
Venetia 1785. 8« (Fetis). 

Moreno, Miguel Diaz, ein spa- 
nischer Organist um 1669 (Strae- 
ten 8, 214). 

Von einem Moreno ohne Vornamen 
besitzt die B. M. eine Missa 4 voc. cum 
organo. Ms. in P. 

Morera, Francisco, ein spa- 
nischer Musiker, der von 1768 bis 
1793 Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Valencia war (Ph. Pedrell 
aus den Akten in seiner Partitur- 
ausgabe J. Gl. Perez' 1896, Vor- 
wort). 

Moresclii, Cliambattista Ales- 
sandro, Mitglied der Akademie 
de Fervidi zu Bologna in der 2ten 
Hälfte des 18. Jhs., gab heraus: 

Orazione in lode del Padre Maestro 
Giamb. Martini, recitata da . . . nella so- 
lenne accademia de'Fervidi Fultimo gioriio 
dell'anno 1784. Bologna 1786 St. di S. 
Tom. d'Aquino. 4". 38 S. [Dresd. Mus. 
B. B. Brüssel. B. Wagener. Bologna. 

Morese, GlioYanni, aus Ancoua, 
lebte um 1640 als Komponist 
und ist 

im Samlwk. 1646a mit einem 3stim. 
Gesge. vertreten (Eitner 1). Der Antiquar 
Rosenthal besafs eine Cantusstimme ohne 
Titel von c. 1650, welche 2 Gesge. von 
ihm enthielt. 

Moresini, Prete Bartolommeo, 

seit dem 2. April 1608 Vice -Ka- 
pellmeister an S. Marco in Venedig 
(Caffi 1, 55. 207). 1612 wurde 
er zum Pfarrer au S. Geremia ge- 
wählt. 

Moret - de - Lescer , Antoine- 
Charles, geb. um 1741 zu Charle- 
ville, lebte seit etwa 1765 zu 
Lüttich als Musiklehrer. Fetis verz. 
von ihm: 

Science de la musique vocale. Liege 
1768. 4''. Ein Vorwort zu Solfeggien. 
Dictionnaire raisonne, ou histoire generale 
de la musique et da la lutherie, enrichi 
de gravures en taille-douce ... 13 voll. 
8", von 400 S. Eine Ankündigung im 
Journal Esprit des Jouruaux, Sept. 1775 
p. 402, doch ist das Werk nicht erschienen 
(Fetis). 



Moret, Theodore. 



62 



Morgenroth. 



Moret, Theodore, ein Jesuit, 
geb. um 1602 zu Antwerpen, lebte 
zu Prag, 01m ätz und Breslau, wo 
er am 6. Nov. 1667 starb. Fetis 
verz. von ihm die Abhandlung: 

De Maguitudine soni. Vratislavia 
1664. 40. 

Moretti , . . . ein Spanier , be- 
kannt durch den Druck: 

Doce cauciones con accomp. de gui- 
tarra . . . por el Brigadier . . . arrcgiadas 
para el Pfte. por D. Man. ßüeker. op. 24. 
London, Clementi, Banger, Collard, Devis 
& CoUard. fol. [B. M. 

Ebendort der Originaldnick: Madrid, de 
B. Wirms. fol. (Mus. pr. 20 Nr. 537.) 

Moretti, Andrea, geb. zu Siena 
(Toscana) in der Mitte des 16. Jhs. 
Er war ein berühmter Spieler auf 
der italienischen Cetarone oder 
Chitarone genannt und besuchte 
abwechselnd die Höfe Italiens; zu- 
letzt war er zu Siena im Orchester 
der Kathedrale augestellt (Fetis 
nach Azzolini Ugurgieri's Pompe 
Senesi). 

Moretti, D. Carlo, aus Recanati 
(römische Provinz), Schüler von 
Virg. Mazzocchi, ist 

im Samlwk. 1646a mit 2 Gesgen. ver- 
treten (Eitner 1). 

Moretti, ü. Federig^o, nennt 
sich einen Dilettanten. Man kennt 
von ihm 

Grand Duo par 2 Lyres ou 2 Guitares. 
Paris. [Dresden. 

Prime lezioni per chitarra. Ms. [Mai- 
land Cons. 

Principe per la chitarra. Napoli, Mares- 
calchi. qufol. 30 S. [Maild. Cons. Bo- 
logna. 

Principios para tocar la guitarra de 
seis ordenes, precedidos de los elenientos 
generales de la musica. Madrid 1799 
Grabados por Jos. Eico. qufol. 2 part. 
[br. Mus. 

— Madrid 1807 Iniprenta de Sancha. 
2 Teile in 1 vol. in fjufol. [Leo Liepm. 144. 

Metodo per la chitarra a 6 corde con 
gli elementi generali della musica. 3. ediz. 
tradotta dallo spagnuolo e dallo stesso 
autore accresciuta di scale, accordi, ar- 
peggi a quattro dita ... Op. 1. Napoli 
1804. [Mailand Cons. 



Sistema uniclave ö ensayo sobre uni- 
formar las claves de la musica, sujet 
andolas a una sola escala, por . . . el ca- 
bailero don F. M. Madrid 1824 Sancha. 
23 S. in 80. [Brüssel. Bologna. 

Moretti, D. Mattia, aus Recanati, 

bekannt durch eine 3 stim. Motette mit 
Bc. 1646 a (Eitner 1). 

Morgan, George, trat 1748 in 
die Kgl. Kapelle in London ein 
(Viertelj. 8, 519). 

Im br. Mus: A song (Why should Love) 
the words by Mr Theobald. s. 1. 4P. 

Morgan, Jolm, geb. um 1711 
zu Newburgh (Insel Anglesey), soll 
der letzte Barde gewesen sein, der 
noch den Crwth spielte. Er lebte 
noch 1771 (Fetis nach der Archae- 
ologia or miscell. tracts relating to 
antiquity. Bd. 3, 32). 

In Longman's Collection of Catches das 
3 stim. Catch: Quotli Jack on a time, nur 
mit Morgan gez. 

Morgan, Nicliolas, schwor am 
9/12 1566 als Gentleman an der 
Kgl. Kapelle in London (Rim- 
bault 2). 

Von einem Morgan des 17. oder 18. Jhs. 
befinden sich in Ililton's Catch that Catch, 
Ausg. Playford 1707: Pleasant mus. Comp., 
2. book und ebenso in der Ausg. Young's 
von 1720 und von Walsh einige Gesänge. 
Auch in J. Simpson's Thesaurus ist ein 
Gesg. zu finden. 

Im Ms. 1978 des E. C. of Mus. ist ein 
Morgan vom Ende des 17. Jhs. mit Sing- 
spielen und engüschen Opern vertreten 
und zwar 1. The younger brother 1696. 
2. The mock marriage 1696. 3. Psyche 
1695? 4. The matchless niaids (V) ohne 
Jahr. 

Im br. Mus. Ms. 85 eine Flötenstimme 
vom Jahre 1686, worin auch ein Morgan 
genannt wird. — In Oxford, Chr. Ch. im 
Ms. unter Morgan eine Overture u. a. 

Morgan ist noch vertreten im Catch 
Club 1, 2. Teil, in Eaf. Corte vil's Samlwk. 
von 1686. Im Catch Club 3, Bd. 1. 

Morgenrotli , Franz Anton, 

geb. 8. Febr. 1780 in Namslau in 
Schlesien, gest. 14. (7.?) Aug. 1847 
in Dresden. Studierte in Breslau, 
1798 in Warschau u. wurde dort 
im Kriegs- und Domänenfache an- 



Morgenroth. 



63 



Mori, Giacomo. 



gestellt. 1805 Leihhauskontroleiir 
mit 400 Tblr. Gebalt. 180G ver- 
trieb ibu der Krieg, er ging nacb 
Dresden und widmete sich ganz 
der Musik, studierte 1810/11 bei 
Weinlig, kam 1810 in die Kgl. 
Kapelle und wurde am 4/4 1812 
Kgl. Kammermusikus, Violinist mit 
150 Tblr., die 1817 bis 300 Tblr. 
erböbt Avurden, am 1/10 1828 
Vicekonzertmeister, 1838 nacb A. 
Rolla's Tode Konzertmeister (Für- 
stenau 1, 177. 180. 188. A. d. Biogr.) 

M. hat über die Vorlesungen des Gene- 
ralbasses uud der Kompositionslehre bei 
Weinlig 3 Bde. hds. hinterlassen, die sich 
in der Kgl. Bibl. zu Dresden befinden. 

An Kompositionen sind bekannt: 

6 Gesänge f. 1 Singst, mit Pfte. op. 2. 
Lpz., Br. & Haertel. [Dresd. 

5 Maurer-Lieder f. 1 Singst, mit Pfte. 
Autogr. [Dresd. 

Sehnsucht f. 1 Singst, mit Pfte., Fl. 
uud Guit. s. 1. [Dresden. 

Das Vaterhaus. Mein Lebewohl. 2 
Lieder. Dresden, Paul. [B. B. 

Mss. in B. Dresden sehr zahlreich ver- 
treten, sowohl an geistl. Gesängen, In- 
strumentalwerken, als auch mit 34 welt- 
lichen Liedern (s. Kat.). 

Morgenstern, Johann Grottlieb, 

um 1733 Bratscbist a/d. Hofkapelle 
in Dresden mit 250 Tblr. Gebalt 
(Fürstenau 1, 134). 

Morguet, Engrand, aus Arras, 
Kapellan und Sänger, wird 1569 
a/d. Hofkapelle in Madrid ange- 
stellt und lässt sieb bis 1598 ver- 
folgen (Sti-aeten 8, 84. 111. 160. 
168. 399). 

3Iorhar(lt, Christoph, Nach- 
folger seines Vaters Peter als Or- 
ganist an St. Michaelis zu Lüne- 
burg von 1696—1707, in welchem 
Jahre er pensioniert wurde (Jung- 
bans 39). 

Morhardt, Peter, Organist an 
St. Michaelis zu Lüneburg von 
1664 bis 1694 (?), Jungbans 33 
und S. 38 giebt ein Verz. von 
Kompositionen, von denen 



die Orgelpiecen sich auf der Stadtb. 
zu Lüneburg in der Hds. 19, ein Orgel- 
tabulaturbuch, befinden. Es sind Nr. 60, 
Aus tiefer Noht schrey ich zu dir, nm- 
mit P. M. gez. Nr. 67, Was fürchstu 
feind Herodes sehr, auf 2 Clav. u. Ped. 
gez. P. M. Die auf S. 38 verz. sind ver- 
loren gegangen. Junghans rechnet aber 
die mit P. M. IL gez. auch Morhardt zu 
und das halte ich für falsch, da man in 
der "Weise den Namen nie als Monogramm 
darstellte. Siehe die Nrn. 29. 50. 66. 

Morheim, Christian Samuel, 

geb. 1718 zu Neumark (Thüringen), 
wo sein Vater Kantor und Schul- 
kollege war, um 1758 Vicekapell- 
meister in Danzig und der Eidam 
Ereislicb's (Adlung 711. Gerber 
1. 2 und das Magazin nennen ihn 
Friedrich Christian, siehe diesen). 
Spitta nennt ibu F. Christian Samuel 
und besafs das Choralvorsp : Vom Himmel 
hoch da komm ich her. Ms. [Berlin 
Hochsch. 

Morheim, Friedrich Christian ; 

meiner Meinung nach ist er der- 
selbe wie Christian Samuel M., 
wie ihn Adlung nennt. Er war 
1718 zu Neumark in Thüringen 
geb., wo sein Vater Kantor und 
Scbullehrer war und starb 1780. 
Um 1742 wurde er zu Danzig als 
Kapellmeister angestellt. Da sein 
Nachfolger Löblein war, der 1779 
den Dienst erhielt, so muss er in 
dem Jahre pensioniert worden 
sein. Obige Jabreszabl 1742 rührt 
aus einem Autogr. der KgJ. Bibl. 
Berlin's her (Gerber 1. 2. Maga- 
zin). Vorbanden sind von seinen 
Kompositionen: 

Ms. 190 Autogr. 7 Praeludien über 
geistliche Lieder für Orgel. — Ms. 18040, 
6 Vorspiele zu Chorälen. [B. B. 

Vergleiche den vorhergehenden Artikel. 

Mori, Alessandro, wird 1723 
als Sopranist am Pfälzer Hofe ge- 
nannt (Walter 69). 

Mori, Griacomo, geb. zu Via- 

daua (Lombardei) im 16. Jh. Er 

gab heraus: 

Concerti ecclesiastici 1, 2, 3 et 4 



Mori, Pietro. 



64 



Morigi, Pancrazio. 



vocum. Cum B. cont. ad Organum. Editio 
altera. Antuerpiae 1(321 ap. P. Phalesium. 
Stb. ia 40. [br. Mus: C2. B. Bc. 

Mori, Pietro, ein Komponist 
des 17. Jlis.; um 1640 Organist 
zu Volterra und um 1647 Kapell- 
meister u. Organist am Kollegium 
zu San Gemignano heute Gimignano 
genannt, im Toscaniscben bei Siena. 
Von seinen Kompositionen sind 
vorhanden: 

Salnii a 5 voci in concerto di . . . Or- 
ganista della Cathedrale di Volterra . . . 
Ven. 1640 AI. Viucenti. 6 Stb. mit Bc. 
4". [Bologna. 

Compieta e Litanie della B. V. a 4 in 
concerto di . • . Op. 2. Ven. 1641 AI. 
Vincenti. .5 Stb. mit Bc. 4<'. [Bologna. 

Vespertinae Psalmodiae concentuum 4 
vocibus a ... in San Geminianensi . . . 
Musicae Magistro atque Organi Moderatore 
... op. 3... Ven. 1647 Alex. Vincentius. 

5 Stb. 40. [Bologna. 

Messe a 4 e 5 voci; in Concerto di 
Pietro Mori maestro di cappella nell'in- 
signe collegiata propositura di San Gemig- 
nano, op. 4... Ven. 1651 AI Vincenti. 

6 Stb. 40. [Bologna. 

Moria, ... ein Violoncellist, der 
sich 1755 zu Paris im Concert 
spirituel mit eigenen Kompositionen 
hören liefs (Gerber 1). Brenet in 
Les Concerts en France 1900, 269 
verz. ihn 1755 als Violinvirtuosen. 

Moriaiii, Giuseppe, geb. 16. Aug. 
1752 zu Livorno , Schüler von 
Cambini und Xardini im Violin- 
spiel und im Kontrapunkt von 
Carole Boccherini. Besonders als 
Quartettspieler soll er sich ausge- 
zeichnet haben. Um 1812 war er 
Orchesterdirigent am Theater zu 
Livorno. Er soll auch Konzerte 
und Sonaten geschrieben haben 
(Felis). Ein Brief im Autogr. in 
der Samlg. Masseangeli's vom 8. 
Sept. 1814 aus Livorno. 

Moriari (viell. Morari, Antonio), 

ist im Samlwk. Latrobe's, London 
1806— 2.Ö in 6 Bd. mit einem Cum sancto 
4 voc. verti'eten. 

Morias, Kaspar, bekannt durch: 



Psalmodia sacra. Eostoch. 1636. [B. 
Lpz. I. n. vox. 

Hvmnodia sacra, geistl. Concerte mit 
2 Stfm. u. Bc. Eostoch. 1639. [B. Lpz. 
Cl. 2. 

Morigi, Angelo (Angiolo), geb. 
um 1752 zu Rimini, gest. um 1788 
zu Parma. Violinschüler von Tar- 
tini, wie er auf op. 2 selbst an- 
zeigt und im Kontrapunkt von 
Vallotti zu Padua. Er wurde als 
Violinist am Hofe zu Parma an- 
gestellt und crliielt später den Titel 
eines Musikdirektors. Fetis begeht 
den Irrtum seine Anstellung mit 
dem Jahre 1758 zu bezeichnen, 
also im Alter von 6 Jahren. Im 
Kat. Masseangeli's ist kein Datum 
verz. Daselbst ein Brief von 1772, 
ein anderer im Liceo Bologna, 
unter Martini's Samlg. Bd. 5. Er 
hinterliefs eine theoretische Ab- 
handlung, die sein Schüler B. 
Asioli nach seinem Tode heraus- 
gab, betitelt: 

Trattato di contrappunto fugato di A. 
M. giii direttore dell'orchestra della real 
Corte di Parma, pubbl. da ß. A. . . Mi- 
lane, G. Eicordi. 8". 3.5 Seit. 16 Taf. 
[B. B. Bologna. Brüssel. br. Mus. 
Mailand Cons. Musikfr. Wien. 

— deutsch von Michaelis: Abhandig. 
über den fugirten Contrapunct. Lpz. 
(1815) Br. k Ilaertel. kl. 8». 45 S. u. 
16 Taf. [B. B. Dresd. Freising. Mu- 
sikfr. AVien. Brüssel, br. Mus. 

An Kompositionen: 

Six Sonatas for 2 Violins with a Thor. 
B. Lond., Walsh. 3 Stb. [br. Mus. B. 
Wagener. 

Sonate (6) a Violine e B. op. 2. 
London, J. Johnson. P. 24 S. [br. Mus. 
B. Wagener. 

2 Sonate a V. c. Bc. P. [Musikfr. 
Wien. Brüssel Cons. Ms. in Stb. 

NB. In Petersburg war 1734 ein 
Sänger Morigi aus Bologna angestellt 
(Eicordi's Gazz. mus. 1853, 85). 

Morigi, Canonico Pancrazio, 
ein Komponist der 2ten Hälfte des 
18. Jhs., der noch 1806 lebte. Das 
Liceo in Bologna besitzt von ihm 
im Ms. 



Morimens. 



65 



Moris, . . . 



2 Credo, 5 Gloria, 1 Kyrie, 1 Qui tollis 
suscipe im Autograph zu 4 Stirn, mit lu- 
strura. An Jahreszahlen kommen 1766 
und 1806 vor. Ferner 1 Miserere 1765 
komp. a 4 voc. col'org. 1 Stabat mater a 
•2 voci (Ten. e B.) con l'org. Autogr. u. 
1 Litania della B. V. 4 voci c. stiaim. 
P. im Autogr. 

Morimens, Henri. 

In der Hds. des Cod. der Bibl. Basevi, 
Istituto music. zu Bologna, die Gesänge: 
Qui veut jouer und Je nie fie en tout, 
in Sth. 

Morin, Jean-Baptiste, geb. um 
1677 zu Orleans, gest. zu Paris 
um 1745. Er trat in den Orden 
der St.-Lazare ein, später enga- 
gierte iim die 3. Tochter Pliilipp's 
von Orleans, die Aebtissin von 
Chelles, als Kapellmeister mit einer 
Pension von 500 livres, die später 
in eine Pension von 1500 livres 
auf das Erzbistum Rouen umge- 
wandelt wurde, aufserdem gewährte 
sie ihm ihr Bildnis u. verschiedene 
Wohlthateu (Fetis nach Les hom- 
mes illustres de l'Orleanais, Bd. 1, 
74 und einem Ms. von Boisgelon). 
Nach den Titeln seiner Werke 
muss er auch als Eammermusikus: 
„ordinaire de la musique de S. A. 
R. Mouseigneur le Duc d 'Orleans" 
gedient haben und zwar in den 
Jahren 1706, 1708, 1709 u. 1734, 
soweit ich die Titel genau kenne. 
Von seineu Kompositionen sind 
nachweisbar : 

Motets (10) ä 1 et 2 voix, melez de 
Svmphonies. Liv. 1. Paris 1704 Bailard. 
fol. [üpsala. C. P. br. Mus. Bologna. 

— Liv. 2. ib. 1709. [Paris Nat. Paris 
Arsenal. C. P. br. Mus. Bologna. 

Cantates f ranr-oises , ti uue et deux 
Toix, melees de Svmphonies, par . . . 
Liv. 1. Paris 1706 Ballaid. 1 vol. qu40. 
142 S. in Typendr. [Paris Nat. Paris 
Arsenal. C. P. Glasgow. 

— Nouvelle ed. 1709 ib. [B. Joach. 
br. Mus. 

— Liv. 2. ib. 1707. 1 vol. qu40. 
121 S., 6 Cant. u. 12 Airs. [B. Joach. 
ParLs Nat. Paris Arsenal. C. P. br. 
Mus. Glasgow. Moden a. 

Rob. Eitner's Qnellen-LexLkon. Bd. 7. 



— Liv. 3. ib. 1712. 1 vol. qu40. 
[Paris Nat. Paris Arsenal. C. P. 

La chasse du cerf, Divertissement 
chante devaut Sa Majeste, a Fontaine- 
bleau le 25. jour d'Aoiist 1708. Mis en 
musique par ... Ce divertiss. est mele 
de plusieurs Airs ä boire. Paris 1709 
Christophe Ballard. 1 vol. 7 BU. 160 
Seit. Pai-t. [Hofb. AVien. Paris Nat. 
Paris Arsenal. C. P. br. Mus. 

— Nouvelle ed. Pbris 1734 J. B. 
Chrstphe. Ballard. 7 Bll. 152 S. Part. 
[B. Joach. 

Kecueil d'airs k boire ä 2 voix, oeuv. 
7. Paris 1714. [Paris Nat. 

L" hymen et l'amour , epithalame. 
[Paris Nat. 

Le triomphe de l'amour et de Thymen. 
Ms. [Paris Nat. 

2 Kantaten: La Rose und Euone mit 
Symphonie in B. Rostock. Ebendort au 
Monsiguy gebunden 4. Le naufrage d' 
Ulisse, Cantate ä voix seul av. Sympho- 
nie. 5. Dom Quichotte, ebenso. 6. L' 
amaut mal-mene. 7. La Muzette. 8. 
Pirame et Tisbe, ebenso. 

Morini, Antonio. 

Im Liceo zu Bologna: Signori deH'or- 
chestra riveriti, Aria per B. con orch, 
P. Ms. 27 Bll. Lebenszeit mir un- 
bekannt. 

Morino, . . . der Kat. der Bibl. 

Estense zu Modena sagt, wahr- 
scheinlich ist Carlo Antonio und 
nicht Biagio gemeint. lieber keinen 
derselben konnte ich Nachrichten 
auffinden. 

In Modena im Ms: Sonate (20) da ca- 
mera a 3 ström: 2 V. Violone e Spinetta 
(ad lib.) op. 1. 3 Stb. Unter Violone 
wird die Gambe verstanden, die später 
das Yioloucell ersetzte. In englischen 
Nachdrucken italienischer Kompositionen 
fand ich mehrfach statt des italienischen 
Violone das Violoncell dafür genannt. 

Moris, . . . 1749 Musikus an der 
Hofkapelle in Brüssel, um 1791 
gestorben (Straeten 4, 320. 5, 4). 

— Ein A. Moris war ebd. um 1763 
Tenorist (Straeten 5, 183). 

— Oilks M., ein Altist um 1729 ebd. 
(ib. 5, 153). 

— Henri Moris (Mauiice), Bassist von 
1745 bis etwa 1774 ebd. mit 450 Gld. 
Gehalt, wird in späterer Zeit mit l'aine 
bez. (ib. 5, 181 ff.). 

— Jan Carolus if., starb den 24. Dez. 

5 



Moiitz der Gelehrte. 



66 



Moritz, C 



T.., 



1755 zu Lierre, 69 Jahr alt, war GO Jahre 
lang Musiker im Dienste der Kirche Gom- 
maire zu Lierre (Gregoir, Galerie, nach 
seinem Grabsteine in der dortigen Kirche). 
— N. Moris war 1780 an der Hof- 
kapelle in Brüssel Tenorist und wird als 
sehr guter Musiker bez., der zu Gunsten 
des van Helmont zuiiicktrat (Straeten 5, 
170. 171). 

Moritz der Gelehrte, Landgraf 
von Hessen -Kassel, geb. 25. Mai 
1572, gest. 14. März 1G32 in Esch- 
wege, nachdem er 1()27 die Re- 
gierung niedergelegt hatte. Trat 
1()05 zur reformierten Confcssion 
und führte sie in seinem Lande 
ein, dadurcii geriet er in vStreit 
mit der Geistlichkeit und Ritter- 
schaft, die ihn im dreifsigj ährigen 
Kriege im Stiche iiei's. Er war in 
der musikalischen Setzkunst wohl 
bewandert und als Schüler des 
Kapellmeisters Georg Otto hat er 
sich vielfach mit Komponieren be- 
schäftigt, die einen begabten und 
unterrichteten Verfasser bekunden. 
Nachweisbar sind folgende Werke: 

Christlich Gesangbuch von allorhandt 
geistl. Psalmen und Liedern, so von D. 
Mart. Luth. seligen, und andern gottseligen 
Mämiern . . . jetzo von dem . . . Herrn 
Moritzen, Landgraven . . . mit etzlichen 
lieblichen Melodiis vermehret . . . Geifs- 
mar IGOl S. Schadewitz, verlegt von "W. 
Mencken in Cassel. 8". 3 Teüe mit 49, 
51 und 70 (?) Liedern, letzter T. defekt. 
24 Melodien von Moritz selbst erfunden, 
siehe Zahn G, 99. [Im Besitze Dr. Volck- 
mar's in Homberg. 

— ■ Eine andere Ausg. mit gleichem 
Titel hat 4stim. Satz und zei-fällt auch 
in 3 Teile: Ca.ssel 1G12 Wilh. Wessel. 
fol. 202 Bll. mit einem Verz. der Dichter. 
[B. Br. B.B. B. Lpz. B. Liegnitz. 

— die vierst. Ausg. von 1612 in neuer 
Aufl: Cas.sel 1649 Wessel. foL [B. M. 
im Ms. P. Staatsarchiv in Marburg: Hoff, 
Geissmar, Sal. Schadewitz. 

Psalmeu Davids, nach fnintzösischer 
Melodey vnd Reymen art in teutsche 
Keymen artig gebracht, durch Ambrosium 
Lobwasser . . . Auf belehl des . . . Herrn 
Moritzen, Landgrafen . . . Vnd haben ihre 
F. Gn. die übrige Psalmen so nicht eigene 
Melodias gehabt, mit andern Heblichen 



Melodiis per otiuni gezieret, vnd mit 4 
Stim. componiret . . . Cassel 1()12 W. 
Wessel. fol. ]92 Bll. [B. Br. br. Mus. 

— Ausg. von 1G49 Cassel bei Wessel. 
fol. [B. B. 

— 46 vierstimmige Gesänge aus beiden 
AVerken sind in neuer Ausg. erschienen 
(Eitner 2). 

„Zwei Gesänge (Madrigale) für Discantis, 
Sexta vox, Altis, Tenor, Quinta vox und 
Basis. Nach den auf der Löwenburg bei 
Kassel befindlichen, in einen Tisch ein- 
gedruckten Notenzeichen, angeblich com- 
ponirt von Landgraf Moritz von Hessen, 
zusammengestellt und für die Pauitur 
eingerichtet von L. Spengler. Eigenthum 
und Selbstverlag von L. Spengler." Neu- 
ausgabe: 1. Musica cum Musis. 2. Die 
Music gönnt uns Gott zur Freud. [Bibl. 
Kassel fol. 82. Schwerin F. unter Spengler. 

In der Laudesbibl. zu Kassel befinden 
sich im Ms: 

Fugae ä 4 voc. 13 Nrn. 4 Stb. sign. 
4. 23. 

2 Magnificat 4 voc. 6 Stb. 1600. 
4. 97. 

Cantiones ;\ 6, 7, 8 voc. 9 Stb. 4, 98 a. 

Psalmus CXX ä 12 voc. 4, 98 b. 

Magnificat 4 voc. 4, 98c. 

Maguificat per XII modos. 1600. 1 vul. 
gr. fol. fol. 2. 

Motetten zu Geuckius unvollendetem 
Werke, fol. 6. 

Villanelle 24 con parole del (unleser- 
lich) comijoste a cantare e suonare dal 
Illustr. Principe M. H. L. ä 4 voci. 4 Stb. 
fol. 45. 

Madrigal i 4 voc. 4 Stb. fol. 46. 

Psalmus CL. 12 voc. fol. 53 i. 

Ganzen. 5. toni ä 8 voc. fol. 59s. 

Et exultabit Spiritus mens 3 v. nur B. 
vorh. 8. 5. 

Paduanen, Galliarden 4. 72. anonym, 
sind zum Teil, wenn nicht ganz von ihm. 

Dens in nomine tuo 12 voc. fol. 47, 
fraglich. 

Ms. T 33 in B. B. Choralgesänge in P. 

Mss. B. Liegn. 8 vierst. geistl. Lieder. 

Im Bodenschatz 1618 ein 8stim. Ho- 
sianna (Eitner 1). Auch im Ms. in B. Br. 

In Dr. Hugo Eiemann's Oid Chamber 
Music, London, Augener 1 Fuga 4 voc. — 
In Zelle's Ein fe.ste bürg Programm U, 
1 Tonsatz. 

Moritz, (' . . . T . . ., ein Kom- 
ponist am Ende des 18. und An- 
fange des 19. Jhs., bekannt durch: 

Grande Sonate conceriante p. le Pfte. 
et la Flute, oe. 8. Lips., Peters. [Lübeck. 



Morland. 



67 



Morley, Thomas, 



Morlaiul, Samuele. Ein Mu- 
siker des 17. Jlis., bekannt durch 

Inuentioue d'uiia tromba per parlar 
lontano. Roma 1672 N. A. Tinassi. In 
Kopie 8». 12 Bll. m B. Bologna. 

Morlaye, Griiillaume, ein fiau- 
zösisclier Lautenist, der in der 
IVIitte des 16. Jhs. zu Paris gelebt 
liat, gab heraus: 

Premier livre de tabulahire de leut, 
coütenant plusieurs chansons, fantasies, 
motetz, pavanes et gaillardes. Composees 
par Maistre . . ., et autres bons autlieurs. 
Paris 1552 imprim. de Michel Fezandat. 
qu4". [B. M. Brüssel. 

— 2. et 3. liv. gleiche Titel und Firma. 
1558. 1558. [ib. 

Premier livre de psalmes mis en mus. 
par Maistie Pierre Ccrtoti. Keduitz en 
tabulature de leut par . . . reserve la 
paiiie du dessus qui est note pour chauter 
en jouaut. Paris 1554 ib. qu4". [B. M. 
Brüssel. 

Fetis verz. noch : Tabulature de guiterne 
üü sont chansons, gaillardes, pavanes, 
bransles, allemandes, fantaisies . . . Paris 
1550 ib. 

Morley, Thomas, geb. nach 
Sadler's Ms. 1557, lebte noch 
1602, denn seine Stelle in Wind- 
sor wird erst am 7/10 1602 durch 
G. Woodson besetzt. Schüler von 
Byrd, wird am 8/7 1588 Bacca- 
laureus in Oxford, etwas vor 1591 
Organist an St. Paul in London, 
gab das Amt auf, als er am 24/7 
1592 zum Gentleman (Sänger) an 
der Kgl. Kapelle ernannt wurde. 
Er bekleidete auch die Aerater 
eines Epistlers und Gospellers, 
beides geistliche niedere Aemter. 
Am 11. Sept. 1598 erhält er ein 
Patent zum Musikdrucken. Sein 
Stil streift schon an die BeAveg- 
lichkeit des 17. Jhs., ist aber me- 
lodisch kontrapunktisch (Rimbault. 
Nagel 1. 2. Grove. Davey. Bur- 
ney 6, 99 ff. Hawkins 3, 334 mit 
1 Tonsatze und Auszügen seines 
theoretischen Werkes). Von seinen 
"Werken sind nachweisbar: 

A plaine and easie Introduction to 



practicall Musicke, set downe in forme of 
a dialogue: Dividcd into 3 partes. The 
1. teacheth to sing "with all things neces- 
sary for the knowledge of prickt song. 
The 2. treateth uf descante and to sing 

2 parts in oue upou a piain song or 
ground, with other things necessaiy for 
a descanter. The 3. and last part entrea- 
teth of compositiou of 3, 4, 5 or more 
parts, with mauy profitable rules to that 
effect. With new songs of 2, 3, 4 and 
5 parts. London 1597 Peter Short, kl. fol. 

3 Bll. 183 S. 5 Bll. Musik, 12 Bll. An- 
merkg. [B. Wagener. Brüssel 5334. br. 
Mus. Glasgow. R. C. of Mus. Paris Nat. 
Bologna. 

— Ausg. Lond. 1CÜ8 Humfrey Lownes. 
kl. fol. [br. Mus. K. C. of Mus. C. P. 
Paris Mazarin. Wolfenb. Cambridge FW. 
ohne Titel, Ausg. fraglich. Oxford Bodl. 
Dublin Univers. Royal Academy of Mus. 
Lambeth. 

— Now reprinted for Will. Randall. 
Lond. 1771 Randall - Walsh. 4». 5 B'l. 
257 S. 29 S. Mus. in Part. [B, B. B. 
Wagen er. Brüssel. R. C. of Mus. Glas- 
gow, br. Mus. Dublin Univers. Brighton. 
Dr. Cummiugs besitzt alle Ausgaben. 

Man schreibt Joh. Kasp. Trost eine 
deutsche Uebersetzung zu, doch lässt sie 
sich bis jetzt nicht nachweisen. 

Madiigalls to 4 voyces newly publ. 
by ... The 1. booke.' Lond. 1594 Th. 
Este-W. Byrd. 4 Stb. 4». [br. Mus. 

— with some songs added by the 
author. Lond. IGOÜ ib. [br.Mus:T. B. 
R. C. of Mus. B. Hbg. Dublin Uuiversit. 

Canzonets or httle short songs to 3 voyc: 
newly published by Th. M. Bachiler of 
Musicke, and one of the Gent, of bis 
Majesties royall chappel. London 1593 
Th. Este, the assigne of Will. Byrd. 3 Stb. 
4". 20 Nrn. [br. Mus. Kassel, Kat. der 
Index. R. C. oEMus: B. und im Ms. 

— London 1606 Th. Este. [br. Mus. 
R. C. ofMus: Altus. 

— London 1631 by Will. Stansby, 
Richard Hawkings, G. Latham. 4". [br. 
Mus. 

Daniel Fridcrici gab sie unter dem 
Titel heraus: Th. Morley's lustige vnd 
artige dreystimmige weltliche Liedlein: 
Wie sie durch Joh. von Steinbach mit 
teudtschen Texten vuterleget. Itzo wieder- 
umb auffs newe vbersehen . . . Rostock 
1624 Hallervords. 3 Stb. 40. Nr. 1—20 
von M. Nr. 21—24 walirsch. von Fride- 
rici. [Hannover: C. B. Lpz. A.B. 

Of Th. M. the first booke of Canzonets 
to two voyces. Lond. 1595 Th. Este. 



Morley, Thomas. 



68 



Morley, Thomas. 



2 Stb. 40. [br. Mus. R. C. of Mus., auch 
im Ms. B. Hbg. 

— Lood. 1619 lirinted by Th. Suodham, 
for Matthew Lownes & J. Browne. 2 Stb. 
4». [br.Mus: C 

— In Kopie in 2 voll, von Alcock 
1746. [R. C. of Mus. 

— 6 Canzonets in 2 parts. Lond., 
Welcker, im Neudruck. [Cambridge FW., 
32 F 25. 

Canzonets or litle shoii Aers to 5 and 
voices. By . . . Lond. 1597 printed by 
P. Short. 5 Stb. (die 6 a im Tenor). 4". 
21 Nrn. Der Cantus hat für die ersten 
16 Canz. eine Lautentabulatur. (br.Mus. 

The Canzonets (20) und Madrigals (20) 
for 3 & 4 voices accomj). in the regulär 
Order of score and collated with peculiar 
. . . a Ms. in tl)o Bodleian IJibl. by W. W. 
Holland & W. Cooke ( )xün. Lond. (17 . .) 
by Clementi. <ju4'^. 164 S. [B. Wagener. 
Brüssel 2343. Glasgow. Einsiedeln. 

Of Th. M. the fiist booke of Balletts 
to 5 voyces. Lond. 1595 Th. Este. 5 Stb. 
4". [br. Mus. R. C. of Mus., auch im 
Ms. 1095. 

— Di T. M. il 1. libio delle Ballette 
a 5 voci. Th. Este, London, 1595. 5 Stb. 
40. [br.Mus: A. 

— Titel englisch wie oben. Lond. 1600 
ib. [br.Mus: C. B. B. Hl)g. 

— Liebliche froliche Ballette mit 5. 
Stim., welche zuvor von Th. M. vnter 
italianische texte gesetzt, jetzo aber . . . 
mit vnterleguug teutscher texte auffs 
Neue inn truck gegeben durch Valent. 
Haitfimrnin Geibipol. Nürnbg. 1609 P. 
Kauffmann. 5 Stb. 4». 22 Nru. [B. Br. 
Chemnitz, Jacobi-Kirche. 

— english, scored from the original 
paii books . . . and edited by E. F. Rim- 
bault. Lond. 1842 Mus. Antiquar. Society, 
fol. Part. [B. Kgsbg. br. Mus. Brüssel 
2353. R. C. of Mus. Hofb. Wien. B. B. 

The first booke of Aires, or little short 
songs to sing and i)lay to the Lute with 
the Base- Viel. Newly published by Th. M. 
London 1600. [Im Besitze der Coi'po- 
ration zu Birmingham (ob bei dem Brande 
der Shakespeare -Bibliothek 1879 auch 
obiger Druck verbrannte, bedarf der 
Untersuchung). Die Hallwell - Philhpp's 
Sammlung besitzt den Druck auch (Davey). 

The first booke of Consort Lessons, 
made by divers exquisite authors for sixe 
iustrum. to play together, viz: the Treble 
Lute, the Pandora, the Citterne, the Base 
Yioll, the Lute, and the Treble Violl. 
CoUected by . . . London 1611 Th.Snodhara 
for J. Browne . . the assigne of WiU. Bar- 



ley. Die 1. Ausg. erschien 1599 und be- 
sitzt Oxford Bodl. nur die Citternestimme. 
Obige von 1611 bestand aus 6 Stb. 4". 
[R. C. of Mus: Treble Violl. br. Mus: 
Flute. 

Canzonets or little short songs to 4 voyc. 
collected out of the best and approued 
Italian Authors. By Th. M. Gent. . . Im- 
printed at Lond. 1597 by Peter Short. 
4 Stb. 40. Ein Samlwk. enthaltend Fei. 
Anerio 6, G. Bassano 3, G. Croce 5, T. 
Morley 2, L. Viadana, H. Vecchi 3. [br. 
Mus. Oxford Ch. Ch. R. C. of Mus. im 
Druck und im Ms. Part. 

Madrigals to five voyces, collected out 
of the best approued italian authors, by 
Th. M. Lond. 1598 Th. Este. 5 Stb. 4". 
24 Nrn. von G. Belli, Alfonso Ferabosco 
5, G. Ferretti 3, Rüg. Giovauelli 4, G. de 
Macque, L. Mareuzio, B. Mosto, Ales. 
Orologio, P. Pliilipps 2, llip. Sabino, 0. 
Vecchi 2 , St. Veuturi , 1 Incertus. Mit 
englischen Texten, [lir. Mus. 

Madrigales: The Triumphs of Oriana, 
to 5 & 6 voyces: composed by divers 
several authors. Newly publislied by Th. M. 
Lond. 1601 Th. Este. 6 Stb. 40. 25 Nrn. 
Entiiält J. Bennet, R. Carlton, M. Caven- 
dish, W. Cobbold, M. Este, J. Farmer, 
E. Gibbons, J. ililton, .1. Holmes, Th. Hunt, 
Edw. Johnson, R. .Jones, G. Kirbye, J. 
Lisley, G. Marson, J. Milton, Th. Morley, 
J. Mundy, R. Nicolsou, Dan. Norcome, 
Th. Toinkins, Th. Weelkes u. .1. Wilbye. 
[R. C. of Mus. br. Mus. 

— Im Neudruck von W. Hawes. Lon- 
don 1814. Part. [B. B. br.Mus. Brüs- 
sel. R. C. of Mus. Einsiedeln. 

— Edited by Will. Shore in 5 Stb. 
London 18.. 8». [R. C. of Mus. 

Neuausg: The Canzonets and Madrigals 
for 3 and 4 voices, arranged ... by W. 
W. Holland & W. Cooke. Lond. c. 1808. 
qufol. [br. Mus. 

Mss. in B. Wagener: 12 Duets, 20 
Canzon. Part. qu4''. Kopie. 

Mss. in Cambridge FW. 23 F 14 Madrig. 
von 1600 in P. - 23 F 15. 16. 17. Can- 
zonets in P. Ballets in P. — 23 F 16 
Canz., 2 and 3 v. in P. — 23 F 17 Madr. 
u. Canz. in P. — 23 F 18 Triumph of 
Oriana 1601 in P. — 30 G5: 12 Canz. 
von 1595 in P. — 30 G 6 zwei Gesge. 
2 F 22 fünf Madr. — Das Reg. zum gedr. 
Kat. giebt die Textanfge. über 103 Gesge., 
oft in verscluedeneu Mss. 12 Nrn. Kla- 
vierpiec. 1 Service. 

Ms. 3095 Brüssel einige geistl. Gesge. 
und Madrigale. 

Ms. Buckiugham Palast, 2 Klavierp. in 



Morley, Thoraas. 



69 



Moruington. 



Will. Forster's Virgiual book von 1624. 
Ms. iu &>. 238 BU. 

Ms. Musikfr. Wien 2 Madr. 5 voc. aus 
159.5 in P. 

Ms. br. Mus. 624, 4 Stb. fehlen 4 Stb. 
enth. Messen. Mot. u. Madr. von 3 bis 
8 Stirn, von Verschiedeneu. — Ebd. 403 
eine Mot. zu 5 Stim. — Ms. 599 ein 
Autliem. — Ms. 98 Bd. 1 drei Anthems, 
1 Evening Service. Ms. 174, Part. S. 289 
ein Funeral Service. Ms. 238, Part. 8 Ge- 
.sänge. Näheres im gedruckt. Kat. 

Im Virginal book im FW. Museum zu 
Cambridge 12 Nrn. (^ird neu herausgeg. 
von Squire u. Maitlaud in London 1894 ff.). 

In Mss. des R. C of Mus. 1881 drei 
Madr. 

In J. Barnard's Samhvk. Anthems and 
Services im Druck und vermehrt im Ms. 
im R, C. ofMus. Ms. 1642 vier Gesge. — 
Im R. C. of Mus. 1884: Arise, awake, Madr. 
und amica mea, Mot. im Ms. Part. — 
Ebd. Ms. 1939: 12 Canzonets 2 v. 7 Ganz. 
3 v. 9 Madr. 4 v. — Ms. 1940: April 
is in niy mi.stress'face. Come, lovers, 
foUow me. Ho! who comes here. In 
dew of roses. Per che tormi. Withiu 
an arbour. — Ms. 1941 De profuudis 6 v. 

— Ms. 1944 Cease mine eyes, 3 v. 
Mss. in Oxford, Chr. Ch. 22 Canzonen 

und sacred Madrigal, 1 Service (3—2 voyc), 
1 Magnificat 4 voyc, 1 Fancies a 5. 
In John Bland's Samhvk. 4 einige Nrn. 

— 1 Anthem in Boyce's Cathedr. Mus. 
1760. — In Bremner 3 einige Nni. — 
In Jos. Gvrilfs Collection 1815 ein Gesg. 

— In Hilton's Catch that Catch, Ausg. 
1672/73 von Playford unter Companion 
einige Gesge. — In Lancelott's Standard 
ed. einige Gesge. — In Longman's Col- 
lection of Catches Nr. 202 u. 239 zwei 
Madrig. aus 1595. — Im Catch Club 3, 
Bd. 3. — In Rieh. Webb's collect, of 
Madrigals 1 Nr. [br. Mus.] 

Aufserdem sind im Eitner 2, 31 Gesge. 
in Neuausg. verz. 

Morley, William, wurde den 
17. Juli 1713 zu Oxford Bacca- 
laureus und am 8. Aug. 1715 nach 
dem Chequebook au der Kgl. Ka- 
pelle unter Georg I. von England 
als Gentleman angestellt, ging vor 
1723 wieder ab und starb am 
29. Okt. 1731 (Hawkins 5, 59. 
Viertel]'. 8, 521. 523. Grove. Rim- 
bault). 

In Boyce Cathedral Mus. 2. Bd. p. 306 



ein Gesg. Mit Johu Isham gab er 1720 
heraus: A collection of new sougs set so 
musick. 

Morli^re, siebe Lamorli^re. 
MornaWe, Aiitoine de, ein 

französischer Komponist des 16. 
Jhs., über dessen Leben nichts 
bekannt ist, dagegen kennt man 
von seinen Werken: 

Motettorum musicalium lib. 1. Paris 
1546 Attaing-nant. 4 Stb. qu4". 25 Mot. 
zu 4-8 Stim. [B. M. 

47 Gescänge in alten Samlwk. (Eitner 1) 
und 2 Chansons in Granjon's Trophee, 
liv. 1, 1559. 

Aus Attaingnant's Samlwk. von 35 
Büchern Chansons von 1538—1549 habe 
ich 4 Chansons von M. spaitiert. Man 
lernt hier eine ganz eigene Gattung Kom- 
positionen kennen, die sich von denen 
der Italiener und De\itschen wesentlich 
unterscheiden und wie in der Mitte 
stehend zwischen der italienischen Frot- 
tole und dem deutschen Liede von jedem 
etwas Eigenes tragen: Den harmonischen 
Zusammenklang und das gemeinsame Fort- 
schreiten aller Stimmen von dem Einen 
und wieder die kontivapunktische Behand- 
lung der Stimmen der anderen Art und 
zwar letzteres oft in der gewandtesten 
und strengsten Weise, die fast an den 
Kanon anstreift; dabei wird der Wohl- 
klang selten verletzt und der Ausdruck 
steigert sich hin und wieder bis zur Innig- 
keit. Der Charakter des französischen 
Volksliedes zeigi sich in keiner Komposi- 
tion, trotzdem ich über hundert Chansons 
des Samlwkes. in Partitur setzte. Auch die 
Form ist beinahe durchweg die gleichartige 
und bildet die Dreiteiligkeit die Mehrheit; 
dadurch erhalten die Sätze auch einen 
inneren Zusammenhang und bei der Kürze 
derselben prcägt sich der Eindruck leichter 
ins Gedächtnis des Hörers. Die Form 
und die Behandlung der Stimmen ist so 
Allgemeingut bei den Franzosen dieser 
Zeit geworden, dass eine gewisse Ähnlich- 
keit aller Ton.sätze entsteht und nur die 
höhere oder geringere Ausdrucksfähigkeit 
sie von einander untersclieidet. 

In B. M. Ms. 205 drei Chansons, be- 
kannt in alten Drucken und 1 Mot. in 
Ms. 132. 

mes amys und Uu seul desir 4 voix 
in Part, in Publikation Bd. 23 Nr. 44. 45. 

Morniiigton, Garrett CoUey 
Wellesley, Earl of, geb. 19. Juli 



Mornington. 



70 



Moro, Jacopo. 



1735 zu Dangan in Irland, gest. 
22. Mai 1781. Ein irischer Peer 
und Yater des Herzogs von Wel- 
lington. Er führte den Titel Dr. 
der Musik und war ein beliebter 
Komponist, dessen Gesänge heute 
noch in England gepflegt werden. 
Auch im Catch-Club zu London 
gewann er in den Jahren 1776, 
1777 und 1779 Preise (Brown. 
Grove). In Daines Barrington's 
Miscellanies (über Wunderkinder) 
Lond. 1781, 4°, ist er auch er- 
wähnt. Ex. im R. C. of Mus. Man 
kennt von ihm 

The Glees and Madrigals composod by 
. . . Edited by Sir Ileury K. Bishop. 
London 1846. fol. P. [R. C. of Mus. 
Glasgow. 

9 Glees in John Sale's .3 Collections 
Nr. 1. 2. London, qufol. [R. C. of Mus. 
Nr. 1182.] — In Bishop's collection. [B. B. 

2 Gesge. in Longnian's collect, of Catches. 
Nr. 42 u. 113. — In Wai-ren's Collect, 
und Horsley's Vocal Harmony. — In 
Bishop's coli, of glees, G. 

In Amüsement 1791 Catches. — In 
J. Blaud's Samhvk. 4. — In Lancelott's 
Standard edit. [in: Mus.] Im Catch Club 

3 Bd. 1. 

Madiigal: Como Shepherds, come away, 

4 V. Lond., G. Walker & son. fol. [ß. B. 

Here in cool grot. A Glee (for 3 v.) 
arrang. by John Parry. Lond., Goulding 
& d'Almaine. fol. [B. B. B.M: London 
by Bland & Weller (1779 das Glee selbst 
gez.). Musikfr. Wien. 

4 Gesge. in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Moro da Padova, siehe Ratti, 
Bartol. 
Moro, Abate OioYaniii; auf 

dem Titel der Gehörigen Motette 
nennt er sich : Direttore dell'Con- 
servatorio di musica, wahrschein- 
lich in Mailand. Er scheint dem 
Wortlaute seiner Titel nach noch 
dem Ende des 18. Jhs. anzugehören 
und lebte bis ins 19. Jh. hinein: 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
yon ihm: 1. sacrum eonvivium a 100 
voci (!), in P. 2. Motetto a G chori ossia 
24 voci, P. 3. 2 Canoni a niolti cori: 
Salve regina a 48 voci, P. 4. Sonata p. 



Clavic. e Fl. 5. Divertimento p. Clavic. 
e Vcl. op. 9. G. Fantasia avec Var. op. 1. 
7. Fantasia op. 10. 8. Introduzione e 
Rondo op. 8. 9. Variazione neU opera 
Tancredo di Pavesi per Clavic. (Pavesi's 
Oper Tancredi wurde am 18. Jan. 1812 
in Mailand aufgefiihi-t. — In Bologna be- 
findet sich „Palesano i cieli la gloria del 
Signore, Motetto a 6 cori reali ossia 24 voc. 
. . . Milano presso F. Lucca. fol. 30 S. 
(jedenfalls dieselbe Mot. wie in der Bibl. 
der Musikfr.) [auch in B. B. 

In B. B. noch: Inno. Dio conservo 
Ferdinande a 16 voci reali da eseguir.si 
senza strumenti. Milano, Lucca. Part, 
fol. — Salve regina a 4 v. c. acc. d'or- 
gano. ib. P. qufol. 

Moro, triiilio, von Ferrara, 
diente 1607 zu Mantua (Berto- 
lotti 87). 

Die Kgl. Musikalien-Samlg. zu Dresden 
besitzt von ihm im Ms. 247 ein Salve 
regina ä Sopr. solo con ström, in P. (das- 
selbe in Dresd. kath. Kirche). 

Moro (Muri), Jaeopo (Giacomo) 
da Viadana, Viadana im Mantua- 
schen, ein Serviten- Mönch (Fotis 
unter Moro und unter Viadana. 
In den Bibliothekskatalogen meist 
unter Viadana gestellt). ]kan kennt 
von ihm 

Psalmi ad Vespertinas omnium solemni- 
tatum horas, Beatiieque V. Canticum . . . 
5 voc. Ven. 1595 Viucenti. 5 Stb. 4«. 
[Ce.sena B. com: A. B. 5a. 

Officium et Missa defunctorum octonis 
vocibus. A . . . Ven. 1599 Amadinus. 

8 Stb. 40. [Bologna: A. B 2. Hofb. 
Wien: C. 

Sacraiiun Cantionum. Cantus vel Te- 
nor, ohne Titelbl. [Stockhohn. 

Concerti ecclesiastici di . . . Nelli quali 
si conteugono Mottetti, Magnificat, & Falsi 
bordoni a una, 2, 3, 4, 5, 6, & 8 voci, 
alcuni de quali sono con passaggi che 
seruono non solo alle voci, nia ad ogni 
Sorte di stromenti. Una compieta a 8 
con le sue Antiphone della B. Vergine. 
Messa a 8. Litanie che si cantano nella 
Santa Casa di Loretto a 8. Canzoni a 4 
per suouare con diuersi stromenti. Con 
il Bc. . . Opera 8 a. Ven. 1604 Amadino. 

9 Stb. 40. [Bologna, br. Mus: T 1. A2. 

— Concerti ecclesiastici I. II. III. et 
IUI. vocuni. cum Bc. ad. org. Antverp. 
1613 Phalesius. 4 Stb. 4». 13 Gesge. 
[B.B: Cl. 2. B., Bc. fehlt. 



Moro, Lodo\'ico il. 



71 



Mors, Jakob. 



— Edit. altera, ib. 1621. [Amst: Cl. 
Lib. 3. de'Concerti ecclesiastici . . . con- 
tengono Motetti & Magnificat ä 1, ä 2, 
ä 3, & ä 4 voci, con alcune Canzonette 
alla fraacesa ä 3, & ä 4 voci . . . Con il 
ßc. Op. 10. Yen. 1607 Vincenti. .5 Stb. 
40. 23 Gesge. [B. B. 

Gli encomi musicali del Moro a 4 et 
a 5 voci . . . Yen. 1585 Vincenzi. 4 Stb. 
40, 20 Nrn., davon die letzte von Gio. 
Agost. Vecigio. [B. D. Modena. 

Canzonette alla Napolitana di . . . II 
1. lib. a 3 voci, con uno Dialogo & 2 Canz. 
ä 4 V . . Yen. 1581 AI. Gardano. Dedic. 
in Viadana 1581 gez. 3 Stb. 4". 21 Nrn., 
davon S. 17, 18 zwei von G. A. Veggio. 
[Bologna. Crespano: C. 

Im Samlwk. 16 Gesge. (Eitner 1 unter 
Viadana), ferner in Ang. Gai-dano's L'arao- 
rosa 1588: Fugivano le belve 5 v. Ebenso 
in der Ausg. 1592. 

In B. B. im Ms. 38, 10: Qui habitat 
in protectione Dei, 8 vco. 

Moro, LodoTico il, 1484 Ka- 
pellmeister an der herz. Kapelle 
in Mailand (Muoni 26). Motta 
pag. 45 verz. ihn 1477 als Laute- 
nist am Hofe zu Florenz. 

Moro, Paolo, lebte in Ferrara 
und gab nach Canal 97 im Jahre 
1591 ein Buch Madrigaletti di 
musica heraus, die er dem Her- 
zoge von Mantua widmete. 

Morottus, Nicolaus, de Fabri, 
von 1545—1551 Coutraltist am 
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 277). 
Morpaiii, ... ein Komponist aus 
der ersten Hälfte des 16. Jhs., der 
in Attaingnant's Samlwk. von 1540 
bis 1547 mit 7 vierstim. Chansons 
vertreten ist, 
Morrat, Andreas, 

bekannt durch ein Hochzeit -Concert 
mit 3 Stirn. Hambg. 1649. [Hannover. 

Morree, Pierre, von 1747 bis 
1750 t Organist an der Waalschen 
Kirche zu Leyden (Bouwst. 2, 169). 

Morrel, Joannes, s. Morel, Jean. 

Morrice, Richard, kam 1579 
aus Gloucester und schwor am 1/4 
als Gentleman an der Kgl. Kapelle 
in London; 1583 in "Windsor (Rim- 
bault). 



Mors, Antonius. In der üni- 
versitätsbibl. zu Rostock befinden 
sich von ihm geschriebene Stb. in 
40 ohne Jahr, mit dem Titel: 

Auserlesene deutsche Gesänge mit 4 
und 5 Stimmen, so ganz lieblich zu singen, 
und auf allerley Instrument zu gebrauchen. 
Dem AVortlaute nach gehört das V^'erk dem 
Ende des 16. oder Anfange des 17. Jhs. an. 

Nach Kade's archivarischen Unter- 
suchuDgen war ein Antonius Mors, Sohn 
des Jacob sen., in Antwerpen Orgelbauer, 
bei dem die grofse Orgel 1555 für den 
Dom in Schwerin Mecklenbg. bestellt und 
1557 abgeliefert wurde. 1559 liefs ihn 
der Kui-farst Joachim von Brandenburg 
nach Berlin kommen (M. f. M. 29, 44). 

Mors, Hieronymus, Bruder des 
Antonius, Orgelbauer in Antwer- 
pen, wurde 1552 als Organist am 
Dome zu Schwerin Mecklbg. ange- 
stellt und hielt sich 1560 in Berlin 
auf; 1597 starb er. (M. f. M. 
29, 43). 

Mors (Morfse in den Akten von 
1555 genannt), Jakol), Sohn des 
Orgelbauers Jakob M. in Antwerpen, 
wurde am 1/1 1554 als Hoforga- 
nist in Dresden angestellt, ging von 
hier aus 1572 als Organist in den 
Dienst der Hofkapelle zu Berlin 
mit 40 Thlr. quartaliter und wird 
noch 1585 genannt (Monatshefte 
9, 238. Schneider 6, 20). Im 
Sachs. Staatsarchiv befindet sich 
die Nachricht, die sich jedenfalls 
auf denselben Mors bezieht, dass 
Jakob Morsien, kurfürstl. branden- 
burgischer Organist einen Sohn 
hat, der in der Musica und den 
Instrumenten wohl geübt ist und 
dem Kurfürsten von Sachsen in 
Annaberg im Jahre 1578 vorge- 
stellt werden soll. Wahrscheinlich 
ist dies Joachim Mors, der am 
8/10 1579 in Dresden als Hof- 
organist angestellt wurde. (Die 
Angabe Kade's in M. f. M. 29, 43 
u. 44, dass Jakob M. 1579 gestor- 
ben sein muss, ist ein Irrtum. K. 



Mors, Joachim. 



72 



Moiiaro. 



"wusste nicht, dass Jakob nach 
Berlin ging). 

Mors (Morfs), Joacliim, Sohn 
des Jakob M., wird am 8. Okt. 
1579 als Hof Organist in Dresden 
mit jährl. 80 Gld. Gehalt angestellt, 
nimmt aber am 12. Dez. 1581 
seinen Abschied (Aug. Nöringer 
wird sein Nachfolger) und geht in 
die Dienste der Berliner Hofkapelle. 
Er hatte dort auch die Instrumente 
in Verwahrung. Schneider S. 20 
u. 21 berichtet, dass er seit 1603 
als Organist 25 Thlr viertel], und 
später 142 Thlr. jährlich erhielt. 
Friedländer in seinen Dokumenten 
sagt, dass er 1585 schon 15 Jahre 
im Dienst sei. Die Jahresz. 1585 
wird demnach 1595 heifsen müssen. 
(M. f. M. 29, 45). 

Mors, John. 

In Hilton's Catch that C. Kachtrag von 
1682 oder 83 einige Catches. Ebenso in 
der Ansg. von Playfcjrd lOSG, 2. book. 

Morseliiio, Olovaiiiii IJattista, 

1590 Organist am Domo zu Mai- 
land (Muoni 25). 

Im Ms. 1G70Ö, Chorb. des 16. Jhs., 
1 Motette zu 6 Stini. De Omnibus sanc- 
tis: Gaudent in coelis. [ITofb. Wien. 

Morsia, Cornelia la, eine Kom- 
ponistiu des IG. Jhs., die im 

Samlwk. Flaccomio's Le risa avicenda 
5 voc, 1598 mit den Madrigalen vei-treten 
ist: Son le risa. Non son risa, 2. parte. 

Morsolino, Antonio, nur be- 
kannt durch den Druck: 

11 1. lib. della Cauzonetto a 3 voci, di 
A. M. (oliue Bez. eines Amtes), con al- 
cune altre de diuersi eccell. musici . . . 
Yen. 1.594 Amadino. 3 Stb. 4». 8 von M., 
4 von Iiuomobuo7io Marsolini, 4 von Cl. 
Monteverde, 1 von Orazio Vecchi, 4 Ano- 
nymi, [br. Mus. 

In Sabbio's L'amorosa ero 1588: Ero cosi 
dicea cb'era 4 voc. 

Morsolino, Huomobuono, 

• im Smlwk. des Antonio Morsolino 4 Can- 
zonen zu 3 Stim. von 1594. 

Mortaro, Antonio, aus Brescia. 
Diruta in seinem Transilvano nennt 
ihn Antonio Mortaro della l'Alber- 



gona. Nach den Titeln seiner 
Werke lebte er in Brescia bis etwa 
1597 und trat während der Zeit, 
etwa 1595 als Novize in das dor- 
tige Minoriterkloster. 1598 findet 
man ihn im Franziskanerkloster zu 
Mailand, 1()02 ist er Organist a/d. 
Kathedrale zu Novara (auf dem 
Titel heilst es „ad sacrum Assisien. 
Conventum ex voto"). 1606 lebt 
er wieder in Brescia und auch 1608 
zeichnet er die Dedic. im Kloster 
zu Brescia. Seine eilialtenen Werke 
sind folgende: 

Missae, Motecta, Cantica B. M. V. ijui 
partim oetonis, partimque duodenis vocib. 
modulantur. Lib. 2 . . . Ven. 1595 Ama- 
dinus. 8 Stb. 4«. 13 Nrn. [B.B.: C2. 
RomCecilia: A.T.B. 1. T2. Bologna: C. 
A. T. B 1., Abdr. der Dedic. Kat. 2, 113. 

Messa, Salmi, Motetti, et Magnificat 
a 3 chori. Di.... Ven. 1608 Amadino. 
14 Stb. 40, mit 2 Partituren in fol. [Bo- 
logna. Die 2te Part, in der ersten Ausg. 
von 1599. 

Missarum, atque sacrarum cantionum 
novem vocibus. Lib. 3 . . . Ven 1606 
Amadinus. 10 Stb. mit B. ad org., 4", 
die Sj)artitura im Titel etwas abweicliend. 
3 Mess. u. 8 Mot. [B. Br. Cap. Laterano. 
Bologna. 

Secondo lib. delle Messe, Salmi, Magni- 
ficat, Canzoni da suonai-e, & Falsa Bor- 
doni, :\ XIII. di . . . Milano 1610 Tini & 
Lomazzo. 14 Stb. zu 3 Chören und Bc. 
[Bologna C. T. B. 1. C A. T. B. 2. C. 

A. 5a. 3. choro. B. per l'org. Mailand Braid. 
die Part. = Bc. br. Mus: C2. A 1. 

Partitio sacraram cantionum 3 vocibus, 
. . . Medlolani 1598 haered. Sim. Tini & Jo. 
Franc. Bisutius. 1 vol. in 4**. 16 Nrn. 
Pai'tit. ohne Text. [Bologna. 

Sacrarum cantionum 4, 5 et 6 vocibus; 
lib. 1 ... Mediolani 1602 haerd. S. Tini 
et Fr. Besutius. 5 Stb. 4". [Bologna. 

Sacrae contiones 3 voc, Ven. 1603. 
[br. Mus: C2. 

— Sacrae cantiones 3 voc. Una cum 

B. ad Org. Ven. 1610 Amadinus. 4 Stb. 
4". 22 Gesg,, davon 2 von Ludov. Cornali 
und 1 von Liicrex. Venturi. [B. Haberl. 
Proske: C2.B. Hofb.Wienfehlt3. Stimme.] 
(Sind vielleicht dieselben wie in 1508 mit 
einem Bc. versehen, wie es bei den Psal- 
men von 1599 auch in Ausg. 1604 ge- 
schehen ist.) 



Mortaro. 



73 



Mortellari, Michele. 



Psalmi ad Vesperas, triaque Cantica B.V., 
8 vocibus . . . Yen. 1599 Aiiiadinus. 8 Stb. 
4*'. 17 Gesge. [Bologna: C 1. Florenz 
B. n. nur 4 Stb. Hofb.^\len: C 

— ... Addita partium grauium sec- 
tione pro organi pulsatoris commoditate. 
Ven. 1604 Amadinus. 9 Stb. [Bologna. 
Rom Cecilia: C. A. T. B. 2. 

— Ven. 1G07 ib. 9 Stb. 4", euth. 
17 Gesge. und Falsi bordoni. [B. Br. 
Bologna, der Be. mit 1609 gez. 

Baritonantium divisio pro organi pulsa- 
tore in Aut. Mortarii Vespertinos Psalmos, 
8 voc. Ven. 1603 Amadinus. 4". Ist 
nur der Bc. im Besitze des Antiquar 
Eosentbai und gehört wahrscheinlich zur 
2. Ausg. von 1599: Psalmi ad Vesperao. 

II 1. lib. delli Salmi a 5 voci con il 
suo Bc. Di.. Op. 13. Ven. 1608 Ama- 
dinus. 6 Stb. 4". [Bologna: CT. B. 

Fiammelle araorose a 3 voci, di . . . üb. 
1. rist. Ven. 1594 Amadino. 3 Stb. 4^». 
22 Gesge. [Kassel: T. B. Bologna. 

— rist. ib. 1602. 3 Stb. [br. Mus. 
II 2. lib. delle fiammelle amorose, a 3 v. 

di . . . Ven. 1590 Amadino. 3 Stb. 4". 
21 Nrn. [B. B.: C. 

— rist. 1594 ib. 3 Stb. 4". 22 Nrn. 
[Kassel : T. B. Bologna. 

— rist. 1599 ib. [br. Mus. 

II 3. lib. delle . . . a 3 voci. Ven. 1592 
ib. 3 Stb. 40. 21 Nrn., eine von Lei. 
Bertemi. [Kassel:!. B. Hof b. Wien. 
Bologna. 

— rist. 1596 ib. 3 Stb. 4". 22 Nrn. 
[B.D. 

II 4. lib. delle . . . a 3 voci. Ven. 1596 
ib. 3 Stb. 40. 21 Nrn. [Mainz: B. 
Bologna. 

16 Gesänge in alten Samhvk. (Eitner 1). 
2 Motetten in Phalese's Corona sacra 
1620. 

Ms. in B.B., T, 167 ein Lied mit 
deutschem Text aus 1624. — Ms. Z. 39, 
12 Stb. von 1628 Nr. 40: Quantas osten- 
disti mihi 8 voc. — In B. L. derselbe 
Text zu 6 Stirn.? 

Eine Canzone ohne Text mit einer 
Partitur auf 2 Notensystemen diminuirt, 
d. h. mit Verzienuigeu, Passagen versehen 
(^Viertel]. 8, 379 aus Diruta's Transilvano 
1609, siehe auch Anmkg. — Im Ritter 
Nr. 10 ohne Diminuatio. 

2 Madrigale im Ms. 1881. [R. C. of 
Mus. 

In B.Br. Ms. 21, 201 das bekannte 
Quantas osteudisti mihi, 8 voc. 

In B. M. Ms. 107, 4 Psalmodiae 8 tonor. 
4 voc. In Ms. 121a dieselbe zum 7. Tone. 
— 1 Motette in Tabulatur. 



In Hoß. Wie9i, Ms. 16707 eine Missa 
sup. Erano i capei d'oro, 12 voc. 3 Chorb. 
inkompl. Ms. 16 708, 3 Chorb.: 10 lat. 
Gesge zu 12 Sttm. 3. Chorb. fehlt. 

3 Lautenstücke in Bemli. Schmidt jun. 
1607. — Ein Lautenst. in Terzi's 1599. 

Mortellari, Antonio, vielleicht 
ein Sohn Michele's, der ebenfalls 
im Anfange des 19. Jhs. sich als 
Komponist in London bekannt 

machte. 

Das br. Mus. besitzt von ihm 12 Ariette 
. . . with the pfte. Lond. querfol. 6 
favourite italian duetts, op. 5. Lond. 
qufol. 12 italian vocal pieces for 1 & 2 
voices. Lond. qufol. 

Mortellari, Michele, geb. zu 
Palermo um 1750, besuchte das 
Conservatorio de'figliuoli dispersi 
de Muratori, ging dann nach 
Neapel, wo er Piccinni's Schüler 
wurde und schrieb darauf 1770 
für Rom die Oper Troja distrutta, 
die dann 1778 in Mailand in 
neuer Bearbeitung zur Aufführung 
gelangte. In schneller Folge kam 
nun Oper auf Oper auf die Bühne. 
Um 1785 ging er nach London, 
wo 1786 seine erste Oper gegeben 
wurde (Armide). Es scheint, als 
wenn er sich in London nieder- 
gelassen hätte. 

Ein Sohn von ihm ist um 1809 
Musiklehrer daselbst und gab eine 
Anzahl Musikpiecen heraus, von 
denen das br. Mus. 21 Nrn. be- 
sitzt, er hiefs wie der Vater. Eben- 
dort auch das Ballet: Anacreon 
ou l'amour fugitif, a grande ballet 
(Kl.-A. mit Flöte) London, fol. von 
letzterem (Fetis). Vom Vater sind 
nachweisbar : 

Domiue ad adjuvandum 4 voc. coucert. 
c. insti-um. Ms. P. [Bologna. 

Messa a 4 voci c. orch. Ms. P. ohne 
Vornamen. [Einsiedeln. 

Antigona in Tebe. Opera in 3 atti 
rappresent. in Venezia al teatro di S. 
Benedetto l'Ascenza 1776. 2 voll. Ms, 
P. [Bologna. C. P. von 1778. 

Armida. The favorite songs in the 
opera . . . London, fol. [br. Mus. 



Mortellari, Michele. 



74 



Mortimer. 



Didone. The favorite songs in the opera 
. . . (a pasticcio, c. 1775) fol. [br. Mus. 

Ezio, opera 1777. P, M. [Darmst. 

Semiraniide , opera in 3 atti (Milano 
1785) Ms. P. [C. P. 

Troja distrutta in 3 atti (neu bear- 
beitet für Mailand 1778). [C. P. Darmst. 
Ms. P. u. Stb. 

Venus & Adonis. 12 piecps of music, 
selected from the . . . drania ... op. 7. 
Lond., Breuiner. P. fol. [br. Mus. B.B. 
Text Italien, von J. Giannini. 

Aria (L'affanno in sen nii lascera) per 
Sopr. c. orch. Paris, Erard. Stb. [Briis- 
sei Cons. 

2 Arien in A. Bailleux' Journal. — 
Arie im Journal 5. 

Rondeaux chantö par ton Dures. 1778. 
[C. P. 

In B. B., P 177 ein Druck (?). 

12 Ariettes for a Single voico with the 
pfte. op. 12. Lond. qufol. [br. Mus. 

8 Canzoni with the pfte. op. 6. Lond. 
[br. Mus. 

6 Canzoni dito, dedic. to the Countess 
Spencer. Lond. f[u4'*. [br. Mus. 

2 Songs in Londoner Einzeldrucken, [ib. 

Im Bossler 13 eine Piece. — Ein 
Gesg. in Corri's A select collect. Bd. 1 
p. 78 [Bologna]. — Im Journal d'Aiiettes 
italien. 1779—82. [br. Mus. 

Mss. in B. B. ohne Sign. 2 Arien für 
Sopr. und Instr. im Kl.-A. u. Part. — 
Mss. 119. 128. 131: 4 Sopranarien mit 
Instr. P. 

Mss. Dresden Mus. 480 und 1150: 4 
Arien mit Orch. in P. Letztere von 
1775: Ombra fedele tornerva. 

Mss. B. M. 1. L'amante disprezzato, 
Canzone p. Sopr. c. Cemb. 8 Bll. 2. 
Licita moriboudo, Cantata. 3. Soi piarti 
deir Aurora, Arietta. 4. La notte io non 
riposa, Canzone. 5. G Canzoni. 6. 1 
Cantata. 

Se fu colpa d'un amaute, Rondo per 
Sopr. et instr. Ms. P. u. Stb. [B. Zw. 

2 Arien im Ms. P. [BeriinK. H. 

II Giuramento, Cantata ä 2 voci c. 
cori, V. Viole, Fag. Vcl. e B. Ms. in 
B. Basevi. 

II trofeo d'un'alma imbelle, Aria per 
T. c. orch. Ms. P. [Bologna. 

Scenes et aires, 1 vol. in P. Ms. [C.P. 

Mss. in Musikfr. Wien: 1 Rondo und 
2 Duette in P. u. Kl.-A. 

Mss. in Mailand Cons. 8 Sinfonie per 
orch., Stb. und 6 Quatuors in Stb. 

Ms. in Wolfenb. (Nr. 166) Rondo „Se 
fu colpa d'un amante" (aus: Moise 1781) 
f. Sopr. mit Klavier. 



Mss. in Padua Ant. 1 Terzette (Si, 
carina) c. orch. — Aria „Io ti lascio" p. 
Sopr. nell'Arsace, Padova 1775. 

Ein Amen eines Stabat mat. zu 4 St. 
u. Instr. im Autogr. B. B., Grasu. 

l.'L'ascenzaS. Benedetto. 1778. Ms. P. 
2. Se fu colpa d'un amante per Sopr. 
Ms. Stb. 

3. Aria e Coro. Ms. Stb. [Darmst. 

Ms. Dresden, B708, 17 s. eine Arie. 

3 Sinfonien in Bd. Cd. Dd. Ms. in Stb. 
[Darmst. 

In Viertel]. 5, 254 wird noch eine 
Oper II rivali ridicoli, Text von G. Ber- 
tati, Venedig 1780 angeführt. Musik nicht 
bekannt. 

Mortera, . . . 

im Samiwk. von Moderne 1539 c die 
Motette: Tribulationes civitatum, 4 voc. 
(Eitner 1). 

Mortior, Pierre, Musikverleger 
in Amsterdam um 1738, gab das 

Samiwk. heraus: 

Duos anglois de differents maltres a 
2 Flutes ou Violons. Livre 2. A. . . 2 Stb. 
in fiu4". 43 Duos von E. D. 2, Eccle 
(Eccles'P) 3, Finger, Gaspariui, King 3, 
Purcell 2, Tonoe 2, Weiden 2 u. Ano- 
nymi. (Wolfenb. 

Mortier, Severin du, um U)73 
Kapellan -Sänger an der Kgl. Ka- 
pelle in Brüssel (8traeten 5, 146). 

Mortimer, Peter, geb. 5. Dez. 
1750 in i'uttiugliam (England), 
gest. 8. Jan. 1828 zu Herrnhut. 
Bildete sieh im theologischen Se- 
minar der Brüdergemeinde zu 
Barby zum Lehrer aus und be- 
kleidete seit 1774 zu Ebersdorf 
die Stelle eines Lehrers u. Orga- 
nisten, kam 1775 nach Niesky u. 
1777 nach Neuwied a/Rh. Später 
wirkte er in Herrnhut, wie die 
Vorrede einer üebersetzung der 
„]\Iissions - Societät in England" 
1797 bezeugt. Er war ein aus- 
gezeichneter Orgelspieler, tüchtiger 
Dirigent und leistete auch als 
Komponist Anerkennenswertes. Am 
bekanntesten hat ihn aber das 

Werk gemacht: 

Der Choralgesang zur Zeit der Refor- 
mation. Berlin 1821 Georg Reimer. 4". 



Mortnianski. 



75 



Mosca. Giuseppe. 



YIII, 153 n. 112 S. mit 16^ Chorälen, 
[ß. B. B. Dresden und allen gröfseren 

Bibl. .. . 

Das Werk ^wrde vom preufeischen 
Ministerium auf Zelters Gutachten her- 
ausgegeben. Die Bmdergemenide nahm 
eine Anzahl Choräle in ihr Choralbuch 
und singt noch heute die Lieder: Ehre 
sei Gott, — Selig sind die reinen Herzens, 
— Dein Seufzen und Stöhnen u. _a. nach 
seinen ei-fuudenen Melodien. Seit 1780 
redigierte er die üemeindenachrichten u. 
wohnte den Svnoden bei. (Zum Teil nach 
der AUg. d. Biogi-. und der Leipz. Ztg. 
21, 277. 43, 725.) 

Moi-tniaiiski, Demetrio, ein 

russischer Opernkomponist zu Mos- 
kau, der 1784 im Indice de'spettac. 
teatro angeführt wird. 

Morton, Edward, schwor am 
12/4 1685 als Gentleman exti'ord. 
an der Kgl. Kapelle in London 
und war der Nachfolger Wise's, 
der seines Amtes entsetzt wurde 
(Rimbault. Hawkins 4, 430). 

Morton (Mourton , Morthon), 
Messire Kobert, ein Kleriker der 
Kapelle Philipp des Guten, Herzog 
von Bourgogne, um 1464 bis etwa 
1478, wahrscheinlich auch im 
Dienste Karl des Kühnen. Fotis 
citiert eine Reihe Aktenstücke, die 
sich im Kgl. Archiv von Belgien 
befinden. Von seinen Kompo- 
sitionen sind bekannt: 

L'homme arme, 4 voc. Chans, im Ms. 
Codex 0. V. 208 der Bibl. Casanat. zu 
Rom, geschrieben von 1450—1460. — 
Das Ms. Siippl. fr. n». 15123 derNational- 
bibl. zu Paris enth. neben Ockeghem, 
Busuois, Caron u. a. auch die Chanson 
„Mon bien m'a joyeuK'N 3 voix von M. 
— Ms. 180 zu Peiagia eine Chans: Est 
temps. — Andere Chans, im Ms. 126 zu 
Florenz B. u., Ms. Othby. Auch im Ms. 
zu Dijou von Morelot mitgeteilt (Viertel]. 
1, 426 und Ambros 2, 463. 3, 57, der 
ihn aber ßorton nennt). Davey glaubt, 
dass er aus England stammt. 

Mosca, (Filiseppe, geb. um 1772 
zu Neapel, gest. 14. Sept. 1839 zu 
Messina. Er besuchte das Conser- 
vatorio della Madonna di Loreto 



zu Neapel unter Fenaroli's Direktion 
und trat darauf ums Jahr 1791 
mit seiner ersten Oper „Silvia e 
Nardone" in Rom auf, der dann 
bald viele andere folgten, welche 
die Bühnen Italiens überschritten. 
1803 kam er nach Paris als Ac- 
compagnateur am Klaviere an der 
italienischen Oper. Fetis schreibt: 
Ich habe ihn gekannt. Er war 
ein Musiker ohne Genie, schrieb 
aber mit grofser Leichtigkeit. Für 
die Pariser Bühne verfasste er 
viele Einlagen in Opern und die 
zwei Opern: II ritorno inaspettato 
und L'Impostura, die aber beide 
keinen Erfolg erzielten. Als dann 
1809 Spontini die Direktion des 
italienischen Theaters übernahm, 
kehrte er nach Italien zurück und 
fand dann 1817 in Palermo eine 
feste Stellung als Musikdirektor 
am Theater. 1821 ging er nach 
Mailand und kehrte erst 1823 
nach Sicilien zurück, wo er in 
Messina eine ähnliche Stellung am 
Theater fand (Fetis. Florimo 2, 
450). Von seinen zahlreichen Opern 
sir^d nachweisbar: 

L'abate de l'Epee, op. buf. in 2 at. 
Nap. 1826. [B.Neapel. 

Gli Amori e l'armi, opera buffa m 2 
atti. Florenz 1812. Ms. P. [B. Neapel. 
Attila, ossia II Trionfo del Re de' 
Frauchi, opera in 2 atti. Ms. P. [Mai- 
land Cons. 

La Diligenza, op. buf. in 2 atti. Florenz 

1813. Ms. P. [B. Neapel im Autograph. 

Federico 11. Re di Prussia, Melo- 

dramma in 2 at., scritto per Palermo nel 

1817. Nap. 1824. Ms. P. [B.Neapel. 

II filosofo, opera. C. P. Ms. P. 

II Folletto, op. buffa. Napoli 1797. 

Ms. P. [B.Neapel. Neapel Turch. 

D. Gregorio in inibarazzato, op. buf. 
in 2 atti. Roma 1813. Nap. 1814. Ms. P. 
[B. Neapel. Mailand Cons. 

La poetessa errante, op. buf. in 2 atti. 
Nap. 1822. Ms. P. [B.Neapel. 

I pretendenti delusi, ossia Con amore 
non si scherza, op. buffa in 2 atti. Mi- 
lane 1811. Neapel 1814. Ms. P. 2 voll. 
c[ufol. [Bologna. B. Neapel. 



Mosca, Giuseppe. 



76 



Mosca, Luigi. 



I tre mariti, farsa. Roma 1813. Napoli 
1814. Ms. P. [B. Neapel. 

Romanza „Tranquillo nel suo cor la 
villanella" ]>. So])r. neU'opera Le Bestie 
inuomini. Milano, Ricordi. [Mailand Cons. 

Scena e Rondo „Mentre guardo" per 
Sopr. nell'op. Le Bestie. Mi!., Ricordi. 
[Maild. Cons. 

Terzette „Con rispetto e riveronza" per 
T. e 2 B. neU'op. I Pretendenti. ib. 
[Maild. Cons. 

Sinfonia dell'opera La sciocca per 
astuzia, ridotta per coinbalo da Dionig. 
Brogialdi. ib. [Maild. Cons. 

]n Dresd. Mus. 47.3 Cavatina a Sopr. 
neir opera ,,La Sciocca per Astuzia". 
Milano Ricordi. Kl.-A. qufol. — Duotto 
a Sopr. e B. nell'op. (wie vorher) ib. 
Kl.-A. — Ms. in.'j, Ductto „Far Calzetto" 
(dieselbe Oper) ib. Kl.-A. — Ms. 1156 
Cavatina „Or che sinibrana il cid'', a 
Sopr. c. pfte. qufol. — Ms. 5a? 

Ms. in Bannst. Dolce cosa e far l'a- 
more. P. 

Arietten im Samlwk. der Mlles. Erard. 

5 Gesänge aus Opern im Kl.-A. u. P. 
[Musikfr. Wien. 

Mss. in Bologna: 1. Qual soave e dolce. 
Scena ed Aria p. Sopr. c. orch. aus der 
Oper II filosüfo. P. IG BU. 2. Dolce 
cosa e far Tamore. Cavatina p. Sopr. c. 
Orch., aus dei'selben Oper. P. 14 Bll. 
3. Dammi uu segnale £Ümeno. Scena ed 
Aria p. Mezzosopr. c. orch. P. 21 BU. 

Mss. in Mailand Cons. 1. Duette 
„Stella del ciel sereua", p. Sopr. e B. nell' 
op. Amore ed armi. 2. Rec. e Duetto 
„Quando sposa mi sarai", j). 2 Sopr. nell' 
op. La foi-tunato combiuazione. 3. noch 
6 Duette und 6 Arien, Cavatinen u. Chöre. 

Mosca, Luigi (Ludovico), geb. 
um 1775 zu Neapel, gest. 30. Nov. 
1824 ebd., 49 Jahr alt, Bruder 
des Giuseppe, besuchte das Con- 
servatorio della pieta dei Turchini 
1787 unter Fenaroli. 1797 schrieb 
er für das Theater Nuovo seine 
erste komische Oper L'Impresario 
burlato und bekleidete während 
der Zeit am Theater San Carlo 
die Stelle eines Accompaguatore 
al Cembalo. 1806 schrieb er für 
Palermo eine grofse Messe und 
das Oratorium Gioas, die beide 
mit Erfolg daselbst aufgeführt 
wurden. Zahlreich sind die Opern, 



die er für die verschiedenen Städte 
Italiens schrieb, deren Einübung 
er nach alter Sitte selbst leitete. 
In Neapel bekleidete er die Stel- 
lungen eines Gesanglehrers am 
Kgl. Musik-Kollegium S. Sebastiano 
und an der Kgl. Kapelle die des 
2ten Kapellmeisters. (Florimo 3, 
24 u. 82. Urteile in der Lpz. Ztg. 
7, 565. 16, 257. 18, 688). Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

2 Missae 4 voc. cum instr. Ms. P. 
1789. (B.Neapel. 

Missa in G 4 voc. c. archi e corni. 
Ms. — Missa in D a 3 voci con oi'g. Ms. 

— 3 Lamentazioni p. Sopr. c. org. Ms. 

— Magnif. 3 voc. c. org. — Pange lingua 
4 V. c. orch. — Salve regina p. Sopr. ed 
Alto cou org. im Autogr. — S Tantum 
ergo. — 2 Pastorale. — 4 Sinfonien zu 
Opern. [Mss. in Mailand Cons. 

2 Tantum ergo — 2 Pange lingua, 4 
voc. c. orcli. Ms. P. 1789. [ß. Neapel. 

L'amore per inganno, ossia L'amoroso 
inganno, op. buf. in 2 at. Nap. 1801. 
Ms. P. [B. Neapel. 

L'Audacia delusa, (j]>. buf. in 2 at. 
Napoli 1813. [B.Neapel. 

I finti viaggiatori, opera buffa in 2 at. 
Napoli 1807. [B.Neapel. C. P. 

Gelosi burlato, op. buf. in 2 atti. [C. P., 
wahrscheinlich dieselbe wie „L'Impresario 
burlato". 

L'Impresario burlato, opera giocosa in 
2 atti. Milano. Ms. P. [Brüssel Cons. 
B. Neapel: Napoli 1797. Neapel Turch. 
schreibt sie Giuseppe zu(?). 

L'lmpostore, op. buf. in 2 at. 1813. 
[B. Neapel. 

II Salto di Leucade, op. ser. in 2 at. 
Napoli 1812. [B.Neapel. 

La Sposa a soite, op. buf. in 2 at. 1813. 
[B. Neapel. 

Gli sposi in cimffnto. op. buf. in 2 at. 
Nap. 1800. Ms. P. [B.Neapel. 

Le strayaganze d'amore, op. buf. in 2 
atti. Napoli 1800. Ms. P. [B.Neapel. 

Im Florimo ein vollständigeres Verz. 
seiner Opern ohne Fundort. 

Einzelnes noch in B.M: Far calzette, 
Duetto della finta sciocca. Paris, Carli. 
P. 20 S. 

In B. B. : Duetto „Quest aura lusin- 
ghiera", arrang. p. pfte. Paris, Mlles. 
Erard. — In Ariettes Italien 13044 Nr. 31 
ein Gesg. 



Moscaglia. 



77 



Mosel, Ignaz Franz. 



Im Ms. B. Bologna : Da si galante og- 
getto. Aria per B. c. orch. P. 10 Bll. 

Duetto „Ai capricci della sorte" per 
Sopr. e B. neirop. Lltaliana. in Algeri. 
Milauo, Kicordi. [Mailand Cons. 

Mss. in Mailand Cons: 1 Terzett, 4 
Duette, 2 Cavatinen, 5 Arien, 1 Cauzo- 
nette. Solfeggi 3 Bände. 1 Walzer f. 
Pfte. und Priucipi di musica. 

Autogr. in B. B. Grasn. 1. Salnio 4 voc. 
2. Amen. 

1 Arie und 1 Duett in B. Dresd. Ms. 

B 508 a. b. 

Moscaglia, (xiovaiiiii Battista, 

aus Rom^ wo er auch lebte. Ob 
er daselbst eine Anstellung be- 
kleidete ist aus den Titeln nicht 
zu ersehen. Aus den dreistimmigen 
Neapolitanen von 1585 c lernen 
wir auch den Namen seiner Frau 
kennen, welche das Werk heraus- 
giebt und sich mit Lucretia Gui- 
dotti unterzeichnet. Der Grund, 
warum seine Frau das Werk heraus- 
giebt ist niclit ersichtlich, denn 
das 4. Buch Madrigale von 1587 
unterzeichnet M. wieder selbst und 
kann daher 1585 nicht schon ge- 
storben sein. Man kennt von ihm 
die Kompositionen: 

1579 ... n 2. lib. de Madrigali a 5 
voci. Nouamente da lui composti ... con 
un' Madrigale a 6 uel fine. Yen. 1579 
heredi di Fr. Ranipazetto. 5 Stb. qu40. 
31 Madr. TModena. einst, in B. Borghese. 

1585 a. ". . . U 3. lib. de Madrigali a 5 
voci . . . Yen. 1585 Scotto. 5 Stb. 4". 
22 Madr. [B. B. 5 a. Modeua. 

1585b. ... 11 2. lib. de Madr. a 4 voci: 
con alcuni di diuersi eccell. musici di 
Roma. Nouam. composti. Yen. 1585 
Vincenzi & Amadino compagni. 4 Stb. 
40. 11 von M., die übrigen sind im Eit- 
ner 1 und Vogel 1, 527 verz. Die Dedic. 
schon 1582 gez. [B. D. WoLfenb. Ve- 
ronas, f: A. 

1585c. ... II 1. lib. delle Napolitane 
a 3 voci Nuouam. poste in luce. Vineg. 
1585 Scotto. 3 Stb. 8». 21 Nrn., die 
letzte zu ü Stim. [Hofb. Wien. 

1587 ... II 4. lib. de suoi Madrigali 
;i 5 voci nouamente composti . . . Inti- 
tolato Aniorosi fioretti. Vineg. 1587 Scoto. 
5 Stb. 40. 22 Nrn. [B. D. Florenz B. 
n. kompl. T. def. Modena. 



17 Madrigale in alten Samlwk. inclus. 
dem obigen Samlwk. von 1585 b (Eit- 
uer 1), ferner in Vincenti's Fiori musicali 
1590: Filii vaga e gentil 3 v. — Für 
Laute arrangiert im Hove. 

Moscatelli, Antonio Francesco, 

Theorbist, wird im Nov. 1692 an 
der Hofkapelle zu Berlin mit 500 
Thlr. angestellt (Schneider 50). 

Mosclieni, Giovanni Battista, 
geb. im Febr. 1674 in Lucca, gest. 
30. Juni 1757 ebd. Er war Ka- 
nonikus an der Kirche St. Paolino 
e Donato und als ausgezeichneter 
Orgelspieler, wie als Komponist 
geschätzt. 1715 wurde das Ora- 
torium S. Agnese in Lucca auf- 
geführt (Nerici 315. 329). 

Mosclieroscli, J. . . M. . ., gab 
Georg Gumpelzhaimer's Gymnasma 
de exercitiis academicorum 1652 
heraus. (Gerber 2 unter Gumpelzh.) 

Mosclietti, Vincenzo, 

ein Kyrie und Gloria für Chor und Orch. 
in r. Zeit mir unbekannt. [Musikfr. Wien. 

Moscliini, Baccio, 

ist im Samlwk. 1539" mit 2 itaüenischen 
vier- und fünfstim. Gesgen. vertreten. 
Ambros 3, 588 glaubt, dass er in Florenz 
unter Cosmo l. von Medici diente. Nach- 
weisbar ist nur, dass er zu dessen Hoch- 
zeit mit Eieonora von Toledo obige 2 Gesge. 
im Vereine mit anderen komponierte (Vier- 
tel]'. 5, 399). 

Mosel, Ignaz Franz, Edler von, 
geb. 2. April 1772 zu Wien (Rie- 
mann schreibt den 1. April), gest. 
8. April 1844 ebd., beschäftigte 
sich nur als Diüettant mit Musik 
und widmete sich als Lebensberuf 
dem Staatsdienste, trat bereits 1788 
in denselben em, erhielt das Prä- 
dikat k. k. Hofi-at, wurde 1818 ge- 
adelt, 1821 zum Vicedirektor der 
Hofbühnen ernannt und 1829 zum 
Kustos der Hofbibliothek. Hans- 
lick bezeichnet ihn S. 150 in den 
Jahren 1812—16 als Hofsekretär. 
Neben diesen öffentlichen Aemtern 
widmete er der Ausübung der 
Musik seine volle freie Zeit, so- 



Mosel, Ignaz Franz. 



78 



Mosel, Ignaz Franz. 



wohl als Theoretiker, Komponist, 
wie als Dirigent und zwar mit so 
entschiedenem Talente, dass er an 
der Spitze aller öffentlichen Musik- 
ausübungen stand. 1812 leitete er 
die Aufführung der Gesellschaft 
der Musikfreunde, deren Mitglied 
er war, 1813 führte er den Messias 
auf, 1815 den Samson in Gegen- 
wart des Wiener Kongresses, 1819 
die Jephta u. s. f. Er entwickelte 
ti'otz seinen amtlichen Stellungen 
eine staunenswerte Fruchtbarkeit 
als Komponist, die bei den Zeit- 
genossen viel Anerkennung fand, 
allerdings heute längst vergessen 
ist (Schilling ausfiilirlich. Denk- 
steine. Biographien über M. u. a. 
von Dr. Aug. Schmidt. Wien 1848). 
Verzeichnis seiner AVerke soweit 
sie sich nachweisen lassen: 

Schriften : 

Versuch einer Aesthetik des drama- 
tischen Tonsatzes. Wien 1813 Straufs. 
8». 83 S. [B. B. B. M. Musikfr. Wien. 
B. Lpz. Brüssel. 

Ueber das Leben und die Werke des 
Antmi Salieri. "\Vieu 1827 "WalJishauser. 
80. 212 S. [B. B. B. Wagener. Musikfr. 
Wien. B. Lpz. Bmssel. Einsiedeln. 
Arast. 

Ueber die Original-Partitur des Requiem 
von W.A.Mozart... AVieu 1839 Straufs. 8". 
[B. B. B. M. Musikfr. Wien. B. Lpz. 

Ueber die Oper. Cäcilia von Schott, 
Bd. 2, 233. Entgegnungen ebd. von Dr. 
Wöltje Bd. 7, 251. 

Geschichte der K. K. Hofbibl. zu Wien. 
Wien 1835 Beck. 8». 398 S. Von 345 
ab über seltene Musikalien. [Wiener 
Bibliotheken. 

Vaudex-ille, Liederspiel, Singspiel und 
Oper. Musikal. Ztg. Wien 1820 S. 681 ff. 
— Ebeudoi-t 1818 S. 437 ff: Ueber die 
Grundlage und den Charakter der neueren 
tragisch-dramatischen Musik in Frankreich. 
[Ibid. 

Ueber die Oper. Beurthlg. des Werkes: 
De I'opera en France (von F. II. J. Blaze, 
in Jahrb. der Literatur) Sonderabdr. Wien 
1821. 8«. [br. Mus. 

Er übersetzte G. Jones Geschichte der 
Tonkunst ins Deutsche. Wien 1821. 8«. 
227 S. [B. B. Musikfr. Wien. Briissel. 

In der Lpz. Ztg. Bd. 36, 117 ein Ar- 



tikel über die Gebrüder Müller. In der- 
selben Ztg. vielfache Urteile über seine 
Werke. 

Necrolog des grofsen Tonsetzers Herrn 
Abbe Max Stadler, herausgeg. von Diet- 
richstein. Wien 1864 Brauuaüller. [B. B. 

Die Tonkunst in Wien, während der 
letzten fünf Dezennien. Eine Skizze. In 
Stuttgarts Jahrbuch der deutschen Ton- 
kunst 1842. [Musikfr. Wien im Ms. 

Koinpositioncn : 

Missa in Dm. f. Chor u. Orch. [Mu- 
sikfr. Wien, soll 1871 makuliert sein]. — 
Messe in Cd. Ms. in Klosterneubiug. — 
Ebendort 1 Veni sancte im Ms. 

Sieh mein Aug, nach Zions, 4stim. P. 
gedr. [Berl. Singakademie. 

Der 120. Psalm, zu 2 Sopr. u. 2 Alt- 
stim. Wien, Steiner & Co. Part. [B. B. 
Hofb. Wien. Musikfr. Wien im Autogr. 
nebst dem G. Psalm. Darmst. 

— 2. Aufl. Wien,IIasliuger. [B.Kgsbg. 

Danklied an den Ewigen . . . aus dem 
9. Psalm für Gstim. Chor ohne Instrum. 
Wien, Ila-slinger. P. u. Stb. [Ilofb.Wien. 
Musikfr. Wien. Dresden. Proske-Metten- 
leiter. 

Hymne von Klopstock : Dank, Ehr und 
Preis f. 4 Singst. Comp. 7/5 1832. P. 
Autogr. 16486. [Ilofb.Wien. 

3 Hymnen aus dem Trauerspiele Brutus 
von Mathaeus von Collin. Mit Orchester. 
Wien. Steiner & Co. P. 81 S. in kl. fol. 
[Hofb. Wien. Musikfr.Wien. B.B. Proske. 
br. Mus. Einsiedeln. Darmst. 

Die Feuerprobe, Operette in 1 Akt. 
(Wien Dez. 1810, 16 mal wiederholt) Ms. 
P. [Brässel Cons. Hofb. Wien, Autogr. 
15747. 

Cyrus und Astyages, Oper in 3 Akten, 
1816 komp. 1818 in Wien aufgeführt, 
dann in Dresd. [Dresd. Oper Ms. P. u. 
Stim, Darmst. Hofb. Wien Ms. 16535. 

Die Eückkehr. Festspiel in 1 Akte. 
Ms. Stb. [Musik-fr. Wien. 

Die Horatier, Lyrische Tragödie in 3 Act. 
1844 (ohne Autor) P. Autogr. 16613. 

Salem. Eine lyr. Trag, in 4 Act. 
5/3 1813. P. Autogr. 18613. 

Die Annäherung des Feindes, Chor. P. 
18774. Autogr. 

Einleitung zu Collin's Feyer, comp. 
1811. P. 18773. Alle in Hofb. Wien. 

Tag und Nacht. Gedicht von Seydel, 
für 4 Singstim. mit Pfte. Wien, Has- 
liuger. P. kl. fol. 9 S. [Hofb. Wien. 
Musikfr.Wien. Amst. 

Die Wolken (für 4 Singst.). Beilage 
zur Wiener Musikztg. 1842, 1 Bl. [B B. 
MusiMr. Wien im Autogr. 



Mosel, Ignaz Franz. 



79 



Moser, Maunis. 



Abschied von Lilienfeld, für 2 S. 2 A. 
P. AutogT. [Musikfr. Wien.] — Ebendort 
noch: Morgenlied: Auch noch heute, f. 
2 S. 2 A. P. Autogr. — An Aphrodite 
und an Bacchos, f. Chor u. Orch. P. — 
Harmonia: Der Hpin verstummt, f. 8 Stirn. 
u. Orch. P. 

Hermes und Flora. Eine Cantate von 
Veith. Wien 14/6 1812. P. Autogr. 
15 744. [Hofb. AVien. 

Hygea an Wiens adelichen Frauen- 
verein. Wien 6,3 1814. P. Autogr. 
15 744. [Hofb. AVien. 

Aria (Yuoi per sempre) Yienna, Steiner 
& Co. qufol. 7 S. [Hofb. Wien. Mu- 
sikfr. Wien nebst 5 Arien aus Opern. 

3 Sanilg. je 6 Gedichte f. 1 Singst, mit 
Pfte. AVien, Steiner & Co. 13, 21 u. 
21 S. [Hofb. AA^ien. Musikfr. AAlen. 
B. B. : 2. Samlg. Dresd. Mus : 1. Samlg. 

Lieder mit Begltg. der Guitarre in ver- 
schiedenen Schauspielen gesungen. AVien, 
Steiner & Co. [Hofb. Wien. 

Das Lied der Mignon v. Goethe mit 
Pfte. AVien, Steiner & Co. [Dresd. Mus. 
B. B. : im A'^erlage von Cappi & Diabelli. 

Zur Heimath. — Maria an ihren Vater. 

— Dorothea s Lied. [Musikfr. Wien. 

26 Nin. „musikal. Arbeiten" für das 
k. k. Hofburgtheater. P, Autogr. 16554. 
[Hofb. AVien. 

2 Lieder im Ms. B. Dresden. 

KrönuDgs-Marschf.Blasinstr. P. 18632. 
[Hofb. Wien. 

Ouvertüre zur Oper Cyrus u. Ast>'ages. 
Part. Wien, Steiner & Co. fol. [B. ß. 
Musikfr. Wien noch die .Ouvert. zu Salem 
uud Ottocar f. gr. Orch. in P. Eiusiedeln. 

Six Duos p. 2 V. oe. 1. Amst., 
Schmitt. 2 Stb. [Lübeck. 

12 Menuetten und 12 Trios f. gr. Orch. 

— 12 deutsche Tänze uud 12 Trios nebst 
Codaf.gr. Orch. 1806. Stb. [Musikfr.AVien. 

12 deutsche Tänze mit 12 Trios und 
12 Menuetts mit 12 Trios f. Orch. P. 
16597. Dann ebensoviel in Hofb. AA'ien 
Mss. 18501 u. 18598. 

Er bearbeitete und übersetzte auch das 
Oratorium Jephta von Händel. Zürich. 
8°. [Einsiedeln. 

Im Autogr. B. B. Grasn. , Textüber- 
setzung nebst den Recitativen zu Mozart's 
Figaro. 

Mosel, Prosper, um 1806 Ka- 
nonikus in Klosterneuburg bei Wien; 

gab in den Jahren 1805—1807 meh- 
rere Instrumentalwerke heraus, wie Trios, 
Variationen u. a.. die in der Lpz. Ztg. 9, 
125 u. 10, 686 besprochen werden. In 



dem Samlwk. Künstlerverein ist ein Mosel 
aufgenommen mit A'ariationen über ein 
Thema von Diabelli für Pfte., fraglich 
welcher. 

Mosell (Mosel), GrioTanni Feiice, 

geh. um 1754 zu Florenz, Schüler 
seines Täters, der ein Schüler 
Tartini's war und später Schüler 
Nardini's. Trat schon mit 15 Jahren 
als Yirtuose auf, wurde in der Ka- 
pelle des Grofsherzogs Leopold von 
Florenz augestellt und 1793 als 
Nachfolger seines Lehrers erster 
Violinist und Musikdirektor (capo) 
in der Kapelle. Dies bestätigt ein 
Textbuch von 1795. Im Magazin 
von 1786 wird er „celebre Pro- 
fessore di Fiorenze" genannt. 1812 
war er in gleicher Stellung am 
Theater de la Pergola (Fetis nach 
Gervasoni's Nuova teoria di mu- 

sica p. 195). 

Fetis verz. 4 Samlg. Instrumentalmusik. 
Bekannt sind mir nur 6 Duetti per 2 Vio- 
lino und Sonata per V. e. B. in Stb. 
[Musikfr. Wien. 

Im br. Mus. ein Johann Felix Mosel 
mit ,.6 Gedichte für 1 Singstim. mit Pfte. 
AVien" c. 1810 qufol. 

Moser, Friedrich, geb. um 1767 
zu Berlin, betrieb die Musik nur 
als Dilettant und war geheimer 
Rat im preuTsischen Ministerium. 

Er schrieb imter den Buchstaben F. M. 
eine Biographie Rode's, betitelt: Pierre 
Eode; dedie ä ses amis. Berlin 1831. 
14 S. [B. B. 

Moser, Joseph, Bassist an der 
Hofkapelle in Wien mit 400 Gld., 
später 500 Gld. jährl. von 1726 
bis t 8. Juli 1750, 50 Jahr alt 
(Köchel 1). In Köchel 2, 230 wird 
ein Joseph Moser als Hofscholar 
an der Wiener Hofkapelle von 
1724—1729 erwähnt. Wahrschein- 
lich ist es derselbe. Der in der 
Lpz. Ztg. 8 als Komponist von 
Violinconcerten genannte Moser 
soll Moeser in Berlin sein. 

Moser, Maiirus, Mönch im Bene- 
diktinerkloster St. Trudpertus, wie 



Moses. 



80 



Mossi. 



der Titel aussagt, dagegen Fetis: 
im Kloster Beuedictbeuera in 
Baiern. Gab heraus: 

Cantiones sacrae ab 1 et 2 voc. c. Viol. 
necessariis ac 3 iustrum. ad lib. Lib. 1. 
Ulmae 1685 (1G8G) suiiipt. Dan. Gürlini, 
literis Matth. Wagneri. 32 Gesge. [ß. B: 
8 Stb. B.M: V 2. 

Viridarium nuisiciun, seu cantiones 
sacrae, 1 et 2 voc, c. V. Lib. 1. Ulmae 
168.Ö. [Paris Nat. 

Moses, Johann Oottlried, Or- 
ganist zu Auerbach, Kreis Zwickau, 
ist bekannt durch die Drucke: 

Versuch einiger Oden und Lieder . . . 
Lpz. 1781 Breitkopf. 10 Lieder. [B. Lpz. 
MusiJifr. "Wien. Brüssel Cons. 

Handbuch für Orgelspieler. 1. Till. 
Drcsd. 1785. [B. Lpz. B. B. 

— 2. Thl., Naumann dedic. Dresd., 
Hilscher. kl. (iu4". 21 und 23 S., das 
2. Buch des 2. Thls. Burney dedic. [B. B. 
B. "Wagener. Brüssel 2 Teile: Leipzig, 
Hilscher. ([ui^. 

Gerber 1 zeigt noch Einiges an. 

Mosi, . . . KapcHmeister an der 
Kirche St. Apustuli in Rom und 
Sänger in der päpstl. Kapelle, starb 
im April 1772 (Burney 1, 195). 

Mosmayr (Mosmaier, Moosmayr), 
Johann H(aptist?), war Hoforganist 
in München, seit etwa 1770 mit 
400 Gld., später nur 880 Gld. Ge- 
halt. Ist noch 1799 im Dienste 
(Kreisarchiv). 

Die B. M. besitzt von ihm 1. Tribula- 
tiones cordis mei 4 voc. c. 2 Clariuetti, 
2 Viole, c. org. Ms. 9 Stb. 2. Exurge 
Dne. — Alleluja, Veui Domiue 4 voc. mit 
gleicher Besetzung. Ms. in Stb. 

Mosmajr junior, vielleicht der Sohn 
des obigen, ebendaselbst um 1789 mit 
100 Gld. Gehalt als Hoforganist angestellt. 
Er lebte noch 1830. Die B. M. besitzt 
von ihm 1. AUemaude, Polonaise, Anglaise 
und 2 "Walzer f. Klav. 1803. Ms. — 
2. Sonata per il urgano, composto 1830. 
Ms. (fälschlich im Kat. der Bibl. unter 
J. B. Mosm. gestellt). 

Mosmayr, Marlin, war Priester 
und Hofmusikus um 1734 an der 
Münchener Kapelle (Kreisarchiv). 

Moss, John; Hawkins 4, 373. 
375 bezeichnet ihn um 1679 als 



Gambisten (Yiolaspieler sagt er) an 
der Kgl. Kapelle zu London. In 
5, 26 sagt er, dass sich im Samlwk. 
Treasury of music einige Gesänge 
befinden. Der Antiquar Alb. Cohn 
zu Berlin besafs 1878 folgendes 
Druckwerk von ihm: 

Lessons for the Basse- Viol on the Com- 
mon-Tuning, and many other New-Tunings: 
cont., Allnuins, Corants, Sarabands, Jigg 
Allmans; in all the usual Keys of the Scale 
of musick; together with a Thorough-Bass. 
Composed by John Moss, for the use of 
his scholars. Loud., printed by "VV. God- 
bid für tlio author, and are to be sold by 
Julin Playford . . . 1671. 2. voU. <iu4". 
Vorwort gez. mitSaraceus-Head, Nov. 1670. 
105 S. Musik. 6 Notenliuien mit Buch- 
staben-Notienmg, dai'übor Noten als 
Wertzeichen, eine Gambentabulatur. 2. 
Buch 105 Nrn: The Thor. -Base to the 
Lessons ou the Basse-Viol . . Typendruck. 
[Li Floi-enz B. n. auch ein Ex. 

In Locke's Samlwk. von 1673 vier 
Tänze für Klavier (Eitner 1). In Henr. 
Lawes' Select ayres and dialogues 1669 
Playford's Choice ayres 1679 einige Songs. 

Mossato, Alberto (Albrecht), 
Instrumentist an der Hofkapelle in 
München von 1582—89 mit 180 
Gld. Gehalt. Im Jahre 1586 be- 
siiciite er Italien. 1590 wird er 
mit Organist bezeichnet und ver- 
lässt München. Nach Lipovvsky 
war er aus Cremona geb. und 
schon 1556 (sie?) an der Hof- 
kapelle angestellt, von wo er dann 
in Ksl. Dienste trat (Kreisarchiv). 

Mosseder, Magister Franz Ru- 
dolph, w^urde 1768 Chordirektor 
an 8t. Aurelien zu Strafsburg und 
am 29. Aug. 1771 an 8t. Thomas 
ebd. bis c. 1786 (Lobstein 71. 95). 

Mossi, Oiovanni, geb. zu Rom, 
Schüler Corelli's, trat um 1720 
als Violinist und Komponist auf. 

Fetis verz. von ihm 4 Drucke: Kon- 
zerte und Sonaten für Violine op. 1. 2. 
4. 5 ohne Fundort. Bekannt sind mir 
1. 12 Concerti in 2 Heften für 2 V. 
obl. 2 Viola di grosso (zum 12 Konz. 
noch 3. u. 4 Viohno obl. und 3. u. 4 
Viola ripieno) Vcl. u. Bc. Amsterdam, 



Most. 



81 



Mosto, Giov. Batt. 



Le Cene. fol. [Rostock, br. Mus:V3. 
4. V 4. oblig.] 'J. Suuate a Violine e 
Violone e Cembalo, op. 1. Prima parte. 
Amst., Le Cene. qiifol. 12 Sou. [Dresd. 
Mus. Liepm. besal's eine Ausgabe : Anist, 
Boyer. Paris Nat. la. et II. parte, br. 
Mus.] 3. 12 Sonate o Sinfonie a V. solo 
con il Vcl. op. 5. Amst., Le Cene. Nr. 
542. qu40. 51 S. [B. Wagener. 

1 Sonate f. V. u. B. in Hare's Samlwk. 

1 Concerto in 6 Concerti, Samlwk. von 
Koger. 

1 Solo for a V. in Pagin's 6 Soli. fol. 
[br. Mus. 

3[ost, Fraiieiscus, ein Ziiikeu- 

und Posaunenbläser a/d. Hofkapelle 
in München, von etwa 1568 — 1573 
mit 180 Gld. jährlich (Kreisarchiv). 

Mostart (Mostaert), Darid, lebte 
als Notar um 1598 (f 1646) in 
Amsterdam und gab den Psalmen 
Davids von Dathenus eine Musik- 
unterweisung bei. Im Kataloge 
der Bibl. des Js. de Long Nr. 1219 
ist folgender Druck angezeigt: 

„De Psalmen Davids von P. Datbenus, 
geheel op Muzyk- Noten; met den Cate- 
cbismus en Ceremonien. Item körte 
ouderwysinge van de Musyk-konste en 
samenspreekiuge over bot misbniyk der 
Wijseu en des Siugens, door David Mos- 
taei"t, in Rym, opgedraagen aan de Ee- 
geering van Amsterdam. Amst, by Corn. 
Claesz, 1598. 12". 

In der Ausgabe von 1614 (Amst, Jac. 
Isbrantsz. Bos) tritt er aucb als Yerbesserer 
der Siugweisen auf und ist nur mit den 
Buchstaben D. M. angezeigt, doch ist sein 
Name im Vorworte genannt (Bouwst 2, 
111). 

Die Bibl. des niederländ. Musikvereins 
zu Amst. besitzt 2 Briefe von ihm mit 
D. Mostart 1629 gez. 

3[ostiers, . . . 

nur bekannt durch eine viej'st. Chan- 
sons im Sainlwk. Moderne's von 1541 f 
(Eituer 1). 

Mosto, Beriiardino (di, auch 
abgekürzt in B. D. M.). Auf dem 
Drucke von 1588 bez. er sich als 
Organist des Herzogs Ernst von 
Baiern, Kurfürst von Köln. An 
der Hofkapello zu Wien wird vom 
1. Aug. 1614—1616 ein Bernhard 
Mosto als Kammermusikus mit 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



20 Gld. monatl. verzeichnet, der 
wohl der obige sein könnte (Köchel 
1, 368). Bekannt ist von ihm eine 

Öamlg. 

Madrigali di . . . Nouamente composti . . . 
A 5 voci. Anversa 15S8 Phalesio & Bellero. 
5 Stb. (iu4». 21 Gesge. [B. M. 

2 Madrigale in alten Samlwk. (Eitner 1). 
In einem Orgeltabulaturbuche im Ms., B. 
Thorn (Lit. K. fol. Nr. 16) ist er unter 
den Buchstaben B. D. M. vertreten. 

Mosto Francesco, diente nebst 

2 Brüdern seit dem 2. Mai 1573 
der herzog]. Kapelle in München 
als Zinkenbläser und erhielt Weih- 
nachten 74 für ein Vierteljahr 
45 Gld. Empfing auch mehrere 
Gnadengelder. Im Jahre 1577 
fehlt er in den Listen (Kreisarch.). 
Im Samlwk. 1575a ein 2teiliges 
5stiin. Madrigal (Eitner 1). 

Mosto, (jrioYaiini Battista, detto 
da Udine, sein Geburtsort. In 
seinem Samlwke. von 1577 erklärt 
er, dass Claudio Merulo sein Lehrer 
war. Vom 7. Nov. 1580 bis 1. Mai 
1589 Kapellmeister am Dome zu 
Padua, diente dann dem Fürst- 
Kardinal Sigism.Bathori von Sieben- 
bürgen, wo er sich noch 1595 be- 
fand (siehe auch das 17. lib. von 
Monte's Madrig. von 1595) und 
ging darauf nach Mantua zum Be- 
suche; Canal 89 sagt, dass er 1594 
von Krakau (sie?) zum Besuche 
nach Mantua ging. Die Stellung 
in Padua und Siebenbürgen wird 
auch durch die Titel seiner Drucke 
bestätigt. Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

1578 ... II 1. lib. de Madrigali a 5 voci 
Con uu Ecco a dieci nel fine . . . Vineg. 
1578 Scotto. 5 Stb. 4". 23 Madr., davon 

3 von Merulo. [br. Mus. Bologna: CA. 

1584 ... n 2. lib. de Madr. a 5 voci 
. . . Ven. 1584 Vinconti & Amadino. 5 Stb. 
40. 20 Madr. [B. M. br. Mus. Modena 
fehlt T. Verona S. f.: C Bologna: B. 

1588 ... II 3. lib. de Madr. a 5 voci 
. . . Ven. 1588 Gardano. 5 Stb. qu40. 

21 Madr. [Modena. br. Mus. fehlt 5 a. 

6 



Müsto, Giov. Batt. 



82 



Motz. 



1595 ... II 1. lib. de Madr. a 6 voci 
. . . Ven. 1595 Gardano. ü Stb. 4». 21 
Madr. In der Dedic. sagt er, dass er 
schon viele .Taliro dem Fürst - Kardinal 
diene. [Proske. Modeua. Wolfenb: T. 

— Ausg. Anversa 1600 Pbalcsio. 6 Stb. 
40. [Brüssel. 

Er gab auch das Sanüwk. 1579 a heraus 
(Eitner 1): Corona de Madrigal! a 6 voci 
di diversi eccellent. musici . . . Lib. 1. 
Vineg. 1579 Scotto. Stb. 4". 21 Madr. 
(Reg. bei Vogel). [B. D. B. K. br. Mus: 
B. Venedig Marco: CA. Bologna: A. 

Ein früheres ist betitelt: II 1. fiore 
della (ibirlaiida niusieale a 5 voci Con uii 
Dialogo a noue. Di diversi eccellent. 
musici ... Vineg. 1577 Scotto. 5 Stb. 
40. 2S Madr. davon 4 \uu Mosto. Reg. 
bei Vogel 2, 42ü. [Bologna: C. A. 

15 italiea. Gesge. in alten Sanüwk. 
inclus. seines eigenen Samlwk. von 1579 
(Eitner 1), ferner in den Kaiulwken. Viu- 
centi's & Aina<lino's Musica de diversi 
auttori 1584: Mentre uel vostro 8 v. 
Amor io nioro, 9 voci. — In G. Vincenti 
De'floridi virtuosi 1592: Si)ira da la dolc' 
aria. — In Ainadino's Florindo e ai'milla 
1593: Resto il pastor. — In Ang. Gar- 
dano's Madr. pastoiali (ein Nachdruck von 
1594 a mit Aenderungen): Lieta negli 
occhi. — In Morley's Triumphs of Oriaua: 
Sweetly pleasing. 

Ms. B. L. Ivegina coeli 5 voc. Nr. 7. 

Für Laute arrangiert im Denis und 
Rüde. 

Mosto, Marc' Antonio, Kum- 
incrnuisikiis und Instniiiientist a/d. 
Hotka[)eJle zu Wien mit 15 Gld., 
später 18 Gld. monatl. Gehalt von 
1603 — 1612 und dann wieder vom 
1. Aug. 16U— 1616 (Küchel 1 und 
p. 127). 

Mota, Antonius de, Contraltist 
am 8t. Peter in Rom von 1471 
bis 1474 (Viertel]. 3, 237). 

Motettae, Anonymi im Druck, 
siehe die gedruckten Kataloge, wo 
sie entweder unter Anonymi oder 
im Register stehen, ferner Eitner 
1 und 2. 

In B. M. der spanische Druck: Motetos 
y obras diferentes al Santissimo y Nrä 
Srä. Heniandes Motriti sculpsit. 1 vol. 
40. 54 S. mit 2— 4 st. Gesgen. u. Bc. 

Iq Hds. sind sie auf öffentlichen Bib- 



liotheken zahlreich vertreten, verlieren 
aber durch die Anonymität au Interesse. 

Motliscliiedler, Friedricli Plii- 
lipi) Christian, geh. 17. Okt. 1774 
zu Heinrichs b. Suhl, 1808 Uni- 
versitäts-Musikdir. in Halle (Leipz. 
Ztg. 37, 700). 

Motley, liicliard, lebte im An- 
fange des 18. Jhs. wahrscheinlich 
zu London und gab heraus: 

A coUecliou of ayres, in 3 parts, cont. 
46 tunes in 8 sets. London 1701 W. Pe- 
arson. (jul". [br. Mus: Bassus, 1. Tieb- 
les d('fect. 

Motta, D. Artemio, geb. zu 
Parma, lebte um 1710 und gab 
nach Gerber 2 

X Concei-ti ä 2 V. A. Ten. Viola c 
Bc, op. 1 in Amsterdam heraus. Bekannt 
sind: Cantato a voce sola consacrate al 
morito sopragrande . . . Contessa Bernieii 
Riva ... Op, 2. Bologna 1704 Silvani. 
Dedic. in Parma untcrz. 1 vol. 4 Bll. u. 
92 S (Bologna. 

Motta (Motte), Daniel de, Teno- 
rist a/d. Hof kapeile zu Wien mit 
12 Gld. monatl. (iehalt vom 1. Dez. 
1564 bis zu seinem Tode am 
1. April 1590 (Küchel 1). 

Motte, Franz La, siehe La- 
niotte. 

Motte, Äfaistre Robert, Priester 
und Pfairer von Guarguesalle, 
Sänger der K. Kapelle Est. Michel; 
beteiligte sich 1573 an der Grün- 
dung des Concurses zu Evreux 
(M. f. M. 22, 190. Seite 205 ist 
sein Tod mit 1587 angezeigt). 

Motterus, CIi . . ., bekannt durch : 

Cithara germanicae querula una cum 
triumphali tuba sonante belgica. Arn- 
hemii 1G31. 4". ohne Autor. [Brüssel. 

Motte ux, PieiTe le, siehe Le 
Motteux. 

Motz, Oeor?;', geb. 1653 in 
Augsburg, studiert 1669 in Worms, 
geht darauf zur Musik über, wird 
Musikus beim Fürsten zu Eggen- 
berg, geht 1679 nach Italien, wurde 
nach 1680 in Krumau in Böhmen 
Organist, begab sich 1681 auf die 



Motz. 



83 



Moulinglien. 



"Wanderschaft nud fand endlich 
am 2. Febr. 1682 in Tilsit (in 
Prenfsenj als Kantor nnd Musik- 
direktor der Kgl. Provinzial-Schule 
eine Anstellung, avo er noch im 
Jahre 1724 lebte (Mattheson l, 
234, Abdruck im Gerber 2). Als 
Komponist soll er nur Geringes 
geleistet haben, nur als Schrift- 
steller machte er sich bekannt, 
worüber sich Mattheson lobend 
ausspricht und die Werke näher 
beleuchtet. Bekannt sind von ihm: 

Die veiiheidigte Kirchenniusie oder . . . 
Beweis, welcher gestalteu Herr . . . Chri- 
stiau Gerber, Pastor in Lockwitz (Losch- 
witz V) bei Dresden in seinem Buche uu- 
erkiuidte Sünden der Welt nennet ... da 
er von dem Missbrauch der Kirchenmusik 
geschrieben ... s. 1. 1703. 8». 154 S. 
[B.B. B.IIbg. B. Lpz. B. Wagener. 
Musikfr. Wien. Brüssel. (Vollständiger 
Titel bei Gerber 2, Jahreszahl und Seiten- 
angabe sind falsch). 

— Abgenöthigte Fortsetzung ... s. 1. 
1708. 208 S. iu 8«. [B. B. B. Wagener. 
Brüssel. 

Die Sclirift von Christn. Gerber befindet 
sich in der B. B. 

Das Ms. was noch Mattheson erwähnt, 
scheint verloren zu sein. 

Mouche, ... ein Pariser Kom- 
ponist, der 1796: 

3 Sonates p. le Clav. op. 1 und 1708: 
Le Flageolet d'amour av. acc. de Pfte. 
herausgab (Gerber 2). 

Mouchean (Moucean), Joannes, 
wird am 15. Nov. 1538—1539 
päpstl. Sänger (Viertel]. 3, 267). 

Mouchiet, Jacques, Sänger am 
Hofe Philipp des Schönen, der 
seit 1496 — 1501 zu Middelburg 
in Zeeland residierte (Sti"aeten 7, 
108. 178). 

Mouchy, F. . . D. . ., ein Pariser 
Komponist, den Gerber 2 im Jahre 
1796 erwähnt u. der in der B.M. mit 

3 Sonates pour le pfte. av. V. ad üb. 
oe. 2 de Sonates. Paris, Doisy, 2 Stb. 
vertreten ist. Im Jahre 1803 werden 
ohne Vurnamen Guitarrepiecen angezeigt. 

Mottcke, Francesco, lebte um 
1732. 



Im Ms. L315 der B. B. S. 15 ein 

Pauge lingua per B. e Cent., aus einem 
Florenzer Drucke von 1732. 

Mouill, Erasmus, Bassist an 
der Hof kapeile in Wien mit 12 
Gld. raonatl. von 1569 bis 1575 
(Köchel 1). 

Moulcls, John, ein Engländer 
der 2ten Hälfte des 18. Jhs. gab 

heraus : 

A collection of favorite songs, sung. . . 
at Eanelagh. London, fol. [br. Mus. 

The ßetrospector ; a collection of son- 
nets, cont. spring, summer, autumn, & 
wiuter . . . London, qufol. [br. Mus. 

Clarissa Harlow, or the histoiy of 
a young Lady, Consisting of 4 Ballads 
in different periuds of her life . . . the 
words by the author of the Suffering 
Negro. London, printed for G. Goulding. 
qufol. [br. Mus. 

Three . . . Sonatas for the harps. or 
Piauo Forte with an acc. for a V. Op. X. 
London, G. Goulding. fol. [br. Mus. 

Im br. Mus. noch 49 Einzeldnicke von 
Songs, Ballads u. a. 

Moulet, Joseph-Agricole, be- 
kannt durch eine 

Hynme a la liberte (Paris c. 1794) 
chez Fröre, kl. (ju80. [br. Mus. 

Mouliu, Ouillaunie du, 

„ Bdsticn da^ 

„ Romhaidt dii^ Sänger 

in der Kapelle der Statthalterin 
Maria von Ungarn, als sie 1551 
nach Spanien ging (Straeten 7, 431. 
Siehe Basticn du Moliu). 

MouHn, Jean du, siehe Molin, 
durch Ambros 3, 330 in Moulin 
verdreht. 

Mouling'hen (Fetis fälschHch 
Moulinghem), Jean-Baptiste, geb. 
um 1751 zu Harlem, bildete sich 
zum Violinisten aus, kam nach 
Paris und wurde um 1774 Mit- 
glied des Orchesters der Comedie 
italienne bis 1809, in welchem 
Jahre er pensioniert wurde. Er 
schrieb die Opera- Yaudeville ,,Nym- 
phes de Diane'^ und Instrumental- 
werke (Fetis). 

Bekannt ist nur eine Symphonie perio- 

6* 



Moulinie. 



84 



Mount Edgcunibe. 



dique DO. 1, ä giand orchestre. Paris 
BailloD. [Paris Nat. 

— Ein Bruder von ihm, Louis- Charles, 
um 1753 zu Harlem geb., ebenfalls Vio- 
linist, ging nach Brüssel und trat in die 
Kapelle des Prinzen Charles de Lorraine, 
später wurde er Musikdirektor bei herum- 
ziehenden Trappen. 1785 kam er nach 
Paris. Fetis verz. von ihm 7 Operetten, 
die er für verschiedene kleine Theater 
schrieb. Das br. Mus. besitzt von ihm: 

Sinfonia pöriodique ä piü stromeuti. 
Paris (1784). fol. 

Moulinie, Etieiiiie, geb. in 
Languedoc, kam 1G26 nach Paris 
und trat in die Kapelle des Her- 
zogs von Orleans als Musikdirektor 
(1635 im 3. Buche Airs nennt er 
sich Chef der Kapelle), später 
Avurde er städtischer Musikdirektor 
in Languedoc (Futis). Nuitter 29 
schreibt: Moulinier (sie?), Etienne, 
aus dem Hause Gaston, war ein 
gelehrter Musiker und Komponist 
von Airs auf Dichtungen von 
Perrin . . . Von seinen Kompo- 
sitionen sind nachweisbar: 

Missa pro defunctis 5 voc. Paris 1636 
Ballard. [Paris Nat. 

Ms. in Paris Nat. (Vm^ 1171 fol. 140 
bis 141) 1. bone Jesu. 2. Congratu- 
lamini. 3. Flores apparuerunt 5 voc. 

Airs avec la tablaturc de lutli de . . . 
Premier, Second, Troisicismo, Quatriesme 
et Cinquiesme livres. Paris, Pierre Bal- 
lard 1624-1635. 1 vol. in 40. [Brüssel 
2382. 

" — 1. livre von 1624. [Stadtb. in Be- 
sannen, br. Mus. 

— 5. livre von 1G35. 23 Piecen für 
1 Singst, mit Laute. [Paris Nat. Paris 
Arsenal. Paris Mazariue. 

Deuxieme livre d'airs de cour . . . 
Paris 1025. kl. (iu40. [br. Mus. 

Troisieme (quatrieme et cinquieme) 
livre d'airs de cour ä quatre (et cinc^) 
parties, par... Paris 1635 — 39 Pierre 
Ballard. 4 Stb. in quS". [Brüssel 2326. 
Das 3. u. 4. Buch besafs auch George 
Becker in Lancj-: Dessus u. B. 

Airs ä quatre parties avec la Bc. par 
. . . cy devant chef ordinaire de la musi- 
que de feu Son Altesse . . . le Duc d" 
Orleans et ä present Maistre de la musi- 
que des Estats de Languedoc. A Paris 
1668 Rob. Ballard. 4 Stb. kl. qu40 ä 



24 BU. [besafs G. Becker in Lancy: 
Dessus. 

Das Conservatoire zu Paris besitzt 
Melangos , Cantates und viele Motetten 
(im Ms?). 

Mersenue teilt 2 Airs in seiner Harm, 
univ. Bd. 2 S. 411 mit. 

Im 4. Theil der Arien Heiur. Albert's 
1651 ein Satz von ihm. 

Mr. Brenet führt in Les Concerts en 
France, 1900 p. 61 einen Bruder Etienne's 
an mit Vornamen Antoine^ der Ba.ssist 
von 1619 bis 1658 an der Kapelle des 
Königs und der Königin war. Etienne 
widmete ihm das 4. Buch der Airs de 
cour. 

3Ioulu (MouUu, Molu), Pierre, 
lebte im Anfange des 16. Jiis. u. 
war ein Schüler Josquin's (M. f. 
M. 3, 212). Ambros 3, 273 be- 
spricht seine Messen. Yon seinen 
AVerkcn sind bekannt: 

22 Gesge. in alten Sainlwken, (Eitner 
1). In Archadelt's Madrig. 3 voc. 1542 
die Motette: In hoc ego .sperabo fol. 13. 
Ilerm. Finck in seiner Practica musica 
teilt das 1. Kyrie der Messe „ToUo jnoras 
placido'' aus der Missa duarum facierum 
ohne Autor mit (nach Ambros). Im Cod. 
39, Ms. der Cap. sistina zu Rom: 1. 
Missa Alma redeinpt. 4 (5) voc. 2. Cod. 
55, Missa super Missus est 4 voc. und 
Missa Stephane gloriose. 3. Cod. 38, 
Yulnerasti cor 5 voc. — Im Chorbuche 
C2G5 der B. Leiden dieselbe Mot. Vul- 
nerasti. — In li. Froske Ms. 773 Nr. 1 
die Missa duarum facierum 4 voc. — In 
B. Cainbral Ms. 3 Nr. 6 Missa saus 
pause, ist dieselbe Messe wie A deux 
villaiges ou plus (Coussem. 6, 28). — In 
B. Kassel. Ms. 4. 24, 4 Stb. von 1550 
Nr. 67: Domine dominus noster 4 voc. 
— In Bolwjna im Ms. Kat. 2, 342, 16. Jh. 
nur Teuor. Kat. 3, 3 ein Chorb. des 
15. Jhs. in kl. 4". Bl. 1 „Jay" Text fehlt, 
3 voc. Bl. 80, Quam pulchra es 4 voc. 
Bl. 92, Salve reg. 4 voc. Bl. 99, In illo 
tempore 4 voc. Bl. 111, O dulcis amica 
Del 4 voc. — In B. Zw. Ms. 16, 87 
Quam pulchra es. 

3Iouiit Ed^cuuibe, Kicliard, 

Earl of (Fetis fälschlich Edgecumbe), 
geb. 13. Sept. 1764, gest. 26. Sept. 
1839. Ein tüchtiger Musikdilettant, 
trat als Komponist der Oper „Zenobia'' 
auf, aufgef. 1800 im King's Theater zu 
London und schrieb das Buch: Musical 



Mouque. 



85 



Eeminiscences of an old amateur, cluefly 
respecting the Italiau opera in England 
frora the year 177B to the present time. 
London 1827 W. Clarke, (2. Ausg., die 
erste erschien s. 1. 1823). 12". [B. Brüssel. 
br.Mus. Oxford Bodl. 

3 Auo-. vermeliii bis zum Jahre IhJb, 
ib. 1828r 120. [ß.B. Briissel. br.Mus. 

4 Ausg. vermehrt mit der Beschrei- 
bung des Händelfestes 1834. Lond. 1834. 
12". [R. C. of Mus. Glasgow, br. Mus. 
Bibl. Davey in Brighton. 

Fetis teilt Einiges über den Inhalt mit. 

Movique (Moucque, Mocque), 
Antoine, ein Vikar, soll in Ost- 
ende im 17. Jh. geb. sein u. starb 
gegen 1723 ebd. Sti\aeten bringt 
zahlreiche Dokumente an verschie- 
denen Orten aus denen sich er- 
giebt, dass er schon vor 1688 Or- 
ganist au St. Donatien in Brügge 
war u. 1692 Sangmeister in Ost- 
ende mit 540 livre jahrl. Gehalt. 
1722 wird er daselbst als Priester 

genannt. 

Eo"-er zeigt 1706 Motetten von ihm 
an, auch im Kat. der Kirche St. Walburge 
in Audenarde ist er mit Kompositionen 
verz. (Straeteu la, 40. 1, 212. 220 ff. 
5 '>19 '^-^l) 

' Moiira, P. Jos6 Luiz Oomes 

de, geb. in Pousad eures in Portu- 
gal, trat 19/3 1763 in den Orden 
der Operarios ein und starb 1817 
zu Coimbra. Vasconcellos verz. 
zwei Abhandlungen über den Ri- 
tual-Gesang der katholischen Kirche. 
Moura, Pedro Alvares de, 
Kanonikus a/d. Kathedrale Lamego 
zu Coimbra.' Lebte einige Zeit in 

Rom. 

Yasconcellos verz. 1 Buch Motetten zu 
4—7 Stirn. Romae 1594 apud Nie. Mutium, 
und ein Buch Messen im Ms., einst m 
der Lissaboner Bibl. befindlich. 

Mouraii, ... 

ist im Echo ou Journal 1758 und 59 
mit Piecen vertreten. 

Moureau, siehe Merean. 

Mourerseyk, (xerard, ist am 
23/2 1702 als ein die „Musicam 
docef' an der Universit. zu Lej^den 
eingeschrieben (Bouwst. 3, 4). 



Mouret. 

Moiiret, Jean-Joseph, geb. zu 
Avignon 16. April 1682, gest. 22. 
Dez. 1738 in der Charito zu Cha- 
reuton. Bildete sich zum Musiker 
aus, kam 1707 nach Paris und 
fand bald darauf eine Anstellung 
bei der Herzogin du Maine. Auf 
dem Titel von 1714 heilst es: 
„Ordinaire de la musique de la 
duchesse du Maine". Er kompo- 
nierte Opern, Ballets, Divertisse- 
ments u. a. Später erhielt er auch 
in der Kgl. Kapelle einen Platz, 
wurde Direktor der Concerts spir- 
tuels und Komponist a/d. Comedie 
italienne. Die beiden letzteren 
Anstellungen verlor er 1736 und 
der Tod der Herzogin beraubte 
ihn auch dieses Amtes (Fetis 
Näheres). Von seinen Kompo- 
sitionen sind nachweisbar: 

Les amours des dieux, Opera-ballet en 
4 entrees et un prologue, repres. 16/9 
1727. Paris 1727 Boivin. [Paris Fopera 
in 3 Ausg. Paris Nat. C.P. br.Mus. 
Modena. Darmst. . 

Les amours de Ragonde, Comedie lyn- 
nue en 3 act. (30. oder 31/1 1742). Paris, 
chez la veuve Mouret. Part, trägt den 
Titel- Ragonde ou les Soirees de viUage. 
— Ausg. Amst., Le Cene. qu40. Part. 
[Paris Fopera beide Ausg. Paris Nat: 
Ausg. Amst. C.P. Pariser Ausg. Dresd. 
Mus. Pariser Ausg. 

Ariane, tragedie lyrique en 5 actes et 
un proL, repres. 6/4 1717 Pfis 1718 
J B Chrstph. Ballard. qu40. P. [Paris 
l'opera. Paris Nat. C.P. Dresden. 
Brüssel, br. Mus. 

\rlequin Pluton. Comedie du nouveau 
theutre italien. Avec une Vaudeville de 
la Comedie : Le jeu d'amour, compose . . - 
et un Menuet du bal d'Auteuil compose 
par Miio Marie Anticr. Paris (1719) P. 
kl. 40. 10 Bll. [Hof b. Wien. 

Des divertissemens du nouveau theätre 
italien. Paris, 6 Stb. qu4«. [Glasgow. 

Les festes de Thalie. Opera-ballet^ en 
3 actes et un prologue, repres. 19/8 1714 
Paris 1714 Chrstph. Ballard. 1 vol. qu4". 



spi 



[Paris l'opera, auch im Ms. mit den 
^i,äteren Entrees die ebd. 1727 erschienen. 
Paris Nat br. Mus. nebst dem nouvelle 
Entree- La Proven^ale, ib. 1722. qu40. 
B Hbg. C. P. Rostock nebst einer nou- 



Mouret. 



86 



Mouton, 



velle entree, 1714 und 2 anderen: Cari- 
selli und La veuvo 1715. Brüssel Cons: 
Les festes ou le Triomph de Thalie, mit 
den Entrees : La Critique ... La veuve 
Coquette. La Proven^-ale und der neuen 
Ausg. von 1720. 

Les Graces, ballet heroi'que en 3 aet. 
et 1 prolog., repres. 5/5 1735. Paris, 
gravee. F. [Paris l'opera, Druck u. Ms. 
Paris Nat. C. P. br. Mus. Brüssel Cons: 
Paris chez veuve Mouret. 

Pan et Doris. Pastorale. Paris (1738). 
qu40. P. [br.Mus. C. P. 

Pirithoüs, Trag. lyr. en 5 act. et 1 
prol. .., repres. 17/1 1723. Paris gravo 
Louis Hue, chez Tautour. qu4". [Paris 
l'opera. Paris Nat. Drcsd. Mus. C. P. 
Brüssel. 

La Proven^ale, Entree zu Les festes 
de Thalie. 

Le teniplo de Guide, pastorale eu 1 
act. repres. 14/10 1741. Ms. P. [Paris 
l'opera. Paris Nat. C. P. 

Trioniphe de Italic, Ballet 1714. [C. P. 

Le triomphe des sens, Op. -ballet en 
5 entröos et 1 prol. repres. 5/(j 1732. 
Paris (s. a.) chez la veuve Mouret. [Pai-is 
Nat. Paris l'opera im Druck u. Ms. 
C. P. B. B. und B. G. Ausg. von 1718 
nur Singst, n. Ix 1 vol. in 4*^. br. Mus. 
Ausg. 1732. Darm.st. Biüssel Cons: 
Paris, chez l'auteur. 

Ei)italame, cantatille franyais. Paris. 
P. qui". [l»r. Mus. 

L'amour et riiyinen. Epitalamo . . . 
Gravee par Le Sr. Ilue. Paris chez la 
veuve Mouret. qu8". [br. Mus. 

Hjmne a l'aniour. Cantatille fran^-. 
. . . Gravee par Mlle. Louise Roussel. 
qu8''. [br. Mus. 

Lcda. Cantatille fraucj-oise . . . Gravee 
par Mnie. Leclair. Paris chez Ye. Mad. 
Mouret. qu8''. [br. Mus. 

Motets ä 1 et 2 voix, av. simphonie . . . 
Nr. 5. G. Graves p. Labassee. Paris 1742 
Veuve Mouret. fol. [br. Mus. 

Le Racomodement. Cantatille . . . Gr. 
parMme. Leclair. Paris, veuve Md. Mouret. 
quS^. [ib. 

Eagonde, ou la soiree de village, mise 
en mus. par feu Mr. Mouret. . . Gr. par 
le Sr. Ilue. Paris, veuve Mouret. quS". [ib. 

Airs serieux et ü boire. A une et 
deux voix. Avec des acconip. Se vend 
ä Pai'is che l'auteur. Paris 1719. [Paris 
Nat. br. Mus. 

— a. Aufl. von 1738. qufol. [Dresd. 
Mus. 

— 2. recueil. D'airs . . . Paris, l'auteur. 
qufol. [Dresd. Mus. Paris Nat. von 1719. 



— 3. Livre d'airs serieux et u boire, 
et de plusieurs parodies bachiques. Paris 
1727 l'auteur. (Er nennt sich hier „or- 
dinaire de la mus. de la chambre du 
roi-'. Euth. 1- u. 2stim. Chans, mit Bc.) 
P. qu40. [Dresd. Mus. Paris Nat. Mo- 
dena. 

Im br. Mus. noch 4 Cantatille, gedr. um 
1740 zu Paris, grav. par Mme. Leclair 
und Le Sr. IIüc. (iu8'^. 

Im Conservat.^ zu Paris noch einige 
Bde. Musique d'Eglise, Cantatos u. Can- 
tatilles (im Ms?) 

Pougiü giebt eine Liste von 52 Opern, 

Mourtois, Jean, ein Komponist 
aus der 1. Hälfte des 16. Jhs., der 
im Ott 1587 mit einer zweiteiligen 
vierstim. Motette vertreten ist 
(Kitner 1). 

Mouschct, Jacques, um 1492 
bis 95 Sänger der hohen Messe in 
der Kapelle der Maria von Bur- 
gund, Avelchen dann Maxmilian I. 
in seinen Dienst nahm (Stracten B, 
218). 

Moufs, Adrian, ein Sänger a/d. 
Hofkapello zu Dresden zu Regier 
Michael's Zeit, c. 1590 mit 150 (Jld. 
Gehalt (s. Staatsarchiv). 

Mouteroii, . . . bezeichnet sicli 
selbst mit Dilettant und gab 1780 
eine Samlg. Airs in Paris heraus 
(Magazin). 

Mouton, ... der Lautenist, Seh iiler 
von Gaultier (von welchem ist nicht 
bestimmbar), lebte am Ende des 
17. Jhs. zu Turin, ging darauf 
mehrfach nach Paris 1675, 1678 
wegen eines Prozesses und siedelte 
dann gegen 1700—1720 ganz nach 
Paris über. 1678 wohnte er zu 
Paris in der rue de l'Esperon 
(Weckerlin, Kat. p. 485. Viertelj. 2 
siehe Reg. Walther erAvähnt ihn 
nur als Herausgeber von 4 Lauten- 
büchern, die La Coste in Amster- 
dam, Nachfolger Roger's, in seinem 
Kataloge anzeigt. Auch Le Sage 
de Richce erwähnt seiner 1695). 

Nur Weniges hat sich von seinen einst 
weitverbreiteten Kompositionen erhalten : 



Mouton, Jean. 



87 



Mouton, Jean. 



Im Couservat. zu Paris befindet sich das 
Samlwk: Recueil des plus belies pieces 
de lut des meilleurs niaitres, sur les 14 
modes de la musif[ue, savoir sept en 
bemol, et sept en becare. Ms. qul2. Nach 
Weckerliu um 1725 geschrieben. Enthält 
18 Lauteupiecen von Mouton, 17 von 
Gautier u. a., siehe Weckerlin Kat. 486. 
Im Conservat. auch das Porträt M.'s, gra- 
viert durch Edelinck nach einem gemalten 
Bilde von De Troy. 

In der Nationalb. Paris, Ms. Vm 2660, 
qu40, auch einige Piecen von M. — In 
B. Augsbg., Lautenb., c. J759 geschrieben, 
mit und ohne Begleitung als Duo, Trio, 
Quartett, Quintett etc. Einiges von M. 

Herr Ad. Lindgren in Stockholm besitzt 
im Stich „Pieces de Luth sur differents 
modes. Paris, l'auteur." 17. Jh., mit dem 
hds. Vermerk: Paris lo 27 Febr. l'an 
1699. Den Piecen geht eine Abhdlg. über 
Lautentabulatur voran. [Auch in B.Kgsb. 
mit der Bemerkg: (Amst., Roger & Mortier.) 
fol. 64 S. S. 2—5 ein AvertissementJ). 
Beschrieben mit Facsim. des Titels und 
1 Tousatze in M. f. M. 23, 4 f f . 8 Ton- 
sätze in moderner Notation. 

Mouton, Jean, liiefs eigentlich 
Jemi (Je HoUin<)iie, dit Mouton. 
Holliugue ist wahrscheinlich sein 
Geburtsort, der unweit Metz in 
Lotlu'ingen liegt, doch bezeichnet er 
sich auch mit dem Orte „Samera- 
censis'' was Samer bei Boulogne 
ist. Er lebte zu Paris, wo ihn 
auch Glarean kennen lernte und 
sprach (S. 320, in der Uebersetzg. 
S. 279) und befand sich als Sänger 
im Dienste Louis XII. und Franz L, 
war also im 15. Jh. geboren und 
starb am 30. Oktob. 1522 als Ka- 
nonikus von Thorouanne im Kol- 
legium zu 8t.-Quentin, wo er auch 
in der dortigen Kirche begraben 
liegt. Fetis teilt neben den obigen 
Nachrichten auch den Wortlaut 
des Grabsteins mit. Ambros 3, 
262. 278. 282 wiederholt es, ebenso 
Thoinan 84 u. 91. Valdrighi 12, 
46 teilt ein Dokument mit. Von 
seinen Werken sind bekannt: 

Missanini Joanuis mouton. | Liber pri- 
mus. I Missa sine nomine. | Alleluya. | 
Alma redemptoris. | Item alia sine nomine. 



I Regina meanxm. ] Am Ende des Bassus: 
Impressum Forosempronii per Oct. Pe- 
tratium . . . Anno Dni. 1515. die 11 
Augusti ... 4 Stb. qu40. [br. Mus. Hof b. 
Wien fehlt B. B. B. fehlt A. Fetis zeigt 
eine Ausg. von 1508 an, die in der Pariser 
Nationalbibl. liegen soll, da aber nur die 
Tenorstim. vorhanden ist, so fehlt die 
Druckfirma und die Annahme von 1508 
kann nur mutmafslich sein. 

In alten Samlwken. 93 Gsge. aller 
Gattung von 1505 — 1572 (Eitner 1, man 
verbessere und setze hinzu S. 740: Gaude 
virgo Katharina 1534 h steht im Bassus 
Gombert als Autor. S. 741 Nesciens 
inater steht auch 1534 d im Attaingnant 
fo. 5. S. 742 lies Puer natus est nobis . . .). — 
p]in Messen- und Motetten -Samlwk., nur 
Tenor bekannt, ohne Druckfirma, be- 
schrieben in M. f. M. 23, 141 ff. einige 
Messen und Mot. von Mouton. — In einem 
Samlwk. ohne Titel von 1558 (M. f. M. 
24, 157) eine Missa super Quem dicunt 
1559. Chorbuch. — In Scotto's 3. lib. 
delle Muse: Le grant desir, 3 voc. 

Für Laute arrangierte Gesänge im 
Barbetta, Hans und Melchior Newsidler 
und Ochsenkuhn. 

In neuen Ausg. 4 Gesge. (Eitner 2), 
und in Smith's Musica antiqua: amica 
mea. 

Die B. M. besitzt ein Blatt in fol., be- 
titelt: Carmen 4 voc. (En venant de 
Lyon) ex una fluentium, quibus alias 
12 . . . Fuga addebat Petrus Massenus 
Moderatus. Aug. Vind. 1548 Kriesstein. 

In Mss. B.B. 14800 in K. Christus 
resurgens 4 v. — FiJiae Jerusalem 4 voc. 
(aus der Ambraser Samlg.) P. — Ms. 
17226, Salve mater 4 v. P. Letzteres 
auch in Musikfr. Wien. 

Mss. in B. M. Ms. 1 fo. 31 Missa de 
Almania (Regina mearum) 4 v. — Ms. 4. 
Missa Tua est poteutia. Missa Dittes-moy. 
M. Benedictus 4 voc. — Ms. 5, Missa 
Alleluja 4 v. — Ms. 11 wie Cod. 1 u. 5. 
— Motetten in 92. 127. 132. 202. 204 
ohne Text. — Hymnen in 202 u. 132 
(siehe Kat.) 

Mss. B. Proske, 17 Gesänge in alten 
Hds. siehe Kat. AIV., siehe auch Ms. 940. 

Ms. Basel Fx 1—4 Nr. 116: Adieu 
amours 4 voc. 

Ilo/h. Wien., Missa de Almania 4 v. 
alte Sign. I, 37. Tua est potentia 5 voc. 



Sign. 1, 40. 



7 vierstim. liturg. Gesge. 



ohne Bl in Ms. 15941 Nr. 7, 14, 17, 22, 
24, 27, 33. — Ms. 18825, 4 Stb. 5 Ton- 
sätze Nr. 1—3. 6. 7. 

Capeila sistina in Rom 1. Missa Dictes 



Mouton, Jean. 



88 



Moy. 



moy toutes vos pensees, 4 v. 2. Missa 
Alma redempt. 4 v. 3. Missa Verbum 
boiium 4 V. 4. M. Tu est Petrus, 5 v. 
5. M. sine nom. 6. M. Tua est potentia 
4 V. Ave Maria 5 v. und noch 14 Ge- 
sänge , siehe theinat. Kat. von Haberl 
S. 151. 

Ms. B. Br. 1. Angelus ad pastores. 
2. Salva nos Doniine. 3. Verbum bonum. 
4. Verbum cai'o factum est. 

Mss. Leiden^ G Chorbücher, darin 
Missa super Faulte d'ai'gent. 2 Magni- 
ficat, und die Mot: Tua est potentia. 

Ms. B. Florenz Marjliabccch. Nr. 58, 
10 Gesge. zu 4 St., verz. in M. f. M. 9, 
34. Nur die Gesge. unter a und i sind 
nicht im Druck bekannt. 

Ms. 3 Nr. f) in B. Cambrai: Missa 
Sans cadence 4 v. Ms. 124 Nr. 73/74 Quam 
pulchra es und Missa Tua potentia 4 voc. 
Stb. 

Im hr. Mus. Ms. 103 in Paititur mit 
dem Titel nach einem Druckwerke: Joannis 
Mouton Sameracensis (V), musici [iraestau- 
ässimi, selecti aliquot ModuH, et in 4, 5, 
6 et 8 vocum harmoniam distincti. Lib. 1. 
Parisiis 1,555. Kojjie des 18. Jhs. — In 
Ms. 174 p. 301 in Part: 

Miseremini mei und Cutis niea. Ms. 
222 u. 225 Ko|)ien von Burney. Ms. 403 
eine Motette zu 5 St. Ms. 630 drei Mo- 
tetten. 

Mss. in Bologna (Kat. 3, 3) unter 
Giovanni Moton 14 lateinische Gesge., 
dabei eine Lectio und Magnificat, Codex 
des 16. Jbs. — Kat. 2, 341: 4 Stb. 16. Jh. 
Nr. 6 Inter natos mulionira. Nr. 12 
Veni .sancte. Nr. 27 Usquequo Dne. 
obliviscere. 

Ms. Codex IG. Jh. Autiphonae etPsalmi 
(Motetti) in Verojuu Domkapitel : In diebus 
illis. Suscipe domine. 

Ms. Chorb. des 16. Jhs. in Modena, ein 
Samlwk. von Me.ssen und Motett. zu 4/5 
Stim., darunter 5 von M. 

Ms. B. Zw. IG, 43: Ave Maria. 

Ms. B. Rostock in einem Samlbd. in 
P. Nr. 7, La nouvelle messe sur: a deux 
visaige ou plus. Nr. 8 Missa sur Nigra sum. 

In Valderravano's Lautenbuch von 1547 
einige arrangieite Gesge. 

4 Gesge. in neuen Au.sg. (Eitner 2). 

MoAiiis, Kaspar, bezeichnet 
sicli mit ,,LGontinus Marchiciis''' u. 
mit Theolooiae Studiosus, dann mit 
Subrector an der Scliule zu Stral- 
sund 1636 u. f. Von seinen Kom- 
positionen kennt man : 



Psalmodia sacra nnva, d. i. Geistlicher 
Concerten newes "\Vej-ck, darinnen aufs- 
erlesene teutsche Kirchen-Gesänge vnd 
Hymni sacri, mit 3. Stimmen vnd dem 
General-Bafs enthalten werden . . . Ro- 
stock 1636 Joh. liaUervord. 4 Stb. 40. 
30 Gesge. mit 4 Magnificat. |B. Br. 
B. D. 85. 

Ilymnodia sacra d. i. Newe geistliche 
Concerten, dai unter schöne biblische 
Sprüche, und aiifserlesene . gebräuclüiche 
Kirchen-Gesänge, mit 2 Stimmen und 
dem Basso cont. . . (2. Aufl.) Sampt einem 
Ap])endice, darinn etliche Hochzeit: Ehren: 
und Frewden Lieder 3 vocum, verfeitiget 
von . . . Rcstock 1639 Ilallervord. 3 Stb. 
40. I B. lllig. B. D. 85. B. Frkft. fehlt Bc. 

Triumphus musicus spiritualis: d. i. 
Newe geistliche Trium[)h Lieder, Dai'unter 
aiifsorlesene deutsche Kirchen -Gesänge, 
trostreiche Psalmen, vnd andere schöne 
biblische Spiniche; mit 6. vnd 8. Stimmen 
sampt dem Bc. . . Ib. 1640. 9 Stb. in 4». 
10 Gsge. [B. Elbing 9 Stb. B. D. 86: 
Cl. AI. 2. T2. Bl. Bc. B. B. 8 Stb. 
B. irbg. 8 Stb. fehlt AI. B. L: Tl. Bc. 
Stockholm: B2. br. Mus: fehlt Bc. 

Ehren Liedlein zur Hochzeit II. G. 
Gesii. Rostock 1633. [B. Hbg. 

Ms. 0. Sign, in B. B. 8 Stb. in 4". 
llds. von Gräffenhain 1643, Nr. 183 Nun 
dancket alle Gott, 8 voc. — In B. Br. in 
Mss. 7 deutsche geistl. Gesge. (s. Kat.) 

Ms. B. Kgsbg. Motette 7 voc. (2 Singst. 
u. 5 Instnim.) „AVol dem, der ein tugend- 
sam Weib hat." Caspari Movii Stralsund 
1676. 40. 7 Stb. Ein 2tes Exempl. be- 
titelt: Concertus 7 voc. 8 Stb. 

Mowcr, R. . . 

Im Ms. Add. 5665 des br. Museum, 
ein Samlwk. des 16. Jh.s. (1510/11), aus 
117 Gesängen bestehend, kommt obiger 
Autor mit 1 Gesge. vor. 

3Ioy, Louis de. In der Uni- 
versitätsbibl. zu Eostock befinden 
sich folgende Werke: 

1. Le petit Boucquet, de frise Orien- 
tale, contenant quelques Chansonnettes 
musicales, pour touchor du Luth join 
deux Violes des Gambes par . . . mules 
vois: et autres Paduanes pour le Luth et 
Violons communes, avec diverses pieces 
fort faciles pour toucher du Luth seul, 
nouvellement compose par le Musicien or- 
dinaire . . . 1631. 4". 

2. Airs de cour ä trois parties, nou- 
vellement composee . . . Embden 1632. 8". 

Da auf der Rückseite des Titelbl. von 
Nr. 1 das fürstl. hessische u. ostfriesische 



Moyana. 



89 



Mozart, Leopold. 



"Wappen eingemalt ist, so diente er wahr- 
scheinlich, an diesem Hofe. 

Moyana, Pietro, Lebenszeit im- 
bekannt, ist in der 

Bil)l. der Musikfr. zu Wien mit .,Emma 
di fondi-', Melodramma iu 1 atto. Kl.-A. 
vertreten. 

Moyeii, J. .. N. .., war a/d. 
Hofkapelle Louis XIY. Spieler der 
Taille de Yiolon = Tenor Viola 
(Castil-Blaze 146 n. 147). 

Moyne , Jean - Bapt. Le und 
Gabriel, siehe Lemoyne. 

Moyiiy (Metin), Noe de, Altist 
a/d. Hofkapelle in Wien mit 12 
Gld. monatl. vom 1. Dez. 1564 bis 
1572 (Köchel 1). 

Moyreaii, . . . Organist zu Orleans, 
bekannt durch 

oeiivres I., oe. V., pieces de clavecin 
avec ou sans accompt. Paris, 1754 chez 
Mlle. Mangean. [Paris Nat. B. AYagener 
ohne Jahreszahl oe. 1. 2 BlI. u. 57 S. 

Moysard, Michel, Klarinettist 
an der Oper in Antwerpen, geb. 
um 1777 zu Orleans, gest. 14. Juni 
1824 zu Antwerpen (Gregoir, Panth. 
6, 48). 

Mozart, spätere Frau vo?i Bercht- 
liokl ■x.u Somienburg^ Maria Anna 
Walburga Ignatia (Nannerl in 
der Familie genannt), Schwester 
W. A. Mozart's, geb. 30. Juli 1751 
zu Salzburg, gest. 29. Okt. 1829 
ebd., trat 1762 u. f. Jahre mit 
ihrem Bruder gemeinsam als Yir- 
tuosin auf, komponierte auch, gab 
Klavierunterricht u. heiratete 1784 
obigen Salzburgischen Hofrat und 
Pfleger zu St. Gilgen. 1801 kehrte 
sie als Wittwe nach Salzburg zu- 
rück u. hatte ihr reichliches Aus- 
kommen. 1820 erblindete sie. Sie 
fand in Salzburg grofse Anhäng- 
lichkeit (Jahn 1, 133). 

Mozart, Johann Georg Leopold, 
Yater des AY. A. Mozart, geb. 14. 
Nov. 1719 in Augsburg, gest. 28. 
Mai 1787 zu Salzburg. Durch 



eigene Kraft and festen "Willen 
arbeitete er sich aus einer unter- 
geordneten Stelkmg zu einem an- 
gesehenen Manne empor. Als 
Knabe war er Discantist am Kloster 
St. Ulrich und zum hlg. Kreuz in 
Augsburg und versah später den 
Organistendienst. Unter grofsen 
Entbehrungen studierte er Jura 
und ging deshalb nach Salzburg. 
Da er aber nach vollendeten Stu- 
dien keine Anstellung finden konnte, 
trat er als Kammerdiener in den 
Dienst des Grafen von Thurn, Dom- 
herr in Salzburg. Er hatte stets 
die Musik eifrig gepflegt u. zeich- 
nete sich besonders als Yiolin- 
spieler aus, so dass ihn der Erz- 
bischof von Salzburg 1743 als 
Hofmusikus anstellte, später zum 
Hofkomponisten und 1. Violinisten 
und 1762 zum Yicekapellmeister 
ernannte. Schubart rühmt ihm 
nach, dass er sich um die Musik 
in Salzburg grofse Verdienste er- 
worben habe. In den früheren 
Jahren war er als Komponist sehr 
fieifsig und schuf in allen Musik- 
forraen, als aber sein Sohn als 
Komponist auftrat, wollte er in 
keiner Weise mit ihm in Con- 
currenz treten (Jahn 1 , 1. 13). 
Durch seine Yiolinschule aber, die 
erste ihrer Art, erwarb er sich einen 
Welti'uf (ib. 14). Am 21. Nov. 
1747 verheiratete er sich mit Anna 
Maria Pertiin (Bertiin) (ib. 24). 
Nach Peregrinus war er von 1777 
bis 1787 Yicekapellmeister und 
Klavierlehrer am Kapellinstitute 
am Dome. (Bnff, Ad: Moz.'s Augs- 
burger Vorfahren. Zum 5. Dez. 
1891. Sonderabdruck a/d. Zeit- 
schrift des bist. Vereins f. Schwaben 
u. Neuburg. 18. Jhg. 1891.) Seine 
Violinschule zeigt ihn als einen 
gewandten und logisch gebildeten 
Schriftsteller. Seine Ausdrucks- 



Mozart, Leopold. 



90 



Mozart, Leopold. 



weise ist klar und verständig. Er 
sagt nicht mehr wie er sagen 
nuiss. Die Anordnung des Lehr- 
stoffes ist musterhaft und da er 
kein Vorbild hatte: genial. Die 
historische Einleitung ist allerdings 
schwach, so schwach wie die seiner 
Nebenmänner, sobald er aber in 
die Gegenwart tritt, beherrscht er 
seinen Stoff in überraschend klarer 
Weise. Die Beschreibung der da- 
mals gebräuchlichen Streichinstru- 
mente ist von grofsem Wert, 
ebenso diejenige der Verzierungen, 
die noch dadurch besonders klar 
gemacht werden, dass er die Aus- 
führung in Noten darunter setzt. 
Man ersieht übrigens daraus, dass 
jeder einst mit grofser Willkür 
verfiiiir und sie auf sehr verschie- 
dene Weise ausführen konnte. An 
Etüden ist das Werk arm, doch 
war dies auch nicht sein Zweck. 
Sehr charakteristisch ist der Aus- 
spruch im 4. Hauptstücke S. 92 
(2. Aufl.) „Hier sind die Stücke 
zur Hebung. Je unschmackhafter 
man sie findet, je mehr vergnügt 
es mich: also gedachte icli sie 
nämlich zu machen." Heber seine 
Klaviersonaten urteilt Faifst (Cae- 
cilia 26, 82): M. steht dem Stile 
Em. Bach's ziemlich fern u. seine 
Sonaten nähern sich viel mehr 
denen der folgenden Periode. Man 
meint in der That schon seinen 
grofsen Sohn zu hören, so stark 
ist die Aehnlichkeit im Ausdrucke 
und in der Form. Von seinen 
Werken sind bekannt: 

Missa solemnis 4 voci 2 V. 2 Clarini, 
Va. Timp. 2 Coini c. org. 14 Stb. im 
Ms. [B. M. 

Messe iu C. und 1 Offertor. f. Chor 
und Orch. Ms. P. [Musikfr. AVieu. 

Parasti in conspoctu, Offertorium, 4 
voc. 2 V. 3 Pos. Bc. Ad. P. Ms. 15000. 
[B. B. 

Mss. im Dome zu Salzburg: 1 Offer- 
torium (Ad.), 1 Missa brevis (Ad.) 3 Li- 



taneien breves (G. B. Esd.) für 4 Singst. 
2 V. 2 Hörn. B. u. Orgel, die eine Litanei 
noch mit oblig. Posaunen. 

Ms. im Mozarteum, Autogr., Litania 
de venerabili, April 1762. 

Pignus futurae gloriae, fuga duplex in 
diapason 4 voc. c. Bc. Dd. P. Ms. 9875. 
[B. B., auch im Autogr. 

Die von Gerber 1 und 2 angeführten 
Opern „Semiramis''' und Bastien und 
Bastienne sind von W. A. Mozart (Jahn 
1, 11). 

Aria: "Weicht, zweifelnde Klagen, für 
Ten. und Instr. Autogr. in P. [Musikfr. 
Wien. 

So straft Herodes die Verräther, Arie 
f. Ten. mit Orch. P. Autogr. 10 Bll. 
gr. qu40. Ms. 16543. [Hof b. Wien. 

Jagd Sinfonie für 4 V. 2 Violen, 4 
Hörner, Bass und Kiigclbüchsen. Ms. 
Stb. [Musikfr. Wien. 

1 Sinfonie f. ,KIavier in Breitkopfs 
Samlwk. 10. 

18 Sinfonioii, thematisch vorz. in Ca- 
talogo di Br. & H. PI. 1762 p. 22. 
Suppl. I, 17G() p. 14, Suppl. X, 177.5, 
ji. 3. Die letztaugeführto in Gd. ist 
siiiiter in Part, gestochen und fälschlich 
AV. A. Mozart zugoschrioben (Br. & IT. 
Nr. 12). — 1 Divertimento a 4 instr. in 
Dd. ebd. Sui)pl. II, 1767 p. 11. 

Coucerto per il Clarino solo c. ström. 
Aug. 1762. F. im Autogr. []]. M. 

6 Divertimenti a 2 V. e Vcl. 3 Stb. 
im Ms. [B. M. 

Der Morgen und der Abend den In- 
wohnern der Hochf. Residenz-Stadt Salz- 
l)urg melodisch und harmonisch ange- 
kündigt. Oder 12 Musikstücke für das 
Ciavier, deren eines täglich in der Vestung 
Hohensalzburg auf dem sogenannten 
Hammerwerke Morgens und Abends ge- 
spielet wird . . . sammt einer kurzen Ge- 
schichte . . . der Vestung . . . Augspurg 
1759 Job. Jac. Lotters seel. Erben. 6 von 
L. Mozart, 5 von J. E. Eberlin und 1 
anonym, [besafs einst Schletterer in 
Augsburg. 

Musikalische Schlittenfahrt arrangiert 
für das Pfte. Lpz., A. Kühnel. 9 Seit. 
[B. Wagener. 

Im Autogr., B. B., Grasn : 1 Aria, 4 
Briefe u. sein Porträt. Auch Herr Felix 
Moscheies in London besitzt ein Autogr., 
wahrscheinlich eine Partitur. 

In Bossler's Samlwken. 5 u. 13 niu' 
mit Mozart gez., daher fraglich von wel- 
chem. — In Marpurg's kritischen Briefen 
4 Bde. 17.59—60 einige Klavierstücke. 

Vei'sucli einer gründlichen Violin- 



Mozart, Leopold. 



91 



Mozart, "Wolfg. Amad. 



schule, entworfen und mit 4 Kupfei"taf. 
sammt einer Tabelle versehen. Im Ver- 
lag'B des Verfassers. Augsburg 1756 Joh. 
Jac. Lotter. 4». 8 Ell. 264 S. 4 Taf. 
1 Notentaf. 4 Ell. Reg. [E. E. B. Hbg. 
E. Dresd. E. Wagener. Salzburg. Mu- 
sikfr. Wien. 

— Violinschule, Vorbericht 17.56. 3 
Ell. u. 183 S. 1 vol. fol. Autogr. [E.E. 

— 2. Aufl. 1769 (1770). Augsp., Lotter. 
40. [E. B. B. Wagener. Auch von 1770 
in B. B. Proske. Brüssel. Bologna. 

— 3. Aufl. 1787 vermehrt. Ib. [B. 
Hbg. B. Wagener. E. Lpz. Einsiedeln. 

— 4. Aufl. 1791. Frankf. u. Lpz. 
[B. E. Dresd. Musikal. R. C. of Mus. 
Einsiedeln. 

— 4. Aufl. (?) 1800. Augsbg. bei 
Lotter & Sohn. [Salzburg. 

— M. u. J. Pierlinger: Theoretisch u. 
praktische Violinschule. 1. Thl. Wien 
1801 Täubel. 4P. [E.E. Musikfr.Wien. 

— Neue umgearbeitete Violinschule. 
Lpz. 1804 Hoffmeister & Kühnel. fol. 
[besafs einst Liepm. 

— Neue theoret. u. prakt. Violinsch. 
Ein Auszug von Schiedermayr. Hanibg., 
Böhme, fol. [E. E. 

— üebersetzuugen: Groudig ouderwys 
in het behandelen der Viool. Met 4 pl. 
enz. Haarlem 1766. 4". [Amsterd. 

— Methode raisonnee pour apprendre 
a jouer du Violou, trad. de Tallem. par 
W. Roeser. Paris (1770) Le Menü. fol. 
89 S. Am Ende 12 Duos f. 2 V. [be- 
safs Leo Liepm. 

3 Klaviersonaten in neuen Ausg. (Eit- 
ner 2). 

Mozart, Wolfgang- Amadeiis 

(Theophiliis) geb. 27. Jan. 1756 zu 
Salzburg, gest. 5. Dez. 1791 zu Wien. 
Schon mit 5 Jahren zeigten sich 
seine wunderbaren Anlagen für 
Musik. 1762 ging der Vater schon 
mit der Tochter Maria Anna, 
Nanneil genannt (geb. 30. Juli 
1751 in Salzburg) und Wolfgang 
nach München und stellte sie als 
Virtuosen dem Kurfürsten vor; am 
19. Sept. desselben Jahres nach 
Wien (Jahn 1, 36). 1763 im Juli 
begab sich der Vater mit seinen 
beiden Wunderkindern abermals 
auf die Reise, ging durch Süd- 
deutschland, Belgien, Frankreich, 



England, Holland, Schweiz und 
kam erst im Nov. 1766 wieder 
nach Salzburg (über den Aufent- 
halt in England siehe Pohl). Gegen 
Ende des Jahres 1767 reiste 
Mozart mit seiner ganzen Familie 
nach Wien, dort brachen die 
Blattern aus und Mozart flüchtete 
nach 01m ütz, doch wurden dennoch 
beide Kinder davon befallen. Nach 
der Rückkehr nach Wien war ihm 
aber das Glück nicht günstig, auch 
die vom Kaiser selbst bei M. be- 
stellte Oper „La fiuta semplice" 
wurde durch feindliche Gegen- 
strömungen nicht aufgeführt (88). 
Bastion u. Bastienne wurde da- 
gegen privatim in Wien aufgeführt 
(113). M. wird in Salzburg vom 
Erzbischof 1769 oder 1770 zum 
Konzertmeister ernannt. Die Zeit 
der Ruhe wird fleifsig zum Studium 
benützt (173). Anfangs Dezember 
1769 reiste Vater und Sohn nach 
Italien (183). 8. Juli 1770 erhielt 
er vom Papste das Ordenskreuz 
vom goldenen Sporn; Gluck und 
Dittersdorf besafsen denselben Or- 
den (204). Mozart fehlte es zu 
sehr an Selbstgefühl, um wie 
andere seinen Vorteil daraus zu 
ziehen (205). Auch von der Aka- 
demie filarmonica in Bologna 
wurde er am 10/10 1770 als Mit- 
glied aufgenommen (207). 18/10 
war er in Mailand und schrieb 
auf Bestellung die Oper Mitridate, 
re di Pento in 3 Akten, Text von 
Cigna-Sarti, die am 26/12 über 
die Bühne ging (215). Im März 
1771 waren sie wieder in Salz- 
burg. Die Bestellung einer Sere- 
nata für Mailand führten Vater 
und Sohn am 21. August 1771 
wieder dorthin. Im Dez. waren 
sie wieder zu Hause. Der Erz- 
bischof von Salzburg st. am 16. 
Dez. und zum Nachfolger wurde 



Mozai-t, "Wolfg. Aniad. 



92 



Mozart, Wolfg. Ainad. 



Hieronymus Joseph Franz von 
Paula gewählt, der sich in der 
Geschichte der Musik eine traurige 
Berühmtheit gesichert hat (227). 
Ende Oktober 1772 reisten sie 
wieder nach Mailand und langten 
am 4. Nov. an. Wolfgang kom- 
ponierte dort die Oper Lucio Silla, 
die am 26/12 aufgeführt wurde 
(231). 1773 waren sie in Wien, 
wahrscheinlich um für Wolfgang 
eine Stellung zu suchen. 1774 
wurde er aufgefordert für Mün- 
chen eine komische Oper zu 
schreiben. Er reiste im Dezember 
dorthin und am 13/1 1775 war 
die erste Aufführung der Oper La 
fiuta (jiardiniera. Sie gefiel sehr 
(237). Am 7. März 1775 war er 
wieder in Salzburg. Trotzdem der 
Erzbischof zur selben Zeit auch 
in München war und viel Kompli- 
mente über Mozart zu hören be- 
kam, so waren dieselben doch 
nicht im stände seinen harten 
Sinn zu ändern. Noch in dem- 
selben Jahre erhielt M. den Auf- 
trag die Festoper // rc pastore zu 
komponieren (239). 1777 kündigte 
er dem Erzbischofe den Dienst u. 
reiste in Begleitung seiner Mutter 
am 23. Sept. nach München. Hier 
erwartete er eine Anstellung oder 
Aufträge (2, 41), doch vergeblich. 
Am 11/10 gingen sie nach Augs- 
burg. Den 28/10 nach Hohen- 
altheim, 30/10 nach Mannheim, 
wo er bis zum 14/1 1778 blieb 
und durch die vorzüglichen Mu- 
siker, wie durch das in seiner Art 
damals einzige Zusammenspiel des 
Orchesters ungemein viel lernte. 
Am 23/3 war Mutter und Sohn 
in Paris. Nur einmal kam er 
nachweislich mit einer Sinfonie 
im Concert spirituel zu Gehör, alle 
anderen Bemühungen missglückten 
(2, 256 ff.). Ende Juni 1778 ver- 



lor er seine Mutter, seine treue 
Begleiterin in Paris durch den 
Tod. Seite 297 weist Jahn nach, 
dass er bereits während des Pariser 
Aufenthaltes in betreff der Oper 
von „der reinen italienischen Lehre" 
abgefallen war und sah in Gluck 's 
und Grt'try's Bestrebungen, welche 
die französische Oper reformierten, 
die Wege vorgezeichnet, die er 
zu gehen habe. Am 26. Sept. 
1778 vorliefs Mozart Paris, nach- 
dem er am Salzburgerhofe wieder 
als Konzertmeister mit 500 Gld. 
angestellt war (312. 321). Statt 
aber gleich nach Salzburg zu 
fahren, geht er nach Strafsburg u. 
dann nach Mannheim. Dort war 
man eifrig bemüht den Verlust 
des Hofes und der Kapelle in 
anderer Weise zu ersetzen, und 
war besonders Freiherr von Dal- 
berg darin thätig. M. war voller 
Hoffnung eine Stellung zu finden, 
wurde auch mit schönen Ver- 
sprechungen hingehalten, Avährend 
der Vater in Angst und Sorge in 
Salzburg auf seinen Sohn wartete 
und ihm einen Brief um den 
andern sandte mit der Aufforde- 
rung, schleunigst nach Hause zu 
kommen. Statt dessen reiste er 
mitdem Reichsprälaten von Kaysers- 
heim über Kaysersheim nach Mün- 
chen, wo er am 25. Dez. anlangte. 
Hier hielt ihn die seit dem ersten 
Mannheimer Aufenthalte gefasste 
Liebe zu Aloise Webet\ Tochter 
des Notenkopisten, der nun nach 
München versetzt war, fest, doch 
sie wies ihn jetzt kalt ab (345). 
Dies beschleunigte seine endliche 
Abreise nach Salzburg, wo er am 
7. Jan. 1779 anlangte. Von all 
den schönen Hoffnungen mit denen 
er auszog, war keine in Erfüllung 
gegangen. Endlich erhielt er von 
München den Auftrag für den 



Mozart, Wolfg. Aniad. 



93 



Mozart, Wolfg. Amad. 



Karneval 1781 eine Oper zu 
schreiben. Der Abbate Varesco 
in Salzburg verfasste den Text zu 
Idonieneo und Schachtner in Salz- 
burg übersetzte ihn ins Deutsche, 
so dass drei Salzburger für Mün- 
chen arbeiteten (421). Anfang 
Xov. 1780 reiste er nach Mim- 
chen, am 29. Jan. 1781 fand die 
Aufführung statt, zu der auch 
A'ater und Schwester gekommen 
"waren. Ueber den Erfolg der 
Oper ist nichts auf uns gekommen 
(444 ff.). Mitte 31ärz traf ihn der 
Befehl von München nach "Wien 
zu kommen, wohin sich der Erz- 
bischof von Salzburg schon Ende 

1780 begeben hatte. Mozart, am 
16. März in ^Yieu angelangt, em- 
pfand nun hier das abhängige Ver- 
hältnis um so mehr, da ihm der 
Erzbischof jede Gelegenheit ab- 
schnitt sich selbständig hören zu 
lassen, ihn überhaupt in merk- 
würdiger und gehässiger Weise 
behandelte, während ihn die übrige 
Weit auf Händen trug (3, 1). Das 
A'erhältnis erreichte schliefslich 
einen Grad von Erbitterung auf 
selten Mozart's, dass es nur eines 
Tropfens bedurfte, um das volle 
Gefäfs zum Überfhefsen zu bringen. 
Die Trennung muss Anfang Mai 

1781 geschehen sein (3, 17). Schon 
im Juli wurde ihm der Auftrag 
die Oper Belmoute und Constanze 
(Entführung) für Wien zu kompo- 
nieren (3, 44). Auch hier traten 
allerlei Kabalen dazwischen, bis 
sie endlich am 12. Juli 1782 auf 
ausdrücklichen Befehl des Kaisers 
gegeben wurde. Sie hatte grofsen 
Erfolg (3, 69), trotzdem dass eine 
Gegenpartei viel Lärm während 
der Aufführung machte. Sie wurde 
im Laufe des Jahres 16 mal ge- 
geben bei immer vollem Hause. 
Selbst Gluck sagte Mozart Ange- 



nehmes u. lud ihn zu Tische ein. 
M."s Neigung zur Schwester seiner 
ersten Liebe, Konstauze, trieb zu 
derselben Zeit mächtig Wurzel u. 
trotz des Vaters Abraten und 
Warnen stürzte ei' sich kopfüber 
und heimlich hinein und heiratete 
am 4. Aug. 1782 (Jahn 3, 157). 
(Ueber das Leben seiner Schwä- 
gerin Aloyse Lange, seiner ersten 
Geliebten, siehe Jahn 3, 140.) Da 
er keine Aussicht hatte in Wien 
eine feste Stellung zu erlangen, 
so beschloss er nach England zu 
gehen, worin ihn die damals in 
Wien lebenden Engländer Kelly 
und Storace bestärkten. Der Vater 
M.'s that jedoch sein Aeufserstes 
ihm die Idee auszureden, doch 
war die Absicht nach England zu 
gehen doch bis zu des Kaisers 
Ohren gelangt und er ernannte 
ihn am 7/12 1787 zum Ksl. Kam- 
mermusikus mit 800 Gld. Gehalt 
(3, 185). Unterricht erteilen und 
konzertieren musste das Uebrige 
beschaffen (193 ff.). Seine Sorg- 
losigkeit und Gutmütigkeit ver- 
setzte ihn oft in die unangenehm- 
sten Geldverlegenheiten und wenn 
er auch nicht über reiche Mittel 
zu verfügen hatte, so wären sie 
doch bei guter Oekonomie aus- 
reichend gewesen. Als der Vater 
ihn im Jahre 1785 in Wien be- 
suchte, rechnete er aus den Ein- 
nahmen des Sohnes während der 
Zeit aus, dass er mindestens 2000 
Gld. auf die Bank legen könne. 
Er wusste nicht, dass sein Sohn 
gerade in dieser Zeit sich in den 
grofsten Geldverlegenheiten befand. 
Wie das möglich war, ist unbe- 
greiflich (Jahn 3. Ausg. 1, 831 ff.) 
1786 am 1. Mai kam sein Figaro in 
Wien zur Aufführung (4, 184 ff.). 
1787, 29. Oktober in Prag der 
Don Juan (4, 296 ff.; siehe Don 



Mozart, Wolfg. Amad. 



94 



Mozart, Wolfg. Amad. 



Juan von Freisauf. Salzbg. 1887, 
M. f. M. 19, 157). 1789 machte 
er Kunstreisen nach Leipzig und 
Berlin. In Berlin bot ihm Fried- 
rich Wilhelm 11. eine Stellung mit 
3000 Thlr. an, er schlug sie aus, 
um bei seinem Kaiser zu bleiben 
(4, 468 ff. Ueber den Erfolg der 
Reisen giebt ein Aitikel in Less- 
mann's Musikzeitung 1899 Nr. 28 
bis 36 von R. Geliert wertvolle 
Beiträge.) 1789, 26/1 kommt 
Cos/' fem tutii in Wien auf die 
Bühne (488). 9. Okt. 1790 geht 
er nach Frankfurt a/M. und hofft 
seiner geschwächten Kasse dort 
aufzuhelfen, denn er hatte in AVien 
nur noch zwei Schüler, und mit 
den Konzerton wollte es auch nicht 
mehr gehen 
er nach München 



Von Frankfurt ging 
In seiner Not 



griff er z[im Acufsersten u. mel- 
dete sich beim Magistrat von AVien 
als Adjunkt des kränklichen Dom- 
kapoUmeisteis Hoffmann. Der Magi- 
strat willigte am 9. Mai 1791 ein, 
dass er Hoffmann unentgeltlich 
vertreten könne und sichert ihm 
nach dessen Tode die Stelle als 
Nachfolger zu (3, 190). Im Früh- 
jahre 1791 übernimmt er die Kom- 
position zu Schikaneder's Zauber- 
flöte (4, 562). Mozart führte bei 
demselben ein vergnügliches Leben 
(564). Im Juli erhält er den Auf- 
trag eines Unbekannten ein Re- 
quiem zu schreiben. Heute wissen 
wir, dass es Graf von Walsegg zu 
Stuppach war, der es dann als 
seine eigene Komposition ausgab 
(565). Auch die Festoper zur 
Krönung Leopold IL Avurde ihm 
aufgetragen (Titus, 567), die am 
6. Sept. 1791 in Prag aufgeführt 
wurde. Die Musik gefiel nicht. 
Schon krank, kam er nach Prag. 
Mitte Sept. kehrte er leidend nach 
Wien zurück und vollendete die 



Zauberflöte, die am 30. Sept. zur 
Aufführung gelangte. Anfangs ge- 
fiel sie wenig, erst nach u. nach 
gewann sie das Publikum lieb u. 
am 22/10 1795 kündigte Schika- 
neder schon die 200. Vorstellung 
an. Jetzt warf sich M. mit Eifer 
auf die Komposition des Requiem's 
und lehnte alles ab, was ihn darin 
störte (679). Sein krankhafter Zu- 
stand verschlimmerte sich, er sah 
sein Ende vor Augen und fühlte, 
dass er sich sein eigenes Rociuiem 
schrieb. Seine Frau nahm ihm 
die Arbeit weg und zog ihn in 
Zerstreuungen; er erholte sich auch 
wirklich scheinbar u. leitete noch 
am 1.5/11 eine Aufführung in der 
Loge. Das Requiem wurde wieder 
hervorgeholt, doch schon nach 
einigen Tagen bemächtigte sich 
scinei" wieder die trübe Stimmung 
und das Gefühl, er sei vergiftet. 
Seine Ki'äfte nahmen sichtlich ab, 
es trat Geschwulst an Händen und 
Füfsen ein. Soweit es möglich 
war komponierte er am Rc({uiem 
und besprach sich mit Sül'smayr 
meln-fach darüber (684). Am 5. 
Dez. 1791 starb er an den Folgen 
einer Gehirnentzündung (685). Das 
Begräbnis wurde auf die billigste 
Weise eingerichtet und er erhielt 
nur ein sogenanntes Massen -Grab; 
am Tage der Beerdigung war so 
schlechtes Wetter, dass selbst die 
wenigen Freunde, Avelche den Sarg 
begleiteten, schon am Stubenthor 
umkehrten. Kein Freund stand 
an der Gruft, als man die Leiche 
hinabsenkte. Als die Wittwe 
später das Grab besuchen wollte, 
fand sie einen neuen Totengräber, 
der ihr das Grab nicht zeigen 
konnte und alles Suchen war ver- 
geblich (687). Die Wittwe hei- 
ratete 1809 Georg Nie. Nissen. 
1820 zogen sie nach Salzburg, wo 



Mozart, Woifg. Amad. 



95 



Mozart, Wolfg. Amad. 



sie am 6/3 1842 starb. Von Mo- 
zart's Söhnen Karl und Wolfgang 
wurde der ältere österreichischer 
Beamter in Mailand, wo er 1859 
starb. Anfangs widmete er sich 
dem Kaufmannsstande, trieb dann 
eine Zeitlang Musik, spielte gut 
Klavier und leitete im Hause des 
Oberst Casella die musikalischen 
Aufführungen. Der jüngere wurde 
Musiker, Klavierspieler und Kom- 
ponist, geb. 1791 und starb 1844 
in Karlsbad. Er nahm nur eine 
bescheidene Stellung als Musiker 
ein (4, 741. Genaueres in Joh. 
Ev. Engl's Studien ü. Moz. 2. Folge 
Salzbg. 1894 S. 4 ff.). 

Mozart's Werke sind durch L. von 
Köcbel (Chrouolog. - theniat. Verz. Lpz., 
Br. & H. 1862, gr. S». 551 und Nachtrag 
1889, 32 S.), so vortrefflich und voll- 
ständig mit genauer Quellenangabe ver- 
zeichnet, nnd die Gesamtausgabe seiner 
"Werke bei Br. & H. giebt aufserdem 
noch so ausgiebige Quelleu - Nachweise, 
dass ich nur auf diese 2 Werke hinzuweisen 
brauche. Die Kgl. Bibl. zu Berhn u. a. 
Bibl. besitzen zwar manche erste Ausgabe 
seiner "Werke, doch sind dieselben in der 
Gesanitausgabe so sorgfältig benützt, dass 
die Ausgabe allen Aus]n-üchen genügt. 

Nur auf einige Nachträge mochte ich 
noch aufmerksam machen: 

Sonates jjour le clavecin, qui peuvent 
se jouer avec l'acc. de violon, dedies ä 
Mme. Victoire de France, par J. ü. "Wolf- 
gang Mozart de Salzburg, age de sept aus. 
Oeuvre 1. Gravee par Mme. Vendome . . 
ä Pai-is ("Weckerlin 3, 277 mit Abdrack 
der Dedic. Köcliel S. 28). 

Die Oper: Bastion et Bastiene im 
Autogr. in Briissel 2815. 

Mitridate, Oper, P. im Autogr. 85 BU. 
1770. [Herr J. E. Cornish in Manchester. 

Autographe in der Hofb. AYien im 
Köchel und im Nachtrage nicht verz. oder 
mit alter Signatur versehen: 

Beispiele zum Unterricht in der Kom- 
position, im Jahre 1784 eigenhändig einem 
Schüler (Jahn 3, 197 sagt einer Schülerin, 
der Niclite des Abbe Stadler) aufgeschrie- 
ben. Zum Ted Autogr. 20 BU. quful. 
17 559. 

Die Missa brevis, Fd., Köchel 192, ist 
Ms. 17044, qufol. 



Ave verum corpus 1791, Köchel 618, 
ist Ms. 18975. 

Missa solemnis Cd. 1780, Köchel 337, 
ist Ms. 18975. 

Quartett f. FI. V. Va. Vcl. 1778, Köchel 
298, ist Ms. 17 560, nur 6 BIl. in qufol. 

Eequiem, 99 BU. qufol. 2 Hefte, Ms. 
17561. Skizzen u. Fragm. 3 Bll. in kl. foL, 
Ms. 16474. 

Verzeichnis der Biographien, Biblio- 
graphien, Schriften, Zeitungsartikel u. a. 
über Mozart: 

Älherti, C. E. R., Raphael und Mozart. 
Eine Parallele, Vortrag zur Feier des 
lOOjähr. Geburtstags Mozart's am 28. Jan. 
1856 gehalten. Stettin 1856 von der 
Nahmer. 8«. 44 S. 

Andrt\ A., Thematischer Catalog wie 
M. solchen von 1784—1791 eigenhändig 
geschrieben hat, nebst erläuterndem Vor- 
bericht. Offenb. (1805) Andre. 40. [B. B. 

— Revidierte Ausg. mit Portr. ib. 8*^. 
1828. [B. B. 

— Thematisches Verzeichniss derjenigen 
Originalhds. von M., welche Hofrath Andre 
in Offenb. a/M. besitzt. Offenb. 1841. 8». 
[B. B. 

Arnold ^ Ignaz Ferd., M.'s Geist. Seine 
kurze Biografie u. aesthet. Darstellung 
seiner Werke. Erfurt 1803. kl. 8". 12 
u. 452 S. [B. B. 

Biographie de Mozart. Lille 1859. 16*^. 

Biograpliische Skizze von . . . Moz., 
nach richtigen Quellen bearbeitet. Salz- 
burg 1837 Oberer. 12" mit Portr. 

Bitter, C. H., M.'s Don Juan u. Gluck's 
Iphigenia in Tauris. Ein Versuch neuer 
Uebersetzung von . . Berlin 1866 Schnei- 
der, gr. 80. V u. 487 S. [B. B. 

Boiubct, L. A. C. (ist Henri Beyle), 
Lettres ecrites de Vienne en Autriche sur 
le celebre compositeur Jos. Haydn, suivies 
d'uue vie de Mozart . . Paris 1814 Didot. 
8». [B. B. Musikfr.Wien (nach Carpani's 
Haydine). 

— The lives of Haydn and Mozart . . 
trauslated from the french (by Rob. Bre- 
win). Lond. 1818. 8«. [R. C. ofMus. 

Buchner, W. : Mozart, ein Lebensbild. 
Lahr 1870 Schauenburg. 16". 121 S. 

Buff, A., M.'s Augsburger Vorfahren. 
Augsburg 1891. 8». 

Glirysander, Fr., Die Oper Don Gio- 
vanni von Gazzaniga und M. In Vierteil'. 
Bd. 4. 

Courxon, siehe Lettres. 

Gramer, Ch. Fr., Auecdotes sur ... 
Traductes de l'allemand par . . . Paris 
1801 l'editeur. 8". [B. B. 

De)ine-BaroH, Dieudonne. Moz. pai" . . . 



Mozart, Wolfg. Amad. 



96 



Mozart, Wolfg. Amad. 



Extr. de la Nouv. biogr. generale de Didot. 
Paris 1861 Didot. 8". 

Döring^ Dr. Henri, Biographie und 
Charakteristik. AVolfenbüttel s. a. 4». 15 S. 

— W. A. Moz., par le Dr. . ., traduc- 
tion de rallemaud par C. Viel. Paris 
1860 Bohne. Brux., van Meeueu. 9fi. 

Engl, J. Ev., Moz. in der Schilderung 
seiner Biographen, in seinen körperlichen 
Erscheinungen im Leben und im Bilde, 
nebst Mittheilgen. Mit 5 Beilg. Salzbg. 
1887. 8». 

— Festschrift zur Mozart -Centenar- 
feier in Salzburg 1891. Salzbg., Dieter. 
8». 123 S. mit Port. (M. f. M. 24, 14). 

— Studien über M. Salzbg. 1893 Selbst- 
verlag. 8«. 23 S. (M. f. M. 25, J82). — 
2. Folge ib. 1894 (ib. 2Ü, lÜO). — 3. Folge 
ib. 1895 (ib. 27, 171). 

Engel, Karl, Die Don Juan -Sage auf 
der Bühne. Dresden u. Lpz. 1887. 8». 

Epstein, Th., Don Giovanni v. M. Eine 
Studie zur Oper auf Gnindlage des da 
Ponte'schen Textes nebst einer verbess. 
Uebersetzg. des letzteren. Frankfurt a/M. 
1870 (Offenb., Andre). 8". 10 u. 137 S. 
[B. B. 

Ergebnisse der bisherigen Forschungen 
über die Echtheit des Mozart'schen Re- 
quiem's von Gottfr. Weber. In Sehott's 
Caecilia 182G. 8*^ (siehe auch Mosel, 
Sievers, Stadler u. Weber). 

Erinnertmg an das erste Sängerfest 
der Mozartstiftung, gehalten zu Frankft. 
a/M. den 29. und 30. July 1838. gr. 4» 
mit 2 Litogr. u. 2 Musikbig. 

Erin}icrungsblättrr an M.'s Säcularfest 
im Sept. 1850 zu Salzbuig. Mit dem 
Facsim. einer musikal. u. briefl. Hds. M.'s. 
Siüzburg 1856. IG». [Dresd. B. B. 

Fischer, Jos. . . ., Eine biogr. Skizze, 
sowie zwei bisher unbekannte Briefe M.'s 
(Vater) von . . . Kaiisbad (1889). 8». 
[B. Dresd. 

Fitgcr, Arth., Mozart-Album. Original- 
Zeichnungen pliotogr. 1. Serie. Don Juan. 
Berlin 1867 Grieben, fol. 6 Bll. 

Fleischer, Dr. Osktu', Mozart, mit 2 
Bildern. 33. Bd. der Gcisteshelden. Ber- 
lin 1900 E. Hofmanu & Co. 8". 

Freisaiif, E. von, M.'s Don Juan 1787 
bis 1887. Ein Beitrag' der Geschichte 
dieser Oper. Mit 9 Kunstbeilg. Salzbg. 
1887 Kerber. 8". 8 u. 197 S. (M. f. M. 
19, 157). [Dresd. 

{Fuchs, Alovs.) In Sachen Mozart's. 
Wien 1851. 8". 27 S. (B. B. 

Oedächtnissfeyer am 5. Dez. 1796, s. 1. 
[Dresd. 

Qenee, Eud. , siehe Mozai't-Gemeinde. 



Gervais, Et., Moz. ou la jeunesse d'un 

graud artiste. Tours 1866 Maine. 12". 

Ooschler, J., siehe Mozart. Vie 1857. 

— Mozart d'apres de nouveaux docu- 
raents (Le Correspondent, 25. Nov. 1865 
et 25. Jan. 1866). Paris 1866 Douniol. 8". 

Grosser, J. C., Lebensbeschreibung des 
. . . Breslau 1826. 8". [B. B. Musikfr. 
Wien. 

Grüel, C., Aufschlüsse über die Be- 
deutung des angebhch Schikaneder'schen 
Textes zu M.'s Zauberflöte. Magdeburg 
1868 Creutz. 80. 28 S. [B. B. 

Hahn, Alb., M.'s Requiem. Zum bes- 
seren Verständniss bei Aufführungen mit 
einer neuen Uebersetzung, nebst einem 
Nachtrage u. den Resultaten eines Ver- 
gleiches der Breitkopf u. Haertel'schen 
Part, mit dem Autogr. der K. K. Hofb. 
zu Wien. Bielefeld 1867 Sulzer. 8". 96 S. 

Ila))imerlc, A. J., Moz. und einige Zeit- 
genossen. Salzbg. 1877 Selbstverlag. 8**. 
[Musikfr. Wien. 

Hau^halter, C, Geschichte des Mozart- 
Verein. Denkschrift zur lOOjährg. Jubel- 
feier M.'s, actenmäfsig dargestellt. Erfurt 
1856 Körner. 8". 12 u. 70 S. [B. B. 

llaydn, M. u. Beethoven, ihr Leben 
u. ihre Werke. Drei erläuternde Vor- 
träge für Spieler u. Hörer. Dresd. 1866. 
gr. 8". 58 S. 

Haydn über Mozart. Wien, Musikztg. 
1, 218. 

Herzog, Aut., Wahre und ausführliche 
Geschichte des Requiem von M. 1791 bis 
1839. s. 1. (Wien 1839.) 4°. [B. B. 

Hirsch, R. , M.'s Schauspieldirector. 
Musik-Remini.scenzen. Lpz. 1859 Matthes. 
kl. 8». 7 u. 96 S. [Dresd. B. B. 

Hoffmaiin, Frz., M.'s Jugendjahre, 
van Beethoven. Der Jugend erzählt. Mit 
2 Bdd. Neue Au.sg. Stuttgart 1882 Schmidt 
& Spring. 8'\ 

Holmes, Edw., The life of M. including 
his correspondence. Lond. 1845 Chapman 
& Hall. 8». 364 S [Brüssel. B. B. 

Homer, J., Katalog des Mozart-Museums 
im Geburts- u. Wohnzimmer M.'s in Salz- 
bm-g. 1882. 8". 

Jahn, Otto, W. A. Mozart. Lpz. 1856 
bis 59 Br. & H. 4 Bde. in 8». 

3 Auflagen in abgekürzter Form. 2 Bde. 
ib. 1867—1891. 

— schwedische Uebersetzung af 0. 
Strandberg. Stockholm 1865. 2 Bde. 

Jullien, Ad., M., ses söjours ä Paris. 
Article extrait du Correspondant 25. Sept. 
1873 p. 1144. 

Kayser, Job. Frdr., Moz. Album. Fest- 
gabe zu M. lOÜjähr. Geburtstage. Hani- 



Mozart, "\Yolfg. Amad. 



97 



Mozart, Wolfg. Amad. 



turg 1856 Trupp. 4 Taf. 52 S. Musik. 
5 u. 136 S. Text in 4». [B. B. 

K'öchel^ Ludw. von, Mozart. Zu seiner 
Säcularfeier im Jahre 1856. Canzouen. 
Salzbg. 1856. 8'\ 

— Ueber den Umfang der musiial. 
Productivität M.'s. (Mittheilg. der Gesell- 
schaft f. Salzburger Landeskunde. 8". 
11 S. Salzbg. 1862 Mayr.) 

Korganoiv, W., Mozart. Eine biogr. 
Skizze (in russischer Sprache, 1900 er- 
schienen). 

Kugler, Fr., Bemerkungen über Don 
Juan und Figaro. 8^. 18 S. (Ausschnitt.) 

Kwif, Karl, Ueber M.'s Zauberflöte von 
. . . Wien 1842. [Musikfr. Wien. 

Lamartine, La musique de Mozart 
(Cours familier de litterature de l'auteur). 
Fans 1858. gr. 80. 

Lettres de W. A. M. traduction com- 
plete avec une introduction et des notes 
par Henri de Courxon. Paris 1888 
Hachette & Co. 8». 

Lichtenthai, Dr. F., Cenni biografici 
intorno al celebre . . . estratti (nach Nissen) 
da dati autentici . . Milauo 1816 Silvestri. 
8«. 40 S. [B. B. 

— Mozart e le sue creazioni. Memo- 
rial. Müano 1842 Eicordi. 8^. [B. B. 

Lorenx, Dr. Frz., Haydn, Mozart und 
Beethoven's Kirchenmusik und ihre katho- 
lischen u. protestantischen Gegner, Bres- 
lau 1866 Leuckart. 8°. YIU u. 96 S. 
[B. B. 

— "W". A. Moz. als Clavier-Componist. 
Breslau 1866 Leuckart. 8°. 63 S. 1 
Musikbig. Urteil in Lpz. Ztg. 1864, 48. 
[B. B. 

— In Sachen M.'s. Wien 1851 Sol- 
linger. 

Lucani^ J. von. Die Grabesfrage M.'s. 
Nach brieflichen Original - Urkunden der 
Wittwe M.'s. Mit Portr. u. Grabmal. 
Wien 1856. 8». [B. B. Musikfr. Wien. 

Meinardus, L. Mozart, ein Künstler- 
leben. Mit 2 Portr. Lpz. 1883. 8°. 
[Dresd. 

Maltäz^ Freiherr G. A. von: Denkmal, 
den berühmten musikal. Künstlern M . . . 
geweiht. Lpz. u. Hambg., Schuberth. 
s. a. 8». [B. B. 

Mielichhofer, Ludw., Das Mozart-Denk- 
mal zu Salzbg. u. dessen Enthüllungsfeier 
im Sept. 1842. Salzbg. 1843. 8«. [B. B. 
B. Dresd. 

Mörike, Ed., Moz. auf der Reise nach 
Prag. Novelle. Stuttg. 1856 Cotta. 8". 
3 u. 115 S. [B. B.] — Französisch über- 
setzt von A. Rolland. Bruxelles 1859 
Dumont. 18". 

Eob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



Mosel, J. F. von, Ueber die Original- 
partitur des Requiem . . . Wien 1839. 
[B. B. 

Moyses^ Karl, Systematischer Katalog 
der im Mozarteum ... zu Salzburg be- 
findlichen Autografe M.'s. Salzburg 1862. 
[B. B. 

Mozart's Leben. Grätz 1794 Kurz- 
beck. 8». 32 S. mit gutem Portr. [B. 
Lpz. B. B. 

Moxart, . . . Sein Leben und Wirken. 
Gedenkbuch zu seinem lOOjähr. Geburts- 
tage am 27. Jan. 1856. Stuttg. 1856 
Köhler. 8». 8 u. 158 S. 

Moxart und Haydn. Nachträge zu 
ihren Biogr. u. aesthet. Darstellg. ihrer 
AYerke. Versuch einer Parallele. Erfurt 
1810. kl. 8". [Dresd. B. B. 

Moxart^ Vie d'un artiste chi'etien au 
XVIHe siecle, exti-aite de sa correspon- 
dance authentique, traduite et publice . . 
par J. Goschler. Paris 1857 Douniol. 
12° (nach Nissen). [Brüssel. 

M.'s Säcularfest am 6.-9. Sept. 1856 
in Salzbg. Salz hg. 1856 Zaunrith. [B. B. 

Moxart - Gemeinde in Berlin. Von 
R. Genee erscheinen seit 1895 bei Mitt- 
ler & Sohn zwanglose Hefte mit Mit- 
teilungen u. Notenbeilagen. 

M.'s Leben und Wirken. Salzburg 
1842. [B. B. 

M. Eine Biographie. Mit Portr. Cassel 
1854. 120. [^mst 

Mozart., Die Zauberflöte, Text -Er- 
läuterung. Lpz. 1866 Lissner. [B. B. 
Dresd. 

Moxart. Zur 400sten Aufführung der 
Oper Don Juan. Beriin 1870. 4". [B.B. 

— Katalog des Mozarteums zu Salz- 
burg. Salzbg. 1882. [Musikfr. Wien. 

Mozarteum zu Salzburg. Jahresberichte 
1843 u. f. 8°. 

Müller, A. E., Anweisung zum genauen 
Vortrage der Mozart'schen Clavierconcerte. 
Lpz. (1796) Schmiedt & Rau. 4». [B. B. 

Naumann, Emil, Wolfg. Moz. in von 
Waldersee's Samlg. musik. Vorträge Nr. 6. 
Lpz., Br. & H. 1879. [B. B. 

Neumann, W., Eine Biographie. Cassel 
1854 Bälde. 18". Portr. [l!. B. 

Niemtschek, Frz. Xaver, Leben des . . . 
nach Originalquellen beschrieben . . Prag 
1798 Herrlisch. 4". 78 S. [Dresd. B. B. 

— 2. Aufl. Lebensbeschreibung . . . aus 
Originahiuellen. Prag 1808. 8». [B.B. 
B. Lpz. 

Nissen, G. N. von, Biographie von . . . 
Nach Oxiginalbriefen . . . Nach dem Tode 
N.'s herausgeg. von Constanze, AVittwe 
von N., fniher Wittwe M. Mit einem 

7 



Mozart, Wolfg. Amad. 



98 



Mozart, "Wolfg. Amad. 



Vorwort von Dr. Feuerbach. Nebst An- 
hang. Lpz. 1828. 2 Thl. 8». [}3. B. etc. 

— 2. wohlfeile Aufl. Lpz. 1849 Senf f. 
80. 44 u. 922 S. mit 8 Taf. u. Musik. 

— französisch von Alb. Sominski: 
Histoire de W. A. Moz. Paris 1869 
Ganiier freres. 8^. 

Nohl, L., Mozart. Stuttgart 1863 Bruck- 
raann. qu40 u. 8«. 5 u. .f)92 S. 

— 2. Ausg. M.'s Leben. Lpz. 1870. 

— W. A. Moz. Ein Beitrag zur Aesthe- 
tik der Tonkunst. Heidelbg. 1860 Bangel 
u. Schmitt. 8". 82 S. 

— Die Zauberflöte. Betrachtungen 
über die Bedeutung der diamatischen 
Musik in der Geschichte des mensch- 
lichen Geistes. Frankft. a/M. 1862 Sauer- 
länder. 8». 7 u. 319 S. 

— M. nach den Schilderungen seiner 
Zeitgenossen. Lpz. 1880. 4 Bildn. 
410 S. in 80. 

— M.'s Briefe. Nach dem Oi'iginal 
herausgegeben von . . . Mit 1 Facs. Salz- 
burg 1865 Mayr. 8". Ib u. 498 S. 

— 2. Aufl. mit Portr. u. Facs. Lpz. 
1877. 

Notice biographique , siehe Winckler. 

Notice sur Don Juan, drame bouffon 
. . . (Paris 1845.) kl. 4". 32 S. 

Nottebokm, G., Mozartiana: von M. 
berj'ührende und ihn betreffende zum 
grofsen Theil noch nicht veröffentlichte 
Schriftstücke. Lpz. 1880 Br. & H. 8". 
[B. B. 

Oulibichcff^ Alex., Nouvelle biographie 
de M., suivio d'un apergu sur l'histoire 
gencral de la mus. de l'analyse des prin- 
cipales oeuvres de M. , par . . Moscou 
1848 Semen. 3 voll. S». [B. B. 

— M.'s Leben nebst einer Uebersicht 
der allgemeinen Geschichte der Musik u. 
einer Analyse der Haui)twerke M.'s. Für 
deutsche Leser bearbeitet von A. Sckrais- 
huon. Stuttgart 1847. 3 Bde. kl. 8». 
[B. B. 

— M.'s Leben und Werke. 2. Aufl. 
Mit Zugrundlegung der Schraishuon'schen 
LTebersetzg. neu bearbeitet und wesentl. 
erweitert von L. Gantter. 4 Bde. gr. 
16». 20 u. 524 S. Stuttg. 1859 Becher. 
[B. B. 

— M.'s Opern. Kritische Erläuterung 
von . . . Aus dem franz. Originale über- 
setzt von C. Kossmaly. Mit einer Ein- 
leitg. und Nachrichten über den Verfasser 
von A. Kahlert. Lpz. 1848 Br. & H. 
26 u. 302 S. [B. B. 

Pirckmayer, Friedr., Zur Lebensge- 
schichte M.'s. Salzburg 1876. 8o. [B. B. 
Pohl^ C. F., Mozart und Haydn in 



London. Wien 1867 Gerold, kl. 8". 188 
und 390 S. nebst Beilag. 

Poisot^ Gh., Lecture sur les trois 
sejours de Moz. Paris 1873 Chamerot. 
180. 

Ponte, Lorenzo da, Memoires de . . . 
pocte Venetien, coUaborateur de M. Trad. 
de l'ital. par de la Ciiavanne. Paris 1860. 
[B. B. 

Pricf/er^ K., Urtheile berühmter Dichter, 
Philosophen und Musiker über M. Wies- 
baden 1885. 

— Ueber M.'s Requiem. Aeufserungen 
von Stockhausen, Pressel, Dräseke, Ilelm- 
holtz, Zelter u. von Geissei. (In LTrteile 
ü. Moz. (lesainmelt von . . .) 2. Aufl. 
Wiesbaden 1886. [B. ß. 

Prochdxka^ R. Freih., Mozart in Prag. 
Zum lOOjähr. Gedächtniss seines Todes. 
Mit 3 Beilg. und 5 Abbildg. Prag 1892 
IL Dominicus (Th. Gruss). 8«. 8 und 
236 Seit. (M. f. M. 24, 184). Auch in 
seinen Arpeggicn 1897 Vieles über Mozart 
(M. f. M. 29, 119). 

Pogge , IL C. , De opvoeringen van 
Mozart's Don Juan in Nederland. Amsterd. 
1887. 80. 

Sattler^ lleinr., M. Erinnerung an sein 
Leben u. AVirken nebst Bemerkgen. über 
dessen Bedeutung f. die Tonkunst. Langen- 
salza 1856 Grcsslor. 8«. 3 u. 56 S. 

Schfurleer, D. F., Moz.'s verblijf in 
Nederland, en het muziekleven aldaar in 
de laatste helft der 18» eeuw. 's Graven- 
hage. 1883. 8". [Dresd. 

ScJtlic/itef/roll, Friedr., Nekrolog auf 
das Jahr 1791. Gotha 1792 J. Perthes. 
2 Bde. kl. 80. In Bd. 2, Seit. 82—112 
über M. 

Schlosser, J. A., W. A. Moz. Eine 
begründete und ausführliche Biograjjhie 
. . . Prag 1828. 8°. 192 Seit. [B. Lpz. 
Dresd. B. B. 

Schneider, L., M.'z Schauspieldirektor. 
Schotfs Cäcilia, Bd. 24 S. 148. 

SchoU, I5ernli. , W. A. Mozart und 
seine Stellung in der Geschichte der Musik 
. . . Frankft. a/M. 1891 B. Firnberg. 8». 
15 S. 

Scudo , P. , Moz. et son Don Juan 
(Revue des deux mondes du 15 mars 
1849) Paris 1849. 8o. 

Siegmayer, J. G., Theorie der Tonsetz- 
kunst mit Bezugnahme auf die Theorie 
von M. 2. Aufl. Berlin 1834 A. W. 
Logier. 40. [Dresd. B. B. 

— Fundament des General-Basses von 
W. A. Moz., herausgeg. u. mit Anmerkg. 
begleitet. Berlin 1822 Schüppel. 40. 
50 S. [Dresd. B. B. 



Mozart, Wolfg. Amad. 



99 



Mozart, "Wolfg. Amad. 



Sievers, G. L. P., Moz. u, Süssniayer, 
ein neues Plagiat, ersterm zur Last ge- 
legt, und eine neue Verniuthung die Ent- 
stehung des Requiems betreffend. Mainz 
1829 Schott. 8". [B.Lpz. Dresd. 

Sonnleitlmer ^ Dr. Leop., Ueber M.'s 
Opern aus seiner früheren Jugend. Schott's 
Cäcilia, Bd. 23 S. 233. Forts. Bd. 24. 25. 

Sou-inski, siehe Nissen, französisch 
übersetzt. 

Spiro ^ Fr., Die Entstehung einer 
M.'schen Konzertarie. In Viertel]. Bd. 4. 

Stadler, Abbe, Vertheidigung der Echt- 
heit des M.'schen Requiems. Wien 
1826. 8". 

— Nachtrag zur Vertheidigung . . . 
Wien 1827. 8». 

Stage^ Thematisches Verz. werthvoller 
noch ungedruckter Origüialhds. Berlin 
(185. .). [B. B. 

Stendhal^ de, Vies de Haydn, de Mozart 
et de Metastase. Nouvelle editiou. Paris 
1854 Levy. kl. 8». 

— Andere Ausg. ib. 1866. 8». [B. B. 
Sterbehmcs zur Feier der 100 jährig. 

Geburts - Tage. Wien 1853, Jos. Berm. 
[B.B. 

Sterneck, C. Freih. von, Studien 1896 
(M. f. M. 28, 139). 

Sticc/lüx., Heinr. , M.'s Gedächtsniss- 
feier. Gedicht. München 1837. 8"^. 

Viardot^ Louis, Manuscrit autographe 
du D. Giovauni de Mozart. Separatabzug 
(Paris 186. .) 8». [B. B. 

Waldersee^ Graf von, Die Gesamtaus- 
gabe der Werke M.'s. In seinen Samlg. 
mus. Vorträge Nr. 7. Lpz. 1879 Br, & IL 

Weber, Gottfr., Ergebnisse der bis- 
heiigen Forschungen, über die Echtheit 
des M.'schen Requiem. Mainz 1826. 8*^ 
(siehe auch unter Ergebnisse). 

— Weitere Ergebnisse . . . als Fort- 
setzung. Mainz 1827. 8". 

Wilder, Vict., Moz., l'homme et l'ar- 
tiste. Histoire de sa vie d'apres les docu- 
ments authentique et les travaux les 
plus recents. Paris 1880. gr. 8". 

Winckler, Th. Fred., Notice biographi- 
que sur J. W. Moz. Paris 1801 Fuchs. 
8". 48 S. [Brüssel. B. B. 

Wolxogeu, Alfr. von, Ueber die sceni- 
sche Darstellung von M.'s Don Giovanni, 
mit Berücksichtigung des urspriinglichen 
Textbuches von Lor. da Ponte. Breslau 
1860 Leuckart. 8". 50 S. 1 Musikbgl. 
[B. B. Briissel. 

— Don Juan v. M., auf Grundlage der 
neuen Textübersetzung von B. von Gugler, 
neu scenirt und mit Erläuterungen ver- 
sehen von . . . Breslau 1869. 8". [ß. B. 



Wurxhach, Const. von, Mozart -Buch. 
Wien 1869 Wallishauser. 8'-*. 9 u. 304 
Seit. [B. B. Dresd. 

ZaubeiHöte, siehe Mozart. 



Zu Eöchel's chronol.-themat. Verz. er- 
schien in gleichem Format ein 

Nachtrag zum . . . Lpz. 1889 Br. & Et. 
32 S. Er enthält 1. den Nachweis von 
Autographen. Hier ist hinzuzufügen, dass 
die Autogr.-Samlg. Grasnick's die B. B. 
erworben hat. Ferner fehlen die Autogr. 
im Besitze des Mozarteums zu Salzburg, 
worüber 1862 ein Verz. erschien. Siehe 
unter Moyses. Bei Nr. 23 Aria: Con- 
servati fedele füge man bei, jetzt in B. M. 

— Der Canon wunderschön ist Gottes 
Erde, Küchel, chrouol. Verz. S. 207 ist 
nicht von Mozart, sondern von Will. Byrd 
auf den Text „Non nobis Domine". (Siehe 
Pohl 2, 375, den aber Köchel fälschlich 
mit S. 208 bez.) 2. Ein nach Serien ge- 
ordnetes Vei'zeichnis der Gesamtau.sgabe 
von Br. & H. — Zu bemerken ist noch, 
dass Köchel im chronol. - themat. Verz. 
die Bibl. der Musikfr. in Wien mit 
„Wiener Musik- Vereins- Archiv" bez., eine 
Bez. wie sie im Wiener Publikum Ge- 
brauch ist. 

Nachträge zu Köchel's Verz. von ihm 
selbst in der Allg. mus. Ztg. Lpz. 1864 
p. 493 ff. 

Anselm Hüttenbrenner in Graz soll an 
Autogr., die ihm M. selbst schenkte, be- 
sessen haben: Die Bergknappen musik in 
8 Stücken. 

Nachträge zum Verz. der Werke M.'s 
in der Niederrh. Ztg. 12, 246. 

Systematischer Katalog, siehe Moyses. 

Abbildungen, verz. von Fuchs in der 
Wiener Musikztg. 5, 584. 

Nachlass M.'s in Bagge's Deutsche 
Musikzeitung 1861 Nr. 35. 

Requiem. Geheimgeschichte des Moz,- 
schen Requiem. In deutsche Musikztg. 
von Bagge. Wien 1861, 2. Jhrg. p. 380. 

— In derselben Ztg., 3. Jahrg. 1860 bis 
1862 noch mehrere Ai-tikel über M.'s 
Werke. 

In der Cäcilia von Schott's Söhne und 
der Allgem. mus. Ztg. Leipzig Bd. 1 — 50 
zahlreiche Artikel über Mozart. In ersterer 
siehe das Register im 10. Bde. über Re- 
quiem. — In Monatshefte für Musikge- 
schichte Generalreg. 1 unter Mozart. 

Totenschein der Mutter. Niederrhein. 
Ztg. 5, 8. 

Im Pohl 1 befindet sich eine Tafel 
mit dem facsim. Autograph, welches sich 
vom Jahre 1765 im br. Mus. befindet. 



Moze. 



100 



Mucken-Netz. 



Es ist der 4stim. Chor „God is our re- 
fuge". Siehe auch Alig. mus. Ztg. Neue 
Folge. Lpz. 1863 Nr. 51. 

Neue Ausg. des Mitridate's von Chrj'- 
sander, angezeigt in lipz. Ztg. 1882, 8 ff. 
mit sehr treffenden Aussprüchen von 
Jahn^ Sp. .56 ff. 

Nach Han,slic]i's Untersuchungen iu 
seiner Geschichte Wiens S. 120 i.st Moz. 
als der Erste anzusehen, der als Klavier- 
virtuose eigene Konzerte öffentlich in 
Wien gab. 

Jahn 1, Vorwoii IX giebt eine kriti- 
sche Beleuchtung der Mozart-Biographien. 

Moze, . . . 

1 „Ayr" im Samlwk. Airs von 1776b. 

Ein anderer Moxe^ Organist iin 18. Jh., 
gab mit Peter Prelleur die divine Melodj- 
1758 heraus (siehe ProUeur). 

Moziii, Theodor, geb. um 1766 
zu Paris, gest. 14. Nov. 1850 ebd. 
Ein Pianist und Komponist, stu- 
dierte in der Kgl. Musii^schule für 
Gesang und Deklamation unter 
Gossec, trat 1787 ins Leben und 
liefs sich als Klavierlehrer nieder. 
1795 wurde er als Lehrer ins 
Conscrvatoire berufen, verlor aber 
den Posten 1802. 1796 konzer- 
tierte er in Brüssel. Fetis führt 
von ihm eine Anzahl Komposi- 
tionen an. — Ein Bruder von 
ihm, Denotf-Frcü/nois, bildete sich 
an demselben Institute zum Mu- 
siker aus, zog sich 1830 nach 
Severs zurück und starb im Dez. 
1857, 91 Jahr alt. Auch er gab 
Einiges für Klavier heraus (Fetis). 

Mraseck, Fräulein, 

gab 1802 sechs Arien mit Begleitung 
der Guitarre heraus (Gerber 2). 

Mratsehek, Karl, Violinist an 
der Hofkapelle in Wien vom 1. 
März 1787 bis f H- März 1831, 
78 J. alt; bezog 150 Gld. jährl. 
(Köchel 1). 

Mraw (Mraf), Franz, aus Böh- 
men geb., Violinist an der Ester- 
hazy 'sehen Kapelle von 1784 — 86 
mit 480 Gld., freier Wohnung u. a. 
Vordem befand er sich in der Ka- 
pelle des Grafen Kolowrat in Prag, 



ging dann 1786 zum Fürsten 
Bathyäni nach Pressburg und st. 
1792 iu Diensten des Fürsten 
Grassalkovics in Ungarn (Pohl 4, 
18. Dlabacz). 
Mucliaeus, Caspar, gab eine 

Disseitatio de musica. Nev-Ruppin 
1714 [B. B.] heraus. 

Mucbsel, . . . 

bekannt durch eine Serenata per Vio- 
line, Viola e Guitarre. [Musikfr. AVien. 

3Iuek, Friedrich JoLaiiii Al- 
breelit (nicht Albert, wie Fetis 
schreibt), soll gegen 1768 in Nürn- 
berg geboren sein und war um 
1823 Dekan und Hauptprediger 
zu Rothenburg a/d. Tauber (Titel). 
Gerber 2 schreibt Friedrich Muck, 
der jedenfalls derselbe ist, doch 
sagt er: geb. im Öttingischen, 
Pfarrer zu Euerbach, gab in Leip- 
zig 1793 bei Breitkopf eine Samlg. 
Lieder heraus, deren Dichter und 
Komponist er war. Fetis zeigt 
eine Musikalische Handfibel von 
1815 und Lieder für 2 Soprane 
an. Bekannt ist mir: 

Biogra]ihische Notizen über die Coni- 
ponisten der Clioralmelodien im Baierischeu 
neuen Choral-Buche. Erlangen 1823 .1. J. 
Palm u. Ernst Enke. 8". 101 S. [B. B. 
Freising. 

Die B. M. besitzt nur mit Muck gez. 
das Lied „die Elfen". Was unterm 
Monde gleicht, mit Klavierbegleitung 
im Ms. 

üb „Die Nazarener in Pompeji", Ms. 
in Stb. in Darmst., von obigem ist, be- 
darf des Beweises. 

Auch in dem Archiv zu Dresden, kath. 
Kirche, befindet sich unter Muck eine 
Litauia lauretana a 4 voci, c. VV. Va. 
Ob. Cor. ed org. im Ms. P. u. St. 

Mucken -Netz 

oder Gemüts -Erfrischung, in welcher 
vielfältige Widerwärtige einfliegende Ge- 
danken u. melancholische Anstöfs abzu- 
halten durch etliche fröliche Gesänglein 
mit eignen Melodeyen u. Arien . . . an- 
gestimmet in Saltzburg. Saltzbg. 1694 J. 
B. Mayer. 1. Thl. 4». 4, 105 S. mit 
12 Lied. f. Mel. u. bez. B. 

— Anhang zu dem 1. Theil des M.-N. 
oder Bart-Streit in 3 Theüen. [B. M. 



Muclas. 



101 



Mülicli, Michel. 



Muclas, Diego, ein Spanier, 
foli?te 1723 Juan Perez Roldan als 
Kapellmeister am Augustinerkloster 
in Madrid (siehe Roldan). 

Miularra, Aloiiso, gab heraus: 

Musica en cifras para vibuela. Sevilla 
1546 (nach Straeten 8, 444). Der Inhalt 
besteht aus bearbeiteten Gesängen be- 
nihmter Meister und sollen 2 Bücher 
existieren (CoUection Barbieri). 

Miitld (Mudde), John, ein Or- 
ganist an der Kirche zu Peterboro 
von 1583—1629 (West). 

In Ely befinden sich 1 Service und 
4 Anthems. Im br. Mus. Ms. 98 das An- 
them „God, which hast prepared, Bd. 4 
und in Ms. 623, 5 Stb., unter Thomas 
Mudde einige Instnimeutalpiecen für 
4 Violen und Bc. Davey 179 führt noch 
im br. Miis. das Ms. Add. 31 390 aus dem 
Jahre c. 1600 an, in dem sich ein Ton- 
satz von Mudd befindet. — Auch ein 
Thomas Mudd zu Cambridge wird 1598 
genannt und ein späterer Mudd zu Lin- 
coln 1662, beide als Organisten (West). 

Miidge , . . . ein englischer Kom- 
ponist von dem man kennt: 

6 Coucertos in 7 parts, 5 for 4 Violins, 
T. & Vcl. with Thor. B. and one Con- 
certo for the organ or harps. with In- 
strum. To which is added Non nobis Do- 
mine in 8 parts. Amst., Roger. [Cam- 
bridge FW. 

Mücliler, Johann Oeorg-, geb. 

23. Sept. 1724 zu Drecho in Pom- 
mern, gest. 9. Aug. 1819 zu Berlin. 
Musiklehrer (Professeur sagt Fetis) 
zu Stargard, ging 1773 nach Berlin. 
Er verdeutschte die Schrift Harris': 
Drey Abhandlungen über Kunst, Musik, 
Dichtkunst und Glückseeligkeit. Dantzig 
1756. 80. [Musikfr.Wien. Brüssel Cons.] 
Auch J. C. F. Schultz gab eine deutsche 
Uebersetzung heraus (Fetis). 

Müglin, siehe Heinrich von. 

Müh], Ferdinand, 1750 Orga- 
nist an der Hofkapelle in München 
mit 285 Gld. Gehalt (Kreisarchiv). 

Mühle, Nilfolaus, von etwa 
1776 ab Musikdirektor am Privat- 
theater in Petersburg, dann 1783 
Korrepetitor an der Schnch 'sehen 
Truppe in Mitau, Danzig, Königs- 
berg u, a. Orten. 



Reichard verz. in seinen Gothaischen 
Kalendern zahlreiclie Singspiele nebst 
obigen Aemtern, wie Der Irrwisch 1783, 
Lindor und Ismene, Der Aepfeldieb, Mit 
dem Glockeuschlag zwölf, Eremit u. For- 
mentera, Die Wilddiebe, Das Opfer der 
Treue. Sie reichen bis zum Jahre 1792. 
In der Bibl. Kgsbg. das Textbuch zur 
„Schönen Fürstin", Schwank von Lang- 
bein. 1799 s. 1. 

Muelas, Don Diego, ein Spanier. 
Eslava teilt 6 Gesge. mit (Eitner 2). 

Muelen, Servacius Yander, 

im Samlwk. von Baethen's duytsche 
Liedekens 1554: Altijt so moet ic trueren, 
4stim. 

Mülen (Meilen), Wilhelm Tan, 

am 1. Dez. 1564 Altist an der 
Hof kapeile zu Wien mit 12 Gld. 
Gehalt; von 1567 bis zu seinem 
Tode am 25. Jan. 1598 als Orga- 
nist ebd. mit 16 Gld. monatl. an- 
gestellt (Köchel 1, siehe auch 
S. 111). 
Mülich (Mulichius) , Johann, 

16. Jh.? 

bekannt durch die Mss. 365: Yerbum 
caro factum est. — Puer natus. — AUe- 
luja. — Ehre sey Gott, 4stim. [B. Proske.] 
Ebd. Ms. 506 ein Alleluja 4 voc. und 
Ms. 1009 ein Salve regina 5 voc. mit 
Johann Mu. gez. 

In Pioske's Bibl., Abtlg. Butsch, 3 Stb. 
in hoch 4" Lederbd. befinden sich aus 
der ersten Hälfte des 16. Jhs. 6 latein. 
und deutsche 3 stim. Gesänge mit Johannes 
Stomius von Müling gez. Es ist nicht 
glaublieh, dass dies der obige Joh. Mülich 
sein könnte. 

Dagegen komponierte P. Hornberger 
1620 für einen Johann Midicnhis einen 
Geburtstag- Gesaug, womit vielleicht der 
obige Mülich geraeint ist. 

Mettenleiter 1, 154 verz. einen Jo- 
hannes Mullichms aus Franken, Kanoni- 
kus au der alten Kapelle zu Regensburg 
um 1620, der wahrscheinlich der oben 
zuerst genannte ist. In der alten Kapelle 
daselbst befand sich einst ein Cantionale 
von 1610, welches mehrere Salve regina 
von ihm enthielt. 

Mülieh, Michel, um 1590 Chi- 
tarrist an der Hofkapelle in Dresden 
mit 120 Gld. Gehalt (Fürstenau 
1, 36). 



Müller, 



102 



Müller, Aug. Eberh. 



Müller, . . . geb. zu Stotterheim 
bei Erfurt um 1750. lernte bei 
dem Stadtmusikus in "Weimar die 
Musik, bildete sich besonders als 
Waldhomist aus, ging nach Lon- 
don und wurde Mitglied der Kgl. 
Kapelle (Gerber 1. 2). 

Müller, 18. Jh., bekannt durch 

Six Duos poiir V. et Alto, op. 2. 

Franekfurt a/M., Haueisen. [Mailand Cons. 

Müller, . . . 

im Samlwk. Arien, Neue Samlg. vor- 
zügl. u. beliebter Arien . . . Wien 1800 
einige Nm. 

Müller, . . . 

In ß. Briissel Cons. 868 die Kantate 
In feste Michaelis: Ich bin sicher und 
getrost für Sopr., 2 V. A. Bc. Ms. P. fol. 

Müller, Adolph Heinrich, Bru- 
der des August Eberhardt, geb. 5. 
Nov. 1769, 1798 Organist an der 
Petrikirche und seit 1804 als 
Nachfolger seines Bruders an der 
Nikolaildrche zu Leipzig (Gerber 2. 
Lpz. Ztg. 36, 854). 

Müller, Aea^idius, geb. 2. Juli 
1766 zu Görsbach bei Nordhausen, 
gest. 14. Aug. 1841 zu Braun- 
schweig, wo er Kammermusiker 
war. Er ist der Vater der vier 
Gebrüder Müller, die einst als 
Qaartettisten ein hohes Ansehen 
genossen (siehe A. d. B. von Bern- 
hard Müller verfasst). 

Müller (Mylius), Amhrosius, 
aus Navena-Marchicum (Nauen), 
war um 1616 Kantor zu Straufs- 
berg und 1618 zu Neu-Ruppin. 

Er gab heraus: 

Concentus musicus, Ruth. c. 3, v. 10. 
& 11. Zu Hochzeitlichen Ehren . . dem 
. . Herrn Andreae Wassaeo, beyder Rech- 
ten Doctori . . so Tvol auch der . . Jung-fer 
Ureulen . . Hemphisch . . Mit 8 Stim. 
Durch Ambrosium Müllern Navena-Marchi- 
cum, zu Strauszbergk Cantorem. Berlin 
1616 G. Runge. 8 Stbll. 4". „Boas 
sprach zu Ruth." [B. Hbg. 

Deutscher Gesaug dem . . Th. Schön- 
bergk .. Rector zu New-Ruppin .. und 
der Braut (Schröder) . . Mit 6 Stim. von 
Ambr. Myüo. Berlin 1618 Runge. 6 Stbll. 



4". ,,Nach Gottes allerreichsten Gnad." 
[B. Hbg. 

Ad aeolium connexum, Christlicher 
Auffzug mit 12 Stim. zu hochzeitl. Ehreu 
dem . . Caspari Kl andern u. Jung-frau 
Mariae (Zützels). Berlin 1619 Runge. 
Stbll. 40. 1. Meine Freundin du bist. 
2. Ego flos campi. [B. Hbg. 

Müller, Andreas, wie ihn Ger- 
ber und Fetis nennen, s. Myller. 

Müller, August Eberhard, geb. 
13. Dez. 1767 zu Nordheim (Han- 
nover), gest. 3. Dez. 1817 zu 
Weimar. Anfänglich Schüler seines 
Vaters der in Nordheim Organist 
war, später Schüler des Johann 
Christoph Friedrich Bach , der 
Bückeburger. Mit 14 Jahren ging 
auf Reisen und liefs sich als 



er 



, Orgel- und Flötenspieler 
1789 wurde er an der 



Klavier 
hören. 

Ulrichskirche zu Magdeburg Orga- 
nist als Nachfolger Rabort's, dessen 
Tochter, eine tüchtige Klavier- 
spielerin, er in demselben Jahre 
heiratete. 1794 kam er nach 
Leipzig, trat ins Konzertorchester 



als erster Flötist ein, erhielt bald 
darauf die Organistenstelle an der 
Nikolaikirche, wurde dem alternden 
Hiller am 2/9 1800 als Unter- 
stützung an der Thomasschule bei- 
geordnet und erhielt die Stelle 
als Kantor nach Hiller's Tode 
(1804). Die Konzerte im Gewand- 
hause unterstützte er und seine 
Frau durch öfteres Auftreten als 
Virtuosen, auch war er der Erste, 
der die Schöpfung von Haydn in 
Leipzig 20/12 1801 aufführte. Im 
Dez. 1809 nahm er als Kantor 
seinen Abschied, um die Stelle 
als Grofsherzogl. Kapellmeister in 
Weimar anzutreten. Ein jahre- 
langes Leiden was schliefslich in 
Wassersucht sich äusserte, trübte 
seine letzte Lebenszeit und raffte 
ihn früh dahin. Seine Wittwe 
zog nach Leipzig und liefs sieb 



Müller, Aug. Eberh. 



103 



Müller, Aug. Eberh. 



melirfach daselbst hören (Dörffel 
2, 28. Lpz. Ztg. 1817 p. 885 von 
Rochlitz. Wiener Allg. miisikal. 
Ztg. 1818 Sp. 59 mit Rochlitz 
übereinstimmend). Seine Kompo- 
sitionen waren einst noch bis in 
die 50er Jahre des 19. Jhs. be- 
liebte Piecen und seine Klavier- 
schule war lange das Yorbild für 
ähnliche Unternehmungen. Nach- 
weisbar sind heute noch: 

Gerechte, frohloctet dem Herrn. Can- 
Me von Eoehlitz, f. 4 Singst. 2 V. 2 
Violen. 2 Fl. 2 Ob. 4 Hörn. Pauken und 
Bc. P. [Leipz. Thom. B. B., Ms. 15650. 

Siehe, ich verkündige euch, Cantate f. 
4 St. 2 V. Violen, Fl. Tromp. Pauken. 
P. [B.B. Ms. 10802. 

Cantate: Preis und Dank. P. Ms. 
[Leipz. Thom. 

Der Polterabend. Singspiel in 1 Act 
von Alex. Wolff, Clav.-Auszg. vom Kom- 
ponisten, Nachgelassenes Werk. Lpz., 
Peters, qufol. [Dresd. Mus. 

Cantatine zu Familienfesten, f. 4 Singst, 
und Orch., nachgelassenes Werk. Lpz., 
Fr. Hofmeister. Part. [B. B. Musikfr. 
Wien. 

Chorgesänge op. 2. 3. [B. M. 

Der Sachsen Freude als Friedrich 
Anglist die Köuigswürde annahm (1806). 
Ein Lied für Alle mit Begltg. des Pfte. 
Lpz., A. Kühnel. qufol. [Dresden Mus. 

Venus und Amor, oder die Reize der 
Liebe, in zwey Liedern für das Forte- 
piano, in Music gesetzt von ... Lpz., 
Breitkopf. qu4". [Brüssel Cons. 373. 

6 deutsche Lieder mit Ciavier. Braun- 
schweig, Magazin. [B. B. 

YJ deutsche Lieder mit Begltg. des 
Pfte. Hamburg, Günther und Böhme. 
[Darmst. Biüssel Cods. 

VI deutsche Lieder mit Begltg. des 
Claviers, comp, von . . . Zweyte Samlg., 
Lpz., Br. & H. qu40. [Brüssel Cons. 

Concert p. le Clav, ou Pfte. avec in- 
strum. Hummel a Berlin. Klav. und 9 
Stb. fol. [B. B. 

Concerto (in A) p. Pfte. et orch. 
Amst., Hummel. Stb. [Biiiss. Cons. 

Concert p. la Flute av. Orch. oe. 16. 
Lpz., Br. & H. 14 Stb. [B. B. Musikfr. 
Wien. 

dito oe. 20. 22. 24. 30. Das 10. und 
11. Concert bei Peters in Lpz. [B.B. 

Trio (in B.) p. Pfte. V. et Vcl. op. 
17. Breitk. & H. Stb. [Brüssel Cons. 



Vingt petits Duos tres faciles p. 2 Fl. 
op. 19. Paris, Sieber. [Schwerin F. 

3 Duos, oe. 20. Hambg., J. A. Böhme. 
[B.M. 

3 gr. Duos p. 2 Flutes. [Musikfr. 
Wien. 

Gr. Sonate p. Qav. et Fl. oe. 38. 
Lpz., Kühnel. [Musikfr. Wien. B. B., 
auch Lpz., Peters. 

3 Senates p. le Clav. oe. 3. üffenb.. 
Andre. [B. B. 

3 Sonates p. le Clav, ou Pfte. oe. 7. 
Lpz., Breitkopf. 28 S. [B. Wagener. 

3 Sonates p. le Clav. oe. 13. Vienue, 
Hoffiueister & Co. [B.M. Musikfr. Wien. 

3 Sonates p. le Pfte. oe. 14. Lpz., 
Peters. [B.B. B. Wagener: Lps. en 
comniission chez Br. & H. 26 S. Brüssel 
Cons. Musikfr. Wien. 

3 Sonatines progressiv, oe. 18. Lpz., 
Peters. [B.B. Brüssel Cons. Musikfr. 
Wien. 

Sonate p. le Clavec. ou Pfte. oe. 26. 
Lpz., Petei-s. 13 S. (Diese Sonate er- 
schien zuerst unter Mozart's Namen im 
Magazin de Thonus). [B. B. B. Wagener. 
Musikfr. Wien. 

6 gr. Caprices p. le Clav. oe. 29. Lps., 
A. Kühnel. [B. M. B. B. chez Peters. 

Caprice p. le Clav. oe. 4. Offenb., 
Andre. [B. ß. 

op. 31, 3 gr. Caprices, op. 34 dito, 
oe. 41 dito. Lips. Peters. [B. B. B. M. 
Musikfr. Wien. 

Fantaisie p. le Clav. oe. 35. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Fantasia op. 40 per Fl. solo c. aco. 
deU'orch. P. Autogr. 20 Bll. qufol. Ms. 
15735. [Hofb. Wien. 

Andante avec Variat. p. le Clav. oe. 8. 
Lps., Breitkopf. [B.B. 

6 Variat. p. le Pfte. sui- l'air „Jüngst 
sprach mein Herr der Bader." Hbg., 
Böhme, qufol. [Dresd. Mus. Musikfr. 
Wien. 

Vai-iat. p. le Clav. oe. 9. 32. 37 u. 
oe. posth. [Musikfr. Wien. 

Variat. f. Klav. 1 Bl. Autogr. 18431. 
[Hofb. Wien. 

Marche du General Bonaparte variee. 
oe. 15. Lps. Br. & H. [B. B. B. Kgsbg. 
in Kopie. 

Cadenzen zu Mozai-t's Concerten, nach- 
gelassenes Werk. Lpz., Peters. [B. B. 

Sammlung von Orgelstücken 1. Heft. 
Lpz. 1798 Br. & H. fol. [B.B. B.Lpz. 

Klavier- und Fortepiano Schule oder 
Anweisung zur richtigen und geschmack- 
vollen Spielart beider Instrumente, nebst 
einem Anhange vom Generalbafs. Mit 



Müller, Chrstn. Friedr. 



104 



Müller, F, 



1 Kupfertafol. Leipzig. Presd. Mus. 
Musikfr. Wien. 

— Fortepiano-Schule. 7. Aufl. Lpz., 
Peters. [B. B. B. M. Einsiedeln. 

— Grofe Fortepiano-Schule mit vielen 
neuen Beispielen u. einem vollständigen 
Anhange vom Generalbass, versehen von 
C. Czerny. Lpz. (1825) qufol. [Brüssel. 

Kleines Elementarbuch für Klavier- 
spieler. Lpz., Peters. 4". [B. B. Mu- 
sikfr. Wien in mehreren Aufl. 

Uebungsstücke f. Pfte. 1. Heft. Lpz., 
Br. & H. [B. B. 

Instructive Uebungsstücke. Heft 1—6. 
Nene Ausg. Lpz., Peters. [B. B. Dresd. 

Orgelstücke in C. F. Beckor's Caecilia. 
Leipzig. 

Anweisung zum genauen Vortrage der 
Mozart'sehen Ciavier -Concei'te. Leipzig 
(1796) Schmiodt & Rau. fol. [B. B. 

Insti-uctive Flöten stücke f. Anfänger. 
Lpz., Peters. [Musikfr. "Wien. 

Ein Moderato f. Orgel iu neuer Ausg. 
(Eituer 2). 

Im Autogr. Grasn. in B. B: Etüden f. 
Klav. u. s. Portr. 

Müller, Cbristiaii Friedrich, 

geb. 29. Dez. 1752 zu Rlioin.sberg, 
gest. 1809 in Stockholm. Ein Vio- 
linist, der eine Zeit Jang in der 
Kapelle des Prinzen Heinrich von 
Preufseu sich befand, 1778 mit 
der Sängerin Mara auf Konzert- 
reisen ging, verheiratete sich dann 
mit der Sängerin Karoliue Friede- 
rike Walther, mit der er sich 
meist auf Konzertreisen befand. 
An Kompositionen soll er nur 
Weniges geschaffen haben (Ger- 
ber 1). 

Müller, Christian Heinrich, 
geb. 10. Okt. 1734 zu Halberstadt, 
gest. 29. Aug. 1782 ebd., wurde 
Domorganist zu Halberstadt und 
soll ein vorzüglicher Orgelspieler 
gewesen sein (Gerber 1. Fetis). 
Gerber führt einen Jahrgang Kir- 
chenmusik im Ms. an, auch das 
folgende Druckwerk : 

Drey Sonaten fürs Ciavier, als Doppel- 
stücke für zwo Personen mit 4 Händen 
(sie?), ge'nidmet dem Donkapitel zu 
Halberstadt. Auf Kosten des Verfassers. 
Berlm 1782 F. W. Birnstiel. 35 S. fol. 



[B. Wagener. B. B. Ms. 15680 in K. in 
Kopie. Brüssel Cons. im Druck, br. Mus. 
Müller, Ch... P. .., gab 1793 
zu Landshut 

Lieder auf alle Sonn- und Festtage des 
Herrn, zum Gottesdienst in der römisch- 
kathol. Kirche für die Orgel u. 2 Singst, 
heraus (Gerber 2). 

Müller, Eduard, unbekannter 
Autor, von dem sicli im Conserv. 
zu Brüssel eine 

Kantate f. Ten., Chor u. Orch. in P. 

Ms. befindet. 

Müller, Ernst, bekannt durch: 
Das holie Lied Salomons (8 Melodien 

von J. H. Seip). Leipzig 1662 Vulpius. 

[B. Lpz. 

Müller, genannt Miller, Ernst 
Ludwig, schrieb unter dem Na- 
men Krasinski; ein Flötist, der 
um 17 00 in Berlin lebte, 1768 
nach Frankreich ging, in Dijon 
lebte, dann in Auxonne, wo er 
sich verheiratete. Eine Tochter 
von ihm wurde eine berühmte 
Tänzerin, die sich Miller nannte 
nnd einen Gardel heiratete. 1776 
lebte er in Paris unter dem Namen 
Miller. Er schrieb dort die Bal- 
lette : 

Le Deserteur, Ballet -pantomime en 3 
actes, reprcs. (a/d. grofsen Oper) 16/1 
1788. 2 voll, im Ms. in 40 im Archiv 
der gr. Oper zu Paris. Sein Schwieger- 
sohn Gardel richtete die Tänze ein. 

Telemaque dans l'ile de Calypso, Ballet- 
heroique en 'A act. repres. 23/2 1790 eben- 
dort. 3 voll, im Ms. 4° u. von Gardel 
eingerichtet. [Paris l'opera. 

Psyche, B.-pant. en 3 act., repres. 
14/12 1790. Paroles de Pierre Gardel. 
3 voll. Ms. (2. edit.) P. [Paris l'opera. 
Im Lajarte Nähei'es über die 3 Ballette. 

Seine Flötenkompositionen erschienen 
unter dem Namen Krasinski (Fetis nach 
Boisjelou). 

Er starb 15. April 1811 zu Paris (La- 
jarte 2. 53). 

Müller, F..., bekannt durch: 

Etwas von und über Musik fürs Jahr 
1777 (u. 1778) anonym. Frankfurt a/M., 
Eschenberg. Wird von anderen Jos. 
Kraus, oder F. Fischer, auch Wagner zu- 
geschrieben. [B. B. 3 Ex. B. Leipzig. 
Dresden. 



Müller, F . . . A , 



105 



Müller, Heinrich T, 



Müller, F... A..., gab 1796 
in Berlin bei Rellstab heraus: 

BiTinnenlied mit 2 Melodien; 3 Sonatine 
p. il Fortep. Arpa, acc. da 2 Corni e 
V.; 3 Sonatiues p. la harpe ou Pft., So- 
nate et Rondo en Caprice p. le Clav. 
1800 (Gerber 2). 

Müller, Franz, Violinist a/d. 
Hofkapelle in Wien mit 30 Gld. 
raonatl, vom 1. Juni 1687 bis f 
im Juni 1701 (Köchel 1). 

Müller, Franz Heinrich, um 
1690 Organist und Sänger zu 
Glückstadt (Mattheson 1, 173). 

Slüller, Friedrich, muss gegen 
1760 in Paris gelebt haben, denn 
er gab dort heraus: 

Sei Sonate a Violino solo col Basso. 
Gravee par Mme. Yendome. Paris, aux 
adresses ordinaires. qufol. [besafs einst 
Leo Liepm. 

Müller, Gr..., ein Komponist 
der ersten Hälfte des 16. Jhs., 

der im Forster 1549 i Nr. 2 mit einem 
4stim. deutscheu Liede vertreten ist (Eit- 
ner 1 und M. f. M. 26, 115). 

Müller, Grottfried Ephraim, 

geb. 1712 zu Wolkenstein, gest. 
12. Mai 1752 zu Eibenstock, wo 
er Pastor war, schrieb: 

Historisch - philosophisches Sendschrei- 
ben an einen hohen Gönner, von Orgeln, 
ihrem Ursprung . . . Dresden 1748 Walther. 
8» 40 Seit. Becker 1, 124 giebt den 
Inhalt au. [B. B. Dresden. B. Lpz. 
Musikfr. Wien. B. Hbg. 

Müller, Gottlieh Friedrich, 

Kammermusikus und Hoforganist 
in Dessau, wie er auch im Sami- 
wk. 1760b von Breitkopf genannt 
wird, auch Burney erwähnt seiner 
1772. Bekannt sind mir: 

Angenehme und zärtliche Lieder . . . 
Dessau 1760 Cömerische Buchhdlg. qufol. 
20 S. 20 Lied. [B. G. Brüssel Cons. 

6 Senates p. le Clave9in. Lps. 1762 
Breitkopf, [besaiis einst Prof. Rust in 
Leipzig. 

2 Sonaten f. Klav. von 1752 in Bd. 
u. Fd. und 1 Suite im Autogr. [ebd. 

Im Breitkopf 9 einige Piecen. 

Müller, Pater Grregor, geb. zu 
Villingen (Württemberg), trat 1762 



ins Kloster Mariastein (Schweiz), 
war Prof. der Philosophie und 
Theologie, wurde Prior in seinem 
Kloster, dann Oekonom in Bein- 
will und st. 1818. Er hinterliefs 
eine deutsche Messe, Improperien 
u. a. (Kornmüller 1, 421). 

Müller, Heinrich I., Pastor an 
der St. Marienkirche zu Rostock 
und Prof. a/d. Universität. Geb. 
18. Okt. 1631 zu Lübeck, gest. 
17. Sept. 1675 zu Rostock. Ein 
geistlicher Liederdichter, dessen 
Liederbücher von Verschiedenen 
in Musik gesetzt wurden u. unter 
den Titeln erschienen: 

Geistliche Seelen -Musik, bestehend in 
zehen Betrachtungen, und 400 auser- 
lesenen Geist- und Xraft-reichen, so wol 
alten, als neuen Gesängen mit allerhand 
schönen, unter andern 50 gantz neuea 
Melodeyen gezieret. . . Franckfurt a/M. 
1659 Chnstoph Wust (Zahn schreibt: 
Rostock bey Joh. Eicheln, d. i. der Drucker). 
120. 11 Bll. 216 S. die Betrachtungen. 
Dann neuer Titel: 

Himlische Liebes - Flamme . . . oder 
Zehen geistl. Liebes-Lieder ... 931 Seit, 
mit 124 Melod. 10 u. 40 von Nie. Hasse 
(1 fälschl. bez., so dass es 49 Melodien 
sind), 28 von Schop, unbez.. 11 von Joh. 
Crüger, 9 von Albert ohne Autor bez., 
2 von Joseph s. n., 2 von Hammerschmidt 
s. n., je 1 von Schein, Scheidemann, J. 
Schultz, Gregor Richter, J. H. S. und 
Incerti (Genaueres bei Zahn 6 , 209). 
[B. Hbg. B. Stuttgart. B. Rostock fehlen 
die letzten Bll. 

— ib. 1668 „die andere Edition vom 
autore selbst revidirt und verbessert'''. 
[B. Hbg. 

— ib. 1684 gleicher Titel, ohne Aende- 
rung. 12". 388 Lieder mit 88 Melod. 
[B. Kgsbg. B. Lpz. 

Der Geistlichen Erquickstunden des 
Fiirtreffl. Tbeologi H. Doct. . . . Poetischer 
Andachtklang: von denen Pegnitz-Blum- 
genossen verfasset; und in Arien gesetzet 
durch Joh. Löhner der Sing - Dichtkimst 
Befhssenen. Nürnberg 1673 W. Eb. 
Felsecker. 12°. 295 S. mit 50 Mel. u. 
B. [B.M. Stadtb. Nürnberg. B. Hbg. 
(Zahn 6, 235). 

— ib. 1691 „anjetzo mit 60 Liedern 
vermehret, und von unterschiedlichen 
Ton -Künstlern in Arien gesetzet". S**. 



Müller, Heinrich II. 



106 



Müller, Johann V. 



5 Bll 620 S. mit 112 Melod. u. B. von 
P. Fr. Endter 2, J. C. Feuerlein 2, J. 
Löhner 51 (49 in der 1, Ausg.), Ch. Ad. 
Negelein IG, J. Ö. Richter 7, G. Schütz 
1, G. G. Schütz 1, J. B. Schütz 8, B. 
Schultheiss 1.3, H. Schwemmer 2, C. 
Wecker 7 (Zahn Näheres G, 263). [B. Lpz. 
B. AVernig. B. M. B.Hbg. B. Wagener. 
Brüssel. Hofb. Wien. 

Müller, Heinrich II., Lebens- 
zeit unbekannt. 

Die Kgl. Musikaliensamlg. in Dresden 
besitzt von ihm 1. Gradualo a 4 voc. P. 
Ms. 249. 2. Kirchenlied f. 1 St. u. Kla- 
vierbgltg. Ms. 249 a. 3. Pastorale f. Orgel 
in 4**. Ms. 12 a. Allem Anscheine nach 
gehört er dem p]nde des 18. .Ihs. an. 

Müller, Ileiiiricli Friedrieh, 

Violinist am Hofe zu Braunschweig, 
starb in vorgerücktem Alter um 

1818. 

Im Jahre 1805 werden Piecen für 
Flöte op. 7 von ihm angezeigt, 1806 
Tänze f. Pfte., 1807 Sonatincu. Fetis 
zeigt 7 Werke an. 

Müller, Jakob, von 1621 bis 
1626 Lehrer und Kantor an der 
Pfarrkirche zu Torgau (Taubert 
1, 17). 

Müller, Jeremias, war um 1555 
Tenorist a/d. Hofkapelle zu Dresd. 
mit monatl. 29 GId. Gehalt (Für- 
stenau 1, 25). 

Müller, Johann 1., gehört der 
ersten Hälfte des 16. Jhs. an und 
ist im 

Ott 1544 mit 3 deutschen 4- u. 5stim. 
Liedern vertreten (siehe Eitner 1). Das 
letztere „Weil ich grofs gunst" trägt den 
Namen Joh. Mülner, ist 5stim. und steht 
in der neuen Ausgabe unter Nr. 100. 
M. f. M. 26, 115 werden die beiden G. 
Müller und Joh. Müller verglichen und 
so weit dies möglich ist zu beurteilen, 
als zwei verschiedene Komponisten be- 
zeichnet. 

Im Ms. 940 Nr. 241 in B. Proske das 
4stim. Lied: Guckguckh hat sich zu todt 
gefallen. 

Müller, Johann II. III. IV. 

In der kurf. Hofkapelle in Dresden 
war um 1632 ein J. M. als In- 
strumentist augestellt (Fürstenau 
1, 58). Das s. Staatsarchiv er- 



wähnt ihn schon 1631 und bez. 
ihn als Organisten, der um eine 
Begnadigung (Geschenk) bittet. 
Dies ist jedenfalls derselbe, den 
Gerber 2 erwähnt: geb. in Dres- 
den, Schüler des Perandi, blühte 
um 1640 und starb gegen 1670. 

Nach Draudius schrieb er 1, Newe 
teutsche Motetten mit 5 vnd 8 Stim., 
Darmbstatt 1611. 4^. 2. Jubilaeuni Sionis. 
Jena 1649. 4" (nach Draudius u. Walther). 
Das Werk von 1611 kann unmöglich von 
ihm sein. Fürstenau 2 a, 264 bemerkt 
noch aus den Akten über obigen Müller 11., 
dass er schon 1621 Hoforganist mit 250 
Thlr. Gehalt war. Das letztere oben er- 
wähnte Werk besitzt die B. Z\vickau, doch 
geht aus dem Titel hervor, dass dies 
weder der von Fürstenau, noch von Ger- 
ber erwähnte Joh. Müller ist: 

Jubilum Sionis, d. i. Fried- vnd Frcu- 
deus Jaucbtzer . . . wegen defs . . . be- 
schlossenen Friedens ... von Johanne 
Mullero , Gossitio - Varisco (?) , Musicae 
])racticae addicto Scholao Ziegenrüci mo- 
deratore . . . Jehna 1649 Sengenwald. 
9 Stbll. fol. Te.xt: Jetzt ist es Zeit, 
8 stim. in 2 Teilen. 

Ein 3. Joh. M. war um 1666 
Männer- Altist und Instrumentist 
mit 100 Thlr. Gehalt, der 1680 
sich auf 150 Rhtr. belief (Fürste- 
nau 1, 93, 98). . 2 a, 264 schreibt 
er: der Altist und Instrumentist 
Joh. M. erhielt 1682 den Musik- 
unterricht der Kapellknaben an 
der Dresdner Hof kapeile und wird 
noch 1692 erwähnt. 

Ein 4. Joh. M. wird von Taubert 
1, 33 von 1663—1698 als Organist 
an der Stadtkirche in Torgau be- 
zeichnet. 

In der B. B., Ms. 14570, eine Hds. des 
17. — 18. Jhs. enthält von einem Johann 
Müller., Samlbd. Nr. 11: ,,0 Jesu Christe 
Gottes Sohn". 5 voc. 5 Instr. et Cont. 
6 Bll. und Nr. 12, Dein Wort ist meines 
Fufses Leuchte, Motette concertato ä 5: 
2 V. 2 Cantus, B. et Cont. 4 Bll. Viel- 
leicht rühren sie von Joh. M. 3 her. 

Müller, Johann V., ein Böhme, 
aus Dobrawicz geb., wo er auch 
später als Schullehrer und Chor- 



Müller, Johann VI. VII. Vni. 



107 



Müller, Job. Heinr. Friedr. 



regens angestellt war. Er miiss 
in der Mitte des 18. Jhs. gelebt 
haben. 

Dlabacz fand 1786 auf dem Eaudnitzer 
Xirchenchore noch 2 Messen und 3 Lita- 
neien von ihm im Ms. 

Müller, Johann YI. VII. Vni. 

Gerber 2 erwähnt noch zwei J. M., 
einen Magister zu Halle (165.5 bis 
1682) u. einen Diakonus zu Nürn- 
berg (1692-1744), der 1715 eine 

Disseiiatio de Elisaeo ad musices so- 
num propheta. Helmstadius, drucken liefs. 
Exemplar in Bibl. Hambg. 

Ein 8. Joh. Müller, von Gerber 2 er- 
wähnt, gab heraus: Kurze und leichte 
Anweisung zum Singen der Choralmelo- 
dieu, zunächst für Schüler . . . Frankft. 
a M. 1793 Hermann. 26 Seit, in #. 
[ßiüssel. 

Müller, J... A..., bekannt 
durch 

3 Duos concertants pour V. et A. op. 2. 
Offenb., Andre. [Mailand Cons. 

6 Duos conc. p. V. et Alto. Paris, 
Sieber. [Mailand Cons. nur Nr. 1 — 3. 

Scheint dem 18. Jh. anzugeöhren. 

Müller, Johann Christian, geb. 
in Langen -Sohland bei Bautzen; 
da er bei seinem Tode 46 Jahr 
alt war, so muss er 1750 geb. 
sein, gest. den 4. Nov. 1796 zu 
Leipzig, besuchte die Schule zu 
Bautzen, Zittau und Lauban, an 
welchem letzteren Orte er Praefekt 
des Singechors wurde. 1778 kam 
er nach Leipzig und wurde als 
erster Violinist am Orchester an- 
gestellt und in den Gewandhaus- 
konzerten als Flügelspieler (Ger- 
ber 2, Dörffel 2, 236). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

Schiller's Ode an die Freude, der Loge 
in Görlitz dedic. Lpz. 1786 Breitkopf. 4". 
4 S. [B. B. Dresd. B. Lpz. 

— In Joh. Aug. Böhme's 14 Com Po- 
sitionen zu Schiller's Ode an die Freude 
wieder aufgenommen. 

Choeur de chasseurs ,,Allons amis la 
chasse est une fete'', av. orch. Stb. Ms. 
[Mailand Cons. 

Six fugues, compos. par J. Chretien M. 
op. 2. Amst., S. Markordt. fol. [Brüs- 
sel, br. Mus. 



Anleitung zum Selbstunterricht auf der 
Harmonika. Lpz. 1788 Crusius. 4", mit 
Portr. von Franklin. [B. B. B. M. Dresd. 
B. Lpz. Dresd. Mus. Musikfr. Wien. 
Binissel. Bologna. 

Müller, Johann Daniel, Ger- 
ber 2 nennt ihn Konzertdirektor 
in Frankfurt a/M., der ein Choral- 
buch L754 herausgab. Israel 34, 
35 führt einen Musikus um 1748 
ebd. an, der am 3/10 1747 als 
Violinist im eigenen Konzert mit 
der Sängerin Santa Tasca auf- 
tritt, nur Müller genannt; mutmafs- 
lich sind beide dieselben. Das 
oben erwähnte Choralbuch trägt 

den Titel: 

Vollständiges Hessen-Hauauisches Psal- 
men- und Choralbuch. 2. Titel . . . Ha- 
nauisches Choral -Buch, welches so wohl 
die Melodien (mit Bass) der 150. Psalmen 
David's, als anderer in beyden evangel. 
Kirchen . . . alten und neuen Lieder in 
sich fasset . . . herausgeg. von Joh. Daniel 
M. Franckf. a/M. 1754 Stock's Erben, 
SchiUing und Weber. 4«. 1. Thl. 116 S. 
Musik. 2. Thl. 744 Melod. mit bez. Bass. 
(Näheres bei Zahn 6, 339.) [B. B. B. Lpz. 
B. K. B. M. Hofb. Wien. Brüssel. 

Gerber 1 erwähnt uuter dem Artikel 
Hiller (S. 640) einen Gambisten J. D. 
Müller^ der an der gräfl. Brührschen 
Kapelle und am grolsen Konzert in Leip- 
zig von 1765—68 angestellt war (Dörffel 
2 erwähnt ihn nicht). — Auch Beichard 
I 1791, 141 nennt einen Müller^ Musikus 
i in Leipzig, der in dem Jahre die Kom- 
i Position zu: Preis für Vaterland und 
i Menschliebe, von Schochner gedichtet, 
schrieb. Den Joh. Daniel Mylius, 17. Jh., 
siehe unter Mylius. 

Müller, Johann Grottfried, ein 

Musiker des 18. Jhs., 
I von dein man 3 Sonaten f. Klavier im 
Ms. [Brüssel Cons.] kennt. 

I Müller, JohannHeinrichFried- 

rich, ein Schauspieler in Wien, 
ist der Verfasser eines Theater- 
kalenders über die beiden Wiener 
Theater. Sie erschienen in Press- 
burg 1772 u. 1773 in 2 Bd. S\ 
betitelt: 

„Genaue Nachrichten von den beyden 
Ksl. öffentl. Schaubühnen u. andern öffentl. 
Ergötzlichkeiten in Wien" (Gerber 2). Die 



Müller, Johann Immanuel. 



108 



Müller, Johann Michael 11. 



Musikfr. in "Wien besitzen unter denselben 
Namen eine „Anweisung zum Singen der 
Choral-Melodien". Franckf. 1793. 

Müller, Johann Immanuel, 

geb. 1. Jan. 1774 zu Schloss Vip- 
pach, gest. 25. April 1839 zu 
Erfurt. 1785 Sängerknabe unter 
Weimar in Erfurt, dann Schüler 
von Kluge und Kitte], erhielt 1795 
den Organistenposten an der Regler- 
kirche daselbst und wurde bald 
darauf zu Kerspleben bei Weimar 
Organist, 1810 Kantor an der Kauf- 
mannskirche zu Erfurt und 1820 
Musikdirektor am Gymnasium (Ne- 
krolog in Schi Hing's Jahrb. 1839, 
198. Biogr. Leipz. Ztg. 41, 378. 
773). Er war ein fi'uchtbarer Kom- 
ponist im Ausdrucke und Fertig- 
keit seiner Zeit. Nachweisen lassen 
sich (Schilling, Supplementbd. zeigt 
87 Werke an, Fetis teilt sie etwas 
genauer mit, auch die Lpz. Ztg. 
bespricht einige): 

Dr. Mart. Luthers Verdienste um die 
Musik, nebst einem Verzeichnis . . . Erfurt 
1817 Müllersche Buchhdlg. S». 24 S. 
[B. B. B. M. Brüssel. B. Lpz. 

Cramers Hj^mnus an Oolt. Erfurt, 
Job. Dan. Weimar. P. 19 Bll. [B. B. 
B. Wagener. 

Hochgesang der jireufsischen Völker 
1830. Ms. 15 705 in B. B. 

Kleine Singschule. Erfurt 1823 Maring. 
40. [B. B. 

1 Kantate im Ms. [B. Gotha. Ebd. 
ohne Vornamen, fraglich von wem : 3 Kan- 
taten im Ms. 

Müller, Johann Jakob, war 

von c. 1717 bis 1731 unter Fürst 
Leopold von Köthen, Organist an 
der reformierten Hauptkirche in 
Köthen (Hosäus 7. Spitta 1, 615). 
In einem Samlbd. Orgelpiecen in B. 
Brüssel 2037 ist auch ein J. J. Müller 
vertreten. 

Müller, Johann Konrad, um 

1800 Musiklehrer in Frankfurt a/M., 
gab Gesänge, 1798 u. 1801 Klavier- 
stücke und Tänze heraus (Gerber 2. 
Anzeigen). 
Müller, Johann Leonhard, ein 



Komponist der 2ten Hälfte des 
18. Jhs., bekannt durch: 

6 (?) Requiem (4 voc. et org.) 2 V. ad üb. 
et Vcl. op. 1. Aug. Vind. 1780 J. J. Lotter. 
Stb. [Einsiedeln. 

Man zeigt auch eine Triumph-Ode 1798 
von ihm an (Gerber 2). 

Müller, Johann Ludwig. Das 

Sachs. Staatsarchiv berichtet, dass 
er 1653 als Musiker an den Kur- 
fürsten von Sachsen empfohlen 
wurde. 

Müller, Johann Michael I., geb. 
um 1683 zu Schmalkalden, war 
von etwa 1718 bis 1736 Musik- 
direktor, Organist und Praeceptor 
am Gymnasium zu Hanau. Er 

gab heraus: 

Zions narj)ffen- Lieder, bestehend in 
150 Psalmen Davids, welche nach einer 
leichten und füglichen Manier auffgesetzt, 
und mit einem richtigen Bass aufs neu 
versehen sind ... Franckf urt a/M. 1718 
Stock. 40. [B. B. Brüssel. 

Neu aufgesetztes, vollständiges und 
nach der neu- und reinesten Composition 
eingerichtetes Psalm- und Choral - Buch 
. . . nebst des Neanders Bundes Liedern 
... in fügliche Melodien gesetzt und ins- 
gesamt auf das Ciavier mit einem rich- 
tigen Bafs aufs neue versehen . . . Franckf. 
a/M. 1718 J. A. Stock, gedr. bey B. Diehl. 
40. Der 2. Teil trägt die Jahresz. 1719. 
150 Psalmen u. 198 geistl. Lieder. (Nähe- 
res bei Zahn 6, .301.) [B. B. 

— 2. Aufl. Fj'anckf. a/M. 1735 (1736) 
bey Stock sei. Erben und J. G. Schilling. 
40. 235 Lieder (siehe Zahn 6, 315). [B. 
Lpz. B. Kgsbg. 

Anhang zu dem Müller'schen Psalmen- 
und Choral-Buch ... ib. 1739. 4». 10 Bll. 
61 Choräle mit bez. Bass. [B. Lpz. 

Gerber 2 führt noch 12 Sonaten f. 
Oboe mit Begltg. von Blasiustrum. op. 1. 
Amsterd. 1730 an, doch ist es sehr frag- 
lich, ob dieselben von obigem Joh. Michael 
sind. 

Müller, Johann Michael II., 

geb. 8. Aug. 1772 zu Schwetzingen, 
gest. 13. Dez. 1835 in Stuttgart. 
Erhielt seine musikalische Aus- 
bildung als Violinist in Paris und 
besuchte das dortige Conservatoire, 
leitete dann zu Bern die Konzerte, 



Müller, Johann Nikolaus. 



109 



Müller, M . . 



kam als Musikdirektor nach Bay- 
reuth und ging bald darauf als 
Tirtuose auf Reisen. 1802 wurde 
er Konzertgeiger in Frankfurt a/M. 
und nach Karl Cannabich's Ab- 
gange übernahm er die Leitung 
der Oper, ging 1804 als Konzert- 
meister nach Weimar, 1806 nach 
Breslau, leitete eine Zeitlang die 
Oper, ging wieder auf Konzert- 
reisen und fand endlich in Stutt- 
gart dauernden Aufenthalt, wo er 
Konzertgeiger und 2. Orchester- 
direktor wurde. Während 3 Jahren 
war er auch in Wien beim Fürsten 
Esterhazy als Yorgeiger (A. d. 
Biogr.). 

Nachweisbar sind 2 Quatuors pour Cla- 
veyiü, Y. Ya. et B. [Musikfr. Wien. 

Yen einem Joh. M. Müller im Autogr., 
B. B., Grasn. „Meeresstille" f. 4 Männerst. 

In Darmst. im Ms. mit J. M. Müller 
gez. ein Stabat mater. Part. 

Müller, Joliaiin Nikolaus, lebte 
in der ersten Hälfte des 18. Jhs. 
und bezeichnet sich als Actuarius 
justit. juratus zu Wurzbach bei 
Lobensteiu. Er schrieb mehrere 
Klavierstücke in Partien zu 4 bis 
5 Sätzen, die von einer fi-ischen 
Erfindungskraft in kleinem Rahmen 
zeugen. Sie erschienen unter den 

Titeln: 

Des musicalischen Frauenzimmers musi- 
caUsches Divertissement. 1. Partie, be- 
stehend in einen (!) vor das Ciavier gesetzten 
Allegro, Balletto, Largo, Polonoise, Ten- 
trefsement, 2 Menuets, March und Gique, 
componirt von . . . Nrnbg. (1736) B. 
Schmid. qufol. Enthält mehrere Gesang- 
sätze, 3 Concerte, davon eins von Krause 
u. a. [B. B. Dresd. Mus. 

— In Bibl. des Conservatoire zu Biüs- 
sel eine Ausgabe mit 2 Partien, ib. 1736 
(Titel im Kat. verstümmelt). 

Des musicalischen Frauenzimmers musi- 
calisches Diveitissement bestehend Aus 
3 leichten vor das Ciavier gesetzten Par- 
tien . . . Aria, Menuet, Bourre, Mourky, 
Polonese, Gique ... Zu finden bey Balth. 
Schmidt in Nrnbg. qufol. 14 S. [B. B. 
B. M. 

Harmonische Kirchenlust, bestehend 



aus 12 Arien, 12 Praeludien und 12 kurzen 
leichten Fugen vor Orgel oder Ciavier. 
Nrnbg. s. a. Ulr. Haffner Nr. 69. qufol. 
17 S. [B. B. B. Wagener. 

Müller, Jost, von Uri, Lebens- 
zeit mir unbekannt. Im Stifte Ein- 
siedeln ein Gloria 4 voc. c. orch. 
P. Ms. 

Müller, Karl, Herzogl. Braun- 
schweig'scher Hofmusikus am Ende 

des 18. Jhs., 

gab nach Gerber 2 Lieder, Offenb. 
1793, ein Konzert f. Klav. und Orch., 
Braunschweig 1794 u. 12 Yaiiat. 1798 
heraus. 

Yon einem Carlo Müller besitzen die 
Musikfr. in Wien eine Kantate: 11 natale 
di Giove in P. — Auch die Sinfonia della 
Grotta di Trofonio arrangierte ein Carlo 
Müller f. Pfte. u. V. 

Im Autogr. B. B., Grasn., Issicraten in 
P. mit Carl Müller gez. 

Müller, Karl Willielin, geb. zu 
Halberstadt um 1769 (?), gest. 8. 
Nov. 1819 ebd., wo er am Dome 
den Organistenposten bekleidete 
(Felis und Gerber 2). Die Bibl. 
zu Königsbg. in Preufsen besitzt 
von ihm: 

Ariette avec dix Yariat. p. le Clavecin 
composes pai' Ch. Guill. M. oe. 6. Brons- 
vic, Magasin. qufol. 7 S. 

Andante av. 7 Yar. ... oe. 19. ib. 
qufol. 7 S. 

3 Senates faciles pour le Pfte. oe. 19 (?). 
Lps., A. Kühnel. qufol. 17 S. 

Redouten -Tänze f. 2 V. Bratsche, B. 
Flöte, Claiinetten und Homer. 2. Samlg. 
Lpz., Br. & H. Stb. [Mailand Cons. 

Die Lpz. Ztg. beurteilt ihn in Bd. 2. 
3. 6. 

Im Autogr. B. B., Grasn. „Miscelles 
p. Fortep." 

Müller, M . . ., lebte am Ende 
des 18. Jhs. und gab 1796 in 
Bremen ein Konzert auf der Har- 
monika, wozu er ein 

Programm drucken liefs, worauf die 
Anzeige des Konzexi:s sich befindet nebst 
einer Beschreibung des Instruments auf 
15 S. [B. B.] Diese Schrift wird sehr 
oft Wilhelm Christian zugeschrieben. Ger- 
ber 2 führt noch 2 Samlg. Lieder mit 
Klav., Lingen 1788, an. 

Gerber 2 verz. noch einen zweiten 



Müller, Marianus. 



HO 



Müller, Wenzel I. 



71/. Müller, der um 1798 Organist au der 
Nikolaikirche zu Rinteln Avar und eine 
Samlg. Lieder anzeigt. Vielleicht sind 
die beiden eine Person. 

Von einem MaWiacus, der 1787 in 
Rinteln lebte, also der obige sein wird, 
liegen mir vor: Scherzhafte und mora- 
lische Lieder zum Singen beym Ciavier. 
Rinteln (1787) Böseudahl. 4". 40 S. 
[Hannover. 

Müller, Fat. Marianus, geb. 
1724 zu Aesch, gest. 1780 als 
Fürstabt in St. Einsiedeln (Schweiz). 
Trat 1743 in den ßenediktiner- 
orden in letzterem Kloster ein 
und wurde 1778 zum Abte ge- 
wählt. In Mailand liatte er seiner 
Zeit unter Gius. Paladine Musik 
studiert. Er komponierte Messen 
u. a. Kirchenmusik (Schubiger 2, 51). 

Müller, xllatthaeus; auf einer 
Quittung in B. B., Autogr. Grasn., 
nennt er sich „gewesener Schuel- 
meister und Tenorist zu Herrnales 
(Hernais bei AVien), empfing 1027" 
seine Besoldung. Einen Matthaeus 
des 18. Jhs. siehe im Artikel 
M. Müller. 

Müller, P..., Lebenszeit un- 
bekannt, gab heraus: 

Lieder und Chore mit Begleitung der 
Orgel oder des Claviors zu Müncbs Fest- 
tagsfeier. Darmst. P. [Darmst. 

Vielleiclit ist auch von ihm (ebenso 
gez.) Die letzten Tage von Pompeji. Ms. 
Stb. [Darmst. 

Ebenso: 12 Männerchöre für 3 und 
4 Singst. Darmst. [Darmst. 

Müller, Paul Christian, Sohn 
des Job. 4, wurde 1698—1700 sein 
Nachfolger im Amte als Organist 
der Stadtkirche in Torgau (Taubert 
1, 3H). 

Müller, Kiebard, trat 1606 in 
herzogl. Braunschweig. Dienste zu 
Wolfenbüttel mit 100 Thh-. Gehalt 
(Chrysander 1, 150), 

Müller, Sebastian, von 1652 
bis 1675 Chordirektor an St. Aure- 
lien zu Strafsburg i/Els. (Lobstein 
94). 



Müller, Selm.ir, lebte Endo des 
18. Jhs. und gab heraus: 

Ist es Wpnne, ist es Schmerz, Gedicht 
von Luise von Ploe . . . für 1 Singst, mit 
Pfte. und Viollette oder Violine, Flöte. 
Braunschwg., J. P. Spehr. Part. 3 S. 
[B. Wagener. 

Müller, SilYester, gab Anfang 
des 19. Jhs. 

op. 3, Streichquartette heraus. In der 
Kgl. Musikaliensamlg. zu Dresden befin- 
den sich im Ms. 6 Quataors p. 2 V. Viole 
et Vcl. Vienne, C. Torriceila. 4 Stb. fol. 
Auch Gerbor 2 orwilhnt ihn mit Liedern, 
die in Tracg's Ivat. Wien 1799 angezeigt 
sind. — In Mailands Consorvatorium be- 
finden sich obige ü Quatuors im Druck, 
ferner 12 C^uartetti im Ms. in Stb.. 2 Quar- 
tetti coucertanti im Ms. und 1 Quart, für 
Pfto. arrangiert. 

Müller, Simon, war um 1606 
Tenorist an der Hofkapelle zu Dres- 
den mit 150 Gld. Gehalt und ist 
bis 1612 zu verfolgen (Fürstenau 
1, 88. 47). 

Müller, Tbomas, geb. gegen 
1774 zu Strakonitz in Böhmen, 
lebte zuerst in Wien als Violinist 
am Theater Marinelli, später ging 
er nach der Schweiz. Dhibacz u. 
Fotis verz. von ilnn 8 Instrumen- 
talwerke, als Quartette, Duos, So- 
naten u. a. 

Müller, Tbomas Samuel, be- 
kannt durch 

5 Quintetti ä V. Violetta, 2 Corni obl. 
e Basso, Ms. in r^ufol. [Dresd. Mus.] ; ge- 
hört jodonfalls dem 18. Jh. an. 

Müller, Vincenz. 

Die Bibl. Proske - Mettenleiter besitzt 
von ihm : Sonate für 2 V. u. Vcl. Lebens- 
zeit unbekannt. 

Müller, Wenzel I. Es giebt 
zwei Wenzel, die zu gleicher Zeit 
in Wien lebten und heute schwer 
von einander zu trennen sind. 
Die einzig beglaubigte Nachricht 
bringt Köchel 1, 1225. 1297: Vio- 
linist an der Ksl. Kapelle zu Wien 
von 1789 bis zu seinem Tode am 
24. Juli 1794. Da er 58 Jahr alt 
w^ar, so muss er 1736 geboren 



Müller, Wenzel II. 



111 



Müller, Wenzel II. 



sein. Sein Gehalt betrug 225 Gld. 
Gyrowetz S. 8 in seiner Selbst- 
biogr. sagt, er war um 1780 Ka- 
pellmeister an der Oper zu Brunn, 
doch kann sich dies nur auf 
Wenzel 11. beziehen. 

Dlabacz führt S. 355 noch einen 
dritten Wenxel an, der den 9. Aug. 
1746 zu Aurzinowes in Böhmen 
geb. und am 19. Febr. 1788 zu 
Prag starb, wo er seit 1780 Cho- 
ralsänger au St. Yeit war. 

Müller, Wenzel II., geb. 26. 
Sept. 1767 zu Türnau in Mähren, 
gest. 3. Aug. 1835 zu Baden bei 
Wien. Sein Vater war Pächter 
eines Meierhofes zu Tyrnau, starb 
aber früh und die Mutter zog nach 
Kornitz. Sein Musiktalent zeigte 
sich sehr früh, sowohl im Instru- 
mentspielen, als in der Kompo- 
sition, obgleich sein Unterricht 
äufserst mangelhaft war und nur 
von Dorf schullehrern geleitet wurde. 
Bald darauf kam er in das Bene- 
diktinerstift Raigern bei Brunn, 
wo er besseren Unterricht erhielt 
und sich mit seinen Kompositionen 
die Gunst des Prälaten erwarb, 
der ihn zum Grafen Schaf gotsch 
nach Johannesberg sandte, um bei 
Dittersdorf gründlichere Studien 
zu machen. Zurückgekehrt erhielt 
er am Brünner Theater eine Stelle 
als dritter Violinist mit einem 
sehr kleinen Gehalte und der Be- 
dingung, eine Operette zu schreiben. 
Nach Aufführung derselben wurde 
er 1783 zum 2. Kapellmeister er- 
nannt. Durch glückliche Umstände 
kam er 1785 nach AVien u. wurde 
1786 Kapellmeister bei der Mari- 
nelli'schen Theatergesellschaft, die 
im Josephstädter Theater spielte. 
Dagegen liest man auf einem Au- 
tograph der Hofb. in Wien (Ms. 
16804) „Die von mir, Wenzel 
Müller, Kapellmeister des K. K. 



Privileg. Theaters in der Leopold- 
stadt in Wien komponierten Opern 
von 1786 bis 1828'^ Hier errang 
er nach und nach mit seinen Ope- 
retten einen Ruf, der sich über 
ganz Europa verbreitete und ihn 
zum Liebling des Publikums machte. 
Man rechnet ihm gegen 230 Opern, 
Operetten, Singspiele und Panto- 
mimen nach, die er von 1786 bis 
zu seinem Tode schrieb. Seine 
Tochter Therese Grünbaum, eine 
berühmte Sängerin, wurde im März 
1807 in Prag an der Bühne an- 
gestellt und man bewog ihn eben- 
falls als Kapellmeister nach Prag 
zu kommen, doch diese höhere 
Stellung, die ihn von seinen Volks- 
possen entfernte, konnte ihm nicht 
behagen und nach sieben Jahren, 
1813, zog es ihn wieder nach 
Wieu in seinen alten Wirkungs- 
kreis und nun begann seine alte 
Rührigkeit und Schaffenslust von 
neuem und blieb noch 22 Jahre 
der Marinelli 'sehen Truppe treu, 
die er trotz aller ungünstigen Ver- 
hältnisse über Wasser hielt (Riehl, 
musikal. Charakterköpfe 1, 3. Jahn 
4, 598. d'Elvert Geschichte der 
Musik in Mähren und Österreich. 
Schlesien S. 144. Allg. d. Biogr. 
von Pohl mit einem teilweisen 
Verz. seiner Theaterstücke). Von 
seinen Kompositionen hat sich 
eigentlich nur erhalten, was aufser- 
halb Wiens gekommen ist, wenig- 
stens scheint es als wenn Wien 
am wenigsten davon besäfse. Nach- 
weisbar sind: 

Cantate „Auf Christen bringet Preis 
und Ehr''. — Ode „Preifs dem Todes- 
Ueberwinder". 2 Ms. in P. [B. B. 

Cantate f. Sopr. mit 2 V. A. u. B. 
Ms. in Stb. [Brüssel Cons. 

Der Ali^enkönig und der Menschen- 
feind. P. u. Stb. im Ms. [Darmst. B. B. 
Münchner Oper. 

— Kl.-A. Hbg., Aug. Cranz. qufol. 
[B.B. 



Müller, Wenzel 11. 



112 



Müller, Wenzel II. 



Der alte Ueberall u. Nirgends. Schau- 
spiel in 2 Akt. 1796. Ms. P. Stb. [Darnist. 
B. B. Brüssel Cons. Münchner Oper. 

Der Barometermacher auf der Zauber- 
insel. Zauberposse. Ms, P. und Stb. 
[Müncbner Oper. 

Der deutsche Grenadier. Ms. P. [Dresd. 
Oper. Münchner Oper: Der bayersche 
Grenadier in 1 Alvt. 

Doctor Faust's Mantel. Eine Zauber- 
oper mit Gesg. in 2 Aufz. Ms. P. [Berlin 
Hochschule. 

Don Quichote, Siu^sp. in 2 Akt. Wien 
c. 1804. Ms. P. [Brüssel Cons. 

Die Entführung der Piinzessin. Ms. 
P. [B. B. 

Europa, oder so geht es im Olymp zu. 
Ms. P. [B. B. 

Evakatel und Prinz Schnudi, oder die 
Belagerung von Ypsilon, in 2 Akt. Ms. 
P. [Münchner Oper. 

Der Fagottist oder die Zauberzither. 
Singsp. in 3 Akten 1792. P. und Stb. 
[Darmst., auch für Blasinstmm. von Sar- 
torius gesetzt. Brüssel Cons. 

— Kl.-A. Dresd., Hilscher. [Dresd. 
Mus. 

Die Fee aus Frankreich, oder Liebes- 
qualen eines Hagestolzen, Zauberposse in 
2 Akt. Ms. P. [Münchner Oper. 

Die gefesselte Fantasie. Ms. P. [Münch- 
ner Oper. 

Das lustige Beylager. Singsp. in 2 Akt. 
Ms. P. [B. B. Münchner Oper. 

Der lustige Schuster, Singsp. in 3 Akt. 
Ms. P. [Brüssel Cons. 

Lustig, lebendig, oder die Schlitten- 
fahrt. Singsp. in 2 Akten. [Wien c. 
1802. Ms. P. [Brüssel Cons. 

Die Milchschwester von Petersdorf. 
Singspiel. Ms. P. [Münchner Oper. 

Das neue Sonntagskind. Singsp. in 2 
Akt. Ms. P. Stb. u. Einlagen. [Darmst. 
B. B. Münchner Oper. Dresd. Oper . 

— Kl.-A. Wien, Artaria. [B. B. Mu- 
sikfr. Wien. 

Der Pächter und der Tod, Operette in 
1 Akt. Ms. P. [Münchner Oper. 

Der Prinz aus Irrtbum. Ms. P. [B. B. 

Pizzichi oder die Fortsetzung des Fa- 
gottisten. Singspiel 1793. Ms. P. [Darmst., 
auch für Blasinstium. von Sartorius ge- 
setzt. 

— Kl.-A. Braunschwg., Magazin. [B. M. 
Musikfr. AVien. 

Das Schlangenfest in Sangora. Oper 
in 2 Aufz. Ms. P. [B. B. Dresd. Mus. 

Der Schlossgärtner und WindmüUer. 
Ms. P. [B. B. 

Der Schuster Feierabend, kom. Oper 



in 3 Akt. Ms. P. [B. B. Münchner 
Oper. 

Die Schwestern von Prag. Komisches 
Singspiel in 2 Akten. Ms. P. u. Stb. 
[Darnist. MünchnerOper. B.B. Proske. 
Brüssel Cons. Dresd. Oper. 

— Kl.-Auszg. Braixuschweig. [Darmst. 

— Neue Ausg. mit Dialog. Kl. - A. 
Lpz., Senff. [B. B. 

Das Sonnenfest der Braminen. Sing- 
spiel in 2 Akten. Ms. P. u. Stb. [Darmst. 
B.B. Münchner Oper. 

— Kl.-Auszg. Brauuschweig. [Darmst. 
Musikfr. Wien. 

Staberl in Floribus, Zauberposse in 2 
Akt. Ms. P. u. Stb. [Münchner Oper. 

Taddädl, der 30 jährige A. B. C Schütze, 
Singsp. in 2 Akten. Ms. P. [Münchner 
Oper. 

Die Teufelsmüble vom Winerbergsee. 
Oper. Ms. P. u. Stb. [Darmst. Dresd. 
Mus. Dresd. Oper. 

— Die Teufelsmühle. Seitenstück zum 
Donauweibchen. Kom. Oper. Braunschwg., 
Magazin. Kl.-A. [B.B. Musikfr. Wien. 

Der Teufelstein in Nördlingen. in 3 
Akt. Ms. P. [Münchner Oper. B. B. 

Tischl deck dich. Ms. P. [Proske-M. 

Die unruhige Nachbarschaft. Oper in 
2 Akt. P. Stb. und Einlagen im Ms. 
[Darmst. Proske. Brüssel Cons. Münch- 
ner Oper. 

Die Wiener in Berlin. Ms. P. [Proske- 
Mettenl. 

Zampa. Ms. P. [Proske-M. 

Die Zaubertrommel, kom. Oper in 3 
Akt. Ms. P. u. Stb. [Münchner Oper. 

Die Zauberzitter in 3 Akt. Ms. P. 
[Münchner Oper, (ist wahrsch. das Sing- 
spiel ,,der Fagottist"). 

Die zwölf schlafenden Jungfrauen. Ms. 
P. [Darmst. B. B. 

Der Grenadier, Operette. 2 Nrn. in 
P. [Dresd. 

Duett aus die Zauberzitter. Dresden, 
Hilscher. [B. B. 

Zwei kom. Duette f. Gesg. Wien, 
Steiner. [B. B. 

Arien und Duette. Breslau, Förster. 
[B.B. 

Einzelnes aus Das neue Sonntagskind. 
' Teufelsmühle. Zaubertrommel u. Zauber- 
zitter. [B. M. 

2 Arien im Ms. [B. M. 

1 Arie und 2 Couplets im Ms. in B. 
Dresden. 

2 Duette und 1 Chor aus Der Alte 
überall u. nirgends in Stb. [B. Zw. 

Zahlreiche Gesge. aus Opern im Kl.-A. 
[Musikfr. Wien. 



Müller, Wilh. Clu-stn. 



113 



Münclihausen. 



In Freimaurer Lieder s. a. Maurer u. 
Gesellschafts L. Berlin, 1 Lied. 

In Grass & Barth's Sainlwk. 4 Arien. 

Im Autogr., B. B., Grasn. , Arie aus 
einer kom. Oper und sein Portr. 

Autogr. in Hofb. Wien 16804: 1 Arie, 
2 Quartette aus Opern. Ein Yerz. seiner 
Kompos. von 1786—1828. 8 Bll. in 4». 
— In Ms. 18830 die Arie: Die Katze 
Itösst das Mausen nicht, aus das Sonuen- 
fest. P. 

Müller, Dr. Wilhelm Christian, 

geb. 7. März 1752 in AYasungen 
bei Meiningen, gest. 6. Juli 1831 
zu Bremen. Studierte Theologie 
u. Musik und wurde später Lehrer 
a/d. Domschule, Musikdirektor am 
Dome zu Bremen und errichtete 
1782 ein eigenes Erziehungs- In- 
stitut. 1817 wurde er vom Dom- 
kapitel pensioniert. Eine ausführ- 
liche Biographie nach Müller's 
eigenen Angaben im Gerber 2. 
Nekrolog in Lpz. Ztg. 33, 753. 
Er gab heraus: 

Aesthetisch - historische Einleitung in 
die Wissenschaft der Tonkunst. 2 Theile. 
Lpz. 1830 Breitk. & H. 8». 437 Seit. 
[B. B. Dresd, Hannover. Brüssel. 
(Urteil in Lpz. Ztg. 34, 573.) 
Die von Eetis erwähnte Schrift über 
die Harmonica von 1796 ist von M. Miüler. 

Müller, Zacharias, 

bekannt durch 2 Kantaten aus dem 
17. oder 18. Jh. 1. Christus ist aufge- 
fahren gen Himmel, für Sopr. mit V. u. 
Bc. 2. Wer mag wohl im Himmelreich 
(Feste Michaelis) für Sopr. mit 2 V. A. 
Bc. [Brüssel Cons. 

Mülliiiger , Johann Kasi)ar, 

um 1800 Musikus am Herzog! 
Hofe zu Hildburghausen (Anzeige). 

Müllner, Johanna (Gerber 2 
und Fetis nennen sie Josepha), 
geb. 1769 zu \\^ien, bildete sich 
als Harfenistin auf der Pedalharfe 
aus, ging auf Reisen und gab seit 
1805 auch Kompositionen heraus. 
Nach Köchel 1 Nr. 1260, der sie 
Johanna Müllner (Gollenhofer) 
nennt, war sie von 1811—1823 
als Harfeumeisterin a/d. Ksl. Hof- 

Eob. Eitner's Quellen-Lexüon. Bd. 7. 



kapeile in Wien angestellt. Be- 
merkt muss werden, dass Köchel 
im Register ,,Jos." und im Text 
,,Joh.'' schreibt, so dass Josepha 
vielleicht doch der richtige Name 
sein kann. Die Lpz. Ztg., die in 
den ersten Jahrgängen vielfach 
über sie berichtet, nennt sie nur 
Mademoiselle , später Madame 
Müllner -GoUnhof er. In der An- 
zeige einer Komposition von 1805 
heilst sie nur J. Müllner. Gerber 
2 ausführlich. 

Mttlsner (Moliner), Georg, von 
Zwickau, um 1575 Altist (sächs. 
Staatsarchiv). 

Mtinch Ton Saltzhnrg, siehe 
Mönch. 

Miuichen, C. . . Cr. . ., bekannt 
durch 

Amenaide und Tancred, Ballet im Kl.- 
Auszg. [Musikfr. AVieu im Rudolphinum. 

Mtinchliausen , Adolph auch 
August auf op. 1 genannt Baron 
(Freihen-) Ton , Kammerherr Sr. 
Maj. des Königs Friedrich Wil- 
helm IL von Preufsen (1786 bis 
1797), wie er sich auf op. 5 nennt. 
Nach Gerber 2 war er vordem 
Kammerherr beim Prinzen Hein- 
rich von Preufsen in Rheinsberg. 
Er war ein gebildeter Musikdilet- 
tant und fleifsiger Komponist, von 
dem sich erhalten haben: 

3 Simphonies avec accomp. oe. 1. 
Berlin et Amst., Hummel. Stb, (Mer nennt 
er sich Bai'on August von M.) Kammer- 
herr S. Hoheit des Herzog von Braun- 
schweig. Ob dies ein anderer ist oder 
der obige, kann ich nicht feststellen. 
[B. B. Schwerin F. Dresd. Mus. mit der 
Verlagsfirma: Bi'onsvic ä la Hbrairie des 
Orphelins. fol. Ebenso in Wolfenbüttel. 

2 Senates pour le Pfte. ä 4 mains. 
oe. 2. Paiis, Cesar. qufol. [Pai'is Nat. 
Schwerin F. C. P. B. B. mit dem Titel: 

Two Sonatas for 2 performers on 1 
Pfte. London, Mouzani et Cimador. fol., 
angebunden an Nr. 5997. 

Une Sonate ä 4 ras. oe. 3. Paris, 
Cesar. [Schwerin F. 

Dix Ariettes av. lacc. de Clavecin ou 

8 



Münchhausen. 



114 



Munter. 



Pfte. oeuv. 4. Berlia, Hummel, fol. 
[Scliwerin F. 

2 Simphonies ä plus, instrum. oe. 5. 
Berlin, Hummel. 9 Stb. [B. B. Wol- 
feub. 8 Stb. 

2 Coucertos p. Clavecin ou Pfte. avec 
les accomp. oe. 7. Paris, chez Bouin. 
fol. [Dresd. Mus. Berlin K. H. in Stb. 

Sonate p. i*fte. et V. obl. comp. . . 
oe. 8. Paris, Pieyel. qufol. 2 Stb. [B. B. 
Dresd. Mus; Sonate pour le Clavecin ou 
Pfte. av. acc. d'Alto Viola ou Flute, oe. 8. 
Mayeuce, Schott. 

Grande Symphonie concert. suivie d'un 
Menuet vario, ])Our tous les instrum., et 
d'uue Allegro Finale, oe. 9. Paris, Mo- 
migny. Stb. in fol. [Dresd. Mus. Darmst. 

Grande Simphonie conceit. suivie d'un 
Allegro graziöse, avec de Cors obliges et 
d'un Allegro Finale, oe. 10. Paris, Mo- 
migny. fol. Stb. [Dresd. Mus. Mailand 
Cous. Darmst. 

Grande Sonate pour lo Pfte. av. acc. 
d'Alto. oe. 10. Paris, Chapelle (siehe 
den Titel bei oe. 8 im Besitze von Dresd. 
Mus.). [Dresd. Mus. 

Ms. 131 in ß. B. 2 Senates p. le Vio- 
len et 1 Menuet, 2 Valses et 1 Air ital., 
accomp. de la Guitarre espagnol. 

Ms. Schwerin F: Sonatine p. le Clav, 
ou Pfte. a 4 ms. 4u4<^. 

Mss. in Wolfenb. 170: Tempo di Mi- 
nuetto ä 2 V. 2 Fl. 2 Fag-. 2 Corni Va. 
e B. Gd. 10 Stb. — Ms. 171: 3 Sym- 
phouies p. le Chivec. tres hublement 
Offertes a S. A. R. de Bronsvic. D. C. 
Esd. Dies sind dieselben, die als op. 1 
erschienen und den Namen August von 
M. tragen. — 172: Quatuor arrange en 
Sonate'^p. le Clav. V. Vcl. Dd. - 173 
dito in Gd. — Ms. 312 Sinfouia Dd. f. 
Klavier. 

Gerber 2 verz. seine "Werke von 1793 
bis 1800. 

Müiiiiicli, Johann, lebte um 
1611 und gab heraus: 

Sacrarum cautionum 4 — 8 voc. lib. 1. 
1611. Die Quelle kenne ich nicht. Felis 
nennt ihn Johannes Münnius und zeigt 
obiges Werk an: Lib. 1 cant. sacr. 4, 5, 
6 et 8 vocum. Strafsburg 1611 (Cercagli). 
— In einem Orgeltabnlaturbuche im Besitze 
des Fürsten Thurn und Taxis in ßegens- 
burg kommt auch ein Joh. Miinmch als 
Komponist vor. 

Münnicher, Michael, 1621 in 
Königsberg in Pr. Hofmusikus 
(Schneider 37). 



Münster , Joseph Joachim 
Benedict; er hez. sich mit „J. C. 
Not. publ. und Regente Chore in 
der Ksi. Gränitz-Stadt Reichenhall 
in Ober-Baiern bey Salzburg", um 
1756. Er gab heraus: 

Scala Jacob ascendendo et descendendo, 
d. i. kürtzlich doch wohlgegründete An- 
leitung, und vollkommener Unterricht, die 
edle Choral-Music, denen Regeln gemäfs 
recht aus dem Fundament zu erlernen. . . 
Augspurg 1743 Letter. qu40. [B. B. 
Eiusiedeln. 

— 2. Aiifl. Augsp. 1756 Joh. Jac. 
Lotter§ Erben. qu4» [B. M. B. B. 
Salzburg. Musikfr. Wien. Brässel. br. 
Mus. Einsiedelu. 

Musices instructio in brevissimo regu- 
lari compendio radicaliter data. Das ist: 
Kürtzest doch wolil griindlicher Weg, u. 
wahrer Unterricht die edle Sing-Kunst . . 
zu erlernen. 3. Aufl. Augspurg 1748 
Letter. fju40. [B. B. 

— 4. Auflage. Leiters Erben 1751. 
[Brüssel. 

— 5. Aufl. ib. 1756. [B. B. Ein- 
siedeln. 

— 6. Aufl. ib. 1761. [br. Mus. 

— 7. Aufl. ib. 1764. [br. Mus. Proske. 

— 8. Aufl. ib. 1768. [Leo Liepm. 

— 9. Aufl. ib. 1781. [B. B. Stadtb. 
Ueberlingen a/See (Baden). 

Nach Gerber 2 erschien die 1. Ausg. 
in Schwäbisch Hall 1732 und die 2te in 
Augsburg 1741. 

Sacrificium Vespertinum, seu Vespeivae 
longiores festivae et de beatissim. V. M. . . 
ä C. A. T. B. 2 V. . . cum dupl. Bg. op. 
1. Aug. Vindel 1729. fol. [br. Mus. 

Ilelicou sacer seu Vesperae pro toto 
anno, 4 Antiph., 5 Psalm, a 4 voc. 2 V. 
concert., 2 Clarinis ... dupl. Bg. Aug. 
Vindel. 1743 Lotter haered. [B. M: 11 Stb. 

Epithalamion mysticum, d. i. geistliches 
Hochzeitlied, bestehend in 60 solennen 
und anmuthigen teutschen Arien, op. 3. 
ib. 1740. Stb. [Einsiedeln. 

Föns signatus seu VII Lytaniae de 
venet angust. Altar sacra una c. Te 
Deum, op. 6. ib. Stb. [Einsiedeln. 

Munter, Balthasar, Dichter der 
geistlichen Lieder, die Joh. Chri- 
stoph Friedrich Bach u. a. kompo- 
nierten und in der Samlg. 1773 
u. 1774 herausgaben (siehe J. Chr. 
Fr. Bach). Er war geb. 24/3 1735 
zu Lübeck und starb 5/10 1793 



Müntz. 



115 



Müthel. 



zu Kopenhagen, wo er Prediger 
an der deutsclien Petrikirche war 
(Brummer 2, 78). 

aiüiitz, Joliann Koiirad, war 

um 169-1 Organist und gab die 

Psalmen Davids deutsch von Lobwasser 
mit Melodien in Herborn 1004 heraus. 
LB. Hbg. 

Müiitzl)erger (Müntz Berger), 
Joseph; auf seinen Drucken nennt 
er sicli ^Jje jeune'-'; die auf den 
Titeln verz. Stellungen beweisen, 
dass es derselbe ist, den Fetis ohne 
die Bez. Le jeune meint. Geb. 
um 17G9 zu Brüssel, gest. im Jan. 
1814 zu Paris. Sein Vater stand 
in der Kapelle des Prinzen Karl, 
Gouverneur der Niederlau de. Joseph 
bildete sich zum Violoncellisten 
aus, ging 1783 nach Paris, trat 
1790 ins Orchester der komischen 
Oper, später in dasjenige Favart's, 
wo er Solospieler war. 1830 zog 
er sich mit Pension zurück. Auch 
in der Ksl. und späteren Kgl. Ka- 
pelle war er Mitglied. Fetis teilt 
zahlreiche Werke fürs Violoncell 
mit. Nachweisbar sind: 

1er Concerto p. Vol. et orch. Paris, 
Nadermanu. Stb. [Brüssel Cons. 

2e Couc. dito. oe. 34. Paris, Coehet. 
Stb. [ib. 

3 Trios pour Ycl. oblige avec acc. de 
Y. et B. 2. oeuv. de Trios. 3 Stb. Paris, 
Sieber. [B. B. 

Trio a Vcl. obl. av. de V. et B. Paris, 
Magasiu. [B. B. 

— Ausg. Zuric, Naegueli. [B. B. 

3 Sonates p. Vcl. et ßc. oe. 2. Paris, 
Coehet. Stb. [Brüssel Cons. 

3 gr. Duos pour 2 Vcl. oeuv. 2 de 
Duos. Offenb-, Andre. [B. B. 

3 Duos concert. p. Alto et Vcl. oe. 7. 
ib. [Brüssel Cons. 

3 Sonates pour Ycl. avec B. Zuric, 
Naigueli. 2 Stb. [B. B. 

Nocturnes dialogues pour 2 YcUes. oe. 
10. Paris. [Paris Nat. 

3 Nocturnes en Duos p. Pfte. et Vcl. 
Part. Lps., Br. & H. [B.B. 

Airs varies p. Vcl. av. Bc. Paris, 
Coehet. [Brüssel Cons. 

Thema d"una Cavatina variato per Pfte. 



V. Corno. Ms. 15 750 in K. [B. B : 
nur Pfte. vorh. 

Etüde pour le Vcl. Leips. [Darinst. 

. . .'s Circular Modulatious through the 
24 major & minor keys for Ycl. with 
acc. for a 2. Vcl. fol. [Kat. Eeeves. 

3IUschiier, ... ein Komponist 
des 17. — 18. Jhs., von dem die 
B. in Upsala im Ms. besitzt: 

Concerto ä 6 : Viol. concert., 2 V. Alto, 
Vcl. Bc. in fol. 

Mütliel, Joliann Gottfried, geb. 
um 1720 (nicht 1729 wie Gerber 1 
sagt, da M., wie Gerber selbst sagt, 
mit 17 (resp. 18) Jahren 1738 in 
Seh werin angestellt wurde) zu Mollen 
(Lauenburg), Sohn eines Organisten, 
Schüler von J. P. Kunzen in Lübeck, 
dann 1738 Kammermusikus u. Hof- 
organist am Mecklenburg- Schwe- 
riner Hofe, wo er auch den herzgl. 
Kindern Musikunterricht erteilte 
(Kade, Kat. 2, 73). Um 1750 er- 
hielt er die Erlaubnis nach Leipzig 
zu gehen, um sich unter Seb. Bach's 
Leitung noch zu vervollkommnen. 
Ein Schreiben des Herzogs an 
Bach öffnete ihm Bach's Vertrauen, 
so dass er selbst in dessen Hause 
wohnte. Er wurde Zeuge des Hin- 
scheidens Bach's und ging darauf 
zu Bach's Schwiegersohne Altnikol, 
bei welchem er noch am 2. Juni 
1751 verw^eilte (Spitta's Bach 2, 
728). Besuchte darauf Dresden, 
Berlin u. Potsdam, wo er Emauuel 
Bach kennen lernte und mit ihm 
Freundschaft schloss; von hier ging 
er nach Hamburg zu Telemann. 
Nach Schwerin zurückgekehrt, 
wollte ihm die dortige Musikti^ei- 
berei nicht mehr gefallen und er 
nahm im Juni 1753 einen Ruf 
nach Riga an, leitete anfänglich 
die Kapelle des russischen Geh. 
Rats von Vietingheff und erhielt 
dann gegen 1755 die Anwartschaft 
auf die Organistenstelle an der 
Hauptkirche 5 die er auch später 

8* 



Müthel. 



116 



Muffat, Georg. 



antrat. (Gerber 1 aus Bode's deut- 
scher Aus^. der Reisen Burney's, 
der sich über Müthel sehr vorteil- 
haft äufsert. Schubart p. 105 nennt 
ihn einen der ersten und tief- 
sinnigsten Orgel- und Flügelspieler. 
Seine Stücke haben ein ganz eigen- 
tümliches Gepräge : dunkel, finster, 
ungewöhnlich moduliert, eigensin- 
nig in den Gängen und unbeug- 
sam gegen den Modegeschmack 
seiner Zeitgenossen. Er verdiente 
wohl bekannter zu werden, allein 
er hüllt sich in seine Verborgen- 
heit ein und liefert uns nur von 
Zeit zu Zeit Konzerte, Sonaten 
»und andere Klavierstücke.) Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

Auserlesene Oden und Lieder von ver- 
schiedeneu Dichtern: zum musilialischen 
Vergnügen in die Musik gesetzt von . . . 
Hamhg. 1759 Brandt, fol. 2 ßU. 67 S. 
[B. Kgsbg. B. B. B. M. Brüssel Cons. 
br. Mus. 

4 Ciavier- Concerte im Autogr. fol. 
[B. B., ebd. 2 Conceili p. Cemb. 2 V. 
2 Fag-. 3 Vol. Va. e Bc, oder Cembalo, 
2 V. Va. Bc. Stb. in Kopie, Ms. 15 760. 

Conceito I. (Cmoll) per il Cemb. con- 
certato acc. 2 V. Violetta e B. Eiga e 
Mietau 1767 J. Fr. Hartknoch. 5 Stb. 
fol. [B. B. B. Hbg. B.Wagener. Brüs- 
sel Cons. 

Concerto 11. (Dmoll) per il Cemb. con- 
cert. acc. 2 V. 2 Bassoni 6 Vcl., Violetta 
e B. ib. 1767. 7 Stb. in fol. [B. B. 
B. Hbg. B. Wagener. Brüssel Cons. B. 
Lpz. im Ms. 

Duetto für 2 Claviere, 2 Flügel oder 
2 Fortepiano. Riga 1771 bei Hartknoch. 
Part. fol. [B. B. B.Wagener. br. Mus. 
Brüssel. 

3 Sonate in Bd. Cd. u. Esd. für Ciavier, 
im Autogr. in B. B. in fol., zusammen- 
gebunden mit obigen Konzerten. 

3 Senates et 2 Ariosi avec 12 Varia- 
tiones pour le Clavessin. Noribg., Haffner 
Nr. 87. fol. 55 S. [B. B. B. Lpz. B. 
Wagener. br. Mus. 

Three Sonatas for the Pfte. or Harps. 
London, R. Bremner. 29 S. |B. Wage- 
ner. B. Hbg: London by Preston mit 
gleichem Titel. 

2 Menuetten fürs Clavier. Autogr. 



(16742) in kl. fol. [Hofb.Wien. In B. B. 
im Autogr. mehrere Klavierpiecen. 

Im Autogr., B. B., Grasn., Sonate f. Pfte. 

Mützel, J . . . . . ., ein Kom- 
ponist des 18. Jhs., von dem die 

Musikalien-Samlg. des Grofsherzogs von 
Schwenn-Mecklenbg. besitzt: Cantate 4 
vocum: Auf, auf, du werthes Volck der 
Christen, auf die Einweihung der neuen 
Orgel zu Parelüm, zu 2 Trorap., 2 Ob., 
2 V. u. Oigel. P. u. Stb. 

Muffat, Friedrich, war um 

1723 Stabkammerdiener und Hof- 
musikus in Mannheim (Stollbrock 
S. 64 in Georg Muffat's Biogr. 
schreibt statt Mannheim in Mün- 
chen, Avas ein Irrtum ist, denn 
Fr. Walter verz. ihn S. 369 als 
Violinisten in Mannheim 1723). 

Muffat, Grcorg, aus einer schot- 
tischen Familie stammend, dessen 
Vorältern aber wahrscheinlich 
wegen Keligionsbedrängnis nach 
dem Festlande auswanderten und 
sich in Deutschland und Savoyen 
niederliefsen. Geburtsdatum u. Ort 
bisher unbekannt. Pfarrer Vogeleis 
schreibt in der Cäcilia, Strafsbg. 
1898, Jahrg. 15, Seite 30 ff: geb. 
um 1645 zu Schlettstadt i/Els., 
gest. 23. Febr. 1704 in Passau 
(M. f. M. 3, 127). Aus den Vor- 
reden seiner Werke erfahren wir 
nur, dass er sich 6 Jahre lang in 
Paris aufgehalten und sich die 
LuUy'sche Manier zu eigen ge- 
macht habe. Von da ging er 
„zurück'' nach dem Elsass. Das 
schliefst also einen dortigen Aid^ent- 
halt schon vor der Pariser Reise 
in sich und spricht für obige Ge- 
burtsstadt. Hier wurde er am 
Münster in Strafsburg Organist 
resp. im Hochstifte in Molsheim. 
(Das Hohe Capitel der Strafsburger 
Stiftsherrn (Kanoniker) war 1605 
wegen der protestantischen Wirren 
von der Bischofstadt Strafsburg 
entfernt und in das stille Bischof- 



Muffat, Georg. 



117 



Muffat, Gottfried. 



Städtchen Molsheim am Fufse der 
Yogesen verlegt worden. Dort 
wurde der katholische Gottesdienst 
abgehalten und dort war Muffat 
Organist, dagegen in Strafsburg 
nie. Nach Yogeleis.) 1674 ver- 
lässt M. mit vielen anderen bischöfl. 
Beamten das vom Kriege arg ver- 
wüstete Elsass und flieht nach 
OesteiTeich, wo sich Kaiser Leo- 
pold I. seiner annimmt, wie aus 
den Vorreden seiner Werke zu 
entnehmen ist, in denen er sich 
auf AVohlthaten bezieht, die er 
vom Kaiser genossen hat. Er soll 
sich auch einige Zeit in Böhmen 
aufgehalten haben. Um 1678 oder 
79 wurde er Organist und Kam- 
merdiener beim Erzbischofe von 
Salzburg, der ihm 1681 die Mittel 
bewilligte zu einer Studienreise 
nach Italien und wurde Schüler 
des Bern. Pasquini in Rom. Hier 
machte er sich die italienische 
Manier zu eigen und in Verbin- 
dung mit der französischen schuf 
er den gemischten Geschmack wie 
er selbst sagt (Fürstenau 2, 62). 
In den ersten Monaten des Jahres 
1690 tritt M. in die Dienste des 
Erzbischofs Job. Philipp Graf von 
Lemberg zu Passau als Organist 
und Edelknaben-Hofmeister. Erst 
später wurde er Kapellmeister. Im 
Jahre 1690 war er auch mit dem 
Ksl. Hofe in Augsburg, wo Joseph I. 
seinen Sohn zum römischen Könige 
krönen liefs. Vielleicht erhielt er 
durch Vermitteluug des Kaisers 
obigen Posten (Stollbrock, Die Kom- 
ponisten Georg u. Gottlieb Muffat. 
Dissertation. Rostock 1888. 8», 
und M. f. M. 22, 87. 23, 37. Ha- 
berl, Jahrb. 1893 eine Biogr. über 
beide Muffat's. Die sichersten 
Daten in obiger Cäcilia vom Pfar- 
rer Vogeleis). Nachweisbar sind 
von seinen Kompositionen: 



1. Armonieo tributo cioe Sonate di 
Camera cominodissime a pocchi, ö a molti 
stromeuti. Salisburgo 1682 G. B. Ma^T. 
in .5 Stb. fol. 2 V. 2 Viole, Cemb. Eine 
hds. Part, in B. M. [B. Proske. Paris 
Nat. Darmst: V2. 

2. Apparatus-Musico-Organisticus ... 
1690. fol. 2 BU. 66 S. — Neue Ausg. 
von de Lange, Lpz. Rieter -Bied. 1888. 
(jufol. — Tresor des pianistes. Paris 1865. 
Bd. 2. [Original : B. B. Kircheninst. Ber- 
lin. B. Lpz. Hofb.Wien. Kremsraünster. 
Musikfr. Wien. Benedictinerstift Melk. 

3. Svaviores harmoniae instrum. hy- 
porchematicae Florilegium L (50) 4 5 fidi- 
bus c. Bc. Aug. Yind. 1695. 5 Stb: Y. 
Viola, Violetta, Violone, Bc. [ITpsala. 
Kat. Rosenthal. Hofb. Wien: Bc. 

4. Suavioris harmoniae, Instrumentalis 
Hyporchematicae Florilegium secundum, 
sexaginta duabus excultis Modulationibus 

Passavij 1698 tvpis Georg Adam 
HöUer. Bc. kl. fol. [Hofb.Wien. Bibl. 
des Fürsten Moiitz v. Lobkowitz kompl. 
Beide Werke 3 u. 4 im Neudruck: 
Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich. 
Bd. 1. 2. 

5. Exquisitioiis harmoniae instrumen- 
talis gravi -jucundae selectus primus ... 
una cum Bc, ad üb. in duos veluti choros 
. . . Passavii 1701 typis Yiduae Mariae 
Margar. Höllerin, 12 Concerti grossi f. 
2 Y. 2 Yiolen, Yiolone und Cembalo = 
5 Stb. in kl. fol. [Hofb. Wien 4 Stb. Yio- 
Une 2 fehlt. 

Ms. 6712 B. B. ein Sammelband von 
Muffat, dessen 3. theoretischer Teil wahr- 
scheinlich von ihm selbst herrührt. 

Im br. Mus. Ms. 386 Klavierpiecen mit 
Gregor M. gez., was wohl nur ein Irrtum 
sein wird. 

Ms. im Besitze des Fürsten Esterhäzy 
in Eisenstadt eine Messe „In labore re- 
quies'' 8 voc. 12 Instnim. Paii. 

Ms. Hofb. Wien 18685 Nova Cyclo- 
poedia harmonica mit Gottl. M. und Fux 
zusammen. 

Themat.Yerz. seiner Kompos. angefertigt 
von AI. Fuchs 1838. Ms. 4°. 96. [B. B. 

In neuen Ausg. 4 Instramentalsätze 
(Eitner 2, zu bemerken ist, dass der dort 
verz. 2. 3. und 4. Satz von Gottlieb sind). 
Ferner in Werra's 2. Orgelbuche 1 Satz 
(M. f. M. 26, 22). Eine Passacaglia für 
Streichinstr. ed. von Stollbrock. P. Lpz., 
R. Biedermann. 2 Orgelstücke im Ritter 
Nr. 96,97. 

Muifat, Oottfried, Violinist an 
der Hofkapelle in Wien mit 45 Gld. 



Muffat, Gottlieb. 



118 



Muffat, Gottlieb. 



monatl. vom 1. Juli 1701 bis f 1709 

(Köchel 1). 

Muffat, Oottliel) (Teofilo), ge- 
tauft am 25. April 1690 zu Passau, 
Sobu des Georg, gest. 10. Dez. 1770 
zu Wien. Bald nach 1704 (viel- 
leicht um 1705) kam er nach Wien, 
1711 wurde er Hofscholar an der 
Ksl. Hofkapelle unter Fux, auf be- 
sondere Empfehlung des Letzteren. 
Er empfing an Gehalt 360 Gld. 
(Köchel 2, 321) und wurde Schüler 
Fax'. Muffat rechnet sich noch 
später zu seinen Schülern und sagt, 
dass er 30 Jahre hindurch dessen 
Anweisung genossen habe (das 
kann er nur sinnbildlich meinen, 
indem er damit seinen näheren 
Umgang mit Fux bezeichnen Avill). 
Am 3. April 1717 wurde er 2ter 
Hof Organist und erhielt Urlaub zu 
einer Studienreise. Sein Gehalt 
betrug 720 Gld. Er hatte auch 
im Orchester den Flügel zu spielen. 
1741 rückte er zum ersten Orga- 
nisten mit 900 Gld. herauf, 17^63 
wurde er pensioniert (Köchel 1. 
2, 223. 230. 259. 381. Stollbrock 
siehe Georg M. Eine Eingabe in 
La Mara 1, 177). Auf den Com- 
ponimenti musicale nennt er sich: 
„Organista di Corte e Camera di 
Sua Sacra Cesarea Cattolica . . . 
Carlo VI. Imperatore di Sua . . . 
Amalia Vedova e Maestro di Cem- 
balo d'ambidue le Seren. Arci- 
Duchesse regnanti, e purimente di 
Sua Altezza Reale Duca di Lorena 
e Gran Duca di Toscana." An 
Kompositionen lassen sich nach- 
weisen : 

1. 72 Versetl Sammt 12 Toccatea be- 
sonders beim Kirchen-Dienst, bey Choral 
Aenibtern und Yespern dienlich. F. A. 
Dietell sc. Vien. Kupfertitel. 3 BU. u. 
88 S. in qu40. Dedic. Wien 1726 gez. 
[ß. lll)g. B. B. Dresden. B. Wagener. 
Dresd. Mus. Hofb. Wien. Salzburg, br. 
Mus. ohne Titel. 



2. Coniponimenti musicaJi per il Cem- 
balo . . . Scolpsit da G. Chrstn. Leopold 
Intagliatore in Augusta. qufol. 4 Bll. 
106 S., kann etwa um 1735 erschienen 
sein; Stollbrock 56. Neue Ausg. im Tre- 
sor des piauistes, Paris 1865. — Schlet- 
terer 2 Suiten bei Rieter- Biederm. — 
Prachtausg. in Denkmäler der Tonkunst 
in Oesterreich 3. Bd. 3. Teil. Wien 1896 
Artaria & Co. gr. fol. mit facs. Original- 
titel. Chrvsander im Händel Supplement 
5. [Originaldrack: B. B. C. P. Hofb. 
Wien. Stadtb. Augsbg. ohne Titel. Mino- 
ritenconvent in Wien. B. M. Musikfr. 
Wien. Dresd. Mus. B. Lpz. Brüssel. 
Berlin Hochschule. 

Mss. iu B.B: 

15780. Toccate, Fughe e Capricj (No- 
tation auf 6 u. 8 Noteulinien). In Haberl's 
Jahrb. 1893 p. 51 thematiscli verz., sowie 
noch einige Themen, die Comraer fälsch- 
lich Georg M. zuschreibt. 

15781. Toccate e Fug. p. l'organo. 
15785 in K. 1. Parthie en g|?. 2. Pieces 

p. le Clav. 

199 in K. p. 6, Prelude. 

164 in K. 2 Fugen zu 4 St. 

163 in K. Fugen. Tocc. u. 1 Fastorella. 

Ms. 3209 in B. Whj. 12 Toccaten (siehe 
Nr. 1). Folgen noch Orgelstücke von Seb. 
Bach, Eberlin, Froberger, Kerl, Mursch- 
hauser und Neumüller. 1738 von Joh. 
Ant. Graf geschrieben. 

Fuga ex Gdur del Sigr. . . kop. 1764. 
Ms. 1 Bog. fol. [Beilin Kirch eninst. 

Mss. in Hofb. Wien : 

Parthie en C. sur le clav. 8 Bll. qu40. 
15 935. 

Nova Cyclopoedia harmonica (Ouver- 
türen und Tänze f. d. Klav. (von Georg 
und Theoph. Muffat und Joh. Fux. 41 Bll. 
qufol. 18685. 

Praoludien, Fugen, Toccaten u. Tänze 
f. Ciavier. Ms. 18691. 48 Bll. qufol. 

Sonata pastorale a 3. 2 V. e Vol. 
9 Stb. gr. 40. Ms. 16933. 

Tänze u. andere Piecen fürs Ciavier. 
Ms. 18780. 98 Bll. qufol. In 19172 ein 
Prelude. Ms. 19319 figurierter Kontra- 
jinnkt. 

Ms. Musikfr. Wien: 12 kleine Fugen 
samt Toccaten. Nr. 1 Praeambida e Fuga. 

In neuen Ausgaben 16 Instrumental- 
sätze (Eitner 2. Zu berichtigen sind der 
2. 3. u. 4. Satz unter Georg, die Gottlieb 
zugehören. Ferner in Werra's 2. Orgel- 
buche 9 Sätze (M. f. M. 26, 22). Andere 
Neuausgaben sind oben verz. 

In B. B. Ms. 40 96 ein von AI. Fuchs 
angefertigtes thematisches Terz. 



Muffat, Johann. 



119 



Mundy, "U^illiam. 



Muffat, Johann, Yiolinist an 
der Domkapelle in Wien, vor 1740 
(Pohl 3, 47). 

Miiifat, Johann Ernst, stand 
schon unter Kaiser Joseph 11. in 
Wien als Violinist in Diensten 
der Hofkapelle, wurde bei der Re- 
duction der Mitglieder entlassen, 
bittet 1728 um Wiederanstelluug 
und erhält sie am 1. Dez. 1730 
mit 500 Gld. jährl. f 25. Juni 
1746, 48 Jahr alt (Köchel 1 und 
2, 420). 

Muffat, Joseph, ein Sohn Gott- 
lieb's, geb. 1721 in Wien, war 
von 1734 bis f 1^56 Hofscholar 
an der Ksl. Hofkapelle zu Wien. 
Seine Leistungen müssen sehr un- 
genügend gewesen sein, da er nicht 
angestellt wurde (Köchel 2, 231). 

Mugnie, John, schrieb um 1800 
allerlei kleine Klavierstücke, die in 
London erschienen. 

Das br. Mus. besitzt davon in Einzel- 
drucken 15 Nrn., darunter auch 6 Sonaten 
f. Pfte. und V. oder Flöte. In Cambridge 
FW. 4 Piecen für Pfte. 

Mulasco, GrioTanni Antonio, 

aus San Colombano, war um 1592 
Musiker am Dome zu Mailand. 
Scarabella widmet ihm und 12 
anderen seine Samlg. Motetten von 
1592. 

Mule (Mole), Ouillaume de la, 
erhielt im Okt. 1553 das städtische 
Kantorat in Genf (M. f. M. 16, 21). 

Muliehius, Joh., s. Mülich. 

MuHu, siehe Molin u. 3Ioulin. 

Muller, Frans, aus Leydeu, ist 
am 20/2 1789 und 8/3 1794 als 
Musicus an der Universität zu Ley- 
den eingeschrieben (Bouwst 3, 11). 

Mulner, Wilhelm (auch Wal- 
ner gez.), 

ist im Samlwk. von 1549 a mit einer 
2stim. Motette in 2 Teilen vertreten (Eit- 
ner 1). 

Munchhausen, de, s. Münch- 
hausen. 



Munde, siehe Monte, Aegid. de. 

Mundy, John, Mus. Doct., Sohn 
des William, wurde Organist am 
Eton-Kollegium, 1585 an der St. 
Georgskapeile in Windsor. Am 
9. Juli 1586 erwarb er sich den 
Grad eines Baccalaureus zu Oxford, 
1624 den eines Doct. der Musik. 
Vater und Sohn werden in einem 
Gedichte von John Baldwin 1591 
als berühmte Sänger und Musiker 
ihrer Zeit erwähnt. Um 1630 soll 
er zu Windsor gestorben sein, sein 
Nachfolger W. Cliild erhielt aber 
erst 1636 den Posten. Auf dem 
Titel seiner Psalmen von 1594 
nennt er sich „Gentleman, Bachi- 
1er of Musicke, and one of the 
Organists of his Maj. free chappel 
of Windsor". (Siehe Grove. ßur- 
ney 6, 54. Hawkins 3, 360. 4, 27.) 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

Songs and Psalmes comp, into 3, 4 & 
5 parts for the use & delight of all such 
as either love or learn musicke. Lond. 
1594 Tho. Este. 4 Stb. in 4". [br. Mus. 

In Sammelwerken: Triumphs of Oriaua 
von Morley 1601 ein Gesg: Lightly she 
tripped. 5 Klaviei'jj. im Virgiual Buch in 
Cambridge (wird neu herausgegeben 1896). 
In Joh. Baruard's Selected church musick 
1 Gesg. [R. C. of Mus. 1642.] Ebend. 
Ms. 1737 neun lat. Mot. nur mit Mundy 
gez., können daher auch von William sein. 
Im Ms. 624 im br. Mus., 4 Stb. (fehlen 
•4 Stb.) ein Samhvk. von Messen, Mot. u. 
Madr. zu 3 — 8 St. von Verschiedenen. 
— Ebd. Ms. 227 in Burney's Excerpten 
3 Psolmen zu 3 und 4 St. m Part. 

Ms. des Dean and Chapter of Durham, 
enthaltend Orgelst, des 17. Jhs. darunter 
auch Muudy ohne Vornamen. 

Ms. Oxford Chr. Ch, ein Anthem im 
Ms: Lord the maker, 4 voyc. In der 
Musikschule ein Band mit In nomines. 

In neuen Ausg. 2 Gesge. (Eitner 2). 

Mundy (Muuday, Mundaies liest 
man in den Rechnungen der Kgl. 
Kapelle), William, Vater des John, 
schwor am 21/2 1563 als Gentle- 
man an der Kgl. Kapelle zu Lon- 
don. War auch Choral -Vikar an 



Mundy, "William. 



120 



Muratori, 



St. Paul. Morley erwähnt ihn in 
seiner Introduction. Da seine 
Stelle an der Kgl. Kapelle am 
12/10 1591 Anth. Anderson er- 
hielt, so glaubt man, dass er kurz 
vordem gestorben ist (Rimbault. 
Grove). Die in den Lexika ihm 
zugeschriebenen Kompositionen in 
alten Samhvken. tragen meistens 
keinen Vornamen und werden 
willkürlich William oder John zu- 
geschrieben; auch gab es noch 
einen älteren John. (Davey.) 

Den vollen Namen tragen 7 Gesge. in 
Barnard's Sanilwk. von 1641. Einige 
Motetten befinden sich in John Baldwin's 
hds. Saralg. 

Mss. im br. Mus. Nr 98 Anthem, 
Lord, I bow the knees, auch in Ms. 174 
p. 241 in P. — Ms. 100, Propare you, 
tinie werith awaye. — Ms. 5GS Samlwk. 
in 5 Stb. 1 Nr. — Ms. .ö74 neun Motett. 
in 4 Stb. Iß .Th. ohne Vornamen. 

Ms. Cambridge FW. Lord, I bow the 
knees, in 2 Kopien. 

Ms. in Chi-. Ch. zu Oxford : 1 Anthem 
ä 5, 1 Service, 1 Te Deum und Benedic- 
tus, 17 Motetten zu 3, 4 u. 5 Stirn., 
2 Anthems. In der Musikschule ein In 
Nomine. Durch das öftere fehlen der 
Vornamen ist die Autorschaft schwer 
festzustellen. 

Muneford, . . . 

In der Bibl. der Chr. Ch. zu Oxford 
eine Oveiture u. a. im Ms. 

Munerat, Jean Le, siehe Le 
Mimerat. 

Muiiic, A. .. P. .., 17/18. Jh. 

Die Kirchenbibl. St. Walburge's zu Au- 
denarde besafs einst 1 Mot. zu 5 Stirn, 
mit Instr, (Straeten 1, 218). 

Muiiier (rHaiuUmoiit , siehe 
Hauclimont, Etienne. 

Muimiuekx, P. . . F. . ., Kom- 
ponist des 18. Jhs., von dem in 
einem alten Auktionskataloge ver- 
zeichnet sind: 

BaUetti, Allemande, Corante, Sarabande 
cum tribus instrumentis. 

Pevernage in seinen Landes Vesper- 
tinae von 1604 bringt einen Tonsatz mit 
OiiUchnns Munhichx gezeichnet. 

Munnikhuizen, Anthony, geb. 
1732 zu Borstheeld (auf seinem 



Porträt von 1808 liest man „aetatis 
76"). Er war Organist in Amster- 
dam (Bouwst. 1, 97. 2, 45) u. gab 
heraus : 

Zangwyzen der Psalmen en Gezangen, 
teu gebruike der gemeentens toeged. de 
onverand. Ausgsbg. geloofs-belydenis, so 
voor het orgel, clavier als ook andere 
instnimenten. Amsteldam 1781. qu40. 
[Amst. 

Ein Hendrik Mimm'kJmisen war um 
1738 Violist zu Amsterdam (ib.). 

Munoz, Luis, 1611 Ministreis 
an der Kgl. Kapelle in Granada 
(Straeten 8, 477). 

Mnnroe, Alexander, ein ge- 
borener Schottländer, der zu Paris 
lebte und eine Sammlung schotti- 
scher Lieder für Flöte mit Yaria- 
tionen um 1730 herausgab (Haw- 
kins 4, 7.) 

Munster, Hendrik van, Orga- 
nist und Glockenist in Zwolle von 
1653 — 1672, Dokumente aus dieser 
Zeit in Bouwst. 2, 175. Sein Sohn 
Jan wurde ihm 1667 zur Aus- 
hülfe beigegeben. 

Murat, Antoine, ein Armenier, 
war um 1780 bei der schwedischen 
Gesandtschaft in Konstantinopel 
angestellt und schrieb die Ab- 
handlung: 

Essai sur la melodie Orientale, ou ex- 
pUcation du Systeme des modes et des 
mesures de la musique turque. Dieses 
Buch ist nur durch eine Analyse in Rei- 
chardt's Kunst -Magazin Seit. 51 und in 
Schlözer's Briefwechsel bekannt. Näheres 
im Becker 1, 558. 

Muratori, . . . schrieb um 1724 
gegen die Oper; Uebersetzung in 
Mizler's Musik. Bibl. 2. Bd. p.lei. 
— Wahrscheinlich ist Ludov. An- 
tonio Muratori aus Vignola (1672 
bis 1750) gemeint, der sich als 
Schriftsteller bekannt machte und 
schrieb : 

„Della perfetta poesia italiana, spiegata 
e dimostrata. Modena 1706. 2 Bde. 
3. Aufl. 1748. Becker 1 verz. seine 
Sckriften. 



Muratori, Giacomo. 



121 



Muris, Joannes de. 



Dissertazioni sopra le antichita italiane, 
giä composte e pubblicate in latino, e da 
esso poscia compendiate e trasportate 
nell'italiana favella. . . Milano 1751 Pas- 
quali. 3 voll. 4P. [Bologna. 

Muratori, Giacomo, Bassist an 
der Hofkapelle in Wien mit 60 
Gld. raonatl. vom 1. April 1662 
bis t 1680 (Köchel 1). 

Mure, Conrad de, ein Kanoni- 
kus u. Sänger des 13. Jhs. (1273) 
zu Zürich, 

in dessen Werk „No\Tas Graecismus" 
sich Abhandlungen über die Orgel, des 
Nablions, Psalteriums, Cj^ara, Lyra, 
Fistula, Tympanum, und der „Vidulae 
vidulantus ad ai-tem ludunt" befinden. 
Forkel 8, 220 führt nach Possevinus auch 
eine Abhandlung ,,De musica'' an (G. 
Becker 19). 

Murer, Bernardo di Stefani- 

no, ATurde am 15. April 1445 
zum Organisten an S. Marco in 
Venedig gewählt. Sein Nachfolger 
trat am 12. Okt. 1459 ein. Winter- 
feld 4, 198 schreibt fälschlich 
Mured (Caffi 1, 53). 

Muret, M. . . A. . . de, ein Chan- 
sonskomponist aus der Mitte des 

16. Jhs., 

der in Samlwken. mit 2 vierst. Chan- 
sons vertreten ist (Eitner 1). Ebenso in 
P. de Ronsard's Les amours 1553. 

Murette, Michel de la, siehe 
La Murette. 

Murgatroyd, Cliarles, Organist 
zu York 1715 — 21, sodann zu Lin- 
coln, starb 1741. Sein Nachfolger 
war William Middlehrook, starb 
1756 (West). 

Murieu, Oiles. 

Im Archiv des S. Pietro zu Rom be- 
befindet sich in einem Ms. in 4*^ eine 
Samlg. von 107 Chansons von Verschie- 
denen, unter denen auch obiger Autor 
vertreten ist. 

Murino de, siehe Aegidius. 

Muris, Joannes de. Der Name 
Jean de Meurs ist nur eine An- 
nahme, ebenso dass er ein Eng- 
länder ist. Seine Nationalität ist 
bis jetzt noch nicht festzustellen 



möglich. Dr. W. Nagel in seiner 
Gesch. der Musik in England geht 
S. 41 aufs Genaueste alle Momente 
die für England sprechen könnten 
durch, doch ist das Resultat immer- 
hin nur ein Unbestimmtes. Fetis 
zieht alle Citate zusammen, er- 
reicht aber auch kein Resultat. 
Dr. Hirschfeld in seiner Abhand- 
lung über M. und seine Werke, 
Lpz., Breitk. & H. 1884. 8«. 67 S. 
(siehe M. f. M. 16, 97) sagt über 
Muris Persönlichkeit, dass es frag- 
lich ist, ob der Mathematiker und 
Astronom an der Sorbonne in 
Paris der Musiktheoretiker Muris 
ist. Wäre dies der Pall, dann 
könnte man, wie Dr. Nagel an- 
nimmt, wohl behaupten, er war 
von Geburt ein Franzose. Dr. 
Hirschfeld nimmt an, dass sein 
Speculum musicae wahrscheinlich 
ins Jahr 1321 fällt^ und da sich 
M. zu der Zeit schon in einem 
hohen Alter befand, so kann man 
das Geburtsjahr weit ins 13. Jh. 
hinein verlegen. Dr. Nagel ist 
die Bestimmung obiger Jahreszahl 
zweifelhaft. Dr. Hirschfeld stützt 
diese Annahme auf die Thatsache, 
dass er sich voll und ganz auf 
die Lehre Franco's stützt. Was 
nun seine theoretischen Werke 
betrifft, so sucht Dr. Hirschfeld zu 
beweisen, dass eigentlich nur der 
Tractat „Speculum musicae'' ihm 
sicher zuzuschreiben ist. In allen 
anderen Tractaten, die in den ver- 
schiedenen Kopien seinen Namen 
tragen, wird er öfter als dritte 
Person genannt, oder als Autorität 
angeführt, die auf einen fremden 
Verfasser schliefsen lässt. Dr. 
Nagel schiebt dagegen Vieles auf 
die Kopisten, die sich manchen 
eigenen Zusatz erlaubt haben mögen, 
da sie selbst Sachverständige waren, 
doch weist wieder Dr. Hirschfeld 



Muris, Joannes de. 



122 



Muris, Joannes de. 



nach, dass M. in seinem Specnlum 
Einzelnes aus den „Quaestiones'', 
der „Musica speculativa" u. ,,Mu- 
sica practica", anführt und aas- 
driickiich auf einen fremden Autor 
hinweist. Dr. H. Riemaun nimmt 
einen Jo. de Muris Normannus c. 
1275 — 1350 u. einen Jo. de Muris 
de Francia von 1275 — 1350 an 
und verteidigt seine Annahme in 
beweisführender Weise (siehe im 
Reg. unter Johannes). Muris war 
ein Verfechter und eifriger Lehrer 
der älteren theoretischen Anschau- 
ungen und verwirft in rahiger 
Auseinandersetzung die Yerirrun- 
gen der neueren Richtung, wäh- 
rend er selbst in der heftigsten 
Weise von den Neueren (z, B. 
Philipp de Vitiy) angegriffen wird, 
worüber sich M. bitter beklagt. 
Von seinen ihm zugeschriebenen 
Tractaten sind im Druck erschienen : 

In Gerbeit's Scriptores: 

Tractatus de musica, Bd. 3, 189—248. 

Musica speculativa^ sive Hieoretica, ib. 
249—255. 

Musica Theorica, ib. 255—283. 

De numeris, qui musicas retinent con- 
sonantias, secundum Ptoloniaeum de Pa- 
risiis, ib. 284—286. 

Tractatus de proportionibus, ib. 286 
bis 291. 

Secundus liber, sequitur, quid Magister 
J. de Muris dicat de practica musica, seu 
de meusurabili, ib. 292 — 301. 

Item J. de M. quaestiones super partes 
musicae, ib. 301 — 312. 

Ars Discantus data a Mag. . . abbre- 
viando, ib. 312 — 315. 

In Coussemaker's Scriptores: 

Cujusdam Carthusiensis Tractatus de 
musica plana: Sequitur Tract. de natura 
et distinctione 8 touorum musicae, Bd. 2. 
434. 

Ars intonandi secundum regulas ab in- 
stitutoribus musicae traditas, ib. 450. 

Quaedam varia, S. 460. 

Qualiter faciendum est Monocordum et 
qualiter invenitur, S. 462. 

Istud pertinet ad tractatum de distinc- 
tione touorum, S. 466. 

De tonis et quibusdam ad eos perti- 
neutibus, S. 467. 



Brevis et utilis informatio modulandi 
planum cantum, S. 477. 

Stet protestatio ista facta supra folio 
LXYI, Ö. 483. 

Forkel teilt einen Satz einer Diaphonie 
mit, wieder abgedruckt im Fröhlich (Eit- 
ner 2 Nachträge). 

Ueber Mss., Inhalt und Bedeutung im 
Lafage 2, 239. 380. In der Viertel]". 



Bd. 1—10 siehe General -Reg. 



M. f. 



M. 17, 66. 4, 164. 5, 62. 22, 41. 

Universit.-Bibl. zu Pisa, Ms. IV, 9 
enth. die Musica speculat. und Arte prac- 
tica mensurabiils. — Ars coutrapuncti. 

Burney 5, 413. 420 beschreibt einen 
Kommentar, von John Wjdde geschrieben, 
im br. Mus. Ms. 105 fol. 94. Siehe auch 
Ms. 141. 

Paris Nat : Speculum musicae, Mss. lat. 
7207 A. — Tractatus de musica. Ms. 15. 
Jh. ib. 7207. 

Cambridge, Magdalen - College, Collect. 
Pepysian, ge.schrieben 1415: Tractatus 
musicae. Burney 5, 383. 388. 

Rom, ValUcellaua B. 83. — Florenz 
Riccardiana Nr. 134. Im Lafage be- 
schrieben. 

Bologna Liceo: Expositiones tractatus 
practice cantus mensurabilis Magistri J. 
de M. a Magistro Prosdocimo de Belde- 
mandis de Padua compilate. 15. Jh. fol. 
(Kat. 1, 194). 

6 Tractate zum Teil in späterer Zeit 
kopiert, Kat. 1, 236. 237 ebd. 

Stadtb. Gent: Ars discantus et argu- 
menta musicae. 

B. Proske, Ms. theor. 98. 15. Jh. Seit. 
369-378: De proportionibus. 

Stadtb. Tours, Ms. 15. Jh. Proportio- 
num musicalium. 

B. Brüssel in Ms. 5270. des 13. Jhs. 
4. Tract. Incipit ars contrapuuctis. Ms. 
5276 De musica et de coutrapuncti ru- 
gulis. 16. Jh. 40. 

Noch seien einige alte Drucke erwähnt : 

Epytoma Johannis de Muris in musi- 
cam Boecii. in quo omnes conclusiones 
musice est inter Septem artes liberales 
primaria, miraceleritate mathematico more 
demonstrantur. 4" gothisch, 44 S. Am 
Ende: Explicit musica . . . nup. per Mag. 
Ambros. Lacher de Merspurgk . . . im- 
pressa in frankfordiano 1508. [B. B. 
Upsala. 

Quadruvii practici epitomata. Arith- 
meticae . . . Speculativa musica J. de M, 
metrice conscripta . . . Am Ende: Impress. 
Colonie apud predicatores, s. a. 4'' gothisch. 
[Brässei. 

Schriften über Muris. Dr. Hirschfeld 



Muris, Michael de. 



123 MurscKhauser, Franz Xaver Anton. 



siehe oben. — Th. Nisard: Jean de M. 
gr. 8". [Brüssel] — Hugo Eiemann, 
Gesch. d. Musiktheone 1898. 

Siehe auch den Artikel bei Fetis. 

Muris, Michael, Galliculus de, 
citiert von Ormtoparcluis in seinem 
Micrologus von 1517, welcher einen 
Tractat über die Gesangskunst ge- 
schrieben hat (Hawkins 2, 393). 

Murlos, Bernhard, Lebenszeit 
unbekannt. 

Die B. der Musikfr. in Wien besitzt 
von ihm: 1 Messe, 1 Te Deum, Laudate 
pueri und Sah^m fac, für 2 Ten., 1 B. 
u. Orch. in P. u. Stb. 

MuiTuellius, Joannes, lebte im 
Anfange des 16. Jhs; bekannt ist \ 
von ihm ein Gedicht nebst Kom- | 
Positionen unter dem Titel: 

Protrepticus studiosorum poetices Joan. 
M. Ruremundensis. Joan. M. auditoribus 
suis Salutem ... 1517. 8". Am Schlüsse: 
Vitebergae apud Georg. Rhav. Die oben 
genannte Stadt ist Roermonde in Holland, 
sein Geburtsort. Enth. 3 lat. Gesänge zu 
4 Stim. [Zwickau, Kat. Nr. 228 Beschrbg. 

3Iurr, Christoph Grottlieb Ton, 

ein gelehrter Schriftsteller, geb. 
1733 zu Nürnberg, gest. 8. April 
1811 ebd. Machte viele Reisen, 
um die Schätze der Bibliotheken 
kennen zu lernen. Neben zahl- 
reichen Werken schrieb er auch: 
Xotitia duorum codicujn musicoiura 
Guidonis Aretini saec. XI et S. Wilhelmi 
Hirsaugiensis saec. XK in membranis 
exaratorum. Temporis nostri Orpheo Do- 
mino Josepho Haydu dicavit . . . Cum 2 
tabulis aeneis. Noiinibg. 1801 Monath et 
Kussler. 4«. mit 2 Tat. [B. B. Dresden. 
Musikfr. "\Men. Bmssel. B. Lpz. 

Philodem von der Musik. Ein Auszug 
aus dessen 4. Buche. Aus dem Griechi- 
schen einer herkulanischen Papynxsrolle 
übersetzt von . . . Nebst einer F'robe des 
Hvmnenstils altgiiechischer Musik. Berlin 
1806 Frölich. 4«. 64 S. mit Facs. [B. B. 
Musikfr. "Wien. Brü.ssel. Briissel Conserv. 
B. Lpz. Näheres bei Fetis. 

Murray, Lady Edith, lebte in 
der Mitte des 18. Jhs. und ist be- 
kannt durch die Drucke : 

The priiice of AVales. "Waltz, London. 
The London music Publishing, fol. 

Legende pour Piano et Violon, jouee 



par Signor Pagini (Pagin) . . . London, 
Cunningham Boosey & Spragne. 

Vorwärts March for the pfte. comp. 
. . . London, ib. Dedic. Prince "Wilhelm 
von Preufseu [sämtlich in Schwerin F. 

Herr Davey glaubt, dass die Ver- 
fa.sserin um 1860 — 1880 ihre Komposi- 
tionen herausgab. 

Murschhauser, Franz Xaver 
Anton, getauft am 1. Juli 1663 
in Zabern i/Els., gest. am 6. Jan. 
1738 zu München. Schüler von 
Kaspar Kerl in München. 1691 
erhielt er an der Frauenkirche zu 
München die Chorregentenstelle, 
die er bis au sein Lebensende be- 
kleidete. Am 24. Sept. 1691 hei- 
ratete er Maria Oberhoffer (Kirchen- 
buch). Eine auf Quellen gestützte 
Biographie nebst Beurteilung seiner 
Werke vom Pfarrer Vogeleis in 
Haberrs Jahrbuch 1901 p. 1, der 
mir noch brieflich berichtet, dass 
der Yater am 30. Sept. 1655 von 
Mosburg bei Landshut in Baiern 
durch Yermittelung der Jesuiten 
nach Schlettstadt i/Els. versetzt 
wurde, wo er die Stelle eines 
lateinischen Schulmeisters erhielt 
und im Oktober 1658 nach Zabern 
zog. Das Terzeichnis von Franz' 
erhaltenen "Werken ist folgendes: 

1696. Octi-touium novum organicum, 
octo tonis ecclesiasticis, ad Psalmos, & 
Magnificat adhiberi ... Ex diversi musici 
artificij fontibus derivatum, cum Appen- 
dice nounullarum Inventionum, ac imi- 
tationum pro tempore . . . Op. 1. Aug. 
Vind. 1696 Laur. Kronigei-us & haer. 
Teoph. Goebelius. 1 vol. in qufol. 4 BU. 
u. 89 Orgelpiecen im Stich, auch Vari- 
ationen dabei. [Berlin Kii'cheniust. B. M. 
B. Wagener. Minoritenconvent Vien. 

1700. Vespertiuus Latriae, & Hyper- 
duliae cultus, sive Psalmi vespertiui con- 
sueti de Dominica, et beatissima Yirgine, 
8 tonis eccles. per diversas Contrapuncti 
leges alHgati: A 4 vocibus concert. 2. Yiol. 
obl. & 4 voc. in ripieno, cum annexo, 
pro coronide, Psalmo: Laudate pueri ä 
Basso solo, & 4. Instr. conc. Opus 2. 
Aufhöre . . . Ulmae Suevorum 1700 Joh. 
Com-. Wohlerus. 12 Stb. 4». 8 Singst. 
2 V. u. 1 Violone nebt Bc. 10 Psalm. 



Murschhauser, Fi'anz Xaver Anton. 124 



Muscovius. 



1 Laudate, daninter 5 Nrn. a capella. 
[B. B. Zürich Musikgesellschaft. 

(1700). Prototypen Longo -breve or- 
ganicum, exhibeus, super tonos figuratos 
magis usitatos, niodum novum ac arti- 
ficiosuni, tarn constringendi quam didu- 
cendi, pro necessitate, vel etiam libitu, 
FugaseiPraeaiHhula., juxta genuinas contra- 
puncti . . . Noribg. s. a. Wolf. Maur. Endter. 
kl. qu40. 3 BU. 34 Orgelst, im Stich 
ohne Autornamen. 

— Pars secunda (wie oben) 3 Vorbll. 
42 S. Orgelst, vom 8. bis 12. Tone, ohne 
Autornamen. [Beide Teile zusammenge- 
bunden in B. B. br. Mus. Glasgow. 
Minoritencouvent Wien. Hofb. Wien. 

1707. Fundamentalische kurz, und be- 
queme Haudleitung . . . zur Figural- und 
Choralmusik . . . München 1707 beym 
Autor, qufol. 17 BU. [B. B. B. M. 
Proske. 

1721. Academia musico-poetica bipar- 
tita. Oder: Hohe Schul der musicaüschen 
Com Position. 2 Theile (die Titel sind 
sämtlich endlos lang. Mehr am Ende die 
unglücklichen Worte:) ,,um dem vortreff- 
lichen Herrn Matthoson ein mehrers Licht 
zu geben"... Augsburg 1721 Wolfg. 
Mor. Endter, gedr. bei Job. Ernst Adel- 
bulner. fol. 14 u. 18G Seiten nebst 
Reg. Vollständige Titel im Kat. Joach. 
Nr. 613, im Forkel 8 und Becker 1. 
[B. B. B. Joach. B M. üresd. Basel. 
B. Wagener. Musikfr. Wien. Freising. 
B. Lpz. Einsiedeln. Brüssel, br. Mus. 

Leider strotzt das Werk von Dinick- 
fehlern und Mattheson war gleich bereit 
ihm mit seinem Lichte heimzuleuchten 
und zwar in der Critica musica in den 
3 Abhandlungen .,Die melopoetische Licht- 
scheere in 3 Schneuzungen." 

1 Toccata per il Pfte. Part. Ms. in 
Berliner Singak. Zwar mit F. A. Mursch- 
hauser gez., doch kann es wohl nur der 
obige sein. 

1 figurierter Kontrapunkt in Ms. 19319. 
LHofb. Wien. 

Ms. 3209 in B. Hbg. in 12 Toccaten, 
dabei ein Orgelst, von Murschhauser. 

17 Orgel- und Klavierstücke in neuen 
Ausg. (Eitner 2). Im Bitter Nr. 98. 

Murschhauser, Ignaz, ist seit 
etwa 1699 Bassist an der Hof- i 
kapeile in München mit 300 Gld. I 
Gehalt, die aher bis zum 20/3 1700 
um die Hälfte wegen Geldmangels 
verkürzt werden. 1726 beträgt 
sein Gehalt 340 Gld. Nach dem 



Totenreg. der Frauenkirche starb er 
(oder wird begraben) am 10. Mai 
1734. 1706 bez. er sich in einer 
Eingabe als ein alter Manu, der 
schon 20 Jahre demKurfürsten diene. 
Mattheson 3, 175 erwähnt noch 
einen Murschhauser, der seit 60 
Jahren Organist in Regensburg 
war und 1724 oder 1725 starb. 

Murtin, Vincenz, Lebenszeit 
unbekannt. 

Im Archiv des Dresdner Hoftheaters 
das Singspiel: Lilla, oder Schönheit und 
Tugend. Ms. P. u. Stb. 

Musa, Anthoiiius, ein Kompo- 
nist aus dem Anfange des 16. Jhs. 

Im Ms. 4 der Bibl. Zw., welches schon 
die Jahreszahl 1534 aufweist (nicht erst 
1547 wie der Kat. anzeigt;), befindet sich 
unter Nr. 108 der 4- u. 5stim. Tonsatz: 
Coelum dives, überschrieben: Martinus 
Abrahae. 

Musaeus, Johann Anton, ein 

dänischer Musiker, der in Kopen- 
hagen im 18. Jh. lebte und nach 
Fctis herausgab: 

Divertimento nuisico per il cembalo 
solo . . . Kopenhag. 1765. fol. Es ent- 
hält Sonaten u. a. Im Vorworte behandelt 
er den Eindruck der Musik auf die mensch- 
liche Seele. 

Musatti, Vincenzo, aus Bo- 
logna, ein Priester, wurde am 26. 
Nov. 1571 als Sänger in die päpstl. 
Kapelle aufgenommen, bekleidete 
für 1583 das Amt eines Punkta- 
tors und lässt sich bis 1594 ver- 
folgen (Straeten 6, 455 mit Dokum.). 

Musbeck, F . . . A . . ., lebte um 
1799 zu Rawicz (Posen) als Musik- 
lehrer und gab bei A. Gehr & Co. 
in Breslau 6 Sonaten für Klavier 
heraus (Gerber 2). 

MuscotIus, Johann, geb. 2. Juni 
1635 zu Grofs-Graba (Oberlausitz), 
gest. 17. Okt. 1695 zu Lauban, wo 
er erster Pastor, Kirchen- und 
Schul-Inspektor war. Er schrieb: 

Bestrafter Missbrauch der Kirchenmusik 
und Kirchhöfe (gegen Chrstn. Schiff ge- 
richtet). Lauban 1694. 8". 110 S. [B.B. 



Musculus. 



125 



Musica. 



Musculus, Balthasar, ein Schul- 
meister in Ziegenrück im Yogt- 
lande, scheint 1597 schon ein 
Verstorbener gewesen zu sein, da 
Georg Körber von seineu Liedern 
eine 2te Ausg. veraustaltet. Die 
erste Ausg. ist nicht bekannt. 8 
sind von Orazio Yecchi mit deut- 
schen Texten, 7 von J. Meilaud 
und 13 von G. Körber, Nr. 1—40 
von Muscuhis; betitelt: 

Vierzig schöue geistliche Gesenglein 
mit 4 stimmen . . . Am Ende: Nürnbg. 
1597 AI. Ph. Dieterich. 4 Stb. i[\\4». 
G8 Nrn. [B. Zw. Hofb. Wien: Disc. 

— ß. M. aufserlesene anmutige, schöne, 
mit trostreichen, geistlichen Texten ge- 
stellte und coUigirte Gesänglein, von newem 
übersehen . . darbei auch etliche . . von 
Hör. Yecchi, Regnardi, Orlandi, Meilandi, 
Ricci, Hasleri, Vulpii, Hausmanni, Wid- 
manni vnd anderer, auf 4. 5. vnd 6. Stirn. 
. . Durch Erasm. Widmannum Hallensem 
(herausgeg.). Nürnberg 1G22 Sim. Halb- 
mayer. 5 Stb. 40. 75 Gesge. [B.B:C. 
Basel kompl. ß. Lpz: 5a & 6a vox. 

— Sacra Cithara, Das ist: Achtzig 
schöne geistl. Gesang, mit 4. vnd 5. Stim. 
, , Auetoribus : B. M., Hör. Yeccho, Jac. 
Mailando \nd andern. Jetzo von neuem 
wider auffgelegt . . . Sampt einem Com- 
pendio artis musices. Nürmbg. 1625 
"Wagenmann. 4 Stb. sehr kl. Format, 
[br. Mus. 

Näheres Eitner 1 unter den obigen 
Jahresz. und Seite 743 das Verz. der Ge- 
sänge. Aufserdem fand ich ihn noch in 
E. Widmann's Geistl. 4 stim. Psalmen 1639 
(1604). — In Erhardi's Gesgb. von 1659 
4 Gesge. und in Joh. Kasp. Suter's Geistl. 
Seeleumusik 1662. 

Dr. Em. Bobn giebt noch die Titel 
obigen Samlwkes. in Ausgaben von 1602 
und 1609 ohne Fundort an. 

In B. Zw. hds. an 505, drei geistl. 4 stim. 
Gesge. und in 49 ein Tonsatz ohne Text. 

In B. B. Ms. Peitsch Z112, 4 Stb. 
Nr. 167 : So war ich leb spricht G. 4 voc. 
Nr. 168: Last singen u. G. loben, 4 voc. 

Musel, Joamies, von 1474 bis 
76 päpstl. Säuger in Rom (Viertelj. 
3, 231). 

Muser, Franz, kam 1555 von 
Metz nach Strafsburg u. wurde an 
St. Thomas Organist (Lobstein 59). 



Muses' delight (The). 

An accurate collect, of EngHsh and 
ItaJian Songs, Cantatas and Duetts . . . 
with Insti-uctions for the voice, Y. harps. 
or spinnet, Genn. flute, common flute, 
hautboy, french-horn, bassoon and several 
hundred English, Irish and Scots Songs, 
without the Music. Liverpool 1754 John 
Sadler. [br. Mus. 

Muset, Colin, ein Menestrel des 
13. Jhs. 

von dem die Nationalb. zu Paris 3 Chan- 
sons mit Melodien besitzt. Fetis Näheres. 

Musica — Musik — Musikalisch. 

Mores Musice omnis cantus gregoriani. 
Argentine 1488 Prj'fs, siehe Hugo von 
Reutlingen. 

Musica. In dem Samlwk. Patrol. latina 
edit. Migne, Paris 1853 die anonymen 
Tractate Bd. 151, B1391, 1. Musica. 
2. Tractatus de musica. 3. Fragmentum 
musices. 

Musica, De. Ms. 15. Jahrh. [C. P. 
Katalog p. 89. 

Musica, de arte musica. Hds. kopiert 
von Leo de Burbure nach einem Ms. zu 
Gent des 16. Jhs. Man schreibt sie dem 
Dionysius de Karthusius zu. [Amst. 

Musica poetica brevis 43 BU. Ms. 4^, 
Nr. 42 in B. B. — Ebd. Musica ist ain 
kunst recht zu singen. Am Ende 1528. 
23 Bll. Ms. 8«. Nr. 127. 

Musicae rudimenta latino - belgica ex 
prolixioribus musicorum praeceptis ex- 
cerpta, in usum iUustris gymnasü Geldro- 
Yelavici, quod est Hardervici. Ed. 2. 
recogn. et aucta. Amstelod. 1645 Joh. 
Janssonius. 40. [C. P., Kai 203 Be- 
schrbg. Die 1. Ausg. Hardervici apud 
Gedeon de Haes, 1621, in kl. 4° beschreibt 
Boers in Bouwsteene 1, 26. 

Studiosum musicae, sive quaestionem 
an Studium in Musica arte et quantum 
quidem ponere liceat optimaruni artium 
studioso . . . Tide Henricus a Lith (Prof. 
der Eloquent.) Frankofort a/Y. 1692 Joh. 
Coepsehus. fol. 1 Bog. [B. B. 

Musica Oxoniensis. A coUect. of songs 
for 1 & 2 voic. with th.-b. Oxf. 1698. 
fol. [Glasgow. 

Musica parabolica 1754, siehe H. G, 
Neufs. 

Musicae vocalis deliciae; being a col- 
lection of . . . Madrigals, Glees, Catches 
etc. In score, vol. 1. 2. Lond., T. Skil- 
lem. 80. [br.Mus: vol. 1. R. Cef Mus. 
vol. 2. 

Musica. Partieen pro liutho, Yiolino, 
Basso . . Author. Sig. Bloek^ Christ., Fieh- 



Musica. 



126 



Musica. 



tel^ Laüff^ Sig. Meckh, Serta, M. Weis, 
Sigm. Weis. 45 Piecen auf 53 Ell. in 
fol. Ms. des 17.— 18. Jhs. [Salzburg. 

Musica Transalpiua, siehe Yonge, Nie. 

Musica beliicosa, or, warlike music. 
Being a choice collection of 68 Marches 
& Trumpet times for the Germ, flute, Y. 
& Hautb., with a Th. B. to the whole, to 
■\vhich is added Geminiani's and Duhourys 
Serauading Trumpet tunes and a scale 
of the Gamut for the Basson. 2 parts. 
Lond., AYalsh. qu40. [R. Cef Mus. 

Musica scelta d'autichi maestri italiani, 
pubblicata dalla societä „Cecilia". Copen- 
hagen, P, W. Olsen, fol. (mit Klavier- 
begltg. von Heinr. Rung). 

Heft 1: Stradella, Scarlatti, Tenaglia. 

Heft 2: Scarlatti, 2 anonymi. 

Heft 3 (Mainz b. Schott's S. 1860): 
Tenaglia, Scarlatti, Cavalli. [B. M. Brüs- 
sel 2440 Heft 1 und ein 2tes, im Kat. 
nicht genannt. 

The Musicall compass: three cuts de- 
signed to stew how thee eight notes circu- 
late in their perpetuall order . . . Lond. 
1686. 4». [br. Mus. 

Musico-ListrumentaliscbeGemüths-Lust 
bestehend in sechs aufserlösenen Parthyen 
(mit vier Geigen) sambt dem Cembalo ad 
Lybitum. Woriunen unterschiedliche cu- 
rieuse Overturen, Arien, Meuueten, Bu- 
reen, Ballet, Chaconuen, und andere der- 
gleichen auf jetzo zu Tag im Schwung 
gehende neueste Art und Manier ein- 
gerichter Stück enthalten, so bey Coraö- 
dien, Tafel-Musicen, Serenaden und solcher- 
ley ... zu gebrauchen seynd. Yerfafst 
von einem Edlen Liebhaber diser Kunst. 
Anno 1712. 4 Stb. 4». (V. Yioletta, 
Viola, Yiolone o Cemb.) 12 Nrn. aus je 
4—5 Piecen bestehend. [Musikfr. AYien. 

Musical MisceUauy (The) . . . London 
1729—31. 6 voll. Siehe Watts. 

Musical direction (A) for the year 1794, 
cont. the names & addresses of most of 
the Professors of music, with the parts 
they respectively perform, &c: and an 
historical sketch of the Academy of Ancient 
lAusic. Lond. 1794. kl. 8«. [R.C ofMus. 

Musical Biography; or memoirs of the 
lives & "writings of the most eminent 
musical composers . . . Lond. 1814. 2 voU. 
8". [Glasgow. 

Musicaale Toon- ordre Zynde het op 
klimmen en afdaalen der toonen van het 
eene octaav in het andere. Ms. des 
18. Jhs. 5 Bll. in 4». [Amst. 

Musician. The Alamode . . . Lond. 
1698. Fol. [br. Museum. 

Musico practico 1683. [B. Proske. 



Musick's recreation of the Lyra Viel, 
siehe Playford, John (1656?). 

Musicus curiosus. Musicus magnani- 
mus. Musicus vexatus 1690/91 sind ano- 
nyme, resp. Pseudonyme satyrische Schrif- 
ten von Joh. KiihnoH, die man bisher 
Kaspar Printz nach Forkel's Angabe zu- 
schrieb. 

Musik -Master (The modern), or the 
universal musician, containing: I. An in- 
troduction to singing ... 11. Direction 
for playing the flute . . . IQ. The newest 
method for learners on the German flute, 
as improv'd by the greatest masters of 
the age . . . (bis VI nebst einem Dictio- 
nary). London 1730. gr. 8^. graviert. 
[Brüssel 5379 mit vollständigem Titel. 

Musicus autodidactos, siehe Eiset 1738. 

(Musicus) Der wohl geplagte Musicus, 
s. 1. 1772 anonym. 8". [ß. B. 

(Musik) Etwas von und über Musik 
1777 u. 1778. Siehe F. Müller. 

La Musique du diable ou le Mercure 
galant devalise. Paris 1711 Robert le 
Türe. 120. 381 S. [Bologna, Kat. 1, 344. 

Musique a Tusage des fetes nationales 
1. livraison bis 6. livr. Mois de Germinal 
an II. de la Kepublique une et indivisible 
(1791—94, bis Mois de Fructidor). Paris, 
de l'impr. de Richomme. Jede Piece 
einzeln in fol. Enthält Gesäuge und In- 
strmnentalpiecen von Catel, Dalayrac, 
Devienne, Fred. Duvernoy, F. Gebauer, 
Gossec, L. Jadin, Langte, Lefevre, Mchul, 
Ozi, Solle. [Pai'is Nat. Jahrg. 2, 6 Monate 
mit obigen Autoren. B. Brüssel 2. und 
3. Jahrg., der Kat. giebt keinen Inhalt an, 

Musique. Choix de M., dedie a S. A. S. 
Monseigneur le Duc Regnant des Deux- 
Ponts. (Paris 1783—84.) 4». [br. Mus. 

Eine periodisch erscheinende Ztg. mit 
Vokal- und Instrumental-Piecen von Baron 
de Rumling, Devienne jr., G. Andreozzi, 
Karr, Lachnith Taiue, P. Sales, Mereau, 
de Nerciat, B. Mengozzi, de St. George, 
Fontaine, H. J. Rigel, Bianchi, Abbe Rose, 
Toeschi, L. Mayer, G. Hemerlein, Abt 
Vogler, Gossec, Maitini, C, Mayer, de 
Fontenet, Gretry, Nittel, TYiUiam, Dezai- 
des, PaisieUo, Sivol, Lenoble, Bartelmont, 
Edelmann, Tapray, Foignet. Sacchini, 
Piccini, Haydn, Clementi, Blin de la Codre, 
Couperin, Mlle. Ray, Mlle. Pomllard und 
MUe. de Beaumesnil. 

Musique, De la, vide Chahanon. 

Musique, La, rendue 1762, vide Choquel. 

Musikalisches Alleiiey 1761. Siehe 
Birnstiel, F. W. 

Musikalische Correspondenz, siehe Boss- 
ler, Foilsetzg. der Realzeitung. 



Musica. 



127 



Mussele. 



Musikalische Dialoge 1805. Siehe 
Heinse^ Wilh. 

Musicalisch - Türkischer Euleu - Spiegel, 
Das ist: Seltzame Possen von einem sehr 
gescheidten Türkisch - Kayserlichen Hof- 
und Feld -Narren, welcher uachgehends 
gar Muff ti worden; etc. Mit einer Tenor- 
Sing- Stimm, 2. VioL, auch 2. Violen, so 
ad placitum, samt doppeltem General- 
Bass . . . compon. von dem bekandten 
Daciauischen Simplicissimo zu Güniz. Da- 
selbst gedruckt 1688. 6 Stb. 4». 41 Nrn. 
[B. W. in einen Bd. gebunden. 

Musicalischen (Des) Frauenzimmers 
Musicalisches Divertissement. Ms. A493 
Samlbd. letzte Nr. [Dresd. Mus. 

Musicalischer Leuthe Spiegel, siehe 
Leuthe-Spiegel. 

Musikalisches Magazin. Siehe Breit- 
kopf Nr. 7 1763. 

Musikalisches Magazin. Enthaltend 
Lieder, Englische Tänze, Menuetten, 
Märsche, leichte Sonaten etc. Für das 
Klavier. 1. Heft. Brauuschweig, Kircher 
(Ende des 18. Jhs.). [Schwerin F. \ 

1. Heft: 2 Klavierp. u. 3 Lieder nur 
mit Anagramms gez. 

2. Heft: 1 Menuet, 3 Angloise, 1 Qua- 
drille, 5 Lieder, ebenso gez. 

3. Heft: 6 Lieder, 1 Marche, 4 davon 
mit Vaders und je 1 von Fleischer und 
Reinwild, wenn damit nicht die Dichter 
gemeint sind. 

4. Heft: 2 Sonatinen, 1 Sinf., 1 Rondo, 
3 Arien von Chr. Heinr. Hartmann. 

Musikalisches Mancherley. 1762. Siehe 
"Winter, Verleger in Berlin. 

Musikalische Neujahrsblätter und Neu- 
jahrsgeschenke, siehe unter Neujalir. 

Musikalische Patriot 1741. Siehe Henke. 

Musikalisches Pot-Pourri s. Breitkopf b. 

Von der musikalischen Poesie. Berlin 
1752 Joh. Fr. Vofs. 8^^. [Dresd. B. B. 
(1753). 

Musikalische Quacksalber 1700. — 
Musicus curiosus 1691. ^ Musicus mag- 
nanimus 1691. — Musicus vexatus 1690 
sind anonyme Schriften von Johann 
Kulnuiu. 

Musikalisches Quodlibet, Ms. in Dresd. 
Mus. 82 Seit, in fol. Enth. Instnunen- 
talpiecen und 1 Arie; an Autoren werden 
genannt Scherlitz, Beuda, Fischer, J. C. 
F. Bach, C. P. E. Bach, C. F. Wolf. 

Musicalischer - Trichter . .. Frauckft. 
a/d. Spree 1706. Siehe Fuhrmann. Die 
Mehrzahl seiner Schriften erschien Pseu- 
donym. 

Musikalisches Vielerley 1770. Siehe 
Karl Ph. Em. Bach. 



Musikal.-wöchentl. Belustigungs-Lieder 
zu 1—3 Stirn. Zürich 1775. [Kat. Cal- 
vary in Berlin. 

Musikalisches Wochenbl. und Musika- 
lische Monatsschrift 1791. 1792. Beide 
von Eeichardt und Kunzen (Friedr. Ludw. 
Aemilius). 

Musicalischer Zeitvertreiber 1609, siehe 
Kauffmann, Paul. 

Musicalischer Zeitvertreib, welchen man 
sich bey vergönten Stunden, auf dem be- 
hebten Ciavier, durch Singen und Spielen 
auserlesener Oden, vergnüglich machen 
kan. Franckfurt und Leipzig 1743. 8^. 
32 Lieder mit Begitg. , ohne Autoren. 
[Musikfr. Wien. 

— Des Musicalischen Zeit-Vertreibs 
Zweyter Theil. Welchen man sich bey 
vergönten Stunden auf dem Ciavier mit 
... V. oder Fl. durch Singen ... Ib. 
1746. 40. 34 Lied, mit 1 Flöte u. bez. 
Bass. [Musikfr. Wien. Hofb. Wien, 

Miisigiiy, Madame de, Schüle- 
rin des Harfenisten Kriimbholz, 
lebte 1788 zu Paris und gab da- 
selbst heraus: 

VI Romances d'Estelle avec acc. de 
harpe ou pfte. Paris (Gerber 2). 

Musikalisch, s. unter Musica. 

Musiii, s. Furlanetto, Bonav. 

Musotti, Stefano, aus Bologna, 
gab heraus: 

L'anima sospirante in contemplando i 
dolori di Christe, Madrigali a 3 voci Cou 
il Bc. Ven. 1621 Magni. 4 Stb. 4". 
[Musikfr. Wien. 

Mussard, ... ein französischer 
Musiker des 18. Jhs. Er nennt 
sich Maitre de flute, lebte um 
1780 in Paris und ist ein Viel- 
schreiber für sein Instrument (Im 
Magazin wird er vielfach genannt). 
Ich fand nur: 

ü"ie recueil d'airs des operas de Coli- 
nette ä la cour de Thesee, des deux Ge- 
meaux de Bergarae, des Amour d'ete et 
autres, arranges p. 2 Fl. ou V. . . Paris, 
Tauteur. Stb. [Schwerin F. 

Nouveaux principes pour apprendre ä 
jouer de la flutte travers. Paris. fiu4^. 
[br. Mus. 

Es gab auch um 1780 in Paris eine 
Musikalienhandlung Mussard. Vielleicht 
ist der obige damit gemeint. 

Mussele, N. .., lebte zur Zeit 
G. de la Hele's als Sängerknabe 



Mussenborg. 



128 



Mussiüi. 



a/d. Kathedrale zu Toumai, ging 
mit Hole a/d. Hof Kg. Philipp H. 
und trat dann später in den Orden 
der Kapuziner des hlg. Franciscus, 
wo er nach einem langen Leben 
starb (Catullius 1652, nach ihm 
Sti-aeten 2, 3 ff.). 

Mussenborg, Jean, 1660 Sänger 
an der Kgl. Kapelle in Brüssel 
(Straeten 5, 154). 

Miissi, (xiulio, aus Lodi, war 
um 1 625 städtischer Kapellmeister 
zuPordenone (Lombardei bei üdine) 
und ist bekannt durch: 

H 1. IIb. delle Cauzoni da sonare ä 2 
voci di . . . Op. 5. Cou il B. per sonar 
Et nel fine vna Toccata iu Ecco ä 2 
Soprani. Ven. 1620 Aless. Vincenti. 3 
Stb. 4P. 16 Instrumentalsätze mit Nainea 
benannt. [B. M. Bologna. 

— Nouaniente ristanip. ib. 1625. 3 
Stb. [B. Br. 

Miissini, Natalc (nicht Nicolo), 
Sänger, Tenorist, war 1792 nebst 
seiner Frau in London am Theater 
engagiert, sang dann in Hannover; 
1793 trat er in Kassel als Violi- 
nist und Guitarrist auf, sang dann 
in Hamburg in der Oper La Ca- 
meriera astuta. Von hier ging er 
nach Berlin, wurde an der Oper 
angestellt, doch war seine Stimme 
schon im Abnehmen, so dass er 
1798 verabschiedet wurde, trat 
jedoch als Kapellmeister u. Kam- 
merkomponist in die Dienste der 
verwittweten Königin von Preufsen, 
wo er 1813 oder 14 starb. Helene 
Mussini, wahrsch. seine Tochter, 
war eine ausgezeichnete Klavier- 
spielerin und Schülerin Lud. 
Berger's. Ledebur zeigt von Na- 
tale Oratorien, Opern, Lieder und 
lustrumentalwerke an. Nachweis- 
bar sind: 

Die Oper „üichterlaiinen". Ms. 15800. 
P. [B. B. 

La guerra aperta (La gara di servi), 
Opera. P. u. Stb. im Ms. [Berlin K. H. 

L'auteur dans son menage, op. com. 
en 1 Acte. Ms. P. [Berlin K.H. 



L'Arcadia liberata, Operetta in 3 atti 
k 3 voci. Ms. P. qu40. [Schwerin F. 

6 Ariettes oeuv. 1. Berlin, Schlesinger. 
[B. B. Dresd: oe. 1 in Hambg. 1796. 

6 Ariettes nouvelles avec acc, de 
Fortep. . . . oeuv. 2. Berlin chez Morino 
au Pont des chasseurs. qufol. [Schwe- 
rin F. B. B. Berlin K.H. Dresd: 
Hambg. 1796. Dresd. Mus: Berlin chez 
l'auteur. 

2 Ariettes im Ms. B. Kgsbg. 

Six Romances, op. 3, con Pfte. e V. 
Berlin, Schlesinger. [B. B. Berlin K. H. 

Six Romances, op. 4, con Pfte. e V. 
Ib. [B.B. Berlin K.H. Dresden. 

Six Romances, op. 5, con Pfte. e V. 
Berlin, Morino. [ß. B. Berlin K. H. br. 
Mus. 

6 Cauoui, 08. 6. Berlin, Schlesinger. 
4 Bll. [B.B. Berlin K.H. Dresd. 

Rosier de six roses, oeuv. 7. Berlin, 
Schlesinger. [B. B. Berlin K. H. 

3 Duetti (Sopr. et Ten.) op. 9. Peters- 
burg, Dalmas. [Berlin K. H. 

6 Duetti da camera per 2 Sopr. c. Pfte. 
Berlin, Gröbenschütz u. Seiler. [B. B. 
Berlin K. H. im Ms. 

Duettino per Sopr. e Tenor. Berlin, 
Schlesinger. [B. B. Dresd. 

Bouton de Rose. Berlin, Comptoir. [B.B. 

La femme et le philosophe. Duo pour 
le chant. Berlin, Werckmeister. Er 
nennt sich hier „Cidevant maitre de cha- 
pelle de feu S. M. la reine mere de 
Prasse". [B. B. 

Ariette (Voi che). Hbg., Böhme. [B, B. 

Six Ariettes av. acc. de Forte - piano, 
ou Guittare seul. dediees ä sa Maj. la 
Reine de Prasse, composees par Natale 
Mussini, Chanteur du Roi. s. 1. qufol. 
22 S. [Berlin K. H. 

Mss. iu B. B. 131 , 3 Arien , 6 Ro- 
manzen , 6 Arietten, 1 Cauzoncina, mit 
Klav. und auch einige mit anderen In- 
strum, begleitet. — Ms. 15630, 11: Sento 
in sene, Arie c. Cemb., in Ms. 119 mit 
Orch. in P. 

Mss. Berlin K. H. 2 Romanzen, 6 
Duetti notturni, CanzoneVenezianavariata. 

Ms. in Schwerin F. Aria: Bella rosa, 
S. et Bc. 

Mss. Dresd. Mus. , alle mit Nicolo M. 
gez. (in Kopie) 1100, Duetto per S. e T. 
del opera Ademiroe. P. 1103, Duetto 
del Alsinda. P. — Scena ed Aria d'Al- 
sinda nel Scipione. P. — 6 Ariette c. 
Pfte. — Duetto per 2 Ten. P. — Recit. 
e Rondo per Ten. P. — Cavatina per T. 
con Fag. obig. P. — L'inciampo nella 
caccia. Rec. ed Aiia. P. — Duetto delle 



Mussolini. 



129 



Mutzenbecher. 



dramma di Brenno p. S. e T. Cautanto 
da Ostilia Romana e Fabio. Cousolo di 
Roma. P. 

6 Quatuors ä V. princ, 2 A. et Vcl. 
Nr. 4—6 Milano. fol. [br. Mus. Mu- 
sikfr. AVien, vielleicht andere Quartette 
mit 2 V. lA. u Vcl., fehlt VI. 

3 grands Duos concertaus pour 2 V. 
5. Liv. des Duos. Berlin, Schlesinger. 
[B. B. B. Wagener. 

Ms. 174 in Wolfenb. Arie cou Recit. 
ohne Text. Der Kat. schreibt Nicolo, ob 
aber das Ms. auch Nicolo schreibt, be- 
zweifle ich. — Ebenso in B. Kgsbg: 
Ariettes de Mussiui. Ms. fol, enth. 2 
Arien. 

NB. Auf den Titeln seiner Werke 
nennt er sich entweder Natale oder nur 
N., nie aber Nicolo; wo er dagegen in 
den Mss. Nicolo genannt wird, ist dies 
eine AVillkür des Abschreibers oder Biblio- 
thekars, der sich nach Gerber oder Fetis 
richtet. 

Mussolini, Cesare, lebte im 
18. Jh. als Lehrer der italienischen 
Sprache wahrscheinlich in London, 
scheint aber ursprünglich Musiker 
gewesen zu sein, denn man kennt 

von ihm: 

A new and complete treatise on tlie 
theory and practice of music, with sol- 
feggio. London 1795 Richardson . . . fol. 
[Brüssel. 

Six new songs and six Minuets with 
a pastoral. London, [br. Mus. 

Six new English songs for the harps. 
London. [Leo Liepm. 

Mussotto, Alberto, bekannt 
durch ein 5 stim. Madrigal (Eit- 
ner 1). 

Mustafti, Domenico, 

ist in der Capella sistina in Rom mit 
mehreren Benedictus, Qui veuit und Mo- 
tetten in Part, vertreten. Lebenszeit mir 
unbekannt. 

Mustateller, Marcus, erzbischöf- 
licher Musiker, bez. sich mit „Gre- 
nips. Musicus" , Granipalatinensis 
= Aachen. 

In der Proskeschen bischöfl. Bibl, Ab- 
teilung Butsch, 5 Stb. in qu4" von 1538, 
ein Accessist ad pedes Jesu, 4 voc. in 4 
part. Ms. 

Musteaus (Musteaux?), Petrus, 
nach Mameranus 1550 um 1547 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



u. 48 Ksl. Säuger, Bassist, der 
kleinen Kapelle Karl V. Butkens 
schreibt Musteaux (Straeten 1, 233 
und 3, 146 schreibt ihn Mustiau, 
Musteaus, Musteaux). 

Musti, Griovanni Battista, be- 
kannt durch : 

Motecta 5 vocum Hb. 1. Venetia 
1590. 5 Stb. 4". [B.Kassel. 

Mutan, Autoine, um 1679 als 
Geiger, wahrsch. der „petit Yiolon" 
an der Hofkapelle in Dresden mit 
250 Thlr. angestellt (Fürstenau 2 a, 
201). 

Muti, Giovanni Battista, nennt 
sich in Radesca's 2, lib. delle Can- 
zonette Venetia 1616 p. 18 „Vio- 
line di S. A. S. et Musico di Ca- 
mera deirEccell. Sig. D. Amadeo 
di Sauoia''. Radesca teilt eine 
Corrente für Instrumente mit. 

Mutianus, fertigte eine Ueber- 
setzung des Gaudentius an, die 
aber verloren gegangen ist (Bram- 
bach, Musikiit. 1883, 2). 

Mutii, Pellegriiio, 

im Samlwk. Fabio Costantini's Ghirlan- 
detta 1621 mit „Mentre che Febo" 2 v. 
c. Bc. vertreten. — In desselben L'aurata 
cintia armonica 1622: La mia Clori vez- 
zosa, 2 voc. c Basso per il Cembalo. — 
In Robletti's Vezzosetti fiori 1622: Vaghi 
rai di cigli und Mille scherzi, ä 2 voci 
c. Bc. 

Mutina, Ludovico de, ist Fogli- 
ano, Lodovico. 

Mutio, siehe Macedonio di 
Mutio. 

Mutis, Angelis de, de Urbe, 
päpstl. Sänger (primacerius scol. 
cantor.) um 1362 (Viertelj. 3, 208). 

3Iuton, (xianni, wird am 19. 
April 1518 als Komponist an der 
Hofkapelle in Modena angestellt 
(Valdrighi 12, 46). 

Mutzenbecher , Dr. Ludwig 
Samuel Dietericli, geb. 4. Febr. 
1766 zu Bordeaux, gest. 23. Mai 
1838 zu Altena, war 1800 Kgl. 
dänischer Postmeister u. Justizrat 

9 



Muxol. 



130 



Mylius, Joli. Daniel. 



in Altona. Betrieb dabei Musik 
und philosophische Studien (Biogr. 
Lpz. Ztg. 40, 44.5. .515). Er be- 
safs eine bedeutende Musikbiblio- 
thek, über die nach seinem Tode 
ein Katalog in Altona 18.38 er- 
schien (Brüssel fds. Fotis 5177 
besitzt ein ExempL). Er schrieb: 

Ideen zu einem niiisi kalischeu Verein 
in Altona. 1819. 24 S. [B. B., ange- 
bunden noch 11 Schriften über den Dilet- 
tanten-Verein daselbst von 1824 — 1832. 
8*^ ohne Namen. 

Aus denselben geht hervor, dass M. 
der Gründer der Gesellschaft zur Beför- 
derung der Tonkunst in Altona war und 
1832 zweiter Dii'ektor derselben. 

In der Lpz. Ztg. XI, 625 veröffent- 
lichte er die Artikel „Ueber Rüffeisens 
ueuerfundene Melodica" und Bd. 13, 278 
,, Berichtigung wegen des Leppich'schen 
Panmelodicon." 

Pougin ist trotz Behauptung mit dem 
Todesdatum im Irrtume, denn wäre er 
erst 1839 gest., so konnte die Lpz. Ztg. 
seinen Tod nicht 1838 anzeigen. Auch 
der 1838 erschienene Kat. seines Nach- 
lasses spricht für letzteres Jahr. 

Muxol, . . . dirigierte um 1763 
in der Nikolaikirche zu Hamburg 
die Kirchenmusik (Sittard 1, 40). 

Muys, du, ein französischer 

Komponist aus der ersten Hälfte 

des 16. Jhs., der 

in Attaingnaut's Samlwk. von 1548d 
mit einer vierstim. Chanson vertreten ist 
(Eitner 1). 

Muys winkle, Joannes, 1584 
Kapellan u. Sänger an der spani- 
schen Hofkapolle (Straeten 8, 111). 

De Muzlkontlerwyzer of 

volledig ouderwys in de gronden der 
muzyk-kunde. 3 st. Rotterdam 1780 L. 
J. Burgvliet. 1 vol. mit Musiktaf. 8". 
[Amst. Brüssel von 1770? 

Muziekstukjes (6) voor de Proeve van 
kleine gedigten voor kinderen van Hier, 
van Alphen. Gecomp. door een liefhaber 
der muziekkunst. Amst. 1788. kl. 8^. 
[Amst. 

Muzio da Ferrara, Kapell- 
meister an St. Petronio in Bologna 
von 1474—1480 (Ambros 3, 587). 



Muzio Scaevola. 

The most favorite songs in the opera 
of . . . comp, by 3 famous masters (Ariosti, 
Bononcini & Handel. Text von P. A. 
Rolli). London (1721) fol. [br. Mus. 

Muzzoli, Pellegrini, war im 

Jan. 1595 Instrumentist (Violino) 
an S. Petronio in Bologna mit L. 1. 
10 Gehalt (Gaspari 1, 8). 

Myert, Theodoricus, um 1489 
Organist an der grofsen Kirche zu 
Utrecht. Tijdschrift 2, 209. Seite 
211 liest man: Theodor. Meijert, 
1489 Organist an St. Peter ebd. 
Dass es sicli hier um dieselbe 
Person iiaudelt ist unzweifelhaft. 

Mylczewsky, Martin, s. Mielc- 
zewski. 

Mylich, . . . nach Gerber 2 soll 
er am Ende des 18. Jhs. in Berlin 
gelebt und eine Samlg. kleine 
Klavierstücke für Kinder bei Hum- 
mel herausgegeben haben. Ich 
fand ihn in einer Anzeige von 
1799 als Komponist verzeichnet. 

Mylius, Ambrosius, s. Müller. 

Mylius, Georg, unbekannter 
Autor, von dem sich 

in der B. Zw. hds. eine Motette „Gratia 
Deo pietas" befindet, vorhanden 2 T. 
u. 1 B. 

Mylius, Joli. Daniel, wird 1618 
in den Kechnungen der St. Bartho- 
lomäuskirchc (jetzige Domkirche) 
in Frankfurt a/M. als mediciuae 
candidatus, Bürger und Lautenist 
bezeichnet, der sich Sonntags auf 
der Laute von der Orgel begleitet 
hören lässt und ihm dafür von 
der Stadt 16 Gld. jährl bewilligt 
werden (M. f. M. 23, 186). Er gab 
heraus : 

Thesaurus gratiarum, in quibus conti- 
nentiu- diversoiiim authorum cantioues 
selectissimae, utpote: Praeambula, Tocca- 
dae, Fugae, Fantasiae, GalUardae, Cou- 
rantes , Voltae , Alemandi , Passomezi, 
Branles et ejus generis Choreae ad Tcstu- 
cUnis tabulaturam . . . Francof. a/M. 1622 
Hartmann Palthenius. fol. 4 Bll. 99 S. 
Lautenstücke im Stich. [B. D. B. B. 



Mylius, "Wolfg. Mich. 



131 



Myslevezeck. 



Mylius, Wol^äng Michael, 

Kapellmeister in Gotha um 1686. 
Gerber berichtet, dass er aus Wei- 
mar stammte, Theologie studierte, 
Schüler des Christoph Bernhard in 
der Musik war, um 1700 (sie?) 
als Kantor nach Kirchberg berufen 
und von da aus nach Gotha kam, 
wo er 1712 oder 13 gestorben ist. 
Dass Gerber seine Anstellung in 
Gotha zu spät ansetzt, wie die 
Austeilung in Kirchberg, ersieht 
man aus dem Titel seines Werkes 
und dem Anagramm seines Na- 
mens, denn er schreibt 1686: 
THolfg.) il/(ichael) J/(ylius) J(muss 
sein Geburtsort sein) C(apell) 
l/(eister) 6^(otha). So lassen sich 
die Buchstaben nur auflösen. Man 
kennt von ihm: 

Rudimeuta musices, das ist : Eine kurtze 
und grundrichtige Anweisung zur Singe- 
kuust von W. M. M. T. C. M. G. Gotha 
1686 gedruckt bey Brückner. qu6*'. 12 
Bog. mit vielen Beisp., auch geistlichen 
Liedern. [B. B. B. Lpz. 

Myller, Andreas, aus Haramel- 
burg (Baiern, Unterfranken), war 
1603 in Frankfurt a/M. Musicus 
Ordinarius und wird 1608 als ein 
Verstorbener bezeichnet, der 5 
Wochen vor dem 10. April in 
Frankfurt a/M. als „bestellter Mu- 
sicus" gestorben ist. Wir besitzen 
von ihm: 

Newe teutsche weltliche Canzonette, 
deren etUche auff ein besondere art der 



italianischen Concerten gerichtet . . . mit 
vier, 5, 6, 7 vnd 8 Stim. . . Franckft. 
a/M. 1603 W. Richter. Stb.? 4P. [B.Lpz: 
C. A. 5 a. 

Er sammelte auch dreistimmige Can- 
zonetten von italienischen Komponisten, 
legte deutsche Texte unter, vollendete 
aber nicht die Arbeit, da ihn der Tod 
abrief, so dass sie erst Mich. Casp. Luu- 
dorff 1608 herausgab. 3 davon sind von 
MyUer (Eitner 1, 1608 a). [B. Hamburg. 
Bautzen, Stadtrats- Bibl. Brüssel 2299. 

Ferner gab er 1608 das 1. Buch Ma- 
drigale zu 5 Stim. von Ä. Ägaxxari mit 
deutschen Texten in Frankfurt bei Stein 
heraus. Siehe Agazzari. 

Mynecomius, Matthias, ein 

Mitglied des Kreuzträgerordens aus 
Mastricht, der um 1495 lebte uud 
ein Compendium aus Boethius de 
Musica schrieb (Gesner, Bibl. 
univ.). 

Mynors, Joliu, im Juni 1611 
in Diensten der Kgl. Kapelle in 
London mit 40 £ Gehalt (Haw- 
kins 4, 15). 

Myriell, Thomas, lebte im An- 
fange des 17. Jhs. und schrieb die 
umfangreiche 

Sammlung von Anthems und Madrigals, 
die sich jetzt im british Museum, Addit. 
Mss. 29372—77, befindet. Jedes Buch 
trägt ein gedrucktes Titelblatt mit dem 
handschriftlichen Datum 1616. Auch 
kommt sein Name in der handschrift- 
lichen Sammlung der Kgl. Bibl. Brüssel, 
fonds Fetis 3095, vor. 

Mysleyezeck, s. Msliweczek, 

Joseph. 



N... 



132 



Nadale. 



N. 



N . . . : Nais. 

Nouvelle cantatille ä voix seiüe av. acc. 
de V. Fl. Basson etc. Paris. P. [Daruist. 

N. B. == Blüccus, Nicolaus. 

N. B., bekannt durch das Sam- 
melwerk Robletti's: 

Le Risooanti vou l(j29 mit dem Gesge: 
Si si .si voglio amar, 1 voc. c. Bc. (Eituer 1). 

N. B. N. siehe Exercitium 1(360. 

N. C. = Nicolaus Craen^ oder 
Nicasius Clihano? 

Im Petnicci 1509: Deh che parieia 
piu la lingua, fol. 49 (Eitner 1). 

N. C: 

DomiDe, Dominus noster, 4 Bassi c. 
ß. g. in Pace's Samlwk. 164Ga (Eitner 1). 

N. H. = Nikohuis Hasse. 

N. K. = Nikolaus Kropstein. 

N., Michael, ich vermute, dass 
dies M. Nkjidius ist, ein Bruder 
des Verfassers der Dedikation zum 
Samlwk. 1551a, der in Marburg 
zur Zeit lebte (Eitner 1). 

Daselbst befinden sich (Samlwk. von 
Egenolff) 19 Oden zu 4 Stirn. 

N. N. di Piacenza: 

Sonata da organo im Samlwk. 1700. 
s. d. Nr. 15 (Eitner 1). 

N. N. di Roma, 

ebendort 3 Sonate da organo, Nr. 12 — 14. 

N. P. oder N. Fa., Ni. Fa., Nico. 
Fa., Nico. Fat. = Nicolo Pifaro 
Patavino. 

N., Stetfjino, detto Spadina, 
gentiluomo Dalmatino. Ist bekannt 
durch: 

Sei Sonate a due Violini, composte da 
Stefano N. detto Spadina . . . Opera 6. 
Arastelodamo, stamp. a spese di J. J. Hum- 
mel. 2 Stb. fol. [br. Mus. 

N. T. = Nathan Thompson. 

N. W: 

Die Ackersleut sind ehrenwerth, 1 6. Jh. 
s. 1. et a. [B.B: A. B. (4 voc.) 

N. Z. 1529. 

In B. Basel, Ms. F. X. 21 nur Tenor 
vorhanden, fol. 65b das Lied: Herr, nun 



heb den wagen selb. Ob der N. Z. der 
Dichter oder Komponist ist, bedarf der 
Untersuchung. 

N. Z. = Nicolaus Zangius. 

Nabutowiia, P«y Konst. 

In Niemcewicz Samlg. polnischer Lie- 
der von 1816 findet sich auch obiger 
Komponist. Lebenszeit unbekannt. 

Nacchcri, Andrea, aus Florenz, 
lebte mutmafslich in der ersten 
Hcälfte des 16. Jhs. Fr. Doni be- 
schreibt in seiner Seconda libreria 
1551 p. 27 ein Werk desselben im 
Ms., betitelt: 

DeUa proportione di tutti gl'istromenti 
da sonare, dialoghi due. (Im Fetis Näheres.) 

Nacemann, Johann Amadeus. 

In der Universitilt.sbibl. zu Prag sign. 
XL C 61 befindet sich eine Missa solen- 
nis, opus postli. Möglich, dass der Ver- 
fasser dem 19. Jh. angehört. 

Nachersber^, J . . . H . . . Ernst, 

gab ](S01 mit Joseph Büttner ein 
Stimmbuch oder Anweisung, wie jeder 
Liebhaber stimmen könne, heraus, dessen 
2. Ausg. von 1804 er allein herausgab. 
Das Buch giebt nichts Näheres über den 
Verfasser an. Fetis bezeichnet ihn als 
einen Schlesier, einen Grammatiker und 
Eomanschreiber. Eine merkwürdige Viel- 
seitigkeit, wenn man obiges Buch noch 
hinzunimmt. Siehe bei Joseph Büttner. 

Nachgedanken, 

Herrn M. J. G. Bidermaniis . . . über 
sein Programm de Vita musica . . . 1750. 
40. 4 S. [B. B. 

Nachrichten 

von beriihmten Orgelwerken. Breslau 
1757. [B. Lpz. 

Nachtgall, siehe Luscinius. 

Nachtii^al, Johann Karl Chri- 
stoph, Prorektor an der Schule 
zu Halberstadt, 

liefs in der deutschen Monatsschrift 
Berlin 1790, Oktoberheft Nr. 7 eine Ab- 
handlung „Ueber die Nationalgesänge der 
Israeliten" einrücken. 

Nadale (Nadalin, Natal, Natale), 
. . ., ein Komponist der 1. Hälfte 



Nadalin. 



133 



Nägeli, Hans Georg. 



des 16. Jhs., von dem sich in alten 
Samlwk. 

3 Gesänge befinden (Eitner 1). Diesen 
sind noch hinzuzufügen: in Tiburtino's 
Fantasie 1549 die 3 Gesänge: Ite caldi 
sospiri. — Dirsi puo ben. — Sai quel 
che 3 Toc. 

Naclaliii veneziano, um 1708 
Violoncellist an der herzogl. Ka- 
pelle an S. Marco in Venedig 
(Caffi 2, 62). 

Xadermaiiii, Francois-Josepli, 

geb. um 1773 zu Paris, gest. ebd. 
2. April 1835 (Becker 3 schreibt 
den 3. April). Schüler des Con- 
servatoire, bildete sich zum Harfe- 
nisten aus und genoss einen "Welt- 
ruf. Er wurde Mitglied der Opem- 
kapelle, der Kgl. Pnvatkapelle und 
am 1/1 1825 Lehrer am Conser- 
vatoire, beschäftigte sich auch nach 
dem Tode seines Vaters, der eine 
Fabrilv für Harfen besafs, mit dem 
Bau und der Verbesserung der- 
selben. Näheres bei Fetis, der 
auch eine grofse Anzahl Kompo- 
sitionen für Harfe und andere In- 
strumente verz. Die Opuszahlen 
reichen bis 64. Der Verleger 
J.-H. Nadermann ist vielleicht ein 
Verwandter, da die meisten Kom- 
positionen Franc- Jos. bei ihm er- 
schienen. Nachweisbar sind: 

Premier Dissertation ou Pot-poum 
Chiffre pour la Harpe a I'usage de com- 
men<;'auts. Paris, Nadermann. fol. [Ein- 
siedeln. 

Premier livre de Senates pour harpe 
ou claver-in avec Y. et Ycl. oe. 5. Paris, 
Nadermann. [Paris Nat. 

3 Sonates p. la harpe av. aec. de flute 
ou V. ad Hb. op. 27. Ib. [Mailand Cous. 

Im Mailänder Cons. noch 1 Werk 
Variat. , ein Potpourri, 1 Capriccio für 
Harfe. Ib. 

Ecrire et parier, Romance, acc. de Pfte. 
ou Harpe. Ib. [Mail. Cons. 

Naderuiaiiii, Henri, geb. um 
1780 zu Paris, Tod unbekannt. 
Bruder des Fr. -Joseph, widmete 
sich anfänglich unter Leitung 



seines Vaters dem Bau von Har- 
fen, nahm später Unterricht bei 
seinem Bruder auf der Harfe, 
wurde darauf Kgl. Kammermusikus 
und Lehrer am Conservatoire und 
zog sich 1835 auf sein Landgut 
bei Paris zurück. Aufser einigen 
Variationen für Harfe beschäftigte 
er sich mehr literarisch über den 
Harfenbau und gab heraus: 

Observations de MM. Nadermann freres 
sur la harpe ä double mouvement, ou 
Reponse ä la note de M. de Prony . . . 
Pai-is 1815. fol. 4 Bog. u. 9 Taf. (nach 
Fetis). 

Refutation de ce ([wi a ete dit en fa- 
veur des differents mecanismes de la 
harpe ä double mouvement, ou lettre :\ M. 
Fetis . . en reponse . . . Paris 1828 Nader- 
mann. 8^. 47 S. [Bi-üssel. 

Supplement a la refutation de ce qui 
a ete dit en faveur . . . Paris 1828 ib. 
8". 31 S. [Brüssel. 

Fetis giebt Näheres über die Streitig- 
keiten zwischen Seb. Eraid und Nader- 
mann. 

Nägeli, . . . Priester und Musik- 
direktor in Solothurn an der Wende 
des 18. Jhs., war zuletzt Prediger 
und hatte mit Organisten und Mu- 
sikern stets Streitigkeiten (Schu- 
biger 2, 52). 

Die Stiftsb. in St. Einsiedeln besitzt von 
Oim 4 Messen mit Orch., 1 Requiem, 1 Te 
Deum, 5 Offertoiieu und 1 Sinfonie. 

Nägeli, Hans Georg, geb. 27. 
Mai 1773 zu Wetzikon im Kanton 
Zürich, gest. 26. Dez. 1836 zu 
Zürich, Sohn eines Pfarrers und 
Dekans zu Wetzikon. Die vom 
Pfarrer Schmidli gegründete und 
von Nägeli's Vater fortgeführte 
Singgesellschaft machte den Kna- 
ben von früher Jugend ab mit 
dem Chorgesange verti'aut. Gregen 
1790 kam er nach Zürich, um 
sich als Musiker auszubilden und 
fand an Brüning einen gelehrten 
und vortrefflichen Lehrer, der ihn 
ganz besonders auf Seb. Bach hin- 
wies. Die Werke dieses Meisters 



Nägeli, Hans Georg. 



134 



Nägeli, Hans Georg. 



waren damals schwer zu erlangen 
und nur durch unausgesetzte Be- 
mühungen verschaffte er sich nach 
und nach eine stattliche Reihe 
derselben, darunter die Autographe 
der Hmoll-Messe und der chroma- 
tischen Fantasie. Dieses Suchen 
nach Werken mochte ihm viel- 
leicht den Gedanken nahe gelegt 
haben, eine Musikalien -Handlung 
und Leihanstalt einzurichten und 
schon 1791 führte er ihn aus. Es 
war die erste Anstalt dieser Art 
in der Schweiz. Dabei vernach- 
lässigte er keineswegs seine weitere 
musikalische Ausbildung u. pflegte 
besonders das einstimmige Lied, 
so dass er bereits in dieser Zeit 
3 Hefte seiner Komposition her- 
ausgab. Auch dem Studium der 
Kant'schen Philosophie gab er sich 
mit Eifer hin und pflegte sie bis 
an sein Lebensende, liefs auch 
verschiedene philosophische Schrif- 
ten erscheinen, so in dem Send- 
schreiben an Lavater von 1800. 
Aus den kleineu Anfängen seiner 
buchhändlerischen Thätigkeit ent- 
wickelte sich bald ein regsames 
Streben, die Werke klassischer 
Meister herauszugeben und es er- 
schienen in seinem Yerlage die 
Kompositionen Seb. Bach's, Hän- 
del's, Eberlin's, Beethoven's u. a. 
1807 unternahm er eine Reise 
nach Paris im Interesse seiner 
Unternehmungen, nahm auch eine 
Zeitlaug einen Gesellschafter in 
sein Geschäft auf, führte es aber 
später wieder auf eigene Rechnung 
fort. Seine Sammelwerke „Reper- 
toire", „Die musicalische Ehren- 
pforte'', „Sonaten -Journal", „Die 
Contrapunctisten des 19. Jhs." u. a. 
fanden eine weite Verbreitung und 
hatten einen wesentlichen Einfluss 
auf die Bildung des Geschmacks 
seiner Zeit. 1805 verheiratete er 



sich mit Anna Elisabeth Rahn. In 
demselben Jahre gründete er in 
Zürich ein „Singinstitut" und eine 
Abteilung für Kinder von 11 bis 
14 Jahren, mit denen er nun regel- 
mäfsig Aufführungen veranstaltete. 
Für beide Institute komponierte 
er zahlreiche Gesangswerke und 
2- 3 st. Lieder. Seit 1809 beschäf- 
tigte er sich aufserdem damit, in 
Gemeinschaft mit Traugott Pfeiffer 
nach Pestalozzi'schen Grundsätzen 
eine Gesangsbildungslehre abzu- 
fassen und nahm sich dieser Auf- 
gabe mit einem Eifer, gekrönt mit 
dem besten Erfolge, an, so dass 
sein Name in alle Gauen Deutsch- 
lands eindrang. 1824 löste sich 
das Singinstitut diu:ch die Be- 
mühungen seiner Feinde zum 
grofsen Leidwesen N.'s auf. 1815 
berief ihn der Magistrat als Kantor 
an die Bürgerschule, doch wurde 
ihm untersagt, den Unterricht nach 
seiner Gesangbildungslehre zu er- 
teilen, während man selbst in 
Petersburg seine Methode ein- 
führte. Dennoch arbeitete er mit 
Pfeiffer die Gesangslehre weiter 
aus und erstreckte sie auch auf 
den Männergesang. 1817 erschien 
das Werk für Mäunerchor, Elemen- 
targesänge, Lieder, Rundgesänge 
und Chöre enthaltend, durchweg 
Kompositionen von N. 1821 er- 
schien die Chorgesangschule. N. 
sah zu seiner Freude, wie sein 
Werk überall Wurzel fasste und 
sich überall Chorvereine bildeten, 
die nach seinen Schulbüchern 
sangen. Auch in Zürich bildete 
sich ein Mänuergesangverein, den 
N. persönlich leitete. In den 
Jahren 1819 — 25 bereiste er öfters 
Deutschland und hielt Vorlesungen 
über Musik. Gegen Thibaut in 
Heidelberg verteidigte er die neuere 
Musik und veröffentlichte seine 



Nägeli, Hans Georg. 



135 



Nägeli, Hans Georg. 



Artikel im Morgenblatte. 1828 
gründete er den musikalischen 
Frauenverein und sclti-ieb mehr- 
stimmige Frauengesänge, gab auch 
eine Gesangschule für den weib- 
lichen Chor heraus. Auch dem 
kirchlichen Gesänge widmete er 
seine Aufmerksamkeit und gab ein 
christhches Gesangbuch mit eigenen 
Melodien heraus. Dasselbe drang 
bis nach Amerika und wurde in 
englischer Uebersetzuug gedruckt. 
Ohne Unterlass war er bemüht, 
den Gesang in Schule und Gesell- 
schaft zu heben und sein Euf 
drang durch alle Lande, so dass 
er von nah und fern mit seinem 
Rate beistehen musste. 1833 er- 
nannte ihn die Bonner Universität 
zum Doctor. In Zürich wurde er 
Präsident der vereinigten Musik- 
gesellschaften. Als 1830 auch die 
Schweiz zu Reformen griff, war er 
ein thätiges Mitglied, sowohl in 
Staats- als Schul- Angelegenheiten. 
Er wurde in den Erziehungsrat 
und 1835 sogar in den grofsen 
Rat gewählt. Ueberall vertrat er 
die Grundsätze des wahren Libe- 
ralismus u. durch sein gewandtes 
Rednertalent drang er mit seinen 
Ansichten meist durch. So wirkte 
er rastlos bis zu seinem Lebens- 
ende. Zahlreich sind die Kom- 
positionen, die er herausgegeben 
hat, doch noch zahlreicher das- 
jenige, was man in seinem Nach- 
lasse lids. vorfand. Letzterer be- 
steht aus 70 Klavierkompositionen, 
300 Liedern mit Klavierbegleitung, 
80 zweist. Jugendliedern, 50 Chor- 
gesängen, 45 anderen Chören, 50 
Chorälen und vielem anderem, 
welche sich in der Kanton albibl. 
zu Zürich nebst vielen gedruckten 
Werken befinden. Auch literarisch 
war er eifrig thätig, sowohl in 
musikalischer als religiöser Hin- 



sicht. Die alte Allg. Lpz. Musik-Ztg. 
enthält eine Reihe seiner Aufsätze 
(Biogr. in den Züricher Neujahrs- 
Geschenken für 1838 mit Porträt). 
Von seinen Werken lassen sich 
nachweisen, ausgeschlossen den Be- 
sitz der Kantonalbibl., über den ich 
kein Verzeichnis erlangen konnte: 

Vorlesungen über Musik mit Beiiick- 
sichtigiing der Dilettanten. Von . . . 
Stuttg. u. Tübg. 1826 Cotta. 8». [B. Lpz. 
B. B. B. M. Brüssel. Amst. Musikfr. 
Wien. Einsiedeln. 

Der Streit zwischen der alten und 
neuen Musik. Enthaltend Nägeli's Be- 
urteilung der Schrift, die Reinheit der 
Tonkunst in der Kirche, nebst der Er- 
wiederung des Veiiassers, sowie Gottfr. 
Weber's Ansicht (anonym). Breslau 1826 
Förster. 8». Gegen Thibaut. [B. B. 
Brüssel. 

Die Pestalozzische Gesangbildungslehre 
und Pfeiffers Erfindung . . . dargestellt. 
Zürich (1809) Näg. 4C- [B. B. Musikfr. 
Wien. Einsiedeln. 

Gesangbildungslehre, nach Pestalozzi- 
schen Grundsätzen pädagogisch begräudet 
von Mich. Traug. Pfeiffer, methodisch be- 
arbeitet von . . . Erste Hauptabthlg. mit 
3 Beylag. 1-, 2- u. 3stim. Gesge. Zürich 
1810 Nägeli. 40. [B. B. B. Lpz. Bräs- 
sel. B. Lpz. eine Ausg. ohne Jahr. Salz- 
burg. Dresd. B. M. Musikfr. Wien. 
B. Wagener. 

Auszug aus der Gesangbildungslehre. 
Z. 1812 Näg. 40. [B. B. 

— a. Ausg. mit Anhg. Lpz., Hof- 
meister. 4". [B. B. Dresd. 

Eighty-one paxt songs & choruses in 
progressive order. Lond. 1857. gr. 8". 
[Glasgow, 

Gesangbildungslehre für Männerchor 
(mit Pfeiffer). 2 Hefte. 1817. 4«. [B.B. 
Dresd. 

Chorgesangschule von M. Tr. Pfeiffer 
und . . . Zürich u. Lpz. 1821 Fleischer. 
4". 62 S. u. 135 S. Gesge: 14 Chorgesge., 
30 zweist., 30 dreist, in qu80. [B. Kgsbg. 

— 2. Abthlg. der Chorgesangschule von 
N. und Franz Pfeiffer. Z. 1821 N. 4«. 
[B. B. Musik-fr. Wien. 

Neue Gesangschule mit 30 einstim., 
30 zweistim. und 30 dreystim. Liedern. 
Stuttgart und Lpz. gr. 4". [EiusiedeLn. 

Schulgesaugbuch fiii' Schulen des Kan- 
tons St. Gallen. Züi-. 1836. [Einsiedeln. 

Christliches Gesangbuch für öffent- 
lichen Gottesdienst und häusliche Er- 



Nägeli, Hans Georg. 



136 



Nägelin. 



bauung: Ein neues Clioral-Werk von . . . 
2 Abthlg. Part. Zürich 1828/29 Nag. 
40. 10 S. u. 100 Choräle. [B. Kgsbg. 
B. B. Einsiedeln. 

Christliche Lieder. Part, zu 4 Stirn. 
1818. [B. B. 

Freut euch des Lebens. Im Göttinger 
Musenalmanach 1796 p. 27. [ß. M. 

Friedensreigen (von H. Voss). Gegen- 
stück zur Marseiller- Hymne. Z. 1796 
Näg. [Fundort nicht notiert. 

30 geistliche Gesänge ein- oder mehr- 
stim. zu singen mit nichtoblig. Klavier- 
begltg. von ... Z., N. 4". 33 S. , 

Geistliche Lieder (zum Schulgebrauch). 
[B. B. 

(lesänge deutscher Frauen. Heft 1. 
Zürich. [Berliner Siugakad. 

30 dreistim. Gesänge. Z., N. [B. M. 

Lieder von Joh. Jak. Hess, in Mus, ges. 
von ... Z., N. 40. 7 u. 28 S. Vorw. 
1814 gez. [B. B. B. Kgsbg. Einsiedeln. 

Tjieder von J. H. Frh, v, Wessenberg, 
in Musik gesetzt von ... Z., N. 4*'. 5 
u. 42 S. [B. M. B. B. Einsiedeln. 
■ Lieder von Körner in Musik gesetzt. 
Zur. 1816 Näg. [Einsiedeln. 

Lieder von Arndt in Musik gesetzt, ili. 
1817. [Einsiedeln. 

Lieder von Fouque in Musik gesetzt, 
ib. 1818. [Einsiedcln. 

Lieder. Zürich. [Darmst. 

30 Lieder für die Jugend, 1 oder 2 stim. 
zu singen, mit nicht obligater Klavier- 
Begltg. (Aus der neuen Gesangschule.) 
Zürich, Nägeli. 4**. [B. Lpz. B. Wagener. 

30 Lieder für die Jugend von . . . 
2. Samlg. Zürich, N. 30 S. qul". [B. 
Kgsbg. B. Wagener. 

— 3. Samlg. 30 S. qu4''. [B. Kgsbg. 
B. Wagener. Einsiedeln. 

Lieder für die Jugend mit obligater 
Klavierbegltg. von ... 2. Abthlg. Heft 
1.2. Zürich. qu4o. 12 Lieder, [ß. Kgsbg. 

100 zweystim. Lieder für die Heran- 
bildung im Figural - Gesaug stufenweise 
geordnet von ... 1. Abtlg. des Züricher- 
schen Schulgesgb. Z. 1833. 8». [B. Kgsbg. 

100 zweystim. Lieder als der erste 
hai'monische Elementar -Gesang f. die 
Schule von . . . Neue, umgeänderte und 
stufenweise geordnete Ausg. der 2 stim. 
Lieder in 6 Heften. Z. qu4''. [B. Kgsbg: 
Disc. 

Lieder und Gesge. im Ms. in B. Kgsbg. 
siehe Kat. 272. 

Liederkranz auf das Jahr 1816. Von 
... Z. — dito 1817. 1818. 4«, jeder 
Jahrg. mit 24 L. [B. Kgsbg. B.Wagener. 
Bertin K. H. von 1818. 



Litanei. Pari. u. Stim. [Elbing Nr. 81. 

15 Motetten für Männerst. 5. Samlg. 
Part. [B. B. Amst. 

Osterlied f. 4 stim. Chor. Ms. P. u. 
Stb. [Stadtb. Augsbg. 

Der Sänger an der Limmat. 1 stim. 
Liederbuch 1. Bd. 55 Nrn. [B. B. B. 
Wagener 2 Bde. (soll von Herm. Nägeli 
sein). 

Der Schweizer Männergesang. 3. Samlg. 
1. Heft. Part. [B. B. 

Teutonia. Rundgesänge und Lieder- 
chöre von . . . Heft 1 — 12. Z., N. Part. 
40 u. Stb. Heft 1 von 1808. [B. Kgsbg: 
7 Hefte. B. Lpz: Heft 9. 11. 12. Mu- 
sikfr. Wien 1—12. B. B: 1— 12. Ein- 
siedeln 1. 

Das Vateinnser von J. H. von Wessen- 
berg, in Musik gesetzt mit nicht oblig. 
Klavierbegltg. von . . . Dem Auszug der 
neuen Gesangschulo beygeordnet. Zürich, 
N. gr. 40. 4 Stb. [bosafs einst Dr. 0. 
Lindner in Berlin. 

Warum wollt ich mich, Lied zu 5 Stim. 
Autogr. Grasn. B. B., dabei 1 Brief u. sein 
Porträt. 

1 Lied in Ambrosch' Freymäurer-Lie- 
der. Maurcrlieder im Böhcim. Lieder 
im Erato, in Theomele. In Groshoim's 
(G. C.) Melodien mit Klav- 

12 Toccates pour le pfte. 1. Part, 
qufol. [B. B. 

Verzeichniss ungednickter Composi- 
tionen grofser Tonsetzer der Vorzeit, 
welche von Dr. Hans Georg Nägeli hin- 
terlassen wurden. Zürich 1854. gr. 8'^. 
[Amst. 

Ein Verlagskatalog von N. 1800. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Unter Nägeli's & Co. Verlag fand ich 
die Anzeige des Samlwk: Die Contra- 
punktisten des 19. Jhs. Nr. 1—5. 4«. 
Ein Ex. ist mir nicht bekannt. Ferner: 
Repertoire des Clavicinistes. Davon be- 
finden sich in B. B. Nr. 13 von Pollini. 
Nr. 14 von Tomaschek und A. Liste. 
Nr. 15 Beethoven. 

Nägeli, HeiTmann, 

bekannt durch eine Passecaille f. Orgel 
im Autograph Grasn. in B. B. Lebenszeit 
mir unbekannt. Ferner: Liederkranz für 
die Jugend. 28 zweistim. Lieder und 
Rundgesänge. Zürich und Lpz. quS". 
[B. Kgsbg: Allst.] — Der Sänger an der 
Limmat. Auswahl einstim. Lieder. 2 Bde. 
Zürich , Nägeli. [B. Wagener] soll von 
Hermann und nicht von Hans Georg sein. 

Nägeliii, Bastian, von 1655 
bis 1730 Organist am alten St. 



Nagel, A . . . van der. 



137 



Naldi, Antonio. 



Peter in Strafsburg i/Els. (Lob- 
stein 75). 

Nagel, A. . . Tan der, Organist 
imi 1762, gab zu Amsterdam ein 
Klavierkonzert heraus (Gerber 1). 

Nagel , Friedrich Grottliel), 
gab in den Jahren 1765 — 1768 

heraus : 

Neue englische Tänze nebst dazu com- 
ponirter Music in 2 Th eilen. Leipzig, 
kl. qu40. 28 BU. Figuren und Musik. 
Den Teil von 1768 besitzt die Bibl. des 
Conservat. zu Brüssel, auch einst Rosen- 
thal in München. Angezeigt werden beide 
Teile in Breitkopfs Verz. 1770. 

Nagel, Johann Friedrich, geb. 
1759, gest. 15. April 1791 zu 
Halle a/S.; erhielt 1783 den Kan- 
torposten a/d. Domkirche zu Halle 
und war zugleich 4. Lehrer am 
reformierten Gymnasium (Gerber 
2). Er gab nach Gerber 1790 
eine Musikalische Monatsschrift in 
Halle heraus, deren Inhalt dann als 

Kurze Anweisung zum Klavierspielen 
HaUe 1791 bey Hendel. qu40. 72 Seit, 
[Dresd. Musikfr. Wien. Brüssel. B. 
Lpz.] erschien. 

Nagera (Nagiera), Pietro de, 
ein Sopranist a/d. Hofkapelle zu 
Wien vom 1. April 1637 bis zum 
t im März 1641 (Köchel 1, 465). 

Naghele, Hans, Instrumentist, 
anfänglich im Dienste Heinrich VII. 
von England, als Posaunist; 1501 
erhielt er von Philipp dem Schönen 
eine Gratifikation und 1509 befand 
er sich in Diensten des Königs 
Karl V. (Straeten 7, 273). 

Nagli, Carlo Antonio, bekannt 
durch 

2 Masses ä 4 voix. Ms. [Paris Nat. 

Naich, M. Huheii;, wie er sich 
auf seinen Madrigalen nennt, lieber 
sein Leben ist nichts bekannt, doch 
lässt sich aus dem Namen und 
seinem Druckwerke erkenneu, dass 
er ein Niederländer war und in 
der Mitte des 16. Jhs. in Italien 
lebte, sowie Mitglied der Accade- 



mia de li amici zu Rom (?) war. 
Das einzig bekannte Buch Madri- 
gale trägt auf dem Titel einen 
Engel mit einem Bande mit der 

Inschrift 

Exercitivm Seraficvm, daninter: Ma- 
drigali di M. Hubert | Naich. | A quattro & 
a cinque voci, tutte cofe noue & uon piu 
viste I in stampa da persona. Libro Primo. 
5 Stb. qu40. Dedic, AI Magnifico et 
Honorato M. Bindo Altoviti | Padrone 
osseruandissimo . . . Am Eude der 5a... 
Stainpati in Roma per Antonio Blado 
(Blado dnickte nachweislich von 1535 bis 
1564, von c. 1570 ab zeichnen die Erben). 
Enthält 30 Madr. [Hofb. Wien. 

32 Gesänge in alten Samhvk., davon 
14 aus obigen Madrigalen (Eituer 1*), ■ 
dazu kommen noch nach Vogel's Bibl, 
7 Madr. aus obiger Samlg. in Archadelt's 
5. lib. Madr. 1544 u. 1550. — 3 andere 
ebendaher in Eore's 2. lib. Madr. 1544 
bis 1563. — In anderen Ausgaben noch 
vorhanden, siehe Vogel. 

IMadr. in neuer Ausg. (Eitner2 Nachtr.) 

Im Ms. P. in B. B., L321 zwei Ma- 
drig. 4 voc. 

Naigeon, . . . 

Im C. P. die komische Oper in 1 Akte: 
Les Chinois. 

Naimon, Martino, aus Triest, 
um 1642 Priester und Kapell- 
meister an der Kathedrale daselbst 
(Titel). Er gab heraus: 

Messe a 5 voci concertate col B. per 
l'org. di . . . Yen, 1642 B. Magni. 6 Stb. 
40. 3 Mess. [B. Br. 

Naldi, Antonio, detto II Bar- 
della, lebte im letzten Viertel des 
16. und Anfange des 17. Jhs. am 
Hofe zu Toscana und war nach 
Caccini's Mitteilung in seiner Nuove 
Musiche von 1601 ein ausgezeich- 
neter Spieler auf der Chitarone, 
einer Art Bass-Laute, die zum 
Spielen des Generalbasses sich 
ganz besonders eignete. Man 
schreibt ihm sogar deren Erfin- 
dung zu. Fetis teilt die betreffende 
Stelle aus dem Caccini wörtlich 
mit (siehe auch Viertel]. 5, 420 ff.). 

*) Er ist dort mit Vornamen Ubert u. 
Robert gez. 



Naldi, Hortensio. 



138 



Nanini. 



Naldi, Hortensio, aus Piacenza. 

Die Titel seiner Druckwerke geben 
nichts Näheres über seine Person 
an. Bekannt sind: 

Concerti ecclesiastici a una, ä 2, ä 3, 
& ä 4 voci, con il Bc, per sonar nell'org. 
di . . . Op. 2. Yen. 1607 Viüceüti. 5 Stb. 
4". 22 Gesge. [B. Br. 

. . . Psalmi omnes , qui a S. E. E. in 
solemnitatibus decantari solent, cum duo- 
bus Magnificat, et Fals. Bord, tum viva 
voce, tum omni instr. . . Una cum sectione 
partium ad organistarum usum, et oom- 
modiun. Cum 4 voc. Lib. 1. Ven. 1606 
Amadinus. 5 Stb. 4». Bez. es als sein 
1. Werk: [Bologna: C. Abdr. der Dedic. 
Kat. 2, 278. 

Naldi, Romiilo, Fetis bez. ihn 
als Bologneser, doch ist dies wohl 
nur eine Annahme, denn auf den 
Motetten bez. er sich als Kleriker 
zu Bologna, welches noch nicht 
einschliefst, dass er auch dort geb. 
ist. Ferner bez. er sich als Theo- 
loge, Dr. beider Rechte u. Ritter 
(Equito) an S. Peter. Der Titel des 
Werkes lautet: 

Motectonim duobus choris Dominicis 
diebus concinendonim partis hyemalis. 
Lib. 1. Romulo Naldio. . . Ven. 1600 
Ang. Gardanus. 8 Stb. 4". Am Ende 
ein zwölfstim. Ave regina u. Regina coeli 
und ein 16stim. Ave regina. Dedic. ab- 
gedr. im Kat. 2, 468 von Bologna. [B.B. 
Bologna. 

— In B. B. dieselben in R, Ms. L. 343. 

11 1. lib. de Madrigali a .5 voci di . . . 
(ohne Amtsbez.). Ven, 1589 Gardano. 
5 Stb. 40. 21 Madr. Die Dedic. ist in 
Eom gez., also muss er zur Zeit dort 
gelebt haben, abermals ein Beweis, dass 
Bologna nicht mit Sicherheit als sein Ge- 
burtsort bezeichnet werden kann. [Bo- 
logna, nebst einer Part, von Busi. Abdr. 
der Dedic. Kat. 3, 133. 

Ms. Cod. 33 in Cap. sistina: Magnif. 
8 voc. 

Ms. B. L. Cum tiu'ba plurima 8 voc. 

Ms. B. ßr. 2 Motetten. 

2 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1), 
ferner nach Vogel noch in Vincenti's 
Fiori musicali 1590: Gia moriva il mio 
core 3 v, 

Naldino, Saüte, geb. 5. Febr. 
1588 zu Rom, gest. ebd. den 10. 
Okt. 1666. Fetis teilt die Grab- 



inschrift in der Kirche S. Stefano 
del Cacco mit. Am 23. Nov. 1617 
trat er in das päpstl. Sängerkol- 
legium ein; im Jahre 1G35 be- 
kleidete er den Kapellmeisterposten 
(Haberl Kat. 69 und Fotis). Letz- 
terer führt von ihm Motetten von 
1620, 1 Miserere zu 4 Stirn, und 
eine Ausgabe der Hymni sacri in 
Breviario Romano 1644 an, doch 
habe ich in keiner mir bekannten 
Bibl. etwas von ihm gefunden. Im 
Samlwk. 1646a 1 Gesg. zu 2 Stim. 
u. Bc. (Eitner 1). 

Nalines (Nalings, Nalmes), siehe 
Maliiies Gregor van und Jean de. 

Nalsoii, Rev. Valentine, Sub- 
kantor an der Kathedrale in York. 
Er st. um 1722. 

Das br. Mus. besitzt in der Tudway- 
schen Collect., Harl. Mss. 98 Bd. 5. 6, 
zwei Services (Grove). — In Ely 1 Service 
und 4 Anthems. 

Namsory, . . . 

bekannt durch eine Sonate f. Klarer. 
[Musikfr. Wien. 

Namudawitz, Lazarus, Orga- 
nist an St. Jakobi und Spielgreve 
zu Anfang des 17. Jhs. zu Lübeck 
(Staatsarchiv). 

Namur, Etienne -Dominique 
de, 1698 Sänger an der Kgl. Ka- 
pelle zu Brüssel (Straeten 5, 154). 

Nanello, Lorenzo, um 1708 
Theorbist an der herzogl. Kapelle 
in Venedig mit 30 Duk. Gehalt 
(Caffi 2, 61). 

Nani, A. . . Conte de, bekannt 
durch den Druck: 

3 Airs italiennes avec acc. de pfte. 
op. 4. fol. [Dresd. Mus. 

Nanini, Domenico, ein Violi- 
nist a/d. Hofkapelie in Wien von 
1705 bis t 7. Sept. 1708, 24 Jahr 
alt (Köchel 1). 

In der Hofb. Wien befindet sich von 
ihm ein Oratorium: La costanza trion- 
fante nel Martirio di S. Canuto, Re di 
Danimarca, in 2 part. 1708. Text von 
Melch. Vslenghi. Part. 89 Bll. qufol. 
Ms. 17542/48. 



Naniao, Bemardino. 



139 



Nanino, Giov. Bern. 



Nanino, Bernardino (Belar- 
dino), wird in einem Ms. des Liceo 
mus. zu Bologna (Kat. 1, 302) der 
Neffe (nipote) von Giov. Maria 
Nanino genannt. 

Das Ms. (Kopie von Mariini) enthJilt 
einen Trattato di contrapunto di Gio. Mar. 
e Beruardiuo Nanino. fol. C2 Ell. — 
In der B. B., Ms. 12 591 ist ein 4stim. 
Dixit Dominus mit B. Nanini gez. Nr. 
129. In alten Samlwken. kommen 6 Ge- 
sänge mit Bernardo N. gez. vor (Eitner 
1, 748 unter Giov. Bernardo gestellt, wie 
es auch Vogel thut). Die 6 Gesge. sind 
folgende: Beati omnes. — Beatus Lau- 
rentius. — Domine Dominus. — Fra bei 
nibini. — Misereator und Surrexit. — 
Vogel fügt diesen unter Giov. Bern. Na- 
nino noch hinzu : In Feiice Anerio's Le 
gioie Madr. 5 v. 1589: icggiadretti e 
cari occhi. — In Ancina's Tempio armonico 
1599: Volgi pietosa i lumi, 3 voc. 5. parie 
zu Giov. Maria N.'s Alma Vergin gentile. 
— In Phalese's Canzonette alla romana 
3 V. 1607 E vuoi Muse. — Aufserdem 
noch in Dom. Bianchi's Sacrarum modu- 
lationum die Mot: Cilicio Caecilia und 
Doctor bonus. Es fragt sich ob die mit 
Bernardo N. gez. nicht auch Giov. Bern. 
N. angehören. 

Nanino, Claadio, gab 1599 
Gio. Mar. Nanino's 1. lib. delle 
Canzonette a 3 voc. in Venedig 
heraus. 

Nanino, (xioyanni Bernardo 

(Belardiuo), jüngerer Bruder des 
Giov. Maria, geb. zu Vallerano, 
doch bez. er sich auch mit „Ro- 
mano", Schüler seines Bruders. 
1588 ist er noch ohne Amt, doch 
1599 bez. er sich als Kapellmeister 
an S. Luigi zu Rom, Fetis sagt: 
später an S. Lorenzo in Damaso 
zu Rom. Zwischen 1612 u. 1618 
scheint er gestorben zu sein, denn 
von letzterem Jahre ab werden 
seine Werke nur von anderen 
herausgegeben. Von seinen Kom- 
positionen sind nachweisbar: 

Motecta D. . . . binis, 3. et 4 voc. juxta 
novi breviarii formam concinnata. üna 
cum gravi voce ad org. sonitum accomo- 
data. A Julio Subissato in unum collecta 



& in lucem edita. . . Romae 1610 Eoh- 
lettus. 40. 28 Gesge. [B. ß : C 1. Bc. 

— Motecta 2, 3, 4 voc. juxta novi 
breviarii formam concinnata. A Julio 
Subissato in unum collecta et nunc denuo 
in lucem edita. Eoma 1618 Roblettus. 
4 Stb. 40. 28 Nrn. [Cap. Lat. 

Motecta 1, 2, 3, 4 & 5 voc. lib. 2. 
Eoma 1611 Eoblectus. Dedic. in Eom, 
Jan. 1611 gez. 4 Stb. 40. 17 Nrn. 
[Cap. Lat. B. B: Cl. 2. Bc. 

Motecta D. Jo. B. N., sing-ulis, binis, 
teinis, 4nis, quinisrß vocib., una cum 
gravi voce ad org. A Christoph. Marga- 
rina in unum collecta & edita. Lib. 3. 
Eoma 1612 Zaunettus. 4 Stb. 4». 17 
Nrn. [Bologna. Cap Lat. B. B: B. Bc. 

Motecta . . . singulis (wie vorher) or- 
gani sonitum accomodata. Lib. 4. Eoma 
1618 Eoblettus. 4 Stb. 4«. 21 Nrn. 
[Bologna. Cap. Lat: Eoma, Zannettus? 
B.B: apud Eoblettiim: C 1. 2. B. Bc. 

Salmi vespertini a 4 per le domeniche 
. . . con 2 Magnif., uno ä 4 e l'altro k 8. 
Con il Bc. Eaccolti dal Giulio Subissato 
da Fossombrone. Eoma 1620 Eobletti. 
Die letzte Nr., ein Magnificat, ist von 
Giov. Maria Nanino. 5 Stb. 4^. [Brüssel 
fehlt Bc. 

Venite exultemus Psalmus Davidicus 
ad Matutinum in celeberr. solennijs, 3 voc, 
& org. decantandus . . , Asisii 1620 per 
Jacob. Salvium. 4 Stb. zu je 4 BU. Die 
Dedic. ist von Simone Verlio unterz. 
[Bologna. 

... II 1. lib. de Madrigali k 5 voci . . . 
Ven. 1588 Gardano. 5 Stb. 4o. 21 Madr. 
Er bez. dieselben als sein 1. Werk. Die 
Dedic. gez. in Eom am 27/3 1588. [Bo- 
logna. Padua, Bibl. des Seminars: C. T. B. 

... II 2. lib. de Madr. ä 5 voci . . . 
Ven. 1599 Scotto. Eom den 1/1 1599 
gez. 5 Stb. 40. 21 Madr. [Crespano: T. 

Madrigali ä 5 voci di . . . Lib. 3. Eoma 
1612 Zannetti. 5 Stb. 40. 21 Madr. 
Dedic. Eom 1/1 1612 gez. [B. M. C. P. 
Bologna: C. T. B. 

In alten Samlwk. befinden sich 7 Gesge. 
(siehe Eitner 1, 748, doch sind diejenigen 
auszuscheiden, die Beruardiuo angehören 
und hier unter Giov. Bernardo eingereiht 
sind. Siehe den Artikel Bernardino Na- 
nino). Vogel fügt diesen noch hinzu, 
stellt aber ebenfalls Bernardino und Giov. 
Bernardo als eine Person dar: In Giam- 
berti's Poesie diverse 1623, 4 Gesge. mit 
Guitarrbegleitg. — In Gio. Maria Nanino's 
3. lib. Madr. 5 v. 1586: In sua la destra, 
p. 9. — In Giac. Vincenti's Fiori rausi- 
cali 3 V. 1590: Bianchi e vermigU fiori. 



Naiiino, Giov. Maria. 



140 



Nanino, Giov. Maria. 



— In Flaccomio's Le risa avicenda 5 v. 
1598: Si com'ogni hora. — In Phalese's 
H Helicou 5 voc. 161G: Caro dolce ben. 

— In Fab. Costaotini's Ghirlandetta amo- 
rosa 1621: cor sempre dolente 2 v. — 
3 Tonsätze in Contrapunto 2. — In Hove's 
Lautenbuch. 

Laetatus sum 8 voc. c. org. P. Ms. 
18487. [Hofb. Wien. 

L 321. Ms. B. B. Ijgaturae 4 voc. F. 

N. wird auch als Mitarbeiter an der 
theoretischen Abhdlg. seines älteren Bru- 
ders genannt (siehe Kat. Bologna 1, 301 
u. 302, auch bei Gio. Maria N. verz.). 

In neuer Ausg. 4 Psalmen im Proske 
(Eitner 2). 

Nanino, (jiovanni Maria, ge- 
bürtig aus Tivoli (Tiburtinus) 
zwischen 1545 und 1550, gest. 
11. März 1607 zu Rom, begraben 
in der Kirche S. Luigi dei fran- 
cesi (sixtinisches Archiv). Nach 
Paolo Agostini's Aussage in der 
Dedic. zu seinem 4. Buche Messen 
von 1627 war er in Vallerano 
Sängerknabe. Der Vater scheint 
nach der Geburt des Sohnes nach 
Vallerano gezogen zu sein, daher 
nennt ihn auch manches Ms. als 
einen in Vallerano geborenen, 
während sein Bruder Giov. Ber- 
nardo dort geboren ist. Er soll 
(nach Gaspari, Kat. 1, 301 von 
Bologna) ein Schüler Gaudio Mell's 
und Mitschüler Palestrina's ge- 
wesen sein. 1571 wurde er Sänger 
(Tenorist) an der Kirche Maria 
maggiore zu Rom, 1575 Kapell- 
meister an S. Luigi dei francesi 
ebd. und 1577 Kleriker u. Sänger 
an der päpstlichen Kapelle, 1579 
Kapellmeister an S. Maria Maggiore 
zu Rom (Titel). Er gründete zu 
Rom eine Musikschule, an der auch 
Palestrina als Lehrer wirkte und 
schloss sich dem Musikverbande 
römischer Tonkünstler an, der sich 
zur Aufgabe gestellt hatte, an den 
Kirchen Roms für tüchtige Kapell- 
meister und Sänger zu sorgen. 
1604 bekleidete er den Kapell- 



meisterposten an der sixtinischen 
Kapelle. — Nanino schloss sich 
in seinen Bestrebungen als Kom- 
ponist innig an Palestrina an und 
man kann ihn als Letzten be- 
trachten, der dem Strome der Zeit 
energisch entgegentrat, ihn aber 
doch nicht authalten konnte (Ha- 
berl, Jahrb. 1891, 81 Biogr. mit 
Porträt und 5 Lamentationes). 

Nanino hinterliefs eine tlieoretische 
Abliandlg. mit Beispielen, die sich in ver- 
schiedenen Abschriften und verschiedenen 
Titeln erhalten hat. Die älteste Kopie 
rührt von Orazio Griffi her, am 5. (Jkt. 
1619 vollendet und befand sich einst in 
der Corsinischen Bibl. zu Rom, betitelt: 
Frammento che contiene le regele di G. 
' M. Naiinino e di Qiop. Bernnrdo N. jkt 
fare contrappunto a mente sul canto fermo. 
La Fage 2, 303 giebt davon Auszüge. 
Andere Kopien in Bologna, Kat. 1, 301 
und 302 : 1. Kudiinenti e regele di con- 
trappunto, attribuite a G. Maria N. Ms. 
8*>. 16 S., viellciclit Autogr. 2. Regole 
di Contrappunto doppii a 4 e 5 voci di 
... Ms. 4". 8 Ell. vielleicht Autogr. (V), 
am Ende 3 Canon i von ralestrina^ Falsi- 
bordoni von verschiedenen Autoren und 
ein Kanon von Tcod. Clinio. 3. Cento 
cinquantasette Corrtrapunti sopra dei Canto 
fermo intitolata la Base di Costanxo Festa^ 
Opera di G. M. N. da Vallerano (sie?). 
Ms. 40. 128 BU. „Finis 1002 Mantuae 
die 23 üctobris. 4. Regole di Contrap. 
di G. M. N. e dei suo fratello minore 
Gio. Bernardino. Ms. fol. 78 BU. kopiert 
von Martini. 5. Trattato di Conti ap. di 
G. M. N. e di Bernardino Nauini suo Ni- 
pote. Ms. fol. 62 Bll. Gaspari giebt zu 
jedem Ms. interessante Berichte und No- 
tizen. Siehe auch Haberl 1. c. 95. Auch 
die ß. ß. besitzt 2 Kopien unter Ms. theor. 
120 u. 131 und die Beispiele unter L 322. 
Ferner die Bibl. Casanatense zu Rom, fds. 
Baini. — Im br. Mus., Ms. 154: Regole 
per il contrappunto. Am Ende der Musik- 
beispiele ist nur Oioi'. Bernardo N. gez. 
Ms. des 18. Jhs. 

Chronologisches Verx. semer Kom- 
positionen. 

1579 (die erste Ausg. muss zwischen 
71 — 74 erschienen sein, als er KapeUm. 
an S. Maria Magg. war): II 1. lib. di 
Madr. a 5 v. Ristamp. Ven., Gard. 5 Stb. 



qu40. 26 Nrn. [B. M. 
T. br.Mus. 5 Stb. 



Bologna. 



B. B: 



Nanino, Giov. Maria. 



141 



Nanino, Giov. Maria. 



— 1.582 ib. [B. D. Florenz B. n. 
Lincoln Ch. L. fehlt .5 a. Bologna. Brässel. 

— 1587 ib. [C. P. 5 Stb. 

— 1G05 ib. [Bologna. C. P. 

— 1609 col Bc. per ilClavicemb. Ven. 
[B. K. 6 Stb. 

1581. Madrigali a 5 voci di G. M. N. 
et di Annibal Stabile. Yen., Gard. 5 Stb. 
11 von K, 9 von Stabile. [B. D. B. M. 
B. B:T. Bologna. Verona S. f. 5 a. br. 
Mus. Neapel Cons. f. T. Westminster- 
abtei in London. 

— 1587 rist. ib. 5 Stb. [Bologna. 
Modena 5 Stb. Florenz B. n: C. br. 
Mus: C. (Inhalt bei Eitner 1, 1581 und 
Vogel unter Nanino). 

1586 a. Motecta, ut vulgo appellantur 
. . . quae ternis et quinis voc. Ven., Gard. 
Stb. qu40. 31 Nrn. [B. D. Proske. 
B. Kgsbg: B. Bologna im Ms. P. u. im 
Druck. 

1586 b. II 3. Üb. de Madr. a 5 v. 
Ven., Gard. 5 Stb. qu40. '21 Nrn. S. 9 
von Giov. Beruardiuo Nanino. [B. B. 

B. D. Modena. Bologna. Florenz B. n : 

C. Münster B. S. C. P. br. Mus:A. 
1593. II 1. lib. delle Canzonette a 

3 voci . . . per Alessandro Nanini raccolte. 
Ven., Gard. 3 Stb. 4». 26 Nrn. [B. K: 
T. B. Basel: T. B. 

— 1599 ib. 26 Nrn. [Proske: C br. 
Mus: C. T. 

65 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1), 
ferner in Galilei's Fronimo. — In Quag- 
liati's Canzonette spirituali 3 v. 1588 a. 
Ausg. von 1585g in Bologna: Alma del 
redentor p. 23 (Eitner 1). — In Verovio's 
Ganz. spir. 3 v. 1591: Non puö liugua 
narrare. — In Monteverdi's Musica tolta 
1607 : Erano i capei (Artifex niirus) 5 voc. 

— In Ant. Gardauo's 4. üb. delle Muse 
5 V. 1574: 4 Madr. — In Sabbio's L'amo- 
rosa Ero 1588 ein Gesg. — In Bozi's 
Giardinetto 1588: Celeste donna. — In 
Fei. Anerio's Le gioie Madr. 1589: La 
dove par che 5 v. — In Ang. Gardano's 
Dialoghi music, 1590: Donne vaghe 8 v. 

— In AVatson's The first sett of ital. 
Madrig. 1590: Morir non puo 5 v. — In 
Vincenti's Fiori musicali 1590: Lasciau le 
fresche. — In desselben Canzonette per 
cantar 1591: Tutta gentile e bella 3 v. — 
In Verovio's Canzonette spir. 3 v. 1591 : 



Non puö lingim. 



In Vincenti's De' 



floridi virtuos! 1592 = 1585 d, 3 Madr. 
— In Amadino's Floriudo 1593: Alt'e 
pieni sospiri 5 v. — In Vincenti's Nuova 
spoglia araorosa 1593 : Amor se i bei 
Rubiui 4 v. ; Legö questo mio core 4 v. ; 
Da i bei vostr'occhi 5 v. — In Phalese's 



Pai'adiso 1596: La dove par ch'ogno. 
Aventuroso piu. Donna gentil. Poi che'l 
tue. Da vaghe perle. — In Yonge's 
Musica transalpina 1597 1 Gesg. mit eng- 
lisch. Text. — In Flaccomio's Le risa 
avicenda 1598: Poi che il tuo. — In An- 
cina's Tempio armonico 1599: 9 Madr. — 
In Phalese's Floridi virtuos! 1600: Amor 
mi fa morire. Non son le vostre mani 
5 V. — In Ang. Gardano's I diporti della 
villa 1601: Chi di gare e rancori. — 
In Orf. Vecchi's Scielta de Madrig. 5 v. 
1604: Amor deh dimmi. Erano i capei. 
Non era l'andar. Morir non puo . (ur- 
spi-üngl. lat. Texte zu Motett.). — In Pha- 
lese's Canzonette aUa romana = Samlwk. 
1595 a 12 dreist. Ganz. — In Molinaro's 
Fatiche spir. lib. 2, 1610: AU'hor che la 
felice, 6 voc. — In Cavaglieri's Madrigali 
1616: Morir non puö. Amor deh dimmi. 
Donna gentil, ursprüngl. lat. Motetten- 
texte, 5 voc. — In Denis', Eude's und 
Terzi's Lautenbücher. 

17 Tousätze in Contrapunto 2, ein Teil 
davon ohne Vornamen. 

In neuen Ausg. 13 Gesge., dabei 2 ohne 
Vornamen, daher fraglich i^Eitner 2). Die 
Lamentatioues im Haberl .sind schon oben 
erwähnt. Ferner macht Letzterer darauf 
aufmerksam (1. c. 96), dass folgende Ge- 
sänge unter N.'s Namen untergeschoben 
sind: Diffusa est. Exaudi nos und das 
Stabat mater. — In Commer's Musica 
Sacra Bd. 25 ein Gesang. — Im Samlwk. 
Jubilus rythmicus von E. Forber, Lpz., 
Br. & H. in P: Jesus in pace. Quando 
cor nostrum. Jesu spes poeuitentibus. — 
In Georg Schmitt's Anthologie ein Ton- 
satz, Bd. 8. 

Manuscripte. 

Mss. Gap. s'isHna 18 versch. Gesge., 
s. Kat. — Im Lateran: Audi benigne 
Cod. 67. — In S. Maria Maggiore ein 
Stiidieubl. — Gap. Julia 1. 9 Lamenta- 
tioues, Cod. 44, 5 davon von Haberl, Jahr- 
buch 1891, veröffentlicht. 2. Sancta et 
immacul. 8 v. 3. Litania 12 v. 4. Hodie 
Christus 4 V. 5. Magnif. 8 v. 6. Dixit 
Dnus. 8 y. — B. M. 9 Madr. mit geistl. 
Texten versehen aus Herrer's Hortus 
musical. , Kat. 218; in moderner Part. 
1. Litaniae 8 voc. 2. Dixit Dnus. 8 voc. 
u. 4 Mot. — Ms. B. L. Morir o puovrino 
5 V., s. Kat. — B.B: Ms. 535: Stabat 
mater 4 voc. P. imd Exaudi nos 4 voc. 
(beide imtergeschobene Komposit.). Haec 
dies 5 V. — In Bd. 2, S. 76: Quem vidis- 
tis 6 voc. Ferner in B. B : 

Ms. 35, 2 Madr. aus 1594 u. 95 zu 4 
u. 5 Stim. 



Nanino, Giov. Maria. 



142 



Nantermi, Michel' Angelo. 



Ms. 103. Maria salvatoris 8 voc. 

Ms. 32. Sancta et iinmacul. — Cantate 
Dno. — Dne. quis habit. 8 v. 

Ms. 165. Lamentationes 4 v. 

Ms. 15840 in K. Hodie Christus 4 v. 

Ms. 160. quam suavis. — Haec 
dies 5 V. 

L 177 Hodie nobis 6 v. 

L178, 178a u. 324. Madrigali 5 voc. 
aus 1581 u. Motetti 3 e 5 v. 

L212 Missa: Salve reg. 5 v. 

L 294. Veni sponsa 5 voc. 

W32: 3 Motetten zu 8 St. — W 35: 
2 Madr. zu 4 u. 5 St. — W 103: Sancte 
et immacul. 8 v. — T 37. 49. 100 alleriei 
Gesänge in P. 

Ms. Bologna, Kai 2, 469: altitudo 
divitiarum 8 voc. P. von Santini. — Ms. 
Kat. 3, 4, P. von 1613 p. 33, Erano i 
capei d'oro. — p. 35, Amor, deh, dimmi 
come 5 voc. — Kat. 2, 169. Part, von 
Santini S. 36 ein Satz. 

Ms. B. Bf. 1 Gesg. — Ms. B. Ä. 1 Gesg. 

Ms. Part, in Breslau Kircheninst. (Uni- 
versit.) 4 Mot. zu 4 und 5 Stirn. 

Im R. C. of Mus. Ms. 1881, 4 Stb. 
1940, 4 Stb. 2 weltl. Gesge. lu 1940 
ohne Vornamen. 

In B. Dresden 6 geistl. Gesge. im Ms., 
dabei ein Stabat mater 4 v. (s. Kat.) 

In Musüfr. Wien, Ms. 8 Stb. 17. Jh., 
unter Nr. 72: Dolorosi MartjT, 5 voc. 

In B. Zw. im Ms. Christus orbis 5 voc. 

In Hof b. Wien, Ms. 15606,9: Hodie 
Christus natus 4 v. Veni sponsa Chi'isti 
5 voc. in Part. — Ms. 15607,5: Jubilus 
S. Bernardi, Jesu dulcis memoria. P. 

In moderaer P. Bd. 156 [K. Br.J: 
quam suavis. Haec dies quam fecit 5 v. 
— Hodie Christus nat. est. 4 voc. Veni 
sponsa Chr. 5 v. 

Nanni, ßanieri (Rainer), js^ehört 
wahrscheinlich der letzten Haltte 
des 17. Jhs. an und befinden sich 
von ihm in der 

Kgl. Musikalien - Samlg. zu Dresden 
Ms. 477 eine Messa solenne ä 4 voc. con 
Strom, und Ms. 477 a ein Credo a 4 voc. 
c. Strom. — In der Bibl. der MusLkfr. in 
"Wien mit dem Vornamen Rainer „Senates 
a Clavec. e Violiuo". 

Nanquete (Nanqueto), Joaii (Jo- 
hann, Hans), Tenorist an der Hof- 
kapelle in München von 1571 bis 
1578 mit 144 Gld. Gehalt. Ob 
der von 1568 bis 1570 in den 
Listen verz. Johann Marckhet der- 



selbe ist, lässt sich vorläufig nicht 
feststellen. 

Nantermi Filiberto , wahr- 
scheinlich ein Bruder des Michel' 

Angelo, 

ist in dessen Madrigale von 1609 auf 
S. 17 mit „Cor mio deh non languire", 
5 voci vertreten. 

Nantermi, Horatio. Fetis unter 
Nanterni sagt: zu Mailand geb. und 
der Vater des Michel'Angelo. Hier- 
gegen spricht die Dedic. zu seinen 
Motetten von 1606, denn da er 
dies als sein erstes Werk bez., so 
kann M. Angelo, der 1609 eine 
Samlg. Madrigale herausgiebt, nicht 
sein Sohn, sondern vielleicht sein 
Bruder sein. Letztere Meinung 
wird noch bestärkt durch die Auf- 
nahme von 2 Madrigalen in des 
letzteren Samlg. Fotis sagt weiter: 
er war gegen 1590 Kapellmeister 
an der Kirche S. Celso zu Mai- 
land. Obige Motettensamlg. ist 
betitelt: 

Partito del 1. üb. delli Motetti a 5 voci 
di . . . (ein Amt ist nicht verz.), Nuoua- 
mente ristampati (die erste Ausg. muss 
nach der Dedic. „Milano adi 3. Genaro 
1601" erschienen sein). Milano 1606 
Agost. Tradate. Part. 4". 80 BU. in 
moderner Einrichtung. [Bologna. 

6 Motetten in alten Samlwk. (Eitner 1), 
aulserdem noch in Bonometti's Parnassus 
musicus 1615 eine 4stim. Motette und in 
einem Ms. zu Bologna von 1613 von .loan. 
Amigonus zu Kom gesclirieben (Kat. 3, 4) 
die Motette: Domine Jesu Bl. 36 in P. 
Nach einer Vorbemerkung im Kat. fehlt 
aber das Bl. 36. Er wird im Kataloge 
Nanterni genarmt. — In Franc. Lucino's 
Concerti in Partit. 1612: Tu gloria Jeru- 
salem 2 V. Exultate Deo 4 voc, unter 
Nanterni. 

Nantermi (nicht Nanterni), Mi- 
chel'Angelo, soll der Sohn des 
Horatio sein und folgte seinem 
Vater als Kapellmeister an der 
Kirche S. Celso zu Mailand wie 
Fetis sagt, dass dies ein doppelter 
Irrtum ist wird bei Horatio Nan- 
termi nachgewiesen. Der Titel 



Napier, 



143 



Naidelli. 



seines bekannten Druckwerkes aber 
bez. ihn 1609 als Organist an der 
Kirche S. Laurentio maggiore zu 
Mailand. Der Titel lautet: 

II 1. Yxh. de Madrigali a .5 voci di . . . 
col Bc. per il Clavicemb., Claitarrone ed 
altro simile istromenti. . . Yen. 1609 Ama- 
diuo. 6 Stb. 40. 21 Madr., dabei 2 
Madr. von Horatio N. und 1 Madr. von 
Filiberto Nonterini. [B. Kassel. 

Napier, ... ein zu London 
lebender Violaspieler, der 1784 
öffentlich auftrat und vom Jahre 
1791 ab ein jährliches Benefiz- 
konzert gab (Pohl 2, 39. 371). Ob 
er derselbe wie der Musikverleger 
William Napier ist, der nach 
Brown auch Mitglied der „King's 
band" war, muss ich als offene 
Frage lassen. Siehe "William N. 

Napier, William, um 1740 
geb., gest. 1812 zn London, grün- 
dete gegen 1782 in London eine 
Musikhandlung. Brown sagt-: er 
war auch Mitglied der „King's 
band", also ein lustruraentist (ob 
er der Violaspieler war, ist nicht 
bekannt). 1792 befand sich sein 
Geschäft in sehr misslichen Ver- 
hältnissen ; um ihm zu helfen be- 
arbeitete Jos. Hajdn eine Anzahl 
schottische Lieder für Gesang, 
Klavier, Violine und Violoncell. 
N. machte damit sein Glück, zahlte 
nachträglich an Haydn die Summe 
von 50 £ und konnte die Summe 
für das 2te Heft verdoppeln 
(Pohl, 2, 182). 

Die Haydn'sche Bearbeitung nach der 
Angabe Pohrs habe ich nirgends gefunden, 
dagegen kann ich folgende nachweisen: 

Selection of the most favourite Scots 
songs chiefly pastoral adapted for the 
harpsich. with an acc. for a Violin by 
eminent masters. London (1790?) fol. 
P. Bass nur beziffert. 3 Bll. 16 S. 
Dissei-tation on Scottish Music by Tytler. 
77 S. Musik, 77 S. Text, 2 Nachbll. Der 
1. Bd. geht von 1—27, der 2. Bd. zählt 
weiter. Als Bearbeiter sind genannt Dr. 
Arnold, Barthelemon, Carter und Shield. 
[B. M. B. Wagener. 



In B. B. noch ein 3. Bd. Dort trägt 
der 1. Bd. den Titel: A selection of 
original Scots songs in 3 parts the har- 
mouy by eminent Masters. Dedic. Duchess 
of Gordon. Lond. fol. Die friihere Be- 
sitzerin des Buches hat sich 1799 ein- 
geschrieben. 

Napier's Selection of Dances & Strath- 
peys, with new and Appropriate Basses, 
adapted for the Pfte. Harp etc. Printed 
for W. Napier. fol. [br. Mus. 

Naray, Greorge, ein ungarischer 
Geistlicher des 17. Jhs., der fol- 
gendes Werk herausgab: 

Lyi-a coelestis suavi concordia divinas 
laudes personans. Hominumque animos 
a terrenis ad coelestia avocans. Elaborata 
et juxta musicales notas in harnioniam 
adaptata. Nunque primo typis edita . . . 
Tyrnaviae 1695 per Joan. Andr. Hörmann. 
4" (Tj-rnavia ist Pressburg). [Brüssel 
1257. 

Narbaez (Narbais), Liiys de, 
ein Spanier aus der ersten Hälfte 
des 16. Jhs., der sowohl als Mo- 
tettenkomponist, wie als Vihuela- 
spieler (Vihuela ist eine Art Gui- 
tarre mit 6 Saiten) sich bekannt 
machte. 

In alten Samlwken. von 1539 — 1542 
findet man zwei Motetten (Eitner 1 unter 
Narbais) und für die Yihuela gab er 
heraus : 

El primero (segondo, tercero, quarto, 
qiünto et sesto) libro del Delphin de mu- 
sica de cifras para taner Vüiuela. Hecho 
por Luys de Narbaez. Dirigido al muy 
iUustre senor el Seuor don Franciso deio 
Covos ... Ay eynel veynte y dos dife- 
recias de Code claros para discantar y 
siete diferencias de guarda me las vacas 
y una bara de cötrapüto M. D. XXX. 
Vni. con pri\-ilegio. . . Am Ende : Fue 
impresa la presente . . . Yalladolid por 
Diego Hermadez de Cordova impresor. 
Acabose y treynta . . Octubre. qu4*'. 4 
und 108 Bll. Jedes Buch mit neuem 
Titelbl. Enthält arrangierte Gesänge von 
damaligen bekannten Meistern, wie Jos- 
quin, Gombert, Eichafort etc. französische 
Chanson, Fantasien u. a. fürs Instraraent 
komponierte, [br. Mus. Straeten 7, 384 
sah ein Exempl. in Madrid. Siehe auch 
8, 452. 

Nardelli, D. CrioTanni, ein 

Komponist des 17. — 18. Jhs., 



Nardi. 



144 



Nai'dini. 



der im Ms. 11500 der B. B., Samlbd. 
Partit. Nr. 39 mit der Cautata: Piangea 
un di piangea Fileno, per Sopr. et Cont. 
vorkommt. 

Nardi, Pauliiio, päpstl, Sänger 
und 1666 Kapellmeister der Ka- 
pelle (Haberl, Kat. 69). 

Nardini, Pietro, ein bedeuten- 
der Violinist, Schüler Tartini's, 
geb. zu Fabiana in Toscana bei 
Monte Lupo (nach Gervasoni) gegen 
1722, gest. 7. Mai 1793 zu Flo- 
renz. Seine Eltern siedelten in 
seineu Kinderjahren nach Livorno 
über, wo er auch den ersten Mu- 
sikunterricht genoss, bis er nach 
Padiia zu Tartini ging, dessen 
Unterricht er bis zum 24. Jahre 
genoss. Von da kehrte er nach 
Livorno zurück, wo er öfter in 
der Kirche und in Konzerten sich 
hören liefs. Im Jahre 1763 brachte 
der Herzog Karl von Württemberg 
N. aus Italien mit. Mozart hörte 
ihn daselbst in demselben Jahre 
u. rühmt die „Schönheit, Reinig- 
keit und Gleichheit des Tones; im 
singbaren Geschmack sei er von 
Niemand übertroffen" (Sittard 3, 
55). 1767 soll er wieder nach 
Italien zurückgekehrt sein, pflegte 
zuerst seinen Meister in Padua bis 
zu dessen Tode und erhielt dann 
1770 an der Hofkapelle zu Flo- 
renz die Stellung eines 1. Violi- 
nisten, resp. des Orchesterdirektors, 
welches Amt damals stets dem 1. 
Violinisten zufiel. Er st. 71 Jahr 
alt. Schubart's überschwengliches 
Lob teilt V. Wasielewski 1 , 144, 
3. Ausg., mit, diesem fügt W. sein 
eigenes Urteil bei. Abate Rai- 
mondo Leoni di Pienza schrieb 
ein Elogio di P. N., celebratissimo 
Professor di Violine. Firenze 1793 
Cambiagi. 8" [Brüssel]. La Mara 
in Bd. 1, 233 teilt einen Brief in 
deutscher Uebersetzung vom 30/1 
1790 mit. Burney spricht über 



ihn 1, 184. 186 ff. — G. B. Ran- 
goni verfasste: Saggio sul gaste 
della musica, col carattere de'tre 
celebri suonatori di violino N., 
Lolli e Pugnani. Livorno 1790. 
80 [Musikfr.Wien. B. B. eine fran- 
zösische Uebersetzung: Livorno, 
Masi. 91 Seit.]. Von seinen Kom- 
positionen sind nachweisbar: 

G Sonates a V. et B. oe. 2. Amst., 
Hummel. F. gr. fol. 27 S. [Hofb. Wien. 

Six Sonatas er Duets for 2 V. op. 2. 
London, Walsti. 2 Stb. fol. [B. B. 

6 Sonate per V. solo e B. (Paris c. 
1765). qufol. [Dresd. Mus. Dresden, 
s. 1. mit Portr. 

VII Sonates pour V. et B. avec les 
Adagios brodes. Deruiere edit d'apres les 
Mss. originaux de l'auteur. Ded. k Mr. 
Marescot. Paiis chez Decombe, Luthier. 
fol. mit Portr. pag. 206—295. [B. AVa- 
gener. Musikfr. Wien. 

6 Sonates h. V, seul et B. avec les 
Adagios brodes par . . . Edit. par J. B to 
Cartier. Paris, Decombe. P. fol. 49 S. 
[B. M. B. B. Musikfr.Wien. B. Wage- 
ner mit italienischem Titel im Kupfer- 
stich, ohne Verleger in gr. qufol. Por- 
trät und 30 S. 

Concerto per V. Va. e B. 4 Stb. 
[Musikfr. Wien. 

6 Quartett! ä 2 V. 2 A. et Vcl. Fi- 
renze. Stb. [Musikfr. Wien. Berlin K. H. 
mit Poiir. Wolfenb. 

Sei Trii per 2 Fl. trav. e B. Ms. Stb. 
[Mailand Cons. 

6 Duos pour 2 V. Paris. [Paris Nat., 
vielleicht dieselben wie oben, 2. Werk, 
London. 

Six Solos for a V. with a B. for the 
harps. or Vcl. London, Walsh, fol. 26 S. 
[B. Wagener. 

In Handschriften: 

B. B. 15 860 in Kapsel: 3 Sonaten f. 
V. solo u. B. Stb. (Dehn bemerkt dazu: 
comp, von Tartini, bearbeitet von N.) — 
Ms. 15861, 50 und 60 Capriccio's f. V. 
solo. liv. 1. 2. 

12 Sonate a V. solo con suo Basse. 
P. qufol. Ms. 26 a. [Dresd. Mus. Hofb. 
Wien, gr. fol. 33 BU. Ms. 19196. 

Sonate in C. für V. u. Bc. Ms. Stb. 
[BriLSsel Cons. 

1 Sonate f. V. u. B. Kopie. [B. Wa- 
gener. 

Im C. P. 1 Bd. Kompositionen imd 
Sonates de V. 

Im Autogr. Grasn., B.B., 1 Brief u. Portr. 



Nardis. 



145 



Nares. 



Sonate per 2 Y. e B. Ms. Stb. 
[Padua Aiit. 

In neuen Ausg. 2 Sonaten, 1 Adagio 
(Eitner 2). In Alfred Moffat's Meister- 
Schule, Berlin. Simroek, 1 Piece. 

Nardis, Caiiiillo de. 

Die BüjI. der Musikfr. in AYien be- 
sitzt von ihm ein Preludiu aUo Stabat 
mater di Tom. Traetta, im Kl.-A. 

Nardo di Monte, siehe Cola. 

Xardö, Fra Beiiedetto Serafico 
di, deirordine di Predicatori, lebte 
1575 in Neapel nach der Dedic. 
1581 zeichnet er die Dedic. in 
Leccie. Ein Amt ist nirgends ge- 
nannt. Er gab heraus: 

... 11 1. üb. delli Madrigal! a 5 voci 
da lui composto corretto . . . Ven. 1575 
Gius. Guglielmo. 5 Stb. qu-l». 29 Nrn. 
Aus der Dedic. erfährt man, dass dies 
seia erstes 'Werk Ist. was er aber schon 
einmal 1571 bei Oratio Salviani in Ne- 
apel heraasgegeben habe, nun aber um- 
gearbeitet und von neuem in Venedig 
habe drucken lassen. [Modena fehlt B. 

... II 3. lib. di Madr. a 5 et a 6 voci 
con un Dialogo a diece. Novam. . . Vineg. 
1581 l'herede di G. Scotto. 6 Stb.? 4". 
22 Nrn. [Bologna: 5a. 

Nardo, Frater Grioranni, wurde 
am 6. Juli 1489 zum Sänger a/d. 
Kapelle Antoniana zu Padua ge- 
wählt (Tebaldini 2). 

Nardiicij (Narducci), Beue- 
detto, 

ist in Vincenti's Vittoiia amorosa 1596 
mit dem Madrigal: Non son in queste 
rive 5 voc. vertreten und in Ancina's 
Tempio armonico 1599 mit ,,Con dolor 
fiero'' 3 voc. 

Nares, James, Mus. Dr., ge- 
tauft am 19. April 1715 zu Stan- 
well (Middlesex), gest. 10. Febr. 
1783 in London. Knabensänger 
an der Kgl. Kapelle unter B. Gates, 
später Schüler von Pepusch. Ver- 
trat eine Zeitlang den Organisten 
Pigott a/d. St. Georg-Kapolle zu 
Windsor, erhielt 1734 den Or- 
gauisteuposten an York Miuster, 
wurde am 31/1 1756 Nachfolger 
des Dr. Greene als Organist und 
Komponist der Kgl. Kapelle und 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



erwarb sich in demselben Jahre 
den Grad eines Dr. der Musik zu 
Cambridge. 1757 wurde er au der 
Kgl. Kapelle Lehrer des Knaben- 
chores. 1780 trat er in Pension. 
Ton seinen Kompositionen sind 
nachweisbar (Davey bezeichnet sie 
mit armselig): 

20 Autliems in P. for 1, 2, 3, 4 and 
5 vuices (Titelbl. fehlt). London 1788, 
fol. [E. C. of Mus. 

— in neuer Ausg. von Novelle in 
London, 1858. fol. P. [br. Mus. 

A Morniug & Eveniug sen'ice ... to- 
gether with 6 Anthems. Lond. 1788 
Preston. fol. P. mit Portr. [br. Mus. 
R. C.ofMus. Cambiidge FW. 

The roval pastoral. A dramatic Ode. 
P. Lond.," Welcker. (1767) fol. [B. M. 
br. Mus. Glasgow. E. C. of Mus. 

A collectiou of catches, cauons & glees. 
Lond., Welcker. qufol. c. 1780. 1 vol. 
mit 3 u. 4 St. Gesg. [B. B. br. Mus. 
Glasgow. 

4 Anthems im Ms. P. 1. It is a good 
thing. 2. Turn thee again, Lord. 

3. Unto thee, God, do we give thanks. 

4. Lord, how long wilt thou. [R. C. of 
Mus. 

3 Bücher Anthems, 1757—1769 für 
die Kgl. Kapelle komp., Ms. 629, br. Mus. 

8 setts of lessons for the harps. Lond. 
1757 J. Johnson, qufol. [br. Mus. 

6 Fugues with Introductory Yoluntaiy's 
for the Organ or Harpsich, Lond., 
Welcker. qufol. [br. Mus. 

In Ms. 161, Cambridge FW. 7 Fugen 
für Orgel. 

Five harpsichord lessons and a Sonata 
in score for the harps. or oi'g. (with 
Strings) op. 2. London, Johnson. [Cam- 
bridge FW. in Nr. 485. 

These lessons for the harps., with a 
Sonata in score for the harps. or org. 
op. 2. Lond. qufol. 33 S. [br. Mus. 

II principio; or, a regulär introduction 
to playing on the harpsich. or org. Ib. 
qufol. [br. Mus. 

N.'s treatise on singiug. London, 
Welcker. [Cambridge FW. 421. 

Concise & easy treatise on siuging, 
addressed to those desirous of performing 
Duets or Musio in parts. The niles cal- 
culated to remove all difficulties with a 
set of Eughsh Duets for beginners. Lon- 
don, qufol. 33 S. [br.Mus. 

6 Anth. u. Serv. in Sam. Arnold's 
Cathedr, mus. 17'J0. — Ebenso in Eim- 

10 



Narnis. 



146 



Nasco. 



bault's Cathedr. mus. 1. Bd. 1847 [Hofb. 
Wien.] — In Page's llarmouia Sacra. 
In Stevens' Sacrcd Music 2 Anthems. 

In Clarke's Favourite Anthems with 
organ, London, P. ein Antliem. 

Te Deuni, Jubil., Sauet., Kyrie etc. in 
F. for 4 voic. in Warreu's coli, of 
Cathedr. Servic. Nr. 26-29. 1859. 

In T. Johnsou's Psalmenausgabe : Au 
Abridgmeut c. 1777. 

In Chappell's Church Services 1866. 
Nr. 1. 

In Riley's Psahn u. hynins. c. 1750. 

In Warreu's Collect, of Catches, 2 
Canon, 2 Glees, 2 Rounds und 1 Catch. 

In Bishop's collect, of Glees, 1 Glee. 

In Catch Club 2. 18. Jh. letzte Hälfte. 

In Catch Club 3 (Sibbald in Edinburgh). 

In Longman's Collect, of Catches Nr. 34 
ein 3 st. Catch. lu Ilullah's The Singers 
übrary. Nr. 30. 

In neuen Ausg. 8 Gesänge (Eitner 2). 

Narnis (de Narnia), Bernardi- 
niis de, Supranist an St. Peter in 
Rom von 1190—1499 (Viertelj. 3, 
239). 

Nasci, Michele, ein Violinist 
und um 1770 Orcliesterdirektor 
am Theater Fioicntini in Neapel 
(Buruey 1, 262). 

Von seiueu Kompositionen sind bekannt 
im Ms. 331, br. Mus. , im Autogr. von 
1769 ein geistlicher Gesang. — Concerto 
di V. e B. in Stb. und Sonata a 2 V. 
Va. e B. in Stb. [Musikfr. Wien. 

Sonate sei di Cembalo con acc. di V. 
London c. 1775. fol. [br. Mus. 

Nascimbeni, Maria Fraiicesca, 

aus Ancona, wo sie auch später 
wohnte. Sie war eine Schülerin 
des Scipione Lazarini, trat mehr- 
fach als Kompouistin auf und zwar 
mit: 

Canzoni, e Madrigali morali, e spiri- 
tuali a una, due, e tre voci della Siguora 
. . . Aucoua 1674, nella stamperia miu>i- 
cale , per Claudio Percimineo. 4 Stb : 
2 C. B. u. Org. 4". 14 Gesge. [Oxford 
B. L. Bologna, Kat. 2, 470 Abdr. der 
Dedic. Vogel nennt sie Nascinbeni. Der 
Bologner Katalog aber fünfmal wie oben 
angezeigt ist. 

lu ihres Lehrers Motetti op. 2 von 
1674 die Motette: Sitientes venite, 2 C. 
e B. Per il Santissiuio Sacraniento. 



Nascimbeni (Nasimbeui), Ste- 
fano, geb. in Mantua, Kapell- 
meister an St. Barbara ebd. im 
Anfange des 17. Jhs. (Canal 97 
und Titel). Au Kompositionen sind 
bekannt: 

Messe 8 voci cou la partitura per Tor- 
gano. Lib. 1. Ven. 1612 Amadiuo. 8 
Stb. 40. 3 Mess. [B. B:Cl. Proske 
kompl.? Danzig Kathar: C2. AI. Tl. 
Bl. 

Psalmi ad vesperas in totius anui so- 
lemuitatibus. Tom. I. Ven. 1616. [B.D. 
93, 5. 7 Stb. mit Bg. 

Sabni 8 voci. Ven. 1616 Gardano. fol. 
[B. D. 27, 2: Partitura, NB. Bc. 30 S. 

Concerti ecclesiastici a 12 voc, divisi 
in 3 chori, Ven. 1610 Amadino. 2 Mess. 
u. 8 andere Gesge. [Proske. br. Mus. 
fehlt der 3. Chor. 

2 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 1), 
aufserdem nach Vogel in Ang. Gardano's 
Lamorosa caccia 1588: Luceuti rai del 
sole, 5 voc. Dei'selbe Satz auch iu Pha- 
lese's Paradiso music. 1596. 

Nasco, GioYauni; aus den Titeln 
seiner Werke ist ersichtlich, dass 
er 1548 „Maestro de la Nobile e 
virtuosa Accademia d'i Siguori 
filarmonici" zu Verona war, 1554 
Kapollmeister am Dome zu Tre- 
viso, ebenso 1557; die übrigen 
Drucke geben keine Nachricht. 
i Fetis Angabe, dass er in Fano 
Kapellmeister war, lässt sich niciit 
nachweisen. 1560 i.st er schon 
nicht mehr am Leben, siehe die 
Lamentationi von 1561 . Von seinen 
Kompositionen sind bekannt: 

Lamentationi a voce pari di G. N. a 
4 voci con doi Passii il Beuedictus et le 
sue Antiphone Nouamente con ogni dili- 
gentia stampate . . . Ven. 1561 Gardano. 
4 Stb. qu4". Dedic. unterz. in Treviso 
am 20/9 1561 von der Frau Nasco's, 
Giacoma Calderara Nasca, worin sie sagt, 
dass ihr Ehegemal die Konipos. hinter- 
lassen habe (Abdr. der üedic. im Kat. 
Bologna 2, 279). [Bologna. 

— Lamentationi a voce pari di . . . a 
4 voci con doi Passii (wie oben). Ib. 
1564. 4 Stb. qu40. [Bologna. 

— Lamentationi a voci pari di ... 
Ven. 1574 figliuoli di A. Gardano. 4 Stb. 
ciu40. [Bologna: T. B. 



Nasco. 



147 



Nasolini. 



Madrigali di . . . a 5 voci. . . Ven. 1548 
Gardaue. 5 Stb. (ii\4P. Dedic. in Ve- 
rona gez. 30 Gesge. [Bologna fehlt 5 a. 
Verona S. f: A. Rom Cecilia: A. T. B. 

... II 1. lib. de Madr. a 4 voci, in- 
sieme la Cauzon di Rospi & Rossignol. . . 
Ven. 1554 A. Gardane. 4 Stb. (iu40. 
Lebte in Treviso. 32 Madr. [liofb. Wien. 
Bologna: B. Verona S. f: C. A. B. 

— Ib. 1555. 4 Stb. qu40. 2 Madr. 
fehlen, 2 neue kommen hinzu (siehe Vogel 
2, 9). [B.M. 

— Ib. 15G1 (jetzt mit Gardano gez.), 

4 Stb. qu4«. Inhalt wie 1554. [B. A. 
Hof b. Wien: C Verona S. f: C. B. 

— 1584 Ang. Gardano, wie 1554. [B.D. 
... n 1. Hb. di Canzon Villanesche 

aUa Napoiitaua, a 4 voci . . . ristamp. . . 
Ven. 155G Scotto. 4 Stb. <iu40. 21 Ge- 
sänge. [B. Kgsbg. kompl. T. defect. 

— 1558 Ant. Gardano , wie oben. 
[B. A. Hofb. Wien:C. br. Mus:C. 

— Vineggia 1565 Scotto. wie oben. 
[B.Zw: T. br.Mus: C. 

Der Katalog von G. Hess in München 
zeigte 1901 Nr. 285 eine Ausgabe: Vineg. 
1566 appr. G. Scotto, Tenorb. an. 

Le Canzon et Madrigali a 6 voci con 
u-no Dialogo a 7 di . . . Ven. 1557 Gar- 
dane. 6 Stb. qu40. 29 Gesge. [Ven. 
Marco. Verona S. f. fehlt C. 

— ristami). ib. 1562, wie oben. [B. M. 
Hofb. Wien fehlt T. Bologna: A. T. 
Paris Nat: A. br.Mus: C. 

... D 2. lib. d'i Madrigali a 5 voci, 
doue si contengono tutte le niacharronee 
del ditto autore Nouam. per Ant. Gar- 
dano stampato. . . Ven. 1557 Gardano. 

5 Stb. (iu4". 28 Madr. [B. M. Hofb. 
Wien: C. Bologna: A. ohne Titel. Ve- 
rona S. f: A. T. Neapel B. u: C. br. 
Mus: C. T. 

27 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1). 
Dazu kommen noch im Cypr. Rore 1563: 
Tristis es anima und salutaris hostia, 

4 voc. — In Fr. Liuduer's Biciuia 1591 
ein Gesg. — In Rore's 4. hb. Madr. 5 v. 
Ausg. 1580: lo mi rivolgo und Talhor 
m'assale, 2. p. — In dessen 5. hb. Madr. 

5 V. 1560: lo non sapeva. — In V. 
Ruffo's 2. lib. Madr. 5 v. 1557 u. s. a: 
Morte m'ha morto. Come si m'accendete. 
Non ha donna piu bella. — In Verde- 
lott's Madr. 6 v. 1561: lo vorrei pur 
lodarti. — In Ant. Gardane's II vero terzo 
lib. Madr. 1549-': Laccio diset'et. Lasso 
diceva. Tu m'hai cor mio. — In Giov. 
da Bene's Musica spirit. Ganz, et Madr. 



1563: 13 Gesge., siehe Scotto. 



In 



Scotto's 3. lib. del Desiderio 1567: 4 



Madr. — In dessen Prima Stella de Madr. 
5 v. 1570: Se'l tempo. Madonna quand'io. 

— In P. Bozi's Giardiuetto de Madr. 
3 voc. 1588: Occhi miei. — In Vincenti's 
Nuova spogha 1593: In biauco letto 4 v. 

— In Arascione's Nuove Laudi 1600 Bl. 
26 ein 4 st. Gesg. — In Hove"s Lauteu- 
buch. — In Cipr. Rore's Motetta 4 voc. 
1563: Tristis est anima mea S. 10. 

Im Ms. 2289 der Kgl. B. Brüssel fds. 
Fötis ein Madrigal in P. 

Nascll, DoDi Dieg'O, ein edler 
Spanier in der ersten Hälfte des 
18. Jhs., der unter dem Pseudonym 
Egidio Lasnel die Opern schrieb: 
Attilio regolo, Palermo 1748. De- 
metrio, Neapel 1749 (Fotis). Siehe 
auch Lasnel. 

Nasera (Nosera), Pietro de, 
ein Discantist a/d. Hofkapelle in 
Wien, vom 1. März 1597—1619 
mitmonatl. löGld. Gehalt (Köchel 1). 

Nasimbeni, Stefano, siehe Nas- 
ciiubeiii. 

Nasolini, Sebastiano, geb. zu 
Piacenza um 1768. Gervasoni 
sagt, dass er sich anfänglich als 
Pianist hervorthat, von seinem 20. 
Jahre aber ab widmete er sich 
nur der Opernkomposition. Der- 
selbe bez. seinen Tod mit dem 
Jahre 1799, 31 Jahr alt, nach 
anderen soll er aber noch 1810 in 
Neapel gelebt haben. Seine Opern 
wurden bis 1816 in Neapel auf- 
geführt (Florimo Bd. 4) und hatten 
zuweilen einen brillanten Erfolg, 
so dass sie über ganz Europa in 
Scene gingen. Er hielt sich auch 
eine Zeitlang in London auf. Von 
seinen Kompositionen haben sich 
erhalten : 

An Opern: 

II Catoue in Utica. Opera. Ms. P. 
488. [br. Mus. 

Cleopatra. Tragedia urica in 2 atti. 
P. 2 voll, qufol. Ms. 918a. [Dresd.Mus. 
B. B. nur Akt 1. P. Ms. 15880. 

GFinnamorati, op. gioc. in 2 a. (Ven. 
c. 1800) Ms. P. [Brüssel Cons. C. P. 

II medieo di Lucca, op. giocosa a 8 
voci (Venedig 1798). Ms. P. [Brüssel 

10* 



Nasoliai. 



148 



Nassotto. 



Cons. br. Mus. Ms. 485. C. P. Dresd. 
Mus: Farsa. 

Merope, opera. Ms. P. 486. [br. Mus. 
B. Darmst. ein Exempl. mit Nasoliai's u. 
Poissl's Musik, mit deutschem Text. 

La Morte di Mitridato iu 2 atti. P. 
Ms. 1798. [Münclieu Oper. C P. Ms. 
487 P. br. Mus. 

Gli opposti caratteri, ossia: II tempera- 
meuti contrarsi (auch Olivo e Pasquale), 
Parsa in 1 atto. Ms. P. (Yen. c. 1799). 
[Biiissel Cons. C P. Musikir. Wien im 
Kl.-Auszg. 

Semirainide, Dramma in 3 atti. 1792. 
Ms. P. [C. P. Bologna nur in 2 Akt. 
P. Ms. 2 vull. 

II Sesosti-i ossieno le feste d'Iside. 
Firenze 1794. P. Ms. 2 voll. [Bologna. 

GFUmori contrari, op. gioc. in 1 alto 
(Text von Gio. Bertati. Yen. 1798). Ms. 
P. [Bmssel Cons. 

Arien, Scenen «. a. aus Oper?i: 

L'affetto mi Tu vedi, favorite air du 
Merope, che ascotto fav. Duetto in the 
grand serious opera Merope. P. Lond., 
Laveuu & Mitchell. 4 S. [B. Wagener. 

In B. B., Ms. 121. 123. 124. 129: 5 
Scenen und Duette f. Gcsg. u. Orch. u. 
1 Terzett aus Mitridate. P. 

A quest' istoute, Duo de Cleopatra. 
Paris, Carli. P. [B. M. 

Duo della modista i'aggiratrice. Paris, 
Imbault. P. [B. M. 

Scena e Duetto „Leggo oppresso in 
quel sembiante. P. Ms. 1100. qufol. 
[Dresd. Mus. 

Rec. und Aria: lo piü niadre, c. coro 
dell'opera Merope. P. Ms. [Berlin Singak. 

14 Gesänge (Arien, Cavatiuen, Scenen 
und Duette etc.) aus Opern in P. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Nella morte di Semiraniide, Scena e 
Duetto. P. Ms. [B. M. 

In B. M. im Ms. P. auch einige geist- 
liche Gesänge: 1. Laudate Dominum, 2 T. 
B. ed org. P. 2. Dilexi quoniam 2 voci 
c. org. P. 

Im Conservat. zu Mailand 19 Nrn. aus 
Opern, teils in P., teils im Kl.-A. im Ms. 
An Opern sind aufser den obigen noch 
genannt 1. I riti d'Efeso. 2. II trionfo 
di Clelia (Näheres im Kat.). 

In Schwerin F. eine Cavatina f. Sopr. 
u. Orch. P. Ms. 

In Bologna im Ms. P. 10 Gesge. aus 
Opern. 

In Brüssel, Ms. 2625 Duett. Ms. 2632 
Scenen und Duos von Verschiedenen. 

Im br. Mus. Einzeldrucke in London 



aus dem Ende des 18. und Anfange des 
19. Jhs. von Arien, Duetten, Notturnos, 
Cavatina aus Merope. Duett aus Mitri- 
date. Duett aus La modista raggiratrice, 
Duett und Kondo aus La morte di Cleo- 
patra. 

In B. Dresd. 1 Duett u. 2 Arien (s. Kat.). 

In Einsiedeln „Cessi quel pianto" (aus 
Polifonte) Cavat. und Chor. Ms. P. 

In Musikfr. Wien: Salmo per S. e B. 
c, org. P. — In Padua Ant. das Oratorio 
Della Conversione di S. Agostino, in 2 
parti. P. Ms. 

Ouvertura per Clavic. del opera II 
Teseo a Stige. Vienne, Magazin. [B. B. 

Nassari, . . . bekannt durch 

Twelve Minuetts' for two Violins & a 
B. and Six Yenetian Ballads. Lond., printed 
for Sigr. Albaui. 18. Jh. qu40. [br. Mus. 

Nassarre, Padre Frater Pablo, 
ein Spanier, geb. um 1664 in 
einem Dorfe Aragoniens, wurde 
Franziskaner und Organist im Real 
Convent des Klosters San Fran- 
cisco zu Saragossa (Titel). Er ver- 
öffentlichte zwei tiieoretisclie Werke, 
die bei Fetis des Näheren beschrie- 
ben werden. 

1. Fragmentos rausicos. Reglas gene- 
rales, y muy necessarias para canto Uano, 
canto de organo, contrapunto, y compo- 
sicion . . . Zaragoza 1683 Tomas Gasp. 
Marti uouz. kl. 8". 8 BU. 142 S. [br. Mus. 

— Fragm. mus., repartidos en quatro 
tratados; en que se haUan reglas gene- 
rales, y muy ... Y aora nuevamente 
anadido el ultimo tratado por el mismo 
autor; y juntamente exemplificados con 
los caracteres musicos de que carecia. 
Sacalos a luz etc. D. Jos. de Torres. Ma- 
drid 1700 en su imprenta de musioa. 
kl. 40. 288 S. [B. B. Brüssel. Glas- 
gow. Bologna, und den 3. Tract. in Kopie, 
fol. 5 Ell. br.Mus. 

Eine 3. Ausg. von 1704 ist nicht be- 
kannt. 

2. Escuela musica, segun la practica 
moderna, dividida en primera, y segunda 
paite ... (Titel sehr umfangreich, ab- 
gedrackt im Kat. Brüssel fds. Fetis 5377.) 
Zaragoza 1724 heredos de Diego de La- 
rumbe. — 2. parte Zarag. 1723 por los 
hered. de Manuel Roman. 2 voll. fol. 
28 u. 512 S. 12 u. 506 S. [B. B. B. M. 
Brüssel. C. P. br. Mus. Glasgow. 

Nassotto, Joseph, Sohn des 
Trompeters Sebastian in Ksl. Dien- 



Natali, Giuseppe. 



149 



Natorp. 



stell, zeichnete sich als Instruraen- 
tist (Klavier und Violine) und als 
Bassist aus, ist 1719 17 Jahr alt. 
Bericht von Fux. Köchel 2, 385. 

Natali, Pater Cpriusepi)e, da 

Camerino, von 1679 — 1696 Kapell- 
meister an der Kapelle des Hlg. 
Antonio zu Padua, wo er vorher 
Organist war (Tebaldini 37). Nach 
Tevo's Musico testore war er um 
1703 Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Fermo. 

In Bologna im Ms. Eegole per sonare 
ü basso cont. 8«. 12 Bll. 

Natali (Xatale), Pater Pompeo, 
dalla Ripa Transona, so liest man 
im Drucke von 1674. In dem 
von 1662 heifst es „dalla citta 
della Ripa, della Provincia della 
Marca". Fotis bez. ihn als Sänger 
an der Kirche S. Maria maggiore 
zu Rom. Er gab heraus: 

Madrigali a 3 voci paii di D . . . Eoma 
1656 Marit. Balmonti. 3 Stb. 4P. 15 
Gesge. In der Dedic. erwähnt er ein 
früheres Werk mit Motetten. [B. B. 

Madrigali, e Canzoni spirituab', e mo- 
rali a 2, et a 3 voci La maggior parte 
delle quali sodo a 3 voci pari. Di D . . . 
Roma 1662 Jac. Fei d'And. F. 4 Stb. 
(A.T.B.Bc.) 19 Gesge. [Bologna. Crayn 
bei Liegnitz, Schlossbibl. kompl. In B. B., 
L 181 in Part. u. St. Ms. 

Solfeggiamenti a 2 e 3 voci . . . Eoma 
1674 Mutij. 3 Stb. 4». [B. B. und im 
Ms. L303 Solfeggi a 2 voci. Bologna. 

— Libro 2. de'Solfegg. a 2 e 3 voci 
. . . Roma 16S1 Mascardi. 3 Stb. 4». 
[Bologna, Näheres im Kat. 1, 322. 

In Florido's Samlwk. von 1672 die 
Motette: Dominus adjutor meus 2 voc. 
c. Bc. 

Ms. L 347 in B. B : Non piü guerra 
3 V. c. Bc. 

Natalis, N . . ., ein Komponist 

des 15. Jhs., der im 

Ms. Cod. 37 zu Bologna mit einem 
3stim. Et in terra pax vertreten ist. 

Natalresta, . . . unter diesem 
Namen wurden um 1785 zu 
Paris 6 Violoncellpiecen gestochen 
(Gerber 1). 



Nathan, J..., ein englischer 
Musiker des 18/19. Jhs., der mit 
John Braham mehrere hebräische 
Gesänge herausgab (siehe Braham). 

Natliusius, Elias, Kantor und 
Schulkollec'e an St. Nikolaus zu 
Leipzig, erhielt 1657 an Stelle 
Tob. Michael das Kantorat an der 
Thomasschule ebd. Er starb am 
30. Dez. 1676 ebd. (Ratsakteu) und 

gab heraus: 

Cum musices creatore disputatio de 
musica theoretica, quam autoritate inclitae 
faciiltatis philosophicae Lipsiae . . . Lips. 
1652 tyjjis Joan. Baueri. 8 Bll. in 4P. 
[B. Zw. (Kat. S. 129 mit Inhalt). Dresd. 
Lübeck. 

In Ms. Z 40 in B. B. 9 Stb. des 17. Jhs. 
Nr. 23 „Das weifs ich fürwar wer Gott 
dienet", 8 voc. c. Bc. 

In Stadtb. Zittau, Ms. B 158, 1 Stamm- 
buchbl. von 1674, Canon a2voc. 3 Noten- 
zeilen, Text: Casta Dens meus est. Er 
bez. sich mit obigen Aemtern. 

NatiTidade. Vasconcellos verz. 
3 Autoren dieses Namens. 

1. Fr. Francisco da X. gab heraus: 
Novena da Senhora Sant'Anna, com o seu 
officio. Lisboal708Teixeira. 12». (Fund- 
oit fehlt.) 

2. Joao da N., geb. zu Torres, trat 
1675 in den Franziskaner-Orden zu Lissa- 
bon und starb 1709. Er hinterliefs reli- 
giöse Gesänge. 

3. Fr. Miguel da, N., geb. zu Obidos, 
trat am 8. Sept. 1658 in den Cister- 
cienserorden zu Alcobaga ein. Im dor- 
tigen Klosterarchiv sollen sich 28 Psalmos 
das Yesperas cistercienses seiner Kom- 
position befinden. 

Natorp, Bernhard Cliristiaii 
Ludwig-, geb. 12. Nov. 1774 zu 
Werden a/d. Ruhr, gest. 8. Febr. 
1846 zu Münster. Studierte Theo- 
logie und Pädagogik zu Halle a/d. 
Saale, wurde 1796 Lehrer in Elber- 
feld, dann Prediger und Schul- 
inspektor zu Hückeswagen und 
Essen, 1809 Schulrat in Potsdam 
und 1816 Consistorialrat in Mün- 
ster (Fotis. Riemanu. Mendel- 
Reifsmann). Er machte sich um 
den Schulgesang verdient und den 



Natorp. 



150 



Naude, L. 



Gesang in der Kirche. Bekannt 

sind von seinen Schriften: 

Anleitung zur Unterweisung im Singen 
für Lehrer in Volksschulen. Potsdam 
1813. [ß. B. B. Lpz. 

— 2. Aufl. Essen 1816 Bädeker. [B.B. 
Binissel. B. Lpz. Ausg. 1818? 

— 3. Aufl. ib. 1820. 4». 139 S. u. 
8 Vorw. [ß. ß. Bmssel. Einsiedeln und 
eine Ausg. Duisburg 1818 Lederer. 

— 4. Aufl. ib. 1824. [B. B. Musikfr. 
Wien. 

— 5. Aufl. ib. 1834 u. 1837. [B.B. 
Lehrbüchlein der Singekuust. Für die 

Jugend in Volksschulen ... 1. u. 2. Cur- 
sus. Essen und Duisburg 1816. 1820. 
Bädeker. 2 voll. 8°. [Brüssel. 

— 5. Aufl. ib. s. a. , der Cursus von 
1820. [ß. B. 

— 7. Aufl. ib. 1832. [B.B. 
Ueber den Gesang in den Kirchen der 

Protestanten. Essen 1817 Bildeker. 8«. 
264 S. [B. B. Brüssel. Glasgow. B. 
Lpz. 

Ueber den Zweck, die Einrichtung und 
den Gebrauch des Melodienbuchs für den 
Gemeindcgesang in den evangelischen 
Kirchen. Ein nöthiges Voi-wort zu dem- 
selben . . . Essen 1822 Bädeker. 8«. 
[Brüssel, 

Ueber Rink's Praeludien. Ib. 1834. 
80. 93 S. [B. B. Dresden. B. Lpz. 

Sein Melodienbuch für den Gemeindc- 
gesang in den evangelischen Kirchen. 
Essen 1822 Bädeker. 80. 130 S. [B. B. 
Bibl. Joh. Zahn's], erschien dann vier- 
stimmig unter dem Titel: 

Choralbuch für evangelische Kirchen, 
kritisch bearbeitet und geordnet von N. 
u. Fr. Kefsler, vierstimmig gesetzt und 
mit Zwischenspielen versehen von C. H. 
Rink. Essen 1829 Bädeker. rpa". 223 
Choräle. [B.B. B. M. Siehe Zahn 6, 
417. In B. B. noch ein Choralbuch, ib. 
1836. 

Ueber des Herrn Ober-ConsLstorialraths 
Natorp Anweisung zur Unterweisung im 
Singen. Von Moritz Salomon. Quedlin- 
burg mid Leipz. 1820 Basse. 80. [Brüs- 
sel. B. B. 

Nattermaiiii, . . . Stadtorganist 
lim 1683 in Weimar, starb 1691 
(Niederrh. Ztg. 6, 325). 

Natiis, Michael, aus Finster- 
walde, wurde 1584 vor Pfingsten 
Kantor zu Sonnenwalde bei Luckau 
und ging 1586 wieder ab (M. f. M. 



6, 125). Ein Fabian Naf?ts war 
in Torgau Kantor und hat sich 
auf dem Wolfenbütteler Exem- 
plare von Glarean's Dodecachord 
eingescli rieben, auch widmete ihm 
Kaspar Trost seine Compositio rausi- 
calis 1628. 

Nau, Stoplianiis, Gallus Aure- 
liensis, ist am 11. Juni 1627 als 
Musikus in der Universität zu 
Leyden eingeschrieben (Bouwst. 
3, 2). 

In der Landcsbibl. in Kassel, Kat. 
S. 64 befinden sich in einem Ms. Tänze 
von S. Ncni. und zwar eine Allemande, 
Cour. n. Sarah, ä 5. Fraglich ob der 
obige, obgleich andere Piecen in dem Ms. 
die Jalireszahlen 1658 u. 1668 tragen, 
also in obige Zeit passen. 

Naul)ach, Johann, Tenorist an 
der Hofkapolle in Wien mit 30 Gld. 
monatl. vom 1. April 1637 bis 31, 
Okt. 1645 (Küchel 1). 

Nauhcrt, Johann, wird 1614 
vom Kurfürsten von Sachsen als 
Musiker an den Grofsherzog von 
Toscana empfohlen (s. Staatsarch.). 

Nau(l6, (jr . . ., hat vielleicht in 
der Mitte des 18. Jhs. zu Paris 
gelebt. Leo Liepmannssohn besafs 
einst von ihm: 

1. Ave verum, Sub tuiun, sacr. et 
Adoramiis a 3 et 4 voix. Paris, Lenwine. 
2. Ecce panis angel., Mot. u Sopr. av. acc. 
Pari. Paris, llanry. — 3. quam suavis 
est et Benedict. 2 Mot. ä 4 voix. Paris, 
Dufaut. — 4. salutaris hostia, Mot. ä 
voix av. acc. 2 V. A. B. Fl. Hautb. Clari- 
nette, Cor et Ba.sson, ad üb. P. Paris, 
Hanry. fol. 

Nando, L . . ., auch mit laine 
benannt, ein französischer Kom- 
ponist der 1. Hälfte des 18. Jhs., 
von dem die Nationalbibl. zu Paris 
besitzt: 

Airs serieux et ä boire meslez de brü- 
nettes, d'ariettes, vaudevilles et rondes de 
tables; de Monsieur Naude-l'Atne. 1. re- 
cueil. Paris 1730 Ballard. [auch im C. P. 
und Brüssel. 

2. et 4. recueil d'airs a chanter k 1 et 
2 voix. Pai-is 1734 und 1736. 



Nauderus. 



151 



Naumann. 



7. livre d'airs ä 1 et 2 voix, ariettes 
et brünettes. Paris s. a. 

La feste d'Auiaiillis, cantitille. Paris. 
Im Cons. Paris: Le retour d'Amarante, 
cantatille ä voix seiüe et avec Symphonie. 
Paris 1745 Le Clerc. qu40. 

In der Kgl. Musikalien -Samlg. zu Dres- 
den befinden sich 3 Drucke mit Naude 
Taine gez., die scheinbar von dem obigen 
herriihren : 

1. Nouveaux airs pour 1 et 2 voix. 
Ariettes et branettes. Liv. 7. Paris, 
l'auteur. 4" (jedenfalls das 3. oben an- 
gezeigte Werk). 

2. Y© recueil d'airs, a 1 et 2 v. de 
differeuts genres. Mettez de Yaudevilles, 
Rondes de table, brünettes, Chansonettes, 
Musettes et Menuets. Qui peuvent se- 
jouer sur la flute, et sur touttes sortes 
d'instruments. 2. edit. revue et corrigee. 
Paris 1739 Mde. Boivin. 

3. VIo recueil d'airs, a 1, 2 et 3 voix, 
de differens genres (wie vorher) touttes 
sortes d'instnim., sur la clef itaüenne. 
Ib. s. a. 

Nauderus, Johannes, „T. HoJs.", 

schrieb um 1610 ein Lautenbuch, an 
dessen Ende sich eine Abhandlung über 
die „Application" befindet. 1 vol. in 
kl. qu4ö. Ms. alte Nr. 250. [B. B. 

Naudot, F'' (Frere), lebte um 
1737 u. muss ein anderer als Jean- 
Jacques sein, trotz der gleichen 
Lebenszeit. Man kennt von ihm: 

Chansons notees de la ties venerable 
confrerie des Ma(;'ons libres . . . recueüli 
et mis eu ordre par pro Naudot, s, 1. 
1737. 80. 32 S. in Kupfer gestochen. 
[B. M. (Mus. pr, 80. 22). Musikfr. Wien. 
Brüssel. 

Naudot, Jean -Jacques, lebte 
zu Paris als Virtuose auf der Flöte 
traversiere. Er soll der Erste ge- 
gewesen sein, der diese Flötenart 
in Frankreich einführte, denn bis 
dahin (c. 1720) kannte man nur 
die Flute ä bec (Fetis). Seine 
Kompositionen fallen in die Zeit 
von c. 1726 — 1740, so weit sie 
bisher vorliegen. Es sind: 

Senates en Trio p. Fl. V. et B. Paris, 
Sr. Naudot. oe. 2, oe. 7, oe. 14. [Paris 
Nat. Rostock besitzt oe. 2: pour 2 Fl. 
trav. av. B. Paris 1726. 

Duos pour 2 Fl. Paris, oe. 3. 5. 6. 
[Pai-is Nat. 



Senates p. Fl. et Bc. Paris (1726 bis 
1740). Oeuvre 1. 4. 9. 13. 16. [ib. 

Six babioles poiu- 2 Vielles ou 2 Mu- 
settes. Paris. Oe. 10. [ib. 

6 Senates p. VieUe et B. Paris 1739. 
Oeuv. 14. [ib. 

Senates pour la Flute. [C. P. 

Senates pour Fl. ou Y. oe. 8. 17. 
[Stadtb. zu Nimes. 

ler Oeuvre, contenant six Senates pour 
la Flute traversiere avec la Basse . . . 
Paris, chez le Sr. Naudot. P. fol. [Schwe- 
rin F. 

Quatre oeuvre contenant 6 Senates pour 
la flute traversiere avec P. par Mr. Naudot. 
Paris, Naudot. Boivin, 1728. [B. Karls- 
ruhe Nr. 57. Schwerin F. Es sind die- 
selben die schon oben unter dem 3. Werke 
angezeigt sind. 

9. 13. und 14. Oeuvre Senates in Paris, 
chez l'aiiteur. P. [Schwerin F. 

Leo Liepmannssohn besafs 1896 Kat. 
119 Nr. 223: XlVe oeuvre contenant six 
Senates pour une Vielle avec la Basse, 
dont trois sont melees d'accords. Paris, 
chez l'auteur, A. P. D. R. (1739). 25 S. 
(siehe oben den ersten Titel), [auch in 
Schwerin F. 

Nauert, Gottfried Eusebius. 

Gerber 2 berichtet über ihn, dass 
er ein Virtuose auf der Harfe und 
Oboe war, um 1758 und 1764 in 
Nürnberg lebte, dann nach Polen 
ging und dort starb. Bekannt sind 
von ihm 

Oden imd Lieder zum Singen beym 
Ciavier. 1. Tbl. Nürnberg (1758) bey 
Haffuer. 3 BU. 32 S. in fol. [B. M. 
B. Lpz. B. Kgsbg. 

— 2. Tbl. ib. (1764). [B. Lpz. B. 
Kgsbg. 

Naumann, Joliann (jrottlieb 

(italienisch G. A. = Giov. Amadeo 
gez.), geb. 17. April 1741 zu Blase- 
witz bei Dresden, gest. 23. Okt. 
1801 zu Dresden, Sohn armer 
Landleute, begleitete bereits als 
12 jähriger Knabe auf der Losch- 
witzer Orgel den Choralgesang; 
trotz seiner Begabung für Musik 
brachte ihn doch der Vater zu 
einem Schlosser in Dresden in die 
Lehre, dem er aber entlief, kam 
wieder nach Hause und musste 



Naumann. 



152 



Naumann. 



das Vieh hüten, bis endlich der 
Vater nachgab und ihn auf die 
Kreuzschule als Alumnus brachte 
und dann auf Veranlassung der 
Kurfürstin Maria Antonia von 
Sachsen in die Kgl. Kapelle als 
Chorknabe aufgenommen wurde. 
1757 nahm ihn der schwedische 
Karamermusikus Weeström mit 
nach Hambu»'g, dann nach Italien, 
behandelte ihn aber rieht als Fa- 
mulus, sondern als Diener. In 
Italien genoss er Tartini's und 
Pater Marti ni's Unterricht. In Ve- 
nedig hielt er sich längere Zeit 
auf, erteilte Unterricht und erhielt 
den Auftrag, für den Karneval eine 
Oper zu schreiben; als Honorar 
erhielt er 10 Zechinen (c. 220 frcs). 

17 64 kehrte er nach Dresden zu- 
rück und trat am 18. Sept. als 
Kirchcukomponist in kursächsische 
Dienste mit 240 Thlr. Gehalt. 1765 
ging er zum zweiten Male nach 
Italien, um sich in das Opernfach 
einzuarbeiten und erhielt auch dort 
mehrfache Aufträge von ita'ie- 
rischen Theatern. Am 8. Aug. 

1765 erteilte ihm der Kurfürst den 
Titel eines sächs. Kammerkompo- 
nisten. Ende Jan. 1768 rief er ihn 
aus Italien zurück. Sein Gehalt 
wurde auf 600 Thlr. erhöht. Da 
1772 die Gehälter für die Kapell- 
mitglieder nicht ausgezahlt wurden, 
wegen Ebbe in den Kassen, nahm 
er Urlaub und ging zum 3. Male 
nach Italien, wurde auch dort so 
vielfach beschäftigt, so dass er sein 
gutes Auskommen fand. 1774 
musste er zurückkehren. Nach 
mehrfachen Anfragen auswärtiger 
Fürsten in ihre Dienste zu treten 
(Friedrich II. von Preulsen, Gu- 
stav III. von Schweden), die er 
ablehnte, ernannte iim der Kurfürst 
am 7. Febr. 1776 mit 1200 Thlr. 
zum Kapellmeister. 1776—78 und 



dann wieder 1782 — 84 lebte er 
am schwedischen Hofe, brachte die 
Kapelle auf eine höhere Stufe und 
schrieb Opern. 1785 — 86 war er 
am dänischen Hofe, wo er Gleiches 
leistete, überall die glänzendsten 
Anerbietungen ausschlagend. Am 
20. Nov. 1786 wurde sein Gehalt 
am sächsisch. Hofe auf 2000 Thlr. 
erhöht, doch leider nur selten 
ausgezahlt (Fürstcnau 1, 159 ff.). 
1788/89, 1793 und 97 feierte er 
in Bcrliu Triumphe. Auch für 
Paris wollte man ihn 1790 ge- 
winnen, doch lohnte er alle ver- 
lockenden Anerbiotungen ab und 
b''eb seinem Vateilande treu. Nau- 
mann spielte auch die damals er- 
fundene Harmorika fertig und er- 
rang damit stets den gröfsten Bei- 
fa'l bei Hoch und Niedrig (Zeit- 
geschmack!). Erst im Jahre 1792 
trat er mit der Tochter des däni- 
schen Vice-Admirals Grodtschillnig 
in die Ehe und zeugte mit ihr 4 
Kinder. Schubart p. 111 äufsert 
sich über seine Kompositionen: 
Das Weiche und Snnfte geb'ngt 
ihm vortrefflich, ja es artet manch- 
mal in Weich'iclikeit aus, hingegen 
gelingt ihm das Erhabene n"e. Die 
Blasinstrumente versteht er vor- 
trefflich zu benützen." (Meifsner, 
A. G., Bruchstücke zur Biogr. N.'s. 
2 Tbl. 2. Aufl. Wien 1824 Doli. 
8«. 454 S. 1803/4 erschien in 
Prag die 1. Aufl. — Des Sächs. 
Kapellm. Leben. Dresden 1841 
Naumann. Andere Aufl. mit einer 
Vorrede von H. von Schubert. 1844. 
— Ueber Naumann, den guten 
Menschen und grofsen Künstler 
[von B. verfafst] s. 1. et a. 8^. 
[sämtl. Biogr. in B.B., B.M., Dres- 
den.] — in M. f. M. 22, 19 eine 
Eingabe an den Kuriürsten. In der 
Beilage zu Sachsens Elbgau-Presse, 
Dresden 28/2 1900 Nr. 42/44 ein 



Naumann. 



153 



Naumann. 



Artikel in dem seine von Fürsten 
erhaltenen Geschenke umstcändlich 
angeführt werden. Es sind 37 
Dosen, Uhren, Tabaticren, bares 
Geld. Ein von N. selbst ange- 
fertigtes Yerz. in der B. Dresd. 
Q 42 Ms. giebt darüber genaue 
Kunde. — Fürstenau 1, 159 ff. — 
Leipz. Ztg. 4, 112. 31, 221 von 
Rochlitz, vielfache Urteile ebd. — 
Biogr, in Allg. mus. Ztg. 1882 
Sp. 497. — 1 Brief in La Mara 
1, 266 von 1761. — Im Rochlitz 
3, 1 eine Biogr. ii. Urteil.) 1867 
verbrannten am 29. Mai zu Leipzig 
seine hinterlassenen hds. Kompo- 
sitionen, dennoch haben sie sich 
anderwärts zahlreich erhalten, allein 
die Kgl Mus.-Samlg. u. das Kapell- 
archiv (kath. Kirche) in Dresden be- 
sitzen 24 Opern, 11 Oratorien, 21 
Messen, 3 Te Deum, 20 Offertorien, 
2 Mot, 1 Hymnus, 5 Vespern, 9 
Magnif., 50 Psalmen, 1 Ave regiua, 
4 Reg. coeli, 10 Salve reg., 4 Alma 
redempt., 2 Miserere, 2 Versetti, 
1 Salvum fac, 2 Litaniae lauret 
für Chor, Soli und kl. Orch. Jede 
Komposit. trägt das Datum der 
Entstehung. Verz. seiner nach- 
weisbaren Kompositionen: 

Oratorien : 

Betulia liberata. Orat. P. Ms. 261. 
[Dresd. Mus. 

Die Brüder. Orat. P. Ms. 17 529. 
[Hofb. Wien. 

Davide nella valle di Terebinto in 2 
parti. Orator. P. Ms. 262. [Dresd. Mus. 
B. B. Ms. 15944. Berliner Sing. 

Sant'Elena al Calvario, Or. P. Autogr. 
in 2 voll. 112 Bll. [B. B. Ms. 263 
Dre.'id. Mus. 

Giuseppe riconosciuto. öratorio. P. Ms. 
4". [B.Lpz. B.B. Ms. 15940. Ms. 264 
Dresd. Mus. 

Gottes Wege. Orat. P. Ms. 17 547. 
[Hofb. AVien. B.B. Ms. 159.52 als Kan- 
tate bez. „Herr wenn ich nur". [Dresd. 
Music. Schwerin F. Berlin K. H. 

Isacco figura del rodentore, a 4 voci 
c. Strom. P. T 192. [B. B. Ms. 266 Dresd. 
Mus. Berliner Sing. 



Joseph reconnu par ses freres, Orat. 
(eine andere Kompos. als die vorher- 
gehende mit italien. Texte). Ms. 265. 
[Dresd. Mus. 

La morte d'Abel, Orat. Ms. 267. 
[Dresd. Mus. 

La Passione di G. Cristo. Orat. in 3 
parti. [Ms. 15 942 in B.B. Ms. 26S in 
Dresd. Mus. Deutscher Text in B.B: 
Ms. 15942 p. Padua Ant. 

I Pellegrini fl sepolcro (auch Cantato 
de'Pellegrini und Canto de P: 2 Sopr. A. 
T. B. e Strom.) Orat. P. [Ms. 270 in Dresd. 
Mus. Ms. 15943m. B.B. und Ms. 525 
im Kl.-A. Marienberg in P. u. St. Dresd. 
P. inkompl. C. P. 

— Ln Kl.-A. [Musikfr.Wien. Dresd: 
in 2. edit. Drcsda. 

— In englischer Ausg. mit der Biogr. 
von Jos. Mainzer. P. London, fol. [R. 
C. of Mus. 

II Ritoruo del figliuolo prodigo, Orat 
Ms. 271, P. [Dresd. Mus. 

Der Tod Jesu, siehe La Passione. 

Zeit u. Ewigkeit, Orat P. Ms. 17528. 
[Hofb. Wien. Im Autogr. in B. B. bez. 
mit Cantate von Jul. Tode. 1783 für 
Schwerin komp., 1797 verbessert. P. 40 
Bog. Schwerin F. B. Marienberg. Mu- 
sikfr. "Wien. 

Arien aus Oratorien in B. B. in P. 
Mss. 107. 135. 137. 15944—46. 

Messen : 

Missa iutiera 4 voc. c. instr. Napoli 
28/2 1767. P. 44 Bog. [B. B.] - Messe 
im Autogr. 1791. [Dresd. 

Missa in Dm. 1799. P. Ms. 15 919. 
[B.B. 

— Ms. 15 922 in Dm. 15 923 in Asd. 
15920, 15921, 15924— 29 einzelne Messen- 
sätze. [B. B. 

Mss. 251 — 256a in Dresd. Mus. Missae 
in Ad. Tenor solo c. ström. 1774. — In 
Gd. 1775. — In Bd. 1776. In Dm. 1778. 
In Ad. 1779. — In Am. 1791. 

Missa solenne in As. Op. posth. Vienna 
nel Contojo dell'avti. . . P. 101 S. [Dresd. 
Mus. B. Wagener. B.B. Musikfr. Wien. 
Hofb. Wien. Berlin K. H. Darmst. 
Schwerin F: Lips., Br. & Haertel. P. 
Einsiedeln. In B. Joach. im Ms. P. B. 
Lpz. Thom. 

— In engl. Ausg. by Edm. Harris. 
Lond. Kl.-A. [R. C. of Mus. 

In Leipz. Thom. 3 Missae in Cm. Am. 
Dm. in P. Ms. 

In Hofb. Wien, Missa in Gm. P. 150 
Bll. Ms. 19140. — 2 Missae in Dd. P. 
Ms. 19138 u. 39. 



Naumann. 



154 



Naumann. 



Missa in D. a 4 voci eon Sinf. Ms. 
[Einsiedeln. Hof b. Wien, Ms. 15912. 

Musikfr. Wien 1 Missa in G. P. 

3 Messen in As. Dm. Mss. P. [Kloster- 
neuburg. 

Missa Am. P. u. Stb. Ms. [Schwei-inF. 

In Latrobe's Samlwk. London 1806 
bis 25, 6 voll. 16 Chöre und Soli aus 
Messen. 

Kantaten : 

Cantatina an die Tonkunst mit ßegltg. 
des Pfte. Vienne chez Hoffmeister & Co., 
ü Leips. au Bureau de mus. 17 S. qufol. 
[ß. B. ß.Kgsbg. Dresd.Mus. Musikfr. 
Wien. Brüssel Cons. 

In Dresd. Mus. in Mss. 534—540. 537 
im Autogr: La Didone abbandonata, ä 
Sopr. c. ström. Poesia della Maria An- 
tionia, Kurfürstiu. qufol. P. — Amor 
timido. — II desir consolato. — La Feli- 
cita de popoli, — Fileno e Nice che 
parte. — La Reggia del fato. — Lavinia 
ä Turno. — Idol mio tra fotto. — Ah 
dicera piangendo. — Clori und noch 2 
andere. 

In B. B : Dank-Cantate. Erhebe meine 
Seele. P. — Wohin den Blick ich wende. 
P. — Oster - Cantate : Des Todes Ueber- 
■ninder. P. 

Mailand Cons: Fileno e Nice che 
parte. P. 

Unsere Bräder, von Jul. Tode. Ms. 
[Schwerin F. Dresd. Mus. 

Gottes Wege, siehe unter Oratorien. 

Zeit und Ewigkeit, siehe unter Ora- 
torien. 

Psalmen, Offertoricn u. a. geistliche 
Gesänge. 

Um Erden wandeln Monde. Psalm 
mit dem Vater unser von Klopstock. 
Lpz., Br. & H. P. u. Kl.-A. von Schaum. 
[Darmst. Lübeck. B. B. B. M. Mu- 
sikfr. Wien. Schwerin F. Dresd. Mus. 
Hofb. Wien. ß. Wagener. ß. Kg.sbg. 

Das Vater unser von Klopstock f. Chor 
u. Orch. Ms. 15950. P. [B. B. Im 
Kl.-A. Berlin K. H. 8 voc. P. Berlin 
Sing. Einsiedeln, Part. Brüssel Cons. 

Der 3. Psalm 4stim. mit vollem Orch. 
Nachgelassenes Werk. Wien, Industrie- 
Compt. [Dresd. Mus. Darmst. Musikfr. 
AVieu, als Oratorium bearb. in P. Ms. und 
obigem Druck. Amsterdam. 

Psalm 73 Vers 28 in gednickt. Stim. 
und geschriebener Part, (sehr fraglich). 
[Marien berg. 

Offertorium: Da pacem 4 v. c. sü'ora. 
Ms. 15763. P. [Hofb. Wien Ms. 16673: 
Tibi mi care pusio 4 v. c. ström. Ms. 



1667.5/76: Adorantes Jesu. Felix namque 
4 V. c. Strom. P. Ms. 18354: Agiuis 
Dei, Autogr. Ms. 18614: Oblata tibi 
cuncta, Sopr. solo e 4 voc. c. ström. P. 
Ms. 18630: Miserere 4 voc. c. ström. 
1800. P. 

Der 96. Psalm : Singet dem Herrn ein 
neues Lied, etc. in Musik gesetzt. . . P. 
Lpz., ßr. & H. fol. [Brüssel. Darmst. 
B. B. ß. M. Schwerin F. Marienberg 
in Stb. Anist. Dresd. Mus. und im Ms. 
P. Lpz. Thom. Musikfr. Wien. B. Lpz. 
Dresd. Kgl. Kapelle. Einsiedeln. 

Der 103. Psalm: Lobe den Herrn 
meine Seele. P. f. 4 Stim. u. Orch. im 
Autogr. [Dre.sd. Mus. 

— Im Dnick: Wien. Stb. [Darmst. 
Leipz. Thom. 

— In Kopie, P. [Schwerin F. Amsterd. 
Hofb. Wien Ms. 17 524. Beriiu Sing. Stb. 

Der 111. Psalm: Ich danke dem Herrn 
von ganzem Herzen , 4 stim. P. Ms. 
[Schwerin F. 

— Für die Borüner Singakad. compon. 
1796. [Dresd. Mus. in P. Dresd. Lpz. 
Thom. ßeri. Sing. B. B. 

Te Deum laudamus 4 voc. c. ström. 
Ms. 257. P. [Dresd. Mus. 

Dixit Dominus 4 voc. c. instr. P. Ms. 
[B. M. 

Offeiiorio solenne: Lauda Sion (Chor 
u. Orch.j Opus posth. Vieuna, Coiitojo 
dell'arii. P. u. Stb. [B. M. Darmst. 
Musikfr. Wien. 

2 Offertorien in Mss. P. — Salve re- 
gina. — Miserere 4 voc. c. instr. — Mag- 
nif. — Psalmen. Mss. 15931—35, in P. 
[B. B. 

5 Graduale in Ms. P. [Klosterneuburg. 

Vespero intiero per la festa di Paqua 
delle Pentecoste. P. 136 BU. Ms. 
19137. [Hofb. Wien. Ebendort 1 Mise- 
rere, 5 Offeiiorieu f. Chor u. Orch. in P. 
Agnus dei 4 voci coucert. c. ström. P. 
Ms. 18.526. 

1 Antifona a 5 v. 9. Marzo 1768. 
Autogr. [Bologna Accadem. filarm. 

Heilig f. Chor u. Orch. Esd. P. Ms. 
15953. [B.ß. 

Hallolujah 4 voc. Bc. P. [Berlin Sing, 
und der Choral: Du lässt den Tag. P. 

Motette: In coelo tum sereno, Ten. c. 
instr. Ms. fol. u. qu4ö. Stb. [B. Kgsbg. 

Lauda Sion, Offertor. 7 Bll. in qufol., 
wird für ein Autogr. gehalten. [B. Wa- 
gener. 

Opern : 

L'Achille in Sciro. Dramma per mu- 
sica, P. Palermo 1767 in 3 atti. 3 voll, 
qufol. [Dresd. Mus. Ms. 508 und 509 a 



Naumann. 



155 



Naumann. 



Brachst, aus dem 1. Akt. B. B. Ms. 
15960, P. 

Aci e Galatea. 1801, seine letzte Oper. 
2 voU. P. [Dresd. Mus. Vom 1. Akt das 
Autogr. vorhanden. B. B. Ms. 15963. 

Aniore giustificato. Festa teatrale (zur 
Hochzeit des Prinzen Maximilian mit der 
Prinzessin von Parma). P. 2 voll. [Dresd. 
Mus. B. "Wagen er in Kopie. 

Amphion, gr. Oper für Schweden 1776 
komp., deutscher Text. Ms. P. [Schwe- 
rin F. Dresd. Mus. Ms. 511 schwedischer 
Text. Hofb. Wien, P. in 3 Akt. Ms. 
18 640. 

— Amphion. Eine Oper von N. Her- 
ausgeg. vom Verfasser des Deutschen 
Textes zur N.'schen Oper Cora (Lpz. 1784). 
fol. 4 Bll. 168 S. kleine Part. Yoi-wort 
von Leopold Naiüna7in^ Dresd. 1/2 1784. 
Sinfonie f. Clav. u. V., die Arien mit 
2 V. u. B. [B. Kgsbg. Dresd. Mus. 
B. M. B. B. im Kl.-A. Musikfr. Wieu, 
KL-A. B. Lpz. Darmst. Dresden. 
Brüssel Cons. Im br. Mus. eine Ausgabe 
mit Zusätzen von "Wm. Shield miter The 
Pictm-e of Paris. London, qufol. 

— Prologue tili Amphion. P. Autogr. 
schwedisch. [Dresd. Mus. 

Armida, 1773 für- Padua komp. P. 
Ms. 15961. [B. B. Dresd. Mus. nur der 
1. Akt im Autogr. Ms. 512 a. B. Joach. 
Ms. P. Musitfr. ^len, P. 

La clemenza di Tito, Opera in 3 atti, 
P. (zur Hochzeit des Kui-f. Friedr. Aug. 
1769 komp.) 3 voll. [Dresd. Mus. Ms. 
512 b und 512 c im Autogr. Ms. P. 3 
voll. Dre.sden. C. P. 

II Contadino geloso, Dramma giocoso 
per musica. P. 3 voU, qufol. Ms. 513. 
[Dresd. Mus. 

Cora, Oper in 3 Akten, für Schweden 
vor 1780 komp. Lpz. 1780 Dyk. Part, 
qufol. [B. B. Brüssel Cons. Schwerin F. 
B.M. Musikfr. "SMen. B.Kgsbg. Strafs- 
burg i/Els. B. Joach. B. Lpz. im Ms. P. 
Dresden Mus. 

— Cora, ein Singspiel in 3 Aufz. P. 
qufol. Ms. 16150. 17 024. [Hofb. Wien. 
Dresd. Mus. 514 u. 515, 3 voll. 

— Kl.-A. von Kunzen, dänischer Text. 
[Lübeck. Dai'mst. 

— Cora & Alonzo, schwedisch. 3 voU. 
Ms. 514 a. [Dresd. Mus. 

La Dama soldato, Dr. giocoso, in 3 
atti. P. Ms. [Dre-sd. Mus. Ms. 516. 516a 
das Autogr. Schwerin F: Dresden 1791. 
B.B. in 3 voll. Ms. 15965. Brüssel Cons. 
deutsch in 2 Akt. B. Lpz. im Kl.-A. 

— Eaceolta di Arie, Duetti, Cori . . . 
dellopera: La Dama soldato. Dresden, 



Hilscher, sculps. Wenzel. Kl.-A. 48 S. 
[B. M. Dresd. Mus. 

Elisa, Dr. per mus. P. 2 voll. Ms. 518. 
[Dresd. Mus., in Ms. 518 aa im Kl.-A.] 6 
Alle scelto deU'opera Elisa di Naumann, 
aggiustate per il Cembalo dall'Autore. 
D^-esda , Hilscher. qufol. Ebd. [B. M. 
Dresden. 

Gustav Vasa. Ti'ägick Opera i 3 acter. 
P. 3 voll, qufol. Ms. 518 b. [Dresd. Mus., 
dort auch vom 1. u. 3. Akt das Autogi'., 
gez. mit Stockholm 1783. Dresd. P. Ms. 

Ipermnestra. 1774 f. Venedig komp. 
Ms. 15962. P. inkompl. [B.B. 

L'Impro^-isata, Oper, P. Ms. 15966. 
[B.B. 

L'ipocondriaco, opera, P. 3 voll, qufol. 
Ms. 519. [Dresd. Mus. und 519a vom 
2. Akt das Autogr. qufol. 

L'Isola d'amore. Opera in 2 atti. Ms. 
17856. P. [Hofb. Wien. 

Die Jubelhochzeit, Oper in 2 Aufz. P. 
qufol. Ms. 547 d. [Dresd. Mus. 

Medea in Colchide, osia II ritorno di 
Giasone in Grecia. Dr. per mus. in 3 
atti. P. Ms. 520, 3 voll, qufol. [Dresd. 
Mus. und der 3. Ait im Autogr. 520 a. 

B. B. Ms. 15 968. Musikfr. Wien. 

— Medea, ausgewählte Arien im Kl.-A. 
von J. C. F. Rellstab. [BerHn K. H. br. 
Mus. 

Le Nozze disturbate. Dr. giocoso in 
3 Atti. P. Ms. 521, di-ei voU. qufol. 
[Dresd. Mus. 

Orpheus og Eyridice i 3 acter. P. 3 
voll, qirfol. Ms. 522. [Dresd. Mus. 

— Orpheus und Euridice, opera, für 
Schweden vor 1787 komp. ; im Kl.-A. von 

C. F. Cramer. Kiel 1787 bei Hoffmann, 
18 u. 112 S. [B.M. B.B: Hl3g. 1787 
bei Hoffmann. Brüssel Cons. Musikfr. 
Wien. Berlin K.H. Dresd. Mus. Schwe- 
rin F., schwedischer Titel, ib. 1787 nur 
Ouvert. vorhanden. Hofb. Wien : Frag- 
mente in P. 61 Bll. u. 28 BD. Mss. 
18551. 18552. 

Osiride. Dr. per mus. P. zur Hochzeit 
des Prinzen Ajiton mit Caroline von Sar- 
dinien comp. 2 voll, qufol. Ms. 524. 
[Dresd. Mus. 

Protesilao, op. in 2 atti. P. 2 voll. 
Ms. 525. qufol. [Dre.sd. Mus. B.B. Ms. 
15967. Nur der 1. Akt in Beriin K. H. 

La Reggia d'Imeneo, festa teatrale, 
zur Hochzeit des Prinzen Anton mit der 
Erzherz. Maria Theresia. Autogr. Ms. 
.526 a. qufol. u. 526 P. in Kopie. [Dresd. 
Mus. 

Die schöne Arsene, Singspiel. Ms. in 
Stb. [Dai-mst. 



Naumann. 



156 



Naumann. 



Solimano, Dr. per mus. P. 1773 Venezia 
nel teairo Nobile di S. Benedetto. Au- 
togr. Ms. 527 a in 527 in Kopie. [Dresd. 
Mus. C. P. 

Le Sort de Medee, grand Lallet panto- 
mime 1788. Kl.-A. BerHn, Eellstab. 
[B. B. Darmst. 

Tutto per Amore. Dr. giocoso 1776. 
P. 2 voll, qufol. Autogr. 528 a und 
Kopie 528. [Dresd. Mus. Berlin K. II. 

B. B. Ms. 15964. 

Jl \illanella incostante, opera in 2 atti. 
Autogr. vom 2. Akt, Ms. 528 b. [Dresden 
Mus. 

— In Brüssel Cons. vollständig in P., 
betitelt: E villano yeloso, op. in 2 atti, 
Dresde c. 1770 Ms. 

Divertissement mit franz(3sischem Text. 
P. Ms. 517 qufol. [Dresden Mus. 

Chöre^ Quartette, Terxette^ Duette und 
Arien : 

Coro, Rondo e Sccna con Rondo de 2. 
Atto dell'opera Frotesilao. . . Kl.-A. da G. 

C. F. Rellstab. Berl., Rellstab. fol. 16 S. 
[besafs einst Dr. 0. Liudner in Berlin. 

Coro, Duetto e Ballo ebendaher, ib. 
fol. 24 S. [Derselbe. 

7 Chöre aus gröfseren Werken in P. 
[Musikfr. Wien. 

Quanetto delTOratorio I pellegrini. P. 
Ms. 18.527. [Hof b. Wien. 

24 Terzetti detti Canoni P. qufol. Ms. 
540 in Dresd. Mus. 

Terzette ä 2 Sopr. et B. ,,Eterno dolce 
nodo". P. u. St. Ms. T85 , B. B. — 
T172, 3 Gesge. zu 3 Stirn. 

2 Terzetü und Äiie, P. 22 Bll. qufol. 
Ms. 18555. [Hofb. Wien. 

Duetto aus einer Passion, P. 19 Bll. 
Ms. 18533. [Hofb. Wien. 

Fileno e Clori, 12 Duetti da camera 
per 2 Sopr. c. Cemb. Ms. P. [Berlin 
K. H. Ms. 541 Dresd. Mus. Mailand 
Cons. 

Ti sento sospiri. Duetto u. Sciogliero 
le mio cantene c. Bc. Autogr. nebst 
Portr. [B. B. 

13 Arien , Duette und Scenen aus 
Opern in P. Ms. 15970. — 31 Duette f. 
2 Sopr. u. Klav., auch mit Fl. V. u, B. 
Ms. 15971. [B. B. 

12 Duettini. Notturni ä 2 Sopr. col 
Basso. P. qufol. Ms. 540 in Dresd. Mus. 
— Wolfenb. 

12 Duettini per 2 Sopr. da Cantar al 
Cembalo accompagn. da 2 Violini e due 
Flauti uon obligati. P. 3. Aug. 1769. 
qufol. Ms. 540 a in Dresd. Mus. 

12 Duettiui ä 2 Sopr. accompagn. dal 



Flauto, Violino e Basso. P. qufol. Ms. 
542 in Dresd. Mus. 

Duettino „Un amplesso prendi e carei" 
a 2 Cors, 2 Fl. 2 Viel. Viola, 2 Ob. 2 
Fag. e Basso. qufol. Ms. in Dresd. Mus. 

2 Duetti per Sopr. c. ström. P. qufol. 
Ms. 532 in Dresd. Mus. 

Duetto „Prendi la destra in pegno" 
1773. [Padua hnt 

1 Duetto. Ms. 159. [B. B. 

8 Duetti. Ms. [Musikfr. Wien. 

1 Duett aus Solimano. Ms. [Schwe- 
rin F. 

Duette und Arien in Ms. 346. [br. 
Mus. 

— Duettino nell'opera: Aci e Galatea 
Clav.-Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4*>. — 
Duetlino nell'opera: Aci e Galatea, Clav.- 
Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4<^. [Dresd. 
Mus. (2 verschiedene Duetto.) 

In Brüssel Cons. 643, 28 Duetti da 
camera. 644, 12 Duetti da camera. 645, 
24 Terzetti detti Canzonette, piccioli Ca- 
noni in P. 

6 Airs avec Pfte. Dresde. fol. [B.M. 

Six Ariettes avec Face, du Pfte. ou 
d'un Viol. Dresd., Hilscher. 12 S. (1790). 
[B.Wageuer. B.B. B.Lpz. Drosd.Mus. 

Sinfonia e Arie scelte aggiustato per 
il Cemb. dell'opera: Tutto per Amore. 
Dresda, Hilscher. 2 Bde. [B. M. Dresd. 
Mus. 

Cavatina nell'opera: Aci e Galatea. 
Klav.-Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4''. 
[Dresd. Mus. 

Rondo „Ah, se perdo il caro oggetto" 
per Sopr. nell'opera La Briseide. Napoli, 
Marescalchi. [Mailand Cons. 

Rondo per il Sig. Giov. Toschi nel 
Sohmano in Vonez. 1773. „Se mai vedi 
il mio . . . Ven., Innoc. Alessandri. 
[Schwerin F. 

Rondo (a Sopr. c. ström.) nell'opera 
Solimano, P. Venezia 1783. Stampato 
in Venezia a spese di Luigi Marescalchi. 
qufol. [Dresd. Mus. 

Rondo per la Sig. Anna Potenza nel 
Solimanno in Venez. 1773. Ven., Luigi 
Marescalchi (A. Munick Craitzer). [Schwe- 
rin F. 

Airs avec l'Aceompag. du Pianof. par 
Mr. le Comte Fran^'ois de Hartig. Dresde. 
fol. [Dresd. Mus. 

Ah se perdo. Arie aus der Medca. 
Ms. 15630,6. [B.B. 2 Arien in P. Ms. 
161. 162 in K. 

Arien im Ms. in P. [Dresd. 

Arien im Ms. [Lübeck. 

9 Rondo ä Sopr. c. ström. P. qufol. — 
Aria ä Alto. — Ana ä Ten. — 2 Arie 



Naumann, 



157 



Naumann. 



ä Basso c. ström. P. qufol. Ms. 531 und 
32 in Dresd. Mus. — 16 und 11 Ä.rie ä 
Sopr. c. Strom. P. qufol. Ms. 529 u. 30, 
ebeudort. 

Se niai vidi "1 mio tesoro, Eondo ä 
1 voce c. 3 Viele. P. fol. Ms. [B. 
Upsala. 

2 Chansons resp. Airs, 1. Object chiu'- 
mant, 2 Sopr. col B. 2. Daus tous ce 
qui se presente, ebenso. P. Ms. 893 in 
Dresd. Mus. 

Die Kühe im Grabe, Singstück mit V. 
u. Viola. Ms. in Maiienberg. 

Des Todes Ueberwinder, Aria, P. Ms., 
ebendort. 

Träum ich, oder bin ich trunken, Aria. 
P. Ms. [B. M. 

3 Eondo (Arien) im Ms. [Padua Ant. 
9 Arien aus Opern im Eü.-A. [Musikfr. 

Wien. 

Einige Arien und Chöre im Ms. [B. 
Kgsbg. 

4 Arien im Ms. [Schwerin F. 

4 Arien und 1 Duett im Ms. [Bologna. 

Arie aus einer Passion. Ms. 18534. 
[Hof b. Wien. 

178 Gesänge in P. in Mss. T 18. 94. 
110. 111. 146. 177. 178. [B.B. 

Arien u. a. in Theomele 4. Bd., in 
Hiller's Arien u. Duette des deutschen 
Theaters, 1. Tl. Eeichardfs Lieder ge- 
selliger Freude und Neue Lieder ges. Fr. 
1796/99. EeUstcib's Winterblumen am 
Clavier, dessen Ciavier-Magazin 1. Viertel- 
jahr. 

Allerlei Lieder, Kanon u. a. 

12 von Elisens geistl. Liederu beyra 
Clavier zu singen. Dresd. (1787) Hilscher. 
fol. 38 S. [B. Wagener. Dresd. Mus. 
B.B. 

24 neue Lieder verschiedenen Inhaltes 
von Elisa (von der Eecke). Dresden, 
Hilscher (1799). 54 S. in qufol. [Dresd. 
Mus. B. Kgsbg. Musikfr. Wien. 

Sammlung von deutschen, französischen 
und italienischen Liedern beym Clavier 
zu singen. In Musik gesetzt von . . . 
Leipz., Breitkopf, qufol. 53 S. 36 Lie- 
der. [B.M. Dresd. Mus. in 3 Heften, 
dabei 12 Ariette italiane. B. Kgsbg. 

Samlg. von Liedern beym Clavier zu 
singen. In 3 Abthlg. (3 mal 12 Lied.). 
Pföi-ten 1784 E. Ch. Beneke. fol. 82 S. 
[Dresd. B. B. Dresden Mus. B.Wagener. 

Die Viertel]". 10, 64 führt eine Samlg. 
an: „38 Lieder beym Clavier zu singen" 
in denen aufser Naumann noch Seydelmann, 
Schuster und Ehregott Weinlig vorkom- 
men. Die Samlg. ist mir nicht bekannt. 



Neue Lieder mit Begl. des Pfte. oder 
der Harfe. Prinz Ludwig Ferdinand v. 
Preufsen ded. Berlin, Günther. 14 S. 
[B. Wagener. B. M. B. B. 

Aedone u. Aedi oder die Lehrstunde 
von Klopstock. Dresden, Hilscher. qufol. 
[Dresd. Mus. Die Exemplare in B. B. u. 
Musikfr. Wien haben den Titel: Die Lehr- 
slunde von Klojjstock in Musik gesetzt 
von ... Ib. qufol. 12 S. 

Die beiden Bräber (lies Gräber), Ode 
von Klopstock mit Klav. s. 1. [B. B. 
Hofb. Wien, auch Ms. 18775. Musikfr. 
Wien. 

Blumeustraufs für Lina. Canzonette 
mit Musik v. . . Leipzig, Breitkopf, qufol. 
[Dresd. Mus. 

Zwölf Canons für III Singst, mit 
deutschem und italienischem Texte von 
N . . . aus dessen Nachlasse. Oranienburg, 
E. Werckmeister. qufol. 17 S. [B. Kgsbg. 
B. Wagener. B. M. Musikfr. Wien. 

Canzonette des Herrn Abt Metastasio: 
Ecce quel fiero istaute, f. 1 Sopranst. m. 
Clav. u. 2 V. Lpz., Breitk. 1778. [B.B. 

Dos deutsche Du, von Hühner. Dresd. 
[Musikfr. Wien. 

Elegie von Hartraann für Wenige . . . 
Dresd., Hilscher. P. fol. 9 S. (Singst., 
V. u. B.) [Wolfenb. Dresd. Mus. B.M. 
Musikfr. AVieu. B. B. 

Freimaurerlieder mit neuen Melodien 
zum Besten der neuen Armenschule zu 
Fiiedrichstadt bey Dresden. Leipzig 1775. 
gedr. b. Breitkopf u. Sohn. 8". [Dresd. 
Mus. 

40 Freymaiirerlieder (deutsch u. fran- 
zösisch). In Musik gesetzt . . . Zum Ge- 
brauche der deutschen und französischen 
Tafelloge. Berlin 1782. [B. Lpz. 

— 2. Aufl. Berlin 1784. [B. Lpz. 
Musikfr. Wien. 

Maurisches Freudenlied. Dresd. 1788. 
[Dresd. Mus, 

Der Gatte an seine treue Gattin, mit 
Instrum. Ms. 18775. [Hofb. Wien. 

Die Ideale von Schiller, nicht für Viele. 
Dresd., Hilscher. [B. B. 

Ich. Ein Gedicht von Gleim. Dresd., 
Hilscher. [B. B. 

Ode ä mou claveciu. s. 1. Kl. -A. 
[Darmst. 

Euudgesang von Naumann, als Coucert- 
parthie bearbeitet und für das Pianofoiie 
ausgezogen. Brauuschweig, Tictt. qufol. 
[Dresd. Mus. 

Versuch über des HeiTn Professor 
Clodius Ode au den Mai in Form einer 
Caütate. BerUn 1779. Gedr. bey Georg 
Ludw.Winters Wittwe. qufol. [Dresd. Mus. 



Nanmami. 



158 



Nauss. 



Skalen mit unterlegtem Bass zur 
Uebuug der Stirn. Lpz., Br. & H. [Dresd. 

Canon f. 3 Stirn. „Bey der Tonkunst 
Hochaltar" für Tischbein. 2 Ell. im 
Autogr. [B. Wagener. 

Poutiatine, Fürst (Grahschrift auf seine 
früh v^erstorbene Tochter) „Les accents 
d'un infortune" Ms. [Berlin K. H. 

Traurig Schicksal, Schreckenstag f. Chor 
u. Ürch. P. Ms. [B. Zw. 

"Wonne meines Lebens, Lied f. 1 St. 
mit Instr. (J BlI. Ms. 18554. [Hofb. 
Wien. 

Lieder und Arten in iSamii/chvcr/cen, 

Maurorlieder im Böheim. 

1 Lied in Ambrosch Freymäurer Lieder. 

Siehe unter Freimaurer-Lieder 1788a. b. 
je 12 Lieder im Kriegel, 1. u. 2. Samlg. 

5 Lieder im Götting. Musenalm. 1788. 
1796. 1798. [B.M. 

8 Lieder (Ausschnitte aus Almanachen). 
[B. M. 

Siehe Bossler 13. — Breitkopf 6. 

1 Arie in A. Bailloux' Journal. 

In Neue Samlg. Arien 1800 oinigo 
Gesänge. 

In Ililschor's, Chrstn. Gottl., Samhvk. 
Auswahl von Arien. — In Hurka's Aus- 
wahl maurcrischo Gesge. 1802. — In 
ITilleJ''s Duette zur Beförderung des Stu- 
dium 1781, 4 ital. Duette. 

Instrumental - Werice : 

2 Sinfonies ;i gr. orch. des operas Cora 
et Elisa. Op. 3. Berlin, Hummel. P. 
[Schwerin F. br. Mus. 

2 Sinfonien f. Orch. in Mss. Stb. imd 
Sinfonia Nr. 3 in Bd. Venez., Mares- 
calchi e Canobbio. Stb. | Maild. Cons. 

7 Sinfonien f. Orch. in Stb. [Schwe- 
rin F. 

2 Sinfonien f. Orch. in H Sätzen. Dd. 
u. Cd. im Ms. Stb. [Wolfenb., andere in 
Ms. 311. 

Sinfonia in Dd. 3 Sätze, 8 Stbll. fol. 
[B. Zw. 

(NB. die Sinfonien mögen wohl sämt- 
lich als Einleitung zu Oj)ern gehören.) 

Coucert (in B.) pour le Clavec. avec 
orch. Darmst., Bossler. 9 Stb. qufol. 
u. fol. [B. B. Brüssel Cons. B. M. 

Concerto accomodato poui' 2 Cembali. 
Ms. qufol. [Dresd. Mus. 

Ouvertüre dell'opera Medea . . . aggiu- 
stata pel Cembalo c. Fl. V. & Vcl. da 
G. C. F. Rellstab (tutti gli stromenti sono 
obligati). Berlino (1789) Rellstab. fol. 
8 S. [besafs einst Dr. 0. Lindner in 
Berlin. 



Ouvertüre p. le Clav, et V. Dresd, 
178C. [B. Lpz. 

Ouvert. in 3 Sätzen Dd. Dm. Dd. für 
grols. Orch. Stb. [Musikfr. Wien. 

Tutto per Amore. Ouvert. P. u. Stb. 
und als Sostetto bearb. [Darmst. 

Six Quatuors p. le Clav, ou Pfte. avec 
l'acc. d'une Fl. V. et B . . . Oe. I. Ches 
J. J. Hummel ä Berlin, ä Amst. fol. 
19 S. Klav. u. 3 Stb. [B. B. Dresd. Mus. 

Sonatiue j)er il Cemb. acc. con Ob. & 
F;ig. ö Fl. e B. Ms. in Stb. [Dresd. Mus. 

Trio (Nr. 5) a 2 V. e Violetta. [Padua 
Ant. 

Six Senates p. le Clav. av. l'acc. d'un 

V. composes . . . Oe. H. Hummel ä Ber- 
lin, fol. 25 S. Klav. u. 1 Stb. [Dresd. 
Mus. 

Sei Sonate con acc. d'un Violine. Cemb. 
14 S., Viel. (5 Seit. fol. Kopie. Viel- 
leicht die obigen. [B. Wagener. 

Sonate per il Cemb. acc. da due V. 
[Padua Ant. 

G Senates pour l'Harmonica qui peu- 
vent servir aussi pour le Pianofoi-te. 
Dresden, Hilscher. fol. 20 S. — Second 
partie dito 6 Senates, ib. HS. [Dresd. 
Mus. B. B. B. Wagener. 

Sonate p. le Clav. av. l'acc. d'un V. 
Amoll. 2 Sätze. Ms. Stb. [Wolfenb. 

In Dresd. Mus., Ms. in Stb., Sonaten 
f. Clav, und Violine: 1 Sonate, 1 Sonate 

VI, 2 Divertimenti. 

6 Sonate per Cemb. e V. in Stb. 
Ms. 15975 in K. [B. B. 

7 Sonaten in 2 Mss. für Klav. allein. 
[Dresd. Mus. 

3 Klaviersätze in Ms. 310. [Wolfenb. 
Themat. Verz. seiner Messen. 11 Bll. 
in 8". Ms. Nr. 129. [B. B. 

In neuen Ausg. G Gesge. (Eitner 2). 

Nauss, Johann Xaver, bez. 
sich iu der spielenden Muse als 
Organist an der Domkirche zu 
Augsburg. Man kennt von ihm: 

Gründlicher Unterricht den Generalbass 
recht zu erlernen, worinnen den Anfängern 
zum Vortheil nebst den nothwendigen 
Regeln und Exempeln zugleich auch der 
Fingerzeig mit Ziffern, sowohl mit Bass 
als Discant deutlich gewiesen wird. Augs- 
purg 1751 Lotter. 4". [B. B. 

Die spielende Muse . . . Praeludien nach 
den Kirchentönen eingerichteten Versetten, 
Fugen, Arien . . . auf dem Ciavier. 1. Thl. 
Augsp. bei Joh. Chr. Leopold. (^4*^. [B. B. 
B. Wagener. Dr. Grandauer in München. 

— 2. Thl. qu4'' bei Jos. Fr. Rem in 
Augsbg. {[üiP. [B. Wagener. 



Nauwach. 



159 



Navarro, Juan. 



E. Werra druckt in seinem Orgelbuche 
1 Nr. ab. 

3 leichte Arien, jede mit 3 Variationen. 
Augspurg 1748. qu4". [Einsiedelu. 

Naiiwach[en], Johann, bez. sich 
1627 als Kammermiisikus des Kur- 
fürsten von Sachsen und wohnt in 
Torgau. Er gab heraus: 

Erster Theil teutscher Villanellen mit 
1. 2. und 3. Stimmen auf die Tiorba, 
Laute, Clavicymbel u. a. Instrumente. 
Dressden 1627. Am Ende: Freybergk 
bey Georg Hoffmann. [Darmst. 1 vol. in 
fol. Dresden 1 vol. in fol. Mus. B840, 
beschrieben im gedr. Kat. S. 101. 

1 Gesg. in neuer Ausg. (Eitner 2). 

Nara, Antonio Maria, geb. um 
1775 zu Mailand, gest. um 1828 
ebd. Ein Guitarrist (Paloschi's 
Almanacco). Von seinen Guitarr- 
kompositionen ist bekannt 

„Nuovo metodo per chitarra", s. 1. in 
der Bibl. der Musikfr. in Wien und im 
Conserv. zu Mailand. 

Die Bibl. des E. C of Mus. besitzt: 
Metodo completo per chitarra o lira. Mi- 
lano in fol. Ferner 

Tema nel ballo Psammi, Re d'Egitto, 
con Variaz. per chitarra. Op. 41. Mi- 
lane, Ricordi. [Mailand Cons. 

Naval Peral, Antonio de, So- 
pranist um 1556 in der Kapelle 
Karl V. (Straeten 7, 362). 

Nayara, Francesco, aus Rom, 
war Kapellmeister des Herzogs 
von Mantua und schrieb 1696 die 
Oper: Basileo re d'Oriente für Ve- 
nedig (Textbuch in Privathand). 

Navara, GrioYanni Fraucesco, 
wird am 7/9 1679 als Hof- und 
Kammermusikus (Bassist) mit 993 
Gld. und 361 Gld. 42 x Reise- 
spesen an der Hofkapelle in Mün- 
chen angestellt, wurde später pen- 
sioniert u. starb 1686. Die Wittwe 
erhält zur Rückreise nach Italien 
500 Gld. und zur Bezahlung seiner 
Schulden 1002 Gld. 25 x (Kreis- 
archiv). 

Navarra, König von. In John 
Stafford Smith's Musica autiqua 
der Abdruck der Chansons 



1. Coutume est bien. 2. Je resous de 
me partir. 3. Qui plus aime plus iudure. 
4. Dame l'on dit quo Ton meurt. 

In B. Brüssel 2409: Clioix de chau- 
sons, ä commencer de Celles du Comte 
de Champagne, roi de Navarre, jusque et 
compris celles de quelques poctes vivaus. 
Nouvelle edition. s. 1. 1757. 12". 

Navarra, Francesco, üiscantist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
20 Gld. monatlich vom 1. Juni 
1586/87 (Köchel 1). 

Navsirra, (jirolamo, Bassist an 
der päpstlichen Kapelle um 1630 
(Haberl, Kat. 69). 

Navarra, Vincenzo, geb. zu 
Palermo am 3. Mai 1666 und 
Benefiziat an der Hauptkirche da- 
selbst. Es werden ihm zuge- 
schrieben : 

Brevis et accurata totius musicae notitia. 
Palermo 1702, 4P und das Ms. Le Tavole 
della legge numerica ed armouica, nelle 
(juali si disvelano gli arcaui piü reconditi 
del numero e della musica. Letzteres soll 
am 16. Jiüi 1710 verbrannt sein (Ger- 
ber 2). 

Navarro, Francisco, ein spa- 
nischer Musiker, der von 1630 bis 
1650 Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Valencia war (Pedrell's 
Ausg. der Werke J. G. Perez, Vor- 
wort). 

Navarro, Juan, von Seviglia, 
auch mit Hispalensis gez. Man 
weifs nichts über sein Leben, nur 
aus der Dedic. Soto's zu den Psal- 
men von N. erfährt man, dass ein 
Oheim, Ferdinande, am päpstlichen 
Hofe zu Rom als Jurist angestellt, 
der Vermittler zwischen seinem 
Neffen und Francesco de Soto's 
war, der folgende Kompositionen 
unter dem Titel herausgab: 

Psalmi, Hymni, ac Maguificat totius 
auni, secundum ritum Sanctae Romanae 
Ecclesiae quatuor, 5, ac 6 vocibus ... 
Necnon Beatae semperq; Virg. dei geni- 
tricis Mariae diversorum temporum Anti- 
])honae in fine horarum dicendae . . . 
Romae 1590 Jac. Toruerius. Am Ende: 
Excudebat Fr. Coattinus. Chorb. in gr. 



Navas. 



160 



Navoigille, Hubert. 



fol. 177 Bll. Dedic. im Kat. Bologna 
2, 279 abgedruckt. [Bologna. Rom Cecilia. 

Liber in quo quatuor Passiones Cbristi 
Douiiüi continentui' . . . octo Lameuta- 
tiones: Oratiocß Ilierenii^ Prophet^. Nunc 
primum . . in luceni editus . . Mexici 
1604 Didacus Lopez Daualos. 4". (br.Mus. 

In Neuausgaben 7 Gesänge (Eitner 2. 
NB. die im E.slava veröffentlicbten rechne 
ich dazu). 

Ms. B. Lpz. ein Gloria patri 6 voc. in 
P. unter G. Navarro und in Ms. 14.51 der 
B. B., Samlbd. Nr. 9 von Kiesewetter's 
Hd. aus obigen Psalmen der Satz „Ut 
queciüt laxis'' 4 voc. P. 

Pougiu teilt einige Nachrichten ohne 
Quellenangabe über ihn mit und schreibt: 
geb. zu Sevilla um 154.5, war Kapell- 
meister au der Kathedrale zu Salamanca. 

NaTas, Francisco Marcos y, siehe 
Marcos. 

Navas, Juan de, ein Spanier 
des 17. oder 18. Jhs., 

von dem sich in den M.ss. 165 u. 166 
2 Responsorien zu 8 Stirn, und Bc be- 
finden. [B. M. 

Navic^rcs, Charles de, geb. zu 
Sedan bei Pont-a-Mousson, lebte 
noch 1614. Man schreibt ihm 
einen Gesang auf den Frieden zu, 
der 1570 in Paris bei Prevot er- 
schienen sein soll (Futis). Nach- 
weisbar dagegen ist eine Psalmen- 
ausgabe von ihm, betitelt: 

Les Psalmes mis en vers F. Par Ch. 
De Navieres, Gen. Sedanois. A Anvers 
1580 chez Arnoult s'Conincx. 120. Dedic. 
in Versen von Arbre d'Arbrisseau, gez. 
am 1. Febr. 1580. Enth. neben den 
150 Ps. mit Melod. noch 10 Hymnen. 
[Universitäts-Bibl. in Breslau. 

Navoigille (laino), Gruillaume, 

Julien benannt, geb. gegen 1745 
zu Givet, gest. im Nov. 1811 zu 
Paris. Bildete sich in Paris zum 
Violinisten aus, lebte eine Zeit- 
lang bei einem vornehmen Vene- 
tianer zu Monilmontant und nach 
dem Tode desselben gründete er 
in Paris eine Violinschule, trat 
dann 1789 als Chef der Violinisten 
am Theater Monsieur ein, später 
am Theater de la Cito und erfuhr 



noch mannigfache Wechselfälle 
(Fctis). Er schrieb mehrere Pan- 
tomimen fürs Theater und viele 
Violinpiecen. 

Fetis sucht auch nachzuweisen, dass 
er der Komponist der Marseillaise ist 
und führt ein fliegendes Blatt in seinem 
Besitze an, welches den Titel hat: „Marche 
des Marseillais paroles du citoyen Kouget 
de risle, musique du citoyen Navoigille, 
h Paris, chez Frere" . . . Der Kat. Fetis' 
zu Brüssel führt den Dnick nicht au, 
doch befindet sich derselbe wahrscheiu- 
lich in einem Samlbande. und hat mtm 
nur das 1. Werii desselben verzeichnet, 
wie es leider mehrfach geschehen ist, wie 
ich mich selbst bei anderen Samlbd. über- 
zeugt habe. Ich möchte hierbei noch 
auf einen anonymen Druck aufmerksam 
machen, der sich im br. Mus. unter 
Rouget de Liste befindet: Nos triomphos 
sont ton ouvrage. Couplets donnes ä Mi. 
Dumouriez ä l'opera sur l'air de Marseil- 
laise, s. 1. 8°. Katalog unter „Nos". 
Einige Nachrichten auch in Vieiielj. 6, 
282. Nachweisbar von seinen Violin- 
kompositioneu sind: 

6 Duetti k 2 V. op. 2. Paris, grave. 
[Paris Nat. 

Six Senates ä V. seul et B. . . opera IV. 
Paris, grav6. fol. 36 S. [besafs 1894 
Leo Liepm. 

Recueil de trois airs var. e 3 Caprices 
■d V. seul. oe. 7. Paris. [B. B. 

Navoij?ille le cadet, Hubert, 
gen. Julien^ Bruder des Guillaume, 
geb. zu Givet um 1749, Tod un- 
bekannt, bildete sich ebenfalls zum 
Violinisten aus und hatte mehr 
Erfolg als Virtuose wie sein Bru- 
der. Gegen 1775 liefs er sich in 
Paris als Musiklehrer nieder, trat 
auch im Concert spirituel u. a. 
Konzertunternehmungen auf. 1805 
begleitete er seinen Bruder nach 
dem Haag, trat in die Kapelle des 
Königs von Holland, Louis Napo- 
leon, ein, kehrte aber nach dessen 
Ende nach Paris zurück. Er ist 
der Vater der berühmten Harfe- 
nistin N. 

Fetis verz. als op. 1 ein Streiclujuar- 
tett und eine Symphonie concertante pour 
deux Violons et orchestre. Beide bei La 
Chevardicre in Paris erschienen. 



Nawratil. 



161 



Neander, Joachim. 



Nawratil, ... war Organist u. 
Komponist in Böhmen (Näheres 

nicht bekannt). 

1786 befauden sich auf dem Raudnitzer 
Kirchenchore noch zwei Litaneien von 
ihm (Dlabacz). 

Nazari (Nazzari) , Antonio, 
Schüler Tartini's, als Violinist um 
1770 am S. Marco in Yenedig 
angestellt (Burney 1, 116. 129). 
Um 1786 war er daselbst Con- 
certist mit 100 Duk. Gehalt und 
nocli 1692 im Amte (Caffi 2, 
58. 64). 

Neander, Alexis. Ein Alexius 
N. immatrikulierte sich 1580 a/d. 
Universität zu Frankfurt a/0. und 
bez. sich aus Kolberg, während 
ein Ms. in B. L. ihn aus Sachsen 
gebürtig bez. Um 1605 nennt er 
sich auf dem Drucktitel „Musik- 
direktor in Würzburg am Kollegium 
Chilianus" (Kilian?). Man kennt 
von ihm: 

Lib. primus Sacrarum cantionum qnas 
^oilgo Motectas 4, 5, 6, 7, 8, 12 voc. 
Francof. 1605 Richter — Stein. 8 Stb. 
4". 30 Mot. [B. B: B. Proske A. 5 a. 
8 a. B. Bohn in Breslau 8 Stb. Gym- 
nasialb, in Magdeburg. Elbing, 8 Stb. 
Katharinenkirche in Danzig: 5 a. 7 a. 

— Lib. 2. 4 — 24 voc. ib. 1605. 8 
Stb. 4». 32 Mot. [Bibl wie vorher. 

— Lib. 3. 5—12 voc. 1606 ib. 8 
Stb. 4". 23 Mot. [Bibl. wie vorher u. 
Bannst: Disc. 5a. 6a. B. 

Cantiones 4 et 5 voc. Francof. a/M. 
1610 Stein. 4 Stb. 4°. [B. Hbg. Weste- 
ras nur 1 Stb., defekt. 

In Mss., B. L., 4 Mot. zu 4, 6 u. 8 
gtim. _ Mss. B. Br. 7 Mot. — B. Zw. 
Exultate Deo 8 voc. 

In B. M. Ms. 260 Hymnen und Mo- 
tetten in Urgeltabulatur. 

3 Mot. in alten Sandwk. (Eitner 1). 

Neander, Magister Christoph, 
hiefs, wie avoIiI alle Neander, 
eigentlich Naumann, denn im 
Kirchenbuche zu Colditz liest man, 
geb. 18. Dez. 1589, der Vater 
Urban Naumann, die Matter Ur- 
sula, (gest. 21. Jan. 1625 zu Dres- 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



den). Er besuchte als Alumnus 
die Leipziger Thomasschule, und 
da er im Jahre 1601 auch in den 
Matrikeln der Universität verz. ist, 
'so wird, wie es damals Gebrauch war, 
die Einschreibung zu gleicher Zeit 
geschehen sein. Seth Calvisius war 
sein Lehrer, der sich seiner ganz 
besonders annahm, so dass er als 
Student im stände war das Kanto- 
rat an der Paulinerkirche zuführen. 
Auch bei gröfseren Aufführungen 
wurde er stets als Solosänger her- 
angezogen. 1610 studierte er Theo- 
logie in Leipzig, zeichnete sich 
dann als Redner so aus, dass ihm 
Hoffnung auf eine geistliche Stelle 
in Leipzig gemacht wurde. Am 
28. Jan. 1613 erwarb er sich die 
Magisterwürde. Rühling, Kantor 
a/d. Kreuzkirche zu Dresden, em- 
pfahl ihn zu seinem Amtsnachfolger 
und er wurde am 13. Okt. 1615 
vom Stadtrat gewühlt. Der Gehalt 
Avar damals erbärmlich und man 
begreift kaum w4e ein Familien- 
vater damit auskommen konnte. 



Er betrug 67 Gld 



30 gr. 14 Pf. 



u. 8 alte Schock Biersteuer (Karl 
Held, Dissertationsschrift, abgedr. 
in Viertel]. 10, 294). An Kom- 
positionen ist nichts bekannt. 

Neander, Joachim, geb. 1650 
zu Bremen und ebd. den 31. Mai 
1680, 30 Jahr alt gestorben. Stu- 
dierte Theologie, betrieb dabei 
fleifsig Musik, erhielt 1674 die 
Rektorstelle a/d. lateinischen Schule 
zu Düsseldorf und wurde 1679 
Hilfsprediger a/d. Martinikirche zu 
Bremen (AUg. deutsche Biogr.). Im 
Fache der religiösen Dichtkunst u. 
teilweise auch in der Musik sind 

bekannt: 

A & ß. Joachimi N. Glaub- u. Liebes- 
übung: Auffgemuntert durch einfältige 
Buudes-Lieder und Danck-Psalmeu : Neu- 
gesetzet nach bekant- und unbekandte 
Sang - Weisen. . . Bremen 1680 Herm. 

11 



Neander, Michael. 



162 



Neaulme. 



Brauer. S». 3 BU. 192 Seit, mit 56 
Liedern mit Bass, 5 davon ohne Melo- 
dien (Näheres im Zahn 6, 246). [B. B. 
B. Hbg. 

— Aufl. Bremen 1688, unverändert. 
[ß. B. 

— 3. Druck: Wesel, Duissburg und 
Franckf. 1686 Andr. Luppius. kl. 8». 15 
u. 192 S. Melod. mit B. [B. B. br.Mus. 

— 4. Druck: Franckf. 1689 Joh. 
Brauer, kl. 8". 10 Bll. 141 S. 57 Lieder. 
[B. B. B. Lpz. 

— 1691 gab sie Georg Christoph 
Strattner, KapcUm. mit neuen Gesängen 
als 5. Aufl. heraus. Frckft. u. Lpz. 1691 
Joh. Fh. Andrea. 8». 64 Lieder. [B. B. 
B. W. ß. Wagener. 

— 1697 ib. [B. Lpz. B. Hbg. 

— 1698 neue Aufl. in Frckft. bei 
Brauer. 12». 12 Bll. u. 141 S. [Hofb. 
Wien. Musikfr. Wien. B.B: Bremen, 
Brauer, 144 S. B. Lpz. B. Hbg. 

— Berlin 1707. [B.B. br.Mus. B. 
Hbg. 

— Aufgenommen in „Neu-vermehrt- 
verbessert u. hiebevor noch nie also ein- 
gerichtetes Gesang- Buch (siehe Zahn 6, 
300) Cassel 1716 Henr. Harmes. [B.W. 
Wallersteiusche Bibl. in Maihingen. 

— Geistreiche Glaub. . . Amsterdam 
1725 Samuel Schoonwald. 8». XV und 
352 S. mit 94 Lied, ohne Autor. [Dresd. 
B. Wagener. B. Hbg. 

— Aufl. 1734 in Lobvvas.sers Psalmen 
Davids aufgeuommen. Bremen 1734 heym 
Amt der Buchbinder. 8". [B. Wernig. 

— Aufl. 1740 Dr. M. Luthers . . . geistl. 
Lieder und Psalmen mit Joach. N.'s 
Bundes-Liedern. Bern bürg 1740 Gerhard. 
Schmal 120. 414 S. [besafs einst Frz. 
Commer in Berlin. 

Ms. 102 in B. B. Samlg. von Chorälen 
Bd. 4, Anhang. 

Gesge. in neuer Ausg. (Eitner 2). 

Neander , Michael , bekannt 

durch den Gstim. Gesaug: 

Freu dich, du werthe Christenheit, in 
2 Tabulaturbäuden aus dem 16. Jh. und 
einem Ms. in 8 Stb. mit 1614 gez. [B.Br.]. 
— Die Motette: Delectare in Domino c. 
2. p. 5 voc. im Ms. 5 Stb. B. Löbau, 
angebunden an Wanningus Sententiae. 

Neander, Petrus, Gerber 2 be- 
richtet, dass er 1608 Kantor zu 
Gera wurde und dort 1645 starb. 
1614 bez. er sich mit „Jütrobo- 
censis (Jüterbogk in Brandenbg.), 



der Reuss-Plauischen Landesscliule 
zu Geraw (Gera) Cautor figuralis." 
Er gab Oraz. A^ecchi's 4stim. Can- 
zonen heraus, betitelt: 

24 aufserleseue vierstim. Canzonetten 
Hör. V. so hiebevor unter andern von 
ihme mit italiiUi. Texten componirt, und 
jetzo zum bessern u. nützlichem Brauch 
in Kirchen . . . mit schönen geistlichen 
Sprüchen meisteutheils auis den Psalmen 
Davids genoumien . . . durch . . . Gera 
1614 Mart. Spiesscn Erben. 4 Stb. 4". 
[B.B: Cl. 

— Ander Tlieil . . . Gera a/d. Elster 
1620 Joh. Spiefs. 4 Stb. 4«. 10 Nrn. 
[B. B. 3 Stim. 

Neander, Valentin, bezeichnet 
sich in dem Drucke von 1584 mit 
„Schohie pucrilis apud fideles Bri- 
censes gubernatori", d. li. Schui- 
lehrer in Trcuenbrietzen (K. -B. 
Potsdam). Man kennt von ihm: 

Elegia de praecipuis artificibus et laude 
musices. Autore . . . Witebg. 1583 Matth. 
Welacus. 4". 16 Bll. [ß. Zw. 

Sacrae cantiones quatuor, quiuriue et 
sex vocuni. Autore ... Witebergae 1584 
Matth. Welacus. 5 Stb. qu40. 25 Mot. 
[B.B. Lübeck: A. T. 6a? Reg. in M. f. 
M. 16, 116. Stockholm, Stb.V 

Cantio nuptialis sumpta ex Psalnio 
CXII in nuptias . . Jo. Georgii ducis 
Saxoniae ac Magdalenae Sybillae . . 8 voc. 
Autore V. N. liricensi Marchico. AVite- 
bergae 1607 (?) Text: Victimi in nuptias. 
[Kgl. geh. Staatsarch. in Dre.sd. Daselbst 
noch ein zweiter Hochzeitsgesang an den- 
selben mit dem Texte: Beatus vir 8 voc. 

Ich bitt, Herr Gott, 5 stim. Ms. T51 
Seite 53 in B. B. in Part. 

Die B. B. besitzt noch das Titelbl. zu 
einer Cantio nuptialis 5 voc. zu Ehren 
I Seidelii. Witebg. 1584 Welacus. Die 
sich daran schliefsende Stimme gehört den 
obigen Sacrae cantiones von 1584 an. 

In Mich. Praetorius Musae Sioniae, 6. 
Thl. 1609 Nr. 59 u. 86 zwei vierst. Ge- 
sge. Bohn schreibt sie fälschlich Valcrius 
Neander zu. Im Praetorius liest mau 
nur „Val." 

In B. Lübeck eine Missa super In 
houore Christi (Kvrie u. Gloria) 5 voc. 
4 Stb. fehlt Ten. 

Neaulme, Jean, Verleger im 
Haag in den Jahren 1723 bis etwa 
1743. 1808 befand sich in Paris 



Nebe. 



163 



Neefe. 



eine gleiche Firma. Ich fand von 
ihm herausgegeben: 

Reeueil nouveau de Chansons choisies. 
80. 372 S. Ob Musik dabei ist konnte 
ich nicht erfahren. [B. Wagener. 

Nebe, J. . ., lebte in West- 
Zaandam und bearbeitete 

Camphiiysen's Stichtelycke Rymen für 
Orgel. Ms. in B. Amst., Zeit unbekannt. 

Nebra, D. Joseph de, erster 
Organist und Vicekapellmeister an 
der Kgl. Kapelle in Madrid nach 
dem 

Cod. Ms. der Capelia sistina 268 (in 
Rom) in dem sich 15 Vesperpsalmen zu 
4 Stim. befiuden. Sie fallen in den An- 
fang des 19. Jhs. — Die B. M. besitzt 
von ihm „Por esquibo pareze", 4 voc. in 
6 Stb. im Ms. — Im C. P. ein achtstim. 
Miserere. 

Pougiu setzt seine Lebenszeit in die 
erste Hälfte des 18. Jhs. und führt ein 
Drama an: No todo indicio es verdad, 
representiert im Theater de la Cruz zu 
Madrid 1744. — Ferner führt er einen 
Neffen von ihm an: Manuel Blasco 
Nebra^ der Organist ad. Kathedrale zu 
Sevilla war und den 12. Sept. 1784, 34 
Jahr alt, starb. 

Von einem Nebra veröffentlichte Eslava 
ein Requiem (Eitner 2). 

Necchi, Francesco Antonio, 

unbekannte Lebenszeit. 

Im St. Einsiedeln befiuden sich ein 
Credo ä 3 voci con orch. Ms. P. und 
ein Gloria 4 voc. fol. — Im Conserv. zu 
Mailand: Messa in re a 3 voci di Con- 
tralto, T. e B. con orch. P. Autogr. u. 
Stb. im Ms. — Cautata sacra (Levi e 
Rüben) per Contralto e T. con orch. P. 
u. Stb. im Ms. 

Neck, Dirk yan, wird am 22/1 
1695 Organist zu Haarlem (bis 
1702) (Bouwst 1, 65). 

Neck, Jacob ran, aus Enchu- 
sanus (Enkhuizen, Niederland), ist 
am 19. Sept. 1689 in den Ein- 
schreibebüchern der Universität 
Leydeu mit „Artis musicae ma- 
gister" eingetragen. Er war von 
1673—1687 Organist zu Weesp 
und von 1687 — f 1699 an der 
Peterskirche zu Leyden (Bouwst. 
2, 168. 3, 3). 



Ein Johann Neck ist im Ms. 15990 
der B. B. mit einem Requiem 4 voc. c. 
org. in P. vertreten. 

Neckh, Anton, seit etwa 1740 
Organist am Stephansdome /u Wien 
mit 150 GId. Gehalt und Deputat. 
Er starb 1759. Vordem war er 

Violinist. 

Pohl 3, 46 und S. 47 berichtet, dass 
mau noch heute an einem bestimmten 
Tage in Wien ein Requiem von ihm auf- 
führt als Stiftung eines Geistlichen (NB. 
man könnte glauben, dass damit das Re- 
quiem unter dem Namen Job. Neck ge- 
meint ist, was sich in der B.B. befindet, 
siehe den vorhergehenden Artikel). 

Ein Karl Neclcb^ sein Sohn, wurde am 
Dome sein Nachfolger (Marpurg 3, 68). 

Needler, Henry, geb. 1685 zu 
London, gest. im Aug. 1760 ebd. 
Ein Violinist und Komponist, Mit- 
begründer der Akademie „of an- 
cient Music'' (Browne). 

Im br, Mus, Ms. 173: Anthems, with 
instrumental accumpauiments, by Hester 
Needler, widow of Uenry Needler, datiert 
A. D. 1751. Er kopierte Tonsätze in der 
Christ-Kirche zu Oxford, die sich jetzt im 
br. Mus. Ms. 5059 bis 5082 befinden. 

Neefe, Christian Uottlob, geb. 
5. Febr. 1748 zu Chemnitz, gest. 
26. Jan. 1798 in Dessau. Der 
Sohn eines armen Schneiders, der 
sich durch seine schöne Sopran- 
stimme eine Stelle als Alumnus 
erwarb und durch Uuterrichtgeben 
sogar in Leipzig Jura studieren 
konnte. Einen regelrechten Mu- 
sikkursus hat er nie genossen, doch 
der Umgang mit Hiller in Leipzig 
förderte ihn sehr. Hiller selbst 
liefs es sich sehr angelegen sein 
den jungen Mann auf jegliche 
Weise zu unterstützen, er korri- 
gierte ihm seine Kompositionen, 
gab sie heraus u. verschaffte ihm 
auch 1777 die Musikdirektorstelle 
an der Seyler'schen Truppe in 
Dresden. In demselben Jahre ver- 
liefs Seyler Dresden u. ging nach 
Frankfurt a/M., Mainz u. a. Stcädten. 

11* 



Neefe. 



164 



Neefe. 



N. zog mit. Am 17. Aug. 1779, 
als sie wieder in Frankfurt spielten, 
entfloh Seyler wegen Geldverlegen- 
heiten. Die Mitfi:lieder spielten 



Mitglieder 
noch eine Zeitlang auf 



eigene 



Rechnung, trennten sich aber am 
4. Okt. 1779. Neefe ging nach 
Bonn und schloss sich der Gesell- 
schaft Grofsmann und Ilelmuth an, 
eine Zweiggesellschaft der Seyler- 
schen, die schon seit 1777 in Bonn 
und Münster abwechselnd spielte. 
Er erhielt die Stelle eines Corre- 
petitors. Hier verheiratete er sich 
mit der Sängerin Fräulein Zi/ick, 
vormals Hofsängerin in Gotha, 
dann bei der Seyler'schen Truppe 
angestellt. Am 15. Febr. 1781 
meldete er sich zu der erledigten 
Organistenstelle an der Kurf. Ka- 
pelle in Bonn und erhielt sie mit 
400 GId. Gehalt (Thayer 1, 50). 
Beim Theater hatte er :}00 GId. 
— Wann Beethoven sein Schüler 
war ist nicht mehr zu bestimmen. 
1784 starb der Kurfürst Max Fried- 
rich und unter dem Nachfolgei- 
ging die Oper ein, so dass sich 
sein Gehalt nur auf die 400 GId. 
für den Organistendienst be- 
schränkte. Durcii Privatunterricht 
erwarb er das Fehlende. Anfang 
September 1794 floh der Kurfürst 
vor den heranrückenden Franzosen, 
die am 7. Okt. in Bonn einrückten. 
Fi'au Neefe giebt in der Lpz. Ztg. 
1, 362 ein trauriges Bild von der 
Armut in welcher sie in den 
nächsten zwei Jahren lebten. 1796 
suchte N. den Kurfürsten in Dessau 
auf und bat um die Rückstände 
seines Gehaltes, statt dessen wurde 
ihm ein formeller Abschied ge- 
geben. In Dessau erhielt er aber 
an der Bossang'schen Theaterge- 
sellschaft den Musikdirektorposten, 
stand ihm aber nur noch ein Jahr 
lang vor, dann starb er (Autobiogr. 



Lpz. 



Ztg. 



1, 241 ff.). N. lieferte 



in Cramer's Magazin öfter Berichte 
über Bonner Musikverhältnisse, 
ohne Namen gez. Er hatte eine 
hübsche melodische Erfindungs- 
gabe, die seinen Kompositionen 
einen weiten Kreis Verehrer in 
Deutschland gewann. Eine Silvette 
seines Kopfes findet man in Rei- 
chard's Gothaer Kalender 1778. 
La Mara 1 Brief aus Lpz. von 

1775. 1, 280. Seine Oden von 
Klopstock beurteilt Seiler in der 
Bock'schen Musikztg. 1868, 289. 
Urteil über seine Singspiele in 
M. f. M. 24, 54 ff. u. 64 ff. einige 
Musikproben, siehe auch Yiertelj. 
10, 39 ff. — Ein Artikel von ihm 
lieber die musikalische Wieder- 
holung, im Deutschen Museum 

1776. — üeber die musikalische 
]\Ialerei, Berlin 1780. — Im Kat. 
Schwerin F. 2, 93 sein Namenszug 
im Facs. Von seinen Kompositio- 
nen sind nachweisbar: 

Das grolse Jlallcluja. — Mot. Dem 
Unendlichen. Samlbd. 4stim. Ge.sänge. 
[Tiübeck. 

Dem Thiendlichen zu 4 St. mit Clav. 
Lpz. [Brüssel Cous. 

Wie sie so sanft nihn, 4 st. P. Ms. 
235 in B. B. 

Oden von Klopstock mit Melodien (zu 
1 und mehreren Stirn.). Flensburg und 
Lpz. 177G Körten. 13 Oden. [B. ß. 
Darmst. 

— Speier (1786) Bossler. [B. B. B. 
Lpz. Brüssel Cons. 

— Neue sehr vermehrte und ver- 
besserte Ausg. Neuwied bei Job. L. 
Gehra. In Bosslers Notenoffizin zu Speier 
gedr. qufol. 49 S. (1 und 4stim. mit 
Klav.). [B. B. B. Kgsbg. B. M. B. 
Wagener. 

Adelheit von Veitheim, Oper in 3 Acten. 
Ms. P. qufol. [Dresd.Mus: 548 b. Mu- 
sikfr. Wien. 

Amors Guckkasten, eine komische Ope- 
rette. . . Lpz. 1772 Schwickert. 40. 68 S. 
[B. B. (Kl.-A.). B. M. B. Wagener. B. 
Lpz. IJriissel Cons. 

Die Apotheke, eine comische Oper in 
zween Acten. . . Lpz. 1772 Junius. 4". 



Neofe. 



165 



Negelein. 



Dedic. an Hiller, Lpz. 1/1 1772 gez. 4'1 
90 S. [B. B. Schwerin F. B. Lpz. 
Dresd. Mus. B. AYagener. Brüssel Cons. 

Der dumme Gärtner oder die beyden 
AntoD, ein comisches Singspiel in 2 Act. 
Kl.-A. Bonn, Rimrock. [Darmst. B. B. 
B. M. Dresd. Mus : Mannheim bei Götz, 
qufol. 

Die Einsprüche, eine com. Op. in 2 A. 
Lpz. 1773 Schwickei-t. Kl.-A. 94 Seit. 
[B. M. B. B. Schwerin F. B. Wagen er. 
Göttweih. 

— in Part. Ms. 16011 in B. B. Brüs- 
sel Cons. 

Gesänge aus dem Neuen Guthsherrn, 
einer Oper in drey Aufzügen von Dyck 
und .Jünger; komponirt u. in einen Kl.-A. 
gebracht von Neefe. Lpz. 1783,84 Dyck. 
qufol. 40 S. 2 Lfgen. [B.B. 

Heinrich und Lydia, ein Drama in 1 
Akt. Naumburg und Zeitz 1777 Flittner. 
40. [B.B. Darmst. Brüssel Cons. Mu- 
sikfr. Wien. 

— In Part, betitelt „eine Idylle". Ms. 
16147. [Hofb. Wien. 

Sophonisba, Melodrama. P. Autogr. 
[Musikfr. Wien. Ms. P. u. Stb. in Darmst. 

... von dem Verfasser der Skizzen 

(Meifsner). Kl.-A. Lpz. 1785 Schwickert. 
qufol. 84 Seit. [B. B. B. Lpz. Dresd. 
Mus. Darmst. B. M. 

— Fragmeute im Autogr. nebst seinem 
Portr. in B. B. Grasn. 

Die Zigeuner, ein Lustspiel mit Gesg. 
in b Aufz. Ms. 16010 in P. [B. B. 

Bilder imd Träume von Herder mit 
Melodien. Lpz., Br. & H. 32 S. [B. 
Wagener. B. B. 

Klementin von Dumont und Neefe. 
Neuwied, Gehra u. Haupt, gestoch. von 
Schott in Mainz, Hofkupferstecher. 11 S. 
qufol. (Dumont ist unzweifelhaft der 
Dichter). [B. M. B. B. 

Lieder mit Klaviermelodien. Glogau 
1776 Chr. Fr. Günther. 40. [B. B. B. 
Kgsbg. B. M. Musikfr. Wien. Brüssel 
Cons. 

. . . Lieder für seine Freunde und 
Freundinnen nebst einer Ballade. Lpz. 
1784 Hilscher in Commission. 4". [B. ß. 
Brüssel Cons. 

Selmar und Selma. Eine Ode von 
Klopstock. Ms. 16012 in B. B. 

Serenaten beym Klavier zu singen. 
Lpz. 1777 Dyk. 4». Vorbericht und 
6 Serenat., meistens durchkompon. [B. 
Lpz. Sladtb. Augsburg. B.B. Dresd. 

Vademecum für Liebhaber des Ge- 
sanges und Claviers. Leipzig 1780 Dyk. 



88 S. mit 11 liedern von Hiller (ohne 
Autor). [Stadtb. Augsbg. B. ß. B. M. 
B. Wagener. Bnissel Cons. 

Ms. B190 in Dresd. einige Lieder. 



Partita, a 2 Corni, 2 Ob., 2 V. 2 Fag. 
Va. e B. Ms., scheint Autogr. zu sein. 
[Schwerin F. 

Concerto pour le Clavecin avec l'Ac- 
compag. pour 2 Violons, 2 Ob. 2 Cors, 1 
Viola e Basso. Mannheim, Götz. fol. 
[Dresd. Mus. 

I. Parchie con flauti. II. Parthie con 
flauti. 15 Bll. Hds. [ß. Wagener, Kopie. 

Sechs Ciaviersonaten mit der willkühr- 
lichen Begltg. 1 Viel. Glogau, Chrstn. 
Fr. Günther. 43 S. Klav., 18 S. Viol. in 
qufol. [B.B. Brüssel Cons. ß. Wagener. 
B. M. in Kopie von 1779, 2 Stb. 

Sonata VI. a Cembalo obl. e V. (in B). 
2 Stb. in Ms. [B. M. 

12 Ciavier -Sonaten (Em. Bach gew.) 
Lpz. 1773 Schwickert. 70 S. 1 Bl. Wid- 
mung. [B. B. B. M. Dresd. Mus. B. 
AVagener. 

— Riga 1773 bey Hartknoch. [Stadtb. 
Augsbg. 

6 neue Ciaviersonaten nebst Verände- 
rungen über die Melodie der Romance 
aus der Jubeihochzeit, „Kunz fand einst 
einen armen Mann" und über ein be- 
kanntes Arioso. Leipzig 1774 Schwickeii. 
fol. \Q. B. B. M. Stadtb. Augsbg. B. 
Wageuer. 

72 Sonaten für Klav. in Ms. 118. [B.B. 

6 Pieces d'une esecution facile ... a 
4 ms., Simrock. liv. 2. [B. M. 

In Samlwk : Theomele, Lieder. Güters- 
loh bei Bertelsmann [B. Kgsbg. B. Lpz.]. 
In Klavierstücke 1, 1794. — In Breit- 
kopf 1774. — In Abt Vogler's Betrach- 
tungen der Mannh. Tonschule 1778—81 
bef. sich einige Tonsätze. In neuen Ausg. 
7 Gesge. (Eitner 2). Bekränzt mit Laub, 
auch in M. f. M. 12, 172 und Arien in 
Bd. 24. — In 6 Rondos u. 6 kl. Lieder 
1784. — 2 Lieder in Voss' Musenalma- 
nach 1776 u. 77. [B. M. 

Negelein, Christoph Adam, 

geb. 29. Nov. 16.56 zu Nürnberg, 
gest. 1701 zu Wien, war K. K. 
wirklicher Hofpoet und trug in der 
Gesellschaft der Fegnitzer Blum- 
Genossen den Namen Ccladon. 
Auch als Musiker und Komponist 
von Melodien zeigte er sich in 
Heinr. MüUer's Erquickstunden. 



Negri, Antonio. 



166 



Negri, Giuseppe. 



Zu seiner Zionsharfe schrieb Löh- 
ner die Melodien. Sie ist betitelt: 

Die alte Zions - Harpf e , des Höchst- 
seligen Königs, Propheten und Poeten 
Davids Ehre, nach denen 150 Psalmen 
in eben so vielen Liedern . . . Anjetzo 
zum zweytemal gedruckt und . . mit gantz- 
neuen Sing- Weisen vermehret, Von Joh. 
Löhnern . . . Nürnbg. 1694 Riegel, druckts 
Andrea Knortzens seel. "Wittib, gr. 8". 
567 S. mit Melod. mit B. [B. Lpz. Hofb. 
Wien. B. Hbg. 

Die Vorrede von Feuerlein ist mit 
1693 gez. Die 1, Ausg. ist nicht bekannt. 
Zahn druckt 4 Melodien ab. 

Ein Christoph Negclin aus Freising, 
meldet sich am 31. Mai 1505 als Tenorist 
an der Ilofkapelle in Stuttgart, wird aber 
nicht angenommen (M. f. M. 31, 24). 

Negri, Antonio, ein späterer 
Komponist als Marc'Antouio. 

Er ist in der Oper ,,L'Atenaide" von 
Ziani, Caldara und Conti mit dem 2. Akte 
vertreten, komponiert und aufgeführt in 
Wien 1714. [Hofb. Wien Ms. 17192 die 
Part, und 93 die Stb. Wolfenb. Ms. 297 
in 3 voll. 

Negri, Cesare, aus Mailand, 
detto il Trombone; er war ein 
Tanzmeister und gab heraus: 

1. Le Gratie d'amore, di . . . Professore 
di ballare, op. nova et vaghissima, divisa 
in 3 trattati. Milano 16U2 l'hered. del 
quon. Pacifico Pontio & G, ß. Piccaglia 
Comp. fol. 296 S. mit Abbildg. u. Musik. 
Sein beigegebenes Porträt ist mit dem 
Alter von 66 Jahren bez., demnach wüi'de 
er um 1540 geboren sein. [Bologna. Mai- 
land B. nazionale. Hofb. AVien, Brüssel. 

Chilesotti veranstaltete 1883 bei Ri- 
cordi eine Neuausgabe. 

2. Nuove inventioni di Balli, opera 
vaghissima di ... Con figure bellissime 
in rame, & regele della musica, «fc intavo- 
latura, quali si richieggono al suono & al 
Canto, Divisa in 3 trattati. Milano 1604 
Girol. Bordone. fol. 296 S. nebst Vorbll. 
und seinem Porträt wie oben. [B. B. 
B.N. B. Wageuer. B. M. Univ. Prag-. 
C. P. br. Mus. Wolfenb. 

Enthält Lautenstücke und Abbildungen 
von Tauzpaaren. 

Arabros veröffentl. eine Tanzmelodie 
(Eitner 2). 

Negri, Domenico Francesco, 

jedenfalls ein anderer als Fran- 
cesco Negri. Er muss im 17. bis 



18. Jh. gelebt haben und ist be- 
kannt durch ein 

Magnificat a 4 voci con Siufonia (für 
3 Instr. u. B.) Ms. 444 Saralbd. Nr. 10 
der B. B. — Dasselbe Magn. ohne Vor- 
namen in Ms. 12816 der B. B., mit ver- 
mehrter Instrumentation für 2 V. Va. 
2 Ob. 2 Com. u. Fondam. 23 S. Pai't. 
— In der Bibl. des R. C. of Mus. Nr. 1759 
wird ihm ein Gloria 4 voc. c. instrum. in 
P. Ms. zugeschrieben. Ebenso im br. Mus., 
Ms. 168, Kopie aus dem 18. Jh. 

Negri, Francesco I., Kanoni- 
kus an S. Pietro in Guastalla 
(Parma), gab heraus: 

Arie musicali di . . . commode da can- 
tar.si nel Clauecemb. Chitarrone ö altro 
simile istrom. A 1 c 2 voci con alcune 
Cantate in stille (!) Racitatiuo. Op. 1 . . . 
Ven. 1635 Aless. Vincenti. 1 vol. in fol. 
38 S. mit 20 Gesg. [Bologna. 

Fetis .schreibt: geb. um 1009 zu Ve- 
rona und Kapellm. an der Kirche S. Ber- 
nardino. Obige Nachricht vom Titelblatt 
selbst. 

Negri, D. Francesco II., ein 

Priester und um 1786 erster Vio- 
linist an der Kapolle am S. Marco 
in Venedig mit 60 Duk. Gehalt 

(Caffi 2, 64). 

Wahlscheinlich ist die „Sonata a V. e 
B. Part, di Franc. Negri'' im Ms. 10020 
in K. der B. B. von ihm. 

Ln Ms. der B. M. unter Negri 2 Arien 
im Kl.-A. und 3 Trio für 2 V. u. B. in 
Stb., fraglich ob von obigem. Auch in 
Latrobe's Samlwk., London voll. 1800 
liis 25, ein Altsolo: Qui sedes von einem 
fraglichen Negri. 

Negri, Giulio Santo Pietro del, 
siehe Negro. 

Negri, Oiuseppe, Gerber 2 be- 
richtet, dass er zu Verona geb. 
und Kammermusikus beim Kur- 
fürsten von Köln im Anfange des 
17. Jhs. war. Er gab heraus: 

Madrigal! ed Arie. Ven. 1022. Im 
Conserv. zu Mailand befinden sich Werke 
eines Giuseppe Negri, doch scheint er 
dem 19. Jh. anzugehören, wenn man den 
Verleger Lucea in Betracht zieht, es 
könnten aber auch Neuausgaben sein: 

Cavatina „Notte amica'' per T. con 
orchestra. Ms. P, 



Negri, Jacopo. 



167 Negro, Giulio Santo Pietro del. 



Gli Esuli ebrei, canto lirico, traduzioue 
del Salmo 106 di Filippo de Bernardi. 
Milano, Lucca. 

Vielleicht ist der zuerst genannte der 
um 1636 am Düsseldorfer Hofe Kapell- 
meister war und der um 1640 starb (M. 
f. M. 28, 95. 105. 108). 

NegTi, Jacopo, nur bekannt 
durch 

Variazioni brillante per Flauti e Clavic. 
op. 10. [Musikfr. Wien. 
Lebenszeit mir unbekannt. 

Xegri, Lnigi, aus Bologna, 
lebte in der Mitte des 18. Jhs. 
und war ein Schüler Martini 's. 

Aus jener Zeit mag auch der Band 
geistliche mehrstim. Kompositionen her- 
rühren, der sich im Besitze des Lioeo 
raus, zu Bologna befindet und 21 Gesge. 
fär Chor und Instrum. enthält. 

Von einem Negri in Dresd. kath. Kirche 
im Ms. P. u. Stb: 3 Motett. für Chor und 
kleines Orch. 

Negri, 31 . . . A . . ., ein Kom- 
ponist aus dem Ende des 18. Jhs., 
wenn nicht schon aus dem 19., 
ist bekannt durch eine 

Eaccolta di musica vocale itaJiana de' 
piü celebri autori ridotta coll'accomp. di 
fortep. e parte auche di Chitarra da . . . 
Ambui'go fo. mit allerlei Operupiecen von 
Carlo Melara, Spontini, G. G. Ferrari etc. 
[B. B. 

Negri, Prete Marc'Aiitoiüo, 

aus Yerona. Nach Caffi 1, 56 u. 
209 starb er 1620. Am 22. Dez. 
1612 wurde er zum Vice-Maestro 
(2ter Kapellm.) am S. Marco in 
Venedig gewählt. Im März 1613 
unterz. er zwar die Dedic. zu den 
7 stim. Psalmen in Verona, doch 
das angehängte „Ad Completorium" 
mit 5 Gesängen bezeichnet ihn 
mit obigem Amte. Sie sind be- 
titelt: 

II 1. lib. delli Salmi a 7 voci. Di . . . 
Con il Salmi che si cantano alle Compiete. 
Con il B. per l'org. Op. 3. Yen. 1613 
rherede di Ang. Gardano. 8 Stb. 4". 
11 Psakn., 2 Magnif. und 5 Complet. 
[B. M. Bologna. B. B:C. A. Bc. Rom 
Cecilia: A 2. Bc. 

Ferner kennt man von ihm: 

Affetti amorosi a 3 voci. Di . . . 



Nouam. comp. . , Col suo Bc. Ven. 1608 
Ang. Gardano. 4 Stb. 4'^. 21 Gesge. 
[br. Mus: C 1. 2. B. 

Affetti amorosi .. lib. 2. Ven. 1611 
Amadino. 1 vol. in fol. 40 S. 35 Ge- 
sänge zu 1—5 Stim., dabei 5 Sinfonien 
mit Solo ra. 2 Violin -Sonaten. 1 Gesg. 
von Ldieia Quinciani. [Genua B. U. 
Brüssel 

Negri, Orazio. Am 13. Nov. 
1586 aufgenommen als Altsänger 
in die Hofkapelle in München mit 
300 Gld. jährJ., ging Anfang 1588 
wieder ab, tritt dann am 29/6 1590 
als Hofkaphxn und Sänger mit 
300 Gld. Gehalt wieder ein und 
geht Ende 1594 abermals ab 
(Kreisarchiv). 

Negrini, siehe Nigrino. 

Negro (Negri), Griulio Santo 
Pietro del, geb. zu Mailand aus 
edler Familie, ein Dilettant von 
Begabung, der Anfang des 17. Jhs. 
herausgab: 

Gl'amorosi pensieri. Canzonette Villa- 
nelle et Arie napolitaue a 3 voci da so- 
nare & cantai'e su'l Chitarone. Claueciinb. 
. . . Lib. 2. raccolte da Marcellino Sena- 
rega. Ven. 1607 Gard. & fratelli. 3 Stb. 
4». 52 Gesge. [br.Mus: Cl. 2. B. 

n 3. lib. dell'amorose Canzonette, Vil- 
laneUe & Arie (wie vorher). Op. 4. Ven. 
1607 Ales. Eaverij. 3 Stb. 4". 25 Gesge. 
[B. A. 

Grazie, ed affetti di musica moderna, 
ä 1, 2, e 3 voci, da cantare uel Clavi- 
cordo, Chitarr., Arpa doppia . . Op. 5. 
Milano 1613 Fil. Loraazzo. 1 vol. fol. 
42 S. 41 Gesge. [Brüssel. 

2. libro delle Grazie ed affetti di mu- 
sica moderna, a 1, 2 & 3 voci. Da can- 
tare nel Clauicordo (wie vorher). Op. 8. . . 
Ven. 1614 G. Vincenti. 1 vol. fol. 32 S. 
22 Gesge. [Brässel. 

Musica ecclesiastica concertata alla 
moderna a 2, e 3 voci . . Op. 9. Milano 
1616 Fil. Lomazzo. Vom Verleger heraus- 
gegeben. 25 Nrn. 1 vol? [Proske. 

Canti accademici concertati a 2, 3, 4, 
5 & 6 voci da . . . Op. 11. Ven. 1620 
Ales. Vincenti. Stb? 4". 7 Nrn. [Bo- 
logna: A. 

In der Hofb. Wien, Ms. 19087, Nr. 2 
unter Joannes Santo Pietro ein Laetatus 
sum 4 voc. c. Comi ed org. oblig. P. Frag- 
lich ob von obigem. 



Negro, Pietro de. 



168 



Neidhardt. 



Negro, Pietro de, Kapellsänger 
an der Hofkapelle in AYien mit 
240 Gkl. jährl. um 1619 (Eöchel 
1). Vielleicht ist er derselbe wie 
der vorhergehende Autor. 

Negro Oroppallo, Agostino 
(li, Herausgeber von Yinc. Ruffo's 
Motet. 6 voc. 1555 und dessen 
Madrig. a 6 — 8 voci 1554. 

Nehrhoff, H . . . de, muss Ende 
des 18. bis ins 19. Jh. hinein ge- 
lebt haben. 

Er ist bekannt diircli ?> Duos coucer- 
tans pour Violoa & Viola, död. B. Cam- 
pagnoli, Lpz., Peters. 2 Stb. [ß.Wagoner. 

Tre Duetti per V. e Va. Ms. Stb. 
[Mailand Cons. 

Nehrinj?, Johann Christian, 

Pfarrer zu Morl bei Halle im 18. Jh., 
ist im Freyliughausen'schen Gesang- 
buche mit einem Liede mit Melodie und 
Bass vertreten, welches ihm \\'intei-feld 
zuschreibt und veröffentlicht (Eitner 2). 

Nehrlich, Johann Peter Theo- 
dor, geb. 1770 zu Erfiiit. Schüler 
von Em. Bach, bildete sich zum 
Klaviervirtuosen und Komponisten 
aus, ging nacii Dorpat in eine 
Privatstellung, später nach Moskau 
als Klavierlehrer, 1812 nach Peters- 
burg, kehrte aber nach dem Frie- 
den wieder nach Moskau zurück. 

Er schrieb allerlei Klavierpiecen. Ein 
Klavierkonzert, welches er in Göttingen 
vortrug, erhielt Forkel's Beifall. Die Lpz. 
Ztg. erwähnt ihn 1814 zum letzten Male 
und 1810 bespricht sie Vaiiat. von ihm 
(Biogr. im Schilling). 

Neide, Johann (xeorg Chri- 
stoph, Rektor am Stadtgymnasium 
zu Magdeburg, vorher Konrektor 
seit etwa 1792; 

schrieb in den Magdeburger gemein- 
nützigen Blättern 1790 S. 22 über Chor 
und Curreudewesen (Gerber 2). 

Neidhardt, Johann Georg, zu 

Bernstadt in Schlesien geb., stu- 
dierte 1706 zu Jena Theologie. 
Seit etwa 1722 bez. er sich als 
Kgl. preufsischer Kapellmeister zu 
Königsberg i/Pr. (Gerber 1. 2). 



Fotis fügt dem noch hinzu, dass 
er 1720 den Kapellmeisterposten 
an der Kirche der Citadelle in 
Königsberg erhielt und dort am 
1. Jan. 1739 starb. Er beschäf- 
tigte sich eingehend mit theore- 
tisch und akustisch musikalischen 
Themen und gab heraus: 

Beste und leichteste Temperatur des 
Monochordi, vermittelst welcher das heu- 
tigen Tnges bräuchliche Genus Diatonico- 
Ciiromaticum also eingerichtet wird, dass 
alle Jntcrvalla, nach gehöriger Proportion, 
einerlei Schwebung überkommen, und sich 
daher die Modi reguläres in alle und jede 
Claves, in einer augenehmen Gleicbheit, 
transponiren lassen . . . Jena 1706 Joh. 
lüelcken. 40. 104 S. [B. B. B. Lpz. 
B.W. Ilannov. Basel. B. Hbg. Brüssel. 

Sectio canonis harmonici, zur völligen 
Richtigkeit der generum modulandi. Kgsbg. 
1724 Eckart. 4". 36 ö. [B. B. Dresd. 
B. Lpz. Musikfr. Wien. Brüssel. Glas- 
gow. 

Gänzlich erschöpfte mathematische Ab- 
theilg. des diatonisch-chromatischen tem- 
perirten Canonis monochordi, allwo ... 
gezeiget wird, wie alle Temperaturen zu 
erfinden . . . seyn. Königsbg. und Lpz. 
1734 Eckait 4». 52 S. [B. B. B. Lpz 
Musikfr. Wien. Bnissel. 

~ 2. Aufl. Ib. 1734. 4^. 78 S. 
1 Taf. [B. B. B. M. 

Hoc in libro si;itu notabilissima, quae 
ad Compositionem sunt utilia problematice 
. . . (Titel vollst, im Kat. Joach. p. 65, 
eine Kompositionslehre). Ms. 476 und 
476 b. gl-. 40. 129 u. 35 S. [B. .Joach. 

— Vielleicht ist das in der ß. B. be- 
findliche Ms. Fragm. 43 BU. in fol. nekst 
deutscher Uebersetzung in Ms. fol. 29 
dasselbe, betitelt: Tractat von der Kom- 
position nach mathematischer Lehrart, in 
latein. Sprache. 

An Kompositionen ist nur bekannt: 
Die Sieben Biüs- Psalmen des Königs 
u. Propheten Davids, nach dem Gmnd- 
Texte in deutsche Oden gebracht von . . . 
Königsberg 1715. Nach dem Vorworte 
ist er auch der Dichter. Ms. 466 fjufol. 
13 BU. Part. f. 1 Singst, mit Instr. 
[B. .Joach. 

— Im Druck: Königsbg. 1715 bey 
Zäncker. qufol. 13 Ell. [B. Kgsbg. 
Schwerin F. 

Das schöne Kirchen - Lied : Meinen 
Jesum lals ich nicht etc. wie es hier ge- 
sungen wird, nach seinen VI Strophen, 



Neiding. 



10)9 



Nelvi. 



vor den Generali). . . gesetzt . . Kgsbg. 
1722 Zäncker. fol. 2 Ell. u. 2 Ell. Musik. 
[B. Kgsbg. 

Ms. 13556 in Xgsbg., gr. fol. 267 Cho- 
räle für Orgel oder Klavier gesetzt, von 
Verschiedenen. 

NeidiDg, . . . Stadtmusikus iü 
Erfurt, Avird 1784 im Gramer 2, 
409 als ein alter Mann bez. und 
als Komponist von Gesangs- und 
Instrumentalwerken. 

Neidliu^er, Paul, Organist an 
der HoEkapelle in Wien mit 30 Gld. 
monatl. vom 1. Jan. 1654 bis Ende 
1669 (Köcbel 1). 

Neidtliardt (Neittbart), Johann 
(Hans), 1568 Bassist an der Hof- 
kapelle zu Müncben mit 180 Gld. 
Gebalt; wird 1569 entlassen (Kreis- 
arcbiv in Müncben u. säcbs. Staats- 
arcbiv in Dresden). 

Neilson, Lanrenee Cornelius, 
geb. gegen 1760 zu London, gest. 
nach 1830. 1767 gingen seine 
Eltern nach Amerika, er kebrte 
aber naob des Yaters Tode nacb 
England zurück, wurde Organist 
zu Dudle}", dann zu Cbesterfield. 
Von seinen Kompositionen ist nur 
bekannt: 

3 Sonatas for the harpsichord. London, 
Preston. fol. [br. Mus. 

Neinner, Michael, wurde am 
1. April 1667 mit 150 Gld. Gebalt 
an der baierscben Hofkapelle an- 
gestellt, erhielt später bis 200 Gld. 
und ist in den Akten bis 1772 zu 
Terfolgen (Kreisarch. in München). 

Neippert, Adam Comte de, 

ist in der B. M. im Ms. mit 2 Anojoises 
pour 2 V. 2 Fl. 2 Cor. & B. in ^7 Stb. 
8» vertreten. 18. Jh. 

Nelhani (Nellam), Edmund, 
Bassist an Westminster in Lon- 
don, schwor am 6/11 1617 als 
Gentleman a/d. Kgl. Kapelle, war 
um 1641 Kaplan und auch Minor 
Canonicus am Westminster, f 1646, 
beerdigt am 17/8 (Rimbault). 



In Hilton's Catch that catch can und 
in Choice collection of catches von 1652 
befinden sich Kompositionen von ihm 
(Rimbault 205). Im Catch-Club 3 (Sibbald 
in Edinburgh) und in den Ausg. Hilton's 
Catch that catch von 1667 und 1672 fand 
ich Gesge. von ihm. — In Longman's 
Collection of Catches 10 Catches zu 3 
Stirn. — In Ä. B. Synopsis 1680 vier 
3stim. Oesge. — Im br. Mus. Mss. 29291. 
31441 und 31462 einige Gesänge. 

Nelle, Thomas, dit de Beauvais, 
Sänger an der Hofkapelle zu Paris 
im 16. Jh. mit 300 liv. Gehalt 
(Castil-Blaze 293). 

Nelvi, Oiuseppe Maria, geb. 
1698 zu Bologna, gest. Ende 1756. 
Schüler von Bertalotti, Flor. Aresti 
und Ang. Predieri im Orgelspiel, 
später noch im Kontrapunkt von 
Giac. Ant. Perti und Giov. Ant. 
Ricieri. 1718 Avurde er von der 
Brüderschaft an S. Maria della 
Morte zum Kapellmeister an ihrer 
Kirche gewählt; am 16. April 1722 
trat er unter die Mitglieder der 
philharmonischen Gesollschaft zu 
Bologna. 1723 schrieb er mit 
Angelo Antonio Caroli die 2 Opern 
„Amor nato fra l'ombre" und ,,Odio 
redivivo", aufgeführt im Theater 
Marsigli-Rossi zu Bologna. 1727 
ging er nach Polen als Musik- 
direktor des Generals Grafen Sta- 
nislaus Rzewski zu Targoniza; dort 
schrieb er gegen 4 Opern. 1730 
kehrte er nach Italien zui-ück, ging 
dann 1731 nach Frankfurt a/M., 
Homburg, nach Baiern und ver- 
weilte dann 3 Jahre am Hofe des 
Fürsten von Turn und Taxis in 
Regensburg, wo er von 1731 — 33 
zwei Opern schrieb, kebrte 1734 
nach Italien zurück und wurde in 
Orvieto Kapellmeister am Dome 
(Busi 57 ff.). Derselbe sagt noch, 
dass von all seineu Kompositionen 
nur eine einzige gedruckt ist und 
sich in Sassi's „La Ricreazione 
spirituale", Bologna 1730, befindet. 



Nembri. 



170 



Nenna. 



In Bologna (Kat. 1, 139) liegt im Autogr. 
eine Beschreibung seiner Reisen „Memorie 
de'suoi viaggi''. 120. 

In der Bibl. der katti. Kirche zu Dres- 
den befindet sich unter Nclvi ein Confi- 
tebor 3 v. c. VV. Va. e B. — In Sassi's 
Eicreazione 1730 unter Gius. Nelva 1 Can- 
zone spirituale. 

Nembri, Damiano, ein Mönch 
in ,,Casinati" (ist wohl das Klostor 
Casino-Monte im Neapolitanischen 
gemeint) ist der Komponist von: 

Brevis et facilis Psalmoniin quattuor 
vocibus modulatio . . Veu. 1641 B. Magui. 
5 Stb. ^». 5 Psalm., 1 Magnif., nebst 
einem Aveiiimento über die Anwendung 
der Ripienstimmeu. [B. Br. 

Nemorarius, Jordanus, aus 

Nanna (? wie ihn der Kat. Tross' 
bez.), war ein Mathematiker und 
Philosoph des 7. Jhs. und schrieb 

eine 

Arithmetica musica Epitome in Arithm. 
Boetii et alia ojiuscula mathematica, welche 
1503 in Paris gedruckt wurde. Nach 
Jöclier soll er im Anfange des 13. Jhs. 
gelebt haben. Er ist Avahrscheinlich der- 
selbe, von dem Eetis [Bibl. Biiissel fds. 
Eetis .5293] folgenden Druck besafs: In 
hoc opere contenta arithmetica decem 
libris demonstrata (auctore Jordano Ne- 
morario), musica libris demonsti'ata qua- 
tuor, epitome in libros arithmeticos divi 
Severini Boetii, rithmimachie ludus qui 
et pugna nuinerorum appollatur (autore 
Jacobo Fabro Staimlonsi). Secundaiia 
aeditio. Parisiis (1514) in off. 11. Stephani. 
1 vol. fol. 

Nenciiii, Andrea. Bologna be- 
sitzt von ihm ein Autograph vom 
Jahre 1811: 

Dixit Dominus, Salmo 4 voci concer- 
tato cou strumenti „per la festa de'Filar- 
monici in S. Giovanni in Monte di Bo- 
logna". Part, und eine Cavatine f. Tenor 
und Orchester „In si fatal soggiomo". 
Ms. Stb. 

Nenna, Ponii)eo, Cavalieri di 
Cesare, aus Bari gebürtig. Nach 
den Titeln seiner Drucke scheint 
er kein Musikamt bekleidet zu 
haben und nach den Unterschrif- 
ten der Dedikationen lebte er in 
den Jahren 1603 und 1607 in 
Neapel. In Romano Micheli's Mu- 



sica vaga 1615 in der Vorrede 
wird N. im Dienste des Fürsten 
von Venosa zu Neapel bez., später 
lebte er in Rom. 1618 bez. ihn 
Fordin. Archilei als Verstorbenen. 
Er muss sich schon um 1574 als 
Komponist ausgezeichnet haben, 
wie die Aufnalmie in Samlwke. 
dieses Jahres beweisen. Man kennt 
von ihm: 

Responsorii di Natale e di settimo 
Santa ;i 4 voci. Napoli 1607 Sottile. 
[Bibl. Haberl's in Regensbg. 

Sacrac hebdomadae Rospons. feria V. . . 
5 voc. c. B. ad org. Roma 1622 Robletti 
(Nuper a Ferd. Archileo I. V. D. coUecta. 
et in luccm odita). 6 Stb. 4". 27 Nrn. 
[Cap. Julia, fehlt Bc. Rom Cecilia. 



Von den Madrigalen ist öfter nur eine 
spätere Ausg. bekaimt. Ich ordne sie 
nach den Büchern 1. 2. 3 etc. soweit sie 
nachweisbar sind: 

... II 1. lib. de Madr. k 5 voci. Ven, 
1617 B. Magni. 5 Stb. 4". 22 Madr. 
[Bologna. br. Mus. Oxford Ch. Ch. 
Westin. Abt. 

... II 4. lib. do Madr. a 5 v. . . Ven. 
1609 Ang. Gardauo & fratolli. 5 Stb. 4». 
20 Madr. [Bologna. Bologna Petron. 
br. Mus. Neapel Cons. 

— Ausg. 1617 Ven., B. Magni, wie 
vorher. [Bologna. Modena. br. Mus. 
AVestm. Abt. Oxford Ch. Ch. 

... II 5. lib. de'Madr. ä 5 v. Napoli 
1603 Sottile. 5 Stb. 4". 20 Madr. 
[Neapel B. n: A. C P. 5 Stb. 

— Nouamento stampate 1612 Ven., 
riierede di Aug. Gardano. 5 Stb. 4". 
20 M. [Münster B. S. br. Mus. Oxford 
Ch. Ch. Neapel Cons. Bologna. Modena. 

... II 6. lib. de Madr. ä 5 v. Napoli 

1607 Sottile. 5 Stb. 4«. 21 M. [br. Mus. 

— Nouamenti stamp. Ven. 1609 Ang. 
Gardano. 5 Stb. 4«. 21 M. [Bologna. 
C. P. 

— Ristamp. Ven. 1614 B. Magni. [br. 
Mus. Neapel Cons. 

— Quarta inipressione. Ib. 1618. [B. B: 
A. T. Bologna. Modena. Brüssel. Ox- 
ford Ch. Ch. Westm. Abtei. 

... II 7. lib. de Madr. ä 5 v. Napoli 

1608 Sottile stampa, per Scip. Bonmo. 
5 Stb. 40. 20 M. [Neapel Cons. br. Mus. 

— Ven. 1609 Gardano. 5 Stb. 4». 
19 Madr. (fehlt Aniorosetto Neo). [Bo- 
logna. C. P. 



Nenna. 



171 



Nerem. 



— Ristamp. Ven. 1613 Aere B. Magni. 
19 Madr. [Bologna. 

— Terza im|jress. Ib. 1616. [br. Mus. 

— 4. mipr. Ib. 1624. [B. Hbg. Bo- 
logna. br.Mus. E.C.ofMus. Buckingham 
Palast. Oxford Ch. Cli. Gent ü. B: A. 
T. ß. Westm. Abt. 

. . . L'ottavo lib. de Madr. a 5 v. 
Nuovaiuente con molta diligenza dati in 
luce da Ferd. Archilei, Dr. di legge. 
Eoma 1618 Robletti. 5 Stb. 40. 19 Madr. 
davon 2 von Mclcarne und 2 von Gesualdo 
di Venosa. [B. B : C. B. 5 a. Bologna, 
br. Mus. Modena. 

... II 1 . lib. de Madr. ä 4 voci. 
Nouam. ristamp. & con ogni diligenza 
corretti, con l'aggiunta del Basso continuo 
da Carlo Milan utio. Yen. 1621 Aless. 
Vincenti. Auch Vincenti bezeugt; den 
Tod Neuua's in der Dedic. 5 Stb. 4°. 
21 Madr. [Bologna. Oxford Ch. Ch. 

8 Gesge. in alten Sanilwk. (Eituer 1), 
dazu kommen noch nach Vogel: In Co- 
stanzo's 1. lib. Madr. 4 voci 1616 zwei 
Madr. ,,S'io taccio und La mia dogha. — 
In Stef. Feh's 1. lib. Madr. 5 v. 1585: 
Dolci amorose. — In dessen 4. lib. 1585: 
Yagh'herbe 5 v. und im 5. Üb. 1583: 
Torna aniato u. Misera a chi 5 v. — In 
G. G. Cai-lino's Nuova scelta 1615: Coridon 
del tuo petto. Ahi dispietata vita. Cruda 
Donna, 5 voc. — In Gumpeltzhaimer's 
Compendium und Ende's Lautenbuch. 

12 Madrigale in Stb. im Ms. 1881 des 
E. C. of Mus. — In B. M. 1 Madrigal mit 
untergeschobenem Texte im Ms. — Im 
br. Mus., Ms. 238, Part, von Immyns ge- 
schrieben, 18. Jh. „S'egü e ver" 5 voo. 

Neniiieliow, Johann, aus Schwe- 
rin, studierte in Rostock, wurde 
Succentor, 1658 den 14. Mai Kau- 
tor in Schwerin, st. im Februar 
1665 (Clirysander 3, 38). 

Neplielitus. Darid. 

Im Ms. 177 der B. Br. 4 Stb. in qu40 
mit dem 29. Jidi 1555 gez. der Gesang 
„MiUta bonam miütiam". David Ehenisch 
gewidmet. 

Xepotis, Florent (Florquin, 
Fleureus), war Organist um 1516 
bis c. 1524 beim Kaiser Karl Y. 
(Sti-aeten 7, 212 ff.). Seite 305/06 
ist eiu De Neve angezeigt, den 
Sta^aeteu für denselben hält. Siehe 
auch Nepotis, Gomart. 

Xepotis, George (Jorge), wurde 



am 14. Sept. 1555 vom Kaiser 
Karl V. zum Kapellan und Sänger 
ernannt. 1556 begleitete er den 
Kaiser als Kapellan uud Schatz- 
meister nach Spauien, als sich der- 
selbe in das Kloster St, Juste zu- 
rückzog; ging dann 1559 nach 
des Ks. Tode nach den Nieder- 
landen und trat in den Dienst 
Philipp n. (Straeten 8, 25. 40. 44. 
47 und 51 Dokumente bis zum 
1. Dez. 1563). 

Nepotis, (xomart (Govard, Gode- 
froid), Organist um 1495 am Hofe 
Maximilian I. (Straeten 7, 199). 
Seite 213 ist ein Godefroid, Or- 
ganist an der Kapelle de la Vierge 
zu Antwerpen angezeigt, den 
Straeten auch mit Govard de Xeve 
oder Nepotis augezeigt fand, 1501 
starb und wahrscheinlich mit dem 
obigen identisch ist. La Fage 2, 
353 fand Gomart in einer Rech- 
nung im Archive zu Lille schon 
von 1492 — 95 als Organist des 
Erzherzogs (Maximilian) verz. (s. 
auch Stoeten 3, 213). — Burbure 
in Biogr. nat. beige II, 921 schreibt: 

Neve^ Godefroid (Govard) de^ 
du Nepotis^ war um 1492 schon 
ein alter Herr, der sich als Orga- 
nist Ton H. Bredeniers vertreten 
liefs. 

Nepotis, Sire Leurens (Fleu- 
rens?), um 1525 Sänger in der 
Kapelle Ks. Karl V. (Straeten 7, 
303). Ist wohl derselbe wie Flo- 
rent Nepotis. 

Nerciat, de, 

1 Romanze in Chöix de musique 1784 
Nr. 63. [ß. M.] Wahrscheinlich La Che- 
valier Andre-Eobert Andrea de N . . ., wie 
ihn Pougin anführt. Ein Dilettant, geb. 
um 1739 zu Dijon, gest. 1800 als Ge- 
fangener in Neapel im Schlosse San Angelo. 
Anfänglich Offizier, ging beim Ausbruche 
der Eevolution zu Paris nach Neapel, be- 
trieb daselbst Musik und schrieb Arien, 
Eomanzen u. a. 

Nerem, siehe Nerinis. 



Nerentius. 



172 



Neri Bondi, Micliele. 



Nerentius, Vinceiizo, 

1 Magoificat ä 4 voc. in P. Ms. A 431 
[Dresd. Mus.] Man könnte auf die Ver- 
mutung kommen, dass damit Neriti da 
Sold gemeint ist und obiger Name nur 
verstümmelt. 

Neri Alberti, s. Allberti, Neri. 

Neri dcl Boccia, ein Schrift- 
steller des 18. Jhs., von dem man 
kennt: 

Tutti i trionfi, carri, mascherate o canti 
carnascialeschi andati per Firenze dal 
tempo del Magnifico Loreuzo di Medici 
fino all'anno 1559. In questa 2. ed. cor- 
retti, con diversi Mss. collazionati . . . 
(pubblicati da . . .) In Cosmopoli (Lucca) 
1750. 2 Bde. in 1. S«. Portr. [Brüssel. 

Neri, Benedetto, geb. 19. Okt. 
1771 zu Rimini (Paloschi), gest. 
um 1841 zu Mailand. Von 1823 
bis 1841 Kapellmeister am Dome 
zu Mailand, vorher am Dome zu 
Novara, wurde 1824 Prof. des 
Pfte. am Conservat. zu Mailand. 
1806 komponierte er die komische 
Oper (der Kat. Bologna nennt sie 
Melodramma): I saccenti alla moda 
von Angelo Anelli. Er war als 
Kirchenkomponist von den Zeit- 
genossen sehr geschätzt u. schrieb 
deren sehr viele. Im Archiv des 
Domes zu Mailand sind sie wahr- 
scheinlich zahlreich vertreten, aber 
nicht über die Grenzen Mailands 
gekommen (Muoni 34). Nachweis- 
bar sind nur: 

Gloria a 8 voci c. acc. di org. P. 
Autogr. [Mailand Archiv des Domes. 
(Muoni teilt keine weitere Komposition 
mit.) 

Chi vuol la bella rosa, Cavatina per 
mezzo soprano c. orch. (eingeschoben in 
die 2. Scene IX der Oper I Saccenti alla 
moda, ein Melodramma von Neri, 1806 
zu Mailand aufgeführt). Ms. P. 15 S. 
gez. mit Milano, presso Gio. Ricordi 
(wurde also nur in Kopien verkauft). 
[Bologna. Mailand Cons. P. u. Stirn. 

Sentirsi dir sei bella. Cavatina per 
mezzo sopr. c. orch. (Einlage zu dem- 
selben Melodramma.) P. Ms. Mil, Ri- 
cordi. qufol. 17 S. [Bologna. Maild. 
Cons. 

Rec. e Duette „Vieni, o caro, t'avvi- 



cina, per Sopr. e Basso zu demselben 
Melodr. Ms. P. u. St. [Maild. Cons. 

Neri, Massimiliano, wird am 
18. Dez. 1644 erster Organist am 
S. Marco in Venedig, wo er bis 
1664 bleibt. Im Juli 1644 bez. 
er sich nur mit Akademiker bei 
den Erranti zu Brescia, wie er 
stets bis zum Druckwerke von 

1664 neben obiger Bezeichnung 
seines Amtes hinzufügt (Caffi 1, 
56. 293). Seite 272/73 sagt Caffi, 
dass er 1664 an den baierschen 
Hof ging. Die Akten melden da- 
von nichts, so weit sie mir be- 
kannt sind und Seite 293 : dass er 

1665 Kapellmeister beim Kur- 
fürsten von Köln wurde. Beide 
Angaben sind ohne Belege. 1651 
teilt Neri in der Dedic. mit, dass 
ihn der Kaiser Ferdinand IL Avegen 
der Verdienste seines Vaters in 
den erblichen Adelsstand erhoben 
habe. Wasielewski 2, 46 ff. be- 
urteilt seine Leistungen als In- 
strumontalkomponist. Verz. seiner 
nachweisbaren Werke: 

Sonate e Canzone a 4 da sonarsi con 
diuersi stromenti in chiesa, & in camera 
con alcune Correnti pure ä quatro, che 
si ponno sonai'e ii 3, o ii 2 ancora . . . 
Op. 1. di . . . Yen. 1644 B. Magni. 
5 Stb. fol. (2 V. Alto Viola, Viola overo 
Fag. Bc.) 4 Canz. 2 Canz. 6 Sou. (j Corr. 
ä 3—4 Stim. [B. B. B. Br. 

Sonate da sonarsi con varij ström, a 
3 sino a 12. Op. 2. Di . . . Am Ende : 
Ven. 1(351 Franc. Magni. 7 Stb. fol. 
(V. Va. Fag. Bass. Va. da brazzo, Cor- 
•netti, Tromboni, Violetta, Teorba, Flauti). 
13 Sonaten von 3 — 12 Stim. [B. B. 
B. Br. 

Motetti a 2 e 3 voci di . . . A^en. 1664 
Fr. Magni. 4 Stb. 4» mit Bc. 18 Mot. 
[B. Br. 

Im Ms. B. B. 25: Dignare me 3 v. 
aus 1664 in P. — 3 Sonaten, 1 Canz., 
2 Corrente für 4—8 u. 12 Instr. in P. 
(Nr. 158—164). 

3 Instrumeutalsätze in Wasielewski 
neuer Ausg. (Eitner 2 Nachtr.) 

Neri Bondi, Micliele, geb. um 
1769 zu Florenz, Schüler von 



Neri, Nereo. 



173 



Neriti da Salö. 



B. Felici, war 1795 erster Cem- 
balist am Scalatheater in Mailand 
(Textbuch zu Sarti's Fra i due), 
dann 1812 erster Accompagnist 
am Theater de la Pergola zu Flo- 
renz. Bekannt ist von ihm: 

Bella cosa e far rauiore, cavatina per 
Ten. c. strura. Ms. P. qufol. 8 Bll. 
[Bologna.] — Lisettina ah dove sei, Aria. 
Ms. 310 Nr. 9 in Bibl. Dresden. — In 
der B. Basevi ein ßenedicat 4 voc. c. 
istrom. Pougin fühii; auch mehrere 
Opern au. 

Neri, Nereo, geb. zu Pistoja 
in der ersten Hälfte des 18. Jhs., 
trat in den Priesterstand, wurde 
Kapellmeister an der Kathedrale 
zu Pistoja und 

konipouierte zahlreiche Kirchenmusik. 
Das Oratorium ,,La conversione di S. Ago- 
stino" wurde 1743 in der Kirche S. Bai- 
tolomeo aufgeführt. Er st. am 24. Juni 
1770 (Pougin). 

Neri, San Filippo, Begründer 
der Vereinigung Oratorio zu Rom, 
geb. 21. Juli 1515 zu Florenz aus 
edler Familie, gest. 26. Mai 1595 
zu Rom; ging mit 18 Jahren nach 
Rom, um seine Studien zu voll- 
enden. 1551 wurde er Priestor 
und trat in den Orden Hierony- 
mus ein, wo er das Amt des 
Unterrichts der Kinder übernahm. 
1564 gründete er den Yerein Ora- 
torio, der sich die Pflege der 
Musik zum Ziele setzte und die 
besten Werke seiner Zeit daselbst 
aufführte. Animuccia und dann 
Palestrina unterstützten den Ver- 
ein mit ihren Kompositionen und 
wohl auch als Leiter der Uebungen 
u. Aufführungen. JSTeri gab 1565 
und 1570 die bekannten Samlg. 
„Laudi" heraus, wie Fetis sagt. 
Siehe unter Laudi, wo nur Aus- 
gaben von 1580— 1591 in 4 Büchern 
obiger Congregation verz. sind. — 
Bekannt ist mir noch ein Werk, 
was unter seiner Protektion er- 
schien und ebenfalls für das Ora- 



torio bestimmt war, ohne einen 
Komponisten zu nennen: 

Cauzonette spirituali, e moraii, che si 
cantano neirC>ratorio di Chiavena, eretto 
sotto la protettione di S. Füippo Neri. 
Accomodate per cantar a 1, 2, 3 voci 
come piü piace, con le lettere della Chi- 
tarra sopra Arie communi, e nuove date 
in luce per tratteuimento spirituale d'ogni 
persona. Milano 1G57 Carlo Francesco 
Kolla. 4". Part. [Glasgow. Brüssel. 
(Ist eine späte Auflage, früher sind einige 
Laudi). 

Neriui, Pietro, 

bekannt durch ein Concei-to per Vio- 
line e stromenti [Musikfr.Wien]. Lebens- 
zeit unbekannt. 

Neriiiis, Sigero de (Merinis, 
de Xerem), von 1457 — 1461 päpstL 
Sänger (Viertelj. 3, 227). 

Neriti da Said (Nerito, ohne 
da Salö), Viiiceiizo, 1593 Musico 
e cappellano Sr. Maj. Rudolfe IL 
und 1595 Maestro di capella nella 
chiesa maggiore di Salö bis 1599. 
Auf den 1593 erschienenen Mag- 
nificat liest man noch Capellanus 
et Sacellanus im Karmeliterkloster 
zu Mantua und Ksl. Musicus. So 
weit reichen die Nachrichten über 
ihn durch die Titel seiner Werke 
bekannt gemacht. Er gab heraus: 

Magnificat VIII, primi chori per omnes 
tonos 4 vocibus decant. Ven. 1593. 
4 Stb. 4", dabei ein Magnif. von Phil. 
Schöndorff. [B. K. In Hofb. Wien Ms. 
19427 ein Magnif. im Cliorb. des 17. Jhs. 

Canzonette a 4 voci di . . . Lib. 1. 
Ven. 1593 Gard. 4 Stb. 4«^. 21 Gesg. 
[B. K. Hofb. AVien : C. A. 

... II 2. Hb. di Canzonette ä 4 voci. 
Con 2 ä Otto nel fine . . . Ven. 1595 
Gard. 4 Stb. 4". Dedic. gez. in Salö. 
18 Ganz. [B. K. Bologna: B. 

... II 3. lib. di Canz. ä 4 voci. Con 
uu Dialogo ä 7, et una ;i 8 nel fine . . . 
Ven. 1599 Gard. 4 Stb. 4«. 20 Canz. 
[B.K: C B. Hofb. Wien: C. A. 

In alten Samlwk. 5 Gesge. (Eitner 1). 
Aufserdem noch in Commer's Musica sacra 
PW. 20, 2 Magnificat 2. toui 4 voc. 

Im Ms. T 119 in B. B. einige Gesge. 
in P. — In Rude's Lautenb. Im Ms. 
B. Br. 1 Magnificat 2. toni. 



Nerlioger. 



174 



Nesbet. 



Ncrling'cr (Nördlinger), Wenzel, 
war von 1779—1819 Musikdirektor 
am Hofe zu Donauescliingen (M. 
f. M. 31, 28). 

Neriiet,Fraii(jois-Jehaii, Sänger 
a/d. Kapelle Louis XL von Frank- 
reich. Rechnung vom 1/10 1480 
bis 31/9 1483 (Thoinan 69). 

Neron, . . . ein französischer 
Komponist, der nach (jerber 2 vor 
1730 starb, ist durch 3 Kantaten 
bekannt, die in Boivin's Kat. für 
1829 p. 10 angezeigt sind. Eine 
davon besitzt die B. M: 

Les clianues de la voix. 2. Cautate ä 
voix seulle et siiiii)lioDie. Paris l'auteur 
1717 et Foucault. fol. 16 S. im Stich, 
[auch iu Paris Nat. 

Le paj)illon, cantatillc. Paris 1716 
grave. | Paris Nat. 

Im Coiis. Paris auch 2 Cautaten, die 
der Kat. nicht näher bez. 

Nerucla, Johann Baptist (Für- 
stenau 1, 140 u. 153 nennt ihn 
Joh. Georg, andere, auch Dlabacz, 
Joh. Bapt. Georg, in seinen Drucken 
nur wie oben angezeigt). Geb. zu 
Rossicz in Böhmen, lebte dann in 
Prag, bildete sich zum Violinisten 
aus und kam von da 1750 als 
Violinist an die kurf. Kapelle in 
Dresden, wo er um 1780, 73 Jahr 
alt, starb, nachdem er 1772 wegen 
Alters pensioniert ward. Seine 
Söhne Luduig und Anton traten 
in des Vaters Fufstapfen. Ludwig 
wurde 1764 mit 120 Thlr. Gehalt 
kurf. Kammermusikus (Dlabacz. 
Fürstenau 1, 156). Johann Baptist 
soll eine Unmasse Sinfonien, Vio- 
linkonzerte, Trios u. a. geschrieben 



haben, von denen nur 



Weniges 



heute noch nachweisbar ist: 

1 Salve regina a 2 (Sopr. Alt) c. ström. 
Ms. 272 in P. [Dresd. Mus. und kath. 
Kirche. 

Les Troqueurs, Opera. Ms. B. Upsala, 
nur vorhanden 1 Oboe, 2 Fi. 2 Cor. 

4 Sinfonien zu 4 — 6 Instrum. Ms. Fol., 
ohne Vornamen. [Upsala. 



Sinfonie in Dd. für 2 V. Va. Vcl. B. 
u. 2 Hörn. Ms. Stb. [Bmssel Cons. 

2 Sinfonien in Dd. u. Gd., mit Neruta 
gez. 1. f. 2 V. Va. u. ß. 2. für 2 Ob. 
2 V. Va. u. B. Ms. in Stb. [B. Kgsbg. 

Balli per Vanno 1754. Ms. [B. Lpz., 
ohne Vornamen. 

2 Quintette in Bd. f. Streichinstr. Ms. 
Stb. [B. Kgsbg. Va. zu Nr. 1 defect. 

Piece Steyrisch: Dd. con 2 Corni, 2 Fl. 
2 V. Violetta e B. Ms. Stb. [Schwerin F. 

6 Sonate ä 3 (2 V. e B.). Lips., Breitk. 
e figlio 1764. 3 Stb. [B. B. Dresd. Mus. 
Auch im Ms. 16050 iu K. in B. B. in Stb. 

Ms. 16049 iuK. Sonata aViola d'amour, 
V. 6 Fl. B. 3 Stb. [B. B. 

Nerra, . . . 1447 Tenorist am 
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 236). 

Nervi d Orfeo, 1605 a Samlwk., 
siehe GrraswinkeL 

Nervins, RP. Leonardus, ordin. 
Cappucin. S. Francisci (die Ver- 
mutung Straeten's 1, 125, dass er 
zu St. Martin in Tournai lebte, 
scheint mir etwas weit hergeholt 
und fohlt an Beweisen). Man 
kennt bis jetzt folgende Werke 
von ihm: 

1618. Missae decem 4, 5, 6 et 7 voc. 
0. B. pro organo. Antv. 1618 Phalosius. 
40. 9 Messen. 6 Stb. [Brüssel: 5a. 
Musikfr.Wien fohlt A. br. Mus: A. T. 6a. 

1623. Cantiones sacrae cum litt. 8 voc. 
Antv. 1623 Phalesius. [B. B: C2. B. 1. 
iu 4". 

1624. Magnificat super 8 consuetos 
tonos, una cum aliquot raotettis et lit- 
taniis ... 8 voc. Antv., Phalesius. 4". 
Tenor 29 S. [Straeten 1, 121 mit Reg. 

1624. Missae sacrae 8 voc. quibus 
adiecta sunt aliquot Mototta, c. Litauiis, 
c. Bc. ib. 40. Bassus 44 S. In der 
Ded. nennt ihn Phalese: Leonardus Capu- 
cinus. Straeten 1, 122 das Reg. [Bibl. 
Ferd. vander Haeghen in Gent. 

1628. Fasciculus cantionum sacr. 4, 

5 et 6 V., additis Litaniis Lauretanis 4 & 

6 voc. c. Bg. ib. Bassus in 4». 74 S. 
Straeten das Reg. [ebendort und im 
br. Mus: A. T. 6a. 

Nesbet, ... ein englischer Kom- 
ponist des 15. Jhs., 

der in Pepysian Ms. 1236, Magdalen 
College zu Cambridge mit einem Gesänge 
vertreten ist. 



Nesenus. 



175 



Neth. Johann Martin. 



Neseiius, Jolianii, aus Bergen 
in Norwegen, war um 1594 ,,artium 
Studiosus'' und scheint in Helm- 
staedt zu leben und um 1598 
Kantor (Musicus) am Pädagogium 
zu Göttingen (Titel). Man kennt 

von ihm: 

Solemnitati uuptiarum . . Christophori 
Spoi'lerie . . Einibeccae celebratarum, haec 
canebat IV. vocibus. . . 1 Bl. gr. f ol. Text: 
Gott der Herr sprach. Am Ende: Helmae- 
stadii excud. Jac. Lucius, An. 1594. [B. Br. 

Lieb gärtlein, Darinnen etzlicheTeutsche, 
Liebliche, vnd höfliche Liedlein zu finden, 
welche nach art der welschen villanellen, 
in vier Stimmen (beneben einem Baar- 
liedlein mit 5. vnd einem anderen ofzuge 
mit 8. Stimmen) artlich, auch nach aller- 
ley Instrimient, gesetzet, Durch . . . Mul- 
husii 1598 Andr. Hantzsch. 4 Stb. qu40, 
dem Eat vou Hannover gew. Vorrede 
von Samuel Sceruicovius. Courector in 



Göttingen. 10 Lieder 8 zu 4, 1 



zu 5, 



1 zu 8 Stirn. [B.Hbg. 

Ms. T168, B. B. von letzterem Werk 
die Part., sowie im Besitze Dr. E. Bohn's 
in Breslau. 

Ms. B 1266 Dresd. ein Tonsatz. 

Ms. B. ßr: Gott der Herr sprach. 

Neser, Johann, geb. in Winds- 
bach in Mittelfranken bei Heils- 
bronn, Sängerknabe in der Ka- 
pelle des Markgrafen Georg Fried- 
rich von Ansbach, besuchte auf 
Kosten desselben die Universität 
Wittenberg (1581) und wurde dar- 
auf (1596) Schulkollege u. Kantor 
am Gymnasium zu Heilsbronn in 
Mittelfranken. Letzter bekannter 
Druck von 1620 (AUg. d. Biogr. 
mit obigen Verbesserungen nach den 
Titeln). Von seinen Werken sind 

bekannt : 

Epithiüamia in honorem ornatissinii 
viri. . . Hierouymi Hippolyti Hildesheim, 
Custrinensis, &. . . virginis Catharinae . . . 
Bugeuhag'ii ... 5 & 8 vocib. Ab Amicis. 
Witeberg. 1581 Matth. Welack. 4 Stbll. 
„0 crudelis amor Phaebique o numina 
vana", von Job. Neser W. Ein 2ter 
Tonsatz zu 5 Stbll. ist von Joh. Wesalms. 
[B. L. 

Cantiones quatuor: quarum I. olim 
modulata uuptijs VII. idüs Sept. Anno 
1584 celebratis, CL. V. Weuceslai Gurck- 



feldein . . Gymnasii apud Heilesbronenses 
praecipui collegae : reli(iuae nuperrime 
XXV. Maji, Ao. 1596. Friederici Taub- 
manni, Prof. in Witeberg., (juondam illius 
discipiüi, Autore . . . nobilis Heilsbron- 
nensiiun Musicae Magistro. Witebg. 1596 
Welaciana. 7 Stb. 4" mit mehreren Ge- 
dichten u. 4 Gesäugen bis 8 Stirn. [B. Br. 
fehlt 7 a resp. 2. Alt. 

Hymni sacri in usum ludi illustiis ad 
Fontes Salutaris: melodiis et numeris mu- 
sicis compositi et collecti. Hofii-Varis- 
corum 1619 Matth. Pfeilschmid. P. zu 
4 — 5 St. in kl. 8". 32 Nrn. [Hofb. 
Wien. 

Hymni sacri in usum ludi illustris ad 
fontes salutares . . . Noribergae 1620 J. 
Fr. Sartorius. 1 vol. in 8". 13\', Bg. 
mit 46 lat. u. deutschen mehrst. Gesgen. 
in Part. [B. Zw.], ob dies ein neues Werk 
oder nur ein anderer Druck des vorher- 
gehenden ist und zwar ein bis 46 Nrn. 
vermehrter, bedarf der Untersuchung. 

Der Kat. der Natioualbibl. in Paris 
zeigt einen Druck von 1681 von einem 
Johann Neser an, der von Fetis ohne 
Bedenken als 2te Ausgabe des Druckes 
von 1619 angesehen wird. Mir wurden 
nur wenige Worte des Titels nebst der 
Jahreszahl mitgeteilt, doch stimmen sie 
genau mit Fetis überein. Er schreibt: 
Ilymnos sacros selectiores et cantileuas 
nonnullas quas vocant gregorianas, quibus 
in fine adjuncta succincta eoque genuina 
iustitutio ad musicis et numerorum vul- 
gariuni scientiam in usum scholae, Culm- 
barensis edit. Wolfgang Erdmann Beyer. 
Norimbergae 1681 Joh. Jonas Folserkering. 
8<*. W. E. Beyer gab sie für die Schule 
in Kubnbach heraus. Ich möchte doch 
sehr daran zweifeln, dass die Gesänge 
von dem obigen Neser herrühren. 

Nestricli, ... um 1780 Musik- 
direktor an der Neuhausischon 
Truppe in Hanau (Reichard's 
Gothaer Kalender 1781). 

Neth, . . . Hofrat, 

die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
von ihm eine Sinfonie in Gd. für 2 V. 
Va. 2 Ob. 2 Hörn. u. B. in Stb. Lebens- 
zeit wohl Ende des 18. Jhs. 

Neth, Johann Martin, ein 

blinder Virtuose auf allerlei In- 
strumenten, geb. um 1683 zu Itzhoe 
in Holstein, gest. 1736 ebd., wo 
er seit 1713 Organist war (Matthe- 
son 1, 295. Gerber 1). 



Netlet 



176 



Neubauer, Frauz Christoph. 



Netlet, siehe Ouitlet. 

Netti, Griovaniii Cesarc, ein 

niri^ends erwähnter italienischer 
Opernkomponist des 17. Jhs. (vor- 
ausgesetzt, dass der Name richtig 
gelesen ist), von dem das Archiv 
des Conserv. Turch. zn Neapel eine 
Oper im Ms. P. ohne Titel besitzt. 

Neubauer (aucii Neubanr und 
Neupauer), Franz Christoph, auf 

seinen Drucken meistens nur Frmu 
genannt, in Katalogen auch für 
Christoph Christian geschrieben, 
geb. zu Horzin in Böhmen (nach 
Dlabacz, der ihn aber F. R. mit 
Vornamen bez.), wurde vom Schul- 
rektor in Musik und Wissenschaft 
erzogen, lebte dann einige Zeit in 
Prag, dann in Wien, wo er sich als 
Violinist auszeichnete und in Ver- 
bindung mit Wiener Musikern trat. 
Schrieb daselbst auch eine Oper 
für Schikanoder, reiste dann als 
Virtuose und führte ein bewegtes 
Leben. Zeitweise blieb er kurze 
Zeit an deutschen Höfen hängen, 
bis er endlich in Bückeburg Kon- 
zertmeister wurde und noch in 
jungen Jahren am 11. Okt. 1795 
sein Leben beschloss (Lpz. Ztg. 2, 
222, Biogr. im 6. Bde. Gerber 1. 
2. Fotis. Allg. d. Biogr.). Er war 
ein begabter aber unsteter Mann, 
der mehr leisten konnte, wenn er 
mehr innere Sammlung besessen 
hätte. Von seinen vielen Kompo- 
sitionen die Gerber 2 u. Dlabacz 
anführen sind nachweisbar: 

Unter Neubauer eiue Missa iu G. Ms. 
fol. [Einsiedehi. 

Cantate „Der Herr ist würdig Preis 
und Ehre zu nehmen." P. Ms. — Die 
Fürsteugi-uft von Herrn Schuhart, in die 
Musik gesetzt von Hr. Neupauer. Ms. P. 
[B. B., beide nur mit Neubauer (Neu- 
pauer) gez. 

Hymne auf die Natur. Cantate in 2 
Abthlg. für Soli, Chor u. Orch. P. u. Stb. 
Züricii 1787. Cramer 3, L'71 tadelt sie 
scharf. [Musikfr. Wien. Darmst. 



Fernando und Yariko, Schausp. mit 
Gesang in 3 Akten von Karl von Ekharts- 
hausen. Züricb 1788 Orell, (icssner, 
Fuessli & Co. Part. 12 und 140 Seit. 
|B. M. Musikfr.Wien. Darmst. Im Ms. 
München Oper. br. Mus. im Druck. 

Gesänge mit Begltg. des Clav. Zürich 
(1788) Orell, Gefsner, Fuefsli & Co. 13 
Nrn. [Darmst. ß. Lpz. Stadtb. Augsbg: 
Zürich, Nägeli. 

3 Sinfonien in Stb., gedr. in Paris chez 
Imbault. [Brüss. Cons. 

3 Sinfonien, gedr. bei Andre in Offen- 
bach. [Brüss. Cons. 

Sinfonie ä grand orchestre , oe. 1. 
Offenb., Andre. Stb. [Paris Nat. 

Sinfonie a gr. orch. B. op. 8 Liefg. 

1 u. 3. Stb. Mainz, Scbott. [Lübeck. 

2 Symphonies p6ri()dii|ues a plusieurs 
instrum. Paris, Imbault. Stb. [Paris Nat. 

Grande Sinfonie militaire p. le Pfte., 
tiree . . . d'un oeuvre ä gr. Orch., du 
meme nom de Mr. F. Neubauer par G. 
M. J. ... 1810. Ms. [B.B. 

La Bataillc (Bat. de Martinestie oder 
Coburg's Sieg genannt) Sinfonie p. Orch., 
oe. 11. 2. cdit. Offenb., Andre. Stb. 
[Darmst., dort auch die P. scheinbar im 
Autogr. und ein Kl.-Auszg. vom Verfasser 
in Heilbronn. In B. B. ein anderer Kl.- 
Auszg. im Ms. Lübeck im Druck. 

Darmst. in Mss: Coburgs Sieg. P. — 
4 Harmonienuisiken von 1791. P. u. Stb. 
— Parthia in B. p. Fl. obl. Ob. obl. 2 
Clarinetti, 2 Cor. 2 Fag. et Violone 1791. 
Stb. — Sinfonia I. Stb. 

4 Ouatuor, pour 2 V. Va. et Vcl. oe. 
6. Offenb., Andre. 4 Stb. [B. B. B. M. 

Trio pour le Clavecin avec acc. de V. 
& Vcl. op. 20. Bronsvic, Magasiu. 3 
Stb. [B. Wagener. 

Quatre Duos pour V. et Va. Offenb., 
Andre. [Mailand Cons. 

8 Sonate per V. e Va. Ms. [Mail. Cons. 

3 Senates p. V. solo av. Face, d'un 
Alto. Oeuv. 13. Augsbg., Gombart. 2 
Stb. [Paris Nat. Leo Liepm. 

Trois Duos p. le V. et Vcl. op. 9. 
Offenb., Andre. 2 Stb. [B. Wagener. 
Musikfr. Wien. 

3 Duos p. le V. et Vcl. et 3 Duos p. 

2 Vcl. op. 10. [Musikfr. Wien. 

3 Duos concertants pour V. & Alte 
composees par Franrois Neubaur. Oe. 10. 
Augsbg. Gombart & Co. 2 Stb. fol. [B. B. 

3 Duos p. 2 V. op. 14. Liv. 2 Nr. 
4—6. Mainz, Schott. [Lübek. 

18 Variations p. V. [Paris Nat. 

Im Bossler unter Neubauer und F. 
Neubaur in den Samlwken. 11 und 15. 



Neubauer. Johann. 



177 



Neufville, Jean -Jacques de. 



Unter Fmnx. Neubaur befinden sich 
in der B. B. noch 

Duo p. le V. & Vd. Oeuvre posth. 
Boun, Sinirock. 2 Stb. 

und in B. M. im Ms. unter denselben 
Namen: 1. Missa in ß. pro Dominica per 
Coutrapunto 4 voc. c. organo 1786. P. 
2. 3 Missae ebenso. 3. 1 Messe zu 4 
Stim. und Ürch. in U Stb. 

Unter Neubaur^ olrne Vornamen, im 
Ms. in B. M: 2 Serenates ä 2 V., 2 Viele, 
2 Canti c. B. 8 Stb. Fraglich ob sie 
dem obigen angehören. 

Forkel 4, 85 meint jedenfalls den 
obigen, den er 1787 als in Zürich lebend 
verz., ihn aber Friedrich Christian Neu- 
bauer nennt. Man sieht, die Anfangs- 
buchstaben obiger Vornamen sind die- 
selben. 1787 erschien seine Hymne in 
Zürich. Siehe oben. 

In St. Einsiedeln eine theoretische 
Abhandig. im Ms., betitelt: Eine Erleichte- 
rung zu der musikalischen Composition. 
Aufgesetzt 1783. Enthält die Erfindung 
und Verbindung der Töne. Scheint Au- 
togr. zu sein. 

Neubauer, Johaun, lebte um 
1649 in Kassel. Die Landesbibl. 
daselbst besitzt von ihm im Ms. 

in 5 Stb: 

Neue Pavanen, Galliarden, Balletten, 
Couranten, Allenianden und Sarabanden 
mit 4 und ,ö Stim. mit Bc. Dem Land- 
grafen Wilhelm von Kassel am 0. Aug. 
1649 gewidmet. 

In der Stadtb. Danzig, Ms. Mus. q89, 
6 Stb. kl. qu40 starke Bände, scheinbar 
Ende des 16. oder Anfg. des 17. Jhs. ge- 
schrieben, enth. als Nr. 1 : J. Neubauer: 
Missa super Adorna Thalamum 6 voc. 
Ob dies der obige ist wage ich nicht zu 
behaupten. 

Neubauer (Neupauei), Jolianu 
Franz, Organist a/d. Hofkapelle 
in Wien mit 720 Gld. vom 1. Juli 
1713 bis t 1. Okt. 1732, 63 Jahr 
alt. Nach Köchel 1, 111 war er 
um 1669 geb. und kam um 1711 
mit Kaiser Karl VI. aus Barcel- 
lona nach Wien. 

Neubauer, Moritz, wird am 
1. Nov. 1638 Kammermusiker und 
Dulcianist an der Hofkapolle zu 
Berlin, 1643 noch zum Kammer- 
diener ernannt, starb 1666 als 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikou. Bd. 7. 



Kammerrat in Kolberg (Schneider 
40. 41). 
Neubaur, Johann, 

gab 1791 bei Bossler 6 Quartette für 
Flöte, V. Va. u. B. heraus (Gerber 1). 

Neudecker, Karl, um 1756 
Organist im Hradisch, Kloster in 
Olmütz (Marpurg 3, 67). 

Neuf basses dances, s. Attaing- 
nant 1530. 

Neuif (Neufe), Aug'ustin, zu 
Grätz geb., Schüler von Quantz, 
von 1754—1792 Flötist und Kgl. 
Kammermusikus a/d. Opernkapelle 
zu Berlin. Dulon lernte ihn in 
Potsdam kennen, er nennt ihn 
Neif^ und sagt von ihm, dass er 
nur wenig leiste, sehr eingebildet 
und grolsmäulig sei (Marpurg 1, 78). 

Neufville-de-Brunaubois-Mon- 
tador, Le Chevalier Jean-Florent- 
Joseph de, ein Kapitän einer 
Kompagnie invalider Unteroffiziere 
zu Lorient, geb. um 1707 zu 
Sangaste bei Calais, gab heraus: 

Lettre au sujet de la rentree de la 
demoiselle le Maure ä l'Opera. Biiixelles 
1740. l'JO (nach Fetis). 

Ncufvüle, Jean de, ein Trou- 
badour des 12. u. 13. Jhs. (Cousse- 
maker 5, 191). 

Im br. Mus., Ms. 122, Codex des 13. 
Jhs. (Egerton Mss. 274) fol. 102 v. die 
Chanson ,,Desore mais est". 

Neufville, Jean -Jacques de, 

geb. 5. Okt. 1684 zu Nürnberg, 
gest. 4. Aug. 1712 ebd. Schüler 
von Pachelbel, ging 1707 nach 
Italien, gab in Venedig eins seiner 
Werke heraus und kehrte im April 
1709 in seine Vaterstadt zurück, 
wo er zum Organisten ernannt 
wurde (Fetis. Gerber 2 unter 
Deueufville). Beide führen eine 
Reihe geistliche Kompositionen an, 
doch fand ich nur folgendes Werk 
von ihm: 

Sex Melea s. Ariae cum variationibus 
Organum pneumaticum musicum, Autore 
Johanne Jacobe de Neufville. s. 1. et a. 

12 



Neuhaus. 



178 



Neukäufler. 



1 vol. fol. 2 Bll. Dedic. u. 26 S. Orgel- 
stücke im Stich, bestend aus 5 Arien mit 
Variat. und 1 Ciaconna. Die Dedic. ist 
am 3. Febr. 1708 in Venedig unterz. 
[Berlin Kircheninstitut. 

Neuhaus, Johann, um 1601 

Kautor in Freiberg i/S., erhält in 
obigem Jahre für eingereichte Kom- 
positionen vom Kurfürsten von 
Sachsen 10 Thir. Gratifikation (M. 
f. M. 24, 13). 

Neuhausen, . . . bekannt durch 

Erster Theil <ieistlicher Conceiien mit 

1. 2. 3 und 4 Simmen nebenst dem Basso 
cont. Lübeck 1(548. fol. [B. D. 30 fol: 

2. u. 3. voce vorliandeu. 

Neuhauser, Leopold, ein In- 

strumcntalkomponist des 18. bis 
19. Jhs. zu Wien, von dem Ger- 
ber 2 allerlei Kompositionen ver- 
zeichnet. 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt: 
6 Variations ;i Guitarre et Violon. op. 2. 

Neuhauser (Newhauser), Wal- 
thin, Kopist (Ingrossist) der Kan- 
toreibücher für die herzogl. Ka- 
pelle in München; angenommen 
am 20/7 1588 mit vierteljährl. 16 
Gld., st. im Okt. 1591 (Kreisarchiv). 
Der hds. Katalog der B. M. nennt 
ihn mit Vornamen Valentin, siehe 
Kat. Nr. 24. 

Neuhoffer, Johannes, war 1550 
Kautor a/d. Domkirche, der frühe- 
ren St. Bartholomaeuskirche zu 
Frankfurt a/M. (M. f. M. 23, 184). 

Neuinger, Kaspar; nach Sta- 
den's Ausgabe der Kirchengesäuge 
von Hassler r637 Organist an St. 
Egidien in Nürnberg. 

Neujahrshlätter der Musikge- 
sellschaft 

auf der deutschen Schule in Ziüich. 
1713—1812 in 4 vol. 4». [B. Nürnbg. 
B.M. 

Neujalirsgeschcnke, Musikalische, ab 
dem Musiksaal an die Zürichersche Jugend. 
Zürich 1778—1812 in 3 voll, in fol. und 
in 4''. Angehängt Abbildungen von Zü- 
richer Gegenden, 6 Stück in 1784 bis 
1789. Enthält Biographieu, Urteile, auch 
Musikbeilagen. [B. Nürnbg. 



Die B. B. besitzt dieselben von 1G8.5 
bis 1812 mit öfter wechselndem Titel. 
Der älteste heilst: Musical. Neujahrs-Ge- 
schenk einer tugendliebenden Jugend in 
Zürich. Von der Gesellschaft der Vocal- 
u. Instrumental-Music ab dem Music-Sal. 
4 voll, in 4". Dann noch im 1. Bd. von 
1772—82. 40. — Im St. Einsiedeln von 
170.5—1777. 1780-1804 nebst mehreren 
anderen Ausgaben der Musikgesellschaft. 
— In B. Dresden die Jahrgänge 1 — 10. 
18—35, 28 Hefte aus den Jahren 1813 
bis 22. 1830-47, in 4°. 

Neu-Jahrs-Ocdiclite, Musicalische, der 
Jugend in Zürich. 1716—1777. Von 
der Gesellschaft der Vocal- und Instru- 
mental-Music, ab deui Music-Sal daselbst 
zum anderen mahl aufgelegt . . Alles was 
irrdiscli muss endlich vergehen etc. 4''. 
G08 S. 93 Nrn. mehrstim. Gesänge und 
Anhang, [besafs einst Dr. Lindier in 
Berlin. Im Stifte Einsiedeln in 2. Aufl. 
von 1685—1734. 4" und 1713—1779. 

In der Bibl. Scliletterer s fand ich ein 
E.vemplar von 1685 — 1875. Der älteste 
Titel lautet: 

Musikalische Neu - Jahrs - Geschenke: 
<iott zu Fhron, und zu vermehning der 
Freuden in Gott einer Ehr-, Kunst- und 
Tugendliebenden Jugend in Züiich. Von 
der Gesellschaft der Vocal- und Instru- 
mental-Music, ab dem Music-Sal daselbst 
Verehrt. Vignette. Alles was irdisch muss 
endlich vergehn MÜSICA bleibet in ewig- 
keit Vstehu. 16S5. 4». Von 1778—89 
in qufol., von 1790 bis zur Neuzeit in 
4*^. Enthält Biograph., Musikbeilag., Ab- 
bildungen u. Gedichte. Jeder Jahrg. nur 
1 Bogen und 1 Porträt stark. Von 1813 
ab vereinigten sich beide Züricher Musik- 
gesellschaften und heifst nun der Titel: 
Neujahrstück der allgemeinen Musikge- 
sellschaft. Von 1825 ist er 16 Seiten 
stark. Von 1830 ab findet man Biogr. 
von Jos. Haydn, Mozart, Beethoven mit 
Portr. und 1839 die von Seb. Bach nebst 
Stammbaum. Uebrigeus wechseln die Titel 
noch mehrfach. Von 1799 ab ist David 
Bürkli als Verleger gez. und seit 1842: 
Orell, Füfsli & Co. Nach einem Berichte 
in 1857 p. 7 wurden die Neujahrsge- 
schenke 1586 gegründet und das 1. Stück 
in 200 Exemplaren gedruckt. Nach weite- 
ren Berichten ergiebt sich aber, dass es 
statt 1586 1686 heilsen soll. Kompo- 
nisten der Musikbeilageu werden erst in 
1857 genannt. 

Neukäufler, F..., ein bisher 
unerwähnter Komponist, der nach 



Neukomm. 



179 



Keukomm. 



der Lpz. Ztg. 1821 in Darrastadt 
lebte, auch eine Zeitlang Bassist 
in Meiningen war, dann sich als 
Miisikleln'er wieder in Darmstadt 
uiederliefs, Musikdirektor am The- 
ater u. auch Direktor des Mozart- 
vereins wurde. Die letzte Nach- 
richt stammt aus dem Jahre 1843. 
Er muss vor 1780 geb. sein, denn 
seine Lieder zeigen Dichter aus 
der Mitte des 18. Jhs. an. Be- 
kannt ist von ihm: 

Schmauchlied von Blumnauer. Bonn, 
Sinirock. [Darinst. wie alle folgenden: 

Die Tabackpfeife von Pfeffel. Ib. 

Jäger-Chor. Stb. Ms. 

Quartett auf das "Wohl des s. e. M. 
von St. Nebel. Mainz. 

Quartett zum Fest Johann des Evange- 
listen mit 4 Hörnern. Mainz. Stij. 

Sechs Märsche f. Militair Musik. Ms. P. 

Dreimal 12 Variationen f. Pfte. Mainz 
und Bonn. 

3 Hefte "Walzer f. Pfte. Mainz. 

Neukomm, Siegmuiid (von), 
geb. 10. Juli 1778 zu Salzburg, 
gest. 3. April 1858 zu Paris. Einer 
der wenigen Sterbliclien denen 
das Glück fast nie untreu wurde, 
der als Komponist gefeiert, ge- 
sucht und vergöttert, und dasselbe 
nicht durch ein hoclibegabtes Genie 
erreichte, sondern durch seine Per- 
sönlichkeit und durch eine ge- 
schickte Berechnung dem jeweili- 
gen Geschmacke des Publikums 
zu huldigen. Der Vater, Lehrer 
an der Centi'al-ISrormalschule in 
Salzburg, sorgte für eine gute 
wissenschaftliche Erziehung (von 
1788 — 1793 war er Sängerknabe 
am Dome in Salzburg, nach Pere- 
grinus 121). Als das Musiktalent 
des Sohnes hervortrat, liefs er dies 
durch die besten Lehrer ausbilden. 
Der Organist "Weissauer u. Michael 
Haydn w^aren seine Lehrer; dabei 
besuchte er die Universität und 
hörte Philosophie und Mathematik. 
Seine Vorliebe fürs Insti'umenten- 



spiel war so grofs, dass er sich 
fast auf jedem Instrumente einige 
Fertigkeit erwarb, ohne aber einem 
den Vorzug zu geben und es bis 
zur Virtuosität zu bringen. 1798 
ging er nach Wien und fand in 
Jos. Haydn's Hause die beste Auf- 
nahme, so dass er mehr als Sohn, 
denn als Schüler dort verkehrte. 
Als Haydn 1809 starb, übte Wien 
auf ihn keine Anziehungskraft 
mehr aus und da er kurz vorher 
zum ersten Male öffentlich als 
Komponist aufgetreten war u. sich 
mit einem Male zum berühmten 
Manne emporgehoben sah, den 
auswärtige Vereine und Akademien 
mit Ehrendiplomen und anderen 
Auszeichnungen überhäuften (so 
Stockholm und Petersburg), so 
wendete er sich zuerst nach Peters- 
burg, um seine Werke dort per- 
sönlich einzuführen; von da ging 
er nach Moskau, dann nach Paris, 
London und so fort, überall mit 
Enthusiasmus aufgenommen und 
gefeiert und da er ein Schnell- 
schreiber ohne Gleichen war, so 
konnte er stets mit etwas ganz 
Neuem dienen. In Paris fand er in 
dem Hause des allvermögenden 
Talleyrand eine vorzügliche Auf- 
nahme, so dass er zeitweise Haus- 
genosse desselben war. Fand 
Talleyrand es gut für eine Zeit 
von der Bildfläche zu verschwinden, 
so verschaffte er gewiss seinem 
Günstlinge Gelegenheit sich anders- 
wo zu amüsieren. So 1816 als 
Kapellmeister in Brasilien. Auch 
verschaffte er ihm den Orden der 
Ehrenlegion und sogar das Adels- 
diplom. 1826 durchreiste er Italien, 
1827 Belgien und Holland und 
1830 begleitete er Talleyrand auf 
einer Gesandtschaftsreise nach Eng- 
land, wo er die enthusiastischste 
Aufnahme fand. — Mendelssohn 

12* 



Neukomm. 



180 



Neukomm. 



schreibt in seinen Briefen: Man 
hob ihn in den Himmel, stellte 
ihn über alle Komponisten und 
applaudierte ihm auf allen Schritten 
und Tritten. Von da ab besuchte 
er England bis ins Jahr 1837 all- 
jährlich zur Saison. 1842 diri- 
gierte er das Mozartfest in Salz- 
burg. Ein Aiigeuübel bedrohte 
ihn mit gänzlicher Erblindung, 
doch eine glückliche Operation gab 
ihn seinem früheren Reiseleben 
zurück. 1849 ist er in München, 
1851 in London als Preisrichter 
bei der Weltausstellung. 1856 
geht er nach dem Orient, kehrt 
aber, wie Fetis berichtet, auffallend 
hinfällig zurück und bald darauf, 
fast 80 Jahr alt, trat er die grofse 
Reise an, von der niemand mehr 
zurückkehrt. Man rechnet ihm 
über 1000 Kompositionen nach, 
darunter Opern, Oratorien, Messen, 
Kantaten , Psalmen und andere 
Kirchenstücke, femer Sinfonien, 
Kammermusik aller Gattung bis 
herab zum kleinen Klavierstücke. 
(Esquisses biographiques de S. N., 
ecrites par lui meme. Paris 1859 
Mourgues. 8". 30 S. Schilling. 

— Bock 1869, 157 von Alberti. 

— Vielfache Urteile in Leipz. 
Ztg., siehe Reg. — Rochlitz 3, 
142 Urteil über das Oratorium 
Christi Grablegung, was er preist 
wie ein bedeutendes Meisterwerk. 
Siehe auch meine Biogr. in der 
A. d. Biogr. Sein Porträt in Schott's 
Cäciha Bd. 15). 

Verx. seitler geistlichen Kompositionen: 

Christi Aufei-stehuog. Oratorium. Kl.- 
Ausz. Mainz. Schott. 61 Seit. [B. B. 
Hofb. "Wien. Eiusiedelu. 

Christi Grablegung. Oratorium aus 
Klopstocks Messias. Part. op. 49. Lpz. 
Br. & H. 127 S. [Hofb. Wien. B. Wa- 
gener. Musikfr. Wien. 

— Kl.-A. ib. c. 1827. qufol. [Schwe- 
rin. Lübeck. 



— K1.-A. Mainz, Schott. [B. B. Glas- 
gow. Kremsmünster. 

Christi Himmelfahrt. Oratorium. KL- 
Ausz. Mainz , Schott. 84 Seit. [B. B. 
Hofb. Wien. Glasgow. 

David, Oratorium in 2 Abthlg. von 
Joh. Webbe : P. u. Stb. [Musikfr. Wien. 
Glasgow. 

Das Gesetz des alten Bundes. Ora- 
torium. Part. fol. 162 u. 114 S. [be- 
safs einst in Kopie Prof. Frz. Commer 
in Berlin. 

Die zehn Gebote, Oratorium. P. und 
Stb. im Ms. [Berlin Singak. 

Mount Sinai, or tlie ten command- 
ments. An Oratorio. Lond. gr. fol. [Glas- 
gow, P. u. St. 

Der Ostermorgen, Cantate von Tiedge. 
Part. Autogr. 148 Seit. [B. Wagener. 
Musikfr. Wien P. Ms. 

— Der Ostermorgen von Tiedge. Can- 
tate für 3 Solostim. u. Chor mit Pfte. . . 
Lpz. , Br. & H. P. u. St. [Schwerin F. 
B. M. Beriiri Singak. B. ß. Amst. 
Einsiedeln. Brüssel Cons. 

— Kl.-A. u. Stim. [Elbing Nr. 93. 
Pfiugstfeier, Cantate a 4, Kl.-Au.sz, 

Bonn, Simrock. [Berlin Singak. B. Lpz. 
B. B. 

Cantate: Lobet den Herrn, für 3 stim. 
Männerchor mit Orch. P. u. Kl. -Ausz. 
[Musikfr. Wien. 

3 Cantates 1. Espoir en Dieu. 2. Ode 
sur le jugement dernier. 3. Dieu des- 
cend. Paris, Nicou-Choron & Canaux. P. 
[B. B. 

Mss. autogr. B. B: 

1. Messe ä 4 p. av. orch. Paris 4/8 
1813. P. 193 S. 

2. Missa solemnis Gd. 4 St. u. Orch. 
Rio de Janeiro 6/11 1817. P. 32.5 S. 

Missa pro defunctis manibus parentum 
praeceptorumque suonim Mich, et Jos. 
Haydn nee non F. X. Weissauer. . . Lps., 
Peters. P. fol. [B. Kgsbg. dazu 13 S. 
P. Vor- und Zwischenspiele nebst einem 
Trauermarsch für die Weidingersche In- 
ventions-Trompete, 4 Homer und 3 Po- 
saunen. Dresden ebenso. Glasgow 
ebenso. B. M. ebenso. Hofb. Wien Ms. 
15 750. 

Missa pro defunctis. Mainz, Schott. 
P. [Darmst. 

op. 50. Messe de Requiem ä 3 part. 
en Choeur avec acc. de grand Orchestre. 
Part. Lpz., Br. & H. [B. Wa^ener. 
B. M. Glasgow. Darmst. 

Messe de Requiem ä gr. choeur et 
orch. Kl.-A. Paris, Chorou & Canaux. 
[B. B. 



Neukomra. 



181 



Neukomm. 



Missa pro defunct. (4stim. mit Orgel). 
Lips., Peters. Pai-t. [B. Kgsbg. B. M. 
Musikfr. Wien. B. B. 

Messe unter dem Titel St. Frederici f. 
4 Männerst. mit Orgel, Bass und Vcl. P. 
Ms. [Dresden Mus. 

Messe solemnelle a 4 voix av. org. 
Paris, Nicou-Clioron & Canaux. Part. &*. 
LB. B. 

Messe „Pax animae" 4 part. av. org. 
Mainz, Schott. P. u. St. [B. B. 

Messe ä 2 voc. egales av. org. Paris, 
Choron & Canaux. [B. B. 

3 Messe. Paris, Choron & Canaux. 
[B.B. 

Missa solemnis 4 voc. P. und 3 Can- 
tica. Ms. [B. M. 

Messe a 3 voLx egales avec ou sans 
acc. d'orgue. P. Mayence, Schott, qufol. 
[Einsiedeln. 

Messe für 3 Stirn, und Orgel. Ms. P. 
[München alte Hofkapelle. 

Messe du T. S. Sacrenient. Jannot 
1860. P. 24 S. [B. M. 

Kurze und leichte Messe. München, 
Aibl. [B. M. Krem.smünster 1 Messe (?). 

Alma. 2 Sopr. 1 A. P. [Musikfr. 
Wien. 

L'angelus 3 voc. av, acc. Paris et 
Anv., Schott. [B. B. 

Le 4 Antiennes a 3 voix egales. Lpz., 
Br. & H. [B. B. 

50 Cantiques et Pseaumes ... ä 2 et 
4 pai-t. Paris, Ch. Treuttel & Würtz. 
8«. VIII u. 100 S. Melod. davon 10 zu 
4 Stirn. [B.B. Hof b. Wien. Musikfr. 
Wien. EiDsiedeln. 

60 Cantiques niis en musique k 4 
parties avec ou sans acc. d'orgue . . Paris. 
8». [B. Kgsbg. 

4 Cantiques pour 3 voix av. org. 
Paris, Choron. P. [B. B. 

Gebeth für den König. 15. Okt. 1853. 
Berlin. Part. autogTaphiert und 6 Stb. 
in 8". [B. B. Singak. in Berlin. 

Gott, du bist mein Gott, f. Sopr. und 
Pfte. [Musikfr. Wien. 

Der Herr ist König, f. Sopr. u. Pfte. 
[Musikfr. Wien. 

Hymnus auf den Erlöser. [Elbing 
Nr. 90. 

Hymne für 2 Sopr. u. A. „Amor Jesu, 
Jesu'dulcissime": Licht vom Lichte, Jesu, 
wie liebevoll. In Lpx. Ztg. 1825 Nr. 40. 
Ebendort in 1827 Nr. 6 eine Sopran- Arie 
aus ,,die Grablegung'' und 1824 Nr. 20 
ein Canon aus dem Ostermorgen. 

Les Lamentationes pour 1 voix, choeur 
av. org. Paris, Nicou-Choron & Canaux. 
[B. B. 



Die Liturgie der stillen Woche. Hbg. 
1841 Fr. Perthes. P. [B. M. 

Das teutsche Magnificat für 1 Singst, 
mit Orgel. Lpz. P. [Darmst. Musikfr. 
Wien. Berlin Sing. 

Miserere ä 3 voix. Leips., Br. & H. 
[B.B. 

7 Motets pour 3 voix. Paris, Nicou- 
Choron & Canaux. [B. B. Nr. 8326 m. 
In demselben Bande und Verlage noch 
21 geistliche Einzelgesänge zu 2, 3 und 
4 Stim. in Part. 

Offertorium : Domine Jesu Christe, 
Sopr. c. org. et Contrab. Ms. 16737. P. 
Autogr. [Hofb. Wien. 

20 Psalms selected. Edinburgh 1853. 
80. 15 u. 206 S. [B. B. 

Der 67. Psalm für Doppelchor und 
Orch. im Kl.-A. Lpz., Kistner. [Dresd. 

Psalm 102. Dank und Preis. P. 
[Berl. Sing. 

Der 97. Psalm für 1 Singst, mit Orgel. 
Lpz., Br. & H. P. [Darmst. 

Psalmus V: Verba mea auribus, 4 voc. 
in choro. Verneuil, 13. Julliet 1824. 
Ms. 16460 P. Autograph. [Hofb. Wien. 

Regina coeli laetare 4 voc. c. instr. ad 
lib. Ms. 272 b. Autogr. [Dresd. Mus. 

Singet dem Hei'rn ein neues Lied, für 
Sopr. und Pfte. [Musikfr. Wien. 

Stabat mater a 3 voix egales. Lpz., 
Br. & H. [B. B. 

Stabat mater a 4 part. en 2 choeurs 
av. org. oe. 38. Leips., Br. & H. P. 
fol. [B. B. Musikfr. Wien. Berl. Sing. 
Glasgow. 

Stabat mater 8 voc. c. org. ad lib. 
Ms. P. [Münch. a. Hofk. 

Sub tuum und Salve regina ä 2 Sopr. 
c. org. 1849 Autogr. [B.M. 

Te Deum laudamus. P. Autogi-. [Leipz. 
Thom. 

Te Deum (Monument de Gutenberg). 
Mainz, Schott filii. [B. B. Darmst. 

Te Deum laudamus. oe. 24. Lps., 
Br. & H. P. [B. B. Glasgow. Darmst. 

Te Deum laudamus pro pace, 5 voc. 
c. orch. P. [Musikfr. Wien. Berl. Sing. 

Vater unser aus Klopstocks Messias, 
f. S. A. B. mit Instr. P. [Musikfr. Wien. 

Wenn der Herr die Gefangenea, für 
Sopr. u. Pfte. [Musikfr. Wien. 

In der B. Amsterdam befinden sich: 
50 Motetten, 40 Cantiques. 52 Cantiques 
nouveaux. 20 Psalms selected in Stb. 
60 nouv. Cantiques. 

Im Cons. zu Mailand 3 Salutaris. Paiis, 
Canaux. — 6 Tantum ergo, ib. — 1 Salu- 
tation angelique, ib. — L'amitie et l'amour, 
deux esquisses poui' le pfte. 



Neukonim. 



182 



Neukomra. 



12 Chöre in P. u. St. [Berl. Sing. 
In Musikfr. Wien: 24 Chöre. 

In Latrobe's Samlwk. London 1806 
etc. 2 geistl. 4stim. Gesge. 

Weltliche Gesänge: 

Im Autogr. in B. M : 3 Lieder mit 
Klav. Lc Message. La Pensee. An den 
Mond. 

An mein Schifflein f. 2 Sopr. Hamhg., 
Böhme. 3 Bll. [B. Wagener. B. B. 
B. M. Dresd. im Ms. Musikfr. AVien. 

Aumone. Choeur. Paris, Choron & 
Cananx. P. [B. B. 

Die Braut von Messina oder die feindl. 
Brüder v. Schiller. P. 124 Bll. [B. B. 
im Autogr. 

Blessings from the skies, 5 v. Madi'ig. 
1832. P. 6 Bll. [B. B. im Autogr. 

Canon aus dem 0.stermorgen von Tiedge 
„Preis u. Ehre" f. 3 Solost. mit Pfte. 
Part. Lpz., Er. & H. [B. Wagener. 

Canon, Eäthsel-, 5stim. Non omnis 
moriar. (auf Jos. Ilaydn's Grab von seinem 
Zögling S. Neukomm). Wien 10. Nov. 

1814 um 2 Uhr nach Mitternacht. Cum 
resolutione. Ms. 18463 P. Autogr. [Hofb. 
Wien. 

12 Gesänge für 2 Sopr. mit Pfte. 2 
Hefte. Lpz., Kistner. fol. [Dresd. 

9 Gesänge. Wien, Mochetti. [Musikfr. 
Wien. 

7 Gesänge f. 1 Singst, mit Pfte. op. 
43. Lpz., Br. & H. qufol. 1!) S. [B. 
Kgsbg. Musikfr. AVien. 

6 Gesänge, op. 10. Lpz., Br. & 11. 
[B. B. Musikfr. Wien. 

6 Gesänge von E. Schulze. Berlin, 
Schlesinger. [B. B. Musikfr. Wien. 

Gesänge und Lieder zu Ticdge's Lieder- 
Eoman Aennchen u. Robert ... 2 Hefte. 
Halle, Ruff (Renger), qufol. 43 u. 44 S. 

1815 erschienen. [B. Kgsbg. Dresd. Mus. 
B. Lpz. B. B. 

Hymne de la nuit (Hochgesang von der 
Nacht) par Lamaiüne. op. 60. Mayence, 
Schott. Pai-is, Schott, qufol. 50 Seit, 
deutsch und französ. Text, für Chor, Soli 
und Orch. Part. u. Kl.-A. [B. B. Amst. 
Hofb. Wien. Musikfr. Wien. Glasgow. 
Darmst. Schwerin F: Paris, les fils de 

B. Schott, qufol. Einsiedeln. Dresd. im 
Ms. Brüssel Cons. in 2 Exenipl. 

6 Lieder op. 36 und 6 Lieder op. 46. 
Lpz., Br. & H. [B.B. op. 46. Musikfr. 
Wien beide Hefte. 

Napoleon's Heerschau um Mittemacht, 
von Zedlitz, als Melodrama f. Pfte. von 

C. Braun eingerichtet. Regensburg, Reit- 
mayer. 40. [B. B. 



— Die Heerschau um Mitternacht, von 
Zedlitz ... 2. vom Comp, veränderte 
Ausg. Berl., Trautvvein. qufol. 9 Seit. 
[B. Kgsbg. B. B. 

Oesterreich ! Eine Volkshymne von Joh. 
Lad. Pyrker. Wien 1843 A. Straufs sei. 
Wittwe & Sommer, gr. 8". 4 stim. [Hofb. 
Wien. Musikfr. Wien. 

Schäfei's Khigelied von Goethe, op. 10. 
Lpz., Peters, [ß. B. 

Eight Songs by Bariy Cornwall. Mit 
Porträt. London, Cramer, Addison & 
Beale (Istim. mit Pfte.). fol. [B.B. 

— The Sea, A sea-song, PoetiT by 
Bariy Cornwall. New York 1836 Endi- 
cott. [B. B. 

Die Weinlese, von Wessenberg für 4 
Stim. Stb. [Musikfr. Wien. 

Töne, Lied! auf sanften Schwingen. 
Ncujahrswiuisch für Jos. Haydn zu 4 
Stim. Autogr. 1798. [Fürst Esterhazj% 
Eisonstadt. 

12 Solfeggi , or orig. lessons for a 
countertenor or bass voice. Lond. fol. 
[Glasgow. 

Li den Hagen'schen Melodien zu den 
Rhapsodien aus den Norischen Alpen. 
1805 [B. Kgsbg.] — Li Koctschau's reli- 
giö.se Gesge. für 4 — 6 St. 1823. [B. 
Kgs!)g. 

In Theomele, Samlg. von Arien, Duetten 
etc. Gütei-sloh, Bertelsmann, 3. Bd., pag. 
3 u. 102 zwei Gesge. In Reichardt's 
Lieder geselliger Freude II. 

Instriimentalwcrke : 

Les Adieux de . . . Bresil. Fantaisie 
p. le pfte. Berlin, Bureau des arts (ver- 
gleiche amor Brazileii'o op. 37). [ß. B. 
Musikfr. Wien. 

L'amitic et l'amour, oe. 38. Lpz., Br. 
& H. [Musikfr. Wien. 

L'amoureux, Fantasie op. 41. — Duo 
in Cm. — Nocturne in B. op. 18. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Elegie sur Mad. la Duchesse de Cour- 
lande pour Pfte., oe. 28. Leips. , ßr. & 
H. [B. ß, Musikfr. Wien. 

Elegie harmonique p. le Pfte. sur la 
mort de Du.ssek (1812). Lpz., Br. & H. 
15 S. [B. Wagener. Musikfr. Wien. 

Fantaisie a gr. orch. oe. 9. Lps., A. 
Kühnel. 18 Stb. [B. B. 

Fantaisie ä gr. orch. op. 27. P. im 
Ms. Stb. im Druck: Lpz. [Darmst. 

Fantai.sie et Sonate Nr. 1. 2. Wien, 
Artaria. [Musikfr. Wien. 

Marche triomphale p. harmonie mili- 
taire. Ms. P. [ßi-üssel Cons. 

Marche Triomphale, aiTangee pour le 



Neukomm. 



183 



Neumann, George. 



Piauof. ä 4 mains par l'auteur. Wien, 
Pietro Mechetti. fol. [Dresd. Mus. 

Allerlei Märsche f. Orch.. auch nur f. 
Pfte., dabei op. 12 u. 21. [Musikfr.Wien. 

12 Märsche für triegeiische Instra- 
mente. Bonn, Simrock. Stb. [Darmst. 

37 Morceaux p. Torgue. Paris, Nicou- 
Choron & Canaux. Liv. 1—3. [B. B. 

oe. 37. amor Brazileiro, Capric. p. 
Pfte. Leipz., Br. & H. [B. B. Musikf. 
Wien. 

Ms. 16110. B. B. Ouvei-ture zu die 
Braut von Messina. P. 

Ouvertüre ä gr. orch. Lpz., Br. & H. 
Stb. in Cd. [Schwerin F. 

QuiQtetto p. 2 Yiol. A. et 2 Volles. 
Bonn, Simrock. 5 Stb. (er nennt sich 
einen Schüler Haydn's). [B. Wagener. 
Musikf r, Wien. 

Sinfonie heroique op. 19. — 3 Fanta- 
sien, op. 11, 27 u. ohne op. f. gr. Orch. 
Stb. [Musikfr. Wien. 

Sinfonie in Dd. f. Orch. P. Ms. 
[Bi-iiss. Cons. 

Symphonie periodique p. Pfte. Ms. 
[Bräss. Cons. 

Sinfonie, arrang. p. le Pfte. ä 4 ms. 
par C. G. Belcke. Lps., Br. & H. [B. B. 

op. 14. Sonate p. le Pfte. Leipzig, 
Peters. 14 S. [B. Wagener. 

Sonate op. 14. IG. 30. Retour la vie. 
Variat. f. Klav. [Musikfr. AMen. 

25 Original Voluntaryser grand studies 
for the Organ, ded. Adelaide de Orleans. 
Lond., Gramer, Addison & Beale. [B. 
Wagener. 

Notice accompagnee d'un rapport de 
rinstitut de France, academie des sciences 
et des beaux-arts, et des opinions de MM. 
Keukomm et Thalberg, sur les nouveaux 
pianos avec regulateur de l'accord, in- 
ventes par M. Le Pere, et perfectionnes 
par M. Roller. Paris 1839 F. Didot 
freres. 4". [Brüssel. 

Mozart's Violin -Schule. Wien. [Mu- 
sikfr. Wien. 

Anleitung sich des musik. Chronometers 
zu bedienen. Wien 1815. [Musikfr. 
Wien. 

Im br. Mus. befindet sich eine sehr 
reiche Samlg. seiner Werke, doch reichte 
meine Zeit hin davon ein Verz. anzu- 
fei-tigen. Einiges noch im R. C. of Mus., 
siehe den gedr. Kat. 

Nouki-antz, Johann, geb. 11. 
April 1G02 zu Rostock, gest. 21. 
März 1654 zu Kirchenwcärder bei 
Hamburg. Studierte in Greifswald 



Theologie und erhielt 1629 an 
obigem Orte die Pastorstelle. Er 
war poetisch und musikalisch be- 
gabt und mit Job. Rist befreundet 
(Zahn 5, 418). In dem 

Christlicher und wolgemeinter Buess- 
Wäkker fuer alle in Sünden schlaffende 
Buess-flüchtige Seelen . . . Hambg. (1648) 
Jak. Rebenlein, 8», befinden sich 2 Lieder 
mit Melod. u. B. [ß. Lpz. 

Königs Davids Psalter-Spiel, von neuen 
besaitet und auff die heutige Singe -art 
gestimmet . . . Hamburg 1650 ib. 8°. 
137 S. 37 Lied, mit Melod. u. B., meist 
nach weltlichen Weisen. [B. Lpz. B. Hbg. 

Näheres über Titel und Inhalt im 
Becker 4, 12. 13. Zahn dinickt eine 
Melodie ab. — Mattheson 1, 144 erwähnt 
einen Klavierlehrer zu Stralsund um 1664, 
der selbstverständlich ein anderer ist und 
nicht weiter bekannt wurde. 

Neumann, . . . gehört dem 18. Jh. 
an und ist in der B. zu Karlsruhe 
mit folgenden Werken vertreten. 

Ms. 688 Concerto ä 5 ström, in Stb. 
Fl. tiav. 2 V. Braccia, Bc. 3 Sätze in Bd. 
Esd. Bd. — Ms. 690—692 ebenso, nur bei 
Ms. 689 treten hinzu 2 Corn. 1 Fl. 2 Ob. 
Violetta e Comb. c. Vcl. — Ms. 693 ein 
Trio a Fl. trav. V. e B. 3 Sätze. Sämtl. 
in Stb. — In der B. Darmst. befindet sich 
von einem Neumann ein Concerto per 
Oboe. Ms. P. 

Neumann, ... ein Waldhomist, 
war um 1788 an der Kgl. Kapelle 
zu Berlin angestellt (Gerber 1). 

Neumann, Christoph Magnus, 

ein Posaunist, der sich zwei Jahre 
in Dresden aufhielt und 1653 vom 
Kurfürsten dem Kaiser in Wien 
empfohlen wird (s. Staatsarch.). 

Neumann, Oeorge, hielt sich 
um 1770, wie Gerber 1 sagt, in 
den Niederlanden auf und scheint 
sich seinen Werken zufolge in 
Amsterdam niedergelassen zuhaben. 
Sonst ist über sein Leben nichts 
Näheres bekannt. Als Komponist 
ist er durch folgende Werke be- 
kannt: 

4 Ouvei-turen (einzeln) 1. detachee de 
la belle Arsene. 2. detachee de Daphnis 
et Chloe. 8. det. de Deserteur. 4. det. 



Neumann, George. 



184 



Neiimark. 



de Enron, accomodee ponr le Clavecin 
ou le pfte., avec. acc. d'nn Violen ad. lib. 
par G. Neumann. Ches Hummel ä Ber- 
lin et Arasterd. 5 Hefte in fol. [B. B. 
Der Kat. der Kgl. Musikaliensamlg. in 
Dresden stellt die 4 Ouvertüren fälschlich 
unter Wilhelm (GuiUaumo) Neumann und 
besitzt aiifserdem noch „detachce de 
Henri IV," „det. du talMeau Pai-lant;" die 
Ouvertüre d'Amadis dos Gaules und Ouv. 
de Felix ou l'enfant trouve in derselben 
Besetzung und Verlage. — In Schwerin F. 
die Ouvertüre detachce du Huron, nach 
Gretry. — In Wolfenb. „Tableau parlant", 
nach Gretry, 2 Stb. im Ms. 

3 Senates p. le Clav, ou le pfte. av. 
Face. 2 V. et Vol. op. 1. Berlin, Hum- 
mel. 3 Stb. [Dresd. Mus. 

3 Senates p. le Clav, ou le pfte. av. 
acc. 2 V. et Vcl. ä Cembali, op. 2. Ib. 
fol. [Dresd. Mus. 

3 Senates p. le Clav, (wie vorher) ohne 
opus. 3 Stb. Ms. in Dresd. Mus. 

Partita in Dd., 3 Sätze f. 2 V. Va. B. 
2 Fl. 2 Hörn. 8 Stb. fol. Ms. in B. Zw. 
ohne Vornamen. 

2 Quartetti per il Clavicembalo, 2 V. 
et B. in Cd. und Dd. je 4 Stb. in fol. 
Mss. [Stadtbibl. Br. 

Ouvei+iire van de Koopman van Smirna 
voor het clavier eu de viool. Amst., S. 
Marckordt. [Amst. nur Klavierstim. 

De musicale zangwyzen van het boek 
der Psalmen, nevens de gezangen by de 
hervormde kerk van Nederland in gebruik, 
volgens de nieuwe dichtmaat . . . te dienen 
zo wel voor de stem, als tot gebruik voor 
musicale instrumenten . . . door George 
Neumann. Amst. 1776 Hummel. 4**. 
[Amst. 

— a. Aufl. Amst. en Haarlem, by de 
Nederl. Bijbel-Compaguie. 4^. [Amst. 

Neiimanii, Leopold, Komponist 
des 18. Jhs., von dem die 

B. M. im Ms. eine Sinfonie zu 2 V. 
Va. und B. in 4 Stb. besitzt. 

Neumanii, Weiizeslaus, von 

der Neissa, Tenorist, meldet sich 
am 28. Aug. 1565 bei der Hof- 
kantorei in Stuttgart, wird aber 
nicht angenommen (M. f. M. 31, 
24). 

Neuiiians (Nuemans), J . . . B . . ., 
von 1763 bis 1783 Lautenist an 
der Kgl. Kapelle in Brüssel (Strae- 
ten 5, 183 ff.). 



Xcumark, Georg, ein geist- 
licher Liederdichter und Musiker, 
nach dem Kirchenbuche getauft 
am 16/28 Mai 1621 zu Mühl- 
hauseu in Thüringen (Koch, Zahn 
and die Allg. d. Biogr. schreiben 
nach dem Kirchenbuche „getauft 
am 7. März 7X\ Langensalza", da 
er aber selbst sich zweimal als 
Mühlhauser bez., so kann letzteres 
Datum nur einen anderen N. 
gleichen Namens betreffen), gest. 
8. Juli 1681 zu Weimar. Besuchte 
das Gymnasium zu Schleusingen 
und Gotha, will 1640 nach Königs- 
berg i/Pr. wandern, um Jura zu 
studieren, wird unterwegs über- 
fallen und aller Mittel beraubt. Er 
wandert nun durch Norddeutsch- 
land und die Musik ist seine Er- 
nährerin, bis er endlich 1641 in Kiel 
die Stelle eines Pädagogus erhält, 
wo er das Lied dichtete und kom- 
ponierte: „Wer nur den lieben Gott 
lässt walten." 1643 wandert er 
über Lübeck nach Königsberg. 
1646 verliert er durch eine Feuers- 
brunst abermals seine ganze Habe. 
Er geht nach Danzig, ist 1649 bis 
50 in Thorn, 1650 in Hamburg, 
Ende 1651 in Weimar, wo er eine 
feste Stellung als Kanzlei-Registra- 
tor und fürstl. Bibliothekar findet. 
1653 wird er in die fruchtbringende 
Gesellschaft unter dem Namen „der 
Sprossende" aufgenommen. In dem- 
selben Jahre wird er zum Archivar 
befördert. In Weimar bildet er 
so eigentlich den Hof- und Ge- 
legenheitspoeten. Erst 1676 scheint 
er in den Orden der Pegnitzschäfer 
unter dem Namen „Thyrsis der 
Zweite" aufgenommen zu sein. 
Manche von seinen Dichtungen 
setzte er selbst in Musik. Obiges 
bekannte geistliche Lied erschien 
1657 im Lustwald, 2. Aufl. Seine 
Weisen (oft 4 stimmig für Gesang, 



Neumark. 



185 



Nemneyer. 



2 Geigen oder Trompeten und Bc.) 
sind einfach volkstümlich, sogen. 
Strophenlieder. Selbst diejenigen, 
die für theatralische Darstellung 
bestimmt sind, wie die um 1662 
geschriebene „Theatralische Vor- 
stellung eines weisen und tapferen 
Regenten" (Biogr. von Pasque in 
Bagge's Allg. mus. Ztg. 1864 Nr. 
24/25. Winterfeld 2, 285). Von 
seinen Dichtungen mit Musik sind 

folgende bekannt: 

Beträbt- Verliebter, doch entlich hoch- 
erfrewter Hürte Filamon wegeii seiner 
edlen Schäffer-Nymfen ßelliflora, das ist, 
kurtze Liebes Beschreibung zweyer hoch- 
edlen Pereonen ... in ein Pastoral ge- 
bracht, und die darin stehende Lieder mit 
Melodeyen und Symfonien aussgeziehii 
. . . Königsberg 1648 In Yerlegg. Peter 
Händeis . . gedruckt durch Job. Eeusners. 
2 Stb. 8». [br. Mus. 

Georg Neumarks von Mühlhausen auf 
Thür: Poetisch- und Musikalisches Lust- 
wäldleiu . . Gedr. zu Hamburg 1G.52 bey 
Mich. Pfeiffern, in Verleg. Joh. Nau- 
ma]ins. 120. Dedic. vom Autor in Ham- 
burg 14. Wintermonat 1651 gez. 3 Teile. 

1. teil 22 Lieder mit Musik, im 2. nur 
einige ^Yenige mit Musik. Die Komposi- 
tionen sind nur mit den Anfangsbuch- 
staben der Autoren gez., dagegen in der 

2. Aufl. mit vollem Namen. [B. B. Dresd. 
B. Lpz. B. Weimar. B. Wagener. 

— Fortgepflantzter musikalisch - poe- 
tischer Lustwald . . . Jena 1657 G. Sengen- 
wald. 80. 3 Abtlg. 1. Teil 85 Lied, für 

1 Singst. 2 Viol. mit B., einige auch nur 
mit Bass. Der 2. u. 3. Teil Gedichte 
ohne Musik. Aulser Neumark sind an 
Komponisten genannt: C. Bythner, Christ. 
Compenius, Adam Drese, Baltazai" Erben, 
E. Kindermann und Simon Lititz. Am 
Ende befinden sich eine Anzahl Tänze. 
Zahn diTickt 10 Melodien aus der 1. und 
2. Aufl. ab. [B. B. B. Zw. (Kat. S. 225 
der vollständ, Titel). B.Weimar. B. Lpz. 
B. Wagener. 

Ecloge Filirenus, welche dem Fürsten 
Friederichen dem altern, Hertzogen zu 
Sachsen ... 18. Aug. 1656 (gestorben) . . . 
.lehna, G. Sengenwald. fol. 8 Bll. mit 
einer Komposition von N. für 1 Stirn. 

2 V. u. Bc. [B. Kgsbg. 

Eine theatralische Vorstellung eines 
weisen und zugleich tapfern Eegenten 
(Wilhelm IV. von Weimar). Weymar 



1662 Filcker. 4«. 33 Bll. 1 Lied mit 
Musik. fV\'"eimar. B. Wagener. 

Ms. W98 Nr. 1448 in B. B: 15 geistl. 
Lieder aus 1657 in P. 

In neuen Ausg. auTser Zahn, 4 Lieder 
(Eitner 2). — In Joh. Franckens geistl. 
Sion 1674 ein Gesg. mit Georg Neu. gez. 

Nenmayer, Andreas, geb. 24. 
Okt. 1750 zu Grofsmehring bei 
Ingolstadt, trat in den Orden der 
regulierten Canonici zu Fölling in 
Stejermark und versah dort den 
Organisten- u. Chordirektordienst. 
Er soll viele Kirchenmusik ge- 
scbrieben haben. Nach Aufhebung 
des Ordens lebte er in der Um- 
gegend von München (Fetis). Ob 
das folgende Werk mit A. Neu- 
mayer von ihm ist, lässt sich 
schwer bestimmen: 

Concertante Variation pour Claveciu et 
Violon, op. 6. [Musikfr. Wien. 

Neiimeier, Kaspar, Organist 



in Nürnberg 



um 



bei St. Egidieu 
1637, nach der Dedic. Staden's zu 
den Hassler'schen Kirchengesängen 
und M. f. M. 26, 9. 

Xeiimeister, Erdiuann, geb. 
12. Mai 1671 zu Uechtritz bei 
Weifsenf eis, gest. 18. Aug. 1756 
zu Hamburg. Ein Dichter und 
besonders zu erwähnen, da er zahl- 
reiche Kantaten dichtete, die viel- 
fach, oft bestellt von den Kompo- 
nisten, komponiert worden sind. 
Näheres bei Koch, Kirchenlied 
3. Aufl. 1, 5, 371. Spitta, Bach 
1, 465 ff. Er schrieb: 

M. Aug-ust Wilhelm Reinharts ausführ- 
liches theologisches Bedencken von un- 
billiger Abschaffung, Weglassung und 
Veränderang alter Kern- und Kirchen- 
Lieder in den Gesaugbüchern . . . samt 
einer Vorrede von Erdmann Neumeistern 
(Hamburg c. 1738). 4^. [Brüssel. 

Neumeyer, Jakob Friedrieli, 

geb. 1750 zu Molsheim i/Els., gest. 
29. Juli 1814 in Strafsburg, wurde 
1779 Organist am Münster und 
Violinist am Theaterorchester (Lob- 
stein 28). 



Neumüller. 



186 



Neuner, Karl. 



Neumüller, . . 

ist im Ms. .3209 der B. Hbg., Muffat 
enthaltend, mit einem Orgelstücke neben 
Seb. Bach, Froberger u. a. vertreten. 

Neuiiaber, An(lre«is, war um 

etwa 1620 Scliüler Paul Siefert's, 
Matthias Leder's und Tarquinio 
Merula's, die alle zur Zeit im 
Dienste in "Warschau sich auf- 
hielten. N. war ein Danziger Kind 
und eine Eingabe an den Danziger 
Stadtrat teilt obiges mit (Yiertelj. 
7, 400). Ebendort wird noch ein 

Jeremias Neunaher erwähnt, der 
seit 1616 Organist an St. Joharmis 
und seit 1623 an St. Bartholomaeus 
in Danzig war (S. 411). S. 417 
unterzeichnet er sich mit Bürger 
und Organist an obigen Kirchen 
und zwar 17 Jahre an St. Johannis 
und im Jahre 1633 seit 10 Jahren 
an St. Bartholomaeus. 

Ein dritter Neimaher, Tideniann^ 
in Danzig, Avar 1619 Instrumentist 
(Ib. und Döring). 

Neuner, Oeori» Elias (jrott- 
fried, Tenorist an der Hofkapelle 
in München, diente 1706 seit 
16 Jahren. 1699 beträgt sein Ge- 
halt 300 Gld., die aber bis zum 
20/3 1700 auf die Hälfte verkürzt 
werden, wegen der Schuldenlast 
des Kurfürsten. 

Neuner, . . ., ein Komponist 
am Ende des 18. Jhs., er kann 
daher nicht der vorige sein. Man 
kennt von ihm einige geistliche 
Kompositionen, die Schott in Mainz 
in seine Samlwke. aufnahm: 

Ecce quam lionum est quam jucundum 
(0 wie ist herrlich und wie erfreulich) in 
u.sum 4 vocum 1 Tenor et 3 Bassi, Gd., 
comitate Clavicimbalo. Part. Moguntiae, 
Schott filier, qufol. 1. von N. 2. Casp. 
Ett. 3. M. G. Haydn. 4. Jos. Graz. 
5. Ernst Eberlin. [B. B. B. Wagener. 
Haupttitel : Bibliotheque. 

1 Motette in Jos. Graz Mot. Mainz, 
Schott & S. 

Neuner, Karl, geb. in der Vor- 



stadt Au bei München den 29. Juli 
1778. Die Lpz. Ztg. 32, 572 zeigt 
Mitte Juli 1830 den Tod eines 
Neuner's in München an, dem in 
der Frauenkirche zu Ehren ein 
Requiem abgehalten wird und der 
ein Mitglied des Münchener Or- 
chesters, ein geschickter Kompo- 
nist und an der Brustkrankheit 
nach einjährigem Krankenlager ge- 
storben ist, ob dies aber der obige 
ist, wage ich nicht zu entscheiden. 
Sein Vater Martin, in Au als 
Musiker lebend, war sein erster 
Lehrer in der Musik. In Tegern- 
see bildete er sich wissenschaftlich 
und musikalisch aus, hatte dann 
noch Unterricht bei Valesi und 
Joseph Graz und trat als Violinist 
in die Münchener Hofkapelle ein 
(Lipowsky. Fetis ebendaher). Er 
war ein fleifsiger Komponist und 
hatte den Auftrag, die Balletmusik 
zu den Aufführungen des Hof- 
thoaters in München zu schreiben. 
Auffallend ist es, dass die Münch- 
ner Hofbibl. davon nichts besitzt, 
sondern die Hofbibl. in Wien und 
zwar im Autograph. Dass die in 
Wien liegenden Kompositionen 
von dem obigen Autoi, in Au ge- 
boren, herrühren, beweist die 
Unterschrift zu Ms. 18602: Sin- 
fonie in P. Bekannt sind an 
Theatermusik : 

Der Freischütze. Tragoedie, 1813 im 
März. Enth. nur wenige Musiksätze. Ms. 
Autogr. 16465. [Hofb. Wien. In Ms. 
18096 die Ouvertüre in P. 

Zephir und Flora. Ballet 1814. P. 
Autogr. [Hofb. Wien, Ms. 16534. 

II faut de la Compagnie. Ballet. P. 
Autogr. 7/4 1809. [Hofb. Wien, Ms. 
19044. 

6 Entre- Actes. P. Ms. 16130. [B. B. 

An geistlichen Oesüngen: 
Die Schöpfungsta^e, Aus Krummacher's 
Festbüchlein. 1. Bd. 1810. P. Autogr. 
Ms. 16836. [Eofb. Wien. Kopie: Mu- 
sikfr. Wien. 



Neuner, Karl. 



187 



Neusidler, Hans. 



— im Druck (für Chor und Orch.) in 
Part. München, Sidler. fol. [B. B. Eiu- 
siedeln. 

Bufs-Psalm von Sailer „Gott-Gott! ge- 
sündiget hab' ich vor Dir ..." 4 Stirn, 
mit InstiTim. München, Jos. Sidler. P. 
70 S. [Hofb. Wien. B. B. 

Der achte Psalm (Herr unser Gott wie 
grofs) nach Kmmmacher, 4 voc. c. instr. 
1820. Ms. 16213. P. [Hofb. Wien. 

G Gradualia et Offertoria plurium voc. 
comitantibus instmm. Ms. 162G7. P. 
[Hofb. Wien, mit 1821 gez. 

2 Graduale und 4 Offertorien f. Chor 
und Instmm. Ms. P. [München alte 
Hofkapelle. 

11 Autographe lat. und deutsch, geistl. 
4stim. Gesge. mit und ohne Instr. Ms. 
19083, 22—33; gez. mit 1823 — 1825. 
|;Hofb. Wien. 

Missa solemnis 4 voc. c. instrum. 
Ms. 19422. P. [Hofb. Wien. 

Der 8. Psalm f. Chor u. Instrum. 
Ms. 16213. [Hofb. Wien. 

Instrumentalwerke : 

Symphonia grande. Autogr. P. in Bd. 12 
der B. Proske. 

2 Sinfonien in P. Ms. 18602 u. 18619. 
[Hofb. Wien. Die erste mit dem Datiim : 
München, Vorstadt Au, am 1. Okt. 1825. 
Von der 2ten nur 1 Satz vorh. 

Ouvertüre. 2 V. 2 Viele, 2 Fl. 2 Ob. 
2 Clarini, Tvmp. e B. Ms. 15939 P. 
[Hofb. Wien. 

Marcia (für Orch.). Ms. 18489 P. 
[Hofb. AVien. 

In Musikalischer Jugendfreund, Mün- 
chen 1814. [B. Kgsbg.] 2 Lieder. 

Anweisung zum Contrapunct. Opus 
theoreticum (mit Musikbeisp.). Ms. 19106. 
[Hofb. Wien. 

Ueber die Ligaturen (mit Beisp.). 
Ms. 19107. [ib. 

Neuner, Micliael, wird 1706 
in den Akten des Kreisarchivs 
zu München als 64 Jahr alt bez. 
und dient in der Hofkapelle seit 
52 Jahren. Sein Gehalt betrug 
450 Gld. Seit 1699 ist er auf 
Wartegeld gesetzt und während der 
österreichischen Besetzung Baiems 
betrug sein Gehalt nur 200 Gld. 

Neuolav, FeUx, um 1576 Te- 
norist an der Hof kapeile in Dres- 
den mit 144 Gld. Gehalt (Fürstenau 
3, 201). 



Jedenfalls ist der im s. Staats- 
archiv vorkommende Felix Neuolo- 
neiis (auch Neuolonerhull geschrie- 
ben) derselbe, der nach den Akten 
1574 als Tenorist an der Hof- 
kapelle in Onolzbach diente, in 
demselben Jahre seinen Abschied 
erhielt, vom Markgrafen Georg 
Friedrich von Onolzbach an den 
Fürsten Ludwig von Württemberg 
empfohlen wurde und von diesem 
an den Kurfürsten August von 
Sachsen, der ihn auch anstellte 
und 1575 40 Gld. verschreibt, da- 
mit er seine Familie aus Onolz- 
bach abholen kann (Onolzbach ist 
das heutige Ansbach). 

Neupaner, siehe Neiibaner. 

Neupcek, Paul, Mönch im 
Kloster Admont, wird 1483—89 
als Sänger genannt (Kornmüller 1). 

Neurbaurreii, Johann, Olden- 
burgischer Hofmusikus, Violist und 
Cornettist, lebte wahrscheinlich im 
17. Jh. Das Haus- und Central- 
archiv zu Oldenburg besitzt von 

ihm: 

Geistliche Erinnening des neugebohr- 
nen Chiist-Kindeleins. In die Musik mit 
4 Stimmen gesetzet, als 2 V., 2 Vocal- 
stim. nebenst dem Basso continuo. Text: 
Des newgebornen Kindelein des freuen 
sich die Engelein. 

' Neusidler (Newsidler), Hans, 
geb. zu Presburg, lebte in Nürn- 
berg als Lautenist und gab daselbst 
mehrere Lautenbücher heraus, die 
in M. f. M. 3, 152 ff. u. 210 in 
Titel und Register mitgeteilt sind. 
In Kürze sind es folgende: 

Ein Newgeordent künstlich Lautenbuch, 
In zween theyl getheylt. Der erst für 
die anfahendeu Schüler (mit Anweisung) 
... Im andern theyl sein begriffen, vil 
aulserlessner kunstreicher stuck, von Fan- 
taseyen, Preambeln, Psalmen vnd Mu- 
teten . . . durch mich Hansen Newsidler 
Lutinisten vnd Bürger zu Nürnberg 
offenlich aufsgangen ... Am Ende: Ge- 
ti-uckt zu Nurmberg bey Johann Petreio, 
durch angebung vnd Verlegung Hansen N. 



Neusidler, Haus. 



188 



Neusidler, Melchior. 



Iiürtig von Pressliurck. Anno 1536. kl. 
qu4o. [B. B. B.M. B. L. B. N. B. Lpz. 
Wolfenb. Kopenhagen. Strafsburg im 
Wilhelmitanerstift. 

Der ander theil des Lautenbuchs. Darin 
sind begriffen, vil aufserlesner kunstreycber 
stuck von Fantaseyen, Preambeln, Psal- 
men vnd Muteten . . . auff die Lauten dar- 
geben ... Am Ende: Ib. 1536. kl. qu4". 
[B. M. inkompl, B. Brüssel; fehlt das 
Titel bl. 

Ein newes Lautenbüchlein, mit vil 
schönen Liedern . . . Nurnbg. 1510 Ilans 
Guldenmundt, verl. Hans Newsiedler. kl. 
(]u40. 32 S. [Hofb. Wien. 

Das Erst Buch. Ein Newes Lauten- 
büchlein mit vil feiner lieblichen Liedern, 
für die jungen Schuler, die fein leiclit 
vnd gantz ring zu lernen seind, auch 
etlich feine Tentz, AVelisch vnd Frantzö- 
sische Stück, die fein artlich vnd lieblich 
Collerirt, mit sünderm fleys verfast, vnd 
zu samen gebracht durch mich . . . 1544. 
Li kl. 40. A— H. Am Ende: Gedruckt 
zu Nünnberg bey Hans Günther, durch 
Verlegung Hansen Newsidlor. [B. Karls- 
ruhe. 

Das Ander Bucli. Ein New künstlich 
Lautten Buch, für die anfallenden Schuler, 
. . . Mit vil sclujnen lieblichen stücken, 
Teutscher vnd Welischer tentz, auch die 
Mensur ... die Schlacht vor Bafia . . . 
offenlich aufsgaugeu, jm D.M.XLHII (!) .Tar 
..., ohne Drucker, kl. qu4". 71 BU. 
[B. Karlsruhe. Einst auch in George 
Becker's Besitze in Lancy. 

In Dr. Oscar Chilesotti's Lautenspieler 
des 16. Jhs. Lpz., Br. & H. Nr. 1—12 
aus 1536, Lautenpiecen in Uobersetzung. 

Neusidler, Koiirad, Augusta- 
nus (aus Augsburg), ^vo er aucli 
als Lautenist lebte und vom Stadt- 
rate bei Hochzeiten gebraucht 
wurde, wie aus einem Berichte der 
Baumeister auf Johann Seitz' Ein- 
gabe im Jahre 1626 zu ersehen 
ist (M. f. M. 25, 29). Herr Wilh. 
Tappert erwähnt in M. f. M. 17, 
32 in einem Artikel über Hain- 
hofer's Lautenbuch obigen N. und 
teilt mir aufserdem mit, dass sich 
in demselben Lautenbuche 11 Cho- 
räle in italienischer Tabulatur be- 
finden. Aufserdem besitzt derselbe 
noch 6 Piecen, die sich hds. in 
seinem Exemplare von Wyssen- 



bach's Lautenb. von 1550 befinden 
und zwar 2 Tänze, 2 Choräle und 
2 Chansons. 

Neusidler (Neysidler, Newsyd- 
1er), Melchior, aus Augsburg, 
lebte um 1566 oder schon früher 
in Italien. Leo Liepmannssolm 
besafs 1886 ein Autograph von 
ihm vom Jahre 1551, eine Ein- 
gabe an den Kaiser von Deutsch- 
land um ein Druckprivilegium für 
seine Werke auf 10 Jahre. Dabei 
lag auch sein Porträt mit der Um- 
schrift „aetatis suae 4.3". Es fragt 
sich nur, wann dasselbe hergestellt 
ist. Am 23/12 1577 erhält der 
Herzog Wilhelm V. von Baiern 
von dem in Augsburg lebenden 
Meister (er war also nach 1566 
wieder in die Heimat gekehrt) 
„ettliche stuck auff die Lautten" 
(Thentz) |Kreisarch. in München). 
1574 zeichnet er die Dedic. in 
Strafsburg, doch kann er sich dort 
nur zum behufe der Ueberwachuug 
des Druckes seines neuen Lauten- 
buches aufgehalten haben, wie es 
zu der Zeit Sitte war. Das sicherste 
Zeugnis, dass er von Italien wie- 
der in seine Geburtsstadt zurück- 
kehrte, gewährt die Eingabe an 
den Augsburger Magistrat, leider 
ohne Datum und genaue Angabe 
seiner dortigen Amtsstellung (M. f. 
M. 25, 5). Doch lässt sich aus 
derselben soviel ersehen, dass er 
für die Instrumental -Stadtmusik, 
vielleicht nur für die ,,stille Mu- 
sik", wie er die Musik von den 
Reifs - Saiteninstrumenten bezeich- 
net, der Vorgesetzte war. Von 
seinen Lautenbüchern sind be- 
kannt: 

1566. n I. üb. iutabulatura di liuto 
di . . . Alemano , Sonatore di liuto in 
Augusta . . . Ven. 15G6 Ant. Gardano. 
hoch 4». 24 Nrn. 38 S. [B. B. B. M. 
üpsala. br. Mus. (Beschi-bg. M. f. M. 3, 
154). 



Neusidler, Melchior. 



189 



New Ayres. 



1566. 11 n. üb. (wie oben). 50 S. 
Bibl. dieselben aufser br. Mus. 

Die Lautenstücke wieder aufgenommen 
in „Tbeatrum musicum", siehe Phalese 
1571. — 1573 erschienen sie in Franck- 
furt bei Eichorn, aus der italienischen in 
die deutsche Tabulatur übertragen durch 
Drusina, betitelt: Tabulatura continens 
praestautissimas et selectissinias quasque 
cantiones, in usum testudinis, a Melchior 
Neusydler italice invulgatas, nunc typis 
germanicis redditas per Benedictum de 
Drusina. Francofordiae eis Viadrum 1573 
Eichorn. 2 Teile in fol. [Brüssel 2902. 
Eürstl. Fürstenbergsche Bibl. in Donau- 
eschiugen (Baden). 

Das 1. Buch soll 1595 in Venedig 
wieder aufgelegt seiu. 

1574. Teütsch Lautenbüch darinnen 
kunstliche Muteten, liebliche Italianische, 
Frantzösische , Teütsche Stuck, fröliche 
Teütsche Täntz, Passo e mezo, Saltarelle, 
und drei Fantaseien Alles mit fleis aufs- 
gesetzt, auch aillich vnd zierlich Coloriert, 
durch M. Newsidler, Burger u. Lautenist 
in Augs])uig. Getmckt zu Strafsburg 
durch Bernhart Jobin. Mit Portr. des 
Autors „aetatis suae 43". Dedic. gez. in 
Strafsburg den 20. JuU 1574. Enth. 45 
Nrn. 53 Bll. An Autoren sind Depres, 
Mouton, AVillaert, Lupus, Verdelot, Lassus, 
Rogier, Crequillon, Archadelt, Eore u. die 
Deutschen: Senfl, Stef. Zirler, Hofheimer, 
Greg. Brack genannt, [ß. M. B. Dresd. 
Boston. B. Wagener. Hofb.AVien. Wol- 
fenb. 

In B. M., Ms. 252 eine Fantasie f. Laute. 

Neufs, Dr. Heinrich Oeorg, 

geb. 11. März 1654 zu Elbing- 
rocle, gest. 30. Sept. 1716 zu Wer- 
nigerode. Studierte Theologie 1677 
bis 1680 zu Erfurt, wurde 1684 
Rektor an der Schule zu Blanken- 
burg, 1690 Diakonus an der Hein- 
richstädtischen Kirche zu Wolfen- 
büttel, 1696 Superintendet zu Wer- 
nigerode i/H. Näheres über seine 
Thätigkeit als geistlicher Lieder- 
dichter im Zahn 5, 439, siehe 
auch Viertel]'. 5, 572. 576. 9, 314. 

Dort auch der Abdnick von 22 Melo- 
dien. Er verschmähte sogar nicht Operu- 
melodien als Kirchemnelodien zu ver- 
wenden. 1692 erschien seiu „Hebeopfer 
zum Bau der Hütten Gottes, d. i. geistl. 
Lieder . . . mit eigenen uad neuen Melo- 



dien versehen. Lüneburg 1692 Lipper." 
SO. 16 u. 410 S. [B. B. B. Lpz. B. 
Wagener. B. Hbg. Wernigerode.] Zahn 
6, 265 giebt eine genaue Beschreibung 
und von Winterfeld teilt 4 Lieder mit 
(Eitner 2). — Man schreibt ihm auch 
fälschlich folgendes anonym erschienene 
Buch zu, welches 48 Jahre nach seinem 
Tode erschien und wahrscheinlich auch 
von einem Geistlichen herrührt, betitelt: 
Musica parabolica, oder parabol. Music, 
d. i. Erörterung etlicher Gleichnisse und 
Figuren, die in der Music, absonderlich 
an der Trommete befindlich, dadurch die 
allerwichtigsten Geheimnisse der hlg. 
Schrift . . . gar deutlich abgemahlet wird, 
ohne Autor. S. 1. 1754 (erschien in Lpz. 
bei Heinsius Erben). 8". 124 S. [Dresd. 
Musikfr. Wien. B. Lpz. Brüssel 6888. 
B.B., daselbst im Ms. theor. 4°. Nr. 14 
eine Kopie und in Nr. 15 die Abhand- 
lung: Kurzer Entwurf der Musik. 

Neustöckel, Georg Friedrich, 

1737—41 Chordirektor an St. Aure- 
lien in Strafsburg i/EIs. (Lobstoin 94). 

Neve, Godefroid de, s. Nepotis. 

Neveu, H..., geb. zu Brüssel 
um 1750, denn 1776 wird in einem 
Kataloge sein opus 1 angezeigt. Er 
war Pianist des Grafen von Artois 
zu Paris. Straeten 4, 391 be- 
schreibt und giebt Auszüge seiner 
Werke, ohne einen Fundort zu 
nennen. Es sind dies 

Six Senates p. le clavecin ou fortep. 
av. acc. d'un V. Bruxelles, Grana et 
Coulemans. fol. 21 u. 7 S. 

Sonates p. le clav. ou pfte. ist 1776 
im Kataloge von Ypen & Comp, in Brüssel 
angezeigt. 

1° Potpourri p. le clav. ou le fortep. 
Paris, De EouUede de la Chevardiere. 
qufol. 13 S. 

Gregoir, Panth. 3, 67 erwähnt ihn auch 
ohne Neues mitzuteilen, doch dmckt er 
ein Urteil aus dem Mercure de France 
von 1779 über ihn ab. 

NcYil, ... ein englischer Ge- 
lehrter der 2 ten Hälfte des 18. Jhs., 

veröffenthchte in den Tiausactious 
Philosoph. Nr. 337 p. 270 eine Abhand- 
lung: Antieut trumpet found in Ireland 



New Ayres and Dialogues, siehe 
Cl. Jeiikiiis und xVirs 1678 a. 



Newark. 



190 



Niecolin i, Giuseppe. 



Newark, siehe William of 
Newark. 

Neivdöröer, Gabriel, ein Schü- 
ler Wilf f Imgsed er's, dem er seine 
Musica teutsch 1572 widmet. 

Newsidler, siehe Neusidler. 

New Treasury 

of Musick: or, a collection of the 
choicest and best Song-Books for these 
twenty yeais last past. The words com- 
posed by the uiost iugenious Wits of this 
age, aud sett tu Musick by the greatest 
Masters in that seieuce. With a Thor.-B. 
to most songs, for the Theorbo, Lute or 
Bass-Viol., harpsicJi. or Spinnet. London 
1695 H. riayford. fol. 5 Büclier Theater- 
Musik, [br. Mus., Buch 3 fehlt. 

Newmaii, Mastor, ein euglischer 
Komponist dos IG. Jhs., 

der im Ms. Thomas Mulliner's (br. Mus. 
Add. 30.513) mit einer Fantasie und Pavin 
vertreten ist. 

Newton, James William, be- 
kannt durch eine 

Psalmody iniproved, a collection of 
Psalm tunes & Anthcms for 2, 3 & 4 
voices. Ipswich 1775. 8°. [Glasgow. 

Fetis führt drei Gelehrte Newton an: 
Jolin^ Matlieniatiker, 17. Jli., Imak. der 
bekannte Gelehrte, 17. Jh., und Benjamin^ 
ein Ecclesiastiker des 18. Jhs., in deren 
Werken nm- nebenbei der Musik gedacht 
wrd. In der Bibl. des R. C. of Mus. be- 
findet sich eine Predigt von einem Rev. 
John N. gegen niindel's Messias, London 
1786. 2 Bde. (Nr. 2906). Ein 2tes AVerk 
von demselben unter Nr. 2734 enthält 
eine Predigt, in der auch der Einfluss 
der Musik auf den Menschen behandelt 
wird und unter 2229 ein Dnick von einem 
älteren Jolm von 1694 über die sieben 
freien Künste. Letzteres auch in B. BriLs- 
sel: London 1693 Milbourn. 12". Morley 
nennt noch 1597 einen Dr. Netcton als 
bedeutenden Komponisten, von dem man 
aber heute nichts mehr kennt. 

N^zot, Gabriel, geb. 12. Sept. 
1776 zu Goudrecourt (ducho de 
Bar). Lebte als Musiklehrer in 
Paris und schrieb allerlei Tages- 
literatur (Fetis). 

Niceoletti, Filippo, s. Nieoletti. 

Niceoliiii , Francesco , ein 
Opernkomponist der 2ten Hälfte 
des 17. Jhs., der von 1669 bis 



1685 vier Opern in Venedig auf 
die Bühne brachte (Fetis Näheres). 
In Bologna, Kat. 3, 247 wird er Fran- 
cesco del Niccolino genannt und ein Band 
Gesänge beschrieben, dediciert an Filippo 
del Nero von N., der 3 Gesänge f. Sopr. 
u. Bc. mit seinem Namen gez. enthält 
(Bl. 3, 14 u. 28), die anderen scheinen 
anonym zu sein (sign. Q49). S. 24 ebd. 
ist eine Samlg. Arien a voce sola e Ma- 
drigali a piü voci aus dem 17. Jh. von 
54 BU. angezeigt, in der Niccolino die 
erste Stelle einnimmt. 

Niccolini (Nicolini), Griuseppe, 
geb. 29. Jan. 1762 zu Piacenza, 
gest. ebd. 18. Dez. 1842. Sohn 
des Kapellmeisters Omobouo N. 
zu Piacenza. Studierte zu Neapel 
im Conservatorio S. Onofrio Musik, 
trat 1792 aus und beendigte seine 
Studien unter Giac. Insanguine. 
Im Kaineval 1793 trat er mit 
seiner ersten (Jper auf „La figlia 
stravagante", der dann Jahr für 
Jahr neue folgten. 1809 nennt 
er sich Kapellmeister an der Ge- 
sangschule von A. M. Pellegrini- 
Celoni. Im Jahre 1819 berief 
man ihn als Kapellmeiter an die 
Kathedrale zu i'iacenza. Die Er- 
folge Rossini's drängten alle ande- 
ren Opernkomponisten in den 
Hintergrund und N. verlegte sich 
nach mannigfachen Misserfolgen 
auf die Komposition geistlicher 
Werke (Florimo 2, 294. Ricordi's 
Gazzetta Milano 1886, 217. Lpz. 
Ztg. 21, 316. 23, 679). Von 
seinen Werken sind nachweisbar: 

In der B. Neapel die Opern : 

1801. I Baccanali di Roma, op. seria 
in 2 atti. Milano (Napoli 1814). Ms. P. 

1802. I Manlii, op. seria in 2 atti. 
Milano (1812 in Neapel gegeben). Ms. P. 

1804. II geloso sincerato, farsa. Na- 
poli. Ms. P. 

1804. Peribea e Telamone, op. seria, 
2 atä. Napoli. Ms. P. 

1805. Le nozze inaspettate, op. semi- 
seria, 2 atti. Napoli. Ms. P. 

In anderen Bibliotheken: 
Arlequins Sclaverey. Kl.-A. Ms. [B. 
Leipzig. 



Niccolini, Giuseppe. 



191 



Nichelmann. 



Balduiuo, Dramma serio in 2 atti. 
Ven. 1813. P. Ms. 17799. [Hofb.Wieu. 

Carlo magno, opera. Ms. P. [Münche- 
ner Oper. 

Coriolano, op. seria in 2 atti (poesia 
di Romanelli, Mailand 26/12 1808) Ms. P. 
[Brüssel Cons. Musikfr. AVien. Darmst. 

Le due genielle, op. in 2 atti (Roma 
c. 1808) Ms. P. [Brüssel Cons. 

Li fratelli ridicoli, opera. Ms. Stb. 
[Dresd. Mus. 

La selvaggia deH'messico, op. Ms. Stb. 
[Dresd. Mus. 

Trojano in Dacia, opera in 2 atti. P. 
Ms. 16 200. [B. B. Musikfr. Wien. 
Darmst. 

Pantomime, Piecen für V. u. B. in 
Tanzformen. Ms. 694. [Karlsruhe. 

Pezzi favoriti dell'op. seria Coriolano, 
ridotti per Clav, dal Moscheies. Vien., 
Artaria. [B. B. 

Overtura ed Aria dell'opera Trajano in 
Dacia. Vien., Tadeo Weigl. [B. B. 

Scena ed Aria (Sopr.) nell'op. Anuibale 
in Bitivia. Müaao, Eicordi. Kl. -Ausz. 
[Dresd. Mus. 

— Aus derselb. Oper, ib. „Dagli äff auni". 

4 Duette aus der Oper L'Eroe di Lau- 
castro. Milane, Ricoi'di. Kl. -A. [Dresd. 
Mus. 

Duetto ,.]1 braccio mio guerriero" aus 
Trojano 1808. — Duetto ,,Tergi quei tuoi 
beirai". — Terzetto „Lascia, clie al seu 
ti stringeo" aus Trojano. Ms. P. [Dresd. 
Mus. 

Duetto neue Baccanali di Roma. Ms. 
[Berlin Sing. 

Im St. Einsiedeln 3 Duette aus Opern. 
Milano 1799. 

In Musikfr. Wien zahlreiche Gesge. 
aus Opern im Kl.-A. , auch Variazioni 
per cla\dcemb. 

In Mailand Cons : 11 Duetti, 1 Duettino, 
1 Terzetto. 6 Scenen mit Arien, 6 Arien 
zum Teil im Druck bei Ricordi. 11 Sin- 
fonien teils zu Opern, teils ohne Bez. im 
Ms. in Stb., auch 2 im Kl.-A. 

In B. Brüssel 2632 Ms. mit Gesgen. 
aus Opern. 

In Bologna im Ms. 2 Arien 1. Nel 
silenzio i mesti passo, aus Alzira. P. 2. 
n braccio mio conquise. Ms. P. 

3 Autogr. in B. B., Grasn: 1. Arietta, 
Panna 22/4 1822. 2. Sicut erat 4 voc. 
c. sü-om. ' 3. 1 Brief vom 13,7 1818 u. 
sein Port. 

An geistlichen Kompositionen besitzt 
die Hofb. in Wien: 

2 Missae 4 voc. c. ström. P. Ms. 
16489490. 



Messa 4 voci con ström. P. Ms. 
16 650. 

Messa de'morti 4 voci c. instr. Ms. 
16 664. 

Credo, ä 4 voci concert. con ström. 
Ms. 16 671. 

Dixit breve 4 voci con ström. Ms. 
16 669. 

Dixit Dnus. Dno. meo, 4 voc. cum 
instr. Ms. 16496. 

Laudate pueri, Sopr. con rip. e sti'om. 
M.s. 16 672. 

Litania, 4 voci con ström. Ms. 16 651. 

Magnificat 4 voc. con ström. Ms. 
16 668. 

Miserere mei, c. orch. Ms. 16 6y9. 

2 Tantum ei'go, ä voce sola c. ström. 
Ms. 16667 und 16 670. P. 

Messa breve in re min. a 3 voci di 
Sopr. T. e B. con Orch. P. im Autogr. 
[Mailand Cons. 

Nisi Dominus edifica ä 4 voci. P. ini 
Autogr. [Mailand Cons. 

In neuer Ausg. ein Recit. mit Arie 
aus Coriolan (Eitner 2). 

Niccolini, Lai§;i, um 1769 zu 
Pistoja geb., gest. 1829 zu Livorno. 
Begann seine Musikstudien unter 
Marco Rutini in Florenz, besuchte 
dann das Conservatorium della 
Pietä deTiuchini zu Neapel, trat 
1786 nach der Prüfung aus und 
schrieb für die Kirche und The- 
ater (Florimo 3, 65). 

Nachweisbar ist nur die Prüfungs- 
kantate beim Verlassen des Conservatio- 
riums, die sich in der B. Neapel befindet, 
betitelt: Cantata per voce sola di Sopr. 
con acc. di quartetto a corde. 1786. 

Nicetius oder Nicetus, 532 

zum Bischöfe von Trier gewählt, 
starb 568. Gerbert 1, 9—14 ver- 
öffentlichte den Tractat: 

De laude et utilitate spiritualium canti- 
corum, quae fiunt in ecclesia christiana, 
seu de Psalmodia bono. In einem Ms. 
zu Oxford wird der Tractat S. Augustin 
zugeschrieben, sowie dem Nie. dessen Te 
Deum laudamus (letzteres wird aber Am- 
brosius und nicht Augustin zugeschrieben). 

Melielmaiin, Cliristopli, geb. 
13. Aug. 1717 zu Treuenbriezen 
(Reg.-Bez. Potsdam), gest. 20. Juli 
1762 zu Berlin in ärmlichen Ver- 
hältnissen. Von 1730—33 war er 



Nichelinann. 



192 



Nichel 



mann. 



Alumnus der Thoraasschule in 
Leipzig, veriiefs dieselbe aber heim- 
lich. Er genoss daselbst den Unter- 
richt Seb. Bach's und den Um- 
gang Friedemaun Bach's. Spitta, 
Bach 2, 729 bestreitet, dass er 
Alumnus war, doch giebt er zu 
von Friedemann Klavierunterricht 
erhalten zu haben. Meine obige 
Aussage ist aktenniiäfsig von B. F. 
Richter in Leipzig beglaubigt. Er 
wanderte von hier nach Hamburg, 
wo er Telemann und Mattheson 
kennen lernte. Ob er noch Reinh. 
Keiser in Hamburg antraf ist 
zweifelhaft u. noch weniger Avahr- 
scheinlich, dass er von ihm in 
der Opernkomposition unterwiesen 
wurde, wie die Lexika aussagen. 
Er trat darauf in die Dienste des 
Grafen von Rantzau bei Olden- 
burg, besuchte 1788 seine Heimat 
und erhielt darauf die Sekretär- 
stelle beim Grafen von Barfuss 
in Berlin. Von Quantz im Kon- 
trapunkt unterrichtet, machte er 
hier seine ersten Versuche in der 
Komposition. 1744 wurde er 2ter 
Cembalist a/d. Kgl. Kapelle und 
hatte auch den König am Klavier 
zu begleiten, wenn derselbe Flöte 
blies (nach Marpurg 1, 548 aber 
erst von 1754—1756). 1756 er- 
hielt Fasch seine Stellung und N. 
nährte sich kümmerlich von Privat- 
unterricht (Marpurg 1, 431 Biogr., 
wieder abgedr. im Gerber 1 und 
Ledebur). N. wurde zu seinen Leb- 
zeiten von den Berliner Zeitgenos- 
sen sehr geschätzt und man findet 
ihn in allen Samlg. vertreten, die 
damals in Berlin so zahlreich er- 
schienen. Eine Würdigung seiner 
Gesamtleistungen wartet noch einer 
gewandten Feder, sowie überhaupt 
die Berliner Künstler damaliger Zeit 
eine genaue Bearbeitung auf Kennt- 
nis ihrer Leistungen bedürften. 



Verxmchnis seiner Werke : 

Die Melodie nach ihrem Wesen so- 
wohl, als nach ihren Eigenschaften, von 
. . . Nebst 22 Kupfeitafeln. Dautzig 1755 
Schuster. 4». 7 BU. 175 Seit. [B. B. 
B. W. Dresd. B. M. B. Wagener. 
Basel. Brüssel. Musikfr. Wien. Glas- 
gow. B. Lpz. 

— Eine Kritik gegen das Werk, doch 
in ruhiger und anständiger Weise abge- 
fasst schrieb G. Leopold unter dem Pseu- 
donym Caspar Dünckelfeind : Gedanken 
eines Liebhabers der Tonkunst über Hn. 
N.'s Tractat von der Melodie (Nordhausen 
1. Juli 1755). 4«. [B. B. Brüssel. 

Ob die darauf folgende Entgegnung 
von N. ist, wird zwar von Einigen be- 
hauptet, doch lässt es sich nicht beweisen: 
Die Voi-treffUchkeit der Gedanken des 
Hn. Casp. Dünckelfeindes über die Ab- 
hdlg. von der Melodie, ins Licht gesetzet 
von einem Musick Freunde. S. 1. et a. 
40. [Brüssel. 

Autogr. B. B : Eeqiüem 4 voc. c. in- 
strum. r. 10 Bg. 

Serenata: 11 sogno di Scipione (Text 
von Metastasio). 1746 im Schlosstheater 
zu Berlin aufgeführt (Sinfonie, Recit., 
Arien u. Chöre). Ms. P. [Rostock. 

Due chori ä 10 voci: 2 S. T. B. 2 
Corni, 2 V. Va. e B. (Germe di cento 
und Non paventi). Ms. Stb. [Schwerin F. 

In B. Joachimsthal Nr. 458 (Kat. 3(j) 
Serenata von Friedrich 11. Mens. Aug. 
1747. S. 2(5 Nr. 3 ein Allegro von N. 

Oden in G. A. Lange's Oden 1758. 

Oden und Klavierpiecen in Breitkopf's 
Samlwke. 1. 2. 1753. In Vofs' geistl. 
Oden 2 Nrn. 

1 Duett in Mai-purg 6, HO und 2 
Lieder S. 12G u. 134. 

3 Oden in Birnstiel's Sanilwk. 1753, 
sowie im Samlwk. 1760 a. b. 

Sinfonia a 10: 2 Cor. 2 Ob. 2 Fl. 2 V. 
Va. e B. Ms. Stb. in Es. [Schwerin F. 

Orchesterstücke f. 2 V. Va. u. ß. Ms. 
Stb. [Schwerin F. 

4 Concerti (in Fd. Em. Esd. Cd.) per 
il Cembalo con 2 V. Va. e B. Stb. qufol. 
Ms. [Dresd. Mus., dort auch IL Concerto 
ä 2 (5embali. 

3 Concerti (in Cm. Em. Cd.) per il 
Cemb. con 2 V. Va. B. Ms. Stb. [Bras- 
set Cons. 

6 Clavierconcerte mit Streichquartett, 
auf dem 3. das Datum „Nov. 1743". Mss. 
517 — 522. P. 82 BU., alte Hds. [B. 
Joach. 

Concerto ä 5 per Cemb. (und Streich- 
instr.). Stb. Ms. [Rostock. 



Nichelmann. 



193 



Nicodami. 



Concerto in Fd. wie vorher. Ms. 16167 
Stb. [ß. B. Ebd. Ms. 16 165 in K. ein 
Klavierkonz. in Stb. 

Cuncerto per Clavicetnbalo Ms. [Darm- 
stadt. 

3 Trio a 2 Fl. tiav. et B. Ms. Stb. 
[Darnist. 

6 brevi Sonate da Cemb. Norimbg., 
B. Scbinid. U. qufol. 24 Seit. [ß. M. 
Hofb. Wien. 

(6) brevi Sonate da Cembalo all'uso . . . 
inassime delle dame. Op. 2. Norinbg., 
B. Scbmid. kl. qnfol. 26 Seit. [B. B. 
Bresd. Mus. Darmst. B. M. Musikfr. 
AVien. Brüssel Cons. 

— Ausg. Paris, A. Loduc. [B. M. 

SLx Short Sonatas or Lessons for the 
harpsichord . . . London, Longman, Lukey 
& Co. qufol. [br. Mus. 

11 Sonaten in Farrenc's Tresor Bd. 10. 

Mss. in B. B. P295 Sonate fiii-s Clav. 
Ed. — Ms. 16166 in K. Sonata per 
Cemb. — Ms. 189 Sonate f. Clav. Am. 

— Ms. 103 in K. Menuetto, Polonaise, 
Variationen. — Ms. 131 fo. 12 u. 17: 2 
Allegro f. Clav. 

Souatina per il Cemb. Ms. [Rostock. 

5 Sonaten im Ms. [Briissel Cons. 

Sonate ex Gjj per Cembalo solo. Pres- 
tissimo. 8 Bll. [B. \Yagener in Kopie. 

N. war auch an der Komposition Kg. 
Friedrich IL „11 re pastore". beteiligt 
zu der er die Ouvertüre und 2 Arien 
schi'ieb. 

In der Bibl. Berlin Th. im Ms., zum 
Teil Autographe: 5 Concerti per il Cem- 
balo concertato, con 2 V. rip. Va. e B. 
in Cd. Cm, im Autogr., Dmoll ebenso, 
Ad. ebenso, zum Teil in P., zum Teil in 
Stb. oder P. u. Stb. — Ouvei-ture per 2 
V. 2 Ob. Va. e Bc. P. im Autogr. Bd. 

— Sei Sonate da Cembalo, nur Sonate 
3 — 6 vorh. im Autogr. 

In Em. Bach's Tonstücke f. d. Clav. 
Berlin 1762 Wever, eine Sonate Xr. 3. 

In Maii)urg"s ClaNäerstücke 1. und 2. 
Samlg. 1762 eine Sonate n. a. In des- 
selben Raccolta 1756 u. 1757 Mehreres 
von N. — In desselben Ciavierstücke 
3. Samlg. 1763 ein Presto. — In Wever's 
Samlwk. 1774 Sonaten u. Fugen. 

In neuen Ausgaben 6 Nrn. (Eitner 2). 

Nicholl, Rev lebte am Ende 

des 18. Jlis. zu London und 

richtete Eameau's Oper Ca.stor und 
Pollux für das Konzeil der ,.Antient 
Musick"' am 2. März und 6. April 1791 
ein. Part. Ms. in Cambridge FW. 176. 

NicLolls, Oeorge, ein Eng- 

Rob. Eitner"s Quellen-Lexikon. Bd. 7. 



iänder, der am Ende des 18. Jhs. 
in London 

allerlei Kompositionen für Flöte und 
VioMne, zum TeU mit Pianof. -Begltg. 
herausgab. Im br. Mus. befinden sich 
3 Drucke von ihm. 

Nicholson (Nicolson), Richard, 
wurde am 23. Jan. 1595/96 zum 
Or2;anisten und Lehrer der Chor- 
sänger am ]\lagdalen-Koilegium zu 
Oxford gewählt, erwarb sich im 
Februar 1596 den Grad eines 
Baccalaureus und bekleidete später 
die Professur für Musik an der 
Universität, die erst 1626 durch 
Dr. Heyther errichtet war. Er 
starb zu Oxford 1639 (Hawkins 4, 
64. Grove). 

In Morley's Triumphs of Oriana 1601 
das Madrigal: Sing, Sliepherds all. — Im 
Ms. 569 des br. Mus. in Stb. 6 Gesge. 
lind in Ms. 567 zwei Gesge. — 1 Fancies 
in 5 pai-ts, Ms. des 17. JTis. im R. C. of 
Mus., fehlen 2 Stb. — Ein Gesg. in neuer 
Ausgabe (Eitner 2). 

Ein Saviicel Nicholson trat 1727 in die 
Kgl. Kapelle ein (Viertel]. 8, 516). 

Niclafs, Hanfs Michel, 1653 
Yiolist und Posaunist an der Hof- 
kapelle in Stuttgart (Sittard 2, 50). 

Niclas, J. . . A..., Musiker 
in der Kapelle des Prinz Heinrich 
von Preufsen zu Eheinsberg, geb. 
zu Tettnung in "Württemberg, gab 
um 1790 u. später zu Berlin aller- 
lei Klavierpiecen heraus. Seine 
Schwester ist die berühmte Sänge- 
rin Frau Troschel (Gerber 2). 

Oben erwähnte Klavierpiecen bestehen 
aus Beai'beitungeu von Opernthemas und 
befinden sich 16 in der Kgl. Hausbibl. 
zu Berlin, bei Breitkopf erschienen. 

Nicodami, . . . soll nach Fetis 
eigentlich Xikodim geheifsen haben. 
Ein Böhme, 1758 geb., f 1844 (?) 
zu Paris, im Alter von 86 (?) Jahren. 
Ging gegen 1788 nach Paris und 
liefs sich als Lehrer nieder, wurde 
auch am Conservatoire fiirs Pian- 
fortespiel angestellt, verlor aber 
1802 die Stellung. 

13 



Nicodemus. 



194 



Nicolai, Chrstph. Friedr. 



(Fctis. Biographie de M. N. . . Paris 
1843 Malteste. 8» mit Portr. Grabmal 
und Musikbeilag. Demnach kann er nicht 
erst 1844 gestorben sein. Exempl. B. 
Brüssel 4995). 

Nicodemus, 

Im Samlwk. Ant. Gardano's Madrigal! 
ariosi, Ausg. 1560, lib. 2, ist er mit dem 
Madr. „Bereite la vit'e breve'' 4 voc. 
vertreten. 

Nicola Flamingo (Nicolaiis de 
Flandra), wurde am 15. Juni 1473 
als Sopranist a/d. Hofkapelle in 
Modena angestellt (Valdrighi 12 
Dokum. 32). 

Nicola de Giovanni, siehe Crio- 
vaniü. 

Nicolai, . . . 

In Stral'sburg in St. Thomas befinden 
sich folgende KompositioLieu im Ms: 1. 
Ach Jesu komm eh ich verschmachte , f. 
Sopr. u. 2 Ten. mit 2 Diskant-, 1 Alt- u. 
Tenor- Viole, B. u. Orgel. 2. Sey nun wieder 
zufrieden, 3 st. 2 V. Va. B. Org. 17. Jh. 
Welcher N. das sein soll, kann ich nicht 
entscheiden. 

Nicolai Capuani presbytori (auch 
Nicoiao di Capua), ein Theoretiker 
des 14. Jhs., lebte als Geistlicher 

in Rom. 

In der Bibl. Vallicellana zu Rom B 83, 
ein Ms. aus dem 14. Jh., enthält als 
7. Stück: Nicolai de Capua tractatus de 
musica, 23 S., welches La Fage in neuer 
Ausgabe herausgab, betitelt: 

Compendium musicale ad Codicum 
fidem nunc primum in lucem edidit, notis 
gallicis illustravit, inedita scriptorum ano- 
nymorum fragmenta subjuuxit. Just. 
Adrian, de la Fage. Lutetiae Parisiis 
1853 Bonaventure & Ducessois 8". 47 S. 
[B.M. 

Nicolai, D. Bcrtraiidus, wird 
am 4. Mai 1556 zum Succentor 
an St. Donatien zu Brügge ge- 
wählt. Am (i. Mai 1559 giebt er 
zur Feier der Celebration seiner 
ersten Messe ein solennes Mahl 
(Straeten la, 29). Ein Bertrand 
Nicolay ist im Mai bis Aug. 1559 
als Sänger an der spanischen Ka- 
pelle verz. (ib. 8, 31). Mag wohl 
ein anderer sein. 



Nicolai, Christian Aui^ust, geb. 
1721 in AYeifsenfels; war 1757 
Mitglied der Aulialt-Zerbster Hof- 
kapelle (Marpurg 3, 130). 

Nicolai, Christoph Friedrich, 
gewöhnlich nur mit Friedrich gez., 
geb. IS. März 1733 zu Berlin, der 
Sohn eines Berliner Buchhändlers, 
gest. 8. Jan. 1811. Er beteiligte 
sich nicht direkt am musikalischen 
Wirken, hatte aber doch auf das 
Berliner Musikloben einen bedeu- 
tenden Einfluss. Jahn 3, 362 
schreibt über ihn: Fr. Nicolai be- 
schäftigte sich aus Neigung neben- 
bei mit der Musik, die er praktisch 
übte und über welche er sich ein 
auf eigner Einsicht beruhendes 
Urteil zu bilden mit redlichem 
Ernst bemüht war. Er war mit 
ausgezeichneten Musikern, nament- 
lich Agricola, Marpurg, Roichardt 
persönlich befreundet, und als er 
im Jahre 1765 die allgemeine 
deutsche Bibliothek unternahm, 
wurde auch die Musik in den 
Kreis ihrer Besprechungen ge- 
zogen, in welcher der bekannte 
berlinische Standpunkt festgehalten 
wurde, wie er namentlich in der 
Opposition gegen Gluck zu er- 
kennen ist. So wie daher Nicolai 
als ein in musikalischen Angelegen- 
heiten Berlins einflussreicher Mann 
galt nnd gesucht wurde, so musste 
ein literarisches Organ von solcher 
Bedeutung nicht wenig dazu mit- 
wirken, der Berliner musikalischen 
Kritik Ansehen und Gewicht zu 
geben (Göcking's Leben Nicolai's). 
Von seinen Werken gehört nur 
das Liederbuch hierher: 

Eyn feyner kleyner Almanach vol 
schönen- echterr lieblicherr Voickslieder 
. . . herausg. von Daniel Seuberlich, 
Schusternu tzii Ritzjuück ana der Elbe. 
l.Jhrg. Berlynn vniidt Stettynn veriegts 
Friedrich Nicolai 1777. sehr kl. Fonnat. 
17G S. mit 32 Liedern, teilw. mit Melod. 



Nicolai, David Traugott. 



195 



Nicolai, Joh. Gottl. 



— 2. Jhrg. 1778. 16 u. 158 S. mit 
32 Liedern, teilw. mit Melod. [B. B. 

Im Gothaer Kalender von ßeichard 
1780, XVIII werden Arien zum Der 
lastige Schulmeister angezeigt, abgedruckt 
im Musen-Almanach. 

Nicolai, Dayid Traugott, geb. 
24. Aug. 1733 zu Görlitz, wo sein 
Vater Organist an St. Feter und 
Paul war, gest. 1800 ebd., zeich- 
nete sich schon in zarter Jugend 
als Klavier- und Orgelspieler aus, 
besuchte von 1753 — 55 die Uni- 
versität in Leipzig und lernte dort 
die Bach 'sehen Orgelsachen kennen 
und schätzen, die er bis in sein 
Alter meisterhaft vorzutragen ver- 
stand. 1756 wurde er der Nach- 
folger seines Vaters an obiger 
Kirche in Görlitz und 1785 erhielt 
er vom Kurfürsten von Sachsen 
den Titel eines Hoforganisten. Er 
starb im Alter von 67 Jahren und 
3 Wochen, das macht: September 
1800 (Biogr. in Lpz. Ztg. 3, 18). 
Man kennt von ihm: 

Kurtze doch zuverläfsige Beschreibung 
der grofsen Orgel in der Hauptkirche zu 
Göi-iitz . . . Görlitz 1797. [B. B. 

Fantasie und Fuge für die Orgel. 
Dresden u. Leipz. 1789 Breitkujif. qnfol. 
Hier bez. er sich als ,,kuif. säehs. Hof- 
orgauist und Organist au S. Petri und Paul 
in Görlitz". [Dresd. Mus. B. B. B. Lpz. 

Fantasie und Fuge für die Orgel (Gd.) 
(jufol. 12 S. u. 2 Bll. Widmung, ohne 
Ort und Verleger. [B. Wagener. 

Fuga zu 4 Stim. Gm. Autogr. in 
B. B., soll nach dem Kat. mit D. Fr. N. 
gez. sein, doch halte ich das F für einen 
Schreibfehler im Kataloge. 

2 Fugen in neuer Ausg. (Eitner 2), 
1 Orgelstück in C. F. Ilecker's Caecilia, 
Leipzig. 

Nicolai, Fr..., bekannt durch 

A second set of six Sonatinas for the 
harpsich. London, Bland. [B. B. 

Nach dem Verleger erschien das Werk 
Ende des 18. Jhs. 

Nicolai, Friedrich^ siehe Chri- 
stoph Friedrich Nicolai. 
Nicolai, . . ., 

im br. Mus: 3 Duos pour un Vcl. et 
1 V. oe. 1. Amsterdam, fol. 



Nicolai, Johann Georg, geb. 
1720 zu Lichtenhain (Schwarzburg- 
Rudolstadt), gest. 24. Dez. 1788 zu 
Rudolstadt, wo er fast an 40 Jahre 
Stadtorganist war. Er schrieb ein 
Choralbuch, in dem sich auch neue 
Melodien befinden, die wahrschein- 
lich von ihm selbst herrühren. 
Zahn teilt davon 27 mit (Bd. 5, 
451). Es trägt den Titel: 

Vollständiges Choralbuch über die Fürstl. 
Schwarzburg-Rudolstädtischeu Kirchenge- 



sänge verfertiget von 



Stadtorganist zu 



Rudolstadt. Lpz. 1765 Breitkopf und Sohn. 
qu4o. 3 Bll. u. 240 Melod. mit bez. B. 
[B.Lpz. B.W. B.Hbg. Dresd. 

Choral -Vorspiele über verschiedene 
Kirchengesänge. Eudolstadt 1783 Selbst- 
verlg., gedr. bei Breitkopf. fol. 18 S. 
[B. Wagener. B. Lpz. B. B. Brüssel. 

12 kurze und leichte Choralvorspiele 
nebst beygefügten 4stini. Choralgesängen 
vor die Jugend . . . Rudolstadt 1786 Beck- 
mann. (^14". [Brüssel. 

Sonate pour le Pfte. et V. comp. . . . 
Offenbach, Andre. [B. B. 

6 parties sur le Clavecin. Lpz. 1760 
Breitkopf. (Marpurg 7, 156 beurteilt sie 
sehr scharf.) [B. B. Brüssel Cons. 

Sonate zu 4 Hd. im Ms. [Brüssel Cons. 

Nicolai, Johann Gottlieb, geb. 
zu Grofsen Neundorf bei Gräfen- 
thal im Saalfeldischen am 15. Okt. 
1744 (Gerber 2 sagt, nach seinem 
Geburtsorte scheint er ein Sohn 
des Johann Martin zu sein, woraus 
Fotis einen sicheren Schluss auf 
seinen Vater macht), gest. in der 
ersten Hälfte von 1801 zu Zwoll 
(Oberyssel). Er war zuerst Kon- 
zertmeister in Münster und wurde 
gegen 1780 in Zwoll Konzertdirek- 
tor und Organist an der Michaelis- 
kirche (Gerber 1 u. 2, der auch 
mehrere Kompositionen von ihm 
anzeigt. 

In 'der Lpz. Ztg. 1, Beilage XVII, 88 
werden Oden mit Melodien augezeigt, die 
1798 in Amsterdam erschienen). In der 
B. Amsterdam besitzt man von ihm: A. 
B. C. pour le Clavecin ou pfte. Berlin 
et Amsterd., Hummel. (|u40. Er ist dort 
als Organist der Kathedrale in Zwoll ge- 

1 o * 
io 



Nicolai, Johann Martin. 



196 



Nicolai, Valentin. 



nannt. — In der Kgi. Musikalien - Sanilg. 
zu Dresden befinden sich: 

Der Geburtstag. Eine Operette in 
3 Acten. Kl.-A. Offenb., Andree. [auch 
Hofb. Wien, Ms. 16146, Part. 

6 Solo pour la Flute trav. (avec B.) 
oe. 6. Francf. s/M., Haueisen, fol. 

Im br. Mus : 6 Trios p. le Clav. acc. 
d'un V. et d'un Vcl. oe. 3. ZwoU. fol. 

Nicolai, Joliaiin Martin, ein 

Bruder des Job. Georg, war um 
1756 Meiningischer Kammermusi- 
kus u. vordem Organist in Grofsen- 
Neundorf. Er gab nach Gerber 1 
zu Nürnberg eine „Klavierübung" 
heraus. 

Nicolai, Johann Michael, war 
1669 Musikus an der Hofkapelle 
in Württemberg (Titel). Man kennt 
von ihm: 

Erster Theil Geistliclier Hannonien mit 
3 Vocal-Stimmcn, und 2 Violinen gesetzt 
von . . . Fraiickfurth a/M. 1669 Seb. 
Bohner. Truckts 1). Chr. Wust. 7 Stb. 
[B. B. B. Frkft. Darmst: Bc. SorauN.L. 
Kirchenbibl: 3 Stirn. 1 V. Bc. 

1. Tlieil instriunentalischer Sachen, oder 
12 Sonaten, theils mit zwey Violin, u. 
einer Viola da Gamba, theils aber mit 

2 V. u. 1 Fag. Augsp. 1675 Verl. Gottl, 
Göbeler, gedr. Joh. Schönigk. 4 Stb. 
in fol. Hier bez. er sich als Württembg. 
Hofnuisikus und Komponist zu Stuttgart. 
[Hofb. Wien. Paris Nat. 

Ms. B. Upsala: Der Tod seiner Heiligen, 

3 voc. 5 Instrum. Bc. 4". 

Ms. Z 75 B. B. eine Dirigenteustimme, 
zum Teil nur aus dem Bc. bestehend, 
enth. auch eine Kantate von Nicolaj. 

Nicolai, Matthias, städtischer 
Kapellmeister zu Nürnberg, muss 
kurz vor dem 13. August 1636 
gestorben sein, wie aus der Auf- 
forderung des Nürnberger Magistrats 
an Andreas Herbst, die erledigte 
Stelle einzunehmen, sich ergiebt 
(Viertel]'. 7, 465). Ich kenne nur 
einen Gelegenheitsgesang ohne 
Datum von ihm, betitelt: 

Dem Durchleuchtigen , Hochgebornen 
Fürsten . . Christian Marggrafen zu Bran- 
denburg, in Preulfen, zu Stettin . . . com- 
ponirt vnd vnterthänig dedic. . . . Welches 
au ff nachfolgende Melodey, auch in dem 
gewöhnlichen Kirchen Thou, In dich hab 



ich gehoffet Herr, kan musicirt vnd ge- 
sungen werden. Darunter der 4 st. Ton- 
satz. Text: Von Gottes Gnaden, lOStroph. 
qufol. 1 ßl. [besal's 1875 der Antiquar Mai. 

Nicolai, Dr. rhilii)p, geb. 10. 
Aug. 1556 zu Meugeringhausen 
im Waldeckschen, gest. 26. Okt. 
1608 zu Hamburg. Ein protestan- 
tischer Geistliclier, zuletzt Haupt- 
pastor an 8t. Katharinen in Ham- 
burg. 

Im Anhange seines Freudenspiegels des 
ewigen Lebens 1599, Aufl. 1602 u. 1626 
[Stadtb. Frankft. a/M. lAiaeburg] befin- 
den sich die beiden so beliebt gewordeneu 
Kirchenmelodien: Wachet auf, ruft uns 
die Stimme und Wie schön leuchtet der 
Morgenstern, beide mit ihren Melodien 
versehen (Koch 2, 324. 377. Zahn). Auch 
sonst scheint er sich als Komponist her- 
vorgothan zu hal)on, denn in Melch. 
Franck's Ein geistlich Brautlied KJOOb 
befindet sich auch ein 4stim. Satz von 
ihm. — Die beiden obigen Lieder setzte 
er auch in einen 4stim. Satz vmd sind 
veröffentlicht in dem Samlwk. 1625 Sacra 
Cithara. Nürmbg., AVagenmann (p]itner ]). 

Nicolai (Nicolay), Valentin, ein 

lustrumentalkomponist der 2ten 
Hälfte des 18. Jhs., über dessen 
Leben nichts bekannt ist, dessen 
Werke aber einst sehr gesucht 
waren. Sie erschienen in Berlin, 
Paris, London u. a. 0. ohne .jeg- 
liche Andeutung über den Kom- 
ponisten selbst. Nachweisbar sind : 

Six Sinfonies ä gr. orch. a 2 V. T. et 
B. 2 Ob. 2 Cors, 2 Trombe et Timp. 
Oeuv. 1. Mannheim, Götz & Co. Stb. 
fol. [Schwerin F. Wolfenbüttel 11 Stb. 

3 Duos pour pfte. et V. Paris, op. 10 
und 2 Concertos p. pfte. et orch. Paris, 
op. 12 und 16. [Paris Nat. 

Three Souatas and 3 Duetts for the 
harps. or pfte. & a V. obl. Op. 7. Lon- 
don, Longman & Broderip. Mit eigenhdg. 
Unterschrift. [Schwerin F. im Kat. das 
Autogr. seines Namens. 

2 Airs et 1 Duo avec l'acc. des 2 V. 
T. et B. 2 Fl. et 2 Cors. Berlin, Hummel. 
Stb. 40. 3 Gesge. [Schwerin F. 

6 Senates p. Vcl. av. Bc. op. 8. Paris, 
Sieber. 1 vol. [Brüss. Cons. 

Trois Senates pour le Clavecin ou Pfte. 
avec acc. de V. et Vcl. oe. 9. Paris, 
Leduc. 3 Stb. [B. Wagener. 



Nicolaides, 



197 



Nicolaus d'Aversa. 



6 Senates pour Pfte. av. V. Berlin, 
Schlesinger. [B. B. 

Sei Sonate per cembalo. Ms. [Mai- 
land Cons. 

Six Sonatas for the Pfte. London, 
Harrisons & F. Nr. 78. 59 S. [B. 
Wagen er. 

Das br. Mus. besitzt 14 Drucke, zum 
Teil in London erschienen: Concerte f. 
Klav. u. Orch. London op. 12. 14. — 
Soli fürs Vcl. op. 8. — Rondos. — So- 
naten f. Pfte. u. V. ad lib. Berlin op. 3. 
London op. 5. 13. Sonaten f. Klav. allein, 
op. 11. — Trios f. Pfte. V. u. Bass. 

In Upsala ohne Vornamen (fraglich) 
Sonate a 2 V. et Gambe. — 12 Airs ä 4. 
2 V. Fag. Bc. Mss. in 4^. 

Das Conservatoire zu Paris besitzt auch 
2 Dnicke, doch giebt der Katalog nichts 
Nälieres an. 

Nicolai'tles, Weiiceslaus, Vod- 
nianus (Wodnian in Böhmen). Dla- 
bacz berichtet über ihn, dass er 
Magister an der Prager Universität 
und später Stadtschreiber in Saatz 
war. Derselbe teilt auch die Dedic. 
aus folgendem Druckwerke mit: 

Cantiones evangelicae ad usitatas har- 
nionias, quae in ecclesiis Boeniicis ... 
canuntur. Witebg. 15.54 Ehaw. kl. 8". 
127 BU. [Hofb. Wien. 

Nicolaj, Johann Nicolas, 1715 
an der Hofkapelle in Stuttgart mit 
300 Gld. Gehalt angestellt (Sittard 
2, 91). 

Nicoiao da Ferrara, Posaunist 
an der Stadtkapelle in Lucca von 
1543^ — 49 in den Akten verzeich- 
net (Nerici 186. 207). 

Nicoiao Napolitano, 154.5 Bas- 
sist am St. Peter in Rom. Viel- 
leicht derselbe wie Nicol. Clinca 
(s. d. Viertel]. 3, 277). 

Nicolas im 16. Jh. ist Gombert. 

Nicolas Barracluroccnse, jeden- 
falls der Ort seiner Geburt, wird 
von Fr. Correa de Arauxo 1626 
in seinem Libro de tientos y dis- 
cursos citiert. 

Nicolas de Leodio, olim Simo- 
nis, wurde am 1. Mai 1409 an 
der päpstl Kapelle als Sänger an- 
gestellt (Viertel]. 1, 452). 



Nicolas (Clais) le Liegeois, Sänger 
in der Kapelle Philipp des Schönen 
1501 bis etwa 1505, dann in der 
Kapelle Karl V, bis zum Jahre 
1521 (Straeten 7, 145. 162. 277). 
Seite 300 erwähnt Straeten einen 
Nicole le Liegois, der Sänger in 
der Kapelle Franz I. ist. Er hält 
ihn für den Bruder Jarques Cham- 
pioiL Vergleiche damit die Ar- 
tikel Champion^ Nicolas u. Jacques. 

Nicolas de Posen (Mikolaj z 
Poznania), erster Direktor des 
„kolegium roratystow", gegründet 
von König Sigismund I. von Polen 
1543 in Krakau. Er soll auch 
Kompositionen hinterlassen haben. 

Sein selbst geschriebenes Cantionale 
befindet sich im Archiv der Kathedrale 
zu Krakau (Surzynski pag. V.). 

Nicolas de Bans, ein Lautenist 
des 16. Jhs., der 

in Phalese's Lautenbuch: Luculentum 
Theatram musicum 1568 mit Piecen ver- 
treten ist. 

Nicolas, (xuillaume, Sänger an 
der Hofkapelle in Paris um 1533 
mit 140 liv. Gehalt (Castil-Blaze 

297). 

Nicolasius, Greorgius, Rektor 
an der Schule zu Freiburg i/Br., 
gab nach Fetis heraus: 

Eudimenta musices brevissima methodo 
compacta. Freiburg i/Br. 1607 Beckler. 8°. 

Nicolaus, ... Magister, um 1348 
Organist in Lübeck (Bürgermatrikel). 

Nicolaus, 1458 Sänger am St. 
Peter in Rom (Viertelj. 3, 236). 

Nicolaus, . . . 

ist ein Orgelstück aus dem Anfange 
des 16. Jhs. gezeichnet. Siehe Kotter, 
Ms. 2. Im Ms. F. LX. 22 in Basel fol. 
10 b liest man hinter Nicolaus ,,musicae 
jam dudum frigescentis priinus instaurator 
composuit." 

Nicolaus d'Aversa, bei Neapel, 
ein Coelestinermönch , wird in 
einem Tractate bei Coussemaker 
3, 392—395 als Komponist auf- 
geführt. 



Nicoläus de Capua. 



198 



Nicolo. 



Nicolaus de Capua, ein Kom- 
ponist des 15. Jhs., der 

im Ms. Codex 2216 der üniversitäts- 
Bibl. zu Bologna mit: Et in terra pax 
3 voc. pag. 16 vertreten ist. In der Bibl. 
Casanatense zu Eom, C VI, 2, fonds 
Baini, ein Pergamentcodex des 15. Jhs., 
enthält den Tractat: Compendium musi- 
cale (Lafage 2, 308 im Abdnick). Er soll 
ein Priester um 141.5 gewesen sein und 
hiefs wohl Nicolo de Capua. Vgl. Nicolai 
Capuani. 

Nicolaus (Nicolai) de Lugduno, 
aus Lyon gebürtig, ist im 

Archiv des Bencdictinerstiftes St. Paul 
im Lavantthale in Kärnten mit dem Trac- 
tat vertreten: Explicatio tabulae mono- 
chordi magistii . . . (vgl. Gerbert, 3. Bd. 
Scriptor. die Praefatio). 

Nicolaus prepositus de Perugia, 
siehe Nicolo de Proposto. 

Nicolaus de Setia, 1474/1475 
Sänger an St. Peter in Rom (Vier- 
telj.\3, 237). 

Nicolaus teutonicus, Cautorino 
am Hofe der Sforza's zu Mailand 
1462 (Motta). 

Nicolaus Uugarus, wird 1396 
als „Cantor" an S. Francesco in 
Bologna in den Akten erwähnt 
(Busi 1, 192). Auf Seite 194 er- 
wähnt er einen Nicolaus, der 1446 
an derselben Kirche Organist war. 
Nicolaus, Matthias, ein Dis- 
cant-Falsettist und Tenorist, auch 
auf der Posaune und der Tenor- 
geige wohl bewandert, wie Michael 
Praetorius schreibt, diente 1614 
beim Markgrafen von Kulmbach 
und sollte für ßraunschweig ge- 
wonnen werden (Chrysander 1, 
154). 

Nicole, Michel, ein Pariser 
Musiker, der 1581 bei dem Con- 
curse zu Evreux den Preis einer 
silbernen Harfe mit der Motette: 
In voluntate tua gewann (Pougin. 
M. f. M. 22, 202)1 

Nicoletti (Niccoletti), Filippo, 
aus Ferrara, wo er auch 1592 
lebte. In der Ausgabe der 2stim. 



Madrigale von 1605 wird er Ka- 
pellmeister au S. Lorenzo in Da- 
maso zu Rom genannt. Mehr er- 
fährt man nicht. Von seinen 
Werken sind nachweisbar: 

II 1. lib. de Madrigali di D. . . a 5 voci 
... Ven. 1578 Gardano. 5 Stb. qu40. 
22 Madr. Dedic. in Rovigo gez. [B. L. 
Verona S. f. 

I finti amori musica a 5 voci del R. 
M. . . Op. 2. Ven. 1.585 G. Vincenzi & 
Ric. Amadino comp. 5 Stb. 4°. 21 Madr. 
[Bologna: B. Modena kompl. 

Madrigali a 2 voci di . . . Ven. 1588 
G. Vincenzi. 2 Stb. 4P. 22 Madr. [Hofb. 
Wien. 

— ristamp. ib. 1605. [Bologna: T. 
Feriara U. B: C 

Villanelle a 3 voci di . . . Ven. 1604 
Amadino. 3 Stb. 4«. 22 Gesge. Dedic. 
in Rom am 25. Nov. 1604 gez. [Hofb. 
Wien. 

In alten Sanilwk. 2 Madr. (Eitner 1), 
ferner nach Vogel in Vincenti's Giardino 
1591: M'e pur forza. — In Amadino's 
La Gloria musicale 1592 wozu er die 
Dedic. in Ferrara schrieb, 2 Madr. — In 
Sammaruco's Sacri affetti 1625: Iste est 
qui ante Daum 3 Sojjr. o. Ten. 

Nicolini, Bartolomeo, Bassist 
a/d. päpstl. Kapelle in Rom um 
1630, wurde 1628 zu den Fest- 
lichkeiten in Parma verschrieben 
(Haberl, Katalog 69. Vierteljahrs- 
schrift 8, 6). 

Nicolini, Filippo, ist der Samm- 
ler und Herausgeber von Joh. 
Hieron. Kapsberger's Lautentabu- 
latur, Rom 1611. 

Nicolini, Giuseppe, s. Niccolini. 

Nicolini, Omobono, um 1770 
Kapellmeister in Piacenza, A'^ater 
des Gioseffo. 

Nicolino, siehe Grimaldi. 

Nicollo (Nicolo), Don Battista 
di, war um 1450 Organist au S. 
Petronio in Bologna bis zum 10. 
Nov. 1473 (Gasparo 1, 5). 

Nicolo und Nicolo de Malta, 
18.— 19. Jh.. siehe Isouard. 

Nicolo, Don, ist im Samlwk. 

1572a mit einem 6stim. Madiigal ver- 
treten (Eitner 1). 



Nicolo de Capua. 



199 



Nicolo de Capua, siehe Nico- 
lai und Nicolaus. 

Nicola citaredo da Milano, ein 
Lautenist, erhielt das Ehrenbürpjer- 
recht von Mantua in der Mitte 
des 16. Jahrh. (Canal 28). Viel- 
leicht derselbe der in den Cata- 
loghi des Lande „Nicolo dal liuto" 
genannt wird. 

Nicolo Fiorentiuo, Sänger am 
S. Marco in Venedig, st. 46 Jahr 
alt am 30. Mai 1611 (Caffi 2, 129). 

Nicola Mantovano, von 1550 
bis 1563 Kapellmeister an der 
Kathedrale zu Bologna (Baini, Pa- 
lestrina n. 43. Canal 28 Anmkg.). 
Wird von dem bologneser Innoc. 
Ringhieri 1553 unter die vorzüg- 
lichsten Musiker der Zeit gerechnet. 

Nicolo Pic. Pre. Sen., was 
Vogel auflöst iu Prete Senese, ist 

im Samhvk. 1515a mit 2 italienischen 
4stim. Gesgen. vertreten (Eitner 1). 

Nicolo Piftiro Patarino, auch 
nur Nicolo Pafcmino, Nico. Fat, 
Ni. Fa., N P., N Fa., Nico. Fa. 

gez., ist 

in den Samlwken. von 1504 bis 1509 
mit 2(3 italienischen 4stim. Gesängen ver- 
treten (Eitner 1). 

Nicolo Pifaro S[eiieseJl? auch 
nur mit Nie. Fif. S., oder Nico. 
F. Ä, auch Nie. Fi. S. und Nico. 

Fi. gez., ist 

im Samlwk. 1515 a mit 8 italienischen 
4stim. Gesgen. vertreten (Eitner 1). 

Nicolo (lel Proposto da Peru- 
gia, auch Nicholo di Froposto gez., 
ein Komponist des 14./15. Jhs., 

von dem sich 

in der Bibl. Laurenziana zu Florenz, 
Cod. 87 uml in der Kopie in Paris Nat. 
Cod. 568 Supplem. Kompositionen be- 
finden (Ambros 2, 486). In M. f. M. 30, 
11 ff. werden verz: Tel mi fa guerra. 
giustizia regina. Cogliendo per un 
prato. La donua mia viiol. Tal sotto 
l'acqua. 

Nicolo da Udene. 

Im Ms. 215 c der B. M., 6 Stb. des 



Nidermayr, Peter. 

IG. Jbs., unter Nr. 8 das Madrigal^ „Se 
dai chiai-o e seren de raggi", 6 voci. 

Nicolo Vicentino, s. Vicentino. 
Nicolo, Eustachio, Cattaneo, 

so verz. im Kataloge der Bibl. des 
Conservatoire zu Brüssel mit dem 

Werke: 

Fnista musicale ossia lottere sugli 
abusi introdotti nella musica. Milano. 8». 

Nicolson, siehe Nicholson. 

Nicouiachus Gerasenus, Gerasa 
ein Ort in Arabien, wo er wahr- 
scheinlich im 2. Jh. nach Cliristus 
geboren ist. Genaueres hat man 
bisher nicht feststellen können. 
Er war ein pythagoreischer Philo- 
soph und griechischer Schriftsteller 
über Musik. Man glaubt, dass er 
der Verfasser ist von: Enchiridion 
harmonices und Libri de musica, 
welche beide AVerke bisher als 
verloren galten. Fragmente teilt 
Meibom und Boetius mit. Neuer- 
dings auch Karl Jan in seiner 
1895 erschienen Neuausgabe der 
Musici scriptores graeci (Lips. 
Teubener. Siehe M. f. M. 26, 162. 
Siehe auch Dr. Ose. Paul's Har- 
monik der Griechen. Ferkel 8, 
47. Fetis' Biogr. univ.). — Sein 

Tractat : 

'Eyxtt(j'i8iov '^QfioviyTjS ist von Meur- 
sius gi-iech. u. lat. in seinen Auetores, 
Lugd. Bat. 1616, 40. pag. 61-92 und 
in Meibom's Antiquae musicae auctores, 
Amst. 1632, 4». p. 1—60 abgedrackt. 

Nic08ia, Pater Salvatore, 

von ihm bewahrt das Archiv der Ka- 
pelle Antoniana in Padua geistl. Kompo- 
sitionen auf. Das Buch von Tebaldmi 
erwähnt S. 119 nur seineu Namen. 

Nidermayr, Maximilian, ein 

Instrumentist a/d. Münchener Hof- 
kapelle, wird 1671 mit einem Ge- 
halte von 172 Gld. verz., 1672 im 
2ten Quartale erhält die Wittwe 
den letzten Gehalt (Kreisarchiv). 

Nidermayr, Peter, 1644 Mu- 
siker an S.' Michael in München, 
macht am 18^ 4 Hochzeit (Traureg.). 



Niebergall. 



200 



Niedt, Nikolaus. 



Niebergall, W. .., ein unbe- 
kannter Komponist, von dem 

die Hofb. in Darnist. ein Konzert für 
die Oboe in unvollständigen Stimmen im 
Ms. besitzt. 

Niebur, Cordt, ratsbestallter 
Violist zu Lübeck zu Anfang des 
17. Jhs. (Lübeckisches Staatsarchiv). 

Niederholtzer, Robert, siehe 
Unterlioltzer. 

Niedermayr, Johann, Bassist 
a/d, Hofkapello in Wien mit 45 
Gld. monatl. Gehalt vom 1. April 
1637 bis t Juni 1641 (Köchel 1). 

Niedermair, Kaspar, Bassist 
an der Hofkapelle in Prag mit 
15 Gld. monatl., sp. 30 Gld., vom 
1. Okt. 1582 bis f Februar 1606 
(Köchel 1). Das sächs. Staatsarch. 
berichtet: Caspar Nidmeyer, Bas- 
sist aus Prag, hielt sich 1604 einige 
Tage an Joh. Georg l. von Sachsen 
Beilager auf und erhielt einen 
Becher für 36 Gld. 19 gr. 6 Pf. 
als Geschenk. 

Niedt, Friedrich Erhardt, ein 
tüchtiger Theoretiker aus dem An- 
fange des 18. Jiis., der noch im 
17. geboren ist. Er bez. sich selbst 
als einen Jenaer, andere sagen in 
Thüringen geboren, studierte Jura, 
wurde Notar zu Jena und ging 
dann nach Kopenhagen, wo er vor 
1717 gestorben sein soll. Nähere 
Nachrichten fehlen, auch geben 
seine Drucke nur wenige Andeu- 
tung. Mattheson musste ihn gut 
gekannt haben, denn er gab seine 
nachgelassenen Schriften und auch 
ältere in neuer Ausgabe heraus, 
doch verweist er in betreff seines 
Lebens auf Walther's Lexikon. Ge- 
naueres über seine theoretischen 
Abhandlungen giebt Chr3"sander in 
der Leipz. Ztg. 1877 Nr. 35/36. 
Es sind folgende: 

Fr. E. Niedtens, Jenensis, Not. Publ. 
Caes. Musicalische Haudleitung, oder gründ- 
licher Unterricht, . , . den Generalbass . . 



fertig spielen . . . selbst componiren . . 
könne. 1. Thl. . . Hambg. 1700 N. Spie- 
ringk. 32 Ell. in qu40. [B. B. B. Hbg. 

— a. Aufl. 1710 Hbg., Schillers Erben. 
[B. B. Dresd. B. Wagener. B. M. 
B. Lpz. 

. . . Handleitung zur Variation, wie man 
den General -Bass und daräber gesetzte 
Zahlen variiren, artige Inventiones machen 
und aus einem schlechten General -Bass 
Praeludia, Ciaconen, Allemanden, Sara- 
banden, Menueten, Giquen und dergleichen 
leichtlich verfertigen könne . . . Hambg. 
170f) auf Kosten des Autoris, und bey 
Benj. Schillern im Böhm zu finden. 83 BU. 
kl.qu40. [ß.B. B.Hbg. ß.Wagener. B.M. 
Kopenhag. br. Mus. Brüssel, ß. Lpz. 

— Zweite Aufl. verbessert, vermehret, 
mit . . . Anmerkungen und einem Anhang 
von mehr als 60 Orgel-Wercken versehen 
durcli J. Mattheson . . . Hbg. 1721 Schil- 
lers Wittwe und J. Chr. Kissner im Dohm. 
G BU. u. 204 S. kl. qu40. [B. B. B. Hbg. 
Dresd. Kopenhag. Brüssel. 

. . . Musicalisches ABC. Zum Nutzen 
der Lohr- und Lernenden. Hbg. 1708 
Benj. Schiller im Dohm. qu4". 13 Bll. 
pag. 4 — 112 mit Musikbeilag. [B. B. 
Dresd. Kopenhag. br. Mus. Brässel. 
B. Lpz. 

Musicalisciior Handleitung Dritter und 
letzter Theil. handelnd vom Contra-Punct, 
Canon, Motteten, Clioral, Kecitativ - Stylo 
und Cavaten. Opus posth. Deme bey- 
gefüget VeritophiJi deutliche Beweis- 
Griinde (von Mattheson, .siehe dessen 
Schriften 1717), mit einer Vorrede zum 
Druck befördert von Mattheson. Hbg. 
1717 Schillers Erben im Dohm. qu4". 
2 Bll. 68 S. mit vielen Musikbeisp. 
[B. B. B.Hbg. Dresd. B.M. Musikfr. 
Wien. Brüssel. B. Lpz. 

Niedt, Nikolaus, gestorben am 

16. Aug. 1700 zu Sondershausen, 

Kanzellist bei der Regierung und 

Stadtorganist daselbst. Starb in 

dürftigen Verhältnissen (Gerber 2). 

Er gab heraus: 

Musicaüsche Sonn- und Fe.sttags - Lust 
von 5 Vocal- und 5 Instrumental-Stimmen 
gesetzt. Sonder.shausen 1698 Druck und 
Verlag von Heinr. Schönermarck. Enth. 
auf jeden Sonn- und Festtag des Jahres 
eine Kantate. [B. B. 11 Stb. Sonders- 
hausen. Upsala 10 Stb. (C 1. 2. A. T. B. 
2 V. 2 Viole, Bc.) Gelena: Viola 2 u. 
Bc. br. Mus: C 2. T. B. V 2. Va 1. 2. 
Violon, Bc. Der Kat. zeigt pars 1 und 2 



Niege. 



201 



Niemeyer, Aug. Herrm. 



an, von pars 2 vorhanden: C 1. 2. A. T. B. 
V 1. Bc. 

In Kgsbg. Ms. 81 Nr. 34 p. 138 die 
4stim. Motette: Ich will aufstehen und 
suchen. 

Niege, Cr..., geb. 1525 zu 
Allendorf in Hessen, war Sekretär 
und Zollbeamter in Bremen, Buxte- 
hude und Stade. 

Dr. Joh. Bolte veröffentlichte in seinem 
Buche Der Bauer im deutschen Liede 
(Berlin 1890 Maier & Müller) ein Lied 
mit Melodie von ihm. 

Niel, Jeaii-Bai)tiste, Maitre de 

• musique zu Paris (soviel wie ein 

Musiklehrer) im Anfange des 18. 

Jhs.; schrieb für die Pariser Oper: 

Les Eomans, Ballet heroique eu 5 en- 
trees et un prologue, paroles de Bonneval 
(repr. 23/8 1736). Paris, grav. par Bailleul 
le jeune. Part. fol. [Paris l'opera. hr. 
Mus. Paris Nat: chez Ballard (?). C P. 
Biüssel Cons. 

L'ecole des amants, op.- hallet en 3 
entrees et un prologue, paroles de Fuze- 
lier (repr. 11/6 1744). Ms. P. 4« in 
Paris l'opera, im Kat. nähere Beschreibg. 
1, 199. [Paris Nat. scheint Druck zu 
sein, sowie im C. P. 1845 führte man 
das Ballet wieder ai;f. 

Paris Natioualbibl. besitzt noch die Mo- 
tetten im Ms. 1. Lauda Jenisalem, 2. Omues 
gentes, beide mit Orchester. 

Nielies, M . . . de, nach Huygens 
Urteil ein bedeutender Komponist 
in Frankreich in der Mitte des 
17. Jhs. (Huygens ccxl). 

Nielsen, Hans, ein Däne, wird 
von König Christian IV. nach Ve- 
nedig zu Gabrieli zur Ausbildung 
gesandt und 1606 nach Braun- 
schweig zu dem Lautenisten Gregor 
Howett, 1623 wird er als Nach- 
folger Pederson's Kapellmeister an 
der dänischen Hofkapelle (Viertel]. 
9, 74 ff.). In Italien legte er sich 
den Namen Oim-anni Foutejo bei, 
unter dem er auch als Komponist 
auftrat. Man kennt von ihm: 

... II 1. libro de Madrigali a .5 voci. 

Yen. 1606 Ang. Gardano. 5 Stb. 4». 

21 Gesge. [Wolfenb: T. Paris Nat. kompl. 

1 Madr. in Borchgreviuck's Samlwk. 

von 1606 a (Eitner 1). 



Niemecz, . . . Dlabacz giebt ihm 
den Vornamen Primitio^ Pohl 3, 
252 und 4, 100 bezeichnet ihn als 
Primitio des Ordens der barm- 
herzigen Brüder, d. i. der Oberste 
in dem Orden. Dlabacz scheint 
das verwechselt zu haben, da er 
ihn vielleicht als Primitio Niemecz 
verz. fand. Nach Dlabacz war er 
1750 zu Domazlicz (Taus) geboren, 
studierte Philosophie und legte 
1769 die Ordensgelübde ab, später 
wurde er auch Priester. Kam dann 
als Bibliothekar nach Esterhaz, 
wurde Schüler Jos. Haydn's in der 
Komposition und schrieb zahl- 
reiche Piecen für den Baryten, die 
Gambe, Violine, Klavier u. Harfe, 
die von den Zeitgenossen sehr ge- 
sucht waren (wahrscheinlich befin- 
den sich davon einige noch in 
Eisenstadt in der füi'stl. Biblio- 
thek). Auch mit dem Bau von 
allerlei Instrumenten, besonders 
von selbstspielenden Orgeln, be- 
fasste er sich und erhielt vielfache 
Aufträge vom Auslande. 

Niemeczek, C... T..., be- 
kannt durch: 

Sonate pour deux harpes composee par 
. . . Op. 4. Leipsic au magasiu de mus. 
de Breitk. & Haertel. aufol. 15 S. [B. 
Kgsbg. 

Gerber 2 schreibt: ein Harfenist, aus 
Böhmen, der am Ende des 18. Jhs. in 
russischen Diensten stand, liefs sich 1793 
in Berlin hören und 1803 in Leipzig. Er 
verz. von ihm Variationen und Sonaten. 

Niemeyer, August Herrmann, 

geb. 11. Sept. 1752 zu Halle (Ger- 
ber 1, in 2 sagt er aber geb. 1754), 
studierte Theologie und bekleidete 
zu Halle verschiedene Aemter, zu- 
letzt war er Kanzler der Universität. 

Er ist der Dichter mehrerer Oratorien- 
texte, die Rolle in Musik setzte. Schrieb 
auch eine Abhandlung üeber die Ver- 
einigung der Religion, Dichtkunst und 
Musik, die auch ins holländische übersetzt 
wurde. Ein Exemplar in B. Brüssel. 



Niemeyer, Joh. Karl Willi. 



202 



Niger, Giov. Maria. 



Niemeyer, Johann Karl Wil- 
helm, auch nur Karl mit Vor- 
namen gez., geb. um 1780 zu 
Halle, Neffe des Aug. Herrmann, 
gest. 1839 ebd. Er war Lehrer 
am Frank'schen Waisenhause zu 
Halle und beschäftigte sich eifrig 
mit Musik, besonders mit der 
Notenzifferschrift bei Chorälen und 
gab heraus: 

Choraele in den alten Kirchen -Ton- 
arten, ein Versuch. Lpz., Br. & IT. Pait. 
19 Choräle. [B. B. B. M. B. Lpz. B. 
Kgsbg._ 

Dreistimmiges Choralmelodienbucli in 
Ziffern. Halle u. Berlin 1817 im Waisen- 
haus. P. VIIT, 107 S. qu4". 101 Cho- 
räle. [B. B. B. M. Kgsbg. 

— 2. Aufl. ib. 1825. IB. B. 

In Ms. 98 der B. Kgsbg., Kat. 21, der 
Choral: Wie grofs ist des Allmächtigen 
Güte. 

Die Allgem. mus. Lpz. Ztg. bringt in 
den Bänden 13, IG «. 18 mehrere Artikel 
über Choräle, Lieder und theoretische 
Fragen von ihm, s. 1. Hauptreg. 

Niemtschek, Franz, geb. zu 
Saczka in Böhmen, lebte noch 
1808 zu Prag als Professor für 
Logik und Moral am Kleinseitner 
Gymnasium. Er gab eine Bio- 
graphie Mozart's heraus: 

Leben dos Kapollmeisters W. G. Mo- 
zart's nach Urigiualquellen beschrieben. 
Prag 1798 Herrlisch. 4». 78 S. [B. B. 
Dresden. Musikfr. Wien. Biiissel. 

— Neue Aufl. Leipzig 1803. [B. B. 
Hannover. B. Lpz. 

— 2. Aufl. Prag 1808 Herrlisch. 8". 
118 S. [B.B. B.Lpz. 

Nicnwuardo (Nieuvuardo, Dr. 
Sandberger liest p]stienvuardo, siehe 
Lassus 3 S. 8 u. 10), Christianus, 
ein Niederländer, der von Weih- 
nachten 1557 bis Michaelis 1558 
an der Hofkapelle in München als 
Altist mit 50 Gld. Gehalt diente. 
1558 erhielt er noch ein Gnaden- 
geschenk von 6 Gld. 6 kr. Die 
Akten von 1559 fehlen (Kreisarch.). 

Nierop, Dyrk Remhrantz van, 

ein holländischer Mathematiker zu 



Amsterdam, starb um 1677 und 
gab heraus: 

Wis-koustige musica: vertoonende de 
oorsaecke van 't geluyt, de rodens der 
zangbtoonen telkonstigh uytgereeckent, 
ende uit maken en stellen der speel- 
tuygen, . . . Amsteldam 16.59 G. van 
üoedesbergen. 8". 70 S. u. 4 Tafeln. 
[Amsterd. C P. Kat. 207 Beschrbg. 

Nieuwenhuijsen,Frederik,geb. 

1758 zu ZutiDhen, gest. 29. Jan. 
1841 zu Utrecht, wo er seit 1778 
als Organist und Glockenist am 
Dome angestellt war (Titel. Pougin ^ 
teilt noch Mehreres seiner öffent- 
lichen Thätigkeit mit). 

Die Bibl. des Nordniederl. Vereins f. 
Musikgesch. zu Amsterdam besitzt aufser 
2 Choralbüchern, das eine zu 4 Stim., 
folgende Werke: 

Zangstuk op het afsterven van Joh. 
Derk, Baron van der Capellen, Heer van 
den Poll. In muziek gesteld door F. N., 
Organist en klokkenist van den Dom te 
Utrecht, enz. Alkmaar 1784 J. Hoge- 
land. 8». Part, im Ms. 

Marsch voor de burger- com paguie de 
Z warte knechten to Utrecht. (Utrecht) 
1784 J. M. van Vloten. 4». 

Stigtiilijke digtstukjes door H. van 
Alphou, op muziek gebragt door . , . 
Utrecht 1788. qufol. 

Musicq op de gedichten van J. P, 
Kleyn en vrouwe A. Kleijn geb. Ockerse. 
Utrecht 1792 G. T. van Paddonburg en 
Zoon. qu4''. 

Zangstukken uitgevoerd bij het ver- 
rigten van den eersten openlijkon gods- 
dienst na het vernieuwen der St. Janskci'k 
vanWijk bij Duurstede. Utrecht 1793. 8". 

Zangstukken bij gelegenheid der inwij- 
ding van het nieuwe orgel in de gereform. 
kork te Nederlangbroek, 15. Aug. 1809. 8". 

Hulde aan de nagedachtenis van wijlen 
Mevr. A. G. J. van Oordt, geb. Bosch, 
Utrecht (1825). qu4o. Enth. mehrere 
Gesänge. 

Verzameling van godsdienstige zang- 
stukken gecomp. voor 1, 2, 3 en 4 stem- 
men en pfte. Ulreclit (1825). qu4'^. 

Gezang aan de lente. 4". Ms. 

Nieuwkecken, Panl yan, Or- 
ganist an St. Pierre zu Löwen 1630 
(Elewyck 64). 

Ni§fer, siehe Schwartz, Stefan. 

Ni|£?er, Giov. Maria, s. Nigrl, 



Nigetti. 



203 



Nini. 



Nigetti (Nigitti), Francesco, ein 

Florentiner, ein gelehrter und prak- 
tischer Musiker, von Fach Mathe- 
matiker, lebte im 17. Jh. unter 
Ferdinando IL (1628—1670). Er 
war erster Organist an der Kathe- 
drale zu Florenz und dabei ein 
vortrefflicher Theorbist. Dass er 
der Erste gewesen sein soll, der 
Sinfonien für Violinen u. Theorben 
schrieb, wie die mir vorliegenden 
Quellen sagen, ist ein Irrtum, da 
schon Monteverdi in seinen Opern 
sie anwandte. Man schreibt ihm 
auch die Erfindung eines Cembalo 
mit einer Tastatur ohne Obertasten 
(senza tasti neri) zu, auf dem 
man mit Leichtigkeit transponieren 
konnte. Er starb 1682 (Bonini's 
Tractat u. Ricordi's Gazzetta mus. 
di Milano 1847, 285. Ant. Mar. 
Salvini in seiner della perfetta 
poesia italiani nennt ihn Nigitti 
und berichtet ebenfalls über obiges 
Cembalo. Pougin teilt unter Nigitti 
Einiges daraus mit). Von seinen 
Kompositionen ist nur bekannt 

Ohime, quel viso amato, per Ten. c. Bc. 
Ms. Q 49 Bl. 13. Cou sdeguose niinaccie, 
Duetto a S. e T. c. Bc. Bl. 41 und CM 
t' ha dotto, bella Clori, Terzet. a A. T. B. 
c. Bc. Bl. 41 V. [Bologna. 

Nightingall, Roger, schwor als 
Gentleman an der Kgl. Kapelle zu 
London am 29/6 1619 auf Warte- 
zeit, war Bassist von Poules (an 
St. Paul) und trat am 20/7 1620 
definitiv ein, später wurde er 
Beichtvater des Königs, f 25/11 
1661 (Rimbault). 

Nigidius, Heinrich, wird um 
1537 der Nachfolger Lampadius' 
als Kantor an der Johaunisschule 
zu Lüneburg (Viertel]. 6, 94). 

Nisidius, Petrus, 1551 Lehrer 
am Pädagogium zu Marburg, gab 
die Odensaralg. von 1551a „Gemi- 
nae undeviginti" heraus (Eitner 1. 
Viertelj. 3, 28). Der dort genannte 



Midmcl N. (Eitner 1, 118) ist 
wahrscheinlich auch ein Nigidms 
und wohl verwandt mit dem Her- 
ausgeber Petrus Nigidius. 

Von ihm befinden sich 19 Oden in 
obiger Odensanilg. (1. e. 746). 

Nigliavacea, Alessandro, 

ist bekannt durch 3 Notturni per V. e 
Guitarre, op. 1. [Musikfr. Wien. 

Nigri(Nigerus), (xiovanni Maria. 

Unter der Dedic. schreibt er sich 
Niger, gez. zu Mailand den 5. Dez. 
1573. Ein Amt und Geburtsort 
ist nicht genannt. Er gab heraus: 

. . . Mottettorum lib. 1, 5, 6, 8 vel 10 
vocum. Veu. 1574 Gardano. 5 Stb. 
qu40. 24 Mot. [B- B- 

Nigrino (Negrini), Nicol6, wahr- 
scheinlich ein Lautenist des 16. Jhs., 
der in einem hds. Papier -Codex 
aus dem Ende des 16. Jhs. mit 
Lautenpiecen vertreten ist. 

Dei selbe befindet sich im Besitze des 
Herrn Dr. Oscar Chilesotti in Bassano 
und ist von ihm neu herausgegeben unter 
dem Titel „Da un Codice Lauten -Buch 
del Cinquecento" . . . Lips., Breitk. & H. 
1890. 99 Lautenpiecen (s. M. f. M. 22, 
225). — In B. Br. Ms. 49, 6 Stb. fol. aus 
der ersten Hälfte des 17. Jhs. unter Nr. 3 
ein Ballette für 2 V. u. B., mit Negrini 
gezeichnet. 

Nigris, Angiistin de, 1501 
päpstl. Sänger (Viertelj. 3, 247). 

Nigrisoli, Andrea, aus Ferrara, 
wo er auch 1585 lebte und her- 
ausgab : 

Canzonette a 4 voci di . . . Lib. 1. 
Ferrara 1585 V. Baldini. 4 Stb. 4^. 21 
Gesge. [Modena: A. 

Nijenhuijsen, Dirk, war um 

1662 Organist an der Domkirche 
in Utrecht (Bouwst. 2, 171. Tijd- 
schrift 2, 212). 
Nimpf, . . . 

In der Universitätsbibl. zu Rostock 
im Ms: 

Concerto p. Fl. trav. c. istrom. (Streich- 
instr.). Stb. 

Nini, Jacouio, war um 1660 
Maestro di camera di nostro Sig- 
nore (zu Rom). Dedic. zu den 
Salmi von Stefano Fabri junior. 



Ninot. 



204 



Nisle. 



Von eiuem Nini besitzt die Congre- 
gation di Caritä zu Bergamo ein Recor- 
dare per Tenore solo, coro ed orchestre 
im Autogr., doch ist es sehr fraglich, ob 
damit der obige gemeint ist. 

Ninot, . . . ein Kompouist des 
15/16. Jhs., der 

im Petrucci 1501a und 1505 b mit 2 
Motetten zu 4 Stirn, veiireten ist (Eitner 
1). — In der B. Magliab. zu Florenz, 
Cod. 58, befinden sich 1. In illo tempore 
4 V. Nr. 23. 2. Plauxit autem Nr. 41. 
3. Tsallite nove Nr. 42. 4. Si oblitus 
fuero Nr. 55, alle zu 4 Stirn. 

Niola. Greiinaro, scheint noch 
dem 18. Jh. anzugehören. Er ist 
bekannt durch 

Brano di poesia (Ma che vi iece) tolto 
dal Demofooute di Metastasio e posto in 
musica i)er tenore con archi. Ms. P. 
[Mailand Cons. 

Studio di coutrappunto (va fine a tre 
parti). Ms. [ib. 

Nisio, Johann O. .., Bassist 
a/d. Hotkapello in Wien mit 60 
Gld. raonatl. vom 1. April 1650 
bis Ende 1657 (Köchel 1). 

Nisis, Raynaldus de, 1472 
Contraltist an St. Peter in Rom 
(Viertelj. 3, 237). 

Nisius, Konrad, gab heraus: 

Zweue christliche Psalmen . . . der 
Stadt Weifsensee zu nutze mit 6 Stirn. 
Erffurdt 1593. 6 Stbll. qu4". [br. Mus. 

Nisle (Nissle, Nusle), Joliann. 
Nach allen Nachrichten, die mir 
vorliegen muss Vater und Sohn 
mit A^ornamen Johann geheifsen 
haben. Gerber verz. ihn ohne 
denselben und sagt nach Schubart 
222, dass er (der Vater) aus Geis- 
lingen bei Ulm gebürtig ist. Ger- 
ber fügt die Jahreszahl 1737 hinzu, 
während sein Sohn 1788 zu Neu- 
wied geb. sein soll, was jedenfalls 
zu spät ist, wie sich weiterhin er- 
geben wird. Beide waren A^ir- 
tuosen auf dem Waldhorne. Ueber 
den Vater wissen wir, dass er um 
etwa 1761 in Württembergische 
Dienste unter JomeJli's Direcktion 
trat und sich unter Leitung des 



ersten Hornisten Anton Rudolph 
noch weiter ausbildete (Sittard 3, 
55. 56. 73). Wann er Stuttgart 
verliefs, ist nicht ersichtlich. Seite 
137 verz. Sittard in den Jahren 
1771/72 einen Hornisten Nessler, 
der wohl der obige sein soll. 
Wahrscheinlich wird er Stuttgart 
bei der Reducierung der Kapelle, 
die um 1774 erfolgte, verlassen 
haben u. nach Neuwied gegangen 
sein, was mit Gerber's Angabe, dass 
er 1776 daselbst Konzertmeister 
war, übereinstimmt, nur muss man 
den Stuttgarter Aufenthalt vor 
den Neuwieder verlegen. 1769 
und 1778 konzertiert er im letz- 
teren Jahre mit seinem Sohne in 
Frankfurt a/M. (Israel 50. 65). 
Gerber sagt, dass der Sohn, deren 
er übrigens drei hatte, 12 Jahr 
alt war; nimmt man daher das 
Jahr 1778 an, so muss er 1766 
geb. sein, also nicht in Neuwied, 
sondern in Stuttgart. Gerber verz. 
des Vaters Tod um 1788 zu Hild- 
burghausen oder Meiningen, Ge- 
naueres ist nicht bekannt. Ueber 
den Sohn wissen wir noch, dass 
er sich viel auf Konzertreisen be- 
fand, ein fleifsiger Komponist war 
und in der Berliner Allgem. mus. 
Ztg. 1829 Nr. 7—9 seine Erleb- 
nisse in Wien mitteilt, die auch 
über Beethoven u. Haydn Einiges 
enthalten. Schubart S. 222 spricht 
sich über den Vater sehr aner- 
kennend aus. Die Leipz. Ztg. re- 
censiert einige der Kompositionen, 
die ich der Zeit des Erscheinens 
nach dem Sohne Johann zu- 
schreibe, denn in Whistlings Ver- 
zeichnis sind sie erst 1829 zahlreich 
angezeigt, während sich in dem 
von 1817 nur wenige finden. Die 
Leipz. Ztg. bespricht sie in den 
Jahrg. 1807 u. 1818. Vom Sohne 
Johann sind folgende nachweisbar: 



Nisle. 



205 



Nittel. 



Die Musik. Cantate ä 4 voci c. orcii. 
Cl.-A. Simrock io Bona. fol. [Einsiedeln. 

Ouvertüre in Dm. f. Orch. in Stb. 

Gr. Quintette a 2 V. 2 A. Vcl. op. 30. 

Septetto p. Clav. Fl. Fag. Cor., Va. e B. 

Octetto p. Clav. Fl. 2 V. 2 Cor. Va. 
Vcl. e B. 

Trio in B. p. Clav. V. e Vcl. op. 20. 

Gr. Trio in Es. p. Clav. V. e Vcl. op. 
24. Vienne, Steiner. 

Sonate in Fm. f. Clav. Hörn. u. V. 

L'amicizia, un Quadro musicale (für 
Clav. u. V.). 

12 gr. Duos p. Clav, e Cor. oe. o. 

liv. 2. 

Sämtlich in Musikfr. Wien. 

2 Senates p. Clav, et Cor de chasse, 
oe. 6. Orangebg., Werckmeister. Stb. 
[Brüssel Cons. 

12 gr. Duos p. Cor & Pfte. comp, par 
Jean Nisle. Oeuv. 5. Liv. 1. Orangebg., 
Werckmeister. 2 Stb. [B. Kgsbg., das 

2 liv siehe oben in der AViener Bibl. 
Tre Trii per 2 V. e Vcl. Napoli, 

Gius Girard (mit Giovanni Nisle gez.). 

3 Stb. [B. Wiigener Nr. 3. Mailand 
Cons. 1—3. in Stb. 

Adagio et Polonaise f. 2 F-Horner mit 
B Ms. P. [Schwerin F. 

6 Duos p. Pfte. et Vcl. oe. 51. Berlin, 
Schlesinger. [B. B. ■,■ ^r ^^ 

Gerber 2 berichtet noch über die \N ald- 
hornisten und Söhne des Vaters Nisle: 

David Msle, seit 1798 in Diensten 
des Fürsten von Wittgenstein in Berle- 
burg. 

Johann Friedrich iV., geb. um 1780, 
der jüngste Sohn, befand sich ]805 auf 
Reisen. Beide Brüder sollen 1809 m 
Ungarn bei einem Herrn von Vegh in 
Vereb leben. Von Letzterem besitzt die 
Kgl. Hausbibl. Berlin 1 Heft Lieder, be- 
titelt: . . ,T ■ 1 

Lieder am Pfte. zu singen, in Musick 

gesetzt von J. F. Nisle. s. 1. et a. qufol. 
[auch in Brüssel Cons. 

Nison, Alessandro, Organist 
della Minerva e di Santa Maria 
del Anima, (Ort fehlt, vielleicht za 

Korn?) 

stellte 1617 eine Samlg. Motetten und 
Madrigale hds. zusammen. Sie befindet 
sich heute in der Bibl. Casanatense zu 
Rom, Ms. 0, VI, 19. 

Nissen, (xcorft Nikolaus toii, 

geb. 22. Jan. 17G5 zu Hardens- 
leben in Dänemark, gest. 24. März 
1826 in Salzburg. Kgl. dänischer 



Etatsrat, Ehegemal der Wittwe 
Mozart's, Verfasser einer Mozart- 

Biogr., betitelt: 

Biographie AV. A. Mozart's. Nach Ori- 
ginalbriefen, Sammlungen alles über ihn 
Geschriebenen, mit vielen neuen Beilagen, 
Steiudrücken , Musikblättern und einem 
Facs. Von . . . nach dessen Tode her- 
ausgeg. von Constanze, Wittwe von 
Nissen, friiher Wittwe Mozart. Mit einem 
Vorwort von Dr. Feuerstein in Pirna. Leipz. 
1828 Br. & H. 8". 702 S. u. 44 Seit. 
Vorwort. — Anhang zu AV. A. Moz.'s 
Biogr... Lpz. 1828 ib. 8». 219 S. [be- 
sitzt jede gröfsere Bibl. 

— franz. übersetzt von Alb. Sowinski. 
Paris 1869 Garuier freres. 8". [Brüssel. 

— franz. übersetzt von J. Goschler. 
Paris 1857 Douniol. 12°. [Brüssel. 

Sie bildet die Grundlage zu allen 
weiteren Biographien. 

In der Bibl. Dresden befinden sich 9 
Abbildg. in Lithographie zu Nissen's 
Biogr. M.'s. 

1 Brief an Kandier, Salzburg 1825. 
[Hofb. AVieu. Sein Portr. im Besitze des 
K. K. lloftheaters in AVien. 

Niti-ami, Griami (Giovanni), 
„della scuola dal Palestrina". 

Im Ms. L394 B. B. der Gesang: Sicut 
fuit Jonas in ventre 3 voc. in P. — In 
Bologna derselbe Gesang, dort wird sein 
Vorname Giovanni genannt und mit Anti- 
fone zu 4 Stim. bez. (T. 34*» del Carteggio 
Martiniano p. 81 v.). — In neuer Ausg. 
1 Gesg. (Eitner 2). 

Nitscli, Igiiaz, Organist im 
Stifte Emaus zu Prag um 1796, 
ist als Kirchenkomponist bekannt. 

Die B. der Musikfr. in AVien besitzt 
von ihm die Motette Pastores quem vi- 
distis zu 4 Stim. u. Instr. in P. 

Nitsch, Peter, ein Komponist 
des 16. Jhs., der von Draudius 
mit teutschen Liedern mit 4 Stim. 
Lpz. 1543 und Teutsche vnd lat. 
Lieder mit 4 Stirn. Lpz. 1573 er- 
wähnt wird. Bekannt ist nichts 
von ihm. 

Nitsclie, Cliristiaii, Vorsänger 
an der Peterskirche in Hamburg 
um 1692 (Mattheson 1, 275). 

Nittel, ... 

ein Allegru per Clavic. in Choix de 
mus. 1784 Nr. 28. [B. M. 



Nitzsche. 



206 



Nivers, Guillaume-Gabriel. 



Nitzsche, Johann Heinrich, 

um 1680 Violinist und Trompeter 
an der Holkapeile in Dresden mit 
250 Rthlr. Gebalt (Fürstenaii 1, 98). 

Nivernois, L(Miis- Jules Bar- 
bonmancini - Mazariiii , Herzog 
von, geb. um 1716 zu Paris, gest. 
1798. Gesandter an verscbiedenen 
Höfen Europas. Bescbäftigte sieb 
viel mit Literatur und aucli mit 
Musik. 

Er schrieb unter anderein das einaktige 
Divertssement „Le temple des chimeres", 
welches 1758 zur Aufführung gelangte 
(Pougin). 

Nivers , Ouillaiime - Oahriel, 

geb. in einem Dorfe bei Melun 
um 1617, lebte nocb 1701. Er 
besuclite das College de Meaux, 
trat dann ins Seminar St.-Sulpice 
ein um Theologie zu studieren, 
liefs sich darauf in Paris nieder, 
nahm bei Chambonnieres Musilc- 
unterricht, erhielt 1()40 den Orga- 
nistenposten an tSt.-iSulpice und 2 
Jahre später wurde er Tenorist an 
der Kgl. Kapelle. Auf dem Titel 
zum Drucke von 1667 nennt er sich 
„Maitre compositeur en musifxue 
et organiste de Toglise St.-Sulpice 
de Paris" (siehe Fctis das übrige 
Biographische , der auch seine 
Werke ausführlich verz.). Von 
seinen zahlreichen "Werken sind 
folgende nachweisbar: 

An thcoretisclien : 

Methode facile pour ai)prendre k chanter 
la musique. Par un Maistro celebre de 
Paris. Paris 10G6 Kob. Ballard. riuS». 
27 S. [Bologna. 

— Fetis nennt eine ältere Ausgabe : 
Paris 1646 Ballard, betitelt: La gamme 
du Si ; uouvelle niethode . . . 

— Titel wie 1666. Ib. 1696. qu40. 
[Brüssel. 

Traite de la compositiou de musique 
par . . . Paris 1667 Ballard. 8". [Paris 
Nat. Stadtb. Koucn. B. B. C P. 
Glasgow. 

— Ms. 40 64 in B. B. 

— Traite de la compositiou de musi- 



que, par ... et traduit en flamand par 
E. Roger. Amst. 1697 de Lornie et 
Roger. 8». 112 S. 5 Taf. franz. und 
niederl. [Brüssel. B. B. Dresd. Bo- 
logna. Amst. Glasgow. 

— Traite de la comp. Paris 1712 
Ballard. 8". [be.safs Leo Liepm. 1888. 

Dissertation sur le chant gregorien, 
|)ar le Sr. Nivers. Paris 1683 Tautheur. 
8". Vir u. 216 S. [Brüssel. Paris Nat. 
Stadtb. zu Arras, Amiens, Caen, Niort, 
Veidun. B. B. B. W.'igfuier. Bologna, 
br. Mus. 

Methode ceiiaine pour apprendre le 
l^leiu-chant de röglise. Dressee par . . . 
Paris 1698 Ballard. 8°. [Brüssel. 

— Fetis verz. noch: Methode pour 
apprendre le plain-chant de l'eglise. Paris 
1667 Ballard. qu8". — 2. Ausg. ib. 1679. 
— 4. Ausg. 1711. 12». 

Ferner: Trois uouveiles methodcs pour 
le piain - chant. Paris 1685. quS*' in 3 
Ausg. Jahresz. fehlen. 

An prahiischen Werken: 

Livre d'orgno, contenant cent picces 
de tous les tons de leglise, par . . . Paris 
1665 Ballard. qu4". [Paris Nat. Paris 
Gcnev. Stadtb. Troyes. Brüssel 2122 
in Kopie von Perne. Livorno im Besitze 
des Herrn Gius. Pratosi von 1667 po livre. 

— 30 livre d'orgue. Ib. 1675. [Paris 
Nat. 

Motets ä voix seule accomp. de la Bc. 
Paris 1689 Ballard. [Paris Nat. Bresd. 
Amst. br. Mus. C. P. 

Lamentationes Jeremiae . . . Paris 1719 
Ballard. [Paris Nat. br. Mus. Leo 
Liei)m. Ausg. von 1723. 

Pa.ssiones D. N. .1. C. cum benudictione 
cerei paschalis. . . Paris 1723 Ballard. 4*. 
[br. Mus. Bologna. Fetis zeigt sie von 
1670 an. 

Chants et motets ä l'usage de leglise 
. . . Tome I. . ., mise en ordre par Cleram- 
bault. Paris 1733 grav. Hue. kl. 4«. 
310 S. — 2. Tom. 334 S. Enth. Messen 
u. Litaneien. [B. Wagenei-. C P. Paris 
Nat. br. Mus. 

Litanies du tres Saint sacrement (j). 1 
voLx). Ms. 3819 p. 257 in B. B. 

Lautenpiecen in einem Ms. des C. P. 
(Kat. 485). — Exempel und Fugen im 
Ms. 101 der B. zu Cambridge FW. 

Er gab auch 1687 und 1696 zwei 
„Antiphonarium romanum" zu Paris 
heraus. Beide in B. Brüssel 1216 17. 

Fetis verz. noch : Betons de tenebres 
Selon l'usage romain. Paris. — Les Pas- 
sioDS avec l'exultet et les Le^ons de 



Nivers, Henric. 



207 



Nodari. 



tenebres. Paris 1689. Das 2. Buch Orgel- 
stiicke erschien 1671. 

— lu neuer Ausg. die erste Lamen- 
tation (Eitner 2). 

Nivers, Heuric, Marchiaci (= 
La Marche?), bekannt durch: 

Musica nova, uewe und zuvor nie er- 
fundene Singkuust. Leipzig 1603 (Lateiu. 
und deutsch). [B. B. 

Nizaiikowski, Andreas, ein 

Organist an der Dominikanerkirche 
zu Krakau, der 3 Jahre bei Fresco- 
baidi in Rom studiert hatte, st. ara 
3. April 1655 in Krakau (Haberl, 
Jahrb. 1890, 82). 

Noak (Noke), William, Kgl. 
Kammermusikns an der HofkapeJle 
in London, der am 30. Sept. 1624 
an Ant. ßassano's Stelle als Flötist 
angestellt wurde. Nur im Jahre 
1625 ist er noch verz. (Nagel, 
Annalen). Bei der Ungenauigkeit 
der einstigen Namenaufzeichnung 
könnte man annehmen, dass der 
am 12. Mai 1662 als verstorben 
angezeigte John Xoakes vielleicht 
der obige ist. 

Xol)ili, O . . . 

Im Conservatoire zu Brüssel befindet 
sich ein Duo ä Sopr. et Ten. av. orch. 
Ms. P. 

Noble, siehe Le Noble. 

Noble, Olivier, ein zu New- 
burg (Mass. in Amerika) 1792 ver- 
storbener Musiker, der herausgab: 

Discourse on Church Music 1774 
(Brown). 

Noblet, Charles, geb. gegen 
1715 zu Abbevile, gest. um 1769 
zu Paris, war Organist an der 
Kirche Mathurins und ara Kolle- 
gium de Navarre, auch Cembalist 
an der Oper, wovon er sich mit 
einer Pension von 350 liv. 1768 
zurückzog. Im Concert spirituel 
wurde ein Te Deum und mehrere 
Kantaten von ihm aufgeführt, auch 
solleü 1754 und 56 Klavierpiecen 
erschienen sein. Sein Porträt be- 
findet sich im 4. Bde. der Bibl. 



histor. de la France (Pougin nach 
La musique ä Abbeville 1876. 8*^ 
und den Spectacles des Paris). 

Im C. P. befinden sich: Cautatilles avec 
flute et basse, op. 1 — 3. öonates ou nou- 
velles Suites de Clave^in. 

Nobletti, Joannes, von 1482 
bis 1486 päpstl. Sänger (Viertelj. 
3, 241. 243). 

Nocetti (Nucetus), Flaminio, aus 
Parma, von etwa 1603 ab Organist 
au San Giov. Evangelista zu Parma 
(Titel). Man kennt von ihm an 
Kompositionen: 

Missae ac Litaniae B. M. V 8 voc. 

Ven. 1602 Gardanus. 8 Stb. 4». 8 Nrn. 
[Hof b. Wien: C. 

Primus conceatus, sive sacrae cantiones 
... ex quinis, senis, septenis, octonis, & 
nouenis vocibus . . . Ven. 16U3 Gardanus. 
[Bologna: A.. in 4". B. Haberl inkompl. 
von 1602? 

Cantica, ac Litaniae B. M. V. . . . 8 
vocibus concineudae. Cum Partitione. 
Veji. 1617 Magui. 9 Stb. 4"^. [Bologna. 
B. D. nur Part, in fol. 27 S. 

11 secondo deile Messe a 8 voci di . . . 
con Partitura per l'org. Ven. 1618 Magni. 
10 Stb. 4". 4 Messen. [Kathar. Danzig. 
Bologna: B 1. 

Sacrorum concentuum . . . lib. 2. Ter- 
ms, 4, 5, 6, 7 et 8 vocibus concin., cum 
partitione et privilegio . . Ven. 1618 
Magui. [B. Kgsbg: C— Bl.5a. 6a. Part. 
57 S. 34 Mot. 

Unter Fl. Nucetus 1 Mot. in Phalesius 
Florilegium 1609 und 1 Mot. 6 voc. im 
Samlwk. 1611. — In B.L. im Ms. suavi- 
tas et dulcedo 6 voc. (siehe Kat.). Der- 
selbe Gesg. in neuer Ausg. in Commer's 
Mus. Sacra 15, 37. 

Nocliez, ... ein Violoncellist, 
Schüler von Cervetto und Abaco, 
trat ins Orchester der komischen 
Oper zu Paris, 1749 in das der 
grofsen Oper, 1763 in die Kgl. 
Kapelle, 1799 zog er sich zurück 
und starb 1800. 

In La Borde's Essai sur la musique, 
Bd. 1 p. 309— 323- befindet sich von ihm 
ein Artikel über das Violoncello. — Im 
C. P: Sei Sonate da camera p. leVioloncelle. 

Nodari, tJiovanni Paolo, aus 

Brescia, ein Mönch des Klosters 
Cassinense der Kongregation Fieso- 



Nodler. 



208 



Nötzel. 



lana, lebte 1605 zu Gazoli, wo er 
die Dedicatioa unterzeichnet. Man 

kennt von ihm: 

. . . mellifluus concentus in Psalmos 
David, qui in praecipuis anni solemnitati- 
bus ad vesperas 4 vocib. organo aliisque 
musicis instrunientis . . . Nee non in duo 
Beatiss. Virg. Deipare Cantica iisdem iu- 
stiiiin. concineuda. Veu. 1605 Amadinus. 
5 Stb. 4P. Es ist sein erstes Werk. 
[Bologna. 

Corona gemmarum coelestium per . . . 
in hanc nuisicalem harnioniam sola, duo- 
bus, tribus, 4 & 5 voc. , contextam . . . 
Yen. 1613 Amadinus. .0 Stb. in 4». [B. M: 
B. u. Ürgelstiin. (Part. goii.). Bologna: B. 

Harnionicuni concentiiin ... in alinae 
Virginis Bei genitrixis Mariae, Canticuin 
ad organi conioditatoni distributum super 
8 eccles. tonos f) vocib. divisum. Yen. 
1620 Magni. 6 Stb. 4». 8 Magiiif. [B. M. 
Bologna: C. im Kat. Abdr. der Dedic. 

2 Gesge. iti alten Samhvk. (Eitner 1, 
lies für Parbo „Parlo"). 

Nodler, Weiicz(ol), 

bekannt als Komponist des Liedes „Ach 
gott, ich klag des winters art" 15. Jahrh. 
Abgedr. in Beilage zu M. f. M. 1880, Mün- 
chener Liederbuch, Deutsches Lied, 2. Bd. 
p. 45. Siehe auch M f. M. 25, 166. 

Noe, Noel, oder Noe B. ist 
Baulduiii. 

Noc, Stephen, um 1625 Mit- 
sjlied der Kapelle Karl I. von Eng- 
land (Hawkins 4, 370). 

Noel, ... Um 1514/15 Sänger 
in der Hofkapelle Louis XU. von 
Frankreich (Thoinan 91). 

Noel des 17. Jhs., 1615. Part, 
und Stb. im Ms. in fol. [Bologna, 
Kat. 3, 247. 

Noel, . . . tritt 1766 als Spieler 
des Pantaleon in London auf (Pohl 
2, 374). 

Noel, Henry, ein englischer 
Gentleman und Pensionär (der ein 
erhält) unter der 
Elisabeth, die ihn sehr 
begünstigte wegen seiner Fertig- 
keit in der Musik (Hawkins 3, 422). 

Noel, N..., ein Maitre de 
musique zu Paris gegen Ende des 
17. Jhs. Fetis verz. von ihm: 



Gnadengehalt 
Königin 



1. Motets et elevations pour les sacre- 
ments, la saiute Vierge et pour les prin- 
cipales festes de l'annee, ä une et deux 
voix avec la Bc., propres pour les dames 
religieuses, Paris, qu8". — 2. Motets pour 
les principales festes de l'annee ä 1 voix 
seule avec la Bc. et plusieurs petites 
ritournelles pour l'orgue ou les vieles. 
Paris 1687 Ballard. (pU". — Die Hofb. 
in Wien besitzt im Ms. 15941, 3 Stb., 
Cantus fehlt unter Nr. 6 u. 32 zwei geistl. 
Gesänge. 

NÖU, . . . Flötist, lässt sich im 
Konzert der Mad. Baini am 23/4 
1765 in Frankfurt a/M. hören 
(Israel 48). 

Noelll, (jleor^, Virtuose auf dem 
Pantaleon, Schüler von Hebenstreit, 
später von Pater Martini, befand 
sich viel auf Konzertreisen. 1765 
tritt er in Frankfurt a/M. als Pan- 
taleonist auf und nennt sich in der 
Anzeige „in herz, ßraunschweig- 
schen Diensten'^ (Israel 48). 1775 
konzertiert er am 5/4 und 5/11 in 
Hamburg. 1776 trat er in die 
Hofkapelle des Herzogs Friedrich 
von Mecklenburg - Schwerin als 
Kammermusikus, wo er 1786 in 
den Listen als Drittletzter verz. 
ist. Er starb daselbst 1789 (Kat. 
von Kade 2, 99 und Gerber 1). 
Von seinen Kompositionen ist 
nachweisbar: 

1 Sinfonie im Samlwk. 7 von Breit- 
kopf. — Pastoj'ella Sonata Cdur, per il 
Cembalo con V. et B. Ms. Stb. [Schwe- 
rin F. 

Nördliiiger, Wenzel, siehe Ner- 
linger. 

Nöringer (Nörminger), August, 
siehe Nörminger. 

Nötzel (schreibt sich auch Nözel), 
Cliristiaii Friedrich, geb. 11. Juli 
1780 zu Schwarzenberg im Erz- 
gebirge, wo er nach eigener An- 
zeige in der Lpz. Ztg. von 1802 
Stadtmusikus wai-. 

Er giebt in den .lahren 1800 und 1802 
allerlei Tänze heiaus, angezeigt in der 
Lpz. Ztg. 4, Big. 9, S. 35, beurteilt in 
6, 848. Im Jahrgange 1827 eine Eucy- 



Noferi. 



209 



Nola, Giov, Dom. da. 



klopädie der Theorie in der Musilj (ib. 
29. 1). 

Noferi (Nofieri), (xiovauiü Bat- 
tista, ein Violinvirtuose, der 1770 
in London auftritt (Polil 2, 370); 
sonst ist über sein Leben nichts 
bekannt, dagegen lassen sich aller- 
lei Kompositionen von ihm nach- 
weisen: 

The celehrated dances performed ... at 
the King's theatre. .3 hookes. London, 
J. BlundelL ciu4". [br. Mus. 

6 Trios, 3 a un V., Taille et Basse, 

et 3 ä 2 V. e B. op. 3. fol [Dresd. Mus. 

6 Trii ä 2 V. e B., ded. Lady Bridget 

Lane. op. 9. Lond., Welcker. 3 Stb. 

[B. Hbg. 

6 Sonatas for 2 V. with a Th. B. ded. 
Lady Biugley. op. 10. Lond., Welcker. 
3 Stb. [B. Hbg. 

6 Trios for 2 V. with a Th. B. op. 13. 
London, [br. Mus. 

6 Trios for 2 V. & a Vcl. op. 17. 
Lond. foL [br. Mus. 

Sonatas for 2 V. & a B. op. 7. 
Lond. fol. [br. Mus. 

6 Sonatas or Duets for 2 V. op. 3. 
Lond. 2 Stb. fol. [br. Mus. 

(3 Duets for 2 V. op. 4. Lond. 2 Stb. 
fol. [br. Mus. 

6 Duettes, 3 for 2 V. & 3 for a V. 
& Vcl. op. 14. Lond. [br. Mus. 

6 Senates ä 2 V. La Haye. 2 Stb. 
fol. [br. Mus. 

6 Solos for a Guitar with a Th. B. 
op. 3. Lond. [br. Mus. 

6 Solos for a V. & B. op. 2. Lond. 
[br. Mus. 

G Soli for a V. & B. op. 8. — Dito 
op. 11. (Lond. 1765.) [br. Mus. 

Eight Solo's for a V. with a B. for 
the harps. or Vcl. ded. to the Honble 
llarriet Lane. Lond. printed for the 
author. fol. 39 S. Part. [B. Wagener. 
br. Mus. 

6 Duette ä 2 V. im Ms. in B. Lin- 
köping. 

The Opera Dances for 1779 .. . Com- 
posed and adapted for the V., Fl. and 
Pfte. London, Welcker. fiu4". 27 S. 
[br. Mus. 

Deldevez veröffentlichte einen Teil 
einer Sonate in Dd. f. V. (Eitner 2 N.). 
Auch Cartier teilt ein Allegro in seinem 
Samlwk. mit. 

Nohart, Leouhart, Altist an 
der Hofkapelle in München, erhält 

Rob. Eitner's Qaellen-LexLkon. Bd. 7. 



1605 100 Gld. und wird 1606, 
9. Nov. mit 20 Gld. entlassen 
(Kreisarchiv). 

Noisten, Lucas Karl, um 1716, 
nach anderer Angabe 1720 in Bonn 
geboren, am is" Nov. 1787 ebd. 
gest. Als Bassist an der kurf. 
Kapelle in Bonn am 21/12 1745 
angestellt mit 252 Gld. Gehalt 
(Thayer l, 27. 147. S. 147 sagt 
er 1739 als Hofmusikus angestellt, 
wahrscheinlich auf Wartezeit). 
Noiiiville, s. Durey de Noinville. 
Noiriam, Daniel, 1611 Sänger 
lind Mnsicus an der Kgl. Kapelle 
zu Brüssel (Straeten 2, 9). 

Nola, Feiice de, 1507 päpstl. 
Sänger (Viertel]'. 3, 248). 

Nola, Uiacopo da; im Samlwk. 
1566 c ein Madrigal zu 5 Stirn. 
(Eitner 1). 

Nola, D. OioYaniii Domenico 
da, auch Don Joan Doraenico del 
Giovane de Nola gez. (in 1541). 
Auf den Motetten von 1549 nennt 
er sich Juvenis de Nola und ist 
daher der Name Giovane wohl 
sein Familienname. Ich setzte ihn 
dennoch unter Nola^ seinen Ge- 
burtsort, da er unter diesem nur 
bekannt ist. Nur einmal wird er 
auf den Titeln seiner Drucke mit 
einem Amte bez., auf 1564, 2. lib. 
de Madrigali, heilst es: Kapell- 
meister an La Nontiata zu Neapel. 
Von seinen Werken sind bekannt: 
Lib. 1. Motectorum 5 vocuiu eccellen- 
tissimi Musici Domini Joaunis Dominici 
Juvenis de Nola, noviter ab ipso authore 
congesti, & nunc primuui . . . editi. Ven. 
1549 H. Scottus. Dedic. m Neapel 1546 
gez. 5 Stb. <iu4". [Bologna: B. br. 
Mus: B. 

1541. Canzoni Villanesche de . . . 
Lib. 1 e 2. Nouam. stanip. Ven. 1541 
Scotus. 3 Stb. <iu4". zweimal 21 Gesge. 
[Celle. 

— Canzone Villan. . . a 3 voci, ristamp. 
Lib. 1. Ven. 1545 Gardane. 3 Stb. (iu4". 
21 Gesge. [B. M. B. B: B. 

14 



Kola, Giov. DoDi. da. 



210 



Nonotte. 



— dito lib. 2. ib. 1.545. 3 Stb. qu40. 
21 Gesge. [B. M. B. B: B. 

1545. Madrigali a 4 voci di . . NoUa, 
da lui nouam. composti . . . Ven. 1545 
(Gardane?). 4 Stb. (iu40. 29 Madr. 
[Veroua S. f. Bologna: T. 

1564. II 2. lib. de Madr. a 5 voci 
di ... Roma 1564 Val. Salviano & fra- 
telli librari. Dedic. in Neapel gez. 5 Stb. 
qu40. 29 Madr. [Bologna: C. 

1567. 11 1. lib. delle Yillanelle alla 
Napolitana di ... a 3 et a 4 voci nouam. 
date in luce, et corrette da Claudio da 
Correggio. Ven. 1567. 3 Stb. _ kl. 8". 
29 Madr., dabei von Oio. Leon. l'Arpa 3 
und von Paolo d' Anyelo 1 Madr. [Hofb. 
Wien: C. T. 

— Dl. lib. . . Ven. 1569 Claudio da 
Corregio. 3 Stb. kl. 8". 29 Madr. 
[Rostock. Kassel, C def. 

— 11 1. lib Vinegia 1570 Gir. 

Scotto. 3 Stb. kl. 8". 29 Madr. (Paolo 
d'Augelo ist hier nicht genannt). [B. M. 
B.Zw: C. T. 

In alten Samlwk. 17 italien. Gesge. 
(Eitner 1). Dazu kommen noch nach 
Vogel in Scotto's Lib. 3 de D. autori 
1549: lo vo piangendo 4 voci. — In 
Barre's 2. lib. delle Muse 1558 (mit 1560^ 
identisch): lo procaccio martir 4 v. — In 
Scotto's Cauzon Napol. 3 v. 15()(! fünf 
Gesge. — In desselben Prima stella 5 v. 
1570: verde amena, 2. p. nuova 
terra. — In Archadelt's 1. lib. Madr. 4 v. 
1625: Vivo sol di speranza; Ben mio und 
Giontom' amor. — In den Lautenbüchern 
von Denfs und Hove einige arrangierte 
Gesge. 

Ms. 8, Codex in Modeua, classe speciale, 
Hds. Cos. Bottegari's: Quando da voi, Ma- 
donna, El. 27. 

Nolla, . . . um 1787 nach Gyro- 
wetz' Selbstbiogr. Kapellmeister 
beim Herzoge von Parma, wurde 
später Kapellmeister am Scala- 
tlieater in Mailand. 

Nollet (Noiet, Noletto, NoUetto), 
. . . ein Komponist aus der ersten 

Hälfte des IG. Jhs., 

der in alten SamlwL mit 8 italien. 4-, 
5- und 6 stimmigen Gcsgen. vertreten ist 
(Eitner 1). Ferner nach Vogel in Verde- 
lot's a 6 Madrig. 1546: Quant' in mül' 
auu' il ciel 6 voc. In Ausg. 1561 das- 
selbe Madr. und Partomi donna. — In 
Ant. Franc. Doni's Dialogo 1544: S'io po- 
tessi mirar. — in Gardane's 1. lib. Madr. 
1547: Qual anima. 



Nollet, L'abbo Jeaii-Antoiiie, 

ein Physiker, geb. um 1700 zu 
Pimpro bei Noyon, gest. 24. April 
1770 zu Paris. Fetis verz. das 
Werk: 

Memoire sur l'ouie des poissous et sur 
la transinissiou des sons dans l'eau, ge- 
di-uckt in den Momoires de l'Academie 
des Sciences de Paris (1743 p. 199). 

Nollet, Ptev. Michael, Mitglied 
der Kgl. Kapelle zu London, wurde 
Reader der franz. Kapelle im St. 
James -Palast (11/12 1744) und 
t 8/10 1755 (Rimbault 233). 

Noly, ... Um 1514/15 Sänger 
in der Hofkapelle Louis XII. von 
Frankreich (Tiioinan 92. Etat ä Paris 
K no. 322). Ein J. Noly wird 
von Castil-Blaze 147 als Bratschist 
in der Hofkapelle Louis XIV. mit 
912 üv. 12 sous und Naturalien 
verz. 

Nonierius, de, Sänger am St. 
Peter im Jiuni um 1475 (Viertelj. 
3, 237). 

Noiiat, . . . 

Im Vei-lagskataloge von Meyn in Ham- 
burg ist 1797 angezeigt: Air de Marl- 
borough, variö p. le Claveciu. 

Noniiiiii, Girolamo. Ein un- 
bekannter Komponist. Dem Wort- 
laut des Titels scheint er dem 
18. Jh. anzugehören. In Bologna 
befindet sich der Druck: 

Six Italian Canzonets, for a Single voice 
which niay be accompanied either by the 
harpsichord, Guitar, Harp or Mandolin, 
composed and dedicated to Mrs. Johnstone, 
at Kensington Gore by ... Op. 1. Lon- 
don, printed & sold for the author N. 233, 
Piccadilly. qufol. 21 S. Der Text ist 
italienisch. 

Nonotte,Josei)li-Waast-Aiibert 

(Fetis fälschlich unter Nonot), geb. 
um 1753 zu Arras, gest. um 1817. 
Klavier- und Orgelspieler, ging mit 
18 Jahren nach Paris und voll- 
endete seine Studien unter Ledere. 
Zurückgekehrt nach AiTas erhielt 
er die Organistenstelle a/d. Kathe- 
drale. Während der Revolution 



Noord, Sybrandus van. 



211 



Nopitsch. 



ging er uach England und kehrte 
später nach Paris zurück. Die 
Nationalbibl. zu Paris besitzt von 
ihm: 

2 Senates pour le clavecin avec V. 
Paris, Boyer, — Le(;'Ous methodiques de 
claveciu ou fortepiano. Ib. Fetis nenut 
bei Letzterem Nadei-manu als Verleger. 

Noord, Sybrandus vau, war 

von 1G79 — 92 Organist an der 
alten Kirche zu Amsterdam und 
vom 8. Jan. 1692 Organist zu 
Haarlem (bis 1695) (Bouwst. 1, 65). 
Gregoir, Panth. 5, 108 teilt ein 
Gredicht von A. Alewyn „Anno 
1702" mit, wo er als Orgel-, Kla- 
vier- und Glockenspieler gefeiert 
wird. Dasselbe befindet sich unter 
seinem Porträt . 



gestochen 



von 



P. Schenk. 

Ein alter Auktiouskatalog verzeichnet 
von ihm: „Melange Italien ou Senates a 
1 flute et Bc, ä 1 V. e Bc, ä 2 V. sans 
B. et a 1 Clavecin seule. Op. 1. — Im 
Kat. Roger werden von ^,vaii Noort^ So- 
naten für Fl., V. u. B. angezeigi. 
Die Bouwst. 2, 47 zeigen noch au 
Noord, Willem van, 1623/24 Organist 
zu Utrecht. 

Noord, Jakob ran, Sohn des 
Sybrant(?), geb. 1619 zu Amsterdam, 
wurde 1652 der Nachfolger Dirk 
Sweelinck's als Organist; vorher 
war er an der Meuwe Zijds Ka- 
pellangestellter, 1659 Organist an 
der alten Kirche zu Amsterdam. 
Am 21. Okt. 1677 pensioniert. In 
einem Gedichte von 1659 wird 
er erwähnt (Bouwst. 3, 15. 63, 
101). 

In der Tijdschrift 5. Teil 2tes 
Stück S. 87 werden noch einige 
Noord 's angeführt, die aber zu 
keiner Bedeutung gelangt sind. 

Noort, Michaelis Tan, von 1604 
bis 1629 Organist an der Peters- 
kirche u. a. in Utrecht (Tijdschrift 
2, 212. 5, 88). In den Bouwst. 
2, 47 ist ein Jan Michiel ran N. 
angezeigt, der von 1604—1630 



Organist zu Utrecht war. Jeden- 
falls ist es derselbe wie der obige. 

Noortbeecli, 51. Louis ran, 

seit 1768—1771 Sangmeister an 
der Kathedrale in Antwerpen 
(Gregoir p. 35 unter Baustetter). 
— Straeten 3, 6 nennt ihn R. D. 
L. van Noorbceck^ von 1765 bis 
1768 Sangmeister a/d. Kathedrale 
zu Antwerpen, ging 1769 in gleicher 
Eigenschaft an die Kirche St. Ja- 
cobs. — Im Artikel Blavier in der 
Biogr. nat. beige liest man Louis 
van Koortbccck war Musikmeister 
a/d, Kirche St. Jacques zu Ant- 
werpen und erhielt nach Blavier's 
Abgänge gegen 1765 dessen Ka- 
pellmeisterposten a/d. Kathedrale 
daselbst. Da sich die Artikel in 
der Biogr. nat. beige über Musiker 
durch eine aktenmälsige Darstel- 
lung auszeichnen, so ist sicherlich 
die letzte Lesart die allein richtige. 

Noorth, Antliony van, 1659 
Organist an der Neuen Kii'che zu 
Amsterdam, gab heraus: 

Tabiüatuur boeck van Psalmen eu Fan- 
tasyeu waar van de Psalmen door ver- 
scheyden versen verändert zyn soo inde 
Superius, Tenor, als Bassus, met 2. 3. en 
4 part. door . . . Ämst. 1659 Willem van 
Beaumont. fol. 2 BU. 60 S. im Stich. 
Beschrbg. und Urteil nebst 1 Tonsatz, 
den Ritter wieder abdruckt, in M. f. M. 
14, 164 ff., auch in Bd. 17, 75. [B. B. 

1896 erschien der ganze Bd. in neuer 
Ausgabe als XIX. Bd. der Vereeniging 
voor Noord-Nederlands Muziekgeschiedenis 
zu Anist. (Lpz., Br. & H.) und eine Be- 
urteilung in der Tijdsclirift 5, 85 ff. 

Nopitsch , Christoph Fried- 
ricli Wilhelm, geb. zu Kirchen- 
sittenbacli bei Nürnberg den 4. 
Febr. 1758, gest. zu Nördlingen 
im Mai 1824. Schüler von Sieben- 
kees in Nürnberg, Kiepel in Regens- 
burg und Beck in Passau, wurde 
nach Schubart 1783 Musikdirektor 
zu Nördlingen (nach seinem Klag- 
gesangj. 1800 wurde er zum 

14* 



Norcelloni. 



212 



Norminger, August. 



Kantor am Gymnasium f^ewählt 
(zum Teil nach Gerber 1, Fetis 
u. den Titeln seiner Druckwerke). 
Schubart S. 231 spendet ihm als 
Klavier- und Orgelspieler das 
gröfste Lob und bez. ihn als einen 
tüchtigen Kontiapunktiker, „der 
ein herrliches Talent zur Kompo- 
sition besitze". Von seinen Ar- 
beiten sind bekannt: 

Versuch eiues Eiern entarbuchs der 
Singkunst. Nördlingen 1784 Selbstverlag. 
4". 35 S. Er nennt sich Musikdir. in 
Nördlg. [B. B. Dresd. B. M. Musikfr. 
Wieu. 

Bürgers, Rammlers, Gr. Stolbcrgs u. a. 
Gedichte in Musik gesetzt. 1. ThI. Nörd- 
lingen 178.3 beym Autor. qu4''. 18 Lieder. 
[B. AVagener. 

Gerbor 1. 2 zeigen noch Mehreres an. 

Noreelloui, Lorciizo, um 1708 
Yiolinist an der herzogl. Kapelle 
in Venedig mit 25 Duk. Gehalt 
(Caffi 2, 61). 

Noreome (Norcomb, Norcum), 
Daniel, geb. um 1576 zu Windsor 
in England. Laienkleriker und 
Sänger an der St. Georg -Kapelle, 
musste 1602 England wegen Glau- 
benswechsel verlassen, ging nach 
Brüssel und erhielt an der Kapelle 
des Gouverneurs eine Stelle als 
Instrumentist, wo er noch 1647 
lebte (Fetis nach Akten. Grove). 

In Morley's Triumphs of Oriana IGOl 
das Madrigal: With augel's face and 
brightness. 

In neuer Ausg. derselbe Gesg. (Eitner 2). 

Ob der Daniel Noreome 1659 in Symp- 
son's Division -Viol citierte derselbe ist, 
bedarf noch weiterer Forschung. In den 
Exemplaren zu Oxford und R. C. of Mus. 
obigen Samlwkes. Sympson's sind zahl- 
reiche Piecen von letzterem Noreome bei- 
gebunden (Davey). 

IVordtmaini , Johann Jakob, 

Organist am Dome zu Lübeck seit 
dem 24. Dez. 1691, starb Ende 
Nov. 1724 (Stiehl, Lübeckisches 
Tonkünstler-Lexikon). 
Nordwig, Wilhelm. 

In Petrejus Samlwk. von 1538g (Eit- 



Wieder aufgenommen im Samlwk. 



ner 1) der 70. Psalm in 6 Teilen zu 4 

Stim. 

15531. 

Norieus, Hermann, lebte gegen 
1558 — 60 iu Schwantzburg bei 
Blankenburg und war der Lelirer 
Joach. a Burck's, wie aus des 
Letzteren Sacrae cantiones von 
1573 zu ersehen ist. 

Noris, Oiovanni, um 1668 In- 
strumeutist an der herzogl. Kapelle 
in Venedig, Spieler des Violon 
grosso. Er soll nach Cat'fi 2, 57 
den Violone vergröfsert haben. 

Norman, John, ein englischer 
Komponist des 15. — 16. Jhs., viel- 
leicht derselbe, der an der Kathe- 
drale St. David in Wales Organist 
war und 

von dem sich in einem Ms. mit Messen 
und Motetten in der Musikschule zu 
Oxford eine Messe befindet (Burney 5, 
554). Davey kennt noch eine Motette 
im Ms. Peterhouse in Cambridge. — Pohl 
2, 3ü8 erwähnt einen Norman junior^ 
der 1789 als Klaviervirtuose in London 
auftrat. 

Normand, Remi, seit 1687 an 
der Hofkapelle in München mit 
300 Gld. Gehalt angestellt. Wel- 
chen Dienst er versah ist aus den 
Akten soweit ich sie durchgesehen 
habe nicht ersichtlich, doch nuiss 
er beim Kurfürsten in gutem An- 
sehen gestanden haben, denn all 
seine Eingaben um Gehaltserhöhung, 
die fast jährlich erfolgten, wurden 
bewilligt. Als der Kurfürst seine 
Zuflucht vor den Oesterreichern 
in Brüssel nahm, wurde er auch 
dahin befohlen (14/11 1701) und 
erhielt einen Gehalt von 680 Gld. 
46 X. 1726 ist er seit 9 Jahren 
„Residenz Pfleger", thut keinen 
Dienst mehr bei der Kapelle und 
bezieht einen Gehalt von 678 Gld. 
(Kreisarch.). 

Normant, siehe Loyal. 

Norminger, wie er sich selbst 
schreibt, wird aber in den Akten 



Norminger, Friedr. 



213 



Norris, "William. 



und auch bei Fürstenau 1, 39. 
47 Normigcu, Norin(je)\ Nöringer, 
Nönm'ger und Nörniger geschrie- 
ben, August, Er unterrichtete 
1589 und 1612 die jungen sächs. 
Prinzen, kam 1581 an Stelle 
Joachim Mors' als erster Hoforga- 
nist in Dresden mit anfänglich 
190 Gld. 10 gr. 4 Pf., später mit 
222 Gld. 12 gr. Gehalt, der sich 
1612 auf 300 Gld. belief. 1594 
bittet er um Urlaub. 

Unter August Norminger besitzt die 
B. B. im Ms. Z89 ein Tabulaturbuch, 
verfasst vind geschrieben im Jahre 1598, 
scheinbar im Autograph. Der Einband- 
deckel trägt die Initialen in Gold: F. W. 
H. Z. S. (Friedrich Wilhelm, Herzog zu 
Sachsen, Vormund von Chur- Sachsen und 
Herzog von Weimar). Er enthält 77 vier- 
stimmigö Choräle in der Orgeltabulatur, 
39 geisti. und weltliche Lieder (weltliche 
31) und am Ende 93 Tänze aller Art. 
Ein anderer Name ist nicht genannt, die 
Bearbeitung ist daher jedenfalls von ihm, 
sowie manche Komposition wohl von ihm 
selbst herrilhren mag. 

Norming'er(Noringer,]Srormiger), 
Friedrich, vielleicht der Yator 
des August, war 1575 zweiter Hof- 
organist in Dresden. 1580 erhält 
die Wittwe eine halbe Jahres- 
besoldung. Fürstenau führt ihn 
zwar noch 1590 an (1, 36), doch 
kann dies nur ein Irrtum sein, 
da ich obige Nachrichten im sächs. 
Staatsarchiv fand. Fürstenau 3, 
202 erwähnt ihn im Jahre 1576 
mit 100 Gld. Gehalt. Kade im 
Archiv für sächs. Geschichte von 
Weber, Bd. 10, 113 schon 1574. 

Norris, Tliomas, geb. zu Mere, 
Wiltshire, getauft am 15/8 1741. 
Knabensänger an der Kathedrale 
zu Sahsbur}^ unter Dr. Stephen's 
Leitung. Seine schöne Sopran- 
stimme änderte sich später in einen 
Tenor und er wurde ein gesuchter 
Konzert- und Oratoriensänger. Er 
liefs sich in Oxford nieder und gab 
Gesangunterricht, erhielt 1765 den 



Organistenposten an der Christus- 
kirche u. erwarb sich in demselben 
Jahre den Grad eines Baccalau- 
reus, wozu er zwei Kompositionen 
von Psalmen einreichte. Am 12. 
Nov. 1765 wurde er an der Musik- 
schule angestellt und erhielt am 
15. Dez. den Organistenposten am 
St. John-CoUeg. Den 5. Nov. 1771 
wurde er Laien-Kleriker am Mag- 
dalenen - Colleg. Er starb den 5. 
Sept. 1790, 49 Jahr alt zu Imley- 
Hall, bei Stourbridge in der Graf- 
schaft Worcester, nachdem er einige 
Tage vorher auf dem Birmiughamer 
Feste gesungen hatte (Stephen). 

Von seinen Kompositionen ist nur 
Weniges bekannt und dann selten mit 
dem Voraamen gezeichnet. Ihm zuge- 
schrieben wird in Longman's Collect, of 
Catches Nr. 209 : For Agathon in fighting. 
Glee a 4 v., hier soll er nach dem Kat. 
von Königsbg. mit Tho.'s gez. sein. — Im 
R. C. of Mus. 1586 Samlbd. in Stb: 6 Sym- 
phonies, nur Norris gez. Im Reg. des 
Kat. ist noch 1933 angezeigt, doch ist 
dort nichts zu finden. Die Angabe 1933 
ist überhaupt falsch, da die Nr. gar nicht 
vorkommt und die letzte Nr. 1922 mit 
12 Bden., gez. a— m ist. Sämtliche An- 
gaben mit 1933 sind unfindbar, selbst 
wenn man den Bd. unter m als 1933 be- 
trachtet. — 1 Anthem ä 1— 4 v. mit 
Norris gez. in Oxford Chr. Ch. im Ms. — 
Grove's Angabe, dass er in Warren's Col- 
lection vorkommt, ist wohl ein Iritum. — 
Dagegen befindet sich im Samlwk. Catch 
Club 3 (Sibbald in Edinburgh) im 3. Bde. 
ein Catch mit Thomas Norris gez. 

Norris, William, 1685 Chor- 
knabe an der Kgl. Kapelle in Lon- 
don, später Chorsänger und Ge- 
sanglehrer in Lincoln. Gest. um 
1710 (Stephen). 

In Playford's Divine Companion 1 An- 
them. In Tudway's Samlbd. br. Mus. 
Ms. 98 ein Ser\äce und 2 Authems. Ms. 
577 ein Antliem in P. Ms. 597 Samlwk. 
von geisti. Gesgen. 3 Nrn., alle mit W. 
Norris gez. — In Ely 3 Anthems und 
1 Service. 

Von einem Norris ohne Vornamen be- 
finden sich im Samlwk. Amüsement 1791 
Madrigale, Catch u. ;i. 



North, Francis. 



214 



Notker, Balbulus. 



North, Francis, Lord Griiilforcl, 

getauft am 2. Nov. 1637 zu Kirt- 
ling (Stephen), gest. 7. Sept. 1685. 
Bekleidete hohe Justizämter und 
gab 1677 heraus 

A Philosophical Essay on Musick. Lon- 
don, by Martin (anonym). #. 3.5 S. 
[ß. B. br. Mus. Hawidns 4, 431 giebt 
umfangreiche Auszüge. 

North, Roger, Attorney G. of 
James IL, Bruder des Francis', 
geb. 3, Septemb. 1653 zu Tostock, 
gest. 1. März 1734 zu Rougham 
(Stephen): Er war General-Anwalt 
König Jakob IL, nebenbei ein 
guter Gambist und hinterliefs eine 
historische Abhandlung der Musik 
von den Griechen ab bis zum 
Jahre 1730. Edw. Rimbault gab 
sie nach dem Ms., welches der Or- 
ganist G. Townshend Smith in 
Lynn besafs, heraus, betitelt: 

Memoirs of Musick now first printod 
from the Original Ms. . . Lond. 184G 
George Bell. kl. 4". IV. XVIII u. 139 S. 
mit N.'s Port. 

Northbroke, James, lebte in 
der ersten Hälfte des 16. Jhs. in 
England, war Kaplan und erwarb 
sich 1531 in Oxford den Grad 
eines Baccalaureus. Im Ms. Peter- 
house in Cambridge 1 Motette. 

Northget, . . . wird von Swann 
am 25. März 1646 in einem Briefe 
an Huygens ein grofser Liebhaber 
und sehr guter Organist genannt 
und sendet ihm 2 geistl. Gesänge 
seiner Komposition (Huygens XXII). 

Northmaiiii, Friedrich, Orga- 
nist c. 1565, vielleicht in Torgau. 
Seine Mutter war beim Kurfürsten 
Kinderfrau gewesen (s. Staatsarch.). 

Norton, Ferdinand, 1722 In- 
strumentist an der Hofkapelle zu 
London (Viertelj. 8, 516). 

Willi ciDi Norton^ ebenfalls In- 
strumentist an der englischen Hof- 
kapelle, wird 1741 Instrumenten- 
be wahrer (ib. 518/19). 



Nosera, s. Nasera, Pietro de. 
Nosera, Seraphin Jacohus, 

Kammormusikus in Dresden, er- 
hält 1660 seinen Pass, d. h. den 
Abschied (s. Staatsarch.). 
Nofswitz, Christoph. 

In der Bibl. Lobau (jetzt Dresd.) in 
Nr. 8, befinden sich in 6 Stb. achtstim. 
geschriebene Kirchengesänge von 1593, 
üb komplet bedarf der Untersuchung. 
Ebendort Nr. 13, ist in Jakob Handl's 
Musici operis 1595 eine hds. Vorrede von 
ihm zu finden. 

Notary (wohl richtiger Notario 
oder Notari, wie er in den Listen 
zuletzt geschrieben wird), Angelo, 
seit 1625 Mitglied der Kgl. Ka- 
pelle in London mit 40 S^ Gehalt. 
Er war Sänger und Lautenist und 
St. vor dem 28. Nov. 1664 (Nagel, 
Annaion). 

Das br. Mus. besitzt von ihm unter dem 
Namen Aiiyelo Notari den Druck: 

Frime musicho nuove ... a ] , 2, et 
3 voci ])er cantare con la Tiorba, et altrl 
strnnKMiti . . . London 1{)13 intagl. da 
Gugl. Hohn fol. 

Noteinaii, Jakob, bekannt durch 

15 Lieder in Burgs Mengelzangen 1717. 

Notens, Joannes. 

Missa 4 voc. Ms. 11883 Nr. 17, Chorb. 
gr. fol. Anfg. des 16. Jhs. [Ilofb. Wien. 

Notere, Estenan de, ein Zinke- 
nist, 1572 im Dienste des Herzogs 
Alba in Brüssel; sein Gehalt be- 
trug für 23 Monate 6291 Pesas 
(Viertelj. 9, 397. 402). 

Noteur, de, siehe Denotenr, 
Noth, Pliilipp, Musicus und 
Bürger zu Augsburg, wird am 30. 
Sept. 1632 als Stadtmusikus mit 
jährlich 100 Gld. rhein. Münz auf 
10 Jahre angenommen (Urkunde 
in M. f. M. 25, 31). 

Nothnagel, . . . Kantor in Wert- 
heim um 1700 (Mattheson 1, 348). 
Nothsellner, . . . Tanzkomponist 
I um 1799 (Anzeige). 
I Notiier, Balbulus, Sequenzen- 
1 dichter, Komponist u. Musiktheo- 
I retiker, wurde nach den Einen 



Notker, Balbulus. 



215 



NovaiTo. 



zwischen 830 — 40 in dem Orte 
Elgg (Kant. Zürich), nach Anderen 
in JoDswil (Kant. St. Gallen) geb., 
gest. 6. April 912 im Kloster zu 
St. Gallen. Aus hohem Adel ent- 
sprossen, erhielt er auf der Kloster- 
schule in St. Gallen eine wissen- 
schaftliche Erziehung und wurde 
dann ein Mitglied dieses Ordens. 
Ein Yerz. seiner Sequenzen in 
Schubiger's Sängerschule S. 41 u. 
in Haupt's Zeitschrift f. deutsches 
Alterthum. Neue Folge Bd. 3, 
S. 267. 

Seine theoretische Schrift ,,De miisica 
et syniphonia" ist verloren gegangen, nur 
die kleine Abhandig. ,,Explanatio quid 
singulae" ist erhalten (Gerbert 1 , 95. 
Schubiger 1, 10. Beisp. S. 6, Biogi-. S. 
39 ff. Haberl, Jahrg. 1886, 8. Lpz. 
AUg. Musikztg. 1882, 554. Schubiger, 
Spicilegien p. 30). Die ßibl. Magliabec- 
chiana zu Florenz, provisor. Nr. 503 f 3, 
besitzt den Tractat „Incipit prologus se- 
quentiarum.'' Auszüge im La Fage 2, 
282. — B. Eiccai'ciana zu Florenz, Ms. 
Kopie des vorigen Tractats. — In Bo- 
logna: De tonis, de tropis et de Eespon- 
soriis. Kopie nach einem Ms. in Santa 
Maria Novella in Florenz. — Im Schu- 
biger eine grofse Anzahl Sequenzen mit 
Melodien. — In der Hofb. Wien ein 
Hymnarium, Pgmt. -Hds. des 11. Jhs. 
Strichneumen am Eande, enthält auch 
die von N. In Ms. 19 184 zehn Sequenzen 
in moderner Notierung von Ant. Schmid 
(Eitner 2. Siehe auch Viertel]', das Gene- 
ralreg.). 

Notker, Lal)eo, auch Teutoni- 
cus genannt, Mönch in St. Gallen, 
gest. 29. Juni 1022; berühmt als 
Lehrer in seinem Kloster, hat sich 
besonders dadurch der Nachwelt 
wert gemacht, dass er mehrere 
Schriften in deutscher Sprache ab- 
fasste, so auch 

eine kleine Musikabhandlung (Gerbert 
1, 9G— 102). Er bespiicht darin aiich 
die Besaitung der Rota und Leier. Schu- 
biger 1, 81. 2, 3. Neuausgabe seiner 
Schriften von Dr. Paul Piper. 

Notker, der Probst, auch mit 
PJtijicHs bez., starb als Bischof 
von Lüttich 1008, Er war der 



Verfasser eines glehrten Werkes 
über die Tonkunst, dessen man 
sich im Laufe des Mittelalters 
vielfach als Lehrbuch bediente 
(Schubiger 2, 2). 

Im Schubiger 1 Hymnus mit Melodie 
(Eitner 2). 

Nongaret, Pierre - Jean - Bap- 
tiste, geb. 16. Dez. 1742 zu Ro- 
cheUe, gest. im Juni 1823 zu Paris. 
Ein Literat, gab heraus: 

De l'aii du theätre en general ou il est 
parle des differens spectacles de TEurope, 
de ce qui conceme la Comedie ancienne 
et nouvelle, la Tragedie, la Pastoral- 
dramatique, la Parodie, l'opera-serieux, 
Topera-boiiffon. . . Pai'is 1769 Cailleau. 
2 voll. 120. 382 u. 368 S. [B. B. Mu- 
sikfr. "Wien. Bologna. Brüssel. 

Fetis führt noch an: Spectacles des 
foires et des boulevards de Paris, ou 
Catalogue historique et chronolodque. . . 
Paiis 1774—1788. 15 voll, in 24". 

NoTack, Johaiiu, um 1756 Ka- 
pellmeister im Schlosse zu Prag 
(Marpurg 3, 69). 

lu Klosterneuburg eine Messe in C. 
im Ms. — Gerber 2 zeigt ihn unter No- 
'wack an und sagt: er war Kapellmeister 
am Dome St. Veit zu Prag. Sein Nach- 
folger nach seiner Pensionierung -wurde 
Franz Brixi. 

Novarese, Jlicliele, so in Ant. 
Franc. Doni's Dialogo von 1544 
auf einem Madrigal von ihm ge- 
zeichnet. Novarese ist wahrschein- 
lich nur sein Geburtsort Novara 
und glaubt Gaspari im Bologner 
Kat. 1, 132, dass damit Varotti 
gemeint sein könnte, der den Vor- 
namen Michele trug und aus No- 
vara gebürtig war, doch fällt seine 
Lebenszeit zu spät, um 1544 schon 
mit einem Mustersatze angeführt 
zu werden. Vogel verz. das Ma- 
drigal nicht. 

Novari, . . . 

Im Archiv der Dresdner Hofkirche be- 
finden sich in P. u. Stb. im Ms. 5 geistl. 
lat. Gesge. filr Chor und Instrumente. 

NoTarro. Oiovaiini (Juan) di 
Seviglio, ein Spanier, ist in der 



Novelli, Fulvio. 



216 



Noverre, Jeaa-Georges. 



B. M. im Ms., Fragment, mit einem 
Gloria patri 5 voc. in P. vertreten. 

Novelli, FuMo, ein Komponist 

ans dem Ende des 16. Jhs., der 

nnr in Sammelwerken zu finden 

ist und zwar 

in Ancina's Tempio armonico 1599: 1. 
E pur partir conviemmi 3 v. 2. Parto 
da voi, 2. p. 3. Lasso che fia 3. p. 4. 
Che sia di me 4. p. f). Lungo viver 5. p. 
3 voc. — In Arascione's Nuove Taudi 
ariose 4 voc. IGOO zwei Gesge. p. 36 u. 69. 

Novelli, (xiovaiiiii, 1672 Vice- 
kapellmeister a/d. Dresdner Hof- 
kapelle, vor dem Tenorist und 
Kirchenkomponist (Fürstenau 2 a, 
247). Derselbe verzeichnet 1, 92 
u. 97 auch einen Giuseppe oder 
Giuseffo, der 1666 Tenorist, 1680 
VicekapeUmeister war und 1683 
entlassen wurde. Sein Gehalt be- 
trug 700 bis 800 Ktlilr. Im s. 
Staatsarchiv wird 1669 ein Oiu- 
seffo^ Kammermusikus, vom Kur- 
fürsten von Sachsen nach Mainz 
empfohlen. Aller Wahrscheinlich- 
keit wird der von Fürstenau 1, 92 
angeführte Giuseppe, Giovanni sein 
sollen. 

Die Nationalbibl. zu Paris besitzt unter 
Novelli: 12 Sonates a tre, op. 1. Amsterd., 
Roger. Es ist sehr fraglich ob dieselben 
von einem der obigen sind. 

NoTcllino, Bartoloineo, Nobile 
di Padova, wurde am 21. Juni 
1489 zum Organisten an der Ka- 
pelle Antoniana zu Padua gewählt 
(Tebaldini 2). 

NoTcllo, Lodovico. Der einzig 
bekannte Druck von ihm giebt 
keine Nachricht über seine Person. 
Er ist betitelt: 

Mascharate ... di piu sorte et varii 
soggetti appropriati al Carnevale nouam. 
da lui comp. Lib. 1 ä 4 voc. Ven. 1546 
Gardane. 4 Stb. qu4o. 29 Gesge. Texte 
vollständig. | Bologna. Ho fb. Wien, im 
Bass fehlen Nr. 15—22. br. Mus: A. T. 
Upsala: B. 

Noverre, An£;'iistiii, gab heraus: 

A new March, six new Miuuets, six 
new Cotillons and two new Country 



Dances . . . Lond., Longman & Broderip. 
fiu40. 18. Jh. [br. Mus. 

Noverre, Jejin - Greorges, geb. 
29. April 1727 zu Paris, gest.' 19. 
Nov. 1810 zu St. Germain bei 
Paris. Bildete sich zum Tänzer 
aus und trat 1743 vor dem Hofe 
in Fontainebleau zum ersten Male 
mit Erfolg auf. 1748 ging er an 
den Hof in Berlin, gefiel sich aber 
nicht, kehrte 1749 nach Paris 
zurück und trat in der komischen 
Oper auf. Von 1755 bis 57 in 
der Oper in London (Burney 7, 
529 erwähnt ihn 1788 als Kom- 
ponist der Musik zu Cupid and 
Psyche, die grofsen Beifall errang.). 
1758 war er in Lyon. Am 1. 
März 1760 wurde er als Ballet- 
meistcr nebst seiner Frau als 
Schauspielerin am Württemberger- 
hofe auf 6 Jahre mit 5000 Gld. 
engagiert (Erweiterungen des Ver- 
trages siehe bei Sittard 3, 59 ff., 
sowie auch dort seine Leistungen 
in Erfindung von Ballets gewürdigt 
■werden). Seit 1770 wechselte er 
noch mehrfach seine Stellungen, 
bis er 1780 sich zurückzog und 
eine Pension vom Könige von 
Frankreich bezog (Fotis). Er legte 
seine Ansichten über den Tanz 
u. die Ballets in folgender Schrift 
nieder: 

Lettres sur la danse et sur les ballets, 
par . . . Lyon 1760 Delaroche. kl. 8«. 
484 S. [Brüssel. B. Wagener]. Dieselbe 
erlebte mehrere Auflagen: 

— Paris 1783. 8". [Stadtb. Verdun. 

— ... ballets et les arts. St. Peters- 
bourg 1803. gr. 4°. 4 voll. [B.B. 

— deutsch. Briefe über die Tanzkunst 
. . . Hambg. u. Bremen 1769 J. H. Gramer, 
kl. 8". 358 S. [B. Wag-ener. Musikfr. 
Wien. Steht auch in den Hamburger 
Blättern f. Unterhaltung, Bd. 1 p. 260. 

Fetis führt noch Ausgaben an: Vienne 
1767. Kopenhagen 1803.''Paris 1807, 2 voll. 

Die Hofb. in Wien besitzt noch 

Contredanse ä 2 V. 2 Ob. 2 Cor. e B. 
Ms. 1768, P. Stb. 15973. 

Siehe Vade, letztes (8.) Ballet. 



Novoigille. 



217 



Nuoius. 



NoToiglllc, Guglielmo , soll 
NaTOigille sein, s. d. 
NoYO Portu, Francisco de, 

ein spanischer Komponist des 16. 
Jhs., der im 

Joanelli, Sanilwk. von 1568, mit 4 Mo- 
tetten vertreten ist (Eitner 1). In Ant. 
Martorello's 1. Üb. di Madr. 5 v. 1547 
p. 25 nnter Francis. Portu der Gesang: 
Che nuova forza. — In B. M. Ms. 207, 
4 Stb: Tu in nobis 3 voc. — In B. Leiden, 
Chorb. F181 Regina coeli laetare. Ms. — 
In Gerlach's Samlwk. von 1567 zwei 
Gesge. — Im Ms. in B. Br. 2 lat. geistl. 
Gesge. — In Dresd. Mus: Ms. Da 48, 
Samlbd. Nr. 2 „Plangent eum quasi, 2. p. 
Mulieres sedentes" 5 voc. 

Noya, Griovanni de, Fiam- 
mingo, bekleidete 1572 das Ka- 
pellmeisteramt an der päpstl. Ka- 
pelle (Straeten 6, 480). 

Novothny (Nowotny), Franz, 
Kade im Schweriner Kataloge 2, 
99 und Pohl 4, 61 teilen mit, dass 
er im August 1765 in die Stellung 
seines Vaters Johann N. als Or- 
ganist in die Kapelle des Fürsten 
Esterhazy zu Eisenstadt einrückte 
und daselbst im August 1773 starb. 
Gerber 2 nennt ihn ISlovotny, ohne 
Vornamen und zeigt eine Missa 
in C. im Ms. P. an, die Külmel 
in Leipzig 1802 herausgab. 

Die Schweriner Fiirstenbibl. besitzt 
von ihm: Zwölf Praeambula für Orgel. 
Ms. fol. — In dem Archiv des Stiftes zu 
Göttweih: 8 Messen und 1 Graduale im 
Ms. — la Klosterneuburg: 1 Messe, 2 
Te Deum. 1 Salve, 1 Eegina coeli. 

In d'Elvert's Gesch. der Musik wird in 
der Beilag. S. 151 die Biogr. eines Joseph 
Andreas Nowotny mitgeteilt, geb. 3. April 
1778 zu Kaunitz in Böhmen, gest. 13. 
März 1856 zu Brünu. Er betrieb die 
Musik nur nebenbei. Sein Amt war das 
eines uiiobligaten Fouriers beim 3. Ar- 
tiUerie-Regimente in Brunn, später eines 
Rechnungs- Accessisten 1. Klasse. Er 
spielte das Violoncell vortrefflich , gab 
viel Musikunterricht und komponieiie 
allerlei. Im Archive des Augustinerstiftes 
St. Thomas in Altbrünn befinden sich 
allerlei Kirchenkompositionen. Einige 
Lieder wurden auch gedruckt. Es ist 
fraglich ob nicht Einiges unter Franz an- 



gezeigte Jos. Andreas zugehört, da die 
Kompositionen keinen Vornamen ti-agen. 

Noyers , . . . ein Oboenvirtuose 
und Komponist, lebte um 1716 zu 
Paris in Diensten des Prinzen 
Vaudemont, 1730 aber in Loth- 
ringen (Gerber 2). 

Nozeman, Jacobus, geb 3. Sept. 
1693 zu Hamburg, gest. 6. Idus 
Oct. 1745 zu Amsterdam (Bouwst. 
1, 97). Gregoire, Panth. 5, 113 
teilt ein Lobgedicht auf ihn mit. 

Ein alter Auktionskatalog verzeichnet 
von ihm op. 2, 6 Sonate a V. solo e B. ; 
op. 5, 6 Sonate a Vcl. solo e Bc. 

Die Nat.-Bibl. in Pails: Sonates a V. 
solo e Bc. op. 1., op. 2. Amst., Le 
Cene. fol. 

In Mich. Corrette's L'art de Violon, 
1 Piece. 

Nub, Signor. Es ist fraglich 
ob „Nub" ein abgekürzter Name, 
oder der vollständige ist. Seinem 
Werke nach kann er dem Ende 
des 17. oder 18. Jhs. angehören. 

In B. Knssel befindet sich im Ms. fol. 
60 eine Sonate ä 3, 2 V. e Viola da 
Gamba del Signor Nub. 

Nucci, Griuseppe, ein Opern- 
komponist, der um 1790 am Tu- 
riner Theater angestellt war. Fetis 

verz. 5 Opern. 

Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt 
eine sechste: Rosa e Nicola, Ballet in P. 
1807 und Etüden für den Contrabass. 

Nucetus, Flaminius, s. Nocetti. 

Nuceus, Alardus, siehe Graue- 
qnier, Alard du. 

Nucius (Nucis), Fr. Joannes, 
geb. um 1556 zu Görlitz, ging ins 
Kloster zu Räuden (1591 zeichnet 
er sich F. Joan. Nucis Gorlicensis 
Lusatius ordiuis Cisterciensis Mo- 
nachus) und wurde gegen 1609 
Abt im Kloster Himmelwitz in 
Schlesien (auf dem Titel genannt 
,,Abbatis Gymielnicensis Cisterc. 
ord."). Nach dem Blande des 
Klosters 1617 hören die Nach- 
richten über ihn auf (Hoffmann). 
A^on seinen Werken sind bekannt: 



Nudera. 



218 



Nunes da Sylva. 



Musices poeticae sive de compositione 
cantus. Praeceptionesabsolutissimae. Nunc 
primum a F. Joan. Nucio ... in lucem 
editae. Nissae 1613 Scharf fenlterg. 4". 
11 Bog. [B. B. Gotha. Univ.-Bibl. Lpz. 
B. M. B. Wagen er. Briissel (Beschrei- 
bung im Hoffinann). 

Modulationes sacrae, modis miisicis, 5 
et 6 vocum, recens compositae . . . Pragae 
1591 Nigrinianis. 6 Stb. fiu40. 50 Ge- 
sänge. [B. Br. B. L. Brieg. Beuedic- 
tinerstift Raigern in Oesterreich: A. B. 5a. 

. . . Cantionum sacrarum 5 et 6 voc. 
lib. 1. edit. Pragensi emaculatior & niti- 
dior. Lignicii 1609 Nie. Sartorius. 6 Stb. 
4". 66 Gesge. [B. B: 5 Stb. B. Br. 
B. K. 

. . . Cantionum sacr. diversorum vocuin. 
Lib. 2. .lam prini. in lue. ed. Lignicii 
1609 ib. (i Stb. 40. 63 Ge.sge. [B. B. 
5 Stb. B. Br. B. K. 

In B. Liegnitz 4 Motetten im Ms. 
unter Nucius und Nucis (s. Kat.) — Ln 
Ms. B. Br. 2 Messen, 2 Psalmen, 5 Mo- 
tetten. 

Nudera, AcLiIbert, ein Violi- 
nist am Orchester der Kirche St. 
Peter auf dem Wischehrad zu Prag 
um 1796; gab als op. 1 ein An- 
dantiüo mit Var. f. Clarinette, Fa- 
gott und Begltg. von 2 V. 2 Hörn, 
u. B. in Gotha und Petersburg 
bei Gerstenberg 1796 heraus. So 
berichtet Gerber 2. Ulabacz unter- 
scheidet 2 Nudera, einen mit Vor- 
namen A., der obiges Werk her- 
ausgab aber nicht die bez. Stel- 
lung inne hatte und einen ohne 
Vornamen, der Violinist an obiger 
Kirche war und allerlei Tänze 
herausgab, doch sah Dlabacz von 
ihm auch ein Te Deum u. Litaneien. 

Nüchter, Johanu Philipp, 

Magister und Musikdirektor zu 
Erbach in Schwaben, geb. zu 
Augsburg, gab heraus: 

Oviim paschale uovum, seu Missae 
dominicales a 4 voc. concert. et 4 instmm. 
concertat. Ulmae 1695. 4°. Stb. ? [br. 
Museum fehlt der Titel, sonst komplet 
sagt der Kat. 

Nürnberger, Augustin, war 

1587 Hoforganist in Dresden (s. 
Staatsarch.). 



Nttsler der Findende, Gottliel) 
Kristian, 

bekannt durch 10 Melodien mit Bass 
in Zesen's Rosen- und Lilienthal 1670. 

Nuffo, Antonio, 1584 Sänger 
a/d. Hofkapelle Philipp II. von 
Spanien (Straeten 8, 111). 

Nugnez, siehe Nuiiez. 

Nulet, Jean, wird in einem 
Dokument von 1570 Bürger in 
Brujas: „Nulet Flame'' genannt 
und als Sänger für die Kgl. Ka- 
pelle in Madrid vorgeschlagen. 
Straeten 8, 84 glaubt, dass dies 
der in alten Samlwk. vorkommende 
Nollct, Nolet u. Noldto sein kann. 
Da Letzterer aber 30 Jahre früher 
auftritt, so ist die Identität nur 
unsicher. 

Nully, Jean de, ein Buch- und 
Musik Verleger in Paris, dessen Ver- 
lagsartikel im Anfange des 18. Jhs. 
erschienen. Er verlegte von Musik : 

Cantiques spirituels sur les principaux 
Mystcres de notre Iveligion, pour les Mis- 
sions et les Catechismes. 3. ed. 1711. 
12*'. Gedruckt ist es von Christ. Ballard. 
Die erste Ausg. muss dem Frivilege zu- 
folge 1702 erschienen sein. [Bologna. 

Num, Willem ran, aus Leydcn, 
ist am 28, Sept. 1761 an der Uni- 
versität zu Leyden als Musicus 
eingeschrieben (Bouwst. B, 9). 

Nunian, CliristoTal magno, 1641 
Instrumontist an der Hofkapelle in 
Brüssel mit 306 Gld. Gehalt (Strae- 
ten 5, 137). 

Nunes da Sylva, Pater Manoel, 
geb. um 1678 zu Lissabon, ein 
Predigermönch, zuerst Prof. am 
Kollegium St. Katharina zu Lissa- 
bon und Ciiordirektor an St. Maria 
Magdalena, später Kapellmeister 
am Notre Dame della Conception 
Jesu Christi. Er gab heraus: 

Arte minima que com Semibreve pro- 
laf-am tratta em tempo breve, os modos 
da Maxima & Longa sciencia da musica 
. . . Lisboa 1685 officina de J. Galram. 
40. 44, 52, 136 S. u. 2 Taf. [Briissel, 
besals auch 1900 Leo Liepm. 



Nunez. 



219 



Nyert. 



— Ausg. Lisboa, M. Manescal 1704. 
[B. B. u. Leo Liepni. 

— Ausg. Ib. 1725. 4". [Brässel u. 
Leo Liepm. 

Nniiez (Nugnez), Blasius, aus 

Spanien, von 1522—1552 päpstl. 
Sänger (Yiertelj. 3, 259. 265). 

Nuiiitscli, Hilarius, Kantor an 
St. Stephan in Wien im 16. Jh. 
(Pohl 3, 33). 

Niioloni, Alessandro, nur be- 
kannt durch vier dreistimmig be- 
arbeitete Villanellen, siehe DilUgcr 
1623 c. 

Nusbaumer, Tobias, Musiker 
an St. Stephan in Augsburg, stellt 
am 28/7 1697 eine Quittung über 
empfangenen Gehalt aus (Autogr. 
Grasn. in B. B.). 

Xiisco, Yincenzo, ein Opern- 
komponist, bekannt durch die Oper 
„11 Zotico incivilito, ossia lo Sposo 
disperato", die 1808 im Karneval 
zu Bologna im Theater Marsigli 
zur Darstellung gelangte (Viertelj. 
5, 249). 

Nuser (Nusser), Christoph, 1569 
und 70 Bassist an der Hofkapolle 
in Münclien mit 144 Gld. jährl. 
Gehalt (Kreisarch.). 

Nusle, siehe Nisle. 

Nüssen, Frederiek, ein eng- 
lischer Komponist der 2. Hälfte 
des 18. Jhs., von dem das br. Mus. 
besitzt: 

6 Sonatas for a Y. T. & Vcl. London 
c. 1760 Welcker. fol. 

6 Sonatas for 2 V. Vcl. or Harpsich. 
op. 2. London, fol. 

6 Solos for a Y. with a Thorough-Bass. 
Lond. fol. 

Musica da camera, or some old tunes 
new sett, & some new ones comp, for the 
bai'psich. Op. 3. London, Walsb. fol. 
[aucb in Cambridge FW. 

Nüssen, Oeorge, bekannt durch 
die Ballade: 

Tbe tbird Alliance. Lund. c. 1800. 
fol. [br. Mus. 

Nusser, Balthasar, 1564 Kol- 



laborator in Regensburg, 1566 
Kantor das. (Mettenleiter 1, 216). 

Nusser, Joseph, wird 1606 als 
Bassist an der Hofkapelle in Dres- 
den mit 150 Gld. Gehalt angestellt. 
1604 verheiratet er sich, wird 
später Yicokapellmeister, bittet 
1626 „nach 20 jähriger Dienstzeit 
um eine Begnadung". Ist 1632 
noch im Dienst (Fürstenau 1, 38. 
47 und s. Staatsarchiv). 

Nutz, F . . ., lebte im Anfange 
des 19. Jhs. in Breslau und ist 
bekannt durch einen 

Gelege nbeitsgesang (an B. L. Krieger 
1804 in Breslau gerichtet) für- Chor und 
Orchester. Ms. in Stb. fol. und einen 
2. Chor mit Orchester an denselben vom 
Jahre 1802. Ms. Stb. fol. [beide in 
Stadtb. Breslau. 

Nuub, (xeorg, Instrumentist an 
der Hofkapelle in Wien mit 30 Gld. 
monatl. vom 1. April 1637 bis 
t Jan. 1661 (Köchel 1). 

NuYOloni, Massiniiliano, Or- 
ganist, gab heraus: 

Canzonette ä 3 voci . . . Agiontoui 
alcuni Capricij et Balletti di Alessandro 
suo padre, hora di novo ristampati, con 
nova gionta. Milano 1G08 berede di S. 
Tini et Fil. Lomazzo. 3 Stb. in kl. 4". 
25 Nrn., davon 19 von Alessandro N. 
[Hofb. Wien. Siehe Yogel 2, 25. 

Yon Letzterem befindet sich in Ang. 
Gardano's L'amorosa caccia 5 voc. 1588 
und 1592 das Madrigal: Non gia de boschi. 
Gardano bez. sämtliche Komponisten des 
Samlwkes. als geborene Mantuaner, es 
sind deren 24 Csiehe Yogel 2, 450). 

Nuzanus, Vincentius, 1514 
päpstl. Sänger mit 8 Duc. Gehalt 
(Viertelj. 3^, 257). 

Nyborch, Magister Pieter, um 
1595 Organist am Dome zu Utrecht 
(Tijdschrift 2, 211). 

Nyekerche, s. Hueber, Thomas. 

Nyeuhuysen, s. Nijenhuijsen, 
Dirk. 

Nyei-t, Pierre de, erster Kam- 
mermusiker am Hofe Louis XIV. 
(Fetis-Pougin unter M. Fr. Certain.) 



Nyeveld. 



220 



Oberinayer, Joseph. 



Nyeveld, Willem Yan Ziiylen 
Tan, st. 1543, sonst ist über sein 
Leben nichts bekannt. 

Er ist der Sammler und teils auch der 
Dichter der bekannten Psalmen- Ausgabe: 
Souterliedekens, mit Melodien auf welt- 
liche Lieder, die zuerst in Antwerpen bey 
Symon Cook 1540 erschienen und zahl- 
reiche Auflagen erlebten. Clemens non 
Papa bearbeitete sie 3 st. (s. d.) 

Nyoii, Claude -Gruillaume, ge- 
nannt La Foutidy^ geb. um 1567 
zu Paris, gest. um 1641; sein 
Nachfolger als Geigertönig war 
Gaillard Taillasson. Als trefflicher 



Violinist wurde er nach einem 

Dokument, was Fetis mitteilt, am 

21. Aug. 1608 zum Geigerkönig 

über die Ministreis von Frankreich 

ernannt und zugleich Mitglied der 

Geiger in der Privatkapelle des 

Königs von Frankreich. 

In Phiildor's Samlg. im C. P.. unter der 
Regierung Louis XIV. angelegt, befindet 
sich eine Sarabande de Guillaumc, die 
Fetis ihm zuschreibt. 

Nyot, Robert, um 1394 päpstl. 
Sänger in Avignon (Viertelj. 3, 
213). 



o. 



0. D. N. 

Ms. B. L. 16/17. .Tli.: Ich danke dir 
Herr 4 st. Nr. 20. 

0. T. 

Non aliam ac voto concoptam duxe (?) 
puellam. Gelegenheitsgesang. [B. Hbg. 
kompl. 

Oaklaiid, auch Oclande und 
Okeland geschrieben, ein eng- 
lischer Komponist des 16. Jhs. 

kommt mit 4stim. Kirchengesängen in 
John Day's Morning and Evening prayer 
von 1565 vor. Ein Gesang in 4 Stb., 
16. Jh. Ms. 574, br. Mus. 

Oaymox, Balthasar. 

In der Bibl. Wagener liefiudet sich das 
theoretische Werk: Principium et are 
totius musicae (Norib. lüOOj qufol. 

Obdain, Cornelio de, 1586 
Sänger a/d. Hofkapello Philipp II. 
von Spanien. Ist noch 1598 in 
den Listen verz. (Straeten 8, 116. 
400). 

Obelet, Sire, siehe Crobelet. 

Oberegger, Hartmaiin, 

ist im Samlwk. 1628 a mit einer 4stim. 
Motette mit Bc. vertreten (Eitner 1). 

Oberl, Karl, Lebenszeit nicht 
bekannt, muss aber seiner Kompo- 



sition zufolge am Endo des 18. 

oder Anfange des 19. Jhs. gelebt 

haben. 

Die B. der Musikfr. in Wien besitzen 
von ihm Nocturne pour 2 Flute, Viola et 
Guitarre. 

Oberländer, P . . ., siehe An- 
halt, 18. Jh. 

Obermair (Obermann), Ferdi- 
nand, wird am 1. Mai 1620 als 
Kantoreiknabe für die Hofkapelle 
in München „angeschafft" und er- 
hält jährl. 54 Gld. 1628 muss er 
eine Badekur gebrauchen, wozu 
ihm 12 Gld. (!) angewiesen werden. 
1635 ist er als Altist mit 200 Gld. 
angestellt, 1636 wird er entlassen 
(Kreisarchiv). 

Obermayr (Obermajer), Kaspar, 
Tenorist a/d. Hofkapelle in Mün- 
chen seit etwa 1770 und ist noch 
1789 im Dienst, sein Gehalt 
schwankt zwischen 380 und 400 
Gld. (Kreisarchiv). 

Obermayer, Joseph, geb. zu 
Nezabudicz in Böhmen, dem Für- 
sten Fürstenberg gehörige Herr- 



Oberin eier, Jatob. 



221 



Obrecht, Jacof). 



Schaft. Bildete sich unter Tartini 
in Italien zum Violinisten aus und 
wurde am Ende des 18. Jhs. sehr 
ffefeiert. Um 1800 verliefs er seine 
Laufbahn und wurde Landwirt 
Gerber 2. Dlabacz). 

Obermeier, Jakob, um 1633 
Kantor an St. Emmeram in Regens- 
burg {Mettenleiter 1, 139). 

Obern (lörifer, Da^id, ein In- 

strumentalkomponist des 17. Jhs., 
ist bekannt durch das Werk: 

Allegrezza musicale. Aufserlesene 
künstlich Musicalische Paduanen, Gal- 
liarden, lutraden, Canzoneten, Ricercaren, 
Balleten, Alimanden, vud Volten, auff 
allerley Insti-uuienten, mit 4. 5. vnd 6. 
Stimmen, gantz füglich, lustig, vnd lieb- 
lich, zu gebrauchen: An jetzo aufs vnter- 
schiedlichen . . . Componisten coUigirt . . 
durch . . . Instrum eutist in Franckfurt 
(a/M.). Frckft. 1620 Nie. Stein. Stb. V 
4". [B. B : C] Dedic. von Stein, worin 
er sich als der Bestellende kund giebt. 
Enthalten sind Nr. 1 — 8 von Joh. Ghro 
Dresd.; Val. Otto Lips. bis 18; Barihol. 
Praetorius bis 24; Joh. Herrn. Schein bis 
28; Valent. Haufsmann bis 33; Wilh. 
Brade bis 37 ; Tho. Simps. Nr. 38 Schluss. 
Nr. 9 u. 10 fehlen. 

Obersoii, . . . 

Im Stifte Klosterneuburg befindet sich 
unter obigem Namen 1 Motette im Ms. 

Obersteiner, Joliann. 

In der Bibl. der Musikfr. in Wien be- 
finden sich von ihm : 1 Requiem, 1 Libera 
nie, 2 Land messen, 1 Tantiuu ergo, 1 
"Weihnachtslied zu 4 Stirn, mit Orgel. 

Obertus, siehe Obrecht. 

Obizzl, Domenico, lebte im 
ersten Drittel des 17. Jhs. Seine 
Drucke geben über seine Stellung 
keine Auskunft. Bekannt sind 

von ihm: 

Madrigali concertati a 2, 3, 4 et 5 voci. 
Con il Bc. di . . . Lib. 1 . . . Ven. 1627 
Ales. Vincenti. Er bez. es als sein erstes 
"Werk. G Stb. 4". 25 Madr. [Bologna, 
im Kat. 3 Abdrack der Dedic. Bologna 
Petronio. 

Madrigali et Arie a voce sola di . . . 
da cantarsi in chittai'one, clavecimb. o altre 
d'iustrom., con lAlfabetto allAriette per 
la chitarra alla spagnola . . . Lib. 1. Op. 2. 



Ven. 1627 ib. 1 vol. 4". 79 S. 32 Gesge. 
[B. Br. 

Im Samlwk. 1625 a (u. 2. Ausg. 1636) 
eine Motette f. 1 Stirn, u. Bc. (Eitner 1). 

Obrecht (Hobrecht), treraert. 

In Phalese's Samlwk. von 1554 u mit 
einer 4stim. Motette vertreten (Eitner 1). 

Obrecht (Hobrecht , Obreht, 
Obertus), Jacob; Straeten ver- 
öffentlicht in seinen Maitres de 
chant de St.-Donatieu ä Bruges 
1870 eine Anzahl Dokumente auf 
Obrecht bezüglich und zieht S. 17 
das ßesumo daraus. Ganz klar 
lässt sich das Leben dieses be- 
deutenden Meisters noch niclit 
übersehen, da die Dokimiente über 
seine Stellungen in Brügge und 
Antwerpen sich mehrfach kreuzen. 
Er muss um etwa 1430 zu Utrecht 
geboren sein. 1465 soll er an 
der Kathedrale zu Utrecht Kapell- 
meister gewesen sein. Ein Beweis 
liegt nur in der Aussage Glarean's 
(Dodecachord p. 256) vor, der von 
Erasmus erzählt, dass er unter 
Obrecht in Utrecht Sängerknabe 
war. Da Erasmus 1467 geb. ist 
und vielleicht mit 9 Jahren ein- 
trat, also 1476, so steht diesem 
Beweise nichts entgegen. Darauf 
soll er Italien besucht haben. Von 
1483 -1485 war er in Cambray 
Singschuldirektor (Viertelj. 1, 439), 
von 1489 bis zum 3. Sept. 1500 
an St. Donation zu Brügge Lehrer 
im Gesänge und den Gebräuchen 
der Kirche (Straeten la, 15); 
während dieser Zeit wurde er 
Priester u. Succentor (das ist der 
Nächste nach dem Sangmeister). 
Nach Burbure's Untersuchungen 
im Archive der Kathedrale zu 
Antwerpen war er aber von 1492 
bis 1504 Sangmeister daselbst und 
als krank gemeldet in den Jahren 
1496, 1498, 1501 u. 1504. Strae- 
ten fand ferner im Archiv zu Fer- 
rara im Sept. 1474 einen Jacobus 



Obrecht, Jacob. 



222 



Obrecht, Jacob. 



Xjlterij de Ulwidia als Sänger in 
der Kapelle des Herzogs Hercules 
von Ferrara verz. und glaubt, dass 
darunter Obrecht gemeint sei (Strae- 
ten 7, 496). Dies würde demnach 
in die Zeit zwischen seinen Aufent- 
halt in Utr-echt u. Cambray fallen. 
Ferner teilt derselbe in la, 16 
ein Dokument mit, in dem Obrecht 
am 20. Okt. 1500 an die Kirche 
zu Thourout (Thoraltensis) in Bel- 
gien versetzt wird. Andere Doku- 
mente im ötraeten 3, 182 sind 
vom 22. Nov. 1490 wo er suc- 
centor an St. Donation zu Brügge 
genannt wird und in einem ande- 
ren von 1192 (S. 188) hoifst es 
„Priester ende cantor van Sint 
Donacs in Brugghe". S. 185 ein 
Dokument vom 81/12 1498 und 
noch 3 Dokumente bis zum 29/10 
1500. 1504 ging er wieder nacii 
Ferrara imd starb daselbst 1505 
an der Pest (Straeten 3, 189 ein 
Dokument in Ferrara, welches den 
Tod bestätigt. Er wird dort Sänger 
am herzogl. Hofe genannt. Seite 
190 zwei Epita[)hc ohne Datum. 
In Bd. 6 S. 129 ^ noch ein Doku- 
ment. Vergleiche auch Fotis). In 
der Yiertelj., siehe Generalregister 
mehrfach erwähnt. So lückenhaft 
der bis jetzt dokumentierte Lebens- 
lauf Obrecht's auch noch ist, so 
bietet er doch mehr, als man vor 
dem über ihn wusste. Ueber seine 
Kompositionen siehe Ambros 3^ 
180 ff. und M. f. M. 19, 39. Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

Misse obreht. 

Jene deniande. 

Grecoruui. 

Fortuna desparata. 

Mal lienr me bat. 

Salue diua pareus. 
S (resp. A T B). 
Der Bassus hat auf letztem Bl. die 
Drackfirnia : Impressum Venetijs per 
Octauiauum l*etrutium Forosemprouiensem 



1503 die 24 Martii ... daiimter sein 
Druckerzeichen. 4 Stb. durchfoliirt von 
1—74. [B. B. B.M. Hofb.Wien. Bo- 
logna. Brüssel. 

Eine Altstimme ohne Titel und Ver- 
leger iu B. Basel enthiilt 4 Messen, da- 
von sind Nr. 1 u. '2 ohne Autor, Nr. 3 
von Obrecht: Missa super Maria zart. 
Nr. 4 von Obrecht: Missa de Saneto Mar- 
tine. Die Messen und der Di'uck sind 
bisjctzt unbekannt. Dieselbe Stimme auch 
in ß. Heilbronn. Der Kat. giebt die 
Themen. Sie besteht aus 32 Bll., signiert 
Aa 2— Ee. 

In alten Ramhvken. 35 Gesänge, dar- 
unter 2 Messen die oben niclit genannt 
sind. Der Gesang „Kom])eltier" 4 voc. 
in der Ausgabe von 1504 ist anonym 
(sielie Wockerlin's Kat. des C. F. pag. 
372 und 388). Ini Haus Neusidler 1536 
ein arraug. Satz. 

Mss. iu Capella sistina, Codex 35: 
Missa 0. Titel 4 voc. Missa Je ue vis 
oncques la parcitte 4 voc. — Cod. 42 
Laudemus (Nou est hie aliud) c. 2. p. 5 
voc. Canite tuba (Kector orbis Deus) 
5 voc. 

Mss. P. Proske, Cod. Pernuer: Fors 
seulement. — Ms. 870: 3 Passionen. 

Ms. in Mailand Dom, Codex des 16. 
.Ihs. Samivvk. Missae, eine von Obi-. 

Ms. 11883 Cliorb. Anfang des 16. Jhs. 
Missa L'homme arme 4 v. — Missa 3 v. 
Nr. 12. [Ilofb. Wien. 

Ms. B. Magiiabecch. zu Florenz Nr. 58 
cnth. 3 Gesänge unter Nr. 18, 22 , 36 
(M. f. M. 9, 35) nur Homo quidam Nr. 
22 ist nicht gedruckt. 

Ms. Archiv St. Peter iu Rom, 1 vol. 
in 4"^. 107 Chansons von Verschiedenen, 
dabei auch Obr. 

Ms. B. M., Cod. 3154, IG. Jh. fol. 237 
Missa Scoen lief 4 v. Missa beata vis- 
cera 4 voc, defekt. Missa Je ne demande 
4 V. Missa Si dcdero 4 v. — Ms. 88 
Salve regina 6 voc. iu 4 part. Ms. 42 
ohne Text. 3 Messen in Part. Missa 
Grecorum. Je ue demande. Cujusvis 
toni. 

Im Ms. 1721 im R. C. of Mus. A col- 
lection of iatin Hymns for 3—6 v., dar- 
unter auch eine von 0. 

Im Ms. 16, 12 u. 46 der B. Zw. drei 
Gesänge, siehe Kat. Reg. 

In Modena, Chorb. des 15. Jhs. mit 
12 Messen, davon 5 von Obreth. 

In Hofb. Wien Ms. 18742 Missa: Si 
dedero 4 voc. in Stb. 

Ms. B. Casanatensis in Rom, Codex 
11883 (alte Nr.) Missa sine nonime 3 v. 



Obser. 



223 



Ochseiikhim. 



Missa super Omme arme 3 v. — Codex 
0. V. 208 eine Chanson: Se bien fait. 

In neuen Ausg. 6 Gesänge (Eitner '2, 
die dort augezeigte Messe erschien erst 
1880 als 9. Bd.). Aufserdem im 5. Bde. 
Ambros Geschichte : S. 20 Ave regina 
4 V. Forseulemeut 4 voc. S. 29. Welt- 
liches Lied ohne Text S. 34. La torto- 
rella 4 voc. S. 36. Se bien fait 4 voc. 
o. Text S. 40. Salve regina 3 v. S. 46. 
In der verunglückten Ausgabe Forkel's 
wovon nur Berlin und Brüssel 1 Exenipl. 
besitzen die Messe Je ne deinande 4 voc. 
— Passio Domini nostri Jesu Christi, sec. 
Mattbaeum 4 voc. Met inleiding von D. 
de Lange. Amst. 1894. P. u. Stb. fol. 

Olbser, Balthasar, Chorknaben- 
lehrer an der Hofkapelle in Dres- 
den, nimmt 1574 den Abschied 
(s. Staatsarch.). 

Oljservatious sur nn ouvrage 
nouveau, intitule: Traite de inelo-drame, 
ou reflexions sur la musique draniatiquc. 
A Paris 1771 Valiat - la - Chapelle. S'^. 
[Brüssel 3797. 

Obsopaeus (Opsopaeus), Jo- 
annes, aus Bayreuth, um 1583 
Kautor in Kulmbach, vielleicht 
auch noch 1596. Er ist bekannt 
durch 

Euchiridion Antiphonas Responsoria et 
Hymnos, quo ordine & Melodijs, per cir- 
culum totius anni ... In usum scholae 
Culmbachianae . . . 1.583. Am Ende: Mul- 
husii exe. G. Hautzsch. 8". 

— denuö in aliarum quoque usum cor- 
rectum & auctum . . . Witebergae typis 
Z. Lehmann 1596. Am Endo: AVitebg. 
impensis J. Börneri bibliop. Lipsensis 
Anno 1.'597. [Beide in B. Zw., Kat. Be- 
schreibung. 

Ms. im histor. Vereine f. Mittelfranken 
in Ansbach eine Motette: Alle ding zer- 
genglich 1576, nur Diso. vorh. 

O'Carolan, siehe Carolan. 
Occa, Alberto da 1% 

bekannt durch einige italienische Ge- 
sänge im Samlwk. l.o82a und 1586 e 
(Eitner 1), denen Vogel hinzufügt in Viu- 
centi's Giardino 1591: Lascia pur, gez. 
mit Alberto dal Occha uud einer 2ten 
Ausg. von 1596^. lu Modena in 5 Stb. 
des 16. Jhs. unter Alberto L'Üca 4 Madri- 
gale zu 5 Stirn. 

Occa, Antonio dair, geb. 1. 
Juni 1763 zu Cento bei Bologna, 



gest. 17. Sept. 1846 zu Florenz. 
Ein Virtuose auf dem Contrabass, 
befand sich viel auf Reisen durch 
ganz Europa. 1818 konzertierte 
er in Russland mit seiner Tochter, 
die sich zur l'ianistin ausgebildet 
hatte; seine Nichte ist die Sängerin 
Frau Schoberlechner (Fotis). 

Occa, Vittoria dalT, eine Vio- 
linvirtuosin des 18. Jhs., in Bo- 
logna geb., befand sich viel auf 
Konzertreisen. 1788 trat sie in 
Mailand auf (Schilling). 

Och, Andreas, ein Deutscher, 
liefs sich um 1709 in Paris nieder 
und gab daselbst 

Sei Sinfonie a 3, 2 V. e B. op. 1 
heraus (Gerber 1). Dieselben besitzt die 
Nationalbibl. in Paris in 3 Stb. 

Ochernal, T . . . L . . ., 

gab 1780 zu Leipzig XXJV drey- 
stimraige geistliche Gesänge mit Melodien 
zum Gel)nuich kleiuer Stadt- und Laud- 
schuleu heraus (Gerlter 1). 

Ocliilo, ... 18. Jh., 

in Upsala ijn Ms. Sinfonie a 4, Ad., 
2 V. Va. Vcl. fol. 

Oclioa, (jrirolanio de, Discantist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
20 Gld. monatl. vom 15. Aug. 1585 
bis Ende März 1587 (Köchel 1). 

Oclisenkliun (Ochsenkum), Se- 
bastian, ein Lauteuist, geb. 6. Febr. 
1521 (nach seinem Porträt), gest. 
20. Aug. 1574 zu Heidelberg; Wal- 
ther sah daselbst auf dem Peters- 
kirchhofe noch seinen Leichenstein 
mit obigen Daten versehen, ebenso 
den seiner Ehefrau: Sibylla Seba- 
stian! Ochsenkuntz (sie?), die im 
Sept. 1571 gestorben war. Man 
kennt von ihm nur ein Lauten- 
buch, aus dessen Titelwortlaut man 
erfährt, dass er schon 1558 in 
Diensten des Kurfürsten Otto Hein- 
rich, Pfalzgraf bei Rhein, stand 
uud die Steile wohl bis zu seinem 
Tode bekleidet hat. Der Titel 
lautet: 



Ockenheim. 



224 



Oddo von Clugny. 



Tabulatur- | buch auff die Lauten, von 
Moteten, Frantzösischen- Welschen vnd 
Teütschen Geystlichen vnd "Weltlichen 
Liedern, sampt etlichen jren Texten, mit 



4, 5, vnd 6 stimmen 



Heydelberg 



(L558) Joh. Kholen. fol. 87 Bll. Titel 
und Kegister in M. f. M. 4, W2. [B. B. 
B. ßr. ohne Titel. B.Lpz. B.M. Univers. 
"Wien. Karlsruhe. AVolfenb. 

Besondei's wichtig fürs deutsche Lied. 

Ockeuheim, siehe Okcu,Iieui. 

Octaviamis Romauus, zwei Brü- 
der, traten ITASl als Bassisten in 
die Hüfkapelle in Münclien, doch 
ist von 1568 ab nur einer ver- 
zeichnet und stets in obiger AVeise, 
oder auch Octavianus Bassist. Sein 
Gehalt betrug 180 Gld. jiUirl., von 
1575 ab aber 300. Er erliielt 
mehrfach Gesciienke. Von 1577 
ab fehlt er in den Akten (Kreis- 
archiv). 

Octo, Johannes de, ist 1547 
Tenorist an der Hofkapelle Ks. 
Karl V. in Spanien (Straeten 3, 
147). Straeton's Annahme, dass 
Octo derselbe wie Otto Hack sei, ist 
wenig glaubliaft. Dagegen in Bd. 7, 
355 verz. er ihn als Tenoristen 
am Ksl. Hofe, der im April 1507 
starb. Seine Braebende zu Gouda 
geht in obigem Jahre auf Mathias 
Vauloo über, Bassist am Hofe 
Philipp IL 

Octobi, Jo., siehe Hothby. 

Ociil, Mathias, Kapellmeister 
im Dienste der Kaiserin Wittwe 
Eleonora, so auf einem Drucke 
verz., der sich einst in der Bibl. 
Libau's befunden hat. Weiterhin 
in dem von Straeten 1, 87 u. 89 
mitgeteilten Kataloge kommt ein 
„Math. Oett, C/' vor. Straeten 
glaubt, dass dies vielleicht der 
obige ist. Nach den Unter- 
suchungen bei dem Artikel Oettl 
ergiebt sich , dass beide obige 
Namen nur eine Verstümmelung 
von Oettl sein können. 



Die im Kat. Libau angezeigten AVerke 
sind: Te lucis ante terniinum und ein 
Laudate pueri ä 4 voc. 2 V. 2 Clar. 
2 Tromb. 31 Stb. 

Oddi (Oddus), Flauiinio, um 

101 1 wahrscheinlich päpstlicher 
Sänger. 

Im Ms. Cod. 77 der Cap. sistina stehen 
4 Messen, die vielleicht von seiner Hand 
geschrieben sind: 1. Missa Meinor esto 
G v. 2. Missa regali ex jirogenie Maria 
() V. (in Cod. 118 noch einmal). 3. Missa 
Sicut lilium 5 voc. 4. Missa »Surge illu- 
minare G voc. (llabeiTs Kat.). im Druck 
ist bekannt: 

Madrigali spirituali a 4 voci di . . . 
Lib. 1. Roma. 1G08 Zannetti. 4 Stb. 4". 
21 Madr. Die Dedic. ist in Da la Fara 
löOS gez. [Bologna, Kat. 3, 138 Abdruck 
der Dedic. 

Oddo (Odo) von Clugny, Theo- 
retiker und Komponist, geb. 879 
in Franken, lebte 901 als Archi- 
cantor zu Tour, dann als Kektor 
einer Klosterschule in Burgund, 
926 als Abt des Klosters zu Clugny 
und starb zu Rheims 942 (Siehe 
Viertel], im Generalreg.). Sein 
Tonarius ist abgedruckt im (Jerbert 
1, 247. Coussemaker 2, 117. Fa- 
bricius 3, 149. Haberl, Jahrbuch 
1880, 16. 

Sein Dialogus in deutscher Ueber- 
setzung von P. Bohn in M. f. M. 12, 23. 
Gerbert 1, 247 aus einem Pariser Ms. 

Musica D. Oddonis. 1. Kap. Do mono- 
chordo, Gerbert 1, 251. Ms. aus Blasien. 
Ein Ms. in Darnistadt Nr. 1988 beschrie- 
ben in Viertelj. 1887, 488. Die Abhand- 
lung wird dort Guido zugeschrieben und 
Enchiridion genannt. 

Regulae D. 0. de Phythmimachia, 
Gerbert 1, 285. [Ms. Hofb. Wien. 

Regulae D. 0. super Abacuu), Gerbert 

1, 21)0. [Hofb. Wien. 

Oddonis quomodo organistrum con- 
struator et de fistulis, Gerbert 1, 303. 

Bibl. Magliabecchiana zu Florenz, i)ro- 
visor. Ni. 563 f 3 enthält nach La Fage 

2, 281 das Tonarium. 

Bilil. Riccardiana zu Florenz, Ms. des 
14. Jlis. Kopie des vorigen. 

Bibl. Fabroniena zu Pistoja, Ms. Nr. 
142 des 17. oder 18. Jhs. enthält den 
Dialogus , bekannt unter dein Namen 
Enchiridion (Lafage 2, 410). 



Oden. 



225 



Odington. 



Bibl. Vatican zu Rom, fonds Christiana, 
Pergamentcodex, Ms. des 14. Jlis. euthält 
das Euchiridion (Lafage 2, 483). 

Bibl. National zu Paris, Ms. lat. Nr. 
7461 f. Colbert: Dialogus, fol. 19 a. Auch 
in Cod. 7211 enthalten. 

Stadtbibl. Trier, ein Codex der ziem- 
lich die zweite Hälfte des Dialogus eut- 
hält, abweichend von Gerbort's Abdruck 
(M. f. M. 12, 24). 

Benedictinerstift Admont, 12. Jh. Dia- 
logus de musica. 

Archiv des Benedict. St. Paul im La- 
vantthal in Kärnten, siehe den Artikel in 
M. f. M. 22 S. 22 und das Eeg. des 
Jahrg. 

Liceo mus. Bologna, Kat. 1, 238 Enchi- 
riades de musica hoc est Armonica insti- 
tutione. 2 Kopien. — Arte musica, 2 
Tractate. — Incipit Musica. 

Br. Museum , Ms. 43 u. 212 : Euchi- 
ridion. Ms. 147 der ihm zugeschriebene 
Tractat: Dialogus, „Quid est musica". 

Nach Brambach, die MusiUitteratur 
des Mittelalters, 1883 p. 10/11, wäre die 
Musica euchiriadis von Wilhelm von 
Hirschau, nach Oddo's eigener Aussage. 
ßiemann, Gesch. der Musiktheorie, S. 517. 

Oden in Samlwken. und ohne 
Herausgeber stehen unter Geliert 
und unter den Verlegern Birnstiel, 
Böhme, Breitkopf, G. A. Gleditsch, 
Lange, Heinr. Steiner und Voss. 
Ebenso die lateinischen Odae unter 
Egenolff und Schöndorff. lieber 
die Kompositionen siehe Otto Lind- 
ner's Geschichte des deutschen 
Liedes im 18. Jh. ed. von L. Erk, 
Lpz. 1871 Breitk. & H. — Siehe 
auch Viertel], im Generalrog. 

Lateinische u. deutsche Oden für Disc. 
mit nicht bez. Basso continuo, in Thom. 
Mezler's Odaeura litteratae juventutis. 
Friburgi Biisg. 1651 Theod. Meyer. 8^. 
[B. M. 

Oclena, Raynald de, von 1491 
bis 1493 päpsti. Sänger (Viertelj. 
3, 244. 246). 

Odier, Louis, geb. zu Genf um 
1748, gest. ebd. 13. April 1817. 
Studierte Medizin zu Edinburg u. 
schrieb dort die Abhandlung: 

Epistola physiologica iuauguralis de 
elcmentaiiis musicae sensationibus. Edin- 
burg 1770 Balfour. 8". [B. B. 

Rob. Eitner's Quellon-Lesikori. Bd. 7. 



Von da kehrte er wieder nach Genf 
zuiiick und praJ^tizierte als Arzt. ChJadni 
wirft ihm üngenauigkeit vor (Fetis). 

Odington, Walter, auch Gual- 
terius Eoveshamensis, Walter of 
Evesham genannt, Benediktiner- 
möuch des Klosters Evesham in 
der Grafschaft Worcester, 1228 
zum Erzbischofe von Canterbury 
gewählt, lebte noch um 1240. Bale 
und die meisten späteren Schrift- 
steller verwechseln ihn mit Walter 
of Einesham. 

Sein Tractat De speculatione musice 
(abgedruckt im Couss. 1, 182 — 250), vor 
1228 geschrieben, ist nur in einer ein- 
zigen Handschrift aus dem 15. Jh. der 
Bibliothek des Kollegs Corpus Christi zu 
Cambridge erhalten; eine zweite im bri- 
tischen Museum ist im vorigen Jahr- 
hundert durch Feiler zu Grunde gegangen. 
Sein Werk zerfällt in sechs Kapitel; das 
erste handelt von mathematischen Pro- 
portionen, das zweite von der Messung 
der Intervalle nach antiker Theorie, das 
dritte behandelt die Harmonik wieder am 
mit griechischer Terminologie, das vierte 
die ßhytlimik, das fünfte den cantus 
planus, das sechste die Monsuralmusik. 
Er hält sich im wesentlichen au die Lehre 
Frauco's, ohne dass mau jedoch genötigt 
wäre, eine direkte Beeinflussung durch 
diesen anzunehmen. Er bildet die Lehre 
desselben insofern weiter aus, als er die 
Semibrevis in noch Ideinere Notengat- 
tungen, von ihm minuta genannt, teilt, 
für diese jedoch noch die Form der Semi- 
brevis beibehält; ferner dadurch, dass er 
die beiden Modi longa brevis und longa 
longa, welche beide zusammen den ersten 
franconischen Modus bilden, als ersten 
und fünften scheidet. Ob er auch als 
Komponist thätig war, ist nicht erwiesen; 
vielleicht sind die in seinem Werke an- 
geführten wertvollen Beispiele zum Eon- 
dellus, Coüductus, und zur Copula seine 
Werke, möglicher Weise aber auch, wie 
die Organa, der Motetus und die Hoquete 
nur aus anderen Werken citierte Bruch- 
stücke. Vgl. über ihn Hawkins 230; 
Tauuer, Biblioth. Brit. 558; Couss. 1,XIY; 
Coussemakcr Traites inedits su]' la nuisique 
au nioyen Ttge 13; Jacobsthal, die Mensu- 
raluoteuschrift des XII. u. Xlll. Jh. pag. 
31 ff. Riemann im Register seiner Gesch. 
d. Musiktheorie. Ostv. Koller. 

Nach Burney 5, 433 liegt der Tractat 

15 



Odo. 



226 



Oeglin. 



im Benet College zu Caiubridge Nr. 401 gl. 
Corpus Cliristi und beginnt .,Here begineth 
a shorte Tretyse of the Rule of Discant". 
— In Davey's history 1895 wird nach- 
gewiesen, dass er als Matheniatü:er zu 
Oxford im Jahre 1316 als Walter de 
Evesham eingeschrieben ist und ein Ka- 
lender von ihm in der Abtei Evesham 
geschrieben beginnt mit 1301. Bis 1328 
lebte er im Merton College zu Oxford. 
Das Datum für seine Abhandlung mag 
etwa 1300 sein (S. 35). Siehe auch 
Haberl, Jahrb. 1889, 13. — M. f. M. 22 
S. 176 Anmkg. zu S. 160. — Siehe 
Viertel]. Generalreg. Stephen unter Wal- 
ter of Evesham von Davey. Verschiedene 
wissenschaftliche Tractate liegen noch in 
Oxford Bodl. und Cambridge Univ.-Bibl. 

Odo, siehe Oddo von Clugny. 

Odo, Mönch zu Fossatensis, 
Komponist um 1058 (Gerbert 5, 
35. Fabricius 3, 150). 

Odo, Abt zu Morimundensis, 
Theoretiker, starb 1101 (Fabricius 
3, 151). 

Odoardo, war Bas.sist an der 
Kapelle Apollinare zu Rom und 
wird 1628 zu den Festlichkeiten 
in Parma zur Mitwirkung eingc- 
hidcn (\^>gel 437). 

Odontius, Matthacus, aus Frei- 
berg i/S., unterz. die Dedic. 1012 
in Nürnberg, doch da seine Lieder 
in Nürnberg erschienen, so kann 
er sich auch nur zur Leitung des 
Druckes dort aufgehalten haben. 
Sie sind betitelt: 

Musicalisches Rosengärtlein , neuer 
teutscher, lustiger, weltlicher Liedlein, 
mit gantz neuen schönen, artigen vnd an- 
mutigen Texten . . . mit 4. vnd 5. Stirn. 
. . . Niü-nberg 1612 Abr. Wagenmann. 4 
Stb. 4". 18 Lieder. Dedic. Herzog August 
von Sachsen. [B. Hbg. B. L. br. Mus: T. 

Oeder, Johann Ludwig, geb. 
zu Ansbach, gest. als herz, braun- 
schweig. Kammerrat zu Braun- 
schweig am 11. Juni 1770. 1746 
bez. er sich als ,,Prof. publ. ord." 
und gab heraus: 

Lectiones suas aestivales auditoribus 
suis indicat, atf|ue de vibratione chor- 
darum alinua praefatiu". Brunsvig. 1746 



typis Meyerianis. 4". 4 Bll. Theorie. 
[B. B. B. Hbg. 

edler Friedeukranz. 

Ein scliüues newes Lied von dem 
langerwünschten Enden zwischen beyden 
Cronen Spania und Frankreich. In seiner 
beygesetzteu Melodey zusingen. Costantz 
am Bodensee 1659 Joh. Geng. 8^'. fbr. 
Mus. 

Oedmann, Jonas, Licentiat der 
Philosophie an der Universität zu 
Lund in Schweden, gab heraus: 

Dissertatio historica de musica Sacra, 
generatim, et ecclesiae Sueogotliicae, spe- 
ciatim, quam suffragante ampl. ord. i>lulo- 
sophico . . . examini modeste submittit . . . 
Lundini Gothoram 1745 Berling. 4". 40 
Seit. [Brüssel]. Fetis giebt Näheres. 

Oeglin, Erhart, aus Reutlingen, 
Kaiserl. Buchdrucker u. Verleger 
in Augsburg, der erste der in 
Deutschland Petrucci's Erfindung 
mit beweglichen Notentypen zu 
setzen nachahmte. 1508 war er 
mit Jeorius Nadler sociiert. 1507 
gab er Tritonius Oden heraus, sie 
scheinen noch mit Holztypen ge- 
setzt zu sein. 

1512 ab(3i' gab er das bekannte Lieder- 
buch mit Metalltypen gedruckt heraus. 
Er erreicht zwar nicht die Sauberkeit u. 
Schönheit der Petruccischen Drucke, doch 
immerhin ist seine Bemühung aner- 
kennenswert. Das Liederbuch ist ein 
Sammelwerk olme eigentlichen Titel, den 
in den 4 Stb. Abbildungen bilden, die 
von Hans Biu-kmair herriUiren. Erst am 
Ende des Tenors liest man „Aus sonderer 
küstlicher art, vnd mit höchstem fleils 
seind difs gesangk büecher, mit Tenor 
Discant BaXs viT Alt corgiert worden. . . 
4 Stb. in kl. qu40. 42 deutsche und 7 
latein. Lieder. Eine Neuausgabe mit fac- 
sim. Abbildungen 3 Seiten Notenbll. wnd 
das Schlussblatt des Tenors nebst sämt- 
lichen Gesängen in Partitur erschien im 
9. Bde. der Publikation der Gesellschaft 
für Musikforschung. Ein Autor ist im 
Originale nirgends genannt, doch sind 
dui-ch Vergleich festgestellt 5 von Hoff- 
heimer, 2 von Isaac, 1 von Machinger, 
2 von Adam Rener, 1 von L. Senfl. 
[B.M. br. Mus:T. Hof b. Wien: D. A. 

Ein zweites Liederbuch nur im Dis- 
cantus bekannt auf der B. B., beschrieben 
mit Reg. in M. f. M. 22, 214. 



Oehler, 



227 



Oesterreich, Georg. 



Im histor. Vereine zu Augsburg eine 
Quithing O.'s im Autogr. 15/12 1512. 

Oehler, ... ein Oboist und 
Balletmeister an der "VVeifsenfels- 
Querfarter Hofkapelle im 18. Jh. 
(Opel). 

Oeliler, Jakob Friedrich, geb. 
zu Canstadt bei Stuttgart, ein 
Schüler Vogler's, ging 1784 nach 
Paris und gab 3 Klaviersonaten 
op. 1 heraus. Auch eine Kantate 
führt Gerber 1 an. 

Oehme, ^iiidreas, mit „Org. 
North". 1637 gez., kann wohl nur 
Nordhausen gemeint sein. 

Im Samlwk. 1637 ist er mit 5 geistl. 
Liedern und 3 latein. Gesgen. zu 2 Stim. 
mit Bc. veiii'eten (Eitner 1). 

Oeillet, siehe Loeillet. 

Oeiu, Dietrich von, um 1576 
]\Iäuner-Altist an der Hofkapelle 
in Dresden mit 144 Gld. Gehalt 
(Fürstenau 3, 201). 

Oelrichs, Johann Karl Kon- 
rad, geb. 12. Aug. 1722 zu Berlin, 
gest. 30 Dez. 1798 ebd. Ein Ju- 
rist, Legationsrat bei Gesandt- 
schaften, Mitglied gelehrter Gesell- 
schaften, schrieb unter anderem 
auch 

Historische Nachrichten von den aka- 
demischen Würden in der Musik und 
öffentlichen musikalischen Akademien u. 
Gesellschaften. Berlin 1752 Voss. Mat- 
theson dedic. kl. 8«. 5 Ell. 52 S. [B.B. 
Dresd. B. Hbg. B. M. B. Wagener. 
Brüssel. Musikf r. Wien. B, Lpz. 

(Siehe Ledebur). 

Oelschlegel, Johann Lohelius, 

geb. 31. Dez. 1724 im Dorfe Lo- 
schau bei Dux in Böhmen, gest. 
zu Prag 1 788. Musiker u. Orgelbauer, 
erhielt seine Ausbildung an der 
Jesuitenresidenz Mariaschein und 
wurde dort als Institutsorgauist 
angestellt, später in Prag an der 
Dominikaner- und der Malteser- 
kirche. 1747 trat er in das Prä- 
monstratenserstift am Strahow als 
Novize ein, studierte Theologie u. 



erhielt eine Priesterweihe, zugleich 
studierte er unter Fr. Joh. Haber- 
mann Komposition. Erhielt dar- 
auf die Chorregentenstelle an der 
Stiftskirche und komponierte Ora- 
torien und viele Kirchenmusik. 
Schliefslich erweiterte er durch 
unablässiges Bemühen seine ihm 
anvertraute Orgel zu einem Riesen- 
werke (Gerber 2. Dlabacz. A. d. 
Biogr.). 

Er gab heraus: Ausführliclie Beschrei- 
bung der in der Pfarrkirche des K. Prä- 
monstratenserstiftes Strahow in Prag be- 
findlichen greisen Orgel, sammt voraus- 
geschickter kurzgefassten Geschichte der 
pneumatischen Kirchenorgeln. Prag 1786. 
80. 90 S. [Musikf r. Wien. 

Dlabacz führt noch eine 2te Schrift 
vom Jahre 1774 uud zahlreiche Kompo- 
sitionen an. 

In einem Schreiben (Autogr. B. B.) 
"wird er als Komponist von Oratorien, 
Messen u. a. bez., der in den besten 
Jahren verstai'b (M. f. M. 24, 162 unter 
LoheHus). 

Oepfelknab, JosephFerdinand, 

Bassist a/d. Hofkapelle in Wien 
mit 37 Gld. 30 kr. vom 1. Juni 
1685 bis t Aug. 1706 (Köchel 1). 

Oeri, . . . Hauptmann in Zürich, 

lieferte von 1750 — -1777 die Gesangs- 
kompositiouen zu den Musikal. Neujahrs- 
geschenkeu in Zürich (s. d. 1857 p. 10). 

Oesterreich, Greorg, aus Magde- 
burg, wurde am 10/5 1678 Schü- 
ler der Thoraasschule in Leipzig, 
verliefs dieselbe aber 1680 der 
Pest wegen (Akten in Leipzig). 
1687 ist er Kapellmeister in Got- 
torf (nach Joh. Phil. Förtsch' Bio- 
graphie erst 1689) und wird viel- 
fach als Bassist am Wolfenbüttler 
Hofe zu den Musikaufführungen 
eingeladen. 1735 scheint er in 
Brauuschweigsche Dienste getreten 
zu sein, denn er wird in den 
dortigen Akten Schlosskantor mit 
250 Thlr. Gehalt genannt und er- 
hält für die Kantoreiknaben 24 Thlr. 
Dies ist die letzte Nachricht über 

15* 



Oesterreich, Georg. 



228 



Oettinger. 



ihn (Chiysander Jahrb. 1, 194. 
196. 197. 201. 2G0. 285). Fetis 
nennt ihn fälschlich Karl Oester- 
reisch. AValthor widmet ihm einen 
ausführlichen Artikel , der im 
Ganzen mit obigem übereinstimmt. 

Die in B. B. vorhandenen Kantaten 
im Ms., die vielleicht Autographe sind, 
tragen vielfach den Ort und das Jahr der 
Abfassung. Selbst diejenigen Kautaten 
von anderer Hd. kopiert, tragen am Ende 
das Datum von der Hand, die ich für 
Oesterreich 's Hd. halte. Es sind folgende: 

Ms. 16320. 21 Kantaten fiü- Chor, 
Soli und einige Instrumente (wie 1 Ob. 

1 V. 1 Violettta, 1 Vd. — oder 2 Ob. 
u. Fag. — oder 2 V. 2 Viole, Fag. — 
oder 3 V. u. Fag.; Bo. ist stets dabei). 
Die 2. ist gez. „Compos: Schleswigae 
Mense Dec. Anno 1099". Nr. 4 „Kiel 
d. 1. Dec. 1704". Nr. 7, 1691. Nr. 11, 
Schlefswig 1095. Nr. 14: 1087. Nr. 15: 
1688. Nr. 17, 1701. [B. B., wie die fol- 
genden. 

Ms. 16321. Part, von 12 Kantaten, 
Nr. 1 gez. Wolfenbüttel 17/1 1717. Nr. 

2 ebenso 1718. Nr. 6 Sclüeswigae Martio 
1701. Nr. 7 Schleswigae 1689. Nr. 9 
Gottorff 10/9 1697. Nr. 10 Kiel 6/12 
1704. Nr. 11 Slesviei composui Mense 
Febr. 1698. 

Ms. 16322. Pai-t. von 14 Kantaten. 
Bei Nr. 1 liest man „in Music gebracht 
von Georg Oesterreichou , Ihro Hoch- 
Fürstl. Schlefswig - Holsteinischen regie- 
renden Durchl. jetziger Zeit (1694) be- 
stallten Capell- Meister." Nr. 3 Brauu- 
schweig 12/10 1711. Nr. 4 u. 5 mit 
Coburg 1695 gez.: Kantate zum Geburts- 
tage der Frau Susanna Elisabeth, Her- 
zogin von Sachsen komponiert. Nr. 10 
trägi die Eintragung: Schlesewig im Coll- 
fufs Mense Aug. 1697. Nr. 11: Gottoiif 
den 19/12 1702. 1711 in Braunschweig 
gez., ist die späteste Jahreszahl. 

Ich möchte hier darauf aufmerksam 
machen, dass alle Sätze, die nach einem 
anderen Satze folgen, wie hier nach einer 
Sinfonie und mit Trio bezeichnet sind, 
stets von nur 3 Instrumenten ausgeführt 
werden. Erst in späterer Zeit änderte 
sich der Begriff und verstand man dar- 
unter überhaupt einen Mittelsatz. 

In Ms. 16325 Nr. 9 von Fr. de la 
Porta hat Oe.sterreich 3 lustrimi. hinzu- 
gesetzt, ebenso im Ms. 6160 Nr. 6 eine 
Kantate von C. Företer. 

Im Ms. theoret. 4" 68 der B. B. eine 



Abhaudlimg vou den gedoppelten Contra- 
puncten, gez. mit Oesterreich, Capellm. 

Oesterreich, Michael. Walther 
scheint die Familie Oesterreich 
genau gekannt zu haben, denn er 
spricht von 3 Söhnen, welche 
„Theologiam studirt" und (1732) 
zwei davon noch am Leben waren, 
ebenso von einer Tochter, die sich 
als Sängerin auszeichnete und in 
Weimarschen Diensten stand, näch- 
stens aber in den Stand der Ehe 
treten Avird. 

Die B. B. besitzt von Michael im Ms. 
16 325 14 Kantaten in Part., die am Ende 
mit Ort und Datum gez. sind. Diese 
Daten sind von derselben Hand als die 
bei Georg und bringen die Annahme, 
dass Georg's Manuscr. Autographe sind 
scheinbar ins Schwanken. Michael war 
hiernach Auditeur in Friedrichsberg in 
den Jahren 1690 bis 1694, also zur Zeit 
als der Vater noch lebte. Ritter führt 
drei Friedrichsberg an, ein Dorf im 
Stettiner R.-B., eins bei Frankfurt und 
eins im Kreise Flatow. 

Oesterreicher , Georg , geb. 
15G3 zu Wiobclshoim bei Winds- 
heim, gest. 9. Jan. 1G21 zu Winds- 
heim, 57 Jahr alt (Zahn nach dem 
Kirchenbuche). 1588 war erKolla- 
borator und 1608 auch Kantor zu 
Windsheim. War zweimal ver- 
heiratet, das erstemal 1588 und 
das zweitemal 1615 (1. c). 

Er gab 1614 uin Gesangbüchlein her- 
aus, von dem aber nur die 2te Ausg. be- 
kannt ist: Ein recht Chi'istüch Gesang- 
büchlein . . . Rotenburg ob der Tauber 
1623 bei H. Körnlein. kl. 8». Beschrei- 
bung bei Zahn 6, 137 und Bd. 5, 408. 
[B. Göttingen. Heilbronn. 

Oettel, Franz Anton, aus Baiern, 
war um 1757 Chorregent u. Teno- 
rist am Salzburger Hofe (Marpurg 
3, 192). 

Oettinger , Friedrich Chri- 
stoph, geb. 6. Mai 1702 zu Göp- 
pingen, gest. 10. Febr. 1782 zu 
Murrhard, ein Pastor zu Hirschau, 
dann Vorsteher der Sekte der Pie- 
tisten, Superintendent der Württem- 



Oettl. 



09Q 



Oginski, Michel Casimir. 



bergischen Kirchen und endlich 
Abt des Klosters Murrhard^ schrieb : 

Die Eulerische und Frickische Philo- 
sophie über die Musik. Neuwied 1761 
(Fetis). 

luquisitio in sensum communem et 
rationem . . . accodit nova Analysis mu- 
sica pro sensu communi illustraudo . . . 
Tubingae 1753 impens. Joh. Chrstph. 
Löffleri. 8°. 2 pt. [br. Mus. 

Oettl, Mathias (Matthaeus), Ka- 
pellmeister bei der Kaiserin Wittwe 
Eleonore von Oesterreich; nach 
deren Tode wird er am 1/10 1720 
als Tenorist a/d. Ksl. Hofkapelle 
mit 720 Gld. angestellt, bekleidete 
seit 1721 noch die Chordirektor- 
stelle bei den Schotten in Wien 
und starb den 11. Juni 1725, 51 
Jahr alt, war demnach 1674 geb. 
(Köchel 1 und 2, 387. Kornmüller 
1, 230). Wir besitzen von ihm 

1. in Ms. 16350 in K. Kgl. B. B. 
Missa 4 voc. c. orch. in Stb. 2. Missa 
in C. 4 voc. c. instr. 1725 Stb. in Ms. 
19037 [Hofb. Wien]. 3. Messe in C. Ms. 
[Klosterneuburg. 

Im Archiv der kath. Kirche zu Dres- 
den unter Oettel 2 Messen f. Chor und 
kl. Orch. 

Straeten 1, 87 und 89 zeigt Werke 
eines Matthias Ocul und Matth. Octi, 
C[apollin.] im Kataloge der Bibl. Libau's 
an, mit dem Amte: Kapellmeister im 
Dienste der Kaiserin Wittwe Eleonora; 
es ist kaum ein Zweifel darein zu setzen, 
dass die beiden Namen Ocul und Oött 
nur eine Verstümmelung von Oettl sind. 

Ocvering, Ryiioldiis Popma 
Tan, ein Komponist, der folgendes 
Werk an der Wende des 17. zum 
18. Jh. geschaffen haben muss. 

Es trägt den Titel: 

VI Suittes voor't Ciavier opgedraghen 
aen de Doorluchtigste Hoog geboome 
Princesse Maria Louisa, Geb. Princesse 
van Hesse . . . Op. 1. Amst., Roger, fol. 
1 Bl. u. 37 Seit. [B. Wagener. Brüssel 
2957, beschrieben in M. f. M. 15, 31.] 
Da der Prinz Johann Wilhelm Friso unter 
den Dedicationspersonen vorkommt, der 
1702 seine Anspriiche auf Holland geltend 
machen wollte, so ist dies ein Beweis 
mehr, dass obige Zeitangabe die richtige ist. 

Oifcmont, siehe Las alle (1% 



Offererivis, Joannes Damas- 
ceniis, nach Walther aus Pesaro 
geb., gab Concentus ecclesiastici, 
Yen. 1609, heraus. 

Oifhuis, Karl, ein Niederländer, 
um 1756 pensionierter Konzert- 
meister am Mannheimer Hofe (Mar- 
purg 2, 570 mit Oftlmis benannt). 
Fr. Walter verz. ihn S. 370 als 
Violinisten von 1723—68, der 
1744 als Konzertmeister pensioniert 
wurde. S. 216 erfährt man noch, 
dass er die Erlaubnis hatte, seine 
Pension in Brüssel verzehren zu 
dürfen. 1768 führen ihn die Kech- 
nungsbücher noch an. 

Offley, Henry Francis, ein 
eughscher Komponist des 18. Jhs., 

ist im br. Mus. mit drei Songs in Lon- 
doner Einzeldrucken vertreten. 

Offner, Johann Jakob, lebte 
nach Gerber 2 in der ersten Hälfte 
des 17. Jhs. und gab heraus: 

Cantilene vom neugebornen Jesulein 
für 5 Siugstimmen und 5 Instrumenten 
(den 5 Insti-umenten nach gehört das 
Werk, wenn es überhaupt existiert, in 
die 2te Hälfte des 17. Jhs.). 

Ofterdingen, Heinrich von, 

ein Minnesänger am Ende des 12. 
und Anfange des 13. Jhs. Soll in 
seiner Jugend am Hofe des Her- 
zogs Leopold VII. von Oesterreich 
gelebt haben, später ging er an 
den Hof Hermanns von Thüringen, 
der auf der Wartburg bei Eisenach 
residierte. Nach Ueberlieferang 
der Meistersänger schreibt man 
ihm den Kauf- oder Fürstenton 
zu, doch wird er in der Wilterer 
Hds. Wolfram von Eschenbach zu- 
gescln-ieben. Siehe Karl Bartsch, 
Meisterheder der Kolmarer Hds. 
Stuttgart 1862 litterar. Yerein. 
K. 823—830. 

Oginski, Michel Casimir, Prinz, 
geb. 1731 zu Warschau, gest. um 
1803 ebd., nach Anderen 1799 auf 
seinem Schlosse Slonim in Litthauen. 



Oginski, Michel Cleophas. 



230 



0hl. 



Grofsfeldherr von Litthaiien. Er 
hielt sich auf obigem Schlosse ein 
gutes Orchester und Sänger, trat 
auch als Komponist auf (Sowinski. 
Schilling. Oscar Paul's Lex.). 

Die Bibl. in Schwerin F. liesitzt unter 
dem Namen C Oginski eine Sonata ex 
A Jl per il V. solo c. B. Ms. Ich glaube 
der obigen Besetzung nach, dass man sie 
eher ihm als seinem Neffen Michel Cleo- 
phas zuschreiben kann. 

Ogiiiski,Michel Cleophas, Prinz, 

geb. 25. Sept. 1765 zu Guzow bei 
Warschau, gest. 1833 zu Florenz. 
Er war Scliatzraeister von Litthauen 
und später Senator von Russland, 
war dabei ein grofser Musiklieb- 
haber und Komponist (Sowinski. 
In der Gazette musicalc, Paris 1840 
ein Artikel von H. Blanchard). Von 
seinen Kompositionen lassen sich 

nachweisen : 

9 Romanzen mit französischem Text 
für 1 Stim. mit Klavier. [Musikfr.Wien. 

Le demier boau jour, Komance av. Pfte. 
Mil., Ricordi. [Mailand Cons. 

6 Romancos av. acc. de pfte. Milano, 
Ricordi. [B. B. 

2 Polonaises (italienisch) et 1 Romance 
(franz.) für Gesang u. Klav. [Musikfr. 
Wien. 

3 Marches p. le pfte. Dresd., Mein- 
hold et fils. [Dresd. Mus. 

2 Masuren und 1 Walzer f. d. Pfte. 
Dresden, Meinhold u. Söhne, [ebd. 

Recueil complet de Polonaises comp. 
p. le Pfte. D'apres im exemplaire ori- 
ginal, qu'il tient de l'auteur memo (Stich 
von G. Inkermann). fol. [Dresd. Mus. 
Musikfr. Wien. 

Collection de Polonaises. Varsovie. 
12 Nrn. [B. B. 

Vier National -Polonoisen f. d. Pfte. 
Prag, Berra. [Maild. Cons. 

2 Polonaises av. acc. de pfte. Milano, 
Ricordi. [B. B. 

Im Ms. B1107, 22 in B. Dresd. 1 Po- 
lonaise. 

Oglio, Domeiiico dalP (auch 
DallogUo geschrieben), geb. zu 
Padua im Anfange des 18. Jhs., 
war Violinist, trat 1735 in rus- 
sische Dienste und kehrte erst 
1764 in sein Vaterland zurück, 



starb jedoch plötzlich in der Nähe 
von Narva (Gerber 1). Man kennt 

von ihm 

Recitativ c. acc, Sopr. voce: E soffrirö, 
che sia barbara. Ms. P. [Schwerin F. 

6 Sinfonie a 2 V. A. e ß. op. 1. 
Amst. [Paris Nat. 

12 Sonate a Violino e Vcl. o Cimbalo, 
op. 1. Amst., Wittvogel. Dedic. gez. 
Petroburgo IG. Apr. 1738. 1 vol. in fol. 
[Musikfr. Wien. B. ß. unter Dali' gestellt. 

— Xn Sonate a V. e Vcl. o Cimb. 
op. 1. Paa-is, Leclerc. [Kat. Liepm. 

Sonata :i 4, Gd. 2 V. Va. B. [Ms. fol. 
B. Upsala. 

Ms. 4420 B. B. Piecen für die Violetta 
und B. in P. 

Aufserdem schreibt man ihm auch die 
Oper „La Russia afflitta e riconsolata-' 
zu, 1742 für Moskau geschrieben, Text 
von Staohlin (Fötis unter Äraja^ dem sie 
für gewöhnlich zugeschrieben wird). 

Offlio, (;iaml)attista dalP, 

scheint ein Mathematiker zu sein. 
Er gab heraus: 

Sojira la tastatiu-a dcgli organi e dei 
coml»ali. Memoria dol Sig. ... s. 1. et a. 
(Modona 1807.) 1 Bog. in 4» mit Figuren. 
(In Memorie di matcmat. e di fisica della 
societii ital. dolle scienzo. Tom. 13.) 
[Brüssel 7149. 

Im Artikel Olio^ Giambatt. dall', ist 
ein Werk mit ähnlichem Titel verz.. so 
dass man annehmen kann, dass Oglio und 
Olio ein und derselbe Autor sei. 

Oglio, Oioscffo (lair, Bruder 
des Domenico, in Padua geb., 
Violoncellist, ging mit ihm 1735 
nach Petersburg und 1764 nach 
Warschau (Gerber 1. Ricordi in 
Gazzetta 1853, 85 nennt schon das 
Jahr 1734 seiner Petersburger An- 
stellung). 

Ognibeiie, . . . aus Venedig, wird 
von Aaron in seinem Lucidario 
von 1545 Bl. 31 v. als Cantori al 
Liuto bez. 

0hl, Johann, bez. sich mit R. 
B. P. H. (?), bekannt durch den 
Gel egenheitsgesang : 

Felicitati coniugii, quod vir Georgius 
Funccius et virgo Regina, G. Stephani 
filia . . . Hymnum hunc VI vocibus . . . 
Regiomonti 1G59, 28. April typ. Reusner. 



Olilhorst. 



231 



Oijers. 



Text: Ecce nunc benedicite Domino. 6 Stb. 
ä 2 Ell. mit 2 Epigr. iind 1 Gedicht von 
Ohlius. [B. Kgsbg. 

OhlJiorst, Johann Christian, 

geb. 1753 im Braimschweigschen 
(Reichard sagt im Kalender von 
1791, 166 geb. zu Halberstadt); 
sein Tod soll ins Jahr 1812 fallen; 
trat als Sänger bei der Tillyschen 
Truppe 1775 auf, wurde später 
Musikdirektor bei derselben und 
schrieb mehrere Operetten. 

Genannt werden Adelstan und Röschen 
von Schink, Das Jahresfest von Neumann , 
und Die Zigeuner. Um 1795 befand er j 
sich an den Bühnen zu Königsberg und ; 
Danzig (Gerber 1. 2. Reichard's Kalender 
1783, 219). . 

Ohmann, Anton Lndwig Hein- 
rich, geb. 13. Febr. 1775 zu Ham- 
burg, gest. 30. Sept. 1833 zu Riga. 
Er war ein Violinist, wurde 1795 
zu Reval am Theater Musikdirek- 
tor, trat darauf in Wien als Bas- 
sist auf, dann in Breslau und an- 
deren Orten, wurde dann in Riga 
Musikdirektor, darauf Violoncellist, 
bis er 1829 an der Stadtkirche zu 
Riga Musikdirektor wurde (Lpz. 
Ztg. 36, 56. Schilling). 

Sehilüng fühii folgende Singspiele von 
ihm an : Die Prinzessin von Cacambo, Der 
fürstiiche ^lldfang, Der Kosak und der 
Freiwillige, alle drei von Kotzebue, m 
Riga, Reval und Königsberg gegeben. 

Ohmeyer, Joseph, lebte am 

Ende des 18. Jhs. 

Bekannt sind nur 6 Vaiiations pour V. 
e B. [Musikfr. Wien. 

Ohnewald, Joseph, nennt sich 
,,ReGtor secundae studiosi" um 
1804. Seine Kompositionen er- 
schienen, soweit sie bekannt sind, 
in Augsburg, ob er aber daselbst 
lebte, "ist fraglich. Nachweisbar 

sind: 

15 Antiphonae Marianao ... 4 voc. (et 
instrum.) Aug. Vind. 1804 Lotter. 13 
Stb. fol. [Salzburg. 

Te Deum et Veni creator (4 voc. et 
orch.). op. 2. Aug. Viud. 1813 Lotter 
et fü. 17 Stb. [B. M. 



Deutsche Vesper, Hymnen und 4 Anti- 
phonen für 4 Singstimmen, 2 V. Altviol, 
2 Fl. (2 Clarinetten) 2 Hörner, 2 Trom- 
peten, Paucken, Orgel und Violone. In 
Musik gesetzt von . . . Op. 3. Augsbg. 
1814 J. J. Lotter u. Sohn. 14 Stb. fol. 

14 Fange lingua 4 voc. et orch. op. 4. 
Ib. 1815. 16 Stb. fol. LB. M. 

XXX Hymni Vespei-tini a 4 voc. 2 V. 
Va. Org. et Violone obl , 2 Flautis, 2 Comi, 
op. 5. Ib. 1815. 16 Stb. fol. LB. M. 

6 Missae breves (f. Chor u. Orch.). 
op. 6. R. 1817. 13 Stb. fol. [B.M. 

3 Missae breves pro defunctis cum 

3 Libera (f. Chor u. Orch.) op. 7. Ib. 
11 Stb. fol. [B.M. 

Trauergesang mit lateinischem Texte, 
bev Leichenbegängnissen zu gebrauchen; 
für 4 Singstim. und 4 Waldhörner von 
. . . Aug.sbg., Ib. [B. M. 

Ohren-vergnügendes 

und Gemüthergötzendes Tafel-Confect-, 
bestehend in 12 kurtzweiligen Sing- oder 
Tafel -Stucken. Augspurg 1733 Lotter. 

4 Stb. ([u4P. [B. Lpz., Thomas, u. Stadtb. 
B B. nebst einem Nachdrucke , Augsp. 
s. anno in 4 Stb: 2 C B. Cemb. br. Mus. 

B.M. , T- 1 

— In 0. Lindner's deutschem Liede 

Lpz. 1871 Abdi-uck der 12 Stücke in F. 
g i_28, S. 7 im Text die Beurteilung. 

— Ä7iflere Iracht des Ohren-vergnügen- 
den ... Tafel-Confects . . . Augsp. 1733 
Lotter. ö Stb. 15 Nm. Abdruck eben- 
dort S. 28—69 in Part. [B. Lpz. Thomas, 
u. Stadtb. B. M. B. B. br. Mus. 

— jyritte Tracht des Ohren-vergnugen- 
den . . . Tafel-Confects . . . Augsp. 1737. 
Lotter. 5 Stb. 15 Nrn. Abdruck m F. 
ebd. S. 70—100. [Lpz. Thomas, u. Stadtb. 
B ß B.M. br.Mus. 10 Stb. 

_ Vierte Tracht des Ohren-verguügen- 
den ... Tafel-Confects . . . Augsp. 1740 
Lotter. 5 Stb. LLpz. Thomas, u. Stadtb. 
B. M. Einsiedeln 1—4. 

Ohrfeigen, . 

Ein paar derbe musikahsch patriotische 
Ohrfeigen, siehe Mattheson, eme anonyme 
Schrift gegen Mattheson, Anno 1728. 
[B. B. B.M. Brüssel 4612. Musikfr. 
Wien. 

Ohyn, siehe Oyin. 

Oijers (Ojers), Johannes, aus 

Amsterdam, war von 1754—1783 
Organist an St. Peter in Leyden 
und nahm dann seinen Abschied. 
Am 21. Febr. 1757 ist er an der 



Okeghem. 



232 



Okeghem. 



Universität zu Leyden als Mnsicus 
eingeschrieben (Bouwst. 2, 168. 3, 8). 
Oke^a^hem (Ockegliem , Ocken- 
heira, Hocqiieham etc., Brenet führt 
S. 2 27 Lesarten an), Jean de. 
Nach Burbure war er in den 
Jahren 1443 und 1444 Knaben- 
sänger an der Kathedrale zu Ant- 
werpen, man kann daher seine 
Geburt um 1434 ansetzen. Unbe- 
kannt ist es noch, wo er seine 
Studien machte. Straeten's An- 
nahme, dass er in Mailand nach 
1444 war, ist hinfällig und unbe- 
wiesen, dagegen erfahren wir durch 
Aktenstücke, die Michel Brenet ver- 
öffentlicht, dass er 1452 — 1453 
achter Sänger an der Kgl. Kapelle 
zu Paris war, gezeichnet Johannes 
Okeghen, mit einem monatl. Ge- 
halte von 15 liv. Die folgenden 
Jahre wird er in den Rechnungen 
als Komponist genannt. 1454 heifst 
es Johannes Hoquegan, premier 
chappellain. 1461 ist er unter 
den „officiers de la maison du roy 
Charles VII." verz. Zwischen 1456 
bis 1459 muss er zum Schatz- 
meister (trosorier) von St. Martin 
zu Tours ernannt worden sein, 
was wohl eine Pfründe war, die 
ihm verliehen wurde. Von 1461 
ist er von den Kapellmitgliedern 
des Königs der zuerst genannte, 
also wohl ihr Direktor. Der Ge- 
halt war noch derselbe, doch er- 
hielten sie noch Kleidergeld und 
anderes. 1465 liest man „A Maistre 
Jehan Okeghan, tresorier de leglise 
monseigneur Sainct Martin de Tours 
et maistre de la chapelle de chant 
du roy nostre sire", die Summe 
von 77 liv. toumois. 1469 erhielt 
er zu einer Reise nach Spanien 
275 liv. 1472/73 betrug sein Ge- 
halt 60 liv. Am 9. Febr. 1496 
wird seine Stelle zu Tours neu 
besetzt, da er gestorben ist. (Brenet: 



Jean de Ockeghem, Etüde bio- 
bibliographique, Paris 1893. Ein- 
zelabdruck aus den Schriften der 
Sociotc de l'histoire de Paris et de 
nie -de -France. S«. 32 S. Siehe 
auch Viertclj. Generalreg.) Nach- 
zutragen ist noch, dass er 1472 u. 
1475 besuchsweise in Cambrai und 
1484 in Brügge sich aufhielt (Strae- 
ten 1 a, 14. Siehe auch Fetis, dem 
aber Manches verborgen war). 

Von seinen Kompositionen sind 14 Ge- 
sänge in gedruckten Samlwk. und alten 
Theoretikern zu finden (Eitner 1) und in 
neuen Ausgahen 11 Gesänge (Eitner 2), 
denen noch hinzuzufügen sind: Sanctus 
4 V. Bcnedictus 2 v. Qui venit 3 voc. 
ex Missa cujusvis toni. — Je nay deul 
(Text fehlt) 4 voc. — L'auter dantant 
(o. Text) 3 VOC. — Je ae pas jeulx 3 voc. 
(o. Text). — Se vostre ceur 3 voc (o. 
Text) im 5. Bande von Ambros' Musik- 
gesch. S. 1 — 16. In Smith's Musica an- 
tiqua p. 91 ein Sanctus 4 voc. aus dem 
Wilplilingseder. 

In Mss. B. Froske: Missa cujusvis toni 
in P. — Gaude Maria virgo .5 voc. in der 
Abtlg. Butsch, ITds. von 1538 (Kat. S. 211). 

Ms. A431 Drcsd. Mus. Kyrie ex Missa 
Gaudeamus in P. 4 voc. 

Ms. 208 B. M. fo. 62 „Ma bouche rit 
et mon cueur pleure", 3 voc. 

Ms. Hofb. Wien, alte Sign. I, 55 Chorb. 
des 16. Jhs. gr. fol. 135 Bll. Nr. 3: Missa 
sup. Gaudeamus 4 voc. Ms. 15997 Missa 
cuius\ns toni 4 voc. Part. 

Paris Nat. Ms. Kopie des 16. Jhs. 
Supi^l. fr. no 15123 ein Samlwk. Depaiiez 
nous 3 voix. — Se vostre cueur eslongue 
3 V. La des pourveue et la bannie 3 v. 
In 2245 D'ung aultre amer, 3 voix. — 
Fors seulement 3 v. 

B. Cambrai von 1472 und 1475 eine 
Messe und 1 Lamentatio. 

Ms. 295 in 12" zu Dijon, 7 chan.sons 
ä 3 V. (Morelot p. 8). 

Mss. Bibl. Riccardiana zu Florenz 2794: 
Alma redemptoris 4 v. — Aultre Venus. — 
D'ung autre amer 3 voc. — Rondo royal. 

Ms. Bologna Kat, 3, 196 Canzoni latine 
e provenzali. Pergamentbd. des 15. Jhs. 
kl. quS''. 78 S. Neben anderen auch 
Okeghem. 

Ms. Archiv des St. Peter in Rom, 1 vol. 
in 4'' mit 107 Chans, von Verschiedenen. 

Ms. Ov 208 B. Casanat. zu Rom, ein 
Bd. Chans, von Verschiedenen: L' autre 



Okeghera. 



233 



Oldecop. 



d'antan 3 v. — Ma bouche rit 3 v. — 
Se ne pas jeulx 3 v. — D'ung aultre 
amer 3 v. 

Mss. Cap. sistiua in Eom, Cod. 14, 
Missa De plus en plus 4 voc. — Cod. 26, 
Credo (Paü-em) 4 voc. — Cod. 35, Missa 
Cujusvis toni 4 voc. — Cod. 41 und 63, 
Missa Quarti toni (in 41 ohne Bez.). — 
Cod. 42, Salve 4 voc. — Cod. 46, Alma 
rederaptor 4 voc. — Cod. 41 u. 63, Missa 
Au travail suis 4 voc. (in 63 ohne Bez.). 

Ms. Cod. 88 im Domkapitelarchiv zu 
Trient, jetzt in Wien, 2 Missae, eine sine 
nomine, die andere sup. Le serviteur. Ein 
Discantiis: rosa bella. 

Straeten 6, 33 nennt noch die Bibl. 
des Prinzen Chigi zu Rom, in der sich 
befinden: Missae mi-mi. — Ecce ancilla. 
— L'omme arme. — Fors seulement. — 
Sine nomine. — Mastresse. — Sine no- 
mine. — Do plus en plus. — Au traveil 
suis. — Prolationum Sanctum. — Quinti 
toni. — Requiem und die Motetten: Ave 
Maria. — lutemerata. 

Mss. B. Brässel 5557 Missa Ecce an- 
cilla Domini 4 voc. — Missa Pour fjuelriue 
peine 4 v. 

Ms. in Verona Domkapitel, Papier-Codex 
des 16. Jhs. enthalten Missae, Antiphonae, 
Psalmi, daninter auch Einiges von 0. 

In Modeua, Chorb. des 15. Jhs. mit 
12 Messen, davon 5 von Okeghem. 

Ms. Basevi zu Florenz: Baisez-moi donc. 

Vergleiche auch die Bibliographie in 
Brenet's Biographie. 

Zu erwähnen ist noch die Deploration 
de Guillaume Cretin sur le trepas de Jean 
Okeghem, ed. von Er. Thoinau. Paris 
1864 A. Claudin 4" und in deutscher 
Uebersetzung in M. f. M. 11, 37 und 19; 
38 eine Beurteilung einiger Gesänge. 

Okelaiid, siehe OakLind. 
OkeoTer, John. 

Im Ms. 567 br. Mus. Samlwk. mit Ge- 
sängen u. Instrumentalpiecen, von 0. 1 Nr. 
u. in 568 1 Fantasie. 

Nach Davey 190 war er Organist an 
der Kathedrale zu Wells um 1619. 

Oker, John, lebte vor oder um 
1625, denn John Barnard sammelte 

von ihm 

zwei Anthems, die er in das Ms. 1642 
des R. C. of Mus. eintrug. 1. Grant, we 
beseech Theo. 2. The king shall rejoice. 

Olanda (Olandia, HoUandia und 
Ulandia), deren zwei oder drei in 
alten Akten verzeichnet werden, 
wahrscheinlich aus Holland geb. 



1. Jacomo cli Olanda oder Olan- 
dria, auch Dominus Jacopus Ulterij 
de Olanda, oder auch Giacomo 
(ülterio) olandese verz. Olandese 
könnte auch Oesland sein, latei- 
nisch Ulandia, eine schwedische 
Insel. Er wird 1462, 1474 u. 75 
als Sänger am Mailänder Hofe 
verz. (Motta 99). Valdrighi 12, 
Dokum. 34, verzeichnet aber Gia- 
como (Ulterio) olandese 1474 im 
Sept. als angestellten ,,cantore" an 
der Hofkapelle in Modena. Dem- 
nach müssten die beiden Namen 
in zwei Personen getrennt werden. 

2. Nicokms de Olandia (Hol- 
landia) wird 1478 als Sänger am 
Hofe zu FeiTara von Straeten 6, 91 
verz. S. 92 bezeichnet ihn ein 
Dokument von 1476 als Sopra- 
nisten ebendort. Valdrighi 12, 32 
verz. ihn unter Nicoiao d'Olanda, 
Sopranist, 1473 im Dienste des 
Herzogs von Modena. 

Olant, Joannes, 1467 Sänger 
am St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 
237). 

Olaya, Bartolome de, 1633 
Sänger und Musico de vihuela an 
der Hofkapelle in Madrid (Strae- 
ten 8, 424). 

Olbers, Johann Heinrich, lebte 
am Ende des 18. Jhs. als Organist 
an St. Wilibaldi zu Stade (Titel) 
und gab heraus: 

18 leichte Vorspiele für die Orgel und 
das Ciavier. Op. 1. Hambg., Günther & 
Böhme. 18 S. [B. Wagener. Paris Nat. 

Fetis zeigt noch 6 Praeludien und ein 
Postludium für Orgel, op. 2, ib. an. 

Gerber 2 eine Sammlung Klavierstücke 
von verschiedenen Komponisten in Heften. 
Bis 1800 waren 4 Hefte erschienen. 

Oldecop, Christian Friedrich, 

geb. 28. Okt. 1740, Dr. der Rechte 
und Syndikus der Stadt Lüneburg, 

schrieb 

Rede bey dem 50 jährigen Amtsjubel- 
fest des Cantors Schumann. Lüneburg 
1777. 40 (nach Gerber 2). 



Olden. 



234 



Oliva, Gioseppe. 



Oldcii, Jürj^cn, 1465 Organist 
an der Marienkirche zu Lübeck 
(Stiehl, Lexikon). 

Oldenburg, Hicronyinus, seit 
etwa 1719 „Director Miisicae in- 
strumentorum Ordinarius" zu Ham- 
burg. Schon 1712 wird er in den 
Ratsakten als städtischer Musiker 
genannt und lässt sich bis 1725 
als Direktor der Ratsmusiker ver- 
folgen (Sittard 1, 22. 63). 

Olcleiiraet, Godcfrid, 1628 Or- 
ganist in Zutphen, 

gab 1G28 dio 3 stim. Ballette Gastoldi's 
mit einer 4. Stim. vermehrt in Amster- 
dam heraus (siehe G. G. Gastoldi, 1639 
und 1041 in neuer Auflage). 

Oldfield, Thomas, 

ist im Virginalbuch des FW. -Museum 
zu Cambridge S. Ol mit einem Praelu- 
diuni vertreten. Im Uebrigon ist er un- 
bekannt. (Siehe die Neuausgabe.) 

Oldhaiii, Robert, 

ist im Archiv der Kirche zu Ely mit 
einem Anthom vertreten, doch ist nur die 
Tenorstim. vorhanden. 

Oldrig', auch Aldridg^ siehe 
Aldrich, Henry. 

Oldys, Valentine, ein Apo- 
theker in London und vertreten in 
der Sammlung: Court Ayres, die 
1655 erschienen (Hawkins 5, 125). 

Oldys, AVilliam, siehe Ciirll, 
Edmund. 

Olearins, M. Johann Gottfried, 
Pastor und Superintendent zu Arn- 
stadt, hielt Heifirich Bach 1692 
die Leichenrede und gab dieselbe 
heraus. Abdruck derselben in M. 
f. M. 7, 178. Exempl. in Stolberg 
i/H. und Musikfr. Wien. 

Oley, Johann Christoph, geb. 
zu Bernburg, gest. 1789 zu Ascliers- 
leben, war Organist und zweiter 
Schulkollege zu Aschersleben. Ger- 
ber 1 rühmt ihn als geschickten 
Klavier- und Orgelspieler in Fugen 
und Fantasien. Er gab heraus: 

Vaiiiiie Choräle für die Orgel, 4 Theile. 
Quedlinburg bey Reussner 1773. 1776. 



1791. 1792. Der 3. Thcil erschien in 
Quedlinburg bey Ernst und ist mit einer 
Vorrede von J. Ad. lliller versehen. Zu- 
sammen 156 S. [B. B. B. Ilbg. B. Wa- 
gener. In B. B. der 1. u. 2. Theil auch 
im Ms. 190. Berlin Singak. 

Einige Choralvorspiele sind in Joh. Chr. 
Kühnau's Samhvk. zu finden. 

Olffen, Johann, Organist an 
der St. Petri- Kirche zu Hamburg 
von 1653 bis zu seinem Tode 1670 
(Ratsakten). 

Olfsen, Bernhard, aus Ham- 
burg, Schwiegersohn des Heinrich 
Wulff, wurde 1682 zum Organisten 
an St. Aegidien und zum Rats- 
pfeiffer in Lübeck ernannt (Stiehl's 
Lexikon. Ratsakton). 

Oli (Oloei), Pietro, siehe Daule. 

Olibrio, Flavio Anicio, pseud. 
für Joh. Friedr. Ag?'icola^ der sich 
so im kritischen Musikus an der 
Spree 1749 nennt, 1. Sendschrei- 
ben eines reisenden Liebhabers. 
2. Schreiben an Herrn . . . (Mar- 
purg 1, 150). 

Olifante, Giov. Batt., s. Rodio, 
Rocco, das theoretische Werk. 

Olinipiade. 

The favoui'ite songs. Lond. HC). 
[B. Lpz. 

Olio, Griambattista dalP. Nach 
Valdrighi's Musurgiana Serie 2 
Nr. 3 (Modena 1896, S. 15) ge- 
boren am 19. Febr. 1739 in Sesso 
bei Reggio, gest. den 17. Mai 1823 
zu Modena. Gab heraus: 

Sull'applicazione della matematica alla 
musica memoria. Sul preteso ripristi- 
namento del genere enarmonico de'greci 
memoria. Sopra la tastatura dcgli organi 
e de'cembali memoria. 4". [Glasgow. 

Er schrieb auch ein Gedicht: La musica 
(anonym). Modena 1794 societä tipogr. 
gr. 8«. [Briissel 4478. 

Siehe Oglio, Giamb. dall' und die Schluss- 
bemerkung. 

Oliva, D. Griosepi)e, ein Priester 
zu Messina (Titel), gab heraus: 

H 1. libro de Madrigali a 5 voci . . . 
Yen. 1600 Amadino. 5 Stb. 4". 21 
Madr. [Hofb.Wien: C B. 



Oliva. 



235 



OKvieri, Giuseppe. 



Oliya (Giuseppe nach Gerber 2), 
Hornist in Prag, wird 1764 von 
Dittersdorf für die biscliöfl. Ka- 
pelle in Presburg geworben. Ger- 
ber 2 erwähnt ihn als Mitglied 
der Esterhazyschen Kapelle unter 
Jos. Haydn's Direktion. 

Oliyari, . . . 

bekannt durch 16 Diietti p. 2 V. fol. 
Ms. B. Upsala. 
Oliyati, Ignatio, 

nach Florido's Samhvk. von 1648 Ka- 
pellmeister an Trinita di Ponte Sisto, 
wahrscheinHch zu Eom. In obigem 
Samlwk. von 1648 1 Motette u. in dessen 
Samhvk. 1649 a eine 4 st. Motette mit Bc. 
(Eitnor 1). Ferner in Phalese's Florida 
verba von 1601 eine Motette. Er i.st 
auch hier mit obigem Amte gez. 

Oliye, Joseph, lebte um 17S0. 

Im br. Mus. befinden sich von ihm in 
Londoner Einzeldrucken 6 Gesänge für 1 
und 2 Stimmen. Ferner 6 songs for a 
voice or Iiarpsichord. Loud. fol. 

Oliyeira, Antonio, ein portu- 
giesischer Franziskaner -Mönch im 
17. Jh. Er war Chordirektor an 
S. Juliao zu Lissabon, ging nach 
Rom und starb bald darauf. 

In der vernichteten Lissaboner Kgl. Bibl. 
befanden sich im Ms. Messen, Psalmen, 
Motetten und ViUiancicos (Vasconcellos). 

Oliyellas, Felipo, ein Kompo- 
nist des 1 8. Jhs., der in B. M. mit 
folgenden Messen vertreten ist: 

1. Missa 4 voc. c. org. 1750. P. 2. 
Missa 6 voc. c. org. 1760. P. 

Oliyer, . . . Kgl. spanischer Hof- 
Yirtuose, Violinist, gab in Frank- 
furt a/M. am 18/4 1765 ein Kon- 
zert (Israel 47). 1767 trat er in 
London auf (Pohl 2, .870). 

Oliyer, J . . . A . . ., Musikmeister 
des 2. schottischen Infanterie-Regi- 
ments, von dem Fetis 

Quarante divertissements militaires pour 
2 clarinettes. 2 cors, 2 bassons, Londres 
1792 anführt. 

Oliyet, Fahre d', siehe Fahre. 
Olivicciani, Vincenzo, Sopra- 
nist a/d. Hofkapelle in Wien vom 



1. Jan. 1700 bis 1. Okt. 1711, 
wird pensioniert (Köchel 1). 

Olivier Aubert, siehe Auhert, 
Pieire-Fran^.-Olivier. 

Oliyicr, J. . ,, ein französischer 
Komponist aus der ersten Hälfte 
des 16. Jhs., 

ist in alten Samlwk. mit 5 Gesgen. 
vertreten (Eitner 1). Den Gesang „Ite 
caldi sospiri'' weist Vogel 2, 28 in 7 
Samlwk. nach. 

Oliyieri, A. . ., ein Violinvir- 
tuose, geb. 1763 zu Turin, lebte 
1827 zu Paris. Er war längere 
Zeit Mitglied der Hofkapelle in 
Turin, musste aber wegen handgreif- 
lichen Ungebührlichkeiten fliehen, 
ging nach Neapel, Paris, Lissabon 
u. a. Städten. Von Kompositionen 
ist nichts bekannt (Fetis. Wasie- 
lewski 1, 158 wie Fetis). 

Oliyieri, Domenico. Leo Liep- 
manussohn besafs einst ein Buch 
von ihm, betitelt; 

Legipontii dissertationes philologico- 
bibliographicao, in quibus de odornanda 
et omanda bibliotheca, nee non de manu- 
scriptis . . . deque rei nummariae ac rau- 
sicis studio disseritur. Norimbg. 1746. 
4P. Die 5. Dissertation: De musica ejus- 
que proprietatibus origine, progressu, cul- 
toribus et studio bene instituendo. . 45 S. 

Eben derselbe besafs unter gleichem 
Namen : Gran variazioni per V. solo 
coU'acc. del basso variato, composte sopra 
la Ricciolella, aria napolitana ed il duetto : 
Pace, caro mio sposo. Napoli, Mares- 
ealchi. fol. 

Oliyieri, Griuseppe, seit 1622 
Kapellmeister an S. (jriovanni di 
Laterano in Rom, doch verliefs er 
bereits 1623 die Stellung, oder er 
starb, denn dieselbe wurde ander- 
weitig besetzt und brechen alle 
Nachrichten über ihn ab (Fetis). 
Er gab folgendes Werk heraus: 

La Turca annoniosa; giovenili ardori, 
di G. 0. Eidotti in madrigali, & nuova- 
mente posti in musica a 2, e 3 voci, con 
il Bc. per sonare in ogni istii;mento. 
Lib. 1. Roma 1617 Gio. B. Robletti. Stb. 
in 4". 21 Gesänge. [Eom Cecilia: T 1. 

2. Bc. 



Olivieri, Paolo. 



236 



Olthof. 



Olivieri, Paolo, kommt 

iu Florido's Saci'as cantiones 2 voc. 
1672 mit der Motette vor: Laetamiui in 
Domino. 

Olivieri, Cav. Tinceiizo, aus 

Pesaro, ist bekannt durch 

Lettere di un Accademico Filarmonico 
risponsive a due suoi amici, coUe quali 
dimo.stra che la teoria luusicale, esiste 
nelle ragioni numeriche contraddette dal 
Sig. Abate D. Antonio Eximcno nella 
sua opera origine della Musica. Pesaro 
1781 Jn casa Gavelli. 8». 20 Bll. [Bo- 
logna, Kat. 1, 91 Beschreibung dos Inhalts. 

OHyo, Simplicijino, 1674 diente 
er schon über 40 Jahre als Ka- 
peUmeister dem Oratorio della 
Steccata chiesa ducale zu Parma, 
wie er in der Dedic. aussagt. Man 
kennt von ihm: 

Salnii di Compieta con Litanie in ul- 
timo concertati a 8 voci, o 2 V. con 
1 Violetta, e Violoncino ad lib. Di . . . 
Op. 2. . . Bologna 1674 G. Monti. 13 Stb. 
4*^. [Bologna. Warum ihn der Kat. 2, 
281 Olivi nennt ist nicht erklärlich, da 
er auf den Titeln stets Olivo genannt 
wird. 

Salnii per li Vespcri di tiitto l'anno 
con il Cantico della B. V. ;V 8 voci cor- 
renti . . . con il Bc. . . Op. 3. . . Bologna 
1674 Monü. 9 Stb. 4«. [Bologna, im 
Kat. Abdr. der Dedic. Forrara. Bmssel 
Nr. 1772. 

Im Samlwk. 1620 eine Motette f. 2 
Stirn, u. Bc. (Eitner 1). 

OUa Potrida, Samlwk. siehe 
Rellstab, Joh. Karl Friedr. 

Ollefeii, C. . . y. . . , bekannt 
durch : 

Nut en dienstig zang-boekje, begrepen 
in de eerste verzen van de psalmen, 
neevens de gezangen, by de hervormde 
kork in gebi-uik: als meede eenige stigte- 
lyke liederen door Hendrik Arondeiis. 
Geschikt volgens de uitgekooren bergming 
van den jaare 1773. Van veel fönten 
gezuivert, vermeedert . . en verrykt met 
moodige zangkuudige grond-reegels, door 
. . . Amst. (1773) Gysb. Holmes. 80. 
[Brüssel. 

Von einem Ollefen Casp. *., W. T'., 
besitzt die Bibl. zu Amst: Proeven van 
Muzikaale uitspanningen , bestaande in 
mengelzangen voor het Ciavier, de Viool, 
Fluit en and. instiiim. Amst. 1783. 8". 
Die Mu.sikbeilage mit besonderem Titel. 



Olmi, D. Damiano, aus Florenz, 
war um 1641 Organist a/d. Kirche 
S. Maria delli Augeli zu Faenza 
des Cistercienser Ordens (Titel) u. 
gab heraus: 

Madrigali spirituali a 2, & 3 voci con- 
certati nel Cimbalo & simili strumenti 

di . . . Lib. 1. op. 1 Ven. 1641 Aless. 

Vincenti. [Bologna nur Bc. in 4'^. 16 
Madr. 

Olmsteaci, Timothy, ein ameri- 
kanischer Komponist, lebte an der 
Wende des 18. zum 19. Jhs. und 
ist bekannt durch 

The musical olio, cont. 1. A concise 
iutroduction to the art of singing by note. 
2. A variety of Psalm tunes . . . Nort- 
hainpton, Connecticut 1805, qu4*'. [br. 
Mus. 

— Ausg. New London 1811. riu4". 
[br. Mus. 

Olofzon, Pieter, ist 1578 als 

Organist zu Alkmar angeführt (Tijd- 
schrift 2, 220). 

Olpe, Mag. Christian Fried- 
rich, geb. 5. Aug. 1728 zu Langen- 
salza, Rektor a/d. Kreuzschule zu 
Dresden seit 1770, gab heraus: 

Einige Nachrichten von den Chorord- 
nungen auf der Kreuzschule, und von 
den "Wolilthaten , welche sie geniefsen. 
Dresden 1792. 4» (nach Gerber 2). 

Olstani (Elstani), 3Iatteo, „della 
scuola dal Zarlino" liest man auf 
Ms. L 394 der B. B. und enthält 
den Gesang 

„Sicut fuit Jona.s" 3 vocum. P. — Die- 
selbe Komposition mit derselben Bezeich- 
nung in Bologna. — Ein Nos qui vivimus 
(Benedicimus) in Martini I, 203 und im 
Choron (siehe Eitner 2, wo Martini II. 
fälscbl. steht). 

Olthof (Olthovius), Statins, geb. 

1555 zu Osnabrück in Westfalen, 
gest. 28. Febr. 1629 zu Eostock. 
Studierte in Braunschweig Theo- 
logie, ging dann nach Lübeck und 
erhielt 1579 den Ruf als Kantor 
nach Rostock. 1614 zog er sich 
ins Privatleben zurück (Viertelj. 
10, 231, Korrekturen S. 411). Auf 
Nathanael Chytraeus Yeranlassung 



Olthof. 



237 



Onori. 



komponierte er die Psalmen in der 
ÜDidicbtung von Georg Buchanan, 
betitelt: 

Psalmonun Davidis paraphrasis poetica 
Georgii Buchaiiaui Scoti: Argumentis ac 
melodiis explicata atque illustrata. Opera 
& studio Nathauis Chytraei . . . Frauco- 
forti ad/M. 1585 Comnus. 4. Sept. 12". 
467 S. mit 30 vierst. Tousätzen. [B. Lpz. 
B. Zw. 131, ohne Titelbl. B. M. Brüssel. 
Musikfr. Wien. 

Darauf folgt: In Georgii Buclianaiü 
Paraphrasin Psalmorum Collectauea Nath. 
Chytraei; r[uibus vocabula, et modi lo- 
queudi tani poetici . . . Ib. 1585. 5 ßll. 
129 S, in 12" mit 9 vierst. Tousätzen. [ebd. 

In neuem Abdruck in Viertel]". 5, 290 
resp. 297 in P. — Im Ms. W 9G Nr. 1280: 
40 Psabnen zu 4 Stirn. P. in B. B. 

Gerber 2 hat übrigens ganz Eecht, 
wenn er sagt, die Buchanan'sche Para- 
phasiiimg ist schon vordem in Musik ge- 
setzt worden, denn Joannes Servinus kom- 
ponierte sie schon 1579 zu 4—8 Stirn. 
Exempl. in B. M. 

Ueber die Psalmen Buchanan's siehe 
noch Viei-telj. Generalregister. 

Ausgaben der Psalmen jnit den 4stim. 
Tousätzen Olthofs. 

1588. Herbonae, Corvinus. 12". 150 
Psalmen zu 4 Stirn. Anhang 9 Tonsätze. 
[B. ßr. 

1590 ib. [B. Br. B. Zw. Hofb.Wien. 

1595 ib. [ß. Zw. B. Hbg. ß. ß. 

1597 ib. [B.Lpz. B. M. 

IGOO ib. [B.B. 

1602 ib. [Wernig. 

1604 ib. [Brüssel. B. Br. B. B. 

1G08 ib. [B. Br. 

1610 ib. [Wernig. B. Lpz. 

1613 ib. [B.Lpz. 

1616 ib. [B.Lpz. 

1619 ib. [B.Lpz. B. Br. 

1619 ßremae, typis Villeriani, scholae 
typrogr. ohne die Collectauea. [B. Br. 

1624 Herbonae, Corvinus. [Karlsruhe. 
Lüneburg. B. Br. B.Lpz. B.B. 

1637 ib. [Bibl. Scheurleer im Haag. 

1646 ib. [B.Lpz. 

1656 ib. [B.B. 

s. a. ib. [Kailsnüie. 

01toliiia,Carr Andrea, ein Kom- 
ponist aus dem Ende des 18. Jhs., 
ist bekannt durcb 

Tre Quartetti per Fl. V. Va. e Vcl. 
Hummel u Berlin. 4 Stb. fol. [B. B.] 
— 6 Sonate a 2 V. e B. Amsterd. fol. 
[br. Mus. 



Olyvier, . . . Organist in Rotter- 
dam, prüfte 1535 die Orgel in 
Herzogenbuscb (Bouwst. 2, 212). 

Olzi, Joscff'o, ein Sänger aus 
Venedig, wurde 1700 vom Herzoge 
Moritz an den Herzog von Zeitz 
empfoblen (s. Staatsarchiv). Eine 
zweite Nacbricht ebendaher lautet, 
Herzog Wilhelm von Zeitz empfiehlt 
ihn 1700 an den Kurfürsten von 
Sachsen. Weiteres ist nicht be- 
kannt. 

Oiiate, Ximeuez de, Organist 
um 1556, scheint im Dienste Karl Y. 
gestanden zu haben, als er sich 
ins Kloster zurückzog (Straeten 7, 
378). 

Oiidanck(ch), Jean (Jehan), Ka- 
pellan und Organist um 1390 am 
Hofe Philippe de Bourgogne (Strae- 
ten 1, 52. 55 ein Dokument, p. 57 
noch Mehreres). 

Oudot, ... 

Stauces chrestieuues de M L(abbe) 
T(estu). Mises en musique ä deux, trois 
et quatre parties, avec des symphonies. 
Paris 1692 Ballard. 4". 160 S. [besafs 
einst Leo Liepmaunssohn. 

Ondrässek, Johann, ein Böhme, 
war beim Kurfürsten von Mainz 
Kapellmeister und starb 1742 da- 
selbst (Dlabacz). 

Ongaretto, siehe Piazza, G. B. 

Ongeval, van, siehe Longheval. 

Onofrio, Donno, 1514 Sänger 
in der Capeila Julia am St. Peter 
in Rom (Viertel]. 3, 258). 

Onorati, Giacomo, war um 1793 
Direktor und Komponist der Bal- 
lete am Theater Fenice zu Venedig 
(nach einem ital. Textbuche). 

Onori (nicht Ouari), Don Ro- 
niualdo, ein Kamaldulenser-Münch, 
gab heraus: 

Messa Salmi et Litanie concertate a 
4 voci, con Bc. di . . . Op. 2. Ven. 1640 
Bart. Magüi. 5 Stb. 4o. [Bologna. 

II 1. lib. di Messe concertate a 5 et a 
6 voci di . . Op. 4. Yen. 1642 AI. Vin- 



Oos-en Bray. 



238 



Opitiis. 



centi. 7 Stb. 4^. 2 Messen zu 5, 1 zu 
6 Stiui. [Bologna. 

Letanie tloUa Beatiss. V. M. k 4. 5. 6. 
& 8 voci in Conceiio, con un Motetto 
a 8. piano. Op. 7 di ... Yen. 1649 
stampa del Gardauo. Stb. '? 4". [Bologna: 
Tl. A2. 

Ons-en Bray, Louis-Leon Paj ot, 

Comte d', GeneraJdirektor der Post 
in Frankreich, geb. 25. März 1678, 
gest. 22. Febr. 1754 zu Bercy bei 
Paris, folgte 1708 seinem Vater in 
obigem Posten und 

veriasste eine Schrift über einen Metro- 
nom, die er der Akademie zu Paiis ein- 
reichte ; sie wurde in deii Mem. de l'acad. 
roy. des sciences an 1724 aufgenommen 
und erschien auch im Eijizeldruck : Paris 
s. a. 4", betitelt: 

Description et iisage d'un metrometre 
ou machine pour battre la mesure et le 
temps de toutes sortes d'airs (Fetis). 
Maelzel's Eiünduug was demnach nicht 
die erste. 

Onstwoiidc, Johann de, um 

1378 Organist an St. Peter zu Ut- 
recht (Tijdschrift 2, 209). 

Oord, Antouy van, Organist 
in Amsterdam, wurde am 23. März 
1675 in der Zuiderkerk begraben 
(Tijdschrift 2, 221). 

Oostendorp, Johannes, Gallus, 
ist als Informator musices am 18/12 
1723 an der Universit. zu Leyden 
eingeschrieben (Bouwst. 3, 5). 

Opdant, Cornelis de, 1584 
Säuger a/d. Hofkapelle Philipp U. 
von Spanien, starb den 24. März 
1606 (Straeten 8, 111. 168. 414). 

Oper, 

anonyme Opern besitzt jede grofse 
Bibliothek in solcher Anzahl, dass selbst 
eine kurze Anfühning einen Baum ein- 
nehmen würde, der schliefehch seinen 
Zweck nicht erfüllte, wenn damit nicht 
ein thematisches \'erz. verbunden wäre. 
Letzteres findet man z. B. im Schweriner 
Kataloge von 0. Kade, soweit der dortige 
Besitz es erfordert (S. 21). 

Opcrnverxeichnisse findet man in 
meiuem Buche: Quellen- und Hilfswerke 
beim Studium der Musikgeschichte, Lpz. 
1891 Breitk. & H. Das brauchbarste Nach- 
schlagewerk ist immer noch das von Cle- 



ment & Larouse. Rieraann's Opern-Hand- 
buch leistet in mancher Hinsicht gute 
Dienste, doch ist es zu lückenhaft. 

Als Nachtrag zu meinem Buche: 
Quellen- und Hilfswerke siehe im Kat. 
Bologna 1, 50. 51. Kat. Brüssel fds. 
Fetis Nr.4563 ff. Ferner 

Opera. La paix de l'opera, ou paral- 
lele impartial de la musique fraucoLse et 
de la musique italienne. Amsterd. 1753. 
8". Ein Auszug aus dem "Werke vom 
Abbe Eaguenet: Parallele des italiens et 
des frauQ. Paris 1702. [br. Mus. Brüs- 
sel 3926. Musikfr. Wien. 

Oper. Sammlung der komischen Ope- 
retten, so ^vie sie in der churpfälzischen 
deutschen Hofschauspielergesellschaft . . . 
aufgefühi-t werden (Text und Musik). 
Bd. 2. 3. Franckfurf a M. 1772. 8». [br. 
Mus. 

Die deutsche komische Oper, Singspiel 
genannt, mit Musikbeisp. in M. f. M. 24, 
37 ff. 

The lyric muse revived in Europc or 
a critical display of the opera in all its 
revolutions. London 17G8 L. Davis & C. 
Reymers. kl. 8". [Brüssel 3702. 

Memoires pour scrvir ä l'histoire des 
spectacles de la foire , par uu acteur 
foraiu. Paris 1743 Briasson. 2 Bde. 12». 
[Brüssel 3879. 

Opganghe, Johann de, um 

1375 Organist am St. Peter in Ut- 
recht (Tijdschrift 2, 209). 

Opisanie, 

Beschreibung des von J. G. Strasser 
erfundenen mechanichen Orchesters. St. 
Petersburg 1801. [B. M. 

Opitiis (Opiciis), Bcnedictus de 

(Benet de). Ein ßcnei de Opicijs 

wird am 1. März 1516 an der 

englischen Hofkapelle als Organist 

angestellt und erhält monatl. 33 s. 

4 d. Gehalt. 1518 ist er unter 

Beopitijs angezeigt (Nagel 1, 13. 14). 

Er scheint derselbe zu sein, von dem 
sich in der Stadtb. Hamburg ein Dmck 
befindet, der 1515 zu Ehren Kaiser Maxi- 
milau I. hergestellt wurde, als derselbe 
Antwerpen besuchte. Er besteht aus Ab- 
bildungen, Text und 2 mehrstimmigen Ge- 
säugen: 1. Sub tuum praesidium. 2. Summe 
laiidis Maria (2 Hynmen zu 4 Stirn. ^. 
Antwerpiae 1515. 1 131. in fol. [auch im 
br. Mus.] — Davey 96 bezeichnet ein Ms. 
mit „Royal Mss. 11 e 11'' (soll heilsen: 



Opitus, Georgius. 



239 



Ordonez, Carlo d'. 



british Museum, Ms. 12, sign. Royal Mss. 
11 E. XI.) datiert 1516, in dem sich eine 
Motette von Benedictus de Opiciis be- 
findet. — In der ß. Zw. Ms. 42, def. Stb., 
ist ein Georgius Opitus mit der Motette: 
Dum complerentur dies 7 voc. vertreten. 

Opitus, Georgius, siehe Bene- 
dictus de Opitiis aui Ende des 
Artikels. 

Oppermaim, ... 1735 Violon- 
cellist an der Hofkapelle in Wol- 
fenbüttel mit 300 Tblr. Gehalt 
(Chiysauder 1, 285). 

Oppermami, Frieclricli, geb. 
1648 zu Bodenl)urg (Wolfenbüttel), 
war Kantor an der Schule zu | 
Helmstädt, dann zu Ehode, darauf i 
Pastor an der Andreaskirche in : 
Hildesheim, starb den 22. März i 
1688 daselbst (Mattheson 1, 242). \ 

Oppigiiaiii, 0. . ., bekannt durch 
die Arie: 

Cosi si tratto, oh Dio, in einer hds. 
Sanilg. in (iu4'^ aus dem 18. Jh. [br. 
Mus. Ms. 64. 

Opsopaeus, siehe Obsopaeus. 
Opus aureum musice . . 1501 
siehe Wolliek. 

Opuscules sacres et lyrique ou 

cautiques . . . avec airs ... St. Sulpice. 
Paris 1772 Crapart. [besafs einst Leo 
Liepmannssohn. Siehe Doncourt. 

Oquet, Antonio, um 1633 und 
1636 Kapellan und Sänger an der 
Hofkapelie in Madrid (Straeten 8, 
423. 427). 

Oraü (Oraffi), Pietro Marcel- 
lino, ein Dichter und Komponist, 
bezeichnet sich als Abbate Olive- 
tano und gab heraus: 

Concerti da chiesa a 1. 2. 3. 4. e 5. 
voci di . . . Op. 1. . . Yen. 1040 B. Magui. 
5 Stb. 40. 20 Gesg. mit lat. Text, 1 
lustrumental-Canzone a 4. [B. Br. 

La Cautica. Poesie e masiche del 
Sig. Abbate Orafi a 2, .8, 4, e 5 voc. per 
Congregatioui . . . Ferdinand HL, (Kaiser 
von Deutschland gewidmet). Yen. 1052 
Franc. Magni. 5 Stb. 4". 17 Gesge. über 
das Hohe Lied in italien. Uebersetzg. 
[B. Br: Cl. 2. T. B. Bc. [br.Mus: T. 

Oratorien , anonym , besitzen 



die grofsen öffentlichen Bibüo- 
thekeu fast ebenso reichlich wie 
Opern und was ich dort gesagt 
habe gilt zum Teil auch für diesen 
Artikel. 

Orazio, siehe Horatio. 

Orazio (leU'Arpa, s. MicLi. 

Orazio, detto Orazietto dell'' 
Arpa, lebte im 17. Jh. zu Rom. 
Pietro della Valle im 2. Bde. der 
Werke G. B. Doni p. 254 in der 
Della musica deH'etä nostra er- 
wähnt ihn als einen ausgezeich- 
neten Künstler u. Harfen virtuosen. 
Ob er derselbe ist, der im Ar- 
tikel Michi sich befindet u. Orazio 
deirArpa genannt wurde, bedarf 
noch der Untersuchung. 

Unter obigem Namen besitzt das Archiv 
in Kremsmünster, „La serva padrona", 2 
Intermezzi in P. im Ms. 

Orazio, della Viola, lebte am 
Hofe des Herzogs von Parma 
(Canal 42). 

Orcliis, Griovanni Battista de. 

Im Ms. 284, br. Mus., 5 geistl. Chor- 
gesänge. Die letzten sind Respousonen 
und mit 1783 gez. — Ms. 285: 2 Ora- 
torien im Autogr. P. 

Ordonez, Alonso, 1633 und 
1636 in den Listen der Kapellane 
und Sänger der Hofkapelle in Ma- 
drid verz. (Straeten 8, 423. 427). 

Ordonez (Ordounetz, Ordiuez), 
Carlo d', ein geborener Spanier, der 
nach Oesterreich ging und gegen 
1760 in Wien die Stelle eines 
Kegisti-anten am Landgerichte er- 
hielt. Er war ein guter Violinist 
und komponierte auch. In den 
Akademien (Konzerten) der Ton- 
künstler Societät zu Wien wurden 
öfters Kantaten und Sinfonien von 
ihm aufgeführt. Hanslick 113 sagt 
sogar, dass er 1766 in die KsJ. 
Hofkapelle aufgenommen wurde, 
doch Köcliel verz. ihn nicht. 1779 
kam in Wien das Singspiel zur 
Aufführung „Diefsmal hat der 



Ordounez, Pietro. 



240 



Orgas. 



Mann den Willen" (Forkel 3, 108. 
Gerber 1). Von seinen Kompo- 
sitionen sind nachweisbar: 

Obiges Singspiel in Ms. 15632 und 
16148 in Sib. u. P. [Eofb. Wien. 

5 Sinfonien im Ms. Stb. für Streich- 
quart. 2 Ob. 2 Horu. Tronip. u. Pauken. 
[Brüssel Cons. 

3 Sinfonien f. Orch. in Stb. [Musikfr. 
Wien. 

12 Quartette op. 1 u. 2 für Streich- 
instr. [ebd. 

2 Sonaten f. V. u. B. — 4 Diverti- 
menti ä 3. — 12 Menuetti per 2 V. e B. 
anno 1770—1790 in Stb. [Musikfr. Wien. 

VI Trii per 2 V. e B. Ms. Kopie, 
qufol. [B. Wagener. 

8 Divertimenti a quattro da Camera 
(für 4 Streichinstr.) Mss. Stb. [Berlin K. II. 

Ordoiiiiez (Ordognez), Pietro, 
ein Spanier, der sich mit „Palen- 
tinensis Dioces." bez., also aus 
Palencia ist. Nach Straetcn starb 
er 1550. Er war Sänger am St. 
Peter in Rom und kam am 29. 
April 1539 an die sixtinischo Ka- 
pelle (Viertel]. 3, 267 und Reg. 
zu Haberl's Bausteine). Straetcn 
6, 414 teilt noch mit, dass er 1546 
den Papst auf das Tri enter Coucil 
begleitete. S. 279 giebt er obiges 
Todesdatum. 

Ore, B% siehe Dore. 

Orefici, Antonio, ein Opern- 
komponist aus dem Anfange des 
18. Jhs. Dem unten verz. Werke 
nach scheint es fast, als wenn er 
1709 gestorben wäre, doch wird 
er von Florimo bis zum Jahre 
1733 mit Opernaufführungen an- 
geführt, siehe mehr am Schluss 
des Artikels. 

Die Hofb. in Wien besitzt im Ms. 
180r)7 eine Oper: L'Engelberta, in 3 atti 
1709. Der 1. Akt und vom 2. bis Scene 
11 von Orefici. Scene 12 bis zum Ende 
von Francesco Mancini komponiert. Dies 
Abbrechen in der Mitte des 2. AMes 
muss eine besondere Ursache gehabt 
haben. An Operutextbücher führt Poiußn 
an: II gemino amore, Napoli, Theater 
Fiorentini 1718. Chi la dura la veuce, 
Ib. 1721. Lo Simraele, Napoli, Theater 



nuovo 1724. Florimo im 4. Bde: Mau- 
nzio, Napoli, Teat. Nicolö Minati 1708. 
Patro Calieuno de la Costa, 1709. La 
Camilla 1710. La Vecchia trammera, 
1732. La EosiUa, 1733 (beide letzteren 
Opern gemeinsam mit Leonardo Leo kom- 
poniert). — Im Cons. Mailand (Noseda): 
Ana, I5ella tiranna, quest'alma mia, per 
So[)r. col. B. acc. 

Orclli, Diego, siehe Iloller, 
Aegidius. 

Orey, Robert (P, nur bekannt 
durch 

eine 4st. Chan.son im Samlwk. 1575 b 
(Eitncr 1 unter D'Orey). 

Orfeo, Luca, aus Fano, 1594 
päpstlicher Sänger (Haberl Jahrb. 
1891, 85). 

Orfeo, Sebastiano, Priester, 
um 1708 Tenorist an S. Marco mit 
100 Duk. Gehalt (Caffi 2, 44). 

Orfino, Vittorio, war 1589 im 
Dienste des Herzogs von Perrara u. 
ging 1598 als Sänger an die Hof- 
kapclle in Mantua (Canal 97. Nach 
Bertolotti 74 wäre er 1598 in Man- 
tua gewesen u. von dort nach Fer- 
rara gekommen, was jedenfalls falsch 
ist. Siehe den folgenden Druck): 

Musica nuova Lamentationi a 5 yoci, 
di . . . Lib. 1. Ferrara 1589 Vinc. Gal- 
dura. Dedic. in Ferrara gez. 5 Stb. 4". 
[Bologna: C. A. Abdr. der Dedic. im 
Kat. 2, 282. 

Organo, Perino, ein Laufenist, 
geb. zu Florenz um 1471. Die 
einzige Nachricht über ihn hat 
sich durch seinen Leichenstein er- 
halten, der zu Rom in der Kirche 
Aracoeli sich befindet und dessen 
Inschrift Fotis mitteilt. Demnach 
starb er um 1500, 29 Jahr alt. 

Organoedus 

italico - germanicus germanico - italicus 
exhibens 8 Sonatas a variis . . . Mouach. 
a]). Mariam Agatham Fleizin prope aulam 
veterem, Augustae vero apud haeredes 
Jacobi Lotteri. fol. 33 BU. Kui)fertaf. 
ohne Komponisten-Namen. (Nr. 2 ist von 
Ad. Hasse.) [B. M. 

Orgas, Annibalc. Nach Andr. 
Steinhuber's Gesch. des Collegium 



Orgas. 



241 



Orriani. 



germanicum zu Rom, war er zu 
Rom geboren, wurde daselbst er- 
zogen und diente als Knabeusänger, 
kam darauf ins römische Seminar, 
wo er die Priesterweihe erhielt; 
von IGIO — 1616 bekleidete er an 
obigeui Collegium die Kapell- 
nieisterstelle, da er sich aber noch 
1619 mit dem Titel bez., so ist 
das Jahr 1616 nicht als mafs- 
gebend anzunehmen; ferner sagt 
Steinhuber, dass er nach einigen 
Jahren in der Ksl. Hofkapelle 
diente, bez. aber die Zeit nicht 
(Bd. 1, 119). Im Jahre 1619 gab 
er sein erstes Werk heraus, betitelt; 

Sacrarum cantioniini, quaternis, quinis, 
6, 8 voc. cum B. ad org., et musica iu- 
struraenta Hb. 1. Romae 1619 L. A. Sol- 
dus. 9 Stb. in 4». 22 Nrn. [Cap. Jiü. 
9 Stb. Rom Cecilia. br. Mus. 

Im Jahre 1629 trifft man in Krakau 
an der Kathedrale einen Sangmeister unter 
gleichem Namen, der den Chor der Roran- 
tisten leitete. Ferner wird berichtet, dass 
er eine Ode auf die Vertreibung der Türken 
komponierte ,,Inter declamationem Epi- 
tapliium qua laudabantur ii qui cecidere 
in bello contra Turcam decantata''. In 
den Chorbücheru des Doms in Ki-akau 
sollen sich auch Kompositionen von ihm 
befinden (Haberl, Jahrbuch 1890, 8ü (Sur- 
zinski). Es ist kaum daran zu zweifeln, 
dass wir hier denselben Komponisten vor 
uns haben, der 1619 noch in Rom lebte. 

Orgel. 

Orgeltabulaturbuch um 1643 mit 118 
Tonsätzen, ß. Joachünsth. Kat. 23. 

In B. M. Kat. Nr. 255 — 260 Orgel- 
tabulatur und 11 Bde. aus späterer Zeit 
mit Orgelpieceu. 

In B. B. Ms. Z26, Kleber, 117 Nrn. 

— Z 34 Christoph Löffelholtz von Kol- 
berg, 19 Nrn. — Z 89 von 1598, 133 Nrn. 

— Z 76 enth. Tänze in Orgeltab. — Z 35 
gez. Joh. Valentin Eckdt 1692 entb. Orgel- 
stücke in Tabulatnr, darin ist Froherger 
und Pachelbcl zahlreich vertreten, 54 Nrn. 
Ms. 191 mit 79 Orgelpieceu auf 2 bis 
4 Notensvstemen. 

Im R. C. of Mus. Ms. 1968 alleriei Orgel- 
pieceu, genannt sind nur Blow, Bull, Byrd 
u. Mayuard, alle übrigen anonym. 

In B. Dresd. Ms. B212 eine Orgeltab, 
des 18. Jhs. von 42 Bll. 

Eob. Eitner's Quellen-LexLkon. Bd. 7. 



In B. Lpz. Mss. Orgelsätze von Deut- 
schen, 1620. — Orgels. in Wien 1650 
geschrieben. Ein 3. Bd. Deutsche Tabulat, 
f. Orgel 1650, enth. Frohcryer, Fresco- 
baldi^ Kerl u. a. 

In Regensbuig, Bibl. des Füi-sten von 
Thuru u. Taxis 4 Orgeltab. - Bücher des 
16.— 17. Jhs. mit arrangierten Tonsätzen 
berühmter Meister. 

In B. Basel, siehe den Katalog, Tabu- 
laturen im Reg., zahlreich vertreten. 

Orgeltabulaturen von Choralvorspielen 
aus dem 17. Jh. in B. Lüneburg (Jung- 
hans 30 ff.). 

Orgeldispositioneu. Ms. 194. [Dresd. 

Orgelstücke, Sammelband, Ms. 3273 in 
B. Hbg. um 1700 geschrieben. 16 Bll. 

Orgeltabulatur. Ms. 31781 qu4" der 
Anna Margar. Stromerin 1699, 9. Nov. 
51 BU.; [B. N.] enth. allerlei Lieder und 
Tänze, Oump[eltxhaim€r] bei Nr. 27 ge- 
nannt, eine Sarabande. Bl. 31 Forts, vom 
Jahre 1721, Frau Anna Margar. Bassin, 
Clavierpiecen, geistl. Lieder u. Praeambel. 

Tabulatur. Ms. 14976 qu40. 38 S. 
1613 mit Joh. Wolff Gerhard zu Nürn- 
berg gez. [B. N.], enthält Lieder u. Tänze. 
Nr. 18 Intrada von II. Leo Hassler ^ 
S. 21, reicht bis 1686. 

lutavolatura d'organo facilissima, ac- 
commodati in Versetti sopra li 8 tuoni 
ecclesiastici . . . Ven. 1598 Giac Vin- 
centi. 4 voll. [Bologna. 

Sammlung einiger Nachrichten von be- 
rühmten Orgel -Werckeu in Teiitschland. 
Breslau 1757 Meyer. 4». [B. B. Dresd. 

Kann man die Orgel . . . sclilagen 
lernen . . . Siehe Prixner, Sebastian 
(anonym). 

Beschreibimg des Orgelbaues . . Offen- 
bach 1792 mit D. L. E. gez., besals einst 
Kirchhoff & Wigand. 

Orgiaiii, Don Teoftlo, aus Ve- 
nedig, in der 2ten Hälfte des 
17. Jhs. Kapellmeister zu Udine, 
ein Opernkomponist, dessen Opern 
zu Venedig, Vicenza und anderen 
Städten in den Jahren 1686 bis 
1711 zur Aufführung gelangten. 
Er starb gegen 1714 zu Udine 
(Gerber 1. Fetis. Galvani). 

Von seinen Opern scheinen sich nur 
die Namen derselben und ein Textbuch 
erhalten zu haben. Das letztere ist die 
Oi)er II Dioclete, 1687 in Venedig auf- 
gefülirt (in Privathand), sonst werden an- 
geführt 1. II vizio depresso 1686. 2. Le 

16 



Orgitano, Paolo. 



242 



Orio. 



gare deiringanno 1689. 3. 11 Tiranno 
deluso 1091. 4. L'onor al Cimento 1703. 
5. Armida regina 1711 (siehe Fotis und 
Clcmeut). 

Orgitano, Paolo, geb. zu Ne- 
apel gegen 1745, Schüler des Coii- 
servatorio della pieta de'Tiirchini. 
1771 soll er als Cembalist am Kgl. 
Theater zu London engagiert ge- 
wesen sein, später kehrte er nach 
Neapel zurück und starb gegen 
Ende des 18. Jhs. Burney lernte 
ihn 1770 in Neapel kennen (1^ 
241. Fotis). 

Vou seinen Kompositionen ist eine 
Catitata a 3 voci per S. Carlo 1773, 
Ms. P. [Neapel Turcli.] bekannt. — Sonates 
de clavecin av. V. [C. P.] — Sinfonia 
in D. per arclii, oltoe e corni, in Ms. St.b. 
[Mailand Cons. 

Orgitano, Raffjiclc, Sohn dos 
Paolo, geb. gegen 1780 zu Neapel, 
gest. um 1812 zu Paris. Schüler 
von Sala. Er wurde als Komponist 
komischer Opern bekannt, kam 
1811 nach Paris und schrieb für 
die Oper Pacr's „Pirro" einige 
Scenen. 

Nachweisbai' ist eine Arie aus der 
Oper „L'informo ad arte*': Da un'empia 
tradito. per T. con orck. Ms. P. 32 BD. 
[Bologna. 

1 Duette buffo, 1 Arie f. Soi)r., 3 Cava- 
tinen und 1 Cavitina e Duettino mit 
Orchester, sämtlich aus obiger Oper. Ms. 
P. [Mailand Cons. 

Orgitano, Vincenzo. 

In der Hofb. zu Wien, Ms. 16658 eine 
Missa pro defunctis a piü voci con 2 V. 
Va. e B. Part. Lebenszeit 18. Jh. Vil- 
larosa erwähnt ihn zwar in seinen Me- 
moria di iSTapoli, w'eifs aber über sein 
Leben nichts zu sagen, nur dass er ein 
Stabat mater zu 2 — 4 Stim. mit V. u. Bc. 
und mehrere Ouvertüren für V. Clav. u. 
B. obl. schrieb. — Das Cons. zu Mailand 
besitzt von ihm: Te Deum in D. a 4 voci 
con V. Ob. Conii. Va. e B. im Autogr. 
von 1788. — Litania pastoraJe in Bd. a 
4 V. c. V. Ob. Clarinetti, Fag. e B. Autogr. 
von 1791. — 7 geistliclie Gesge. für 1 u. 
2 Sopr. mit Instr. in Stb. inkompl. — 
9 Sonaten f. Cembalo u. V. obl., drei 
davon im Autogr. mit 19. Aug. 1794 gez. 
— Intavolature ossia Regolamento per ben 



portare la mano al suono del cembalo 
(17Ö7). Alle im Ms. 

Orgosinus, Hcinricli, nennt 
sich Marchiacus, Fetis sagt aus 
der Mark Brandenburg gebürtig. 
Man kennt von ihm nur eine 
kleine Abhandlung lateinisch und 
deutsch, betitelt: 

Musica nova, <]ua tam facilis ostenditur 
canendi scientia . . . Newe vud zuvor nie 
erfundene Singekuust, dadurch Manns- 
vnd Frawcupersonen alle Gesänge leicht- 
lich singen lernen können . . . Leipzig. 
Am Ende : Gedruckt zu L. bey M. Lantzon- 
berger. In verleg. H. Groffon, 1603. kl. 8". 
.5 Bogen. [B. B. B. Br. B. Wagener. 
Kopenhagen. Wolfenb. 

Das Einzige, was die Abhandlung neues 
bietet, ist die Solmisationssilbe „si" für 
den 7. Ton der Tonleiter (siehe M. f. M. 
4, 40). 

Oridryus, Joannes, Kantor zu 
Düsseldorf, ist nur bekannt durch 
folgende Abhandlung, deren Inhalt 
Fotis genauer angiebt: 

Practicae musicae utriusqnc praeco{)ta 
brevia, corumque exercitia valdc commoda, 
ex optimorum musicorum libris ea dun- 
taxat (juae hodie in usu sunt, studiuse 
collücta. Duisseldorpii 1557 Bathonius, 
8". 80 Bll. [Brüssel, br. Mus. 

Originc et progression de la 
musi(|ue, suivies du parallele de LuUy et 
de Rameau, et du Catalogue de tous les 
operas rei)reseutees dupuis l'annce 1671 
qu'a paru le i)reuiier, jusiju'ä present; . . . 
Paris 1769 Quillau. 40. [Brüssel 3186. 
B. Lpz. 

Origine del Veneto filarmonico istituto. 
Venet. 1817 Molinari. 40. 12 6. [B. B. 

Origny , Antoine - Jean - Bap- 
tiste-Abraliam d', geb. um 1734 
zu Rheims, gest. im Okt. 1798. 
Beamter am Finanzministerium zu 
Paris. Wohin er sich beim Aus- 
bruch der Revolution wandte, ist 
unbekannt. Er schrieb 

Annales du thoutre italieu, depuis son 
origine jusqu'a ce jour, par M. d'Origny. 
Paris 1788 Vvo Ducliesue. 3 voU. 8" 
mit Portr. [Brüssel 3858 (Fotis). 

Orio, Nicola, Violinist auf einer 
Geige seiner eigenen Erfindung 
mit () Saiten bezogen; 1689 an 



Orisicchio. 



243 



Orland[i], Ferdinando. 



der herzogl. Kapelle in Venedig 
cangestellt (Caffi 2, 57). Kommt 
1691 nach Berlin mit 400 Thlr. 
an die Hofkapelle (Schneider 49), 
wird aber später nicht wieder ge- 
nannt. 

Orisicchio, siehe Aurisiccliio. 

Oristagiio, Giulio, aus Sicilien, 
Futis sagt aus Trapani in Sicilien, 
um 1543 geb. (nach der Biografia 
von G. M. di Ferro). Er studierte 
Musik in Palermo und wurde Or- 
ganist an der Hofkapelle zu Pa- 
lermo (Fetis nach Mongitore's Bibl. 
Bd. 1, 415). Derselbe verz. von 
1602 Responsoria und ein Samlwk. 
„Infidi lumi", die beide nicht be- 
kannt sind, dagegen ist nach- 
weisbar: 

... U 1. lib. de Madrigali a 5 voci. 
Nouam. comp. Ven. 1588 Gardano. 5 Stb., 
doch fehlen zum letzten Echo 2 tiefe 
Stimmen, 4». 24 Madr. [B. D. br. Mns., 
siehe M. f. M. 2, 88. Ein Amt verz. das 
Titelbl. nicht. 

Orlaiid Parigi^ 1591 als Instru- 
mentist und Musicus an der Hof- 
kapelle in München angestellt, 
empfängt 50 Gld. Darauf ver- 
schwindet er aus den Listen und 
ist erst wieder am 1/7 1602 mit 
einem Gehalt von 220 Gld. verz., 
die 1608 auf 238 Gld. erhöht 
werden (Kreisarchiv). 

Orlaiitle, . . . 

J. B. Ballard in Paris zeigt 1744 drei 
Messen zu 4 Stim., 3 Messen zu 5 Stirn, 
und 4 Messen zu 6 Stim. an. 

Orlandi, Camillo, ein Veroneser, 
1616 als Musiker am erzbischöf- 
lichen Hofe zu Salzburg angestellt 
(Titel). Man kennt von ihm: 

Arie, a tre due et voce sola di . . . 
Op. 2. Ven. 1616 G. Vincenti. 1 vol. 
53 S. 28 Gesge. zu 1, 2 u. 3 Stim. 
[Oxford Ch. Ch. 

Die Hofb. Wien, Ms. 17754, besitzt in 
1 Bde. in qufol. 47 Arien nebst einigen 
Duetten (vel clavichordo, vel iustrum.), 
die nur mit Orlando gez. sind, aber aus 
dem 17. Jh. stammen. Der Katalog schreibt 



sie Sante ürlandi zu, von dem man aber 
nur mehi-stimmige Madrigale tennt, daher 
ich glaube, dass man sie eher obigem 
CamilJo zuschreiben kann. Im gedruckten 
Kataloge siehe das Register. 

Orlandi, Cosimo, Priester, um 
1708 Tenorist' an S. Marco in Ve- 
nedig mit 100 Duk. Gehalt (Caffi 
2, 45). 

Orland[i], Ferdinando, geb. 
um 1777 zu Parma, gest. gegen 
1840 wahrscheinlich in Parma, 
siehe unten. Schüler von Rugarli, 
Ghiretti und Paer, ging 1793 ins 
Conservatorio Turchini zu Neapel 
und trat darauf als Opernkomponist 
auf. 1799 befand er sich in 
Diensten des Herzogs von Parma. 

1806 wurde er Lehrer der Pagen 
des Vice -Königs zu Mailand und 

1807 Lehrer am Conservatorium 
zu Mailand. 1821 wird er als 
Gesanglehrer nach München be- 
rufen, geht 1823 nach Stuttgart 
an den Hof als Siugmeister des 
Kronprinzen, wie er sich auf einem 
Autograph in der Hofb. Wien bez. 
und die Lpz. Ztg. Bd. 25 S. 28 
anzeigt, nimmt 1828 seinen Ab- 
schied und kehrt in sein Vater- 
land zurück, wahrscheinlich nach 
Parma, wo er auch gestorben sein 
wird und nicht in München, wie 
Fetis und Florimo 3, 86 sagen. 
(Biogr. in Gervasoni's Carteggio 
musicale 1804, S. 56. Lpz. Ztg. 
23, 588 nebst Verz. seiner Werke 
bis 1821. Bd. 30, 585 u. a. Orten). 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

Laudate pueri a 5 v. c. piü ström. 

Inno per S. Antonio di Padova. 

Dixit in re. 

Messa in re, Mss. in P. in Neapel. 

La Dama soldato, Opera semiseria in 
2 atti. Milano 1S08. Napoli 1812. [Ne- 
apel im Ms. P. In Hofb. Wien Ms. 18336 
ein Marsch 4ms. 

Leon feroce, Aria con Viol. — Concorso 
al posto di maestrino 1797 u. 1798. [Neapel. 

Im Couservat. zu Mailand befinden 

16* 



Orland[i], Ferdinande. 



244 



Orlandini, Gius. Maria. 



sich Messa in Diu. a 4 voci per 2 Sopr. 
T. e B. con orch., auch im Kl.-A. Mss. — 

3 Duette aus den Opern L'Avaro und 
II Podestü di Chioggia, P. u. Stb. — 1 
Scene und Arie mit Chor aus L'Avaro. — 

4 Arien und Cavatiuen aus Opern und 
2 Sinfonien zu Opern. Mss. F. 

In Bibl. Dresden Kgl. Musikalien-Samlg: 
Cavatina ncU'opera Fedra. Kl.-Ausz. Mi- 
lane, Ricordi. qiifol. 

Cavatina, Duottiuo e Terzettino noil' 
opera Kodrigo di Valeuza. Kl.-A. [Ibid. 

Scena e Duetto (ebendaher). Kl.-A. 
[Ibid. 

Scena e Duetto „AI pensar che in tua 
difesa (ebendaher). Kl.-A. [Ib. 

Im Archiv der Oper in München: 

La Dama soldato. Ms. P. u. Stb. 

Fedra, opera, 1814 in Italien aufgef. 
Ms. P. 

Staatsbibl. in München: Cantata, Piü 
dell usato. Eugene Napoleon dedic. Ms. 
P. — Duetto : Chetta, chetta chi m'asconde. 
K1.-A. Ms. 

In Kgl. Bibl. Berlin^ Äutogr. Grasn. 
Sperai cbe tosse tjuesto, 4 voc. c. Pfte. 

In Berlin K. II. 2 Duette u. 2 Terzette 
aus Opern in P. Ms. 

K. lief bibl. in Wien: Marsch zu 4 
Händen. Autogr. Ms. 18336. 

lu Musikfreunde Wien: Arien aus 
Opern im Kl.-A. — Vocalizzo per tre voci 
di Soprane, Mainz, Schott. 

Im Licco nuisicale zu Bologna: 

Duetto „Perche ha detto, padron mio'', 
a 2 Bassi c. orch. nell'opera „11 matri- 
monio per coucorso". Ms. P. 

Duetto: Soffrire, no, non vogiio, per 
Sopr. Ten. con orch. nella Dama soldato. 
Ms. P. 

Im Conservatorium zu Brüssel: II 
podesta di chioggia, opera in 2 atti. (Mi- 
lane 1801. Wien 1805.) Ms. P. 

Im Archiv der Cappella Antouiaua zu 
Padua: Notturno „Or che le amiche 
tenebre" a 3 v. c. acc. di piccol' orchestra. 
Milano, presso Ferd. Artaria, 

In Ms. 2627 B.Brüssel, Samlg. von 
Terzetti. 

Florimo 3, 86 giebt ein Verz. von 
25 Opern von 1801—1814 ohne nähere 
Angaben. 

Orlaudi, Pcllegriiio Antonio, 

aus Bologna, ein Karmeliter des 
Ordens zu Mantua, Dr. der Theo- 
logie und Akademiker Clementino, 

gab heraus: 

Notizie degli scrittori bolognesi e deU' 
opere loro stampate e manoscritte, rac- 



colte da Fr. . . Bologna 1714 Cost. Pisai-ri. 
40. 356 S. [Bologna. 

Orlandi, Santi, s. Santi Orlandi. 

Oiiantü, Vincenzo Maria, auch 
nur mit Vincenzo Orlandi gez. Die 
einzige Nachricht über ihn giebt 
Laborde und zwar bez. er ihn als 
einen Bologneser, der am Ende 
des 17. Jhs. lebte. Als Bologneser 
bez. ihn auch das Ms. A273 in 
Dresd. Mus. Laborde erwähnt auch 
das Oratorium Tomaso moro. Zwei 
Werke sind mir bekannt geworden : 

Bersabea, Oratorio 1. parte. Ms. A273 
P. in Dresd. Mus. und obiges „ Tomaso 
Moro, tragcdia ad uso d'oratorio per mu- 
sica, dedicata alhi S. M. Lodovico XIV." 
(Louis XIV. von Frankreich) 1698. Ms. 
P. [Paris Nat. 

Orlandini (Orlandino), Antonio, 
bekannt durch: 

Madrigal i di . . . a 5 voci üb. 1. Nouain. 
comp. . . Ven. 1598 G. Vincenti, 5 Stb. 
40. 25 Madr. [B. D. 

Ein Amt ist nicht angegeben. 

In alten Samhvk. 3 (Jesge. (Eitner 1), 
dazu kommen noch nacli Vogel in Vin- 
centi's Giardino de musici 1591 : Taci 
prend' in man l'arco 5 voc. — Ebenso 
in Phalese's Paradiso 1596. — In ßcrnh. 
Schmid's Tabulaturbuch von 1607 ein ar- 
rangierter Satz. 

Orlandini, Oiuseppc Maria, 

(fälschlich in Katalogen Giovanni 
für Giuseppe gen.) ist auch öfter 
nur mit Giuseppe Orlandini gez. 
Er war aus Bologna gebürtig, nach 
andern aus Florenz. Schüler des 
Domenico Scorpioni, bildete sich 
zum Opernkomponisten aus und 
beherrschte im Anfange des 18. 
Jhs. alle Bühnen. Eine Zeitlang 
war er Kapellmeister des Herzogs 
von Toscana, wie Mss. der Bibl. 
Bologna bekunden, und Mitglied 
der Bologneser Philharmonie. Seine 
Opern fallen in die Jahre 1710 
bis 1745 (Fctis). Nachweisbar sind: 

L'Autigona, opera Ms. 489 P. im br. 
Mus. 

L'Arsace, Dramma per musica in 3 
atti. Ms. 17 950. P. [Hofb. Wien, ohne 
Autor. In B. B. Ms. 16371 eine Part. 



Orlandini, Gius. Maria. 



245 



Orloff. 



mit deutschem Texte von Mattheson, Mu- 
sü teils von Amadei. 1722 in Hambg. 
aufgefüliii. Ein Vergleicli der beiden 
Part, kann erst feststellen ob die Musüc 
ein und dieselbe ist. 

Bacocco e Serpilla, tre Intermezzi ä 
voce sola c. istrom. Ms. 17 740. P. 
[Hofb. Wien. 

Bereuice, op. in 3 atti (Bened. Pas- 
qualino). Ms. 2235 P. fälschl. Giov. statt 
Gius. gedrackt im Kat. Brüssel Cons. 

II Giocatore , Intermezzo. Ms. P. G2 
und Stb. [Rostock. Vergleiche im Kat. 
Brüssel Cons. Ms. 2372/73. 

Massimiano, op. in 3 atti (Zeno e 
Pariati). Ms. 2236 P. [Briissel Cons., im 
Kat. Giov. statt Gius. gedmckt. 

Nero, Oper in 3 Akten mit deutschem 
Texte, 1723 in Hambg. aufgeführt. Ms. 
16370 P. [B.B. 

Lo Nozze di Perseo ed Andromeda, 
Azione drammatica in 2 atti (Damiano 
Marchi) Ms. P. Kreuze 1738. [Musikfr. 
Wien. Ms. 17953 P. Hofb. Wien. 

SerpUa patocco , Oratorio. Ms. P. 
[Brüssel Cons., verz. in dem fehlerhaften 
ersten Kataloge von Lamperen. 

Kantaten^ Arien u. a. nach den Biblio- 
theken xusmnmengcstellt : 

Ms. 176 in B. B. Tu che scorgi. Can- 
tata per il Sopr. e Bc. P. 

Dresden Mus. Ms. 922. Arie: Or che 
al ciel giozasta per A. c. 2 ström, e Bc. 
fol. 1. Dieser schliefsen .sich noch 11 Arien 
an bis fol. 37. — Ms. 551: 1 Duetto ä 
2 Sopr. c. Tiorba, Violone, Contrabasso 
e Cembalo und 14 Arien ä Sopr. col B. 
qufol. 6 Arien für Alt u. B. Nr. 19 mit 
Vcl. u. Tiorba. — Ms. 95 Arien, Duette 
u. Terzette. 

In B. Ms. 13 Arien aus einer Oper die 
1721 im Theater S. Giov. Grisostomo ge- 
geben wurde. Die Oper selbst ist nicht 
verzeichnet. 

In Sondershausen, 13 Arien mit Be- 
gleitg. im Ms. P. 

In Schwerin F: Cantata „Se sola mia 
morte ä 5. B. solo c. ström. Ms. P. 

In Hofb. Wien, Ms. 17 577 drei Can- 
tate a voce sola con Violini. — Ms. 
17 754 i.st unter Santi Orlandi, 47 Arien 
verzeichnet. 

In Musikfr. Wien: Cantata, Quando di 
tue pupille per il Alto e Bc. — 1 Aria: 
Amico quel volto. Mss. 

In Bologna, Liceo musicale: 

In einem Samlwk. im Ms. (Kat. 3, 

198) 1 Cantate Bl. 11. Kat. 3, 285 

Samlwk. Arie Bl. 201, 2 Arie. Die Bo- 

logner gedruckten Kataloge haben den 



grofsen Fehler, dass sie bei Mss. keine 
Signatur verz. So findet man z. B. erst 
auf S. 247 ausnahmsweise die Signatur 
der beiden obigen Mss., doch muss man 
raten zu welchem Ms. sie gehören, so ist 
das erste Ms. wahrscheinlich sign. DD 49 
und das 2. mit DD 57. 

Im british Museum Ms, 358 eine Can- 
tata per Sopr. c. Bc. 

In einem Sammelwerke von Giuseppe 
Rigacci: Raccolta di varie Canzoni sopra 
diversi leggiadri soggetti. A sua Eccel- 
lenza Mylady Walpole. Firenze 1739 
Franc. Moücke. 12°. 128 S. die Gesänge: 
Grazie agl'inganni und Donne se avete 
in sen pietate sind von 0., p. 9 u. 101 für 
1 Stim. u. Bc. [br. Mus. Bologna. 

Canzoni in Sassi's La ricreazione 1730. 

An Instrumentalwerken: in ß. B., Ms. 
137 p. 128: Sinfonia per Clavicemb. — 
In B. Wagener ohne Vornamen, dalier 
sehr fraglich wem sie angehören: 22 So- 
nate a 3 (2. V, B.) Ms. in qufol. 

Orlando, 1 6. Jh. s. Lasso, Orl. di. 

Orloff, Graf Grrcgor Wladimir, 

geb. um 1777 zu Petersburg, gest. 

4. Juli 1826 ebd. (nach Becker 3 

den 3. Juli). Nachdem er Italien 

und Paris besucht hatte, erhielt 

er in Russland eine Seuatorstelle 

und beschäftigte sich mit Musik, 

doch sagt man ihm nach, dass 

sein Essai von Araaury-Duval sei 

und er ihn nur herausgegeben 

habe. Fotis sagt, es fehlen dazu 

alle Beweise. 

Essai sur l'histoire de la musique en 
Italie, depuis le teraps les pliis anciens 
jusqu'ä nos Jour, par M. le Comte Gre- 
goire Orioff. Paris 1822 Dufart. 2 voll. 
8« mit Portr. 304 S. [B. B. B. Dre.sd. 
Hannov. B. Lpz. B. M. Brüssel. Flo- 
renz. Musikfr. Wien. Briissel Cons. 
Glasgow, br. Mus. Malld. Cons. Amst. 

— Entwurf einer Geschichte der ita- 
lienischen Musik , übersetzt von Ad. 
Wagner. Lpz. 1824 Peters. 1 vol. 8». 
[B. B. Hannov. B. Lpz. Brüssel. Mu- 
sikfr. Wien. Glasgow. Amst. 

— Saggio sopra la storia della musica 
in Italia . . . traduz. di Ben. Coronati. 
Roma 1823/24. 5 voll, in 12». [B. B. 
Bologna. 

Fetis kannte ihn und teilt noch Einiges 
über ihn mit, unter anderem auch über 
seine Unkenntnis der alten Meister. 



Orme. 



246 



Orologio, Aloss. I. u. ü. 



Orme, Robert. 

In der StadtbiW. ITamburg befindet 
sich zwischen Drucken eine Hds. Nr. 
3194, welche die Arie „Flutta sola" col 
Bc. enthält. In Roger's Verlagskatalog 
sind Instrumentalwerke angezeigt, jedoch 
ohne Vornamen. — In Oxford, Cli. Ch. 
im Ms. ein Gesang. — Im R. C. of Mus. 
Ms. 1978 befinden sich am Schlüsse des 
Samlbdes. Airs. — In Henry Roberts Clio 
and Eutorpe 1758 ein Gesg. 

Orneyal, er, siehe Le Sage Je 
Theätre de ia foire 1722 etc. 
Oriiitoparchiis , Andreas , zu 

Meiningen im 15. Jahih. geb. Ein 
vielgereister Mann, der sich rühmt 
5 Königreiche, 03 Diöcesen, 310 
Städte bereist und 2 Meere be- 
fahren zu haben. Alles was wir 
über ihn wissen beschränkt sich 
auf das unten verzeichnete Werk 
und auf die Einschreibung im 
Matrikelbuche der Universität in 
Wlttemberg; dort liest man „An- 
dreas Ornithoparchus memingen. 
arcium magister tybingen". Dazu 
die Anmerkg. „Adscripta sunt seqq. : 
Fuit musicus insignis, Cuius Mu- 
sica typis excusa est. 15. Oct. 
1516". 

Er schrieb: Musice Actiue Micrologus 
Andree Ornitoparchi Ostrofranci Meynin- 
gensis, Ai-tium Magistri Li bris Quattuor 
digestus. Omnibus Musicae studiosis non 
tam utilis quam necessarius. Laurentius 
Thurschenreutiuus Ad studiosum Musices 
Lectorem . . . Am Ende Excussum est 
hoc opus, ab ipso aufhöre denuo casti- 
gatum, . . . Valent. Schumanni . . . Mense 
Nouembr. 1517. kl. 4». 12 Bog. Be- 
schreibg. in M. f. M. 2, 20 u. 47. [B. B. 
Univers.-Bibl. Bonn. B. Zw. in 2 Exem- 
plaren, das 2te trägt das Datum Januar 
1517 in qu8". B. Hbg. Univers.-Bibl. 
Prag. Darmstadt. Paris Nat. Venedig 
Marco, br. Mus. Kopenhagen. Musikfr. 
Wien. Wolfenb. Stiftsbibl. St. Gallen. 

— Ausg. mit fast gleichem Titel, er- 
schien Mense Aprili 1519 ib. [B. B. B. 
Kgsbg. Göttingen. B. M. Darm st. B. 
"Wagener. Bmssel. Kopenhag. 

— Ausg. ib. 1521 mense aprili. In- 
halt derselbe. [B. B. Paris Nat. 

— Ausg. 1533: Andreae 0. Meyn. De 
arte cantandi micrologus, Ubris quatuor 



. . . Coloniae 1533 Joan. Gymnicus. kl. 
qu80. [C. P. Bologna. 

— In Bibl. München eine Ausg. ebd. 
von 1535. 

— Dowland gab eine englische Ueber- 
setzung heraus : A. 0. his micrologus, or 
introduction: containing the art of singing, 
digcsted into foure bookes, not onely 
profitable, but also necessary for all that 
art studious of Musicke . . . London 1609 
Adams, kl. fol. 92 S. [br. Mus. Bms- 
sel 5304. Paris Nat. Paris Mazarin. 
R. C. of Mus. 

Einen Kommentar gab Justus W. Lyra 
heraus: A. 0. und dessen Lehre von den 
Kirchonaccenten. Nach der Schrift des- 
selben Musicae activae Micrologus, Lips. 
1517. . . Gütersloh 1877 Bertelsmann. 8». 
57 S. Besprochen in M. f. M. 10, 105. 

Ilandschriftl. in der Univers. Inns- 
bruck. Einen Canon veröffontl. Forkel 
(Eitner 2). 

Orologio, Alessaiidro I. u. II. 

Bisher nahm man nur einen Autor 
dieses Namens an, es sind aber 
zwei, die zu gleiclier Zeit lebten 
und auch eine gleiche amtliche 
Thätigkeit als Instruraentisten und 
später als Vicekapollmeister aus- 
übten, der eine in Wien, der 
andere in Dresden. So lange man 
daher die Akten der beiden Hof- 
kapellcn nicht kannte, oder nicht 
beachtete, war eine Verwechselung 
leicht möglich, obgleich die Titel 
ihrer Werke schon den Beweis 
von zwei Autoren liefern. 

Der Wiener Orologio scheint 
der ältere zu sein, denn Köchel 1 
verzeichnet ihn schon um 1580 
als Violinist a/d. Hofkapelle zu 
Prag, Avo Kaiser Rudolph II. resi- 
dierte. Sein Gehalt betrug monat- 
lich 15 Gld. Vom 1. April 1603 
ab bekleidet er das Amt eines 
Vicekapellmeisters mit 30 Gld. 
monatl. 1613 tritt er in den 
Ruhestand als Kaiser Mathias den 
Thron bestieg. Köchel 1, 112 be- 
richtet noch, dass 0. bis 1630 in 
Prag gelobt habe und in den 
Akten als Hofkomponist figuriert. 



Orologio, Äless. L u. 11. 



247 



Orologio, Aless. I. u. II. 



S. 12G trägt er noch nach, dass 
0. aiifser seinem Gehalte von 30 
Gld., jähr]. 20 Gld. für ein Kleid, 
30 Gld. Neujahrsgeld und 70 Gld. 
für den Hauszins als Vicekapell- 
meister bezog. Köchel's Angabe, 
dass er noch 1630 lebte, wird 
durch eine Rechnung im Münche- 
ner Kreisarcliiv einigermafsen be- 
stätigt; dort heifst es im Jahre 
1619: „Alesandro Arologio (?) der 
negst verstorbenen kays. Mt. ge- 
wester VicekapoUmeister wegen 
verehrten Gesengen 24 Gld." 

Fast unmöglich erscheint es ohne 
genaue Kenntnisse der Kompo- 
sitionsart beider Orologio's ihre 
Werke zu trennen. Nur bei einigen 
ist es unumstöfslich festzustellen, 
dass sie von dem Dresdner her- 
rühren müssen. 

Dem Wiener schreibe ich fol- 
gende Ausgaben zu: 

1586 ... II 1. libro de Madrigal i ä 5 
voci, Nouam. composti ... Ven. 1586 
Gardano. 5 Stb. qu40. 20 Madr. Dedic. 
dem Ks. Rudolph H. nuterz. 20/5 1586 
in Prag. Er bez. es als sein 1. Werk. 
[B. D. Modena. 

1593. Canzonette a 3 voci di . . . 
Lib. 1. Ven. 1593 Aug. Gardano. 3 Stb. 
40. 21 Gesge. Dedic. in Venedig 24/2 
1593 gez. [Basel C2. Kassel C2. B. 
br. Mus: C. B. 

1594. Canzonette a 3 voci di . . . 
Lib. 2. Ven. ib. 1594. 3 Stb. 4». 22 
Ganz. Dedic. in Venedig 1/3 1594 gez. 
[Bologna kompl. br. Mus: C. B. Kassel: 
C2. B. Basel C2. 

1595 (fraglich) II secondo libro de Madri- 
gali ä 5 voci, Nouam. compo.sti & date in 
luce. Ven. 1595 Ang. Gardano. 5 Stb. 
40. 20 Madr. Dem Landgrafen von 
Hessen dedic, unterz. Venedig 29/9 1595. 
[B. D. Wolfenb: T. Crespano:T. 

1616 . . . Terzo lib. de Madrigal! a 5 
et a 6 voci, Nouam. comp. . . Ven. 1616 
Giac. Vincenti. 6 Stb.? 4«. 19 Madr. 
[Bologna: C. 

Der Dresdner Orologio war Cor- 
nettist und Zinkenist und wird in 
den Akten erst 1590 erwähnt, als 



er vom Kurfürsten eine Begnadung 
(Geschenk) erhält, jedenfalls ge- 
hörte er aber der Kapelle schon 
einige Jahre an. Sein Gehalt be- 
trug jährlich 228 Gld. 12 gr., 
ebenso noch 1606, obgleich er im 
Jahre 1603 zum Vicekapellmeister 
ernannt wurde. Der englische 
Lautenist Dowland lernte ihn um 
1584 am Hofe des Landgrafen von 
Hessen in Kassel kennen u. dies 
wird einigermafsen dadurch unter- 
stützt, dass er 1595 dem Land- 
grafen sein 2tes Buch Madrigale 
widmet, resp., wenn dies von ihm 
und nicht vom Wiener ist. Im 
Jahre 1597 unterzeichnet er die 
Dedic. zu den Intraden in Hclm- 
städt, doch glaube ich, dass er 
sich dort nur zur Bewachung des 
Druckes aufhielt, der daselbst an- 
gefertigt wurde. 1589 dagegen 
zeichnet er das 2. Buch Madrigale, 
dem Kurfürsten gewidmet, in Dres- 
den. In demselben befindet sich 
ein Madrigal, von dem sächsischen 
Kapellmeister Rogier Michael. 1603 
wird er zum Vicekapellmeister er- 
nannt, doch erklärt er dem Kur- 
fürsten (Schreiben vom 24. Juni), 
dass er zwar ungern vom sächs. 
Hofe fortgehe, jedoch seine „Leibes- 
schwachheit erlaube ihm nicht 
mehr mit dem Cornett oder Zinken 
aufzuwarten", dennoch verz. ihn 
das Hofbuch von 1606 noch unter 
den Instrumentisten mit 228 Gld. 
12 gr. (Fürstenau 1, 38, der ihn 
aber Orelogio fälschlich schreibt. 
Obige archivarische Nachrichten, 
aufser der letzten, sind mir vom 
Archivrat Dr. Distel noch bestätigt 
worden). Die Druckwerke, die ich 
ihm zuschreibe sind folgende: 

1589 ... II 2. lib. de Madr. ä 4, ä 5, 
& a 6 voci , Nouam. comp. . . Dresdae 
1589 typis Elect. Saxoniae. 5 Stb. qu4'^. 
21 Madr., dabei ein Satz von Rogier 
Michael. Dedic. Christiane Duci Saxoniae, 



Orologio, Aless. I. u. 11. 



248 



Orschler. 



unterz. in Dresden 1/5 1589. [B. Zw: 
Cl. 2. defekt, A. T. B. B: 5 a defekt, 
br. Mus: T. 5a. 

1597. Intradae Alexandri Orologii, 
quinque & sex vocibus, quanini in omni 
genere instrumentonim niusicoram vsus 
esse potest. Lib. 1. Helmstadii 1597 
typogr. Jacobi Lucij. 6 Stb. kl. fol. 28 
Nrn. Dedic. König Cbristian TV. von 
Dänemark, unterz. in Holmstaedt 24. Aug. 
An. 97. [B. Liegnitz, fehlt B. B. K. 5 
Stb. der Katalog sagt: der Tenor im 6tus, 
also müssen es 6 Stb. in 5 voll, gebunden 
sein. Kopenhagen 6 Stb. 

An Mss. sind folgende zu nennen, 
doch ist eine Bestimmung über den Autor 
vorläufig nicht möglich: 

Ms. Z39, 12 Stb. 17. .Ih. in B. B. Nr. 
110: Cantate Domino canticum 8 voc. 

Ms. B. L. ein Miserere 5 v. u. Videns 
Christum 5 voc. 

Ms. B. Kassel : Amorosi pastori 5 voc. 
Madrig. (vom Wiener). 

Ms. in Kremsmünster L. Bd. E. gr. 
fol. 1 Magnificat 5 voc. 

In B.Br. im Ms. die Missa: Quando 
fra blanche perle 5 voc. 

In B. M. im Ms. 218 ein Madrigal 
zu 6 und 3 zu 5 mit untergeschobenen 
Texten. 

In neuer Ausgabe ein Miserere 5 voc. 
Commer, Musica sacra Bd. 24. 

13 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 
1) Vogel vcrz. noch in Ang. Gardano's 
Dialoghi musicali 1590: Lucilla io vo mo- 
rire 7 voci. — In Th. Morley's Madrigals 
to 5 voyces 1598 ein Madr. „Sudden 
passions". — In Ilagius' Samlwk. 1617 
befinden sich (3 Intraden mit unterge- 
legtem deutschen Text. Die Intraden 
sind sicher vom Dresdner, bei den übrigen 
würde \ieUeicht der deutsche Verleger 
auf den Dresdner 0. hinweisen. Sicher 
vom Wiener 0. ist die Canzone in Vin- 
centi's Canzonette a 4 voci, 1597, Nach- 
druck nach Verovio 1591, mit dem Zu- 
sätze von Orologio: Lieto Febo del mar. 
Schon in den M. f. M. 30, 36 wurde 
das biographische Material mitgeteilt, dazu 
kommen noch in Bd. 31, 43 drei Briefe 
an den König von Dänemark aus Wolfen- 
büttel 1599 imd 1603 gerichet, wo er 
sich in herzoglichen Diensten befand, wie 
es scheint, doch bringen dieselben keine 
Klarheit, sondern erschweren eher noch 
die Erkenntnis ihrer Persönlichkeit. 

Orologio, marcheso Francesco, 
aus Padua, lebte im 18. Jh. 

Das Archiv der Cappella Antoniana 



zu Padua besitzt von ihm eine Cantata 
a 2 voci con strumenti im Ms. P. 

Orosco (Oroschos), Joaii, Mu- 
sico a/d. Kgl. Kapelle in Neapel 
um 1479, 1481 (Straeten 4, 31). 

Orostaiulcr, Andreas, Rector 
cantus zu Wosteras in Schweden, 
wird von Gerber 2 als Verfasser 
eines 

Compendium musicum, sammanskrift- 
wen til de Studcrandos tienst, Westeras 
1703 angezeigt. 

Oroux, L'abbc, Abt zu Fon- 
taine-le-Comto , später Kanonikus 
an St. -Leonard zu Noblac und 
Kapelhm des Königs von Frank- 
reich, sciirieb 

Ilistoire ecclcsiastique de la cour de 
France. Paris 1776- 1777. 2 voll, in 
4". Enthält nach Fetis auch die Ge- 
schichte der Kgl. Musikkapelle in Paris. 

Orpheo, . . . Organist um 1478 
an St. Peter in Rom (Viertel]". 8, 
2H7). 

Orpheo, Francesco, Instrumen- 
tist an der Hofkapello in München 
mit 200 Gld., am 1/4 1604 ange- 
stellt, geht Ende Juni schon ab 
(Kreisarchiv). 

Orpheus, s. British Orpheus. 

Orpheus. 

A CoUection of Glees of the most ad- 
mired German composers. English text. 
Books 1—16 u. 23. London quS». 4 
Stb. u. Pfte.-Begltg. Die Zeit des Druckes 
ist bei Fehlen des Verlegers nicht anzu- 
geben. [R. C. ofMus. 1173. 

Orpheus (Marianischer) der göttlichen 
dreimal wunderbarlichen Mutter Gottes 
Mariae dreyfaches Lob anstimmend. 1. 
Till. 12 so benamste Cantaten unter 12 
Marian- Ehrentiteln in sich enthaltend. 
Ingolstadt, 1740 Jo. Andr. de la Haye 
Wittwe. Gedr. Augsb. Lotters Wittwe. 
7 Stb. fol. [B. M: fehlt Vcl. 

— 2. Tbl. 12 Offertorien. ib. 25 Stb. 
[B.M. fehlen Alto conc V. 2. Org. 

— 8. Thl. 8 Lytaneien. 1741 ib. 10 
Stb. [B. M. 

Orschler, Johann Georg, um 

1698 in Breslau geb., Schüler von 
I Mich. Kirsten, später ging er nach 
' Wien, bildete sich unter Rosetti 



Orsi. 



249 



Ortcllo. 



als Violinist aus u. wurde Schüler 
Fux' in der Komposition. 1732 
lebte er bei einem Grafen in 01- 
mütz. Er soll Sinfonien, Trios 
und anderes geschrieben haben 
(Walther. Gerber 1, der ihn aber 
mit Joseph Orsler zusammenwirft. 
Fotis desgleichen, wie in allen an- 
deren Lexika). 

Die Bibl. der Musikfr. in "Wien verz. 
im Kat. einen Joh. Oisler mit 4 Sinfo- 
nien für 2 V. u. B., oder 2 V. Va. u. B. 
in Stb. Es ist zweifelhaft ob sie dem 
obigen oder Joseph Orsler angehören u. der 
Vorname Joh. nur irrtümlich gebraucht ist. 

Orsi, Pre. Celestiiio, Mre. Oste. 
Maestro di Cappella di Narni um 
1650, liest man auf einem Ms. 
von der Hand Alfieri's in Ms. 
3100 der B. B. Nr. 3: 

Tantum ergo, 2 voc. — Fetis schreibt: 
Pater Orsi, ein Celestinermönch im Kloster 
zu Brescia, war Kapellmeister an der 
Kirche Gli Angioli ebd. Er gab heraus: 
Motetti a 3 e 4 voci co'l basso per or- 
gano. Yen. 1647 Aless. Vincenti. 40. 

Orsini, Graetano, Altist an der 
Hofkapelle in Wien mit jährl. 110, 
sp. mit 1800 Gld. und dann 2400 
Gld. Gehalt von 1699 bis f 21. 
Okt. 1750, 83 Jahr alt (Köchel 1. 
Fetis giebt noch Näheres). 

In Musikfr. Wien unter Cajetano Or- 
sini: 6 Trios a 3 V. op. 7, und im br. 
Museum: 6 Trio per 2 V. e Vcl. op. 1. 
Venez. foL, unter Gaetano Orsini. 

Orsler, Joseph (auch mit G. 
= Gioseffo gez.), Violoncellist an 
der Hofkapelle in Wien von 1772 
bis t 2. Juni 1806, 70 Jahr alt 
(Köchel 1). Bezog seit 1792: 300 
Gld. jährl. Gerber 2 glaubt, dass 
er derselbe wie Johann Georg 
Orschler sei, den Gerber 1 anzeigt, 
doch ist dies ein älterer Musiker. 

Von Joseph Orsler, den er weiterhin 
verz., fülirt er nach Traeg's Katalog Sin- 
fonien, Quartette u. a. an. Eine Sonata 
a 3: 2 V. e B. in Ad., andere in B. Am. 
Gm. Am. in Stb. im Ms. in Bibl. Darmst. 

4 Sinfonien f. 2 V. u. B. — 2 V. Va. 
u. B. in Stb. Ms. [Musikfr, Wien mit 



Joh. Orsler gez., fraglich ob etwa Orschler 

gemeint ist. 

Orso, Francesco, aus Celano, 
lebte in Neapel wie die Dedic. 
beweist und gab heraus: 

n 1. lib. de'Madrigali di Don . . . con 
2 Madr. cromatici nel fine, nuovam. posti 
in luce da Claudio da Correggio. A 5 voci. 
Venetia 15G7. .ö Stb. fiu40. 29 Madr. 
[Turm B. n. Vogel 2, 33 teilt das Vor- 
wort mit. br. Mus: T. B. 5a. 

Orsoliiii, Giuseppe, Luchese, 
um 1681 Bassist am Dome in 
Spoleto. Ang. Berardi widmet ihm 
seine Ragionamenti. 

Orsoiii, D. Francesco, aus Bo- 
logna, lebte in der 2. Hälfte des 
18. Jhs. daselbst. 

Im Liceo zu Bologna befinden sich im 
Ms. 1. Kyrie a 4 voci concertato con 
stramenti. P. Autogr. 18 Bll. 2. Gloria 
in excelsis, concertato c. strum. obblig. 
P. Autogr. 93 Bll. 3. Credo a 4 voci 
concert. c. stnim. P. Autogr. 32 Bll. 

4. Ave maris Stella, a Basso solo con 
l'organo, composta 176G. P. qufol. 2 BU. 

5. Confitebor tibi Domine, Salmo a 3 voci 
(2 T. IB.) con strum. , composto alla 
Villa di Mezzolara l'ottobre 1818. P. 
Autogr. 24 Bll. 

In der Academia zu Bologna im Au- 
togr. eine Antifona a 4 voc. comp. 14 
marzo 1768. — Obiges Confitebor in P. 
von Busi spai"tiert, 46 S., im Liceo mus. 
zu Bologna. 

Orsucci, Pompeo, geb. 21. Mai 
1665 zu Lucca, Todesjahr unbe- 
kannt. Er trat in den Priester- 
stand und wurde Dekan an der 
Kirche San Michele in foro zu 
Lucca. 

Als Kirchenkomponist soU er einst in 
hohem Rufe gestanden haben, so dass 
manche davon noch heute in Lucca auf- 
geführt werden. Obige Kirche soll Einiges 
im Ms. besitzen (Pougin nach Cerü). 

OrteliHS,Sel)asti{inus, 16/17.Jh. 

Missae 6, 7, 8 et 10 voc. einst im Be- 
sitze der Kathedrale in Brüssel. 

Ortello, Antonio Teodoro, Fotis 
und Eslava nennen ihn Ortclls] 
er war um 1668 KapeUmeister an 
der Kathedrale zu Valencia in 
Spanien und seiner Zeit ein ge- 



Ortes. 



250 



Ortdz, Diego. 



schätzte! Kircbenkomponist. Nach 
Ph. PedreH's neuesten Unter- 
suchungen in der Ausgabe von 
J. G. Perez' Kompositionen war er 
von 1675 bis c. 1714 an obiger 
Kirche Kapellmeister. 

Eslava veröffentlichte eine Lamentatio 
primera del Miercoles vanto a 12 voces 
en tres coros (Eitner 2). In der B. M. 
ein Chiistus f actus est, 4 voc. c. org. 
Ms. P. und in der BiU. T^^agener's 5 Ge- 
sänge bis zu 12 Stirn, mit Bc. im Samlwk. 
Ripolles im Ms. 

Ortes, Abbate (xiammaria (Giov. 
Maria), ein Venezianischer Geist- 
licher, schrieb 

Riflessioni sopra i drammi per musica. 
Aggiuntavi una nuova azione drammatica 
(Caliso spcrgiura. Azione drammatica da 
rajjpresentarsi per musica a quattro voci). 
Venez. 1757 Giambat. Pasquali. A^. [Brüs- 
sel. Bologna, Kat. 1,112 sino nom. 

Ortho, I)ionys d'. 

Das Musikkolleg in Groningen besafs 
einst: Psalterium jucundum a 2 — 8 v. c. 
instr. Antv. IfüO. Ki Stb. 

Orting, Benjamin, geb. 1717 
zu Augsburg, gest. ebd. 1795, 
Schüler vom Kantor Scyfert, dann 
vom Musikdirektor Graf, wurde 
dann Musikdirektor an St. Anna 
zu Augsburg, wo er die Schluss- 
musik nach dem Gottesdienste zu 
leiten hatte. 

Als Komponist ist er dui'ch Motetten, 
Kantaten und Lieder bekannt, doch soll 
nichts gednickt sein (Gerber 1. 2. im 
Nachtr.). 

Ortiz, . . . ohne Vornamen, ein 
Komponist aus dem Anfange des 
16. Jhs., der in Cap. sistina zu 
Rom mit folgenden Kompositionen 
vertreten ist: 

Codex 24 In illo tempore c. 2. p. 6 voc. 
In illo tempore (Assumpsit Jesus), 6 voc. 
Paulus Apostolus c. 2. p. 6 voc. Der 
Codex ist 1545 geschrieben und demnach 
lässt sich die Lebenszeit obigen ürliz' nur 
bestimmen. 

Ortiz, Diego, Toletani, d. h. in 
Toledo geboren, etwa um 1530, 
denn 1558 war er schon Kapell- 
meister an der Hofkapelle des 



Herzogs Alba in Neapel, der dann 
in den 70 er Jahren seinen Wohn- 
sitz in Brüssel hatte. Sein Gehalt 
betrug 16 Ducados, 6 Carlines, 
6 Granos (Viertel]. 9, 393). Da 
er sich im Drucke von 1565 Ka- 
pellmeister an der Kgl. Kapelle zu 
Neapel nennt, so ersieht man, dass 
die Kapelle nicht die Privatkapelle 
Herzog Alba's, sondern die vom 
Kaiser Karl V. unterhaltene war. 
Von seinen "Werken hat sich nur 
Einiges erhalten. Die theoretische 
Abhandlung hat den Titel : 

Trattado de glosas sobre clausulas y 
otros generös depuntos en la musica de 
Violones nueuamente puestos en luz. Am 
Ende: En Roma por Valerio Dorico, y 
Luis SU hermano a X. de Dczemb. 1553. 
kl. qu40. sign. A— Q. Dedic. an Pedro 
d'Urries von Ortiz aus ToUodo, 10. Dez. 
1553 in Neapel gez. Mit seinem Porträt. 
Folgen 2 BlI. mit Anleitimg zum Viol'n 
spielen, darauf Reg., dann kurze Uebitngen. 
Da.s jj vor f kommt öfter vor. Die ersten 

As, von Bl. 16a ab im ^*, dann im 

Tenor. — 2. Buch. Bl. 25, 2 S. Lehre u. 
Reg., dann 4 „Recercade" mit Cembalo 
(Violon con el Cymbalo), im Text nennt 
er das Instniment „Contrabaxo". Folgen 
6 Recercade. Der Tonumfang vom grofsen 
G bis eingestr. g, im Baritonschi, notiert. 
Bl. 35b der 4.stim. Gesg, „0 felice occhi 
miei felice voi". Darauf für den Contrab. 
4 Ricercari über das Madrigal. Bl. 41b 
die Chanson: Doulce memoire en plaisir 
consumee, 1 Strophe Text, 4.stim., darauf 
3 Variat. f. Contrab. und 1 im Discantschl. 
Bl. 47 b mehrere 4 st. Choralsätze ohne 
Text, rechts davon die Variation f. d. 
Insb-um. Bis zum Schluss Bl. 60 8 Ricer- 
cari. [B. B, 

. . . Mu.sices lib. 1. Hymnos, Magnificas, 
Salves, Motecta, Psalmos, aliaque diversa 
cantica coraplectens. Ven. 1565 Gardanus. 
Chorb. in gr. fol. 159 Bll. mit 34 Hjm- 
nen, 8 Magnif., 9 Ps. u. 17 anderen Ge- 
sängen zu 4— 7 Stirn. [B. A. B.B. Hofb. 
Wien. Bologna, Kat. 2, 282 Abdruck der 
Dedic. Rom Cecilia. 

— 12 Hymnen in Part, in Hofb.Wien, 
Ms. 18514. 

Ms. 535 in B. B., Part, von ALfieri, 
Bd. 1, S. 79: Ave regina coelorum 6 voc. 



un 



Ortiz, Domingo. 



251 



Onvell. 



Ms. B. M: Magnificat. Part. Fragm. 

Ms. in der alten Hofkapelle in München : 
Quia fecit mihi magna 4 voc. P. u. Stb. 

Ms. 18514 in Hofb. Wien: 11 Hymni 
4 voc. 

In Ariquez de Yalderavano's Musis 
dicatum von 1.547, ein Tabulaturbuch, 
finden sich auch arrangierte Komposi- 
tionen von Ortiz, ohne Vornamen. Sie 
sind aber wahrscheinlich von dem älteren 
Oiüz. [Hofb. Wien. 

19 Gesäaige in neuen Ausg. (Eitner 1). 

Ortiz, Fra Domiii;»o, da Zarate- 
Ein .spanischer Komponist aus dem 

Ende des 17. Jlis. 

Die B. M. besitzt in den Mss. 168 bis 
170 drei Viüancicos zu 8 Stirn, in Stb. 
1. AI arma convorjue el darin. 2. Quieu es 
esta. 3. Celebren de Eloy mit ihren Coplas. 

Orto, GrioTaniii Battista, ein 

Komponist aus dem letzten Viertel 
des 16. Jhs., bekannt durch 

das Samlwk. von Ang. Gardano, L'amo- 
rosa caccia 1588: Scopre Cintia 5 voc. 
und in 2ter Auflage von 1,592. 

Orto, 3Iarl)riaiio de, Fotis 
fälschlich unter Jean de Orto mit 
dem Familiennamen Dujardin. Man 
vermntet, dass er ein Niederländer 
war und im 15. Jh. geboren ist. 
Von 1484 — 1494 ist er päp.stlicher 
Sänger in Rom (Viertel]. 3, 246 ff.), 
dann von 1505 erster Kapellan 
und Sänger am Hofe Philipp des 
Schönen und vielleicht auch unter 
Kaiser Karl V. Er lässt sich in 
den Listen bis 1516 verfolgen 
(Straeten 6, 292. 7, 162. Siehe 
auch Haberl, Kat. des päpstl. Ka- 
pellarchivs im Vatikan p. 157). 
Auf seinen Kompositionen ist er 
fast durchweg nur Orto und de 
Orto genannt, nur auf einigen im 
Archiv der päpstl. Kapelle mit 
M. de Orto. Von seinen Kompo- 
sitionen lassen sich nachweisen: 

Misse De orto 

Dominiealis. 

Jay pris amours 

cum duobus patrem. 

Lomme arme. 

La belle se sied. 

Petita camuseta. 



Am Ende des Ba?.sus: Impressum Venetiis 
per Octauianum Petrutium Foros. Die 
22. Mai-tij. Salutis anno 1505. 4 Stb. 
kl. riu4'J. [B. M. br. Mus: Sup. B. Hofb. 
Wien ohne B. u. eme Kopie in Stb. Ms. 
18741. Bologna. 

In alten Samlwk. 13 Gesge. (Eitner 1). 

In Mss. Cai). sistina Cod. 35 fol. 103: 
Missa ohne Titel, 3 voc. — Fol. 205: 
Patrem omnipotentem 3 (4) voc. Ein 
anderes fol. 199 zu 5 Stim. — Fol. 208 
Ave Maria 5 voc. — Fol. 191 Da pacem 
5 voc. — Cod. 64 Missa i'omme arme 
5 voc. — Cod. 15: 3 Hynmen zu 4 Stim. 

Ms. in Hofb. Wien, Ms. 11883: 

Missa : Le serdteur 4 voc. Pergament 
Chorb. Nr. 17. Samlbd. Nr. 10 Missa: 
Officimn My my 4 voc. Nr. 11 Missa: 
La belle se siedt, 4 voc. 

Ave Maria 4 voc. Ms. 9126 fol. 167 
Chorbuch des 16. Jhs. [Brtissel. 

Im Ambros 5. Bande Gesch. d. Mus: 
Ave Maria 4 voc. (1501) und Agnus Dei 
ex Missa mi-mi (Ms.) 4 voc. S. 193. 198 
in Paititui-. 

Ortolani, Terenzio, Lebenszeit 

unbekannt. 

Die Kgl. Musikalien-Samlg. in Dresden 
besitzt von ihm im Ms. 273 1. Laudate 
pueri Dominum per Basso solo con il 
coro (c. Strom.). 2. Qui toUis peccata 
mundi. Terzetto per 2 T. e ß. (c. ström.). 
3. Panis angelicus, Terzettino per 2 T. 
e B. P. 

Ortu, Padre Vicario, della Ma- 
donna deir. 

In einem Ms. der B. Br. sind 3 Ge- 
sänge aus der ersten Hälfte des 17. Jhs. 
in 11 Stb. in fol. vorhanden. 

Ortwiiius , war im Kloster 
Emmeram in Regensburg Kantor 
und Kapitular um 1330 (Kom- 
müUer 1 Nachtrag). 

Oryllle, Constantine d', Ver- 
fasser der anonymen Schrift: 

Bjstoire de l'opera bouffon, cont. les 
jugements de toutes les Pieces qui ont 
paiu depuis sa naissance jusqu' a ce jour. 
2 tomes. Amst., Paris 1768 Grange. 12°. 
266 u. 214 S. [B. Wag-ener. Biüssel 
3838. Glasgow. 

Orwell, Robert, ein englischer 
Musiker von Morley in der be- 
kannten Liste erwähnt; er gehört 
in die Zeit von Dunstabi e und 



Os. 



252 



Osio. 



Power, Siehe auch Davey 72. 
103. 

Os, Dirk van, war 1386 Kantor 
an der Liebfrauen-Bruderschaft zu 
Herzogenbusch (Bouwst. 2, 211). 

Osbern of Dover, auch Osbertus 
genannt, lebte um 1074 und wurde 
„Precentor" an der Kathedrale zu 
Canterbury. 

Zugeschrieben werden ihm die Abhand- 
lungen ,,De re musica" und „De vocum 
consonantiis". Die letztere soll die Bibl. 
des Cbristkollegiums zu Cambridge be- 
sitzen. (Gerbert 4, 282. Fabricius 3, 170. 
Davey 17. Fetis.) 

Oscke, J . . . E . . ., 

gab 17G1 allerlei Galanterie-Stücke für 
die Davids - Harfe oder das Ciavier ein- 
gerichtet in Leipz. und Bremen bei G. L. 
Förster, l.Tlil, heraus, die Marpurg 7, 154 
sehr scharf angreift und Beispiele mitteilt. 

Osculjiti, Gliulio, Laudensi; 
nach den Titeln seiner Werke war 
er 1G09 im Dienste des Königs 
von Polen und Schweden (in Kra- 
kau) und 161.5 Kapellmeister an 
S. Maria titulo Coronata, die Stadt 
fehlt, gewidmet ist das Werk einem 
Eömer und unterz. im Okt. 1614. 
Yen dem Drucke 1604 kenne ich 
nicht den genauen Titelwortiaut. 
Von seinen Kompositionen lassen 
sich nachweisen: 

Missae 5 voc. lib. 1. Yen. 1604 Gar- 
dano. 5 Stb. 4^. 4 Messen. [Kathar. 
Danzig. Ferrara. 

Liber 1. Motectorum, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 
et 12 vocum, Auetore . . . Ven. 1609 
Raverius. [Bologna: A. T. 5a. 6a. Bc. in 
4'^. br. Mus: A. 5a. 

Sacra omnium solemnitatum vespertina 
Psalmodia cum Cantico B. V. M. tarn voci- 
bus, qnam instiumentis concinenda . . . 
Ven. 1615 Vincentius. 9 Stb. (mit Bc). 
4P. 17 Gesge. Register im Kat. Frkft. 
a/M. [B. Frkft. Israel. 

In Mss. B. ß. Z 27. P. von 1624 S. 106, 
Quem vidistis pastores 8 voc. — B. L. 
4 Motett. zu 3, 5, 7 u. 8 Stim. — In 
B. Br. 3 lat. Gesänge in Mss. 

In Bonometti's Parnassus 1615 eine 
Mot. zu 4 Stirn. 10 Mot. in alten Samlwk. 
(Eitner 1). 

Oslander, Lucsis, geb. 16. Dez. 



1534 zu Nürnberg, gest. 7. Sept. 
1604 in Stuttgart, ein protestan- 
tischer Prediger, der nach ver- 
schiedenen Stellungen in Württem- 
berg 1567 Konsistorialrat wurde, 
1593 Prälat von Adelsberg, ab- 
gesetzt, weil er im Landtage gegen 
Zulassung der Juden sprach, ging 
nach Esslingen, kehrte aber später 
wieder nach Stuttgart zurück. Er 
vertrat die orthodoxe Partei u. warf 
sich mehrfach gegen Luther's Lehre 
auf. Auch in der Musik war er 
wohl bewandert und gab ein geist- 
liches Liederbuch im vierstimmigen 
Tonsatze heraus, in dem er durch- 
weg die Melodie in die Oberstimme 
legte und im Vorworte sich klar 
darüber ausspricht, warum er dies 
gethan hat (siehe den Abdruck des 
Vorwortes im Winterfeld 1, 346 
und Koch 2, 358). Er war zwar 
nicht der Erste der dies that, denn 
sowohl Le Maistre 1566 als David 
Wolkenstein 1583 legten zum Teil 
die Liedmelodie in die Oberstimme, 
doch keiner ging mit so entschie- 
denem Bewusstsein an die Arbeit 
als Oslander und brach damit völlig 
mit der Vergangenheit. Das Choral- 
buch trägt den Titel: 

Fünfftzig Geistliche Lieder vnd Psal- 
men. Mit vier Stimmen, auf Contra- 
punctsweise (für die Schulen vmd Kirchen 
im löblichen Fürsteuthumb Würtenberg) 
also gesetzt, das eine gantze Christliche 
Gemein durchaufs mit singen kan. Lucas 
Oslander D. "VVürtenbergischer Hofprediger. 
Nürnberg 1586. Am Ende: Nürmberg, 
Kathar. (ierlachin. 4 Stb. au40. [ß. Br. 
B.M. fehlte. B. G. Brieg. Lübeck: 
T. B. Darmst: A. T. B. 

Zahn sagt, dass die Melodien durchwog 
älteren Datums sind. — In neuen Ausg. 
12 Choräle (Eitner 2) und Ein feste bürg 
in Prof. Zelle's Schulprogramm von 1595 
und 15